In Österreich wurde vor kurzem über das Urteil im Prozess gegen einen hauptberuflichen Nachwuchstrainer im Fußball berichtet.
Hier die Berichterstattung des Standard:
Prozess gegen Fußballtrainer, der 19 Jahre lang Buben missbrauchte
Ein 67-Jähriger ist angeklagt, ab 1989 vier Kinder, die er trainierte, missbraucht zu haben. Er sagt, er sei überzeugt gewesen, dass es Liebe gewesen sei
„Ich fühl mich absolut nicht als Verbrecher“, sagt Angeklagter Robert S. in seinem an das Schöffengericht unter Vorsitz von Eva Brandstetter gerichteten Schlusswort. „Die ganze Zeit, als die Buben und ich zusammen waren, bin ich überzeugt, dass ich sie lieb gehabt habe und sie mich auch gern hatten.“ Die „Buben“, von denen der 67-Jährige spricht, waren seine Schützlinge, die er Fußball gelehrt hat. Und die er laut Staatsanwältin schwer sexuell missbraucht haben soll, seitdem sie zwölf Jahre alt waren.
In der Sache bekennt sich der Pensionist grundsätzlich schuldig, einzig den Anklagepunkt, einem Opfer damit gedroht zu haben, ihn als „schwul“ zu outen, bestreitet er vehement. Denn: „Ich will keinem Buben Schaden zufügen. Ich wollte ja nie einen ins Gebüsch zerren“, beharrt er.
Pädophiler zweifacher Vater
Dass S. pädophil ist, hat er seiner Darstellung nach mit 14 erkannt. „Zwischen 15 und 17 war die schlimmste Zeit meines Lebens“, erzählt er dem Gericht. Er habe Suizidgedanken gehabt, konnte in seinem Heimatbundesland mit niemandem darüber sprechen. Mit 17 habe er dann beschlossen, doch „einen Versuch zu machen mit Mädchen“. Mit 26 heiratete er sogar und bekam zwei Kinder. „Hat Ihre Frau von Ihren Neigungen gewusst?“, fragt die Vorsitzende. „Sie wusste am zweiten Tag, nachdem wir uns kennengelernt haben, davon. Sie hat wahrscheinlich gehofft, dass sie mich umpolen kann“, mutmaßt der Angeklagte.
Die Ehe hielt 17 Jahre lang. „Warum sind Sie geschieden?“, will Brandstetter wissen. „Wegen dem Fußball. Ich war immer unterwegs und auf dem Platz“, antwortet der ausgebildete Sozialarbeiter, der seit den frühen 80er-Jahren mehr oder weniger hauptberuflich als Jugendtrainer und Talente-Scout arbeitete und Handelsvertretungen übernahm, um Geld zu verdienen.
„Unter Freunden gibt es keine Tabus“
Spätestens 1989 soll er begonnen haben, sein erstes Opfer zu missbrauchen. Erst gewährte er ihm Vorzüge – wie die erste Reihe im Mannschaftsbus –, schob extra Privattrainings ein und verging sich dann an dem Kind. 1991 wechselte S. zu einem bekannten Wiener Fußballklub und suchte sich das nächste Opfer – mit dessen Vater er sogar befreundet war. „Unter Freunden gibt es keine Tabus“, redete er dem Buben ein – und er sei schließlich sein Freund. Der Vater habe darüber hinaus sicher nichts gegen die geschlechtlichen Handlungen, beruhigte er das Kind.
Bei Trainingslagern im Ausland ordnete der Angeklagte auch immer wieder „Untersuchungen“ an. Die teilnehmenden Buben mussten sich nackt ausziehen, er „vermaß“ sie, unter anderem ihre Geschlechtsteile. Die letzten beiden Opfer, um die es in der Anklage geht, waren Brüder – S. hörte erst auf, als er 2004 aus familiären Gründen in sein Heimatbundesland ziehen musste.
