Der 11jährige Eryk Waszczuk trat 2018 in der ersten Staffel von The Voice Kids Poland mit dem Klassiker „When a Man Loves a Woman“ von Percy Sledge an. Er konnte überzeugen: alle drei Coaches wollten ihn in ihrem Team haben.
In seinem Battle trat Eryk dann gegen drei Mädchen an und schied leider aus. Vielleicht hat er sich ja einfach den falschen Coach ausgesucht. Mit einem BL als Coach wäre er bei seinem Battle jedenfalls sicher weitergekommen …
Pädophile (und Päderasten) sind,
abgesehen von ihrer sexuelle Orientierung, im Grunde völlig normal.
Und das bedeutet gleichzeitig, dass es neben dem Gros der im
traditionellen Sinne normalen, gut integrierten und unauffälligen
Menschen auch positive und negative Ausreißer gibt.
Ich habe hier im Blog etwa schon über Michael Jackson, Johann Joachim Winckelmann oder Leonardo da Vinci berichtet, die ich alle in der Summe Ihrer Lebensleistung für positive Beispiele halte. Das heißt nicht, dass es nichts zu kritisieren gäbe. Aber wer ist schon ohne Fehler und kommt durch das Leben ohne je geirrt oder versagt zu haben?
Es gibt aber (wie bei Menschen mit
norm-konformer Sexualität) auch unter den Menschen mit pädophiler
Neigung krass negative Ausreißer. Ein für mich besonders
abstoßendes Beispiel ist Sir Henry Morton Stanley.
Ich habe etwas gezögert überhaupt
einen Artikel über ihn zu verfassen, mich nun aber doch dazu
durchgerungen. Man sollte auch dahin schauen, wo es weh tut, und
Böses als Böse benennen.
Ich habe das erste mal von Henry Morton Stanley gelesen, als ich etwa 11 Jahre alt war. Es war eine Heldengeschichte in einem Buch über große Entdecker. Sie handelte davon, wie Stanley auszog, um den seit 1869 in Afrika verschollenen schottischen Missionar David Livingstone zu finden. Als er ihm im November 1871 schließlich gegenüberstand, begrüßte er ihn mit den legendär gewordenen Worten “Dr. Livingstone, I presume?” („Doktor Livingstone, nehme ich an?“).
Stanley suchte später nach den Quellen
des Nils, erforschte den Kongo und zog während des Mahdi-Aufstandes
im Sudan aus, um den in osmanischen Diensten im heutigen Südsudan
tätigen Enim Pascha (eigentlich Eduard Karl Oskar Theodor Schnitzer)
zu retten. Er erhielt1890 das Großkreuz des Leopoldsordens (Belgien)
und wurde 1899 von Königin Victoria zum Ritter geschlagen. Stanley,
nun ein „Sir“, starb 1904.
Das hört sich ja eigentlich nicht
schlecht an. Wenn man die Biographie etwas vertieft, wird es aber
schwer überhaupt noch so etwas ein gutes Haar an dem Mann zu finden.
Geboren wurde Stanley 1841 als John
Rowlands in Wales als uneheliches Kind des 18jährigen Hausmädchens
Betsy Parry und des stadtbekannten Trinker John Rowlands, der bald
nach seiner Geburt starb. Unter dem Makel des Bastards litt Stanley
sein Leben lang.
Seine Mutter gab das Baby an ihren
Vater Moses Parry ab und brach selber den Kontakt mit ihm ab. Als
sein Großvater starb, war der Junge fünf. Er wohnte dann kurze Zeit
bei wechselnden Verwandten bis ihn sein Onkel zu Pflege in eine
Familie gab. Als er das Pflegegeld nicht mehr zahlen konnte, landete
der kleine John im Arbeitshaus. Der Leiter soll Alkoholiker gewesen
sein und sich an den Kindern vergangen haben. Wenn keine Erwachsenen
anwesend waren (z.B. Nachts), wurden die Jüngeren von den Älteren
missbraucht.
In einem Bericht des „Board of Education“ aus dem Jahr 1847 (als John 6 war) heißt es über dieses Arbeitshaus die erwachsenen Insassen nähmen „anteil an jeder nur denkbaren Sünde“. Weiter wird berichtet, dass generell zwei Kinder, ein älteres und ein jüngeres ein Bett teilen und „von Beginn an … sich in Dingen üben und praktizieren, mit denen sie sich nicht befassen sollten.“
Seine Mutter traf Henry in dieser Zeit
nur ein einziges Mal, als er etwa neun war – und zwei weitere ihrer
Kinder in das Arbeitshaus brachte. Mit 15 verließ John das
Arbeitshaus freiwillig, arbeitete in verschiedenen Stellungen als
Tagelöhner und heuerte schließlich mit 17 auf einem Schiff an, das
nach New Orleans segelte. Dort angekommen suchte er Arbeit und fand
sie beim Baumwollhändler Henry Hope Stanley, dessen Namen er später
annahm.
Niemand sollte so aufwachsen müssen.
Ich denke, dass diese sehr unglückliche Kindheit, die von
Vernachlässigung, Misshandlung, Bindungsabbrüchen und Missbrauch
geprägt war, auch vieles erklärt. Egal wie scharf man über spätere
Taten urteilen mag, darf man sich doch auch die Frage stellen, was
aus John bzw. Henry geworden wäre, wenn er mit liebevollen Eltern in
einem stabilen Umfeld aufgewachsen wäre.
Viel von dem, was später über Stanley
berichtet wurde, beruht auf den Angaben von Stanley selbst. Stanley
verstand es, sich in ein gutes Licht zu setzen. Vieles hat sich
später als unwahr herausgestellt.
Stanley behauptete etwa, er habe bei
den Stanleys gewohnt, sei adoptiert worden und habe das Ehepaar
Stanley auf Reisen begleitet. Beide seien dann im Jahre 1861
plötzlich und kurz nacheinander gestorben. Tatsächlich ist sein
Namenspate lt. Melderegister der Stadt New Orleans aber erst 1878
gestorben. Er und seine Frau hatten tatsächlich zwei Kinder
adoptiert, es waren aber zwei Mädchen. Rowland hat nie bei ihnen
gewohnt und ein Streit führte dazu, dass Rowland und Henry Hope
Stanley den Kontakt miteinander abbrachen.
1861 trat Rowland, der sich nun Henry
Stanley nannte (den Mittelnamen „Morton“ fügte er erst später
hinzu), der Konföderierten Armee bei, um im Amerikanischen
Bürgerkrieg zu kämpfen. 1862 wurde er gefangen genommen und nutzte
die Möglichkeit der Kriegsgefangenschaft in einem Lager, in dem
Krankheiten grassierten, an denen viele der Gefangenen starben, durch
einen Übertritt zu den Truppen der Union zu entkommen. Aufgrund
einer Erkrankung wurde er zwei Wochen später ausgemustert.
1864 trat er der Kriegsmarine der Union
bei – und desertierte 1865 zusammen mit dem 15jährigen
Schiffsjungen Lewis Noe, der ihn auch später eine Weile auf Reisen
begleitete. Stanley schlug sich nach St. Louis durch, wo er einen
Vertrag als freier Korrespondent einer Lokalzeitung bekam. In dieser
Funktion nahm er im Tross von Generalmajor Hancock an den
Indianerkriegen teil. Obwohl das Jahr seiner Berichterstattung von
Friedensverhandlungen geprägt war, schrieb er über die dramatischen
Schlachten, die sein Verleger erwartete – und weckte damit das
Interesse von James Gordon Bennett Jr., dem Herausgeber des New York
Herald, einer Boulevardzeitung.
