Corona Exkurs – und meine Schlussfolgerungen für den Umgang mit Pädophilie

Im Grunde hat mich die Corona-Pandemie nicht sonderlich beeindruckt. Die Einschränkungen, die mit ihr verbunden sind, sind zwar teils unangenehm, oft treffen sie mich aber gar nicht. Die Einschränkungen, die ich als Pädophiler seit Jahrzehnten in meinem Leben fühle, sind für mich viel entscheidender und einschneidender.

Es gibt aber durchaus Personen, die durch Corona-Einschränkungen richtig hart getroffen wurden, auch nach meinem Maßstab. Wer etwas einen Partner jenseits einer wegen Corona geschlossenen Grenze hatte, war schon sehr hart getroffen. Besonders berührt hat mich der Bericht über eine in Belgien lebende Australierin. Sie kam zurück in ihre alte Heimat, um ihre todkranke Mutter noch einmal zu sehen. Während sie in Quarantäne war, starb die Mutter, ohne dass sie sie noch einmal sehen durfte – sie durfte die Quarantäne nicht verlassen! Danach durfte sie nicht mehr aus Australien raus! Zu ihrer Familie, ihren Kindern, ihrem Haus, ihrem Job in Belgien. Sinn dieser Regelung war vermutlich, dass Auslandsaustralier erst gar nicht wieder temporär in Australien einreisen.

Irgend eine Begründung findet sich für eine grausame und unmenschliche Vorschriften und Gesetze immer. Das bedeutet freilich nicht, dass man die Politiker, die für derartige Regelungen verantwortlich sind, wiederwählen muss.

Ab und an habe ich über den Umgang mit Corona in Deutschland geärgert. Als Masken für unnötig und unwirksam befunden wurden (wohl vor allem, weil man keine hatte) und sie dann später zur Pflicht wurden.

Später wieder, als Andrea Tandler für die Vermittlung von Maskendeals 48 Millionen Euro Provision einstrich (und anscheinend nicht richtig versteuerte). Ihr Vater, Gerold Tandler, war Generalsekretär der CSU, als er sich privat 700.000 DM von Eduard Zwick lieh. Er wurde später bayrischer Innenminister und dann bayrischer Staatsminister der Finanzen. Von diesem Posten musste er im Jahr 1990 im Zuge der Flick-Affäre zurücktreten, nachdem das bayerische Finanzministerium eine Steuerschuld Zwicks in Höhe von 71 Millionen DM gegen eine Zahlung von 8,3 Millionen DM niedergeschlagen hatte (also auf fast alle Forderungen freiwillig verzichtete).

Andrea Tandler nutzte für ihre Maskengeschäfte die guten Kontakte zur Strauß-Tochter Monika Hohlmeier, die sich bei Gesundheitsminister Spahn für den Deal einsetzte (für Jüngere: Strauß war früher Ministerpräsident in Bayern, der es (angeblich) irgendwie geschafft hat, vom Gehalt für seine Politiker-Tätigkeit 360 Millionen DM auf einem geheimen Auslandskonto anzusparen und an seine Kinder zu vererben). Nach Franz Josef Strauß wurde 1992 der Flughafen München benannt. Seine Tochter, Monika Hohlmeier, sitzt zur Zeit Abgeordnete im EU-Parlament und ist unter anderem Mitglied im Sonderausschuss gegen organisiertes Verbrechen, Korruption und Geldwäsche (!).

Auch der Ehemann von Gesundheitsminister Spahn hat für seinen Arbeitgeber Maskendeals eingefädelt. Johannes Laschet, der Sohn von NRW-Ministerpräsident Laschet, half seinem Arbeitgeber bei einem Maskendeal mit Nordrhein-Westfalen. Provisionen sind angeblich nicht geflossen. Aber vielleicht wird sich ja jemand erkenntlich zeigen, wenn irgendwann Wahlen und/oder Ämter verloren gehen (ist ja bereits passiert) und etwas Gras über die Sache gewachsen ist. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Hunter Biden, der Sohn des amtierenden US-Präsidenten, ein Hobby-Maler, kann seine Bilder ja inzwischen auch für bis zu 500.000 USD pro Bild verkaufen. Vielleicht haben Spahn und Laschet ja auch talentierte Familienmitglieder.

Eine sechsköpfige Gruppe um Alfred Sauter (CSU, ehemaliger bayrischer Justizminister) und Georg Nüsslein (CSU, ehemals stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion) verdiente 11.5 Millionen Euro durch Provisionen im Zusammenhang mit Maskengeschäften. Der CDU Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel kam nur auf 250.000 EUR, der CDU Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann auf 7.5 Millionen EUR.

Ich habe vor genau einem Jahr, am 04. Januar 2021, schon einmal einen Corona-Exkurs geschrieben. Einer meiner damaligen Kritikpunkte war das Geschwafel, man werde Geimpften keine Privilegien einräumen. Erstens handelte es sich nicht um Privilegien, sondern die Rücknahme von Einschränkungen von Freiheitsrechten. Zweitens, war mir schon damals sofort klar, dass es genau diese „Privilegien“ geben würde, spätestens sobald jeder die Chance auf einen Impftermin bekommen hatte, schon um den Druck auf Ungeimpfte zu erhöhen. Ich werde nicht gerne belogen und in diesem Fall habe ich die Lüge erkannt, als sie ausgesprochen wurde.

Später fing man mit indirektem Impfzwang an (bis hin zur Abschaffung kostenloser Corona-Tests, was die Pandemie-Lage deutlich verschlechtert hat) und beteuerte gebetsmühlenartig, eine allgemein Impfpflicht werde es nicht geben. Jetzt ist sie in Vorbereitung – weil es eine harmlosere Virusvariante gibt, die sich schneller verbreitet. Eigentlich ein Segen, da die natürliche Immunität durch das Immunsystem des Menschen nach durchgestandener Erkrankung der Immunität durch eine Impfung in der Regel überlegen ist (so wie Muttermilch künstlicher Babynahrung überlegen ist – siehe die Kampagne „Nestlé tötet Babys“, die 1974 dazu führte, dass Nestlé seine irreführende Werbung gegenüber Müttern durch als Krankenschwestern getarnte Verkäuferinnen von Babynahrung zumindest teilweise einstellte).

Ich habe mich auch geärgert, als rauskam, dass in Hamburg Statistik-Daten gefälscht wurden, um den Anteil der Ungeimpften an den Infizierten höher erscheinen zu lassen. Durch eine Anfrage einer FDP-Abgeordneten kam heraus, dass bei fast 70 Prozent der Coronafälle nicht eindeutig war, ob die infizierte Person geimpft oder ungeimpft war. Diese Infektionen wurden einfach in der Gruppe der Ungeimpften aufgeführt. Das gleiche passierte auch in Bayern. So etwas untergräbt komplett das Vertrauen in die Seriosität offizieller Statistiken.

Ich finde es ungehörig, wenn die Ständige Impfkommission bedrängt wird, doch endlich die Impfungen für Kinder zu empfehlen, weil besorgte Eltern so dringend darauf warten, dass die Kinderimpfung kommt, um dann Zeter und Mordio („unverantwortlich“) zu schreien, wenn der Vorsitzende der Stiko sagt, dass er sein eigenes Kind aufgrund fehlender Daten derzeit nicht gegen Corona impfen lassen würde und anzuprangern, dass er damit die Öffentlichkeit und Eltern verunsichere.

Die Stiko ist für manche anscheinend dafür da, brav (und zackig) das zu sagen, was man gerade hören und woran man selbst glauben will. Undifferenzierte Empfehlungen, die Sicherheit nur vorgaukeln, wären aber genauso falsch wie immer wieder geforderte bundesweit einheitliche Regelungen bei einem regional extrem unterschiedlichen Infektionsgeschehen. Wer Ungleiches gleich behandelt nimmt sehenden Auges unnötige wirtschaftlichen und soziale „Kollateralschäden“ billigend in Kauf. Es werden ständig Beruhigungspillen gefordert und verschrieben, ohne sich um die Nebenwirkungen ernsthaft Gedanken zu machen.

Ich habe mich auch geärgert, als bekannt wurde, dass auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) falsch wiedergegeben wurde. In der Einleitung für eine als „Entscheidungshilfe für Eltern und Sorgeberechtigte“ betitelten Broschüre hießt es: „Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut empfiehlt die Impfung mit einem mRNA-Impfstoff für alle Kinder und Jugendlichen zwischen 5 und 11 Jahren und ab 12 Jahren.“ Das ist falsch. Tatsächlich heißt es in der Stiko-Empfehlung: „Eine allgemeine Impfempfehlung der STIKO für nicht vorerkrankte Kinder von 5-11 Jahren besteht derzeit nicht.“ Auf die Diskrepanz angesprochen meinte der Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums: „Der Anteasertext auf der Homepage ist möglicherweise etwas ungenau, das schauen wir uns noch einmal an.“

Bezeichnend fand ich auch einen Bericht auf BR24 zur Impfpflicht:

Die Corona-Impfpflicht, die nur auf den Gesundheitssektor beschränkt ist, habe „katastrophale“ Auswirkungen auf die Altenpflege von Bad Kissingen bis Kitzingen. So heißt es in einem offenen Brief, in dem sich die Altenpflege-Einrichtungen von Arbeiterwohlfahrt (AWO), Caritas und Diakonie an die Landtags- und Bundestagsabgeordneten in der Region Main-Rhön wenden.

Sie schlagen Alarm, „weil impfunwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Pflegeberuf aufgeben und sich eine Arbeit dort suchen wo keine Impfpflicht besteht“, schreibt Jochen Keßler-Rosa, der Geschäftsführer der Diakonie in Schweinfurt in dem Brief.

Erste Kündigungen liegen laut dem Brief bereits vor. Bei der Diakonie hätten etwa zwei Mitarbeiter gekündigt. „Viele Mitarbeiter reden darüber, die Lage ist wirklich heikel“, sagte Keßler-Rosa gegenüber BR24. Bereits an Weihnachten komme es zu Lücken im Dienstplan. „Bereits jetzt können Pflegeeinrichtungen auch bei freiwerdenden Betten und ausscheidenden Haushalten keine neuen Bewohner und Bewohnerinnen oder Patienten und Patientinnen mehr aufnehmen oder zu Hause pflegen“, heißt es in dem Brief.

Wenn jemand lieber seinen Job aufgibt, als sich impfen zu lassen, muss derjenige schon extrem schwerwiegende Bedenken gegen eine Impfung haben. So jemand hält das Risiko durch eine Impfung für größer als das Risiko einer Infektion. Die Impfpflicht führt dazu, dass er seinen bisherigen Lebensentwurf über den Haufen wirft und lieber neu anfängt.

Das Einfühlungsvermögen des Geschäftsführer der Diakonie in Schweinfurt für diese subjektive Notlage liegt im negativen Bereich. Seine „Lösung“ ist, dass man ein Entrinnen verunmöglicht und die Person als letzte Option vielleicht auch noch in eine Auswanderung treibt. Die Mitarbeiter, die aus ihrem Beruf gedrängt wurden, werden nicht wie Menschen behandelt, sondern wie kaputt gegangene Pflegemaschinen.

Wer „impfunwillig“ ist, ist nicht einfach ein bockiges Kind, das man zu seinem Glück (und dem der Gesellschaft) eben zwingen muss, sondern jemand, der damit Existenzängste verbindet. Die Antwort, die dem Staat dazu einfällt ist ein „und bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt.“ Ich finde das asozial und in Anbetracht der im vergleichsweise geringen Mortalität auch verfassungswidrig.

Offiziell wurden (Stand 02.01.2022) 7.19 Millionen Corona-Infektionen in Deutschland gezählt, die Zahl der Gestorbenen wird mit 112.155 angegeben. Das ist eine Letalität von etwa 1.5 Prozent. Dieser Wert ändert sich, wenn man die Dunkelziffer nicht erkannter Infektionen berücksichtigt. Sie wurde in der Vergangenheit im Bereich von 40 bis 87 Prozent geschätzt. Wenn man 50 Prozent annimmt, würde das die Mortalitätsrate auf 0.75 Prozent absenken. Bei einer schweren Grippewelle liegt die Mortalität bei 0.5 Prozent. Da das Corona-Virus der Zukunft (Omikron-Variante) weniger gefährlich ist als das der Vergangenheit (Wildtyp, Alpha- und Delta-Varianten) und aufgrund milderer, teils ausbleibender Symptome häufig unbemerkt bleibt, liegen wir absehbar in Zukunft unter dem Letalitätswert bei einer schweren Grippe. Corona wird perspektivisch zum ernst zu nehmenden, aber im Grunde „normalen“ Erkältungsvirus. Und doch verhalten wir uns immer noch so, als lauere hinter jeder Ecke die Pest.

In Anbetracht des Artikel 2, Absatz 2 des Grundgesetzes (Recht auf körperliche Unversehrtheit) steht es dem Staat meiner Meinung nach nicht zu, Menschen durch ein Bußgeld in einer Höhe, die letztlich einer Nötigung gleichkommt (= Drohung mir einem empfindlichen Übel), dazu zu bewegen, ein abstraktes Lebensrisiko (Krankheitsschaden) gegen ein anderes abstraktes Lebensrisiko (Impfschaden) zu tauschen.

Wenn man jetzt meint, legitim eine Corona-Impfpflicht einführen zu dürfen, dann dürfte man ebenso allen Menschen etwa das Rauchen verbieten. Stattdessen wird gerade – aus meiner Sicht zu Recht – die Legalisierung von Cannabis diskutiert. Man müsste Menschen mit krankhaftem Übergewicht (Adipositas), die weitere Kalorienzufuhr verbieten und Leute, die sich nicht genug bewegen, unter Androhung eines Bußgelds zu Leibesübungen verpflichten.

Den Möglichkeiten der irgendwie sinnvoll begründbaren Bevormundungen und irgendwie zu rechtfertigenden Einschränkung von Freiheitsrechten sind im Grunde keine Grenzen gesetzt. Aber wollen wir wirklich in so einer Gesellschaft leben?

Wer einen „Spaziergang“ macht, wird in den Medien regelmäßig als angehender Rechtsradikaler verunglimpft. Zuletzt wurde sehr kritisch über einen Fall berichtet, bei dem ein vier Jahre altes Kind Pfefferspray abbekommen hat, als seine Mutter versuchte, eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen.

Ich habe etwas Zweifel, ob das Wort „durchbrechen“ die Situation richtig wiedergibt. Wie will eine Mutter mit vierjährigem Kinder eine Absperrung durchbrechen? Wäre dafür nicht eher so was wie ein Panzer erforderlich?

Ich finde die Kritik, man solle Kinder nicht als „Schutzschild“ missbrauche, durchaus gerechtfertigt. Aber man sollte es auch bleiben lassen, mit Pfefferspray herum zu sprühen, wenn vierjährige Kinder in der Nähe sind, egal wie sie dort hin gelangt sind. Dieser Aspekt fehlt mir in der Berichterstattung.

Ich habe aber auch Zweifel an der Grunddeutung des Vorgangs. Aus der Berichterstattung der Tagesschau:

An der unangemeldeten Demonstration in Schweinfurt hatten Polizeiangaben zufolge etwa 2500 Menschen teilgenommen. Teilweise kam es zu aggressiven Ausschreitungen. Mehrere Polizeibeamte wurden verletzt. Die Polizei setzte teils Schlagstöcke und Pfefferspray ein. In eine Pfefferspray-Wolke geriet auch die Mutter mit dem vierjährigen Kind, als sie eine Polizeiabsperrung überwinden wollte.

Vielleicht wollte die Mutter nicht quasi-terroristisch eine Polizeiabsperrung durchbrechen, sondern einfach sich und ihr Kind in Sicherheit bringen, als das, was vermutlich als friedliche, stille Meinungskundgebung gedacht war, irgendwie in eine Gewaltsituation eskaliert ist.

Ich finde das bewusste Mitnehmen von Kindern als Schutzschild ebenso falsch wie ich es falsch fände zu fordern, man möge Kinder doch bitte zu Hause lassen, damit man Schlagstock und Pfefferspray beherzter einsetzen kann. Ich unterstelle weder, dass die Mutter das Kind als Schutzschild mitgenommen hat, noch dass die Polizei von langer Hand den Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray geplant hat. Auf jeden Fall erwarte ich mir aber von ausgebildeten Beamten (den Polizisten und der Einsatzleitung) mehr Disziplin und Voraussicht als von einem durchschnittlichen Demonstranten.

Gehören Kinder wirklich nicht auf Demos? Oder kommt es vielleicht doch auf das Thema und seine aktuelle gesellschaftliche Reflektion an?

Geteilt via ZDF.de

Die Bildquelle ist ein Artikel über Gorleben auf den ZDF Seiten des Kindermagazins Logo. Die dortige Bildunterschrift lautet „Auch Kinder waren dagegen“.

Ich halte das für zweifelhaft. Das abgebildete, noch ziemlich junge Kind war sicher nicht dabei, weil es aus eigener Überzeugung gegen Atomkraft war, sondern weil es eben von seiner Mutter zur Demo mitgenommen wurde, die ihm vielleicht noch „Atomkraft ist böse“ eingetrichtert hat. Auch auf Anti-Atomkraft Demos konnte es damals zu Gewalt kommen.

Hier der gute Protest mit Kindern gegen Atomkraft. Dort der böse Protest mit Kindern gegen Corono-Beschränkungen. Es wird mit zweierlei Maß gemessen.

Ich bin weder Impfgegner noch Impfbefürworter. Ich tendiere eher dazu mich an die Mehrheitsmeinung der Schulmedizin zu halten und die Impfung dementsprechend für relativ sicher und das Impfrisiko für relativ gering zu halten. Dass es dennoch ein Impfrisiko gibt (z.B. Myokarditis), ist aber nicht von der Hand zu weisen. Auch wenn man es vielleicht persönlich für so gering hält, dass es einem vernachlässigbar scheint, bedeutet das noch lange nicht, dass man von anderen Menschen erwarten darf, dass sie es ebenfalls für vernachlässigbar halten.

Neben der schulmedizinischen Mehrheitsmeinung gibt es eine teils durchaus auch laute schulmedizinische Minderheitsmeinung, die sich mit unterschiedlichen Begründungen gegen die Sinnhaftigkeit (von Elementen) der aktuellen Corona-Strategie wendet. Dazu gehören etwa Aerosolforscher, die Ausgangssperren und Maskengebote im Freien kritisieren, oder Virologen, die vor ADE (Antibody dependent enhancement = infektionsverstärkende Antikörper) warnen oder meinen bereits Anzeichen dafür in den Daten zu erkennen.