Erste Verurteilung im Jahr 2011
Wo er schließlich im Jahr 2011 zu 24 Monaten teilbedingt verurteilt wurde. Da er 2008 als Fußballtrainer einen Buben sexuell missbraucht hat. Acht Monate der Strafe waren unbedingt, auch ein dreijähriges Verbot, als Trainer zu arbeiten, wurde ausgesprochen – „was entgegen den Vorschriften nicht im Strafregisterauszug steht“, wie die Vorsitzende spitz anmerkt. Unabhängig von dieser Verurteilung wurde er 2019 auch in Wien angezeigt. Wobei: Wie sich im Prozess herausstellt, gab es bereits im Jahr 2004 eine einschlägige Anzeige in Wien, dieses Verfahren wurde aber eingestellt. Unter anderem offenbar deshalb, weil ein Bub nicht alles aussagte, da er sich neben der Mutter genierte.
Über sein erstes Opfer sagt S. dem Gericht: „Er war meine große Liebe, und ich glaube, dass er mich sehr, sehr gern gehabt hat.“ Eine psychologische und eine psychiatrische Sachverständige haben festgestellt, dass dieser Bub, wie auch andere, noch heute unter den psychischen Folgen des Missbrauchs leidet.
Bevor dem Angeklagten das Protokoll seiner Einvernahme bei der Polizei vorgehalten wird, beantragt Privatbeteiligtenvertreterin Barbara Steiner den Ausschluss der Öffentlichkeit, was das Gericht auch beschließt. Was hinter verschlossener Tür besprochen wird, lässt sich also nur anhand der Schlussplädoyers und der Urteilsbegründung rekonstruieren.
„Die Kinder wollten Fußball spielen“
So muss Beisitzer Stefan Apostol die Reumütigkeit des Geständnisses angezweifelt haben. S. scheint ausgeführt zu haben, dass es sich um „Liebesbeziehungen“ gehandelt habe und die Kinder „alles freiwillig“ gemacht hätten. Privatbeteiligtenvertreterin Steiner widerspricht in ihrem Schlussvortrag: „Die Kinder wollten Fußball spielen.“ Und S. habe die Bedingung „Fußball für Sex“ gestellt, da sonst ein intensives Training nicht möglich sei.
Verteidiger Stephan Eberhardt bestreitet das: „Sein Fokus lag auf der Entwicklung des Fußballsports und der Fähigkeiten der Kinder“, argumentiert er für seinen Mandanten. „Er hätte nie mit schwerwiegenden Folgen bei den Opfern gerechnet“, bittet er um ein mildes Urteil.
Bei einem Strafrahmen von fünf bis 15 Jahre Haft wird es eine nicht rechtskräftige Zusatzstrafe von sechs Jahren unbedingt zu den zwei Jahren teilbedingt aus dem Jahr 2011. S. ist darob mehr oder weniger fassungslos. Noch ehe er sich mit seinem Verteidiger berät, erklärt er: „Ich möchte auf jeden Fall in Berufung gehen. Ich kann meinen blinden Freund nicht alleinlassen“, spielt er darauf an, dass sein derzeitiger Lebensgefährte oder Mitbewohner, dazu macht S. unterschiedliche Angaben, vor wenigen Monaten das Sehvermögen verloren hat. Die Staatsanwältin gibt keine Erklärung ab, die Entscheidung ist daher nicht rechtskräftig. Die Opfer muss er finanziell entschädigen, er haftet auch für etwaige künftige Behandlungskosten.