Bennett schickte Stanley als
Kriegsberichterstatter nach Abessinien (Äthiopien). Auf dem Weg
dorthin bestach er in Ägypten den Cheftelegrafen und stellte damit
sicher, dass seine Berichte von der Front auch dann zuerst
telegrafiert wurden, wenn andere Berichte vorher eingetroffen waren.
Später arbeitete Stanley als Kriegsberichterstatter in Spanien, wo
er über den dortigen Bürgerkrieg berichtete.
1869 fand er, als er sich in Paris
aufhielt, Gefallen an dem 13jährigen Edwin Swift Balch, dem Sohn
seines Gastgebers. Stanley wollte Edwin in den Mittleren Osten und
nach Indien mitnehmen, bekam dafür aber nicht die Erlaubnis seiner
Eltern. Im Oktober 1869 erhielt er schließlich von seinem Verleger
den Auftrag den verschollenen Missionar Livingstone in Afrika zu
finden, von dem es seit 1866 kein Lebenszeichen mehr gab.
Stanley brach nach Sansibar auf und
stellte Erkundigungen an. Als er schließlich vielversprechende
Hinweise erhielt, organisierte er eine Expedition ins Landesinnere
des heutigen Tansania mit etwa 200 einheimischen Trägern.
Während dieser Expedition bekam er im
September 1871 von einem arabischen Händler einen etwa
siebenjährigen Jungen Namens Ndugu M’Hali „geschenkt“. Da man an
der Uneigennützigkeit eines Händlers durchaus zweifeln darf, dürfte
es sich tatsächlich um einen Kauf, bzw. eine geschickt gewählte
„Beigabe“ zu einem Kauf gehandelt haben.
Der Junge wurde Stanleys Gewährträger und Leibdiener (bzw. Leibsklave). Und weil ihm Ndugu M’Hali nicht gefiel, nannte er den Jungen stattdessen Kalulu. Lt. Stanley bedeutete das „Baby Antilope“ in Swahili. Andere Quellen übersetzen es als „Hase“.
Einige bezeichneten die Beziehung zwischen Stanley und Kalulu als homosexuell, aber dafür gibt es keine sicheren Beweise. Nachdem Stanley Dr. Livingstone fand, kehrte er nach England zurück und beschloss Kalulu mitzunehmen. Er war ständiger Begleiter Stanleys und Stanley zeichnete Kalulus Reaktionen auf neue Dinge auf. Er kommentierte, wie gut es ihm ging nach dem Trinken von Wein und wie aufgeregt [eigentlich ‚upset‘ also ‚verstimmt‘] er nach dem Probieren von Senf war. Er und andere Fahrgäste im Zug waren amüsiert, wenn Kalulu klagte, dass er Sahne-Eis zu heiß zum essen fand.
Stanley ging auf eine Vortragsreise nach Amerika und nach Paris und Kalulu begleitete ihn. Stanley hatte Visitenkarten machen lassen mit Kalulu im Hintergrund. Außerdem schrieb und veröffentlichte Stanley im Jahre 1873 ein Buch mit dem Titel, „Kalulu, Fürst, König und Sklave“. Das Buch wurde als eine homosexuelle Liebesgeschichte gesehen und es beschreibt eine wachsende Freundschaft zwischen einem Charakter namens Kalulu (einem „Apollo“), der älter ist als der reale Kalulu und einem anderen Junge namens „Selim“ (Stanleys Übersetzer in Afrika wurde Selim genannt).
Kalulu speiste mit Mitgliedern der Gesellschaft und trug westliche Kleidung. Er stand Modell für eine Statue von sich selbst bei Madame Tussauds und als Dr. Livingstone starb, ging er mit Stanley im Trauerzug.
Anscheinend ist Stanley also trotz
aller schwarzer Flecken noch Held genug, dass man eine vermutete
sexuelle Beziehung zu einem 7jährigen Jungen als „homosexuell“
statt als pädophil hinstellt.
Wie auch immer.
Als Stanley Livingstone schließlich
fand, war dieser in schlechtem Zustand, weigerte sich aber trotzdem
Stanley nach Europa zurück zu begleiten. Er wollte stattdessen seine
Suche nach den Quellen des Nils fortsetzen.
Stanley kehrte also außer ein paar
Briefen von Livingstone mit leeren Händen nach Europa zurück. Die
Echtheit der Briefe, die er von Livingstone mitgebracht hatte, wurde
(zu Unrecht) angezweifelt. Königin Victoria empfing ihn zwar,
urteilte danach aber, er sei ein „grässlicher kleiner Mann“.
Da Stanleys europäische Begleiter die
Expedition nicht überlebten, die afrikanischen Träger nie befragt
wurden und Livingstone, bis zu seinem Tod ein Jahr später, nichts
aufschrieb, liegt nur Stanleys Bericht vor, in dem Stanley sich
natürlich als Held der Geschichte inszenierte.
Anders als der Missionar Livingstone,
der Afrika und die Afrikaner liebte, ihre Sprachen lernte und keinen
Profit aus seinen Reisen zog, gab Stanley zu, den Kontinent von
ganzem Herzen zu verabscheuen. Seine Bücher über Afrika hießen
dann auch „Durch den dunklen Weltteil“ oder „Im dunkelsten
Afrika“. Trotzdem kehrte er dorthin zurück, denn schließlich
hatte Afrika ihn berühmt gemacht.
Livingstone starb 1873 in Afrika. Seine
Leiche wurde auf abenteuerlichen Wegen und unter Entbehrungen nach
London überführt und dort im April 1874 beigesetzt. Für Stanley
bot sich damit die Möglichkeit einer weiteren Afrikaexpedition. Er
wollte die Quellen des Nils finden – und behauptete, er habe
Livingstone dies versprochen.
Stanley reiste jedenfalls 1874 wieder nach Afrika und nahm den inzwischen etwa 10jährigen Kalulu mit.
Stanley wollte außerdem beweisen, dass der Erfolg bei seiner ersten Reise kein Zufallstreffer war. Er zog nicht nur mit 359 Mann los, sondern hatte ein Schiff dabei, die Lady Alice, in Einzelteile zerlegt. (…) Nach nur drei Monaten waren bereits 150 Männer gestorben – teils von feindseligen Stämmen ermordet, teils durch Krankheiten, teils von Stanley in den Tod getrieben. Stanley, der selbst die Fronten gewechselt hatte und desertiert war, kannte keine Gnade gegenüber Deserteuren. Sie erwartete die Nilpferdpeitsche, oder sie wurden in die Sümpfe getrieben. Seine Expedition dauerte fast 1000 Tage. Er legte etwa 11.000 Kilometer zurück. Von seinen weißen Gefährten überlebte wieder keiner. Bei seiner Ankunft in Boma an der Kongomündung war Stanley 36 Jahre alt, doch durch die Strapazen ausgemergelt und früh weißhaarig.
Lt. der englischen
Wikipedia bestand die Expedition dagegen aus 230 afrikanischen
Trägern, darunter 36 Frauen und 10 Jungen, von denen 18 desertierten
und weitere 114 entweder gewaltsam starben oder durch Krankheiten,
Hunger oder Ertrinken ums Leben kamen.
Grund für die Diskrepanz ist, dass
Stanley in seinen Erzählungen unterschiedliche Zahlen genannt hat.