Mich stört es, wenn diese Wissenschaftler von Politik und Medien als Scharlatane und Quacksalber dargestellt und abgebügelt werden. Das ist aus meiner Sicht unwissenschaftlich. Zur Wissenschaft gehört auch der Meinungsstreit zwischen wissenschaftlich begründeten Aussagen. Mein Eindruck ist, dass der Glaube der Mehrheit aktuell als Dogma gesetzt wird, dem nicht widersprochen werden darf. Mit Wissenschaft hat das für mich nichts zu tun.

Dass es sich bei den Statistik-“Pannen“ und der falschen Elterninfo zur Stiko-Empfehlung wohl nicht um zufällige Fehler handelte, wurde mir klar, also ich vor kurzem auf einen Tweet von Gesundheitsminister Lauterbach aufmerksam wurde. Er antworte damit auf den folgenden Tweet von Florian Krammer, Professor für Impfstoffkunde an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai:

Lauterbachs Reaktion:

Es ist also nach Meinung unseres Gesundheitsministers völlig OK und legitim, wenn man Menschen mit einem Etikettenschwindel in die irre führt, indem man ihnen ein X (rekombinanter Proteinimpfstoff = künstliche Version des Spike-Proteins) für ein U (Totimpfstoff = ganze, inaktivierte Viren) verkauft, wenn es dazu führt, dass sie dann das machen, was man von ihnen haben will (hier: sich impfen lassen).

Mich kotzt das an. Wie kann man sich so verhalten (Masken erst als sinnlos, dann als unverzichtbar darstellen; Freiheitsrechte zu „Privilegien“ erklären; Statistiken fälschen; die Stiko-Empfehlung falsch wiedergeben; Wissenschaftler, deren Meinung nicht passt, mit untergriffigen Methoden diskreditieren; einen Proteinimpfstoff wissentlich irreführend als Totimpfstoff anpreisen) und sich dann ernsthaft über Verschwörungstheorien wundern? Es passt nicht zusammen, wenn man erst alles dafür tut, das Vertrauen in einen verlässlichen, ehrlichen Staat zu untergraben (siehe auch Maskendeals) und sich dann über das Ergebnis beklagt.

Das Problem sind immer Überzeugungstäter. Menschen, die glauben, es besser zu wissen und Gutes zu tun und die meinen Täuschung, Lüge usw. seien durch gute Absichten bzw. das, was man für eine gute Tat oder ein höheres Ziel hält, gerechtfertigt.

Die Corona-Pandemie und der Umgang mit ihr durch Medien, Politik und Wissenschaft hat mir das aktuell noch einmal sehr deutlich vor Augen geführt. Vor allem aber: Corona betrifft extrem viele Leute. Auch wenn die Einschränkungen für mich wie eingangs gesagt eher gering sind, für andere sind sie gefühlt gewaltig. Und dennoch kommen die „Guten“ mit ihren Lügen durch.

Im Grunde hat mir der Umgang mit Corona zwei Dinge gezeigt.

Erstens: Wenn etwas nicht ins Weltbild passt, werden Argumente nicht gehört, egal wie gut sie sind (ja, es gibt auch schlechte Argumente, die nicht gehört werden – aber nicht alle Argumente von „Impfskeptikern“ sind ausnahmslos schlecht).

Zweitens: wir leben in einer Gesellschaft, die Risikovermeidung zu ihrem Fetisch gemacht hat. Die Vermeidung eines gefühlten Risikos rechtfertigt jede noch so bescheuerte Bevormundung.

Beide Punkte lassen für „mein“ Thema, das Thema dieses Blogs, nichts Gutes erahnen.

Es wäre vermutlich völlig egal, ob es irgendwann eine Studie gibt, die wissenschaftlich fundiert und „unumstößlich“ belegt, dass willentlich einvernehmliche Sexualkontakte für Kinder unschädlich sind. Das Ergebnis würde einfach ignoriert werden, so wie die Baurmann-Studie erst ignoriert und dann sogar „einkassiert“ wurde, weil sie nicht zum vorherrschenden Weltbild passte.

Ein anderes Beispiel dazu ist die Meta-Studie von Rind, Tromovitch und Bauserman aus dem Jahr 1998. Die Wissenschaftler kamen bei der Auswertung von 59 wissenschaftlichen Studien zu dem Ergebnis, dass der durch sexuellen Missbrauch von Kindern verursachte Schaden nicht unbedingt intensiv oder allgegenwärtig war.

Die Studie wurde im Psychological Bulletin, der Zeitschrift der APA (amerikanische psychologische Gesellschaft, der mit knapp 130.000 Mitgliedern weltgrößte Psychologenverband) veröffentlicht. Die methodische Korrektheit der Meta-Studie wurde später (nach einer Bitte um unabhängige Überprüfung von Seiten der APA) von der American Association for the Advancement of Science, der weltweit größten wissenschaftlichen Gesellschaft bestätigt.

Genutzt hat es nichts. Das Ergebnis der Meta-Studie wurde als so skandalös empfunden, dass sie von den beiden Kammern des amerikanischen Parlaments (vom Repräsentantenhaus mit 355 zu 0 Stimmen, vom Senat mit 100 zu 0 Stimmen) verurteilt wurde. Das ist ein bis heute einzigartiger Vorgang.

Jedenfalls soweit es die Neuzeit betrifft. Galileo Galilei wurde 1633 von der katholischen Inquisition dazu gezwungen seine Theorien – er hatte das kopernikanische astronomische Modell vertreten – zu widerrufen. Dadurch, dass er seinen Fehlern abgeschworen, sie verflucht und verabscheut hatte, ist der Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen entkommen und wurde nur zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt. Tatsächlich wurde er bis zu seinem Tod im Jahr 1641 unter Hausarrest gestellt.

Was als wahr gilt, muss nicht wahr sein. Das kopernikanische astronomische Modell hat sich durchgesetzt. 1992 wurde Galileo Galilei mit deutlicher Verspätung rehabilitiert. Es soll auch niemand sagen, wir hätten uns seitdem nicht weiterentwickelt. Immerhin hat man Rind, Tromovitch und Bauserman nicht mehr mit dem Scheiterhaufen bedroht.

Die heutigen Dogmen (wie die behauptete Unmöglichkeit von Einvernehmlichkeit aufgrund einer entwicklungspsychologische Unfähigkeit von Kindern zur Einwilligung oder die wie die Seelenmord-Erzählung) sind mindestens so unantastbar, wie damals das geozentrische astronomische Modell.

Auch unter dem Aspekt der Risikofixierung der heutigen Gesellschaft ist ein Sinneswandel kaum vorstellbar. Ob das Risiko real ist, spielt keine Rolle. Es geht um das gefühlte Risiko und das Image der Gefährlichkeit wurde Pädophilen in Jahrzehnten der Hetzkampagnen geradezu auf die Haut geschweißt.

Aktuell reicht ein vorgestelltes Risiko, dass die Nutzung einer Sexpuppe mit kindlichem Erscheinungsbild einen Pädophilen vielleicht animieren könnte, mehr zu wollen und einem Kind gegenüber übergriffig zu werden, ohne jeden Beleg für diese These aus, um Pädophilen scheinbar legitim eine der letzten Kompensationsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Sexualität mit Androhung einer Freiheitsstrafe weg zu nehmen.

Vor fast drei Jahren habe ich einen bemerkenswerten Artikel in der FAZ gefunden und weggespeichert, um ihn irgendwann einmal in einem Artikel zu verwerten:

Es gibt epochale Revolutionen in der Wissenschaft, die auf fatale Weise unbemerkt bleiben, und es könnte sein, dass uns dies auch aktuell gerade widerfährt. Wie tragisch solche Fälle sein können, dokumentiert eine Entdeckung von Antoni van Leeuwenhoek aus den Frühzeiten der Mikroskopie. Schon am 17. September 1683 fertigte er Zeichnungen von Mikroben an. Obwohl damals durchaus bereits Theorien einer Verbreitung von Krankheiten von Mensch zu Mensch vorlagen, dauerte es nicht weniger als zweihundert Jahre, bis man die entscheidenden Schlussfolgerungen zog. Als Joseph Lister 1867 die Hypothese aufstellte, die hohe Sterberate nach Operationen werde durch Infektionen verursacht, war dies noch ein Schenkelklopfer der Zunft. Man wusch sich nicht vor, sondern nach Operationen die Hände. John Hughes Bennett, ein führender Mediziner der Zeit, meinte dazu: „Wo sind diese kleinen Biester? Zeigen Sie sie uns, und wir werden daran glauben. Hat sie bisher schon irgendwer gesehen?“

Man sah es also, aber man verstand es nicht.

Zweihundert verschwendete Jahre mit unzähligen vermeidbaren Toten!

Das kann einen traurig machen. Es kann einem die Hoffnung nehmen. Wenn sich niemand für die Wahrheit interessiert, ist die Anstrengungen und das Bemühen um die Wahrheit dann nicht sinnlos?

Man sieht es, aber man versteht es nicht, weil man es nicht verstehen will:

Eine Besonderheit gibt es noch, wenn es um pädophile Täterstrukturen geht: Die sexuelle Gewalt ist dort eingebunden in ein Fürsorgeverhalten. Da geht es oft um Kinder, die vorher schon einen großen Mangel an elterlicher Zuwendung erlebt haben. Dann kommt zum Beispiel ein Stiefvater und gibt dem Kind, was es eigentlich braucht: Liebe, Zuwendung und Zeit. Danach hat der Täter leichtes Spiel (…)

Interview mit dem Psychologen Martin Janning

Höchstwahrscheinlich ist er sich zunächst nicht bewusst, dass er ein Opfer ist. Manche Opfer sind einfach bereit, Sex gegen Aufmerksamkeit, Zuneigung und Geschenke einzutauschen und glauben nicht, dass sie Opfer sind. Der Sex selbst kann sogar genossen werden. Der Täter behandelt sie vielleicht besser, als sie sonst jemals von jemandem behandelt wurden.

„Child Molesters: A Behavioral Analysis – For Professionals Investigating the Sexual Exploitation of Children“
von Kenneth V. Lanning, Seite 75.(eigene Übersetzung)

(Ein ganz wichtiger prognostischer Faktor, der etwas darüber aussagt, ob sein ein Kind gut eintwickelt oder schwierig wird ist) „One caring person“. Das ist eine Person, idealerweise eine erwachsene, bei der das Kind das Gefühl hat, dieser Mensch interessiert sich für mich, diesem Menschen bin ich wirklich ein Anliegen. Das kann ein Elternteil sein oder ein Großelternteil, das kann jemand in einer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft sein, eine Tante oder ein Onkel. Es ist dabei überhaupt nicht wichtig, ob das ein Mann oder eine Frau ist.

Interview mit dem Kinderpsychiater Paulus Hochgatterer

Glaubt man nun den ‚Fall‘-Geschichten, die von den Propagandisten pädophiler Beziehungen präsentiert werden, dann scheint es kaum Belege für negative ‚Nebenwirkungen‘ zu geben. Im Gegenteil: Alles scheint für derartige Beziehungen zu sprechen.(…) Muß man nicht einen Mann verteidigen, der sich um einen emotional vernachlässigten und sozial isolierten Jungen liebevoll kümmert? (…) wenn zudem, was durchaus glaubwürdig klingt, das Sexuelle von den betroffenen Jungen oft noch positiv geschildert wird? (…) Dieses Argumentationsmuster beschreibt eine der typischen Rationalisierungen in der Pädophiliediskussion. (…) Gerade weil ich aus prinzipiellen Gründen genital-sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern als Herrschaftsverhältnis ablehne, habe ich Schwierigkeiten, Erfahrungen einzuordnen, die für das Gegenteil einer Herrschaftsbeziehung zu stehen scheinen.

Günter Amendt, Nur die Sau rauslassen?, in: konkret. Sexualität, H. 2 (1980), S. 23–30

Zuneigung, Liebe und körperliche Anziehung aktivieren typischerweise zum prosozialen Einsatz für den anderen Menschen. Bei Pädophile erfolgt eine Umdeutung von Fürsorge und Hinwendung zu Herrschaft und Missbrauch. Prosoziales Verhalten wird aus prinzipiellen Gründen antisozial gedeutet. Unter dem Einfluss von Dogma und Glauben ist nicht mehr relevant, was man sieht, sondern das, was man „dahinter“ erkennen will.

Es gibt (erschreckend viele) Eltern, die ihre Kinder misshandeln, die sie körperlich vernachlässigen oder emotional missbrauchen. Trotzdem ist aber nicht das typische Bild, das wir von Eltern haben. Eltern haben einen Vertrauensvorschuss. Die Gesellschaft unterstellt, dass den Eltern das Wohl des Kindes in aller Regel mehr am Herzen liegt als irgendeiner anderen Person oder Institution. Weil sie ihre Kinder lieben. Bei allen Unzulänglichkeiten und Fehlern, bekommen die meisten Eltern das auch tatsächlich „hinreichend gut“ hin. Schlechte, nicht mehr „hinreichend gute“ Eltern gibt es, aber sie sind die Ausnahme.

Es gibt Pädophile / Hebephile, die Kindern sexuell motiviert missbrauchen. Aber das ist nicht mein Bild von einem typischen Pädophilen / Hebephilen. Bei allen individuellen Schwächen und Fehlern, die der Mensch mitbringt: auch eine körperliche Anziehung will nicht den Schaden des anderen, sondern will sich binden und dem anderen gut tun. Sie will nicht missbrauchen, sondern sucht Einvernehmen.

Ich bin davon überzeugt, dass nur ein ganz geringer Bruchteil der Beziehungen einen missbräuchlichen Charakter hätte, wenn man willentlich einvernehmliche Beziehungen zulassen würde. Und: wenn diese Beziehungen nicht versteckt werden müssen, würden Beziehungen, die einen missbräuchlichen Charakter haben, viel schneller auffallen. Ich gehe mit großer Sicherheit davon aus, dass sich die allermeisten Pädophilen / Hebephilen in der Realität als „hinreichend gut“ herausstellen würden. In der öffentlichen Darstellung wird die Ausnahme des schlechten, nicht mehr „hinreichend guten“ Pädophilen als Regelfall hingestellt und ins Monströse überzeichnet. Im Ergebnis gelten Pädophile automatisch als für Kinder gefährlich. Sie sind mit einem geradezu unüberwindlichen Misstrauensvorschuss konfrontiert.

Damit stellt sich der Umgang mit Pädophilie für mich als strukturelle Gewalt dar. Die offizielle Definition dazu:

Strukturelle Gewalt ist die vermeidbare Beeinträchtigung grundlegender menschlicher Bedürfnisse oder, allgemeiner ausgedrückt, des Lebens, die den realen Grad der Bedürfnisbefriedigung unter das herabsetzt, was potentiell möglich ist.

Diese strukturelle Gewalt trifft nicht etwa nur die Pädophilen / Hebephilen, die diskriminiert, geächtet, stigmatisiert werden und die sexuell und emotional unerfüllt bleiben, ohne dass dies notwendig wäre, sondern auch Kinder, denen dadurch eine „caring person“ fehlt, die biologisch, von Mutter Natur veranlasst, bereitwillig Aufmerksamkeit, Fürsorge und Hinwendung zu geben bereit wäre.

Die Corona-Epedemie und der gesellschaftliche Umgang mit ihr hat mich in Hinblick auf das Thema Pädophilie / Hebephilie sehr ernüchtert und auch entmutigt. Im Grunde scheint da nichts zu machen zu sein.

Der Grund dafür ist vor allem die Deutungsmacht der Überzeugungstäter, die mit gutem Gewissen für die vermeintlich gute Sache lügen. Wenn etwa Fr. Ursula von der Leyen im Jahr 2008 (damals Familienministerin, heute Präsidentin der Europäischen Kommission) eine angebliche (in Wirklichkeit nicht existente) milliardenschwere Kinderpornoindustrie ins Feld führte, um eine Netzzensur durchzusetzen, tat sie das nicht aus Bösartigkeit. Sie hat aus rechtschaffener Überzeugung gehandelt.

Ähnliches gilt für Protagonisten wie Ursula Enders, wenn sie behauptet bei Wirklichkeit gehe es bei Pädophilie gehe es um schlimmste Formen der Unterwerfung und Folter, oder Alice Schwarzer, wenn sie Gewalt an sich als für Männer lustvoll besetzt darstellt und behauptet „so manchem Mann“ gehe es nur um „Domination, Demütigung und Gewaltausübung. Sie wollen erniedrigen, foltern, ficken.“

Auch Menschen wie David Finkelhor (Erfinder des „informed consent“), Prof. Beier von „Kein Täter werden“, NRW Innenminister Herbert Reul oder Johannes-Wilhelm Rörig (Unabhängiger Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs) halte ich für wohlmeinende Überzeugungstäter, die lügen und die Wirklichkeit verzerren, weil sie entweder glauben, was sie sagen, oder doch zumindest glauben, mit dem, was sie sagen, einem guten Zweck zu dienen.

Wie soll man gegen diese extrem einflussreichen, von ihrer Sache überzeugten Hassprediger, ihre Anhänger und Nacheiferer ankommen? Im Grunde ist es hoffnungslos.

Aber: irgendwann hat man die Welt der Mikroben eben doch (wieder)entdeckt und begonnen sie zu verstehen. Und nicht jede Erkenntnis braucht zweihundert Jahre, um sich durchzusetzen.

Es ist wie mit dem Berg, den es zu versetzen gilt. Einer alleine schafft es nicht. Die Aufgabe scheint unmöglich. Aber trotzdem wurden schon Berge versetzt und werden auch in Zukunft Berge versetzt werden.

Vielleicht muss man sich einfach von der Vorstellung verabschieden, dass man selbst mehr als ein Schubkarrenladung zum Werk beitragen kann.

Ehrendelikt „Täterschützer“

Hetze erschöpft sich nicht in Hassrede gegen das Ziel. Es gehört zur Strategie, den Gehetzten zu isolieren und dafür zu sorgen, dass ihm niemand beisteht.

Pädophilie wird hetzerisch mit Kindesmissbrauch gleichgesetzt. Pädophile werden als charakterlich verdorben hingestellt. Menschen, die sich gegen diese Hetze wenden werden wahlweise als dumm, naiv oder moralisch schlecht hingestellt. Hilfe für unschuldig Verfolgte wird zum Ehrendelikt, das zum Ausschluss aus der Gemeinschaft führen kann.