„Manche zerbrechen an solchen Vorgängen“
Auch wenn die Taten schon lange her seien und seit 2008 nichts mehr vorgefallen sei, sieht das Gericht keinen Grund für eine außerordentliche Strafmilderung, begründet Vorsitzende Brandstetter. Denn das Geständnis sei nicht reumütig gewesen und auch die Folgen schwer. „Manche Kinder vertragen es besser, manche zerbrechen an solchen Vorgängen“, fasst die Vorsitzende zusammen. Der Senat wird sich noch ein weiteres Mal mit S. befassen müssen – der Fall der angeblichen Outing-Drohung, die der Angeklagte bestreitet, wird ausgeschieden, um das Opfer persönlich vernehmen zu können. (Michael Möseneder, 24.2.2021)
Aus der Berichterstattung des ORF:
Betroffene leiden zum Teil bis heute an Folgen
Die von den Übergriffen Betroffenen leiden teilweise bis zum heutigen Tag in Form einer posttraumatischen Belastungsstörung bzw. einer kombinierten Belastungsstörung an den Folgen des Erlebten. Bei drei von ihnen – die Betroffenen sind inzwischen Männer im Alter von 28, 36 und 44 Jahren – sind die psychischen Folgen derart gravierend, dass diese laut fachärztlichen Gutachten jeweils einer schweren Körperverletzung gleichzusetzen sind. „Sie sind nach wie vor in ihrer Lebensführung beeinträchtigt und können nicht mit der Sache abschließen“, sagte dazu die Staatsanwältin.
Vom erstinstanzlichen Urteil umfasst waren fünf Betroffene und Tathandlungen zwischen 1989 und 2005. 1989 hatte der Trainer bei einem niederösterreichischen Verein einen Zwölfjährigen kennengelernt. Der Bub spielte in der U13-Mannschaft, der Trainer bevorzugte ihn, indem er ihn im Bus vorn sitzen ließ und ihm mehr Spielzeit einräumte. Eines Tages lud er den Buben zu sich nach Hause ein, wo es zu ersten Übergriffen kam, die sich in weiterer Folge monatlich wiederholten, bis der Betroffene 1991 den Verein wechselte.
Missbrauch auch auf Trainingslager
Zu diesem Zeitpunkt hatte der Trainer über einen Bekannten einen Job bei einem Wiener Verein gefunden, wo er als Privattrainer für einen talentierten Nachwuchskicker engagiert wurde. Diesen missbrauchte er laut Anklage regelmäßig bei Treffen in seiner Wohnung, in der Umkleidekabine und auf einem Trainingslager, wobei sich die Missbrauchshandlungen intensivierten, als der Jugendliche eine Zeit lang bei ihm wohnte.
Dessen Vater glaubte, das wäre der sportlichen Karriere seines Sohnes förderlich. Der Trainer suggerierte dem ihm anvertrauten Burschen, sexuelle Handlungen wären „unter Freunden keine Tabus“, wie die Staatsanwältin diesbezüglich anmerkte. 1995 wechselte der Fußballer zu einem größeren Verein.
Zwei weitere Opfer fand der Angeklagte bei einem weiteren niederösterreichischen Club, wo er einen Buben zunächst zum Studium von Trainingsvideos nach Hause einlud und sich im weiteren Verlauf regelmäßig an diesem verging. 2003 begann er dann dessen jüngeren Bruder zu missbrauchen, was bis April 2004 andauerte. Das fünfte von der Anklage umfasste unmündige Opfer hatte der Trainer vom Juni 2004 bis Anfang Juli 2005, missbraucht, wobei der Betroffene zu Beginn zwölf Jahre alt war.
Bereits 2011 verurteilt
Vor der Erörterung der zeugenschaftlichen Angaben der von den Übergriffen Betroffenen wurde die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen. Der Angeklagte war 2008 nach Westösterreich gezogen, um sich um seine pflegebedürftige Mutter zu kümmern. Auch dort lebte er seine pädophilen Neigungen aus. 2011 wurde er vom Landesgericht Feldkirch wegen sexuellen Missbrauchs eines Unmündigen zu einer teilbedingten Haftstrafe verurteilt.
Dass er sich zuvor seit Jahren an Nachwuchsspielern vergangen hatte, wurde erst viel später bekannt. Für einen 38 Jahre alten Mann wurde der Leidensdruck zu groß, er brach sein Schweigen, das er bis dahin über das Geschehen gebreitet hatte, und zeigte seinen ehemaligen Trainer an. Ein engagierter Beamter der Kriminalpolizei forschte dann weitere Opfer aus.