Ohnehin neigte er wohl dazu, die tatsächlichen Umstände in seinen
Erzählungen aufzublähen, um eine bessere Geschichte erzählen zu
können. Aber welche Zahlen auch immer man heranzieht, die Verluste
bleiben erschreckend – und waren es auch schon während der ersten
Expedition.
Stanley wusste also, in welche Gefahren
er Kalulu führte. Wie kann man das sehenden Auges einem geliebten
Menschen, wie Kalulu es für Stanley ja eigentlich gewesen sein muss,
antun? Kalulu bezahlte dafür jedenfalls mit seinem Leben.
Die Umstände schildert der Wikipedia-Artikel zu Kalulu wie folgt:
M’Hali starb in den Kalulu Falls auf dem Fluss Lualaba (einem Zubringer des Kongo), als eines der Kanus der Expedition über den Wasserfall ging. Er und fünf weitere wurden getötet. Stanley war erschüttert und benannte die Livingstone Falls nach Kalulu um. Im Gegensatz zu vielen anderen Orten, die durch Stanley neuen Namen bekamen und nach dessen Tod wieder umbenannt wurden, blieb Kalulu Falls erhalten.
Das liest sich tragisch.
Härter wird es, wenn man der Schilderung im Buch „Stanley: Africa’s Greatest Explorer“ von Tim Jeal folgt. Bevor ich sie hier wiedergebe, aber zunächst eine Einordnung der Beziehung Stanleys zu Kalulu in Europa aus dem gleichen Buch:
Im April 1873 sandte Mr. Bennett ein Telegramm aus Paris, in dem er Stanley Arbeit anbot. Obwohl Henry nicht wusste, welche Aufträge er übernehmen sollte, war er über seine bevorstehende Rückkehr in seinen früheren Beruf erleichtert. Zunächst wollte er aber Kalulu in einer englischen Schule unterbringen. Der junge Afrikaner, der inzwischen fast zwölf Jahre alt war [Anmerkung: diese Angabe zum Alter passt nicht zu anderen Angaben – wenn Kalulu, wie anderswo berichtet etwa 1865 geboren wurde, war er 1873 nicht 11, sondern 8 oder 9 Jahre alt], lebte mit ihm in London und New York, und hatte in beiden Städten für besuchende Journalisten bereitwillig Suaheli-Lieder gesungen und ließ sich in Stammestracht zusammen mit Stanley fotografieren, der seinerseits in Entdeckerkluft mit knielangen Stiefeln und Tropenhelm ausgestattet war. Wieder in England besuchte er mit dem Jungen zur Belohnung einige Tage die Webbs, bevor er ihn in einer Kirchenschule in Wandsworth ließ. Trotz solcher Freundlichkeiten nutzte Stanley den Jungen für die Veröffentlichung seiner Bücher und seine Vorträge aus. Doch Kalulus Schicksal wäre, wenn er ein Sklave in Afrika geblieben wäre, seinen Wanderjahren mit Stanley kaum vorzuziehen gewesen.
Nun zu Kalulus Schicksal während der 2. Afrikaexpedition:
Während der relativ kurzen Landreise entlang des Seeufers bis zum Übergang nach Manyema verlor Herny drei weitere Männer durch Desertion. Und auf der anderen Seite gab es einen schlimmeren Schlag – Kalulu desertierte. Angesichts der Zeit, die sie zusammen verbracht hatten, fühlte Stanley sich persönlich verraten. Obwohl es ihn erschütterte, den Jungen zu verlieren, für dessen Ausbildung er bezahlt hatte, ist der großen Loyalität, die er seinen Leuten einflößen konnte, zuzurechnen, dass so viele seiner Männer ihn in Ujiji nicht im Stich ließen, als er sie, statt vorzeitig nach nach Sansibar zurückzukehren, einer Reise voller unbekannter Gefahren aussetze. Die Loyalität von Männern wie Manwa Sera, Wade Safeni und Uledi sollte Henry immer wieder in Erstaunen versetzen. Einige Deserteure wurden schnell wieder eingefangen, so auch Kalulu der auf einer kleinen Insel in der Nähe der Lukuga aufgegriffen wurde, wo er versuchte eine Passage zurück nach Ujiji zu erlangen. Als Stanley seinen Marsch zum Lualaba antrat [ca. September 1876], begann Kalulu diese schicksalhafte Reise in Ketten. (…)
Am 29. März [1877] ließ der Steuermann des Kanus, in dem Kalulu zusammen mit Ferajji, einem Veteranen der Suche nach Livingstone und drei weiteren unterwegs war, sein Schiff in den am schnellsten fließenden Teil des Flusses treiben, an einer Stelle, bei der Stanley alle Steuerleute angewiesen hatte, sich eng an das rechte Ufer zu halten. In der Mitte war die Strömung so stark, dass „die menschliche Kraft nichts nutzte und das Kunu und seine unglücklichen Insassen wie ein Pfeil über die tückische Ruhe zum Untergang glitten“. Das Kanu näherte sich dem tödlichen Rand der Wasserfälle und wurde „drei- oder viermal herumgewirbelt, und dann sahen wir das Heck nach oben gerichtet und wussten, dass jemand aus der Besatzung nur noch durch ein Wunder gerettet werden konnte“. Es geschah kein Wunder und alle sechs Männer ertranken. „Mein Herz schmerzt für sie besonders für Rehani, Ferajji, Mauredi und Kalulu.“ Nach Kalulus Desertion am Tanganjikasee hatte dieser seinen einzigartigem Status verloren, und Stanley trauerte nicht so lange, wie er es vielleicht getan hätte, hätte er sich als treu erwiesen.
Ich finde es regelrecht unfassbar, wie jemand (Stanleys Biograph Tim Jeal) so etwas noch im Jahr 2007 schreiben konnte.
Ich denke, man darf durchaus annehmen, dass Kalulu als Sklave in Afrika zumindest ‚etwas‘ besser dran gewesen, als als Leib- und vermutlich auch Sexsklave eines brutalen und skrupellosen Kolonialisten, der ihn über die halbe Welt und wieder zurück verschleppte und dabei zur Teilnahme an Unternehmungen nötigte, bei denen regelmäßig die Hälfte der Teilnehmer elendig zugrunde ging. Ohne Stanley hätte Kalulu vermutlich lang genug gelebt, um freigelassen zu werden oder das Ende der Sklaverei in Ostafrika zu erleben und/oder eine Familie zu gründen.
Einer der 6 „Männer“,
die ertranken, war ein 11 oder 12jähriger Junge, der vorher
weggelaufen ist und dafür in Ketten gelegt wurde. Kinder laufen
mitten in der Wildnis nicht mal eben weg. Entweder wurde Kalulu von
Stanley misshandelt, oder er wähnte sich aufgrund der bisherigen
Schrecken der Reise und der noch erwarten Schrecken der Weiterreise
in Lebensgefahr und wollte sich retten.
Und diesem verschleppten, ausgebeuteten
und misshandelten Jungen, wird dann noch allen ernstes im Jahr 2007
vorgeworfen, sich nicht als ‚treu erwiesen‘ zu haben? Wie dreist kann
man sein? Auch wenn ich mich damit jetzt wirklich unfein ausdrücke:
dem Autor der apologetischen und revisionistisch angelegten
Biographie, die sich darum bemüht den Heldenstatus von Stanley
wieder herzustellen, muss irgendjemand kräftig ins Hirn geschissen
haben.
Wie ging es weiter mit Stanley?