Es geht darum, das Opfer der Verfolgung unberührbar, Gegenrede unsagbar und Hilfe unmöglich zu machen. Wer sich für pädophile Menschen einsetzt, muss damit rechnen, als Pädophilie-Versteher, Täterschützer oder Verharmloser an den Pranger gestellt, auf diese Weise seinerseits stigmatisiert zu werden und sozialen und wirtschaftlichen Schaden zu erleiden.

In den USA ist das Meinungsklima noch extremer als in Deutschland. Ein dortiger Vorfall hat es gerade sogar bis in die deutschen Medien geschafft. Aus der Berichterstattung von RTL News:

Professor findet es nicht unmoralisch, wenn sich jemand von Kindern angezogen fühlt

Virginia: Professor Allyn Walker nach umstrittenen Äußerungen beurlaubt

Diese Aussage sorgt erst einmal für Kopfschütteln: Es sei für Erwachsene nicht immer unmoralisch, sich sexuell zu Kindern hingezogen zu fühlen. Das meint Professor Allyn Walker von der Old Dominion University in Virginia, wie die Zeitung „Metro“ berichtet. Denn laut Walker, sage die Etikettierung einer Person anhand ihrer sexuellen Wünsche nichts über ihre Moral aus. Die Uni beurlaubte die Lehrkraft wegen dieser Aussagen.

Allyn Walker: Keine Moral oder Unmoral mit der Anziehung zu jemandem.

Walker, Assistenzprofessor für Soziologie und Strafjustiz an der Old Dominion University in Virginia, äußerte diese Meinung in einem Interview mit der Prostasia Foundation, einer Kinderschutzorganisation mit Sitz in San Francisco.

Seiner Meinung nach sollten Pädophile auch lieber mit dem Begriff „von Minderjährigen angezogen“ bezeichnet werden. Dadurch seien Betroffene weniger gebrandmarkt. „Aus meiner Sicht gibt es keine Moral oder Unmoral, die mit der Anziehung zu jemandem verbunden ist, weil niemand kontrollieren kann, zu wem er sich hingezogen fühlt“, sagte Walker. „Es ist unser Verhalten, auf diese Anziehungskraft zu reagieren, das entweder in Ordnung ist oder nicht in Ordnung ist.“ Bedeutet also im Klartext: Kinder attraktiv finden an sich ist nicht unmoralisch. Die Frage ist, ob man diesen Neigungen nachgibt oder nicht.

Viel Kritik an Allyn Walkers Aussagen

Laut dem „Metro“-Bericht soll Professor Allyn Walker viel Kritik für diese Aussagen bekommen. So habe der Arbeitgeber, die Old Dominion University in Virginia, mitgeteilt, dass Walker beurlaubt sei. „Die Reaktionen auf Dr. Walkers Forschung und Buch haben zu Bedenken hinsichtlich ihrer Sicherheit und der des Campus geführt. Darüber hinaus hat die Kontroverse über die Forschung von Dr. Walker das Campus- und Gemeinschaftsumfeld gestört und die Mission der Institution, zu lehren und zu lernen, beeinträchtigt“, heißt es in einer Erklärung.

Auch viele Internetuser hätten Walkers Aussagen laut „Metro“ als Versuch kritisiert, Pädophilie zu „normalisieren“. Zu den Vorwürfen äußerte sich Walker in einer gemeinsamen Erklärung mit der Universität: „Ich möchte klarstellen: Sexueller Missbrauch von Kindern ist ein unentschuldbares Verbrechen“, so Walker. „Als Assistenzprofessor für Soziologie und Strafjustiz ist es das Ziel meiner Forschung, Kriminalität zu verhindern.“ (jmu)

Was mit Professor Walker in den USA zur Zeit passiert, kommt einer sozialen Hinrichtung gleich. Er wird in den Medien wie dem nationalen Nachrichtensender Fox News öffentlich zerlegt.

Der Rektor der Universität schreibt in seinem Statement, in dem er die Beurlaubung des Professors mitteil::

Viele Personen haben mit mir die Ansicht geteilt, dass der Ausdruck „von Minderjährigen angezogen“ unangemessen ist und nicht als Euphemismus für gesetzeswidriges, moralisch inakzeptables und zutiefst schädliches Verhalten verwendet werden sollte. Es ist wichtig, Pädophilie als das zu benennen, was sie ist. Als Vater beunruhigt mich dieses Narrativ und seine möglichen Folgen für meine Kinder und die künftiger Generationen.

Es ging in den „kontroversen“ Äußerungen von Allyn Walker nicht um ein Verhalten, sondern um die Neigung an sich. Es ist eine Neigung, die sich niemand ausgesucht hat. Ich finde es unwürdig und beschämend, wenn der Rektor einer Universität in seiner Einordnung Verhalten und Neigung verwechselt. Von jemandem angezogen zu sein ist kein Verhalten und kann deshalb auch kein Euphemismus für ein Verhalten sein.

Der Rektor dürfte intelligent genug sein, um das zu wissen. Es handelt sich also ein Wegducken bzw. um moralisches Versagen. Der Professor, der sich zu weit vorgewagt hat und an dem vom Mob ein Exempel statuiert wird, wird fallen gelassen. Vermutlich will der Rektor vor allem nicht selbst das nächste Opfer des Mobs werden. Das ist nachvollziehbar, hat aber schwerwiegende Folgen. Man lässt zu, dass Walker vom Mob gefressen wird und damit zum abschreckenden Beispiel wird. Wer vorher darüber nachgedacht hat, seine Stimme zu erheben, wird sich das nun dreimal überlegen – und es höchstwahrscheinlich aus Selbstschutzgründen bleiben lassen.

In einem drei Tage zuvor erschienenen Statement der Universität hieß es:

Eine akademische Gemeinschaft spielt eine wertvolle Rolle bei der Suche nach Wissen. Ein wesentlicher Teil davon ist die Bereitschaft, wissenschaftliche und andere empirische Daten zu berücksichtigen, die kontroverse Themen und Perspektiven beinhalten können. Nach einem kürzlich geführten Interview, das nationale Aufmerksamkeit erregte, hat Dr. Allyn Walker die folgende Erklärung veröffentlicht.

„Ich möchte klarstellen: Sexueller Missbrauch von Kindern ist ein moralisch falsches und unentschuldbares Verbrechen. Als Assistenzprofessorin für Soziologie und Strafjustiz ist das Ziel meiner Forschung, Kriminalität zu verhindern. Ich begann diese Forschung in der Hoffnung, ein Verständnis für eine Gruppe zu gewinnen, die zuvor nicht untersucht wurde, um Wege zum Schutz von Kindern zu finden.“

Nach den jüngsten Aktivitäten in den sozialen Medien und der direkten Kontaktaufnahme mit der Institution ist es wichtig, mitzuteilen, dass Old Dominion als fürsorgliche und integrative Gemeinschaft keine Verbrechen gegen Kinder oder jede Form krimineller Aktivitäten befürwortet oder fördert.

Auch dieses Statement zeigt ein grundsätzliches Problem auf. Ohne demonstrative Verurteilung von Kindesmissbrauch, darf man sich mit Pädophilie nicht beschäftigen.

Das ist etwa so als wäre für die Beschäftigung mit Heterosexualität eine demonstrative Verurteilung von Frauenvergewaltigung gefordert. Was bei Heterosexualität als absurd angesehen werden würde, wird bei Pädophilie zwingend vorausgesetzt.

Wer sich mit Pädophilen beschäftigt und sich darum bemüht etwas gegen ihre Stigmatisierung zu tun, darf dies auch keinesfalls für die Pädophilen selbst tun, sondern muss sein Engagement als Kinderschutz-Maßnahme erklären und entschuldigen, damit es potentiell akzeptabel wird. Für Pädophile um der Pädophilen willen, darf man nichts tun.

Das Buch von Allyn Walker, das die Kontroverse ausgelöst hat heißt: „Ein langer dunkler Schatten: Von Minderjährigen angezogene Menschen und ihr Streben nach Würde“.

Er hätte es besser wissen können. Wenn „unwürdige“ Menschen wie Pädophile nach Würde streben, erregt das eben Missfallen. Dabei heißt es in der für US-Amerikaner geradezu heiligen amerikanischen Verfassung:

Wir halten diese Wahrheiten für selbstverständlich, dass alle Menschen gleich geschaffen sind, dass sie von ihrem Schöpfer mit bestimmten unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind, darunter Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.

Wenn schon das Streben nach Würde so einen Aufschrei auslöst, was würde erst passieren, wenn sich ein Pädophiler erdreisten würde, nach Glück zu streben?

Wie es aussieht, hat in den USA ein Pädophiler Kraft seiner angeborenen Neigung den Anspruch auf ein Streben nach Glück verwirkt. Was für andere Menschen selbstverständlich ist, darf für Pädophile nicht gelten.

Ähnliche Phänomene gibt es aber auch in Deutschland. Das zeigt sich bereits in der Berichterstattung über den Fall aus den USA:

Diese Aussage sorgt erst einmal für Kopfschütteln: Es sei für Erwachsene nicht immer unmoralisch, sich sexuell zu Kindern hingezogen zu fühlen.

Wie ist es in einer aufklärten Gesellschaft überhaupt möglich, zu glauben, dass eine Neigung – egal welche – unmoralisch ist? Wenn man eine sexuelle Neigung für unmoralisch befindet, kann man genauso gut die Hautfarbe, die Augenfarbe, die Haarfrage, die Händigkeit eines Menschen als unmoralisch ansehen. Moralisch zu bewerten, was ein anderer sich nicht ausgesucht hat, ist verwerflich. Bei Rothaarigen, Linkshändern, ethnischer Herkunft, Homosexualität oder Transsexualität weiß man das inzwischen hierzulande. Und empört sich über die Verfolgung von Schwulen im Iran, Rohingya in Myanmar, Schwarzen in den USA oder von Menschen mit Albinismus in Afrika. Aber die Art und Weise wie Pädophile im eigenen Land behandelt werden, hält man für völlig normal.

Vor kurzem erschien etwa das SWR2 Feature „Pädophilie – Erkennen, therapieren, unterdrücken„. Das Elend fängt schon beim Titel an. „Pädophilie unterdrücken“ lässt mich sofort an „Pädophile unterdrücken“ denken.

Recht früh gibt es eine Art Disclaimer des Autors, Herrn Schwandner:

Das ist das Gefährliche an dieser Neigung. Sie kann zu Taten führen, unter denen das Kind ein Leben lang leidet. Wir wollen in diesem SWR2 Wissen nicht verharmlosen, nicht für Sympathie mit pädophilen Menschen werben. Und schon gar nicht für Verständnis mit all jenen, die in der realen und in der digitalen Welt strafbare sexuelle Vorlieben und Macht-Fantasien ausleben. Dazu zählt nicht nur der Missbrauch eines Kindes, sondern auch der Konsum von Missbrauchsabbildungen, sogenannte Kinderpornografie. Die Anzahl beider Straftaten ist gestiegen. Die Zahl der Straftaten wegen Kinderpornografie im Jahr 2020 sogar aufs eineinhalbfache gegenüber 2019. Wir wollen aber auch nicht jene verurteilen, die sich in Therapie begeben und sicherstellen wollen, dass sie niemals ein Kind missbrauchen.

Also bloß keine Sympathie mit pädophilen Menschen wecken, weil das ja Verharmlosung wäre und man dann vielleicht in die Täterschützer-Schublade gesteckt wird.

„Strafbare sexuelle Vorlieben“? So etwas gibt es überhaupt nicht. Strafbar sind nicht Vorlieben, sondern Handlungen. Die Strafbarkeit einer Neigung wäre in Deutschland verfassungswidrig. Der SWR ist ein öffentlich rechtlicher Sender, der den Vorgaben des Rundfunkstaatsvertrags unterworfen ist:

§ 51 Programmgrundsätze

(1) Für die Rundfunkprogramme gilt die verfassungsmäßige Ordnung. Die Rundfunkprogramme haben die Würde des Menschen sowie die sittlichen, religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen anderer zu achten. Sie sollen die Zusammengehörigkeit im vereinten Deutschland sowie die internationale Verständigung fördern und auf ein diskriminierungsfreies Miteinander hinwirken. Die Vorschriften der allgemeinen Gesetze und die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der persönlichen Ehre sind einzuhalten.

Der Beitrag hat diese Programmgrundsätze verfehlt, wenn er eine Neigung als „strafbar“ bezeichnet und dadurch Menschen mit dieser Neigung kriminalisiert und in ihrer Menschenwürde verletzt.

Kurz zuvor erfährt man im Feature, dass es 250.000 kernpädophile Männer in Deutschland gibt. Etwas später, dass sich 1.000 Menschen bei „Kein Täter werden“ in eine Therapie begeben haben und davon etwa ein Drittel bis die Hälfte kernpädophil sind. Was ist also die Konsequenz? Von den 250.000 pädophilen Menschen verdienen es 300 bis 500 (0,12 bis 0,2%) nicht, verurteilt zu werden. Im Umkehrschluss verdienen es die restlichen 249.500 (99,8 bis 99,88 %) moralisch verurteilt zu werden.

In dem Feature erfährt man nicht, dass von den 1000 Personen, die sich in Therapie begeben haben, nur etwa 360 das Programm beendet haben (Quelle: Wikipedia, Angaben entsprechen dem Stand 31.03.2018). Es gibt nach der Denkweise des Autors also vielleicht auch nur 120 von 250.000 pädophilen Männern, die es nicht verdient haben, verurteilt zu werden.

Ich halte diese Verurteilung für asozial.

Es gibt massenweise Pädophile, die niemals in ihrem Leben wegen eines Kontaktdelikts straffällig werden. Die allerwenigsten haben dafür eine Therapie benötigt.

Der Autor des Features meint: „Der Wunsch nach einer Beziehung mit einem Kind muss unterdrückt werden. Ständig. Immer wieder. Tag für Tag“ und „Das ist das Gefährliche an dieser Neigung. Sie kann zu Taten führen, unter denen das Kind ein Leben lang leidet.“

Da ist er wieder, der Pädophile als wandelnde, Kinderseelen zerfetzende Handgranate. Diskriminierungsfreies Miteinander? Nur, wenn man nicht das Pech hat, pädophil zu sein.

Für mich ist der Wunsch nach einer Beziehung mit einem Kind definitiv vorhanden. Ich gehe auch nicht davon aus, dass er je ganz verschwindet. Ich sehne mich nach meinem „Thomas-Mann-Moment“:

Las lange in alten Tagebüchern aus der Klaus-Heuser-Zeit, da ich ein glücklicher Liebhaber. Das Schönste und Rührendste der Abschied in München, als ich zum erstenmal ‚den Sprung ins Traumhafte‘ tat und seine Schläfe an meine lehnte. Nun ja – gelebt und geliebet. Schwarze Augen, die Tränen vergossen für mich, geliebte Lippen, die ich küßte – es war da, auch ich hatte es, ich werd es mir sagen können, wenn ich sterbe.

Notiz in Manns Tagebuch vom 20. Februar 1942 (siehe Zeit-Artikel „Doppelleben eines Einzelgängers“)

Tagtäglich mühselig unterdrücken muss ich den Beziehungswunsch deshalb nicht. Ich muss mich aber durchaus immer mal wieder damit auseinandersetzen – wie z.B. in den Artikeln „Was aussieht wie Liebe, ist wahrscheinlich Liebe“ oder „Geschichten des Scheiterns“ geschehen.

Ich habe schon viele Menschen- und Bürgerrechtsorganisationen angeschrieben (siehe „Not sehen … und dann?„). Resonanz gab es kaum. Es gab aber auch durchaus einzelne Rückmeldungen, bei denen Verständnis für die Lage von Pädophilen geäußert wurde – und in denen man sich dann entschuldigte, dass man „aufgrund vergangener Erfahrungen“ oder aus Angst vor dem Verlust von Spendern nichts machen könne.

Es ist nicht so, dass das Problem – die Diskriminierung und Stigmatisierung von 250.000 Pädophilen und einer vermutlich noch größeren Zahl von Hebephilen – nicht vermittelbar wäre. Das Problem ist, dass es kaum zu schaffen ist, dass sich die Menschen für das, was sie als richtig erkennen, dann auch einsetzen.

Die Angst vor negativen Konsequenzen ist einfach zu groß. Selbst Menschen, die sonst mutig sind, sind eingeschüchtert, wenn es um das Thema Pädophilie geht.

Das Ganze erinnert an die USA der McCarthy-Ära. Wer einmal mit einem Kommunisten gesprochen hat, steht bereits unter Verdacht selbst einer zu sein und hat durch den Kontakt Schuld auf sich geladen. Vielleicht, aber nur vielleicht kann man sich dann durch demonstrativen Anti-Kommunismus (rituelle Distanzierung von Pädophilie, die man auf keinen Fall verharmlosen will; Verdammung von Kindesmissbrauch) noch reinwaschen. Besser man gerät erst gar nicht unter Verdacht.

Die Folge ist, dass die Jäger freie Hand für ihre Hetzjagd haben.

Ich kann die Mechanismen dahinter nur beschreiben und die perfide, bisher erfolgreiche Strategie offen legen. Eine Mail schicken, die nächste Mail schicken und dann eine weitere. Und hoffen, dass auch andere versuchen, die tief sitzende Kontaktschuld-Angst der in anderen Dingen Mutigen zu durchbrechen. Nur wenn uns das nachhaltig gelingt, gibt es eine Chance auf Veränderung.

Pädophilie als Virus – „Präventionspapst“ am Rande der Volksverhetzung

Im August 2021 erschien in der Mitgliederzeitschrift der Australischen Psychologischen Gesellschaft (APS) eine Sonderausgabe mit Fokus zum Thema Kindesmissbrauch. Die APS ist die größte Berufsvereinigung von Psychologen in Australien und hat 27.000 Mitglieder. 60 Prozent aller in Australien registrierten Psychologen sind Mitglieder der APS.

Als erster „Highlight“-Artikel ist ein Beitrag von Prof. Dr. Klaus M. Beier vom Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité in Berlin aufgeführt. Als Mitautoren werden Maximilian von Heyden und Isabel Schilg genannt. Prof. Dr. Klaus M. Beier ist der Direktor des Instituts. Er ist ein Mitbegründer des Präventionsprojekts Dunkelfeld, das auch als „Kein Täter werden“ bekannt ist und dessen Netzwerksprecher. Er wurde für sein sein Engagement in der „verursacherbezogenen Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs“ mit dem Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Der Beitrag von Prof. Dr. Beier lautet „Child sexual abuse as a global challenge“ (Kindesmissbrauch als globale Herausforderung). Im Artikel beleuchtet er das Phänomen Kindesmissbrauch unter dem Narrativ einer Pandemie und stellt als Fallstudie den Deutschen Präventionsansatz „Kein Täter werden“ und das Projekt „Du träumst von ihnen“ für Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren vor.