Angeklagter mit Strafhöhe nicht zufrieden
Mit dem Urteil war der 67-Jährige nicht einverstanden. Die Strafe war ihm zu hoch, er legte dagegen Berufung ein. „In Zukunft passiert nichts mehr. Ich bin zu alt. Es kommt nie wieder vor“, machte er geltend. Überdies habe er sich um seinen Freund zu kümmern, dem es gesundheitlich schlecht gehe. Der 67-Jährige war von 1979 bis 1996 verheiratet und hat mit seiner geschiedenen Frau zwei Söhne groß gezogen.
Es gibt Aspekte des Falls, die mich besonders nachdenklich machen.
Ich bin selbst homohebephil und finde Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren anziehend. Auch ich habe meine Neigung mit 14 erkannt. Die Zeit zwischen 16 und 19 war die schlimmste meines Lebens inkl. chronischer Suizidgedanken.
Ich bin aber nie eine Beziehung eingegangen, weder eine Alibi-Beziehung mit einer Frau (oder einem Mann), noch eine Beziehung zu einem Jungen. Nach meiner suizidalen Phase war ich noch etwa zehn Jahre depressiv und habe mich in ein Leben als Workaholic geflüchtet. Wer mit Arbeiten beschäftigt ist, hat keine Zeit zu leiden und wenn man erst aus dem Büro kommt, wenn es bereits dunkel ist, gibt es keine Jungen auf der Straße, denen man begegnen könnte.
Ich habe Jungen sehr lange bewusst vermieden. Dabei hatte ich nie Angst, dass ich einem Jungen gegenüber übergriffig werden könnte. Es ging für mich eher darum, mich nicht noch einmal zu verlieben. Gegen Ende meiner Schulzeit gab es eine unglückliche, gänzlich unerfüllte Liebe aus der Ferne. Das hatte einfach zu weh getan. Ich wollte nie mehr so leiden.
Einige der Umstände, die in den Artikeln geschildert werden, sind aus meiner Sicht gelinde gesagt bedenklich. Eine Aktion wie die Vermessung des Geschlechtsteile der Jungen in einem Trainingscamp etwa, im Grunde aber die ganze Struktur als Fußballtrainer, um die herum er sich sein Leben aufgebaut hat. So eine Struktur verleiht Macht und auch wenn man sie nicht missbrauchen will und subjektiv nicht den Eindruck hat, es zu tun, kann es sein, dass der andere Dinge tut oder Dingen zustimmt, denen er normalerweise nicht zugestimmt hätte.
Ich nehme es „S.“ ab, wenn er sagt: „Ich will keinem Buben Schaden zufügen. Ich wollte ja nie einen ins Gebüsch zerren“ oder „Die ganze Zeit, als die Buben und ich zusammen waren, bin ich überzeugt, dass ich sie lieb gehabt habe und sie mich auch gern hatten“ oder „Er war meine große Liebe, und ich glaube, dass er mich sehr, sehr gern gehabt hat.“
Aber es ändert nichts daran, dass sich einige der Jungen heute missbraucht fühlen.
Für mich sind sie die Richter, auf die es ankommt.
Es gibt eine Strömung innerhalb der pädophilen Community, die sich auf den Standpunkt stellt, dass sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kinder unter keinen Umständen ethisch vertretbar sind. Vertreter sind Seiten und Projekte wie „Schicksal und Herausforderung„, „Gemeinsam statt allein„, „Kinder im Herzen“ oder „Wir sind auch Menschen„. Ich fühle mich dieser Strömung nicht zugehörig, respektiere sie aber. Der Fall in Österreich zeigt für mich einmal mehr, warum sie ihre Berechtigung hat.
Wer einen sexuellen Kontakt zu einem Kind eingeht, setzt das Kind damit Risiken aus, auch dann, wenn die Beziehung wirklich einvernehmlich und beiderseitig gewollt ist. Die Beziehung muss geheim gehalten werden – eine Belastung. Wenn die Sache auffliegt und der Freund verhaftet wird, kann das in mehrfacher Hinsicht traumatisierend sein, vom verlorenen Glück einer als schön erlebten Beziehung, Scham gegenüber den Eltern, Schuldgefühlen gegenüber dem verhafteten Freund, bis zum Mobbing auf dem Pausenhof.