Er überstand die Reise und warb dafür
Zentralafrika und den Kongo dem britischen Kolonialreich
einzugliedern. Während im Vereinigten Königreich niemand auf seine
Ideen einging, wurden seine Berichte von König Leopold II von
Belgien aufmerksam gelesen. Leopold wollte Kolonien erwerben und
fasste den Kongo ins Auge. Er gründete eine „philanthropische“
Gesellschaft zur Erforschung des Kongo und heuerte 1878 Stanley an.
Dieser sollte für Leopold den Kongo erwerben.
Stanley willigte ein und sammelte
Kaufverträge für das Land rund um den Fluss. Die Stammesfürsten
und Häuptlinge, die die Papiere in einer ihnen unbekannten Sprache
unterschrieben, wussten wohl nicht, was sie taten. Eine Klausel der
Verträge besagte, dass nicht nur der Boden, sondern auch die
Arbeitskraft der Bewohner in den Besitz von Leopold überging.
Stanley wurde fünf Jahre lang zu
Leopolds Vertreter im Kongo und erweiterte dort die Infrastruktur,
etwa durch den Bau einer Piste von der Mündung des Kongo zu einer
200 km entfernten Stelle jenseits der Kongofälle, ab der der Kongo
schiffbar war. Stanley gründete dort das nach seinem Auftraggeber
benannte Leopoldville, das heutige Kinshasa. An 1500 Kilometern
Flusslauf wurden Stationen errichtet, die offiziell im Dienste der
Wissenschaft standen und dem Kampf gegen die Sklaverei dienten. Viele
der zwangsweise rekrutierten einheimischen Arbeiter kamen bei diesen
Projekten ums Leben.
1884 nahm Stanley an der
internationalen Kongokonferenz teil, die auf Initiative Bismarcks in
Berlin stattfand, und erreichte, dass der Kongo Leopold als
persönlicher Besitz zugesprochen wurde, damit er ihn entwickle.
Stanley hatte es ermöglicht, dass Leopold II. als Privatperson
Besitzer von 2,5 Millionen Quadratkilometern Land und der
Arbeitskraft der Einwohner wurde.
Dieses Land, der Kongo-Freistaats wurde
zwischen 1888 und 1908 systematisch ausgeplündert, insbesondere
durch Kautschukgewinnung mittels Sklaverei und Zwangsarbeit. Dabei
kam es massenhaft zu Geiselnahmen, Tötungen, Verstümmelungen und
Vergewaltigungen. Es wird geschätzt, dass acht bis zehn Millionen
Kongolesen den Tod fanden, etwa die Hälfte der damaligen
Bevölkerung. Diese Verbrechen wurden als Kongogräuel
bekannt.
Die Taten, die dort aus Geldgier verübt wurden, gehören zum Schlimmsten, was Menschen anrichten können. Zu Ihrer Aufdeckung trugen die Berichte des Missionars William Henry Sheppard, des Reedereiangestellten Edmund Dene Morel und des britischen Diplomaten Roger Casement bei, aber auch Fotografien von Schwarzen mit abgehackten Händen oder Füßen, die in Europa und Amerika die Gewalt eindrücklich vor Augen Augen führten und für große Empörung sorgten.
Alice Harris, Daniel Danielson, weitere. [Public domain], geteilt via Wikimedia Commons
Einer der schärfsten Kritiker war der
Schriftsteller Mark Twain, der 1905 das beißend sarkastische Essay
„König Leopolds Selbstgespräch“ veröffentlichte, in dem sich
Leopold II. in einem fiktiven Monolog über Zeugenaussagen,
Missionarsberichte, Statistiken und Zeitungsmeldungen über seinen
Kongo-Freistaat ärgert. Twain forderte schließlich einen
internationalen Gerichtshof, der Leopold wegen seiner Verbrechen zum
Tode durch Hängen verurteilen solle.
1908 musste Leopold II. unter
internationalem Druck den Kongo an den belgischen Staat abtreten und
die schlimmsten Exzesse wurden eingedämmt. Leopold II. wurde zu
einer der meistgehassten Personen Europas. Im Dezember 1909 wurden
seine sterblichen Überreste beim Trauerzug von der belgischen
Bevölkerung ausgebuht.
Stanley, der den Grundstein für die
Kongogräuel gelegt hat, nahm zwischenzeitlich auch noch andere
Aufträge an. Als 1881 der Mahdiaufstand im Sudan ausbrach war dieses
Gebiet ein britisch-ägyptischen Kondominium. Gouverneur der
südlichsten Provinz des Sudan Äquatoria (heute Südsudan) war der
deutsche Emin Pascha (eigentlich Eduard Karl Oskar Theodor
Schnitzer). Als die Briten keine Anstalten machten, den Sudan
zurückzuerobern, schrieb dieser einen Brief an die Times, in dem er
um Hilfe bat. Als zur gleichen Zeit der Anführer der Mahdisten
verlangte, dass Königin Victoria in den Sudan kommen und zum Islam
konvertieren solle, führte die daraus resultierende Empörung in der
britischen Bevölkerung dazu, dass die finanziellen Mittel für eine
Expedition zur Befreiung Emin Paschas aufgebracht wurden.
Stanley wurde damit beauftragt, diese
Expedition zu leiten. Leopold, in dessen Diensten Stanley noch stand,
bestand darauf, dass die Expedition durch einen noch unerforschten
Teil des Kongo umgeleitet wurde, statt wie geplant in Sansibar zu
starten. Von der Vorauskolonne aus 389 Mann kamen diesmal 220 Mann
ums Leben. Bei der rückwärtigen Kolonne, die (wohl wegen
Versogungsproblemen) während der Reise zurückgelassen wurde, kamen
128 von 560 Mann ums Leben.
Als Stanley schließlich Emin Pascha
gegenüberstand trug dieser eine blütenweiße frisch gebügelte
Uniform und es stellte sich die Frage, wer da gerade wen gerettet
hatte, zumal die Vorräte der „Befreier“ erschöpft waren.
Stanley konnte Emin Pascha mit knapper Not überreden, mit ihm zu
kommen, aber diesmal auf der kürzeren Route, Richtung Osten nach
Sansibar.
Obwohl diese Expedition alles andere
als ein Erfolg war, wurde Stanley bei seiner Rückkehr nach Europa
ein triumphaler Empfang bereitet. Er wurde mit Ehrungen überhäuft,
erhielt Medaillen mehrerer europäischer wissenschaftlicher
Gesellschaften und Ehrendoktorwürden der Universitäten Oxford,
Cambridge, Durham und Edinburgh. Zu einem Empfang, den die Royal
Geographical Society ihm in der Royal Albert Hall gab, kamen 10.000
Gäste, darunter auch der Prince of Wales. Ein von Stanley verfasstes
Buch wurde in kurzer Zeit 150.000 mal verkauft.
Stanley führte danach sein Werk im
Kongo im Auftrag von Leopold fort und kehrte später nach England
zurück. Dort nahm er wieder die britische Staatsbürgerschaft an und
wurde ins Parlament gewählt, dem er von 1895 bis 1900 angehörte.
Am 12. Juli 1890 heiratete er die
Gesellschaftsmalerin Dorothy Tennant, die ihn einige Jahre zuvor noch
verschmäht hatte aber nach der Rettung Emin Paschas begonnen hatte,
ihm Briefe zu schreiben. Mehrere Biographen Stanleys gehen davon aus,
dass die Ehe nie vollzogen wurde.