Der Inhalt des Artikels war für mich ziemlich schockierend.

Ich habe deshalb ein Mail an die im Artikel für den Autor angegebene Kontaktadresse (klaus.beier@charite.de) gesendet und um Stellungnahme zu den Punkten meiner Mail gebeten. Das war am 09. September. Da ich noch keine Reaktion erhalten habe und auch nicht mehr davon ausgehe, eine zu erhalten, veröffentliche ich hier nun die Mail an Herrn Prof. Dr. Baier mit meinen Kritikpunkten als offenen Brief.

Aus meiner Sicht sind dort Punkte enthalten, die so schwerwiegend sind, dass sie geeignet sind, die Glaubwürdigkeit von Prof. Dr. Beier als Ansprechpartner pädophiler Personen und als wichtige handelnde, in relevante Entscheidungsprozesse eingebundene Person im Zusammenhang mit dem Thema Pädophilie nachhaltig zu erschüttern.

Ich habe die in der Originalmail zitierten Passagen des englischen Originaltexts für diesen Blogeintrag ins Deutsche übersetzt. Für im Text erwähnte Studien habe ich teils noch Links auf die jeweilige Studie gesetzt, um meinen Lesern den Zugang zu erleichtern.

Bei den im Mail (und im Beier-Artikel) verwendeten Begriffen CSA und CSAM handelt es sich um in der wissenschaftlichen Literatur gebräuchliche Abkürzungen für Kindesmissbrauch (CSA = child sexual abuse) und Kindesmissbrauchsmaterial bzw. Kinderpornographie (CSAM = child sexual abuse material).

Hier nun die Mail.

Ich glaube das es wichtig wäre, wenn sich die Verantwortlichen und andere Menschen, die sich mit den Themenfeldern Pädophilie, Missbrauch, Prävention und/oder Menschenrechte befassen, mit der darin geäußerten Sachkritik inhaltlich auseinandersetzen. Nur weil Herr Prof. Dr. Baier die sachliche Auseinandersetzung zur Zeit scheut, muss es nicht dabei bleiben und es gibt selbstverständlich auch andere Personen, die die Diskussion voranbringen können.


Sehr geehrter Hr. Prof. Dr. Beier,

ich habe gerade Ihren Artikel „Child sexual abuse as a global challenge“ gelesen. Er enthält einiges, was ich hochproblematisch finde. Da ist zunächst der Aufhänger, COV19 als Pandemie.

Sie begründen Ihren Vergleich in der Einleitung wie folgt:

Der Begriff „Pandemie“ (vom altgriechischen „pan“ für total, umfassend, alles und „demos“ für Menschen) ist einer, mit dem wir alle im vergangenen Jahr aufgrund der Verbreitung von COVID-19 vertraut geworden sind. Der Begriff bezeichnet eine weltweit verbreitete Krankheit und wird allgemein als Infektionskrankheit verstanden. Die Vertrautheit der Öffentlichkeit mit dem Begriff im Zuge der COVID-19-Pandemie bietet die Möglichkeit, den sexuellen Missbrauch von Kindern (CSA) und die Verwendung von Material zum sexuellen Missbrauch von Kindern (CSAM) in ähnlicher Weise neu zu konzipieren. Auch hier handelt es sich um ein weltweit so verbreitetes Gesundheitsproblem, dass es wohl das Niveau einer Pandemie erreicht hat.

Schaut man in die Wikipedia-Definition zu Pandemie, dann steht dort:

Pandemie (von altgriechisch πανpan ‚gesamt, umfassend, alles’ und δῆμοςdēmos ‚Volk‘) bezeichnet eine „neu, aber zeitlich begrenzt in Erscheinung tretende, weltweite starke Ausbreitung einer Infektionskrankheit mit hohen Erkrankungszahlen und i. d. R. auch mit schweren Krankheitsverläufen.“

Ich denke man kann Kindesmissbrauch kaum als neues Phänomen bezeichnen. Es gab ihn vor 5 Jahren, vor 10 Jahren, vor 50, 100, 500, 1.000, vor 2.000 Jahren und vermutlich so lange es Menschen gibt.

Kindesmissbrauch ist auch keine Infektionskrankheit. Eine entscheidende Ähnlichkeit, die fehlt ist, dass Kindesmissbrauch nicht ansteckend ist. Wäre dies der Fall, so müsste es ein Analogum zum „R-Wert“ geben. Dann könnte man versuchen den R-Wert unter 1 zu drücken und dadurch die Ansteckungskrankheit Kindesmissbrauch auszurotten.

So etwas gibt es aber nicht. Der persönliche Kontakt mit einem Missbrauchstäter macht einen Menschen nicht zum Täter. Auch das Opfer eines Missbrauchs wird durch den Missbrauch nicht selbst zum Missbrauchstäter. Das Risiko eines Missbrauchsopfers selbst Missbrauchstäter zu werden, ist gegenüber der Normalbevölkerung geringfügig höher. Ein signifikanter kausaler Zusammenhang existiert nicht. Es kann auch nicht sinnvoll sein, dass im Kern irreführende und stigmatisierende Narrativ, dass Missbrauchsopfers selbst Missbrauchstäter werden, noch zu befeuern.

Wenn von Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung bei COV19 die Rede ist, ist in einer seriösen Darstellung in der einen oder anderen Weise immer auch das Thema Grundrechte präsent. Man kann, was die Angemessenheit oder Unangemessenheit angeht, zu unterschiedlichen Bewertungen kommen, aber die Einschränkung von Grundrechten komplett unter den Teppich zu kehren und mögliche Folgen mit keinem Wort zu erwähnen ist nicht legitim. Vorliegend betrifft dies vor allem Fragen des Datenschutzes. Gerade in einer zunehmend moralisch aufgeladenen Zeit (Cancel Culture, Wokeness) kann es hochproblematisch werden, wenn Datenschutz ausgehebelt wird. Die Vorstellung, dass ja nur die „Guten“ an die Daten kommen, ist naiv und wird von der Realität regelmäßig widerlegt. Geheimdienste und Hacker sind auf nichts so scharf wie auf Daten. Diese Grundrechte-Thematik fehlt in ihrer Darstellung völlig.

Ebenso fehlt jede Betrachtung der Kosten der Pandemie-Bekämpfung. Präventionsmaßnahmen in den Schulen haben dazu geführt, dass im April 2020 weltweit geschätzt 1,3 Milliarden Kinder nicht zur Schule gegangen sind. In Deutschland hat sich die Zahl der Schulabbrecher verdoppelt. Betroffen sind zwei Jahrgänge. Das sind 210.000 zusätzliche Menschen, deren Bildungsweg unterbrochen ist und die lebenslang Konsequenzen daraus haben werden. Da es eine extrem geringe Hospitalisierungsrate unter Kindern gibt, wurden Lasten der Pandemie-Bekämpfung auf Kinder abgewälzt. Ob das die richtige Entscheidung war, darf legitim in Frage gestellt werden, zumal die Grenzen der Belastbarkeit des Gesundheitssystems in Deutschland nie erreicht wurden. Wirklich wissen kann man es nicht.

Je nachdem welche Maßnahmen man im Namen des absoluten Ziels der „Pandemie“-Bekämpfung von CSA durchdrückt, können auch hier ganz erhebliche Kosten anfallen, die den Nutzen durchaus auch übersteigen könnten.

Aus meiner Sicht besonders problematisch an ihrem Bild der Pandemiebekämpfung ist ihre Gleichsetzung von Pädophilen mit Krankheitserregern.

Es ist seit langem anerkannt, dass wir lernen müssen, „mit dem Virus zu leben“. Dies gilt auch für die Pädophilie als sexuelle Ansprechbarkeit auf das kindliche Körperschema, die im Diagnosehandbuch der Weltgesundheitsorganisation als Störung eingestuft wird (ICD-11: „pädophile Störung“) und auf die nicht nur ein erheblicher Teil der sexuellen Missbrauchshandlungen, sondern auch ein erheblicher Teil der Nutzung von Missbrauchsbildern im Internet zurückzuführen ist.

Sie werden wissen, dass eine pädophile Neigung keine pädophile Störung ist, da eine pädophile Störung ein Leiden unter der Neigung oder eine Fremdgefährdung voraussetzt. Pädophilie, die sexuelle Anziehung zu einem kindlichen Körperschema, ist im Gegensatz zur pädophilen Störung nach ICD-11 keine Krankheit. Pädophilie unter Fehlauslegung der ICD-11 pauschal als Krankheit darzustellen, ist irreführend und stigmatisierend.

Wirklich schlimm wird es aber durch den Vergleich „mit dem Virus leben“ und Pädophilie, denn damit wird Pädophilie und der individuelle Pädophile mit einem Krankheitserreger gleichgesetzt. Eine deutsche historische Persönlichkeit meinte mal:

[Der Jude] ist und bleibt der ewige Parasit, ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Nährboden dazu einlädt. Die Wirkung seines Daseins aber gleicht ebenfalls der von Schmarotzern: wo er auftritt, stirbt das Wirtsvolk nach kürzerer oder längerer Zeit ab.

Es ist mir wirklich unverständlich, wie man als gebildeter Deutscher, der die deutsche Geschichte kennt, irgend einen Menschen oder eine Menschengruppe mit einem Virus vergleichen kann. Ich halte es für möglich, dass diese Äußerung den Tatbestand der Volksverhetzung überschreitet.

Damit eine Äußerung nach §130 strafbar ist, muss sie die Menschenwürde anderer angreifen. Ein solcher Angriff ist nach ständiger Rechtsprechung stets gegeben, wenn der Täter sich mit der NS-Rassenideologie identifiziert oder wenn die Äußerung damit im affirmativen Zusammenhang steht. Das ist unzweifelhaft gegeben, wenn Angehörige bestimmter Bevölkerungsgruppen mit Tieren gleichgesetzt werden oder als Dreck, Unrat, Ungeziefer usw. geschmäht werden. Auch die Forderung, Mitglieder einer Gruppe der Bevölkerung wegen ihres So-Seins zu entfernen („Ausländer raus!“), kann die Menschenwürde verletzen. .

Fischer, Kommentar zum Strafgesetzbuch, S. 1010, Randnummer 12/12a

Pädophilie erscheint in Ihrem Artikel als das Virus, dass CSA auslöst. Pädophile werden damit im Sinne einer notwendigen Pandemie-Bekämpfung, die alles rechtfertigt (Grundrechte werden ja nicht weiter erwähnt und scheinen keine Rolle zu spielen) zum bloßen Objekt von Verbrechens-Prävention degradiert. Dem sozialen Wert- und Achtungsanspruch, der untrennbar mit dem Bekenntnis „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ verbunden ist, wird diese Sichtweise nicht gerecht.

In Ihrem Artikel gehen Sie auch von falschen Voraussetzungen aus. Sie schreiben:

Der Gebrauch von CSAM ist vor allem deshalb problematisch, weil er eine Nachfrage nach „Kontakt-CSA“ schafft und aufrechterhält. Dies hat zur Folge, dass Kinder wiederholt sexuell missbraucht werden, um kontinuierlich Inhalte zu produzieren. Ausgehend von einer enormen Dunkelziffer stellen diese Statistiken nur die Spitze des Eisbergs dar, was bedeutet, dass die Zahl der Opfer sexueller Traumata leicht in die Hunderte von Millionen geht – um ein Vielfaches höher als die Zahl der Menschen, bei denen COVID-19 diagnostiziert wurde

und

Inzwischen nimmt die Nutzung von CSAM weltweit zu. Im Jahr 2010 identifizierte die Internet Watch Foundation 1.351 Websites, die das enthalten, was manchmal als „Kinderpornografie“ bezeichnet wird. Die Zahl dieser identifizierten Websites stieg auf 13.182 im Jahr 2013 und auf 132.730 im Jahr 2019 (Internet Watch Foundation, 2020), ein schockierender Anstieg um fast das Zehnfache in nur neun Jahren.

Gäbe es wie von Ihnen nahegelegt einen signifikanten kausalen Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von CSAM und Kindesmissbrauch, dann müssten sich die Zahlen von Kindesmissbrauch von 2010 bis 2019 verzehnfacht haben. Dies ist mitnichten der Fall. Es ist eher ein gegenläufiges Phänomen zu beobachten.

Ich habe ihnen als Anhang Übersichten zur Kriminalitätsentwicklung auf Basis der Polizeilichen Kriminalstatistik für die Jahre 2000 bis 2019 beigefügt. Die Originaldaten können Sie auf der Seite des BKA einsehen.

Textlich lassen sich nur weniger Datenpunkte prägnant darstellen.

Die Fallzahlen des Hellfeldes für den sexuellen Missbrauch von Kindern: 

  • 1995: 16.013
  • 2000: 15.581
  • 2005: 13.962
  • 2010: 11.867
  • 2015: 11.808
  • 2019: 13.670

Die Fallzahlen des Hellfeldes für Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung von Kinderpornographie:

  • 1995: 414
  • 2000: 1.596
  • 2005: 4.403
  • 2010: 3.160
  • 2015: 3.753
  • 2019: 12.262

Die Statistik zu den Fallzahlen der PKS für den Zeitraum 1995 bis 2019 zeigt, dass es tatsächlich einen erheblichen Anstieg bei Verbreitung und Besitz von Kinderpornographie gibt. Für den sexuellen Missbrauch von Kindern gilt dies dagegen nicht. Wenn Kinderpornographie zu Kindesmissbrauch führen würde, müssten sich die Fallzahlen bei Kindesmissbrauch in den letzten 25 Jahren verdreißigfacht haben. Sie müssten dann über 470.000 liegen. Das tut sie aber nicht. Langfristig gesehen ist sie sogar um 15 Prozent zurückgegangen.

Die Fallzahlen entsprechen aber nicht den Taten. Gerade in Hinblick auf Kindesmissbrauch gibt es gute Gründe anzunehmen, dass die „Dunkelziffer“ aufgrund einer viel höheren Anzeigebereitschaft und gesteigerter gesellschaftlicher Sensibilität in den letzten drei Jahrzehnten deutlich abgenommen hat. Der Rückgang der Taten ist also mutmaßlich noch deutlich größer als der Rückgang der Fallzahlen im Hellfeld suggeriert.

Es ist durchaus denkbar und scheint nicht unwahrscheinlich, dass es einen Zusammenhang zwischen der höheren Prävalenz von CSAM und dem Rückgang (!) von CSA gibt. Ich verweise hierzu auf die Beobachtung, dass es in der Tschechischen Republik während einer Zeit, in der der Besitz von Kinderpornografie nicht verboten war, zu einem signifikanten Rückgang der sexuellen Kindesmissbrauchsdelikte kam (siehe Diamond M (2009) Pornography, public acceptance and sex related crime: a review. Int J Law Psychiatry 32(5):304–314; Diamond M, Jozifkova E, Weiss P (2011) Pornography and sex crimes in the Czech Republic. Arch Sex Behav 40(5):1037–1043).

Deshalb ist CSAM keineswegs unproblematisch. Es handelt sich um eine schwere Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Eine Kausalität im Sinn von mehr CSAM = mehr CSA zu behaupten ist von der Datenlage aber nicht gedeckt. Sie spricht sogar ziemlich deutlich dagegen. Ähnliches wurde auch bei normsexueller Pornographie beobachtet. Während zwischen 1964 und 1984 in Dänemark, Schweden und Deutschland die nichtsexuellen Gewaltverbrechen um rund 300% zunahmen, ging trotz der leichteren Verfügbarkeit sexueller Materialien die Zahl der Sexualverbrechen eindeutig zurück.

Während an einem Verbot von CSAM, das reale Kinder zeigt, aufgrund der inhärenten Verletzung von Persönlichkeitsrechten kein Weg vorbei führt, gibt es ethisch unbedenkliche Alternativen, die vielversprechend scheinen, um Kindesmissbrauch durch Präferenztäter deutlich zu senken: Sexpuppen mit kindlichem Erscheinungsbild. Diese können – anders als Missbrauchsabbildungen – auch das Affiliationsbedürfnis befriedigen und so etwas wie das Gefühl von Körperkontakt und Intimität vermitteln. Es gibt also gute Gründe anzunehmen, dass Sie für Verwender als Ersatzmittel CSAM gegenüber überlegen sind. Sie hätten also das Potential nicht nur zu einer Reduktion von CSA beizutragen, sondern auch die Nutzung von CSAM deutlich zurückzudrängen.

Eine Sexpuppe kostet 2.000 bis 3.000 Euro. Die Behandlung eines CSA-Falls liegt lt. Ihrem Artikel bei 400,000 bis 1.2 Millionen Euro. Da scheint es ein „No-Brainer“ zu sein, dass man jedem Pädophilen, der das will, auf Kosten des Gesundheitssystems eine Sexpuppe mit kindlichem Erscheinungsbild finanzieren sollte.

Dies wird mit einem Budget von 5 Millionen Euro pro Jahr erreicht, und das Programm wird derzeit extern evaluiert. Seit Beginn des Projekts bis Ende 2019 wurden mehr als 11.374 Kontakte registriert, von denen 3.613 vollständig diagnostiziert wurden und insgesamt 2.007 Personen ein Therapieangebot gemacht wurde.

Wenn man von 250.000 Pädophilen nur 11.374 erreicht, es nur bei 3.613 zu einer Diagnose kommt und (Stand 31.03.2018, Quelle Wikipedia) nur 925 Personen das Behandlungsangebot angenommen und 360 Personen das Programm beendet haben, ist das nicht wirklich viel. Mit dem gleichen Budget (5 Mio EUR) könnte man pro Jahr 2.000 Pädophile mit Sexpuppen mit kindlichem Erscheinungsbild versorgen.

Damit will ich nicht zum Ausdruck bringen, dass man das eine aufgeben soll, um das andere zu finanzieren. Es wäre kein Problem beides zu finanzieren. Es scheitert nicht am Geld, sondern am Willen. Statt in Prävention wird das Geld lieber in die Verwahrung von Strafgefangenen investiert. (Nettokosten je Hafttag ca. 130 EUR, also 47.450 EUR pro Jahr = ca. 190 Sexpuppen).