Und auch wenn es zu all dem nicht kommt, kann die kognitive Dissonanz zwischen positivem Erleben und einer extrem scharfen gesellschaftliche Ächtung dazu führen, dass irgendwann die Interpretation als Missbrauch obsiegt und zu einer nachträglichen Traumatisierung führt.
Es reicht nicht, nur Gutes zu wollen. Es kommt auch auf das Ergebnis an. Im Ergebnis fühlen sich die Jungen von damals heute missbraucht. Deshalb unterstelle ich dem Mann keinen schlechten Charakter. Aber er ist gescheitert. Und sein Scheitern ist abschreckend.
Es wäre weniger abschreckend, wenn der Mann offensichtlich ein Drecksack wäre, dem egal war, wie die Jungs sich fühlen. So war es aber gerade nicht. In einem der Jungen sah er gar die Liebe seines Lebens. Hier geht es nicht um das Scheitern eines ganz anderen, mit dem man überhaupt nicht vergleichbar ist und das deshalb nicht übertragen werden kann. Es ist für mich kein Scheitern, das nichts bedeutet und einfach ignoriert werden kann.
Von einem anderen Scheitern, über dessen Details weniger bekannt ist, habe ich über die einen Faktencheck von Correctiv erfahren. In den sozialen Medien war behauptet worden, der „UNO-Chef für Kinderrechte“ sei wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden. Tatsächlich gibt es so eine Position nicht.
Bei dem Mann, um den es geht, handelt es sich um Peter Newell aus Großbritannien, der tatsächlich ein bekannter Kinderrechtsaktivist und einer der Gründer einer globalen Initiative zur Beendigung von Körperstrafen gegen Kinder war. Unter anderem schrieb er auch zusammen mit seiner Frau, Rachel Hodgkin, ein von der Unicef veröffentlichtes Implementations-Handbuch zu den Rechten des Kindes.
Newell wurde 2018 im Alter von 77 Jahren zu sechs Jahren und acht Monaten verurteilt, weil er zwischen 1965 und 1968 sexuelle Kontakte zu einem anfangs 12-jährigen Jungen hatte. In einem Bericht der BBC heißt es (eigene Übersetzung):
Newell bekannte sich am 2. Januar in zwei Anklagepunkten wegen schweren sexuellen Übergriffen zwischen Mai 1966 und Mai 1968 und drei Anklagepunkten wegen unsittlicher Übergriffe zwischen Mai 1965 und Mai 1968 schuldig.
Bemerkenswert ist für mich vor allem, dass es 50 (!) Jahre nach der Tat zu einer Verurteilung kam. Normalerweise dürfte es nach 50 Jahren keine Chance mehr geben, so eine Tat nachzuweisen. Ich kann mir die Verurteilung nur aufgrund des Geständnisses erklären.
Meine Vermutung (!) ist, dass es einen ähnlichen Hintergrund geben könnte wie im Fall des österreichischen Fußballtrainers, dass also Newell das Geschehene für einvernehmlich hielt und gestanden hat, weil er bereit war, die Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen, als sich herausstellte, dass der Junge sich (inzwischen?) missbraucht fühlt.
Natürlich wäre mir lieber, ich könnte mit anderen Geschichten aufwarten, die Hoffnung machen, dass die Liebe gelingen kann. Es gibt solche Geschichten. Die Webseite Jumima ist ein Archiv in dem echte Erfahrungsberichte über intime Beziehungen zwischen Männern und Jungen gesammelt werden. Es werden dort ausschließlich Berichte aufgenommen, die zumindest teilweise positiv geschildert sind und in denen die Sicht des Jungen im Vordergrund steht. Aktuell enthält sie 209 Berichte von Jungen.
Aber es gibt eben auch Geschichten ohne Happy End. Sie sind besonders schwierig, wenn es am eindeutigen Bösewicht fehlt. Ich denke man muss sie ernst nehmen und sollte nicht die Augen zumachen, wenn es unangenehm wird.