Die Stanleys adoptierten 1896 einen
Sohn, Denzil Stanley. Der Wunsch zu Adoption kam von Stanley und er
brauchte etwa ein Jahr, um seine Frau dazu zu überreden. 1895
adoptierten sie den damals 5jährigen Denzil, um den Stanley sich
anscheinend intensiv kümmerte und mit dem er viel und gerne Zeit
verbrachte.
Das mögen durchaus späte und
unschuldige Vaterfreuden gewesen sein. Aber sehr viel älter war
Kalulu auch nicht als er in Stanleys Besitz kam.
Was weitere Frauen in Stanleys Leben
angeht, sind zwei Verlobte überliefert: Katie Gough-Roberts, mit der
er während der Suche nach Livingstone im Briefkontakt stand und der
er viele Briefe schickte. In einem davon gestand er seine wahre
Herkunft, uneheliche Geburt und unglückliche Kindheit. Als er aus
Afrika zurückkehrte hatte sie einen anderen geheiratet. Und Alice
Pike, nach der er das Schiff, die Lady Alice, benannte, das ihn (in
Einzelteile zerlegt) auf seiner zweiten Afrikareise begleitete. Als
er zurückkam hatte sie einen Eisenbahnbesitzer aus Ohio geheiratet.
Das kann man, wenn man es will, als persönliches Pech interpretieren. Es wirkt auf mich aber eher wie die planbare Art von Pech. Vermutlich hat es sich lediglich um Alibi-Frauen gehandelt. Hierzu passt ein Tagebucheintrag Stanleys, der ein gestörtes Verhältnis zu Frauen belegt:
Für mich, der ich, um die Wahrheit zu sagen, nie ein großer Bewunderer von Frauen war, der sie als natürliche Feinde der Menschheit betrachtete, als Verwender wertvoller Zeit, hübsche Ausreden für die Unversialität des Mannes, Spielzeuge für langweilige Zeiten, als Erben des Ruhmes eines Mannes, für mich, der sie mit diesem besonderen Vorbehalten betrachtete, sollte ein Mann auf bewegliche, sprechende, unbedeutende menschliche Wesen schauen.
Es erscheint mir sehr wahrscheinlich,
dass Stanley pädophil war sich von vorpubertäre Jungen angezogen
fühlte.
Unglücklicherweise war Stanley wohl außerdem durch seine Kindheit sozial gestört und verroht, extrem rücksichtslos, wegen seiner Herkunft als Bastard von Minderwertigkeitsgefühlen getrieben und krankhaft ehrgeizig bis ruhmsüchtig .
Kalulu war Stanleys „Baby-Antilope“
(oder „Hase“), wurde sein ständiger Begleiter und wurde der
Namenspate für den Helden von „Kalulu, Fürst, König und Sklave“,
ein Buch, das als homosexuelle Liebesgeschichte interpretiert wird
und in dem der Buch-Kalulu nicht nur als ein „Apollo“,
sondern auch als „Ganymed“ beschrieben wird.
Diesen Jungen, den er lieben sollte,
hat Stanley in die Flucht und letztlich in den Tod getrieben.
Ein einzelner ertrunkener Junge sollte mir vielleicht nicht näher sein, als die Millionen Toten der Kongogräuel, die Stanley ermöglicht und vorbereitet hat. Aber er ist es. Der Verrat an einem Menschen, den man zu lieben bestimmt war, ist ein furchtbarer aber doch fassbarer Frevel, gegen alles was gut und richtig ist. Bei Millionen Toten versagt die menschliche Vorstellungskraft.
Kalulu und Stanley, London Stereoscopic & Photographic Company, geteilt via Wikipedia
Jared Cardona aus Durban in Südafrika hat schon früh gerne und viel gesungen. Gesangsunterricht bekam er aber erst als er 12 war. Kurz darauf veröffentlichte er sein erstes YouTube Video, ein Cover von Billy Gilmans One Voice, das bereits eine sehr hohe Qualität aufweist und eine sehr viel längere Gesangsausbildung vermuten lässt. Hier ein kurz danach entstandenes Cover von Edge Of Glory (Lady Gaga):
Gut gelungen ist auch sein Cover von A Thousand Miles (Vanessa Carlton):
Mit 13 entstand seine Version von Set Fire To The Rain von Adele:
Dann kam der Stimmbruch. Und erfreulicherweise hat Jared ihn gut überstanden.
Zum Beweis noch zwei weitere Aufnahmen, ein Cover von Wrecking Ball (Miley Cyrus), das mit 14 entstand und eines von Lovers On The Sun (David Guetta) als Jared 16 Jahre alt war.
Ich habe zwar keine aktuelleren Aufnahmen von ihm gefunden, ich bin mir aber sicher, dass er der Musik erhalten bleibt – und sie ihm. 🙂
Heute geht es um einen Film, bzw. um eine Szene aus einem Film, den ich bisher noch nicht gesehen habe. Ich bin allerdings im Moment sehr versucht, ihn mir anzuschauen. Er wird nämlich morgen (am Montag, dem 15.07.2019) um 20:15 auf Sat1 gesendet (und ein paar Stunden danach, am 16.07. um 0:55 wiederholt).
Es handelt sich um die Fortsetzung der Filmkomödie Kokowääh (lautsprachlich für „Coq au vin“, das einzige Gericht, das Filmheld Henry kochen kann).
Im ersten Teil wird Henry (Till Schweiger), ein erfolgloser Drehbuchautor, damit konfrontiert, dass er eine 8jährige leibliche Tochter hat (Magdalena, gespielt von Till Schweigers Tochter Emma Schweiger). Noch dazu soll er sich auf einmal um das Kind, von dem er eben noch nichts ahnte, kümmern, bis die Mutter von einem Gerichtstermin in New York zurückkehrt.
Die Fortsetzung, Kokowääh 2, spielt zwei Jahre später. In einer Nebenhandlung verliebt sich Magdalena zum ersten Mal in einen Jungen. Max wird von Nico Liersch (damals 12) gespielt.
Irgendwann im Laufe der Handlung bekommt er wohl eine der kleinen Baby-Schildkröten von Magdalena geschenkt oder anvertraut, um die Magdalena sich kümmert und die sie der Einfachheit halber sämtlichst „Stefan“ getauft hat.
Nach dieser Vorrede hier die doch recht sehenswerte Szene mit einem Stefan in der Hose. 😉
1996 erschien ein Beitrag zu Pädophilie in der Sendung „Liebe Sünde“, die sich fast ausschließlich mit Themen rund um die Sexualität befasste.
Der Beitrag (auf den mich der Jufo-User Wesselin aufmerksam gemacht hat) zeigt, dass das Verständnis davon, was Pädophilie ist, in der öffentlichen Diskussion durchaus schon einmal weiter war als heute.
Der Beitrag ist ausgewogen und ausgewogen besetzt. Es kommen zu Wort:
Klaus, ein Pädophiler (bzw. eher Päderast) der vorwiegend auf 12, 13jährige Jungen steht
Ulfert Böhme, ein Vertreter der Kinderschutzorganisation „zartbitter“
der Soziologe und Sexualwissenschaftler Rüdiger Lautmann
die Sexualwissenschaftlerin Sophinette Becker
der Sexualwissenschaftler Martin Dannecker (im abschließenden Interviewteil des Beitrags)
Es gibt dabei Wortmeldungen, an denen ich mich störe. Es gibt umgekehrt auch Wortmeldungen, an denen sich ein heutiger durchschnittlicher Kinderschützer stören wird. Insgesamt daher eine klare Empfehlung.