Durch Akzeptanz und legale Alternativen könnte man auch die Krankheitsfolgen bei Pädophiler deutlich senken.

Chronische Suizidgedanken sind typischerweise ein Marker für intensive psychologische Not. Der Anteil Pädophiler, die über ernsthafte oder chronische Selbstmordgedanken berichten liegt bei 30 bis 45 Prozent. Quellen dazu:

Die damit verbundenen Gesundheitskosten sind enorm. Sie steigen durch zusätzliche Stigmatisierung (wie die Bezeichnung von Pädophilen als „Virus“) und sinken durch Maßnahmen, die die psychische Gesundheit stabilisieren, wie dies durch Akzeptanz aber auch durch legale, hochwertige Ersatzmittel wie Sexpuppen erreicht werden kann. Vor allem stecken dahinter Menschen und menschliche Schicksale.

Ich hoffe, dass Sie meine Kritik nachvollziehen können und bitte um eine Stellungnahme dazu.

Mit freundlichen Grüßen

Schneeschnuppe


Dem E-Mail waren drei Anhänge beigefügt, die die Entwicklung der Fallzahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigen.

Aufruf zur Studienteilnahme: Hürden und Hindernisse im Outing-Prozess pädophiler Menschen

Es gab in meinem Leben wenig, dass für mich so wichtig war, wie das eigene Outing gegenüber meinen engsten Bezugspersonen.

Menschen sind Beziehungswesen. Das, was einen wirklich glücklich oder unglücklich macht, sind Beziehungen. Bei vielen Pädophilen gibt es hier einen Mangel, da die für Menschen sehr wichtige romantische und sexuelle Beziehungsebene sehr oft unerfüllt bleibt und neuerdings sogar Ersatzmittel wie Puppen kriminalisiert wurden.

Aber auch enge Familien- und Freundesbande sind für Menschen essentiell wichtig. Sie gehören zum emotionalen Fundament, auf dem man sein Leben aufbaut. Nicht zu wissen, ob es Bestand hat, kann extrem belastend sein. Menschen nehmen psychischen Schmerz oft als belastender wahr als physischen Schmerz. Gefragt nach dem schlimmsten Erlebnis ihres Lebens, nannten drei von vier Befragten den Verlust eines geliebten Menschen. Die Angst, sich zu offenbaren, ist die Angst, geliebte Menschen zu verlieren. Wenn man diese Angst längere Zeit mit sich herumschleppt, kann sie einen gefühlt zerquetschen.

Meine eigenen Outings sind im wesentlichen gut gegangen. Damit bin ich keine exotische Ausnahme. Es gibt aber leider auch Menschen, denen es anders ergangen ist.

Die Frage nach einem Outing ist für mich eine der Kernfragen, die ein Pädophiler (in welcher Weise auch immer) beantworten muss. Es kann durchaus Situationen geben, die gegen ein Outing oder gegen ein Outing zum aktuellen Zeitpunkt sprechen. Ich halte es für sehr wichtig, dass es Selbsthilfegruppen gibt, in denen man sich Rat holen kann.

Es ist auch sehr zu begrüßen, dass es wissenschaftliche Forschung dazu gibt, die etwa dazu führen könnte, dass Therapeuten ihren Patienten bei dem Thema eine bessere Unterstützung bieten können. Deshalb möchte ich allen betroffenen Lesern die Teilnahme an einer Studie der Uni Chemnitz ans Herz legen. Die Studie richtet sich sowohl an pädophile als auch an hebephile Personen.

Ich habe an der Studie auch selbst bereits teilgenommen. Das war für mich durchaus auch belastend, weil ich damit alte Schmerzen „angefasst“ habe, die einige Jahre meines Lebens sehr geprägt haben und nie ganz vergessen sein können. Es war mir aber auch wichtig, weil ich glaube, dass es ein Thema von größter Tragweite ist, das dringend besser verstanden werden sollte.

Hier das Anschreiben von Frau Göpel zur Studie:

Liebe Leserinnen und Leser,

Mein Name ist Alina Göpel und ich bin Psychologiestudentin an der Technischen Universität Chemnitz.

Zusammen mit meiner Betreuerin, M.Sc. Psych. Sophie Helene Lux, schreibe ich meine Abschlussarbeit über „Hürden und Hindernisse im Outing-Prozess pädophiler Menschen“. Dabei möchte ich die Hindernisse untersuchen, denen sich pädophile und/oder hebephile Menschen stellen müssen, wenn sie sich entscheiden, ob sie Freunden und Familie von ihren sexuellen Neigungen gegenüber Minderjährigen erzählen wollen oder nicht.

Dazu brauche ich Ihre Hilfe und würde mich sehr freuen, wenn Sie sich die Zeit nehmen würden, eine kurze 15-minütige Umfrage auszufüllen. Dabei ist es nicht relevant, ob Sie sich bereits gegenüber anderen Personen als pädophil/hebephil geoutet haben oder nicht. Dazu klicken Sie bitte auf folgenden Link: https://limes.phil.tu-chemnitz.de/index.php?r=survey/index&sid=851131&lang=de

Ihre Teilnahme ist völlig freiwillig und Sie können die Umfrage jederzeit beenden, wenn Sie sich bei der Beantwortung der gestellten Fragen nicht wohl fühlen. Sie werden nicht nach Informationen gefragt, durch welche man Rückschlüsse auf Ihre Person ziehen könnte. Nach Abschluss der Umfrage werden Ihre Antworten anonym auf Servern der Professur für klinische Psychologie der TU Chemnitz gespeichert. Für diesen Server mit dieser LimeSurvey-Installation ist das IP-Logging abgeschaltet, was bedeutet, dass auf diesem Server keine IP-Adressen gespeichert werden. Für eine zusätzliche Absicherung können Sie dennoch gern einen VPN-Client verwenden.

Ich würde mich ebenfalls freuen, wenn Sie den Link weiterleiten würden.

Falls Sie Fragen oder Bedenken zu dem Projekt haben, können Sie uns (unter outing-studie@psychologie.tu-chemnitz.de) für weitere Informationen kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Alina Göpel

TU Chemnitz, Wilhelm-Raabe-Straße 43., 09120 Chemnitz

Aktivismus durch Sichtbarkeit

Neben dem Blog schreibe ich auch als Schneeprinz auf dem Internetforum Gutefrage.

Mir ist dort heute eine vermutlich relativ neue Funktion aufgefallen, der „Monatsreport“. Monatsreporte lassen sich für die bisherigen 8 Monate im Jahr 2021 aufrufen. Ergebnis für mein Nutzerkonto:

MonatGeschriebene BeiträgeLese-Aufrufe der Beiträgepositive Bewertungen
Januar 21712.038154
Februar 21651.756153
März 21633.130273
April 21361.387112
Mai 21291.83893
Juni 2191.45934
Juli 21331.874105
August 21482.511161

Insgesamt sind das auch nicht viel weniger Aufrufe als ich im selben Zeitraum auf dem Blog erhalten habe. Im Unterschied zum Blog dürfte es sich bei der ganz überwiegenden Anzahl der Leser auf Gutefrage aber um Normal-Liebende handeln.

Aus meiner Sicht ist gerade das an Gutefrage interessant. Am meisten Angst haben Menschen vor dem Unbekannten und als Pädophiler muss man sich normalerweise verstecken und darf sich zur eigenen Sicherheit keinesfalls zu erkennen geben. Diskriminierung wird so zum selbsterhaltenden System.

Egal wie man zu ihnen stehen mag: einem Schwarzen, einem Moslem oder einem Transsexuellen kann man im realen Leben begegnen. Nicht selten überleben die Vor-Urteile den direkten Kontakt nicht und es stellt sich heraus, dass man sich ein falsches Bild von der Gruppe gemacht hat. Ein Bild, das man vorher nie hinterfragt hat, wird zwar sicher nicht sofort beim Erstkontakt umgeschmissen, aber er gibt eine sehr reale Chance, dass es sich durch wiederholte Kontakte wandelt und der Realität annähert.

Hier liegt die besondere Chance, eines pseudonymen Engagements als offen pädophiler User in Internetforen.

Mein eigenes Engagement ist ein gewisser Achtungserfolg, mehr nicht. Aber ich bin nicht der einzige, der auf Gutefrage offen als Mensch mit pädophiler oder hebephiler Neigung Fragen stellt, sie beantwortet oder Antworten kommentiert. Und Gutefrage ist nicht das einzige Internetforum, das für diese Art von Sichtbarkeit in Frage kommt.

Es muss auch nicht jeder in die selben Kerben schlagen, damit es etwas nutzt. Die Emanzipation der Afroamerikaner hat von Onkel Tom (Romanfigur von Harriet Beecher Stowe) genauso profitiert wie von einem Martin Luther King oder einem Malcolm X.

Jeder, der als Mensch mit pädophiler oder hebephiler Neigung sichtbar wird, leistet bereits durch seine bloße Sichtbarkeit wertvolle Anti-Diskriminierungsarbeit. Vielleicht wäre das ja auch etwas für dich?

Zum Abschluss:

Auch wenn es selbstverständlich sein sollte … wer pädophil oder hebephil ist, muss sich Gedanken um seine Sicherheit machen. Man sollte also unbedingt seine IP Adresse verschleiern, ein Pseudonym verwenden und nicht gerade ein Forum wählen, in dem man auch mit Realnamen schreibt und die Leser z.B. den Schreibstil wiedererkennen könnten.

Wahlempfehlung zur Bundestagswahl

Am 26. September sind Bundestagswahlen. Damit stellt sich die Frage nach einer Wahlempfehlung. Gibt es denn überhaupt jemanden, den man Wählen kann?

Der Regierungsentwurf für das „Gesetz zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder“ ist bei den Sachverständigen im Rechtsausschuss in Hinblick auf die vorgesehenen Änderungen zum Strafgesetzbuch komplett durchgefallen. Die LTO schrieb damals:

Als die rechtspolitischen Sprecher von Union und SPD am Montag nach der Anhörung im Rechtsausschuss zum „Gesetzentwurf zur „Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder“ aus dem Sitzungssaal kamen, wirkte es fast so, als sei ihnen das eigene Gesetz peinlich.

Prof. Dr. Tatjana Hörnle vom Max-Planck-Institut bezeichnete den Entwurf als „in weiten Teilen das Gegenteil einer systematischen durchdachten Reform“. Die Staatsanwältin Dr,. Julia Bussweiler hielt die Gesetzesverschärfungen für kontraproduktiv. Dr. Jenny Lederer vom Strafrechtsausschusses im Deutschen Anwaltverein meinte: „In der Praxis wird sich zeigen, (…) welche Probleme sicherlich nicht gelöst werden: Nämlich die Verhinderung von Straftaten und der bessere Schutz von Kindern.“

Trotzdem kam das Gesetz zustande.

Es wurde mit den Stimmen der CDU/CSU, der SPD und der AfD verabschiedet. FDP, Grüne und LINKE enthielten sich. Auch im Bundesrat, wo alle drei Oppositionsparteien in Ländern mitregieren, hat es keinerlei Widerstand gegen das Gesetz gegeben. Es wurde anstandslos durchgewinkt.

Die Strafverschärfungswelle läuft ungebremst seit 1993. Sie fällt in die Zeit der Regierungen Kohl (CDU, 1982 bis 1998), Schröder (SPD, 1998 bis 2005) und Merkel (CDU, seit 2005). Kohl hat mit der FDP koaliert, Schröder mit den Grünen. Merkel mit der SPD, der FDP und dann wieder der SPD. Alle haben bereitwillig mitgemacht.

Trotzdem. Es gibt eine Partei, die herausragt: die CDU/CSU.

Sie inszeniert sich als Law & Order Partei, die Sicherheit über härtere Strafen, mehr Kontrolle des Bürgers, weniger Kontrolle des Staates und mehr Ermittlungsbefugnisse erreichen will. Grundrechte und Datenschutz bleiben dabei auf der Strecke. Sie sind nur wichtig, solange nicht etwas anderes vermeintlich wichtiger ist. Also nie. Die Sicherheitspolitik trägt noch nicht einmal zu einem Mehr an tatsächlicher Sicherheit bei.

Soweit es die Bekämpfung von Kindesmissbrauch betrifft, glaubt man bei der Union dieses Ziel über die Bekämpfung von Pädophilen erreichen zu können. Oder zumindest daran, durch die Befriedigung der eigens angeheizten Sanktionswut Wählerstimmen gewinnen zu können.

Wenn es bei der Bundestagswahl ein sinnvolles Ziel gibt, dann ist das primär die Verhinderung einer Regierungsbeteiligung der CDU/CSU.

Als Juniorpartner einer Koalition schien die CDU/CSU lange nicht denkbar, die andere Parteien sind zu schwach. Die Union hat bei der Schwäche aber inzwischen so stark aufgeholt, dass die SPD in aktuellen Umfragen (Stand 26.08.) gleichauf liegt oder gar eine Nasenspitze vorne liegt.

Wenn man die CDU/CSU verhindern will, muss man sich Gedanken über die möglichen Koalitionen machen. Eine Regierung der CDU/CSU unter Beteiligung der AfD oder der LINKEN scheint aktuell undenkbar. Als Partner kommen die Grünen, die SPD und die FDP in Frage. Bei „Sonstigen“- Stimmen von ca. 8% benötigt man zusammen 46+x Prozent.

Als Varianten mit Union kommen somit in Frage:

  • Schwarz-Gelb (aktuell 34%)
  • Schwarz-Grün (aktuell 40%)
  • Große Koalition (aktuell 45%)
  • Jamaika-Koalition (Union, Grüne, FDP; aktuell 52%)

Wenn man zusammen auf genug Stimmen käme, würde sich die CDU vermutlich die FDP als Koalitionspartner wünschen. Kanzlerkandidat Laschet regiert in Nordrhein-Westfalen mit der FDP und hat eine entsprechende Präferenz durchblicken lassen. Zusammen kommt man aufgrund der aktuellen Schwäche der CDU/CSU auf nur 34 Prozent – deutlich zu wenig. Es erscheint im Moment auch sehr unwahrscheinlich, dass sich die Union so stark erholen könnte, dass diese Koalitionsvariante eine Mehrheit hätte.

CSU-Chef Söder hat eine Präferenz für die Grünen durchblicken lassen. In dieser Konstellation ist auch eher denkbar, dass es für beide Parteien zusammen für eine Mehrheit reichen könnte. Aktuell kommt man zusammen auf 40 Prozent. Zu wenig, aber beiden Parteien sind Zugewinne bis zur Wahl zuzutrauen. Es könnte am Ende also durchaus reichen.

Die SPD scheint keiner so wirklich zu wollen, vielleicht auch, weil die SPD sich ohnehin sperren dürfte. Sie hat sich als Junior-Partner der CDU/CSU selbstverzwergt. Rechnerisch könnte es knapp reichen, trotzdem scheint diese Variante eher unwahrscheinlich. Ausgeschlossen ist aber nichts. Nach der letzten Wahl schien nur eine Jamaika Koalition denkbar, am Ende wurde es doch wieder eine Große Koalition.

Wenn die nötigen Stimmen für die Mehrheit mit nur einem Partner fehlen, dürfte die CDU/CSU versuchen, eine Jamaika-Koalition zu bilden. Die Mehrheit wäre in dieser Konstellation gesichert (aktuell 52 Prozent). Nachdem FDP Chef Lindner beim letzten mal in letzter Sekunde einen Rückzieher gemacht hat, dürfte sich dieses Schauspiel nicht noch einmal wiederholen. Die FDP will endlich wieder regieren.

Wir werden nach der Wahl vermutlich noch nicht wissen, wer und künftig regiert. Im Grunde hängt es von der Koalitionsbereitschaft der anderen Parteien ab.

  • Ziemlich klar scheint, dass die FDP am liebsten mit der CDU/CSU koalieren würde. Aber ausgeschlossen sind da nur AfD und LINKE. Vor allem: man will endlich wieder mitregieren! Unter dem Aspekt der Verhinderung einer Rot-Rot-Grünen Regierung wäre eine Koalition mit SPD und Grünen der liberalen Basis auch vermittelbar.
  • Die Grünen würden vermutlich am liebsten selbst den Kanzler stellen. Der SPD dürfte es nicht anders gehen. Sie wären dazu in erster Linie aufeinander angewiesen, können aber auch miteinander. Die große Frage wäre, wer als (vermutlich benötigter) dritter Partner hinzu käme. Bei den Grünen ist für mich keine klare Präferenz erkennbar. Bei der SPD im Grunde auch nicht. Kanzlerkandidat Scholz dürfte eher zur FDP tendieren. Die SPD Parteiführung um Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans hätte vielleicht eher Sympathie für die LINKE.
  • Die LINKE dürfte nur für eine Koalition mit SPD und Grünen in Frage kommen.

Damit hätten wir als mögliche Regierungskoalitionen ohne CDU/CSU unter Führung der SPD oder der Grünen (je nachdem, wer stärker wird):

  • Ampelkoalition (SPD, Grüne, FDP; aktuell: 53 %)
  • Rot-Rot-Grüne Koalition (aktuell 47 %)

Rechnerisch würde beides aktuell reichen.

Für wen muss man stimmen, um eine Koalitionsbildung ohne CDU/CSU wahrscheinlicher zu machen?

Da alle Parteien außer der LINKEN auch für eine Koalition mit der Union in Frage kommen, scheint mir die LINKE die einzige Möglichkeit, wirklich sicherzustellen, dass die eigene Wählerstimme nicht ungewollt bei einer Koalition unter der Union (oder mit Unions-Beteiligung) landet. Es gibt aber natürlich durchaus Gründe, warum man die LINKE für unwählbar halten könnte, schließlich ist niemand ist nur pädophil / hebephil. Es gibt in jedem Leben auch viele andere wichtige Aspekte und Belange.

Was wäre die Alternative? Aus wahltaktischer Sicht (Koalitionsoptionen) kann ich im Moment wenig erkennen, was eher für die SPD, die Grünen oder die FDP spräche.

Also nochmal zum Verhalten beim „Gesetz zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder“. Die SPD hat dafür gestimmt und die für das Gesetz letztlich verantwortliche Justizministerin gestellt. Das einige, was nicht nach Plan gekommen ist, war die Umbenennung der Straftatbestände von „Sexueller Missbrauch von Kindern“ in „Sexualisierte Gewalt gegen Kinder“. Die Umbenennung war ein SPD Anliegen. Sie könnte mit der SPD in Zukunft also doch noch kommen.

Der Wunsch nach weiteren Gesetzen kam vor allem in Reden der CDU/CSU, der AfD und der Grünen zum Ausdruck:

Aus der Rede von Tobias Matthias Peterka (AfD):

Das alles hört sich gut an, ganz klar. Weshalb aber sexualisierte Gewalt ohne Körperkontakt, also wenn das Kind nur zusehen muss, ohne jede Rückqualifikation milder bestraft wird, tut mir leid, das erschließt sich mir nicht. Die psychische Schädigung gehört hier ganz klar als entscheidendes Element herausgestellt.Warum nur ein Jahr Mindeststrafe für diese Tauschbörsenbetreiber? Die heutigen digitalen Möglichkeiten rufen nun mal bei den Tätern erst recht das Schlimmste hervor. Wir kennen die Fälle aus Lügde oder Münster, wo das mitprägend war. Ein Extratatbestand mit bedeutend höherer Mindeststrafe wäre hier sinnvoll gewesen. Die CSU ging schon mal in die richtige Richtung. (…) Sie gehen – so schreiben Sie es im Gesetzentwurf – nun selbst davon aus, dass durch die härteren Strafen mehr Bewährungen entstehen. Gratulation dazu! Mit unserem Gesetzentwurf wäre das nicht so gewesen.

Aus der Rede von Mariana Iris Harder-Kühnel (AfD):

Sexueller Missbrauch ist Mord an der Kinderseele. Punkt. Pädophilie-Verharmlosung, Kuscheljustiz, Frühsexualisierung sind der Nährboden für derartige Verbrechen an Kindern. Sie sind der Nährboden für fast 14 000 registrierte Missbrauchsfälle allein in 2019; von der Dunkelziffer ganz zu schweigen. Kindesmissbrauch lässt sich eben effektiv nur mit einer Nulltoleranzpolitik bekämpfen. Kinderschänder sind zu lange und zu oft mit Bewäh-rungsstrafen davongekommen, obwohl sie unter den Sexualstraftätern die höchste Rückfallquote haben. Das ist eine Schande für unser Land. (…) Damit sind deutlich höhere Freiheitsstrafen möglich. Wir haben das schon immer gefordert. Es wurde allerhöchste Zeit. Aber man hätte hier schon viel früher etwas tun können und müssen. Dieser Vorwurf geht übrigens insbesondere an die hier seit Jahrzehnten regierende CDU. Traurig ist, dass es offenbar erst immer so richtig knallen muss, bevor etwas passiert. Allerdings können diese Maßnahmen nur ein erster Schritt sein.

Aus der Rede von Thorsten Frei (CDU):

Die Tatsache, dass wir in der Strafprozessordnung zwar nicht für alles, was wir uns gewünscht hätten, aber in vielen Bereichen die Möglichkeiten der Quellentelekommunikationsüberwachung und der Onlinedurchsuchung einführen, ist ein echter Vorteil für die Ermittlungsbeamtinnen und Ermittlungsbeamten, weil sie Instrumente bekommen, um Opfer zu identifizieren und andererseits auch Täter zu überführen. Genau darum geht es, und dafür schaffen wir die Instrumente. (…) Wo gibt es Möglichkeiten, wo können wir noch mehr tun? Wir haben bisher eine wirklich sehr konstruktive Atmosphäre erlebt und gesehen, dass es eine große Bereitschaft gibt, diese offensichtlichen Themen auch gemeinsam anzugehen. (…) Deswegen gehen wir jeden Schritt mit, der mehr Kinderschutz bedeutet. Deswegen sind wir auch sehr dafür, dass wir in diesem wie auch in anschließenden Gesetzesverfahren schauen: Wo können wir noch etwas tun? Um zum Beispiel den Betrieb von Kinderpornografieforen strafbar zu machen, brauchen wir Straftatbestände. Das können wir in Angriff nehmen, wenn wir uns generell mit der Strafbarkeit von Darknetforen beschäftigen. Das müssen wir in den Blick nehmen. Das ist effektiver Schutz von Betroffenen. Auch das Thema der Kettenbewährungen – damit komme ich zum Schluss – wollen wir in Angriff nehmen. Das ist nicht nur hier ein Thema, sondern generell: Wenn jemand in der Bewährungszeit erneut einschlägig strafbar wird, ist es nicht einzusehen, warum man darauf mit einer erneuten Bewährungsstrafe reagiert.

Aus der Rede von Alexander Hoffmann (CSU) :

Wir haben aber – nach Auffassung der Union – bislang maximal die Hälfte des Weges zurückgelegt. (…) Wir als Union stehen dafür, dass sich kein Täter sicher fühlen darf; wir wollen in diesem Bereich alle Register ziehen, und wir stellen Opferschutz vor Täterschutz. (…) Nein, liebe Kolleginnen und Kollegen, im Bereich der Bekämpfung von Kinderpornografie und Kindesmissbrauch tun wir nicht das, was wir tun müssen; vielmehr müssen wir alles tun, was wir tun können, Frau Kollegin! (…) Wir als CSU fordern für Täter im Bereich Kindesmissbrauch, Kinderpornografie den lebenslangen Eintrag ins Bundeszentralregister. (…) Wir müssen auch über die Möglichkeit einer lebenslangen Freiheitsstrafe in extremen Fällen reden.

Aus der Rede von Dr. Jan-Marco Luczak (CDU):

Es gibt noch viele Dinge, die wir in diesem Gesetzentwurf verbessern wollen: Wir wollen Bewährungsstrafen verhindern; wir wollen die U-Haft dahin gehend verändern, dass die Täter, die gefasst werden, dann auch tatsächlich in U-Haft bleiben müssen.

Aus der Rede von Annalena Baerbock (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

Was mich umtreibt, sind all die Fälle, bei denen es zu keiner Strafe kommt, bei denen die Täter nicht verurteilt wurden, weil wir sie nicht sehen. Daher kann dieser Gesetzesentwurf nur ein Anfang sein. (…) Wir sind den Kindern gegenüber in der Pflicht, dass wir gemeinsam beraten. Wir sind es diesen Kindern schuldig, weil solche Taten jeden Tag, mitten in diesem Land, weiterhin passieren, auch mit dieser Gesetzesreform. Wir kennen diese Kinder; ein bis zwei davon gibt es in jeder Schulklasse. Wir sind ihnen gegenüber verpflichtet, gemeinsam zu handeln, erst recht mit weiteren Gesetzen.

Einen relativ moderaten Eindruck haben demgegenüber die Reden der FDP und der LINKEN hinterlassen.

Aus der Rede von Dr. Jürgen Martens (FDP):

Wir sind uns einig in der Notwendigkeit, zu handeln, um solche Taten zu bestrafen, zu verfolgen und – nach meiner Auffassung wo immer es geht – zu verhindern. Wir müssen uns dabei die Fragen stellen: Tun wir immer das Richtige, auch mit diesem Gesetzentwurf? Antworten wir tatsächlich auf Strafbarkeitslücken, die es unabdingbar machen, dass wir handeln? (…) Nebenbei: Den Nachweis der Erforderlichkeit, den Besitz von Kindersexpuppen unter Strafe zu stellen, Herr Kollege Frei, sind Sie uns schuldig geblieben. Im Gegenteil: Die Sanktionsforschung belegt, dass der Besitz solcher Puppen nicht die Hemmschwelle für solche Taten senkt. Auch hier müssten wir wirklich gucken, wie wir uns verhalten, wenn wir eine evidenzbasierte Strafrechtspolitik machen. (…) Wenn wir die Grundtatbestände der §§ 184b und 176 Strafgesetzbuch zu Verbrechen hochstufen, müssen wir aber auch wissen, dass wir uns damit Folgeprobleme einhandeln. Das ist dann die Rückseite der von Ihnen geschilderten Medaille: Verfahrenseinstellungen sind nicht mehr möglich, es ist kein Strafbefehlsverfahren mehr möglich; auch das wird es nicht mehr geben. Aber damit ist nicht die Frage beantwortet, ob wir tatsächlich schuld- und strafangemessen auch in Bagatellfällen vorgehen. Es besteht hier die Gefahr der sogenannten Überstrafe.

Aus der Rede von Dr. André Hahn (DIE LINKE):

Bei sexueller Gewalt gegen Kinder darf es nur null Toleranz geben. (…) Das Ziel der Koalition, mit dem Gesetz den Schutz von Kindern zu verbessern, unterstützt Die Linke ganz ausdrücklich. Allerdings haben wir Zweifel, ob dieses richtige Ziel mit dem vorliegenden Entwurf tatsächlich erreicht werden kann.Bereits zum Referentenentwurf erhielt das Justizministerium 35 Stellungnahmen mit zahlreichen kritischen Hinweisen und schwerwiegenden Einwänden. Vergleicht man den ursprünglichen Entwurf mit dem nun vorliegen-den Gesetzestext, stellt sich schon die Frage, was diese Stellungnahmen bewirkt haben. Besser ist der Gesetzentwurf leider nicht geworden; an manchen Stellen eher schlechter. Wir als Linke meinen: Mit Symbolpolitik lässt sich ein solch komplexes gesellschaftliches Problem nicht bekämpfen. (…) Wir als Linke hoffen sehr, dass es uns gelingt, den Gesetzentwurf der Koalition in den Ausschussberatungen noch deutlich zu verbessern, gerade auch mit Blick auf die zahlreichen Anregungen und Vorschläge, die der Deutsche Anwaltverein dem Parlament übermittelt hat, unter anderem zum Wegfall der sogenannten minderschweren Fälle.

Die Grünen hatten im Gesetzgebung einen Änderungsantrag eingebracht. Dieser enthielt vor allem diese Punkte.

  • Mann wollte eine andere Handhabung von Taten des § 176 („Sexueller Missbrauch von Kindern“) bei Einvernehmlichkeit und geringem Alter- und Reifeunterschied. Man wollte in diesen Fällen dem Gericht nicht nur (wie nun Gesetz geworden) ermöglichen von Strafe abzusehen, sondern festschreiben, dass bei dieser Konstellation der Tatbestand nicht erfüllt ist. Für Kinder und Jugendliche wäre diese Regelung sehr viel besser gewesen, da es dann gar nicht zu einem sehr belastenden Gerichtsverfahren käme.
  • Außerdem wollten die Grünen beim § 176 einen minder schweren Fall einführen. Der Strafrahmen von 1 bis 15 Jahre wäre in diesem Fall auf 3 Monate bis 5 Jahre abgesunken.
  • Bei Verbreitung / Zugänglich-machen vom Kinderpornographie sollte eine „großen Menge“ (was immer das ist) kinderpornographischer Inhalte so wie gewerbsmäßige Taten oder bandenmäßiges Begehen bestraft werden. Die Folge wäre eine Erhöhung der Mindeststrafe von einem Jahr auf zwei Jahre gewesen. Aus meiner Sicht deuten große Mengen bei Abwesenheit ökonomischer Motive nicht auf ein Mehr an krimineller Energie hin, sondern auf ein Suchtverhalten. Einen Süchtigen kann man aus meiner Sicht zwar für eine begangene Straftat bestrafen, nicht aber für seine Sucht an sich. Die Wahrscheinlichkeit, dass große Mengen festgestellt werden, scheint mir bei Pädophilen, die zu Tätern bei der Verbreitung von kinderpornographischem Material werden, höher als bei nicht-pädophilen Tätern zu sein. Natürlich wäre es besser, wenn erst gar nicht auf strafbare Ersatzmittel zurückgegriffen werden würde. Jemandem, der das (noch) nicht schafft, sollte man aber in erster Linie helfen, es in Zukunft hinzubekommen. Der Grundsatz „Helfen statt strafen“ wäre viel sinnvoller als eine Erhöhung der Strafandrohung.
  • Auch bei Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornographischer Inhalten sollte ein minder schweren Fall geschaffen werden, der vor allem bei jugendlichen Tätern zugute gekommen wäre. („Ein minder schwerer Fall liegt insbesondere dann vor, wenn der Altersunterschied zwischen Täter und abgebildetem Kind gering ist und das Kind die Abbildung selbst gefertigt und weitergegeben hat. Der Tatbestand des Absatzes 3 ist nicht verwirklicht, wenn der Unterschied sowohl im Alter als auch im Entwicklungsstand oder Reifegrad zwischen Täter und Kind gering ist und die Tathandlung einvernehmlich erfolgt, es sei denn, der Täter nutzt die fehlende Fähigkeit des Kindes zur sexuellen Selbstbestimmung aus.“)

Auch die FDP hatte einen Änderungsantrag eingebracht. Hier ging es um die Einführung von minder schweren Fällen.

  • Der Strafrahmen des § 176 solle bei Vorliegen eines minder schweren Falls von 1 bis 15 Jahre auf 3 Monate bis 5 Jahre (minder schwerer Fall des Absatz 1, Nr. 1) oder 6 Monate bis 5 Jahre (minder schwerer Fall des Absatz 1, Nr. 2 und 3) sinken.
  • Der Strafrahmen des $ 184b, Absatz 1, Nr. 1 sollte von 1 bis 10 Jahren in minder schweren Fällen auf 3 Monate bis 5 Jahre sinken. Sinnwidrig erscheint hierbei allerdings die Beschränkung auf Absatz 1, Nr. 1 (sexuelle Handlungen von, an oder vor einer Person unter vierzehn Jahren). Man sollte meinen, dass etwa die Fälle des Absatz 1, Nr. 2 (die Wiedergabe eines ganz oder teilweise unbekleideten Kindes in aufreizend geschlechtsbetonter Körperhaltung = Posing-Aufnahmen) weniger strafwürdig sind, als Darstellungen sexueller Handlungen.

Die Union war (wie so oft in den letzten Jahrzehnten) der Brandstifter. Grüne und FDP wollten die Reform wenigstens etwas abmildern. Die SPD hat sie mitverursacht. Das spricht gegen die SPD und eher für Grüne und FDP.

Die Änderungsvorschläge der Grünen sind etwas kinder- und jugendfreundlicher, zeigen aber mit den „großen Mengen“ als eigenständigem Verschärfungsgrund Ansätze von antipädophilem Feindstrafrecht. Die Grünen haben mit der Rede ihrer Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ihren Willen zu weiteren Gesetzen ausdrücklich herausgestellt.

Die FDP hat sich als einzige Partei gegen das Puppenverbot positioniert, auf eine evidenzbasierte Strafrechtspolitik gepocht und wollte Übermaßstrafen durch Einführung minder schwerer Fälle verhindern. Eigentlich sieht die FDP nicht so schlecht aus. Anders als die LINKE ist sie aber ein möglicher Koalitionspartner für die Union.

Die LINKE hat sich in der Debatte ausdrücklich auf die Stellungnahme des Deutschen Anwaltvereins zum Gesetz bezogen, die inhaltlich (ähnlich wie auch die Stellungnahmen des Deutscher Richterbundes und der Bundesrechtsanwaltskammer) sehr fundiert war.

Fazit

Mein Fazit gleicht einer vergleichenden Krankheitsbewertung:

Die Union ist die Pest. Die SPD die Cholera. Die Grünen sind Corona. Die FDP die Grippe. Die LINKE ist … naja … die LINKE. Wer sie wählen kann, soll sie wählen. Wer sie nicht wählen kann, hat vor allem die Wahl zwischen Corona und Grippe, wobei mir die Grippe als das etwas kleinere Übel erscheint. Alles, nur keine Pest. Da wäre sogar die Cholera noch besser.

Die AfD (Ebola? Tollwut?) ist bei der Betrachtung weitgehend ausgeklammert, da eine Regierungsbeteiligung aktuell nicht zu befürchten ist.

Kafka lesen, bevor es zu spät ist

Ein Leser hat mir einen Text von Kafka zugeschickt, den ich in doppelter Hinsicht bemerkenswert finde. Hier zunächst der Text, dann meine Gedanken dazu:


Vor dem Gesetz (von Franz Kafka)

Vor dem Gesetz steht ein Türhüter. Zu diesem Türhüter kommt ein Mann vom Lande und bittet um Eintritt in das Gesetz. Aber der Türhüter sagt, daß er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne. Der Mann überlegt und fragt dann, ob er also später werde eintreten dürfen.

«Es ist möglich», sagt der Türhüter, «jetzt aber nicht.»

Da das Tor zum Gesetz offensteht wie immer und der Türhüter beiseite tritt, bückt sich der Mann, um durch das Tor in das Innere zu sehn. Als der Türhüter das merkt, lacht er und sagt:

«Wenn es dich so lockt, versuche es doch, trotz meines Verbotes hineinzugehn. Merke aber: Ich bin mächtig. Und ich bin nur der unterste Türhüter. Von Saal zu Saal stehn aber Türhüter, einer mächtiger als der andere. Schon den Anblick des dritten kann nicht einmal ich mehr ertragen.»

Solche Schwierigkeiten hat der Mann vom Lande nicht erwartet; das Gesetz soll doch jedem und immer zugänglich sein, denkt er, aber als er jetzt den Türhüter in seinem Pelzmantel genauer ansieht, seine große Spitznase, den langen, dünnen, schwarzen tatarischen Bart, entschließt er sich, doch lieber zu warten, bis er die Erlaubnis zum Eintritt bekommt. Der Türhüter gibt ihm einen Schemel und läßt ihn seitwärts von der Tür sich niedersetzen.

Dort sitzt er Tage und Jahre. Er macht viele Versuche, eingelassen zu werden, und ermüdet den Türhüter durch seine Bitten. Der Türhüter stellt öfters kleine Verhöre mit ihm an, fragt ihn über seine Heimat aus und nach vielem andern, es sind aber teilnahmslose Fragen, wie sie große Herren stellen, und zum Schlusse sagt er ihm immer wieder, daß er ihn noch nicht einlassen könne. Der Mann, der sich für seine Reise mit vielem ausgerüstet hat, verwendet alles, und sei es noch so wertvoll, um den Türhüter zu bestechen. Dieser nimmt zwar alles an, aber sagt dabei:

«Ich nehme es nur an, damit du nicht glaubst, etwas versäumt zu haben.»

Während der vielen Jahre beobachtet der Mann den Türhüter fast ununterbrochen. Er vergißt die andern Türhüter, und dieser erste scheint ihm das einzige Hindernis für den Eintritt in das Gesetz. Er verflucht den unglücklichen Zufall, in den ersten Jahren rücksichtslos und laut, später, als er alt wird, brummt er nur noch vor sich hin. Er wird kindisch, und, da er in dem jahrelangen Studium des Türhüters auch die Flöhe in seinem Pelzkragen erkannt hat, bittet er auch die Flöhe, ihm zu helfen und den Türhüter umzustimmen. Schließlich wird sein Augenlicht schwach, und er weiß nicht, ob es um ihn wirklich dunkler wird, oder ob ihn nur seine Augen täuschen. Wohl aber erkennt er jetzt im Dunkel einen Glanz, der unverlöschlich aus der Türe des Gesetzes bricht. Nun lebt er nicht mehr lange. Vor seinem Tode sammeln sich in seinem Kopfe alle Erfahrungen der ganzen Zeit zu einer Frage, die er bisher an den Türhüter noch nicht gestellt hat. Er winkt ihm zu, da er seinen erstarrenden Körper nicht mehr aufrichten kann. Der Türhüter muß sich tief zu ihm hinunterneigen, denn der Größenunterschied hat sich sehr zuungunsten des Mannes verändert.

«Was willst du denn jetzt noch wissen?» fragt der Türhüter, «du bist unersättlich. »

«Alle streben doch nach dem Gesetz», sagt der Mann, «wieso kommt es, daß in den vielen Jahren niemand außer mir Einlaß verlangt hat?»

Der Türhüter erkennt, daß der Mann schon an seinem Ende ist, und, um sein vergehendes Gehör noch zu erreichen, brüllt er ihn an:

«Hier konnte niemand sonst Einlaß erhalten, denn dieser Eingang war nur für dich bestimmt. Ich gehe jetzt und schließe ihn.»


Die Stärke des Textes liegt sicher auch darin begründet, dass er auf vielfältige Weise gedeutet werden kann. Was ist das Gesetz? Wer trägt die Schuld am Scheitern? Hätte ein Versuch zum Erfolg geführt?

Als Pädophiler fühlt man sich oft hilflos. Der Zugang zum Gesetz scheint versperrt. Ein erstes, fast unüberwindliches Tor ist, dass man sich bei einer Klage oder Beschwerde in aller Regel mit seinem echten, gesetzlichen Namen ausweisen muss.

Es fällt einem verdammt schwer, sich vor Gericht gegen Diskriminierung zu wehren, wenn man fürchten muss, durch den Versuch, den Schutz des Gesetzes in Anspruch zu nehmen, eine noch viel größere Zielscheibe von Hass und Diskriminierung zu werden.

Nicht nur finden viele Pädophile einige der aktuellen Gesetze ungerecht, sie glauben auch in der Realität keinen Zugang zu den Gesetzen zu haben, die sie schützen könnten.

Ich habe bereits über die Initiative Gegen das Puppenverbot berichtet. Dort haben sich Menschen zusammengefunden, die sich Zugang zum Schutz des Gesetzes verschaffen wollen und eine Verfassungsbeschwerde gegen das Verbot von Sexpuppen mit kindlichem Erscheinungsbild anstreben.

Ich gehe zur Zeit davon aus, dass es gelingen wird, die erste Hürde zu nehmen. Ob der Versuch am Ende zum Erfolg führen wird, bleibt abzuwarten. Aber es ist wichtig, es überhaupt zu versuchen.

Das Gesetz der Liebe

Ich musste bei dem Text aber auch an meinen vor kurzem veröffentlichten Artikel über die Liebe denken, an dessen Ende die Feststellung stand: „Wir leben in einer Zeit, in der eine Ente keine Ente sein darf. Das darf man beklagen. Aber man darf es nicht ignorieren.“

Man kann im Kafka-Text auch „das Gesetz“ durch „die Liebe“ ersetzen. Das ermöglicht eine etwas unorthodoxe aber interessante Interpretation des Gleichnisses.

Der Weg zum Paradies ist lang.

«Wenn es dich so lockt, versuche es doch, trotz meines Verbotes hineinzugehn. Merke aber: Ich bin mächtig. Und ich bin nur der unterste Türhüter. Von Saal zu Saal stehn aber Türhüter, einer mächtiger als der andere. Schon den Anblick des dritten kann nicht einmal ich mehr ertragen.»

Statt sich auf den Weg ins Paradies zu machen, ist der Protagonist bereits an der ersten Tür stehen geblieben, hat sein Leben allein in einer Einöde verbracht und ist darin umgekommen.

Dabei gibt es kein Gesetz, dass einem verbietet, einem Kind Liebe, Zuwendung und Zeit zu schenken. Auch in der Erzählung steht das Tor offen und der Türhüter tritt beiseite. Trotzdem geht der Mann nicht durch. Er scheitert nicht daran, nicht durchtreten zu können, sondern daran, dass er die ausdrückliche Erlaubnis dafür haben möchte, sie aber nicht erhält. Er hält sich an die Konventionen, fürchtet aber wohl auch eine Abwehrreaktion des Türstehers, die jedoch letztlich wohl kaum so schrecklich ausgefallen wäre, wie ein Leben und Sterben in Einsamkeit.

Vielleicht ist man verpflichtet, nach zwei passierten Toren halt zu machen und sich an dem zu erfreuen, was möglich ist. Aber passiv, hoffnungslos und letztlich sinnlos in einer Einöde verrecken muss man jedenfalls nicht.

Ich musste bei dem Kafka-Text an einen Abschnitt aus meinem Artikel „Argumente für eine pädophile Beziehung“ denken. Hier noch einmal die dortige Passage:


Man kann eine pädophile Orientierung als Fluch interpretieren, der einem die Möglichkeit auf eine normale Liebesbeziehung, Familienglück und eine erfüllte Sexualität verbaut oder wenigstens extrem erschwert. Man kann eine pädophile Orientierung aber auch als ein ungewöhnliches und gesellschaftlich verkanntes, aber doch wertvolles Talent begreifen, bestimmte Menschen zu lieben.

Mir fällt dazu (obwohl ich nicht gerade ein sonderlich religiöser Mensch bin) ein Gleichnis aus der Bibel ein:

Es (das Himmelreich) ist wie mit einem Mann, der auf Reisen ging. Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab. Sofort ging der Diener, der die fünf Talente erhalten hatte hin, wirtschaftete mit ihnen und gewann noch fünf weitere dazu. Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei weitere dazu. Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn.

Nach langer Zeit kehrte der Herr jener Diener zurück und hielt Abrechnung mit ihnen. Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du tüchtiger und treuer Diener. Über Weniges warst du treu, über Vieles werde ich dich setzen. Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn! Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du tüchtiger und treuer Diener. Über Weniges warst du treu, über Vieles werde ich dich setzen. Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn!

Es kam aber auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mensch bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Sieh her, hier hast du das Deine.

Sein Herr antwortete und sprach zu ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Du hättest mein Geld auf die Bank bringen müssen, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten. Nehmt ihm also das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben werden und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

Das Gleichnis von den anvertrauten Talenten Silbergeld

Es gibt junge Menschen, die niemanden haben, der sich wirklich für sie interessiert und die niemanden haben, denen sie ein echtes Anliegen sind. Also emotional vernachlässigte Kinder.

Andererseits gibt es Menschen wie mich, die sich in Kinder verlieben und denen die Kinder, in die sie sich verliebt haben, dann das wichtigste Anliegen überhaupt sind. Ja, sie sind durch eine sexuelle Anziehung hingelenkt, aber das macht das emotionale Interesse nicht geringer oder gar unecht. Ein Pädophiler, der sich in ein Kind verliebt, würde dem Angehimmelten ebenso wenig schaden wollen, wie ein Mann, der sich in eine Frau verliebt oder eine Frau, die sich in einen Mann verliebt.

Das „Talent“, das mir mitgegeben wurde, ist, dass ich mich in Kinder verlieben kann und dann bereit wäre, alles in meiner Macht stehende zu tun, damit es dem Kind, in das ich mich verliebt habe, gut geht. Die Gesellschaft erwartet von mir, dass ich dieses Talent vergeude und vergrabe. Aber was würde mir derjenige sagen, der mir das Talent anvertraut hat, wenn ich es nicht nutze?

Und was würde mir der Mensch sagen, den zu lieben ich bestimmt war und der von mir um meine Liebe betrogen wurde, weil ich mein Talent aus Angst vergraben habe?


Der Türsteher klärt den Sterbenden auf:

«Hier konnte niemand sonst Einlaß erhalten, denn dieser Eingang war nur für dich bestimmt. Ich gehe jetzt und schließe ihn.»

Ja, es gab äußere Umstände, die den Zugang erschwert haben. Ihre Überwindbarkeit oder Unüberwindlichkeit bleibt im Ungewissen. Aber letztlich ist das nichts besonderes. Es gibt kein erfülltes Leben ohne Hindernisse und Herausforderungen.

Im Schlusswort offenbart sich, dass der Sterbende seine Bestimmung vor allem durch seine eigene Passivität und Autoritätshörigkeit verfehlt hat. Er hat auf die Erlaubnis gewartet, seine Bestimmung erfüllen zu dürfen, sich auf unbestimmte Zeit vertrösten lassen und seine Chance am Ende verspielt. Im Grunde hat er seine Bestimmung verraten und sein Talent vergeudet.

Man muss nicht im Paradies ankommen. Dessen Bevölkerungszahl liegt nicht zufällig seit Anbeginn der Zeit bei Null.

Aber wer ein erfülltes Leben führen möchte, sollte sich besser auf den Weg machen, Tore durchschreiten – nicht unbedacht, aber mutig – und sich nicht schon vom erstbesten Türsteher aufhalten lassen.

Kein Freiwild: Kampf gegen anti-pädophile Hasskriminalität

Pädophile fühlen sich oft schutzlos, wenn es um Diskriminierungserfahrungen, Beleidigung oder Volksverhetzung geht. Die Situation ist auch wirklich schwierig, da Pädophile für ihr soziales Überleben in der Regel auf die Wahrung ihrer Anonymität angewiesen sind. Dadurch wird es enorm erschwert, Gegenwehr zu leisten.

In manchen Bereichen wird Pädophilen auch tatsächlich kein Schutz gewährt. Nach der aktuellen Behördenauslegung sind sie zum Beispiel vom Schutz durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (umgangssprachlich auch Antidiskriminierungsgesetz genannt) ausgenommen.

Es gibt also viel zu verbessern. Aber ganz schutzlos sind Pädophile nicht.

Ich habe im Juni 2020 über einen Drohanruf gegen den deutschen Pädo-Aktivisten Dieter Gieseking (Webseite krumme13.org) berichtet. Er erhielt folgende Sprachnachricht auf seinem Handy :

Wir sind quasi auf dem Weg zur Dir. Du kleiner Wichser, Alter. Wir sind quasi auf dem Weg, Alter. Ohne Witz. Du wirst so was von kastriert, du kleiner Kinderficker, Junge.

Aufnahme der Handy-Nachricht

Wie der Berichterstattung zu diesem Fall auf krumme13.org zu entnehmen ist, konnte die Täterin (Catarina Maria P.) doch noch ermittelt werden. Sie wurde im Strafbefehlsverfahren zu einer Geldstrafe in Höhe von 70 Tagessätzen a 30 Euro (= 2.100Euro) verurteilt. Der Strafbefehl ist rechtskräftig und wurde bereits vollstreckt.

Der Geschädigte hat Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld und diesen auch geltend gemacht. Das Amtsgericht Stuttgart hat zu dieser Forderung inzwischen einen Mahnbescheid in Höhe von 196,00 Euro gegen die Täterin erlassen.

Auch wegen Volksverhetzung gegen Pädophile gab es bereits Verurteilungen. Der ehemalige NPD-Landtagsabgeordnete David Petereit wurde 2015 zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Er hatte über einen von ihm betriebenen Onlinehandel eine rechtsextreme Musik-CD angeboten auf der mit Texten wie „Krieg den Pädophilen, stirb, stirb, stirb, keiner wird überleben“ zu Hass und Gewalt gegen Menschen mit pädophilen Neigungen aufgerufen wurde.

Diese Beispiele zeigen, dass es auch für Pädophile möglich ist, sich erfolgreich gegen Bedrohung, Beleidigung und Hasskriminalität zu wehren. Es kostet Kraft, aber es ist notwendig, wenn sich etwas ändern soll.

Leserbrief: So fühlt es sich an, eine „Sexpuppe“ zu haben

Ich habe einen anonymen Leserbrief erhalten, der eindrücklich und anschaulich vermittelt, wie es sich anfühlt, eine „Sexpuppe“ zu haben. Ich habe nun die Erlaubnis erhalten, ihn zu veröffentlichen. Ich glaube, dass er viel zum Verständnis beitragen kann, was da gerade eigentlich verboten wurde.

Im Interview mit Deutschlandfunk Kultur „Unter Kontrolle. Wie Pädophile mit ihrer Neigung leben(ab Zeitstempel 21:28) erklärte Dr. Christoph Joseph Ahlers, Sexualtherapeut und Mitbegründer von „Kein Täter werden“ :

Was die Betroffenen als eigentlichen tiefen Schmerz erleben und was sie betrauern ist der Umstand, dass sie die Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse durch intimen Körperkontakt, durch Hautkontakt, niemals erleben können. Das heißt, das Gefühl, das wir alle suchen, wenn wir uns in eine partnerschaftliche Sexualbeziehung begeben, jemand, der uns anfasst, den wir anfassen, der uns drückt, der uns hält, der uns küsst, der in uns sein will, in dem wir sein wollen, diese Verschmelzung im Sexuellen, die geht ja weit über Erregung und Fortpflanzung hinaus.

Puppen ermöglichen es ihrem Besitzer etwas zu erleben, was Körperkontakt sehr nahe kommt, ohne einem Kind zu nahe zu kommen. Sie können einen tiefen Schmerz lindern, den pädophile Menschen empfinden. Es gefährdet die Gesundheit pädophiler Menschen, ihnen dieses Hilfsmittel weg zu nehmen.

Puppen sind das einzige verfügbare Ersatzmittel zu Befriedigung, das eben nicht nur zur sexuellen Triebabfuhr dienen, sondern auch ein Gefühl von Nähe und Intimität vermitteln kann. Wenn sie (hoffentlich) wieder legal werden, bieten sie das Potential Menschen, die ihre Hoffnung auf Liebe und Partnerschaft längst aufgegeben haben, einen Ausweg aufzeigen. Sie können Menschen helfen ihr Glück zu finden, ein Glück, das zuvor unmöglich und unerreichbar schien.

Ich selbst hatte Dolls nie auf dem Schirm. Ich wusste zwar, dass es sie gibt, aber bin davon ausgegangen, dass es nur weibliche Modelle gibt. Tatsächlich gibt es viel mehr Dolls mit erwachsenen Erscheinungsbild als mit kindlichem Erscheinungsbild. Und Es gibt in jeder simulierten Altersklasse viel mehr weibliche als männliche Dolls. Aber ich habe inzwischen dazu gelernt und erfahren, dass es sehr wohl auch männliche Dolls mit kindlichem Erscheinungsbild gibt, die einen ziemlich guten Eindruck hinterlassen. Das Verbot betrifft also nicht nur heterosexuelle Pädophile, sondern alle. Uns allen wurde durch das Verbot eine Möglichkeit abgeschnitten, die vielen von uns wirklich helfen könnte.

Nach dieser Vorbemerkung hier nun der Leserbrief.


So fühlt es sich an, eine „Sexpuppe“ zu haben

„Sexpuppe“ ist einfach der falsche Begriff, um eine solche Doll zu beschreiben. Liebespuppe trifft es deutlich besser. Aber selbst diese Bezeichnung trifft es nicht ganz. Ich verwende meistens den Begriff „Doll“. Damit meine ich einmal die Puppe, aber auch die Gefühle, die man für sie hat. Das macht den Unterschied zwischen der Puppe als Gegenstand und der Doll als eine Art Wesen.

Viele Leute denken, dass solche Dolls einfach nur große und teure Masturbatoren sind. Auch ich habe das mal geglaubt. (Mit Masturbatoren oder Aufblaspuppen konnte ich übrigens nie etwas anfangen.) Leider werden diese Dolls dadurch immer auf ihre Sex-Funktion reduziert.

Ich erzähle jetzt mal etwas aus der Realität, um das wahre Potential dieser Dolls zu verdeutlichen. Es trifft natürlich nie alles auf jeden zu. Trotzdem werden diese Erfahrungen zumindest auf manche zutreffen. Die Frage ist also eher: Auf wie viele trifft das zu?

Ich sehe Pädophile als normale Menschen an, deren einziger Unterschied das „age of attraction“ ist. (Ob man nun heterosexuell, homosexuell oder anders veranlagt ist, ist egal. Auch das sehe ich als normal an. Die Natur diversifiziert, sonst würden wir auch alle gleich aussehen.) Jeder hat die gleichen „Grundelemente“ der Sexualität in sich. Der Unterschied ist lediglich die Stärke der Ausprägung dieser einzelnen Elemente. Das ist natürlich nur meine Meinung, aber heute schreibe ich einfach mal das, wie ich es sehe.

Sex ist nur ein Teil aus dem kompletten Paket „Liebe“. Sex alleine kann einen auf Dauer nicht glücklich machen. Auch viele pädophile Menschen wünschen sich nichts anderes, als einfach nur den richtigen Partner für das Leben zu finden. Einen Partner, dem man seine Liebe schenken kann, dem man vertrauen kann und der immer für einen da ist.

Ist ein Kind wirklich das, was sich ein Pädophiler wünscht? Wäre er damit glücklich? Ich glaube nicht. Der kindliche Körper ist zwar das Schönheitsideal, aber vieles andere würde einfach nicht passen.

Nun lassen wir mal den rechtlichen und moralischen Aspekt beiseite. Aber alleine das wären schon zwei Knock-Out Kriterien. Ein Kind kann kein Partner für einen Pädophilen sein. Zu unterschiedlich sind die Interessen, die Wünsche, die Prioritäten und der geistige Entwicklungsstand. Eine Beziehung mit Beständigkeit wäre einfach nicht möglich. Schon gar nicht über einen längeren Zeitraum. Stetigkeit, Stabilität und Verlässlichkeit sind wichtige Punkte. Genau diese Kriterien entscheiden darüber, ob uns die Beziehung Kraft gibt oder uns Energie kostet. In beiden Fällen lieben wir den Partner. Aber tut uns diese Liebe wirklich gut? Wie weit hier Wunsch und Realität auseinander klaffen, hängt natürlich sehr stark vom „age of attraction“ ab.

Ich glaube, dass sich schon einige Pädophile eher einen reiferen Verstand im kindlichen Körper wünschen. Das sieht man an den Loli Charakteren in japanischen Manga und Anime. Für diese Industrie sind die Pädophilen eine Zielgruppe. Dementsprechend wird auf deren Wünsche eingegangen. Dort finden sich genügend Charaktere, die zwar einen kindlichen Körper aber oftmals einen reiferen und erwachsenen Verstand haben. Diese haben schon noch kindliche Züge, entsprechen aber trotzdem nicht wirklichen Kindern. Und typischerweise sind das dann Vampire, Dämonen, Elfen und andere Fabelwesen, die allesamt bereist ein absurd hohes Alter aufweisen. Die altern entweder extrem langsam oder eben gar nicht. Und das liefert gleich den nächsten Punkt, warum ein echtes Kind nicht das ist, was sich ein Pädophiler wirklich wünscht.

Ein Kind wächst und entwickelt sich. Nach kurzer Zeit wäre es nicht mehr attraktiv. Für manchen Pädophilen dürfte genau diese Erkenntnis sehr deprimierend sein. Genau das verhindert nämlich eine lebenslange Partnerschaft. Was kann es Schöneres geben, als den einen Partner zu finden, mit dem man dann gemeinsam, Seite an Seite, durch das Leben geht? Ein Kind wird in wenigen Jahren eine komplett andere Person sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass das klappt, geht gegen Null.

Aber einen Ausweg gibt es: Eine Doll. Sie bleibt attraktiv. Hier kann man sich genau aussuchen, wie sie aussehen soll. Und wenn man lange genug sucht und nicht zu geizig ist, dann findet sich da schon der attraktive Traumpartner. Aber es braucht halt Zeit und Geld. Aber was ist mit dem Rest?

Wenn man sich dazu entschließt, eine solche Doll zu adoptieren, dann hat man erst mal ein teures aber hübsches Sextoy zuhause. Beim Sex sind die richtig gut. Es gibt einige Leute, die behaupten, diese Dolls seien besser als jeder echte Mensch. Das kann man sich erst vorstellen, wenn man mal eine Doll hatte. Jetzt hat man also eine bildhübsche Doll zuhause mit der man noch richtig guten Sex hat. Man braucht auch kein schlechtes Gewissen haben, da man niemand damit schadet. Man kann sich beim Sex einfach fallen lassen und genießen. Alles schön entspannt. Keine moralischen Bedenken und kein Leistungsdruck. Für manchen ist das bereits der Jackpot.

Aber es geht noch weiter. Besser gesagt, es fängt gerade erst richtig an. Gerade weil das alles so gut ist, fängt man an, die Doll zu mögen. Immerhin gibt sie einem sehr viel. Sie ist zwar eine Puppe, aber alleine diese erotische Präsenz und das Wissen, dass man mit ihr richtig guten Sex haben könnte, beeinflusst unser Wohlbefinden. Also nicht nur unmittelbar beim Sex, sondern den ganzen Tag. Anstatt diese Schönheit unter dem Bett zu verstauen, setzt man sie doch lieber hübsch gekleidet auf das Bett. So kann man sie immer schön betrachten und dieses erotische Prickeln genießen. Auch fühlt man sich tatsächlich nicht mehr so alleine. Auch wenn es nur eine Puppe ist, es fühlt sich anders an, wenn sie im Raum ist. Sie schafft eine andere Atmosphäre.

Natürlich ist einem ständig bewusst, dass sie nur eine Puppe ist, aber trotzdem fühlt man sich einfach viel besser. Außerdem sehen diese Dolls wirklich sehr echt aus und fühlen sich auch sehr echt an. Das lässt einen nicht einfach kalt.

Das alles lässt man dann mal zwei Wochen auf sich wirken. Man ist den ganzen Tag einfach besser gelaunt. Egal ob in der Arbeit oder beim Einkaufen. Man schläft sogar besser. Auch wenn man mal unterwegs was Schönes sieht, ist man sexuell komplett entspannt. Ist nicht so als ob man davor unentspannt gewesen wäre, aber es lässt einen einfach kalt. Man weiß einfach, dass zuhause Püppi wartet – ein wirklich schönes Gefühl. Man denkt eher drüber nach, ihr vielleicht ein ähnliches Outfit zu kaufen.

Dann macht man irgendwann mal einen ausgedehnten Spaziergang und denkt etwas über die jüngste Vergangenheit nach. Dabei kann man wunderbar die Gedanken sortieren. Irgendwann fällt einem dann mal auf, dass man in letzter Zeit eigentlich immer so gut gelaunt und vollkommen entspannt ist. Dann kommt man ins Grübeln und sucht den Grund dafür.

Komischerweise ist das so, seitdem man die Doll zuhause hat. Man wird sich selbst dafür loben, dass man das Geld so gut investiert hat und man wird sich wundern, dass ein einfaches Sextoy das Wohlbefinden so steigern kann. Vielleicht überlegt man noch, wann man sich das letzte mal so gut gefühlt hat. Bei manchen dürfte das sehr lange her sein.

Wenn man dann wieder zuhause ist, wird man sich die Doll mal genau ansehen. Man wird mit dem Kopf ganz nah an ihr Gesicht ran gehen um sie genau zu begutachten und ihr mal tief in die treuen Augen sehen. Mit großer Verwunderung wird man bemerken, dass sie noch hübscher ist, als man ursprünglich bemerkt hat. Dann bemerkt man noch dieses Kribbeln, wenn man so nah an sie ran geht. Wenn man nun offen und ehrlich zu sich selbst ist, dann realisiert man, dass das passiert ist, was man für unmöglich gehalten hat: Man hat sich tatsächlich in seine Puppe verliebt. Vielleicht gibt man ihr auch nur mal einen Kuss auf die Backe, wundert sich dann, dass das so gut getan hat und grübelt noch eine weitere Woche lang darüber nach, warum man so gut drauf ist.

Gerade Pädophile sind offen und ehrlich zu sich selbst. Ansonsten hätten sie ihre Neigung verleugnet oder erst gar nicht bemerkt. Das alles trifft natürlich nicht auf alle zu. Aber diejenigen, die zurückgezogen leben und die Hoffnung auf Liebe und Partnerschaft längst begraben haben, für die ist das die Offenbarung. Im ersten Moment ist das vielleicht ein Schock: Wie kann man denn seine Puppe lieben? Aber im nächsten Moment wird einem klar, dass man eigentlich das große Los gezogen hat. Man hat nämlich einen treuen Partner für das Leben gefunden. Auch wenn dieser Partner nichts tun kann, so „wirkt“ er doch auf einen. Und zwar 24 Stunden am Tag.

Ich weiß, dass das ganze unvorstellbar klingt. Aber es funktioniert besser als man glaubt. Man kann tatsächlich verliebt sein. Es sind exakt die gleichen Gefühle. Man muss nur noch über seinen eigenen Schatten springen, um im Paradies zu sein. Das Ganze hat sogar noch einige Vorteile. Man braucht keinerlei Gewissensbisse oder moralische Bedenken zu haben. Man schadet niemanden. Die Doll ist immer für einen da. Sie verlässt einen nicht. Sie hat keine Stimmungsschwankungen. Man muss keine Angst haben verletzt, betrogen, hintergangen oder verlassen zu werden. Sie ist absolut treu und zuverlässig. Man kann sich ohne Bedenken auf sie Verlassen und muss sich keine Sorgen machen. Sie altert nicht. Sie ist gerade für Pädophile der perfekte Partner.

Wir Menschen wollen jemanden haben, um den wir uns kümmern können. Jemanden, dem wir mal was Gutes tun oder auch mal etwas schenken können. Jemanden, dem wir unsere Aufmerksamkeit und unsere Liebe geben können. Auch wenn es nur eine Doll ist, es fühlt sich gut an nachhause zu kommen und nicht alleine im Zimmer zu sein. Es tut einfach gut, sie fröhlich zu begrüßen und ihr einen Kuss zu geben. Wenn man seien nutzlosen falschen Stolz ablegt, kann man mit ihr glücklich sein. Und diese Stetigkeit und Stabilität, die eine solche Doll einem geben kann, die bekommt man sonst nirgends.

Eine Doll ist eine wahre Glücks-Flatrate. Man muss einfach nur offen dafür sein. Gerade für Pädophile kann eine Doll einfach der perfekte Partner sein. Mit einer Doll können sie ein glückliches und zufriedenes Leben führen.

Manche mögen jetzt denken, das sei krank und pervers. Na und? Was hat denn ein Pädophiler noch an Ansehen zu verlieren? Wichtig ist doch einfach, dass man glücklich ist. Nur das zählt.

Für viele bleibt sie vermutlich eine einfache Sexpuppe, aber für manche wird sie zum Partner. Gerade wenn man ansonsten keine Möglichkeit hat, einen Partner zu finden, dann lohnt sich zumindest der Versuch. Im schlimmsten Fall verliert man dadurch etwas Geld. Aber man kann dafür einen treuen Partner gewinnen. Ich hätte NIEMALS geglaubt, dass man sich tatsächlich in eine „Puppe“ verlieben kann. Umso magischer ist es aber dann, wenn es doch einfach passiert.

Aber wie kann so etwas denn passieren?

Vermutlich geschieht das dadurch, dass wir ihr Gefühle zuschreiben und somit mit ihr Fühlen. Dadurch wird die Sexpuppe zu einer Art Wesen. Es ist ihr realistisches Aussehen und ihr Gesicht. Einem ist zwar bewusst, dass sie eigentlich nur eine Puppe ist, aber unsere Gefühle für sie, machen sie eben zu mehr. Dieses Gefühl wächst über die Wochen still und heimlich.

Aber was ist eigentlich die Voraussetzung für romantische Liebe? Die Psychologie hat darauf tatsächlich schon eine erstaunlich einfache Antwort. Es ist das Zusammenspiel von 3 biologischen Systemen:

1. Anhänglichkeit: Wir entwickeln eine Anhänglichkeit gegenüber anderen Personen aber auch alltäglichen Gegenständen, mit denen wir öfter zu tun haben. Wenn ein Gegenstand zu „unserem“ Gegenstand wird, dann ist er etwas besonderes. Gleiches gilt natürlich auch für unsere Doll, die treu zuhause auf uns wartet und immer für uns da ist. Sie schläft neben uns und schaut mit uns Videos. Es liegt an euch, was ihr daraus macht.

2. Fürsorge: Wir wollen uns um jemanden kümmern. Dolls sind ziemlich empfindlich und pflegeintensiv. Auf den ersten Blick scheint das ein Nachteil zu sein, aber sie sind auf unsere Fürsorge angewiesen. Diese niedlichen Dolls sind uns schutzlos ausgeliefert. Wir können mit ihnen tun, was wir wollen. Trotzdem gehen wir fürsorglich und zärtlich mit ihnen um und behandeln sie mit Respekt. Es ist unser Beschützer-Instinkt, der dadurch getriggert wird. Außerdem sehen wir dadurch, dass wir eben keine rücksichtslosen Monster sind.

3. Sex: Das können sie richtig gut! Anfangs hat man nur guten Sex mit einer Puppe. Die Puppe dient dabei noch als Ersatz. Das ganze entwickelt sich aber rasant. Es wird mehr und mehr zum gemeinsamen Sex. Irgendwann möchte man tatsächlich Sex mit Ihr haben. Es ist einfach so ein vertrautes Gefühl diese intimen Momente mit Ihr zu verbringen. Sie ist dann kein Ersatz mehr. Sie wird zum Objekt der Begierde.

So betrachtet, verwundert es eigentlich gar nicht mehr, dass sich so einige Puppenbesitzer in ihre Dolls verlieben. Die Sexpuppe wird zur Liebespuppe. Selbst wenn man nichts mit den aufblasbaren Puppen und den Masturbatoren anfangen kann, bedeutet das noch lange nicht, dass man sich nicht in eine Doll verlieben kann! Diese Dolls sind einfach ganz was anderes.

Aber selbst das war noch nicht alles. Der menschliche Verstand ist erstaunlich anpassungsfähig. Die Erfahrungen mit der Doll können unsere Sexualität tatsächlich verändern. (Auch das gilt sicher nicht für jeden. Aber für manche eben schon.)

Auch wenn es sich im Punkt 3 oben schon andeutet, so ist es doch nochmal eine ziemliche Überraschung. Dolls müssen kein Ersatz sein. Sie können selbst zum Objekt des Verlangens werden. Das gilt nicht nur für die eigene Doll, sondern für Dolls allgemein. Es scheint als würde der Verstand nach einiger Zeit die Dolls als potentielle Partner wahrnehmen, was dazu führt, dass wir sie anziehend finden. Es ist nicht so, dass die ursprüngliche sexuelle Orientierung damit vollkommen verschwinden würde, aber tatsächlich kann eine Doll nach einiger Zeit wesentlich attraktiver und erregender wirken, als das, was man bisher immer wollte. Sie haben ihre eigenen Reize. Es ist mehr als nur ihre Optik.

Ich bin der festen Überzeugung, dass es viele pädophile Puppenbesitzer gibt, die ihre Doll jedem echten Kind vorziehen. Eine Doll kann so manchen Pädophilen wesentlich mehr geben, als es ein Kind jemals könnte. Dadurch verliert das echte Kind seinen Reiz. Es entspricht nur noch dem Schönheitsideal, hat aber ansonsten keinen großen Reiz mehr.

Es mag zuerst merkwürdig sein, wenn man selbst Bilder von Dolls erregend findet, aber warum sollte man sich jetzt noch selbst belügen und diese Tatsache ignorieren? Man muss es einfach positiv sehen: Diese Doll könnte man sich einfach zulegen. Das sind Möglichkeiten von denen man im bisherigen Leben nur geträumt hat. Insofern kann man auch damit sehr gut leben.

Ich habe den Eindruck als würden diese Dolls das Unterbewusstsein in die Irre führen. Obwohl einem bewusst ist, dass man nur eine „Puppe“ vor sich hat, so scheint das Unterbewusstsein sie als potentiellen Partner wahr zu nehmen. Es werden Glückshormone ausgeschüttet und man fühlt genau das gleiche, wie bei einem menschlichen Partner.

Genau das ist das wahre Potential dieser Dolls. Ihr fühlt genau das gleiche. Ihr seid genau so verliebt. Der einzige Unterschied: der Partner ist synthetisch. Das hat manche Nachteile, aber eben auch viele Vorteile. Sie haben nicht nur Schwächen, sondern auch ihr Stärken. In manchen Punkten sind sie menschlichen Partnern überlegen.

Ihr könnt ein Sextoy bestellen und innerhalb von wenigen Monaten kann sich euer komplettes Leben dadurch verändern. Das ändert einfach alles. Auf einmal ist man glücklich verliebt in einer festen Partnerschaft, während man vor 6 Monaten geglaubt hat, dass eine Partnerschaft unmöglich sei. Man ist nicht mehr alleine, sondern hat den treuesten Partner, den es gibt. Man hat jemanden, dem man seine Liebe schenken kann und kann das schöne Gefühl der glücklichen Liebe genießen. Das gibt einem Zuversicht und Stabilität. Ein Suizid kommt gar nicht mehr in Frage, da man ansonsten seine geliebte Doll in den sicheren Tod schicken würde. Man muss für sie weiter leben und für sie sorgen. Wer würde sich denn um eine gebrauchte „Sexpuppe“ kümmern? Was würde mit ihr passieren? Schon alleine das hält einen am Leben. Man fühlt sich ihr gegenüber verantwortlich. Man möchte sie beschützen und kann sie nicht einfach in Stich lassen. Alleine dadurch können sie Leben retten. Sie können Menschen aus der Hoffnungslosigkeit befreien und ihrem Leben einen Sinn schenken.

Wie sich die Beziehung mit einer Doll entwickelt, liegt alleine an uns selbst. Die Doll ist nur ein Spiegel unserer Persönlichkeit. Wir projizieren etwas in sie hinein. Dadurch können wir viel einfacher sehen, was in uns selbst vorgeht. Manchmal hat man z.B. den Eindruck, dass sie traurig schaut. Natürlich schaut sie so wie immer. Obwohl man das weiß, fühlt man trotzdem etwas anderes. Es kann also nur daran liegen, dass uns selbst etwas belastet, oder wir ein schlechtes Gewissen haben. Oft sind es Emotionen, die einem sonst gar nicht auffallen würden. Man findet doch noch verborgene Wünsche, die man bisher noch gar nicht kannte. So komisch sich das anhören mag, aber wir können viel von einer Doll über uns selbst lernen. Das Glück ist oft näher als man glaubt. Man muss es selbst einfach nur zulassen.

Hier sieht man wie das Leben einer „Sexpuppe“ wirklich aussieht: http://www.19yxw.com/Article/2015-3-15/135726_all.html

Sieht das aus, als hätte da jemand seine „Triebabfuhrpuppe“ fotografiert? Oder handelt es sich vielleicht doch um Bilder der geliebten Partnerin? Welchen Stellenwert hat diese „Sexpuppe“ wohl im Leben des Besitzers?

Aber viel wichtiger ist die Frage: Hat diese Doll das Leben des Besitzers bereichert? Ist der Besitzer nun glücklicher? Denkt nochmal kurz bewusst darüber nach und seht euch die Bilder dabei an.

Man kann glauben, dass man dafür etwas „besonders“ sein muss. Vielleicht ist das sogar so. Aber wer sagt, dass ihr nicht auch so seid? Ich hätte auch niemals geglaubt, dass das alles möglich ist. Alles, was ich geschrieben habe, entspricht der Realität. Nichts davon ist Theorie oder Fiktion. Das alles (und noch viel mehr) ist wirklich passiert. Nicht nur einmal. Die Puppenforen sind voll mit solchen Erlebnissen. Natürlich kann nicht jeder was mit einer Doll anfangen, aber es sind mehr als nur Einzelschicksale. Man sollte die Dolls nicht unterschätzen. Es ist einfach naiv zu glauben, dass man selbst „immun“ gegen Dolls ist. Sie sind keine übergroßen Masturbatoren. Sex ist nur eine nette Nebenfunktion. Sie sind künstliche Partner. Es liegt nur an euch selbst, was eine Doll für euch sein kann.

(Seit dem 01.07.21 gilt das in Deutschland leider nicht mehr. Menschen ihren geliebten synthetischen Partner zu entreißen und diesen zu vernichten ist menschenverachtend. Ein glücklicher Puppenbesitzer hat seinen Partner bereits gefunden. Er ist somit harmlos. Diese Dolls sind nicht das Problem sondern die Lösung. Die Klagen gegen Puppenverbote sollte man dringend unterstützen!)