Es gibt im Beitrag übrigens auch starke Anklänge zum gestrigen Thema Grooming, so dass ich durchaus überlegt habe, ihn in den Grooming-Artikel zu integrieren. Damit wäre dieser auch zeitgeschichtlich gesehen bemerkenswerte Beitrag meiner Einschätzung nach aber in eine Art Nebenrolle gedrängt worden und zu kurz gekommen. Er verdient die Hauptrolle.
Hier trotzdem noch einige besonders relevante Stellen zum Thema Grooming (gefolgt von einer Schlussfolgerung):
Es kann Monate dauern, manchmal Jahre bis Pädophile zu diesen sexuellen Handlungen kommen und sie verwenden einen riesen Zeitaufwand und sehr viel Mühe und sehr viel Akribie diesen Annäherungsprozess zu gestalten und es ist verblüffend wie übereinstimmend diese Strategien sind.
Ulfert Böhme
Der wirkliche Pädophile hat nichts von seinen Tricks, der hat nichts davon, wenn das Kind mitmacht und nachher nicht mehr bei der Sache ist. Das würde der sofort merken und die würden dann auch die sexuelle Handlung abbrechen. Andererseits – wir alle versuchen andere herumzukriegen. Wir alle wenden gewisse Rezepturen an und wenn man das Tricks nennt, dann wenden auch die pädophilen Männer ihre Rezepte, ihre Tricks an.
Prof. Rüdiger Lautmann
Martin Dannecker verweist auf diesen Aspekt bei seiner Antwort auf die der Frage, ob es ein Einverständnis eines Kindes zu einer sexuellen Handlung überhaupt geben kann:
Ja doch, das Moment des Einverständnisses kann es geben. Nur bei dieser Erzählung, wie bei vielen Erzählungen der Pädosexuellen, wird sozusagen das, was vorher war, diese – was ich Verführung nennen würde, nicht unbedingt Strategie – diese unglaubliche Verführung, dieses stimmen, einstimmen auf meine Wünsche, das wird dabei unterschlagen.
Und natürlich kann ich mir gut vorstellen, das kommt auch real dann so, dass ein Kind dann irgendwann sagt „Ja, mach das jetzt.“ Ob das aber ein „Ja“ zur inneren Begehren, zum eigenen Begehren ist, das bezweifle ich. Das ist es nämlich nicht, es ist ein „Ja“ zu dem gespürten Begehren des anderen, was ja auch viel verspricht, man schenkt ihm etwas, weil er vielleicht auch was geschenkt hat.
Weil sie sind ja nicht [setzt neu an] Pädosexuelle sind ja keine – was in dem Film auch angeklungen ist – keine Gewalttäter, die gewalttätig und ohne Rücksicht, ohne verführerische Strategie ihre Wünsche durchsetzen, sondern sie bringen in Stimmung, sie verführen, sie bereiten das Liebesobjekt – es ist ja ein Liebesobjekt sozusagen – darauf vor und darauf antwortet das Kind. Aber es antwortet nicht auf ein inneres, eigenes Begehren.
Prof. Dr. Martin Dannecker
Im weiteren Verlauf meinte Dannecker über die Differenz zwischen Pädophilie und sexuellem Missbrauch:
Die Differenz wird ja vor allem von Rüdiger Lautmann betont, wenn er von einer Sexualform spricht, oder wenn ich vorhin gesagt habe, es gibt eine Struktur. Dort gibt es dann gleichzeitig das ungeheure Bemühen, nicht gewalttätig zu sein, das ist, was ich gesagt habe, das Kind einzustimmen. Sexueller Missbrauch, der oft nicht integriert ist, da kann man nicht von einem sexuellen Missbraucher als Struktur (sprechen), hier kommt es oft sehr viel überraschender, viel plötzlicher zu den sexuellen Eingriffen, insofern ist es eine Differenz.
Schlussfolgerung
Ich denke, dass hier insgesamt sehr deutlich wird, dass Pädophile (bzw. Päderasten) mit Gewalt, Herrschaft oder Unterdrückung nichts am Hut haben.
Sie fühlen sich angezogen, wünschen sich soziale Nähe und, soweit es um das heikle Thema Sexualität geht, legen sie allergrößten Wert auf Einvernehmlichkeit mit ihrem Liebessubjekt (den Begriff „Liebesobjekt“ finde ich für einen Menschen deplatziert).
Soziales Grooming ist wechselseitige Körperpflege und fördert den Zusammenhalt von Paaren oder Gruppen. Es ist ein bedeutendes Element des Sozialverhaltens.
Die Begrifflichkeit „grooming“ wurde ursprünglich für das Tierreich verwendet. Also die Katze, die ihr Fell pflegt, ein Schwein, das sich im Schlamm suhlt, Affen, die sich gegenseitig lausen oder Pferde, die den Hals aneinander reiben.
Ein „groom“ ist im Englischen dementsprechend der Stallknecht, der die Pferde striegelt. Aber auch der Bräutigam einer Hochzeit, also am Gipfelpunkt des menschlichen Balzverhaltens.
„To groom oneself“ bedeutet auf den Menschen bezogen „sich zurechtmachen“ oder „sich pflegen“.
Im Kontext der Pädophilie hat das Wort allerdings eine Bedeutungsverschlechterung erfahren. Es ist daraus quasi die Vorbereitungshandlung einer Vergewaltigung geworden.
Als Grooming (zu Deutsch sinngemäß ‚Anbahnung‘) bezeichnet man die gezielte Anbahnung sexueller Kontakte in Missbrauchsabsicht. Im Deutschen wird dieser Begriff in der Regel verwendet, wenn Erwachsene gezielt Kinder und Jugendliche ansprechen mit dem Ziel, sexuellen Kontakt mit ihnen zu haben.
to groom a child = sich das Vertrauen eines Kindes erschleichen, um es zu sexuellen Handlungen zu bringen
Wenn man Grooming als Erschleichen von Vertrauen zum Zweck des Missbrauchs auffasst, liegt es natürlich Nahe, es als besonders verkommen, widerwärtig, heimtückisch und verwerflich zu betrachten, erst Recht, wenn es absichtsvoll auf die Schädigung eines Kindes zielt. Es ist dann die Umsetzung einer besonders perfiden Strategie mit dem Ziel einer Gehirnwäsche des Kindes, um anschließend die niedersten Triebe befriedigen zu können.
Wegen dem unterstellten Element der planvollen Heimtücke kommt ein liebevoller Pädo dann im Urteil der Gesellschaft vielleicht sogar noch schlechter weg als ein Gewalttäter, bei dem das Kind wenigstens gleich gemerkt hat, dass es missbraucht wird.
So erging es dem Jufo-Mitglied M´Noel, der (vor längerer Zeit) wegen sexueller Kontakte mit Kindern verurteilt wurde und von seiner Verhandlung berichtete:
Nicht nur vielleicht…!
Mir hat der Richter damals in der Urteilsbegruendung bescheinigt, dass mein ‚Fall‘ als besonders schlimm und verwerflich zu betrachten sei, weil ich keine Gewalt angewandt haette.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Erst ist mir der Unterkiefer auf den Boden geklappt und dann hab ich noch ’ne Geldstrafe wegen Beleidigung des Richters bekommen, weil ich ihm bescheinigt hatte, dass er nicht mehr alle Tassen im Schrank habe.
Im Grunde handelt es sich bei Grooming aber nicht um eine perfide Strategie, sondern um völlig normales, menschliches Sozialverhalten. Es ist das normale menschliche Verhaltensprogramm eines verliebten, um einen möglichen Partner werbenden Menschen.
Es handelt sich also nicht um besondere, planvolle Heimtücke, sondern ist lediglich das, was man eben tut, wenn man sich für einen anderen Menschen interessiert und sich soziale Nähe wünscht – und sich vielleicht noch mehr als Nähe erhofft.
Grooming steht dabei in einem vorwiegend sexuellen Kontext und damit in der Nähe zur Verführung, umfasst also Strategien und Handlungen, mit denen man versucht, einen anderen Menschen gewaltlos so zu „manipulieren“, dass man ihn für einvernehmliche sexuelle Handlungen gewinnt.
Was für jeden normal und erlaubt ist, müsste eigentlich auch für Menschen mit pädophiler oder päderastischer Neigung erlaubt sein. Die Verurteilung (und Verfolgung) von Grooming setzt konzeptionell an zwei Punkten an: dem unterstellten Willen zu Schädigung und dem unterstellten Schaden bei erfolgreicher Gewinnung eines „Opfers“ für einvernehmliche sexuelle Handlungen.
Widerlegung Teil 1 – das Motiv
Wäre es so wie unterstellt, ginge es also um ein Erschleichen zum Zweck des Missbrauchs, dann müssten alle pädophilen / päderastischen Täter Soziopathen sein. Sie sind es aber nicht. Pädophile sind gut angepasste und – abgesehen von ihrer Neigung – völlig normale Menschen. Es geht ihnen bei der Anbahnung einer Beziehung nicht um parasitäres Ausnutzen auf Kosten des anderen, sondern um das Herstellen einer wechselseitig gewollten und gewünschten symbiotischen Beziehung.
Der Wille, den anderen zu schädigen, ist also regelmäßig schlicht nicht vorhanden. Das Gegenteil trifft zu: jemanden, der in einen anderen Menschen verliebt ist, wird man nicht einmal mit viel Druck dazu bewegen können, dem Angebeteten willentlich zu schaden.
Widerlegung Teil 2 – die Schädigung
Allerdings kann man einen anderen Menschen auch schädigen, ohne dies zu wollen.
Es stellt sich also die Frage, ob eine gewollte sexuelle Handlung mit einem Über-14jährigen für einen Unter-14jährigen potentiell schädlich sein kann. Ich neige dazu, diese Frage zu bejahen. Ausschließen kann man es jedenfalls nicht.
Damit könnte bereits alles geklärt sein. Ist es aber nicht.
Denn genauso gut kann man die Frage auch umdrehen und fragen, ob der Austausch gewollter sexueller Handlungen mit einem Über-14jährigen für einen Unter-14jährigen potentiell nützlich sein kann. Ich neige dazu, auch diese Frage zu bejahen. Ausschließen kann man es jedenfalls nicht.
Potentiell schädlich kann fast alles sein, was einem im Leben begegnen kann. Es würde einem Menschen aber sicher nicht gut tun, Sex konsequent zu meiden, nur weil damit ein immanentes Risiko verbunden ist.
Es gibt keinen einleuchtenden Grund warum ein (in der Pubertät oft entwicklungsbedingt hypersexueller und hormontriefender) Gleichaltriger automatisch ein besserer, rücksichtsvollerer oder „sichererer“ Sexualpartner sein sollte, als ein lebenserfahrener Erwachsener.
Irgendwann wird ein junger Mensch erste sexuelle Erfahrungen mit einem anderen Menschen sammeln. Die Hauptvoraussetzung dafür, dass alles gut geht und es eine positive Erfahrung wird, ist die beiderseitige Freiwilligkeit.
Auch unter der Bedingung der Freiwilligkeit bleibt es möglich, dass die Begegnung (für einen oder beide) ein Reinfall oder ein tolles Erlebnis wird. Das hängt einerseits davon ab, ob die beiden Beteiligten sexuell kompatibel sind, also das Beisammensein lustvolle Erfüllung bringt. Andererseits davon, wie man sich gegenseitig behandelt, ob man sich also wechselseitig gut behandelt oder der eine den anderen ausnutzt bzw. schlecht behandelt.
Diese beiden Kriterien sind aber nicht an das Alter des Beziehungspartners gekoppelt.
Hierzu auch der Hinweis auf zwei Studien:
In einer 2014 veröffentlichten Studie haben Wissenschaftler der Hochschule Fulda 509 hessische Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren zum Thema Erste Liebe befragt. Rund drei Viertel gab an, bereits Dating- oder Beziehungserfahrungen gemacht zu haben. Von diesen hatten nach eigenen Angaben immerhin rund 66 Prozent der Mädchen und 60 Prozent der Jungen bereits mindestens eine emotionale, körperliche oder sexualisierte Grenzüberschreitung erlebt. Am häufigsten waren die emotional belastenden Situationen.
Gefragt wurde etwa danach, ob die Jugendlichen jemals von einem Beziehungspartner beschimpft, beleidigt oder angeschrien worden seien, ob sie bedroht oder zu etwas gezwungen wurden, was sie nicht tun wollten. Auch wenn der Partner Kontrolle darüber ausübte, wen der Befragte besuchte oder mit wem er telefonierte, fiel das in die Kategorie des emotionalen Zwangs. 61 Prozent der Mädchen und 57 Prozent der Jungen gaben an, bereits solche Erfahrungen gemacht zu haben.
Zusammenfassend zeigten die Ergebnisse, dass bei Jugendlichen Partnergewalt ähnliche gesundheitliche Folgen wie bei Erwachsenen hat.
In einer älteren viktimologischen Untersuchung des Bundeskriminalamts wurden 8.058 Opfer von Sexualstraftaten aus den Jahren 1969-1972 untersucht. 57,1% der „Opfer“ gehörten zu einer Gruppe für die folgendes festgehalten wurde: „Diese zahlenmäßig größte Gruppe enthält die exhibitionistischen und vergleichsweise harmlosen erotischen sexuellen Kontakte mit eher jüngeren Opfern. Darunter sind alle männlichen Opfer. Hier traten ganz selten Schäden auf.“
Schäden sind also mit Zwang, Nötigung und (realer, nicht-fiktiver) Gewalt assoziiert und nicht mit dem Alter des Beziehungspartners.
Framing
Da nach aktuellem gesellschaftlichen Konsens sexuelle Handlungen auch dann als Gewalt gelten (sollen), wenn Kinder (unter 14jährige) ihnen zustimmen, ist der unterstellte „Zweck“ von Grooming durch einen pädophilen oder päderastisch veranlagte Menschen immer eine sexuelle Gewalttat.
Das ist allerdings lediglich eine Fiktion, die Bestandteil eines ganzen Komplexes von Fiktionen ist:
Lust ist ein niederer Trieb
Sex ist schmutzig
Sex ist mit männlicher Herrschaft und Gewalt verbunden
Kinder sind „unschuldig“
Kinder haben keine Sexualität
Sex ist für Kinder schädlich
Sex mit bestimmten (= älteren) Menschen ist für Kinder schädlich
Kinder können sexuellen Handlungen nicht zustimmen
Zu etwas Verwerflichen wird Grooming es erst durch Framing, also die Einbettung in ein bestimmtes, den obigen Fiktionen folgendes Interpretations- und Deutungsraster, mit dem Grooming als Problem, moralisch verworfen und als selbstständig verfolgungswürdig positioniert wird.
Demjenigen der Grooming betreibt wird ein niederes Motiv und eine böse Absicht unterstellt (Missbrauch, schlechte Behandlung eines anderen Menschen aus selbstsüchtigen Motiven). Dem „Opfer“ von Grooming wird ein Schaden unterstellt. Ob sich das „Opfer“ geschädigt fühlt, spielt für die Einordnung der Gesellschaft und des Gesetzgebers keine Rolle.
Wie gut dieses Deutungsraster funktioniert, kann man an der Skandalisierung in Medien und Gesellschaft und den Gesetzgebungsinitiativen gut erkennen. Grooming ist bereits strafbar. Nun soll auch der Versuch strafbar werden.
Folgen
Da sich Pädophile in Kinder verlieben, verhalten sie sich Kindern gegenüber typischerweise aufmerksam, zugeneigt, fürsorglich und liebevoll.
Wenn es dann allerdings im weiteren Verlauf der Beziehung zu einem einvernehmlichen sexuellen Kontakt kommt und dieser aufgedeckt wird, gelten sie gerade wegen dieser Hinwendung als besonders verkommen, widerwärtig und heimtückisch.
Diese Wahrnehmung führt zum Paradox eines höheren Strafmaßes für weniger schädliche Taten.
Die eigenständige Grooming-Gesetzgebung und die geplante Einführung der Versuchsstrafbarkeit ist vor allem ein (insbesondere gegen Pädophile gerichtetes) Repressionsmittel:
Die Grooming-Strafbarkeit inklusive Versuchdstrafbarkeit dient der Vorverlagerung strafrechtlicher Repression in den Bereich der sozialen Kontaktaufnahme. Pädophile sollen mit Mitteln der Strafandrohung von jeglicher Annäherung zu Kindern und Jugendlichen abgehalten werden. Schon dem Anfangsverdacht bezüglich eines Groomingversuchs kann dann mit strafprozessualen Mitteln begegnet werden. Die Ermittlungsschwelle wird hierdurch extrem niedrig.
Grooming wird aber natürlich auch von Kindern und Jugendlichen untereinander betrieben wird. Schließlich handelt es sich im Grunde um ganz normales menschliches Verhalten.
Lt. Polizeilicher Kriminalstatistik 2018 (Übersicht Tatverdächtigentabellen, Tatverdächtige insgesamt nach Alter und Geschlecht) waren bei „Cyber-Grooming“ und „Einwirken auf ein Kind durch Vorzeigen von Pornografie“ 39,98 % der Tatverdächtigen selbst minderjährig. Die Dunkelziffer dürfte dabei aufgrund der deutlich geringeren Anzeigebereitschaft gegenüber Kindern und Jugendlichen gewaltig sein.
Die Verfolgung dieser Minderjährigen wird billigend in Kauf genommen, damit man sich öffentlich als Bekämpfer von Pädophilen profilieren kann.
Auch andere Menschen mit norm-konformer sexueller Orientierung sind vom Grooming-Narrativ negativ betroffen: wenn man zu nett zu Kindern ist oder freiwillig zu viel Zeit mit ihnen verbringt, kann das inzwischen durchaus negativ auffallen und zu Verdächtigungen führen.
Männliche Erzieher oder Lehrer, trauen sich nicht mehr ein Kind zu trösten oder in den Arm zu nehmen, weil sie nicht dem Verdacht aussetzen wollen, übergriffig geworden zu sein. Darunter leidet dann nicht nur die erwachsene Betreuungsperson, sondern auch das Kind, dass dann ohne die Tröstung auskommen muss, die es eigentlich gerade benötigt.
Was weiß die Welt von meinem Leid? Ich hab es ihr ja nicht gezeigt. Und hätte sie es doch gesehen, so würde sie es nicht verstehen. Mich gar mit ihrem Zorn bedecken. Deshalb muß ich es verstecken.
Lastet auf mir wie ein Stein. Tragen muß ich ihn allein. Kann meinen Schmerz mit niemand teilen und niemals wird die Wunde heilen.
Denn Liebe heilt ja nicht. Es schmerzt ja auch, wenn sie erlischt. Und blüht sie, so schmerzen ihre Triebe. Denn die Welt hasst meine Liebe.
Und dennoch lieb‘ ich mein Leid und liebte es lieber zu zweit.
Gestern “Nothing Really Matters”, heute Matterrs. Wobei das ein bisschen geschummelt ist, den eigentlich heißt, der Junge, der sich Matt Errs (bzw. Matterrs) nannte, Matthew Bacik.
Matt wurde am 21.05.2001 geboren und fing schon früh an unter dem Künsternamen Matt Errs Cover von Popsongs aber auch ein paar klassische Klavierstücke auf seinem YouTube Kanal zu veröffentlichen.
Hier ein Cover von Etton John’s „Your Song“, das kurz vor seinem 12 Geburtstag entstanden ist:
Besonders gut gefällt mir ein zwar musikalisch nicht perfektes aber gutes, gut gemachtes und vor allem unterhaltsames Cover von „Stressed Out“, das Matt mit 14 veröffentlicht hat.
2015 wurde Matt Schauspieler und übernahm eine Rolle in der kanadischen Mockumentary (Schein-Doku / Scripted Reality Serie) „Lost & Found Music Studios“.
Die Serie folgt dokumentarisch dem (fiktiven) Leben und Alltagsproblemen einer Gruppe junger Musiker, die an einem Musikprogramms teilnehmen, das von Mr. T., einem Musikproduzenten und dem Inhaber der Lost & Found Music Studios betreut wird.
Jedes Jahr kommen ein paar neue Mitglieder hinzu. Das Jahr endet indem Mr. T., einige der herausragenden Mitglieder auswählt, um an einer Live-Tour teilzunehmen. Mit der Tour ist dann die Karriere bei Lost & Found beendet und die Jungs und Mädchen werden als professionelle Musiker ins Musikgeschäft geschickt.
Hier zwei Aufnahmen aus dem Umfeld dieser Serie, die entstanden als Matt 16 war. Ich finde der Stimmbruch hat seiner Stimme gut getan.
Inzwischen ist Matt 18 und ich denke man wird musikalisch noch einiges von ihm hören.
2015 nahm Beau bei The Voice Kids teil. Er legte einen wirklich guten Auftritt hin, wurde aber aus unerfindlichen Gründen nicht gebuzzert und schied aus.
Klicks auf Youtube sind ein relativ guter Gradmesser, wie gut dem Publikum ein Auftritt gefallen hat und das Video von Beaus Blind Audition wurde bis heute 14.35 Millionen mal angesehen. Die Blind Audition des späteren Siegers der 4. Staffel (Lucas) wurde „nur“ 6.1 Million mal angesehen.
Auch die Coaches müssen wohl eingesehen haben, dass sie einen Fehler gemacht hatten. Vermutlich erhielt Beau (der passenderweise auch so aussieht, wie er heißt) eine Wildcard für die nächste Staffel.
Jedenfalls trat er 2016 erneut an und kam diesmal auch tatsächlich weiter. Hier seine Blind Audition, mit der er diesmal auch tatsächlich weiterkam:
Leider war dann in den Battles Schluß. Im Battle Alexander vs. Beau vs. Gemario konnte sich Alexander durchsetzen, über dessen Blind Audition mit „Sexy Als Ik Dans“ ich kürzlich berichtet habe.
Für mich hatte in dem Battle allerdings Beau stimmlich die Nase vorne. Wer mag, kann sich selbst ein Urteil bilden: