Der kleine Prinz und die Boylover

Eines der schönsten Bücher, die ich kenne, ist die Erzählung vom Kleinen Prinz. Sie ist mit 140 Millionen verkauften Exemplaren und Übersetzungen in 350 Sprachen und Dialekten auch eines der erfolgreichsten Bücher überhaupt.

Der Mann, der die Geschichte vom Kleinen Prinzen geschrieben hat, Antoine de Saint-Exupéry, war zwar ein anerkannter Autor, sah sich selbst aber eher als einen nur nebenher schriftstellernden Berufspiloten. Er startete am 31. Juli 1944 – heute vor 75 Jahren – zu seinem letzten Flug.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach wurde Saint-Exupéry eingezogen und diente zunächst als Ausbilder für Piloten. Später wurde er selbst Pilot bei einem Aufklärungsgeschwader. Nach dem Waffenstillstand mit Frankreich am 25. Juni 1940 wurden die französischen Streitkräfte demobilisiert. Saint-Exupéry emigirierte in die Vereinigten Staaten. Dort, in New York, erschien am 06. April 1943 die Erstausgabe des Kleinen Prinzen.

Im Mai 1943 begab sich Saint-Exupéry in das inzwischen von britischen und amerikanischen Truppen kontrollierte Algerien, wurde wieder Luftwaffenpilot und als Aufklärer eingesetzt. Am 31. Juli 1944 startete er morgens vom Flughafen Bastia zu seinem planmäßig letzten Aufklärungsflug, kehrte aber nicht zurück, sondern blieb verschollen.

Sein Schicksal blieb lange ungeklärt. Im Jahr 2000 wurde ein Flugzeug vom Typ, den er geflogen hatte, auf dem Grund des Mittelmeers in der Nähe von Marseille geortet. Im Jahr 2004 wurde es anhand der Seriennummer als das von Saint-Exupéry identifiziert. Er wurde bei seiner Mission abgeschossen.

Es gibt viele Menschen, die das Werk von Antoine de Saint-Exupéry – besonders sein „Kleiner Prinz“ – berührt hat. Da sollte es nicht verwundern, dass auch BLs (also Boylover, deutsch „Jungenliebhaber“) vom Kleinen Prinz inspiriert wurden.

Hier die ersten fünf Teile einer Sammlung von Geschichten, die ursprünglich von dem Boylover Royal stammen:

Der kleine Prinz und die Boylover – Teil 1

Dann kam der kleine Prinz zu einem jungen Mann.

„Wer bist du?“ fragte der kleine Prinz. „Ich bin ein Boylover“ antwortete der Mann traurig. „Was macht ein Boylover?“ fragte der kleine Prinz und musste schlucken, weil der Mann so traurig aussah.

„Ein Boylover liebt Jungs….“ bekam er als Antwort zu hören. ‚Schön’ dachte sich der kleine Prinz und freute sich. ‚Es muss schön sein jemand zu lieben.’

Der kleine blonde Kopf drehte sich suchend von links nach rechts. „Wo sind diese Jungs?“ fragte er den Boylover neugierig, denn er wollte gerne die Jungs sehen, die geliebt wurden und sich mit ihnen freuen.

Da antwortete der BL gallig: „Ich lasse keine Jungs in meiner Umgebung zu!“ Erstaunt sah der kleine Prinz zu dem Mann auf, erkannte dessen aggressiven Gesichtsausdruck, erschrak und fragte etwas zurückhaltender: „Warum lässt du keine Jungs in deiner Umgebung zu?“ „Weil ich ihnen nicht wehtun will und weil ich selber keinen Schmerz erfahren mag…” antwortete der Mann leise und begann nun zu weinen.

Der kleine Prinz gab ihm ein Taschentuch gegen die Tränen und wollte wissen, warum der Mann denn Angst vor Schmerz habe und sich auch noch sorge, den Jungs weh zu tun. Der Mann sah ihn an und sagte: „Weil ich ein Boylover bin.“

Eine komische Logik dachte sich da der kleine Prinz. ‚Ein Boylover, der Jungs liebt, sie aber nicht sehen will, weil er Angst hat, ihnen weh zu tun. Und … wie kann er jemand lieben, wenn er Angst hat, dass dieser ihm Schmerz bereitet?’

Der kleine Prinz verstand die Logik nicht, wollte dem Mann aber von seiner Traurigkeit erlösen und lächelte ihn nett an. Da sagte der Mann: „Bist du etwa ein Junge?“ Der kleine Prinz strahlte und nickte ein „Ja“, da wandte sich der Boylover erschrocken ab und sagte: „Bitte geh weg“

Und der kleine Prinz bekam ein schweres Herz und ging seinen Weg weiter. Hinter dem ersten Baum musste er an seine Rose denken…. ‚Wie kann ich in Rosen verliebt sein’ murmelte er‚ ‘wenn ich gar keine Rosen in meinem Leben zulasse?’

Der kleine Prinz und die Boylover – Teil 2

Mit diesen tiefen Gedanken in seinem Kopf trug der kleine Prinz ein schweres Gemüt durch die Welt der Menschen. Den blonden Schopf ließ er hängen und achtete nur noch auf das kurze Stück Weg vor seinen Füssen.

Just in diesem Moment aber rollte ihm ein Ball vor die Füße und stieß an seine Zehen. „Heia, kick den Ball rüber!” hörte er eine helle Jungenstimme rufen. Das wollte der kleine Prinz auch gerne tun. Da er nun aber sein Leben lang Vulkane gepflegt, Sonnenuntergänge angesehen und mit seiner Rose gesprochen hat, konnte er einen Ball nicht so richtig gut treten.

So trat er zwar mit aller Wucht zu, traf jedoch nicht den Ball, sondern stieß sich den Fuß an einem Stein. Als der andere Junge sah, dass dem kleinen Prinzen vor Schmerz die Tränen in die Augen schossen, kam er angelaufen und legte seine Hand tröstend auf die Schulter. „Komm, wir gehen zu meinem Bruder, der hilft dir deinen zu Fuß kühlen.”

Der Junge und der kleine Prinz gingen zu den anderen Spielern. Der jugendliche Bruder und ein junger Mann hörten, dass der kleine Prinz Schmerzen hatte und trugen ihn in den Schatten einer kleinen Oase.

Während der junge Mann den Fuß des kleinen Prinzen mit einem feuchten Tuch kühlte, sah dieser wie der Jugendliche dem Mann einen Kuss auf die Lippen gab. „Bist du ein Boylover?” fragte er den Mann da sogleich neugierig. „Ein Boylover? Hmmm” sagt der junge Mann erstaunt. „Ein komisches Wort … aber wenn du meinst, ob ich diesen Junge liebe … dann: ja. Dann bin ich ein Boylover.”

Und während er dies sagte, war zu sehen, dass der Junge den Mann verliebt anblickte und nach diesen Worten glücklich strahlte und ihm einen weiteren dicken Kuss auf die Lippen drückte, den der Mann bereitwillig erwiderte. Der Junge sah den kleinen Prinz nun auch an und sagte: „Wir verbringen schöne Tage und wunderbare Nächte miteinander.”

Bevor der kleine Prinz weiterfragen konnte, sprach der Junge schnell weiter: „Ich bin schwul, als ich mich für Männer zu interessieren begann, hab ich diesen gefunden, und ihn seitdem nicht mehr hergegeben. Wir werden zusammengehören, solange wir das wollen.” Der kleine Prinz freute sich über die Liebe der zwei und die offensichtliche Zuneigung des kleineren Bruders.

Während die drei weiter Ball spielten, näherte sich dem kleinen Prinzen eine alte Frau und zischte ihm zu: „Das ist wider die Natur, was die da machen.” Gerade als der kleine Prinz erschrocken etwas antworten wollte, wandte sich die Alte ab und humpelte weiter in Richtung des Dorfplatz.

Der kleine Prinz jedoch hatte sich lange genug erholt, bedankte sich bei den drei höflich und verabschiedete sich. Während er das Spielfeld, die zwei Liebenden (und das Kind) hinter sich ließ, musste er an die Worte der Alten denken.

„Ja aber …“ so murmelte er leise, „wie kann es denn wider die Natur sein, wenn es doch in der Natur dieser beiden Menschen liegt?”

Der kleine Prinz und die Boylover – Teil 3

Durstig und neugierig suchte der kleine Prinz ebenfalls den Weg zum Dorfplatz. Auf dem Platz angekommen wurde er von den vielen Menschen beinahe überwältigt. Hatte er bisher auf seinem Planet immer nur Platz für einen oder zwei Besucher gehabt, so waren hier hunderte von Menschen versammelt.

Und jeder hatte seine eigene kleine Welt und viel zu tun. Es wurde gehandelt, geredet, gefeilscht und auch gestritten. Mit einem Glas Wasser in der Hand sah sich der kleine Prinz um und erschauderte. Er sah einen anderen Jungen, der am Rande des Marktes zum Verkauf angeboten wurde. Ohne lange nachzudenken, ging er los.

Je näher der kleine Prinz dem Jungen kam, umso mehr musste er sich aber wundern. Der Junge war ein verkleideter Mann. Noch dazu war die Verkleidung recht dürftig. Der kleine Prinz merkte, dass dies keiner der Interessenten erkannte und fragte den Mann: „Warum verkleidest du dich als Junge?” Der Mann sah ihn betrübt an und meinte er habe keine Freunde und hoffe so welche zu finden. Der kleine Prinz sah stumm zu den Jungens, die am Rande des Dorfplatzes im Sand spielten. Die Augen des Mannes folgten dem Blick, zuckten dann aber schnell zurück und fixierten den nächsten Mann, der ihn vielleicht kaufen wollte.

Der kleine Prinz wollte den Mann nicht noch trauriger machen und fragte ihn deshalb nicht, ob er ein Boylover wäre. Stattdessen fragte er: „Was verkaufst du?” und der Mann antwortete: „Meine Seele.”

Der kleine Prinz und die Boylover – Teil 4

In der Nähe des Marktplatzes sah der kleine Prinz einen Mann der einen Abfalleimer auf die Straße stellte. „Was machst du?” fragte er den Mann. „Ich räume meine Wohnung endlich auf.” beschied ihn der Mann. Der kleine Prinz ging schnurstracks an dem Mann vorbei ins Wohnzimmer, setze sich auf einen der Teppiche und fragte den Mann warum er das denn mache. „Ich habe mich entschieden ein Boylover zu sein.” meinte der Mann. Erstaunt einen angehenden Boylover gefunden zu haben, wollte der kleine Prinz wissen, „und dann räumst du auf?”„Ja, klar” wurde ihm geantwortet, „wenn ich einen Jungen kennen lernen will, so möchte ich, das er es schön hat bei mir. Dass ich ihm etwas bieten kann.”

„Aber wird er denn gerade eine aufgeräumte Wohnung an dir schätzen?” fragte der kleine Prinz erstaunt. „Toll, kennst du ihn denn schon so gut? Wo ist er?” Der blonde Besucher sah sich neugierig in der Wohnung um. Da lachte der Mann. „Nein”, sagte er „ich kenne ihn noch gar nicht. Vielleicht werde ich sogar noch lange auf ihn warten, aber er wird so ein Netter sein, dass ich nicht nur nehmen, sondern auch geben will.” „Eine aufgeräumte Wohnung geben?” fragte der Prinz verwundert. Da nickte der Mann ernst und erklärte: „Ich werde *mich* geben wollen. Und da muss ich doch Sorge tragen, dass es mir gut geht, oder? Dass ich mich wohl fühle … und der erste Schritt auf einem langen Weg ist eine aufgeräumte Wohnung.”

Danach sprach der Mann von all den vielen anderen Schritten, die er vorhatte zu seinem eigenen Wohle und zum Wohle eines Jungen zu gehen, den er noch gar nicht kennen gelernt hatte. Das gefiel dem kleinen Prinzen und er half dem Mann bis in den Abend hinein aufzuräumen.

Der kleine Prinz und die Boylover – Teil 5

In der Nacht wurde der kleine Prinz überraschend wach. Während er noch sein dünnes Gewand um sich schlang und versuchte, wieder einzuschlafen, hörte er leises Schnaufen und die Geräusche von nackter Haut. Zuerst dachte er an ein Liebespaar, welches die Gunst der dunklen Stunde nutzen würde … dann aber wurde die Nacht zusätzlich durch leise und mit aller Anstrengung unterdrückte Laute des Schmerzens durchschnitten.

Da stand der kleine Prinz auf, richtete seine Kleidung, rieb sich den Schlaf aus den Augen und ging langsam in Richtung der Geräusche. Ein paar Meter führte ihn der Weg durch die Wüste. Er spürte den kalten Sand unter seinen Füßen und während er still und lauschend weiterging, kam er zu einem kleinen Hain. In der ersten Reihe der Bäume sah er einen erwachsenen Mann, der einen kleinen Jungen vergewaltigte.

„Hallo” sagte der kleine Prinz leise. „Geh weg, das ist meiner, den schnalle ich mir um.” antwortete der Mann und ließ sich durch die Anwesenheit des Prinzen nicht beeinflussen. Der kleine Prinz indes sah sich um und konnte in der Nähe die anderen Mitglieder der Familie des Jungen erkennen, die allem Anschein nach fest und tief schliefen. „Bist du ein Boylover? Und was machst du da?” fragte er den Mann. Just in diesem Moment stieß der Mann einen kleinen Schrei der Erregung aus und ließ erschöpft und schwitzend von dem Jungen ab.

„Ein Boylover? Keine Ahnung, was das ist.” antwortete er schwer atmend. „Und was ich mache? Das siehst du doch, ich hole mir, was ich brauche, um nicht zu verrecken.” „Aber hast du keine Angst, jemand weh zu tun?” wollte der kleine Prinz wissen. „Angst? Die habe ich nur vor der Entdeckung durch die Wachen, schau, der Junge hat sich noch nie beklagt und selbst der Mutter ist es egal…” antwortete der Mann und wies mit der zittrigen Hand auf eine in der Nähe am Boden liegende Gestalt.

Und ja, als der kleine Prinz dem Jungen ins Gesicht sah, beklagte sich dieser nicht und blickte zu Boden. Noch während zwei schwere Tränen von dessen abgewandtem Gesicht rollten und auf dem Wüstenboden aufschlugen (und den trockenen Sand zu einer kleinen Perle verbucken) wusste der kleine Prinz, dass der Junge nicht mit ihm reden wollte. Als der kleine Prinz zu der Mutter ging, sah er, dass auch sie die Augen etwas geöffnet hatte und ihr ebenfalls kleine Tränen aus den Augen rannen.

Weitere Teile finden sich hier (Link).

Egor Gorlov (Podolyanochka)

Egor Gorlov ist ein ukrainisches Kindermodel – und trat 2017 als Zwölfjähriger in der 4. Staffel von The Voice Kids Ukraine an.

Da er nicht nur gut aussieht (was die Coaches in der Blind Audition natürlich nicht wissen können), sondern auch noch gut singen kann, war die Qualifikation für die nächste Runde für ihn kein Problem. Alle Coaches drehten sich um und wollten ihn in ihrem Team haben. Er schied dann allerdings in der Battle Runde aus.

Hier seine ziemlich ansehnliche und durchaus hörenswerte Blind Audition mit einem ukrainischen Volkslied, der Podolyanochka.

Der alte Mann, der einmal ein Junge war

Am 20.02.2013 fand eine öffentliche Podiumsdiskussion in der Reihe Denkcafé des Arminius Konferenz- und Debattenzentrums in Rotterdam zum Thema Pädophilie statt.

Die Moderation übernahm Mirella van Markus, eine erfahrene TV-Moderatorin der Nachrichtensendung Hart van Nederland des Senders SBS6.

An der Debatte nahmen ein Polizist, ein Sexualwissenschaftler, ein Psychologe, ein Soziologe für Schwule Studien an der Universität Amsterdam und Marthijn Uittenbogaard, ein pädophiler Aktivist, teil.

Am Ende der Debatte durfte sich das Publikum zu Wort melden. Die letzte Wortmeldung kam von einem alten Mann, der einmal ein Junge war. Einer der sich noch daran erinnerte, wie das war, es in seinem Herzen bewahrt hat und das offene Wort wagte:

Ich möchte zwei Dinge sagen. Als ich dreizehn war und die Sexualität entdeckte, war ich ständig auf der Suche nach jemandem, mit dem ich ins Bett gehen konnte. Und irgendwann habe ich das gefunden. Er war vierzig Jahre alt und es war großartig. Das war so wichtig für mich. Das ist Punkt eins. Und die andere Sache, die ich sagen möchte: Ich bin schwul, ich durfte lange Zeit nicht sein, wer ich war, und ich hoffe, dass sich jeder vorstellen kann, wie es ist, wenn man nicht sein kann, wer man ist. Wenn du eine Frau liebst: und du darfst keine Frau lieben. Wenn du einen Mann liebst: und du darfst keinen Mann lieben. Und da haben wir die Pädosexuellen, die das gleiche Problem haben, wie ich in meiner Jugend. Sie dürfen nicht fühlen, was sie fühlen, sie dürfen nicht zärtlich sein, zu dem sie zärtlich sein wollen. Dass Missbrauch furchtbar ist, da stimme ich völlig zu, aber wir müssen uns sehr bemühen, diese Menschen in der Situation, in der sie sich befinden, zu unterstützen und versuchen, sie zu verstehen. [das Publikum klatscht]

Übersetzung des Transskripts von http://www.brongersma.info
(herzlichen Dank für den Link an Marthijn Uittenbogaard!)

Für alle, die dem Niederländischen folgen können, hier das Video der gesamten ca. zweistündigen Podiumsdiskussion. Ich habe zwar versucht einen „Timestamp“ im verlinkten Video zu setzen, dies scheint aber bei der Verlinkung verloren zu gehen. Die zitierte Wortmeldung beginnt bei 1:52 und 7 Sekunden. Mit dem Schieberegler-Bedienelement im Video kann man relativ leicht an diese Stelle springen.

Ich bin sehr, sehr dankbar dafür, dass dieser mutige Mann bereit war, sich in die Diskussion einzubringen.

Seine Worte sind ein Tabubruch. Es gilt heutzutage als skandalös und unerhört, die Möglichkeit von sexueller Einvernehmlichkeit zwischen einem Jungen und einem Mann auch nur in den Raum zu stellen.

Der Mann aus dem Publikum hat die real existierende Wirklichkeit dieser Einvernehmlichkeit aus unmittelbarer eigener Erfahrung eindeutig bejaht. Er unterscheidet klar zwischen Missbrauch und Liebe und erinnert daran , wie schwer es für einen Menschen ist, nicht sein zu dürfen, wer man ist und nicht lieben zu dürfen, wen man zu lieben bestimmt ist.

Der Mann aus dem Publikum hat es nicht getan, weil er es musste, oder weil er selbst etwas davon gehabt hätte, sondern weil er wusste, dass es richtig war.

Es war ein sehr wichtiger und wertvoller Beitrag, zumal man hier auch nicht nur liest, dass jemand etwas gesagt haben soll, sondern weil man hier die Möglichkeit hat, es direkt aus dem Mund eines Betroffenen zu hören.

Jeder, der als Kind eine positive Erfahrung mit einem Erwachsenen gemacht hat und es wagt das Tabu zu brechen und die Wahrheit seiner Erfahrung auszusprechen, ob unter Freunden, in einer Diskussionsrunde oder gegenüber einem Journalisten, macht den Menschen, die so fühlen und lieben wie sein ehemaliger großer Freund, ein großes und kostbares Geschenk.

Berliner CSD – 15. Jahrestag des Rauswurfs

Beim Gedenken an den Christopher Street Day nimmt es die Schwulenbewegung mit dem Datum nicht so genau und verteilt die CSD bzw. Gay Pride Paraden über den ganzen Monat Juni und Juli. Das verschafft ihr 2 Monate Aufmerksamkeit für ihr Anliegen, statt nur einen Tag und verschafft Interessierten die Möglichkeit gleich eine ganze Reihe von Märschen zu besuchen. Auf diese Weise kann mehr Präsenz gezeigt werden und die Bewegung noch größer scheinen, als sie es ohnehin ist.

So kommt es, dass heute, einen Monat nach dem 50. Jahrestag des Christopher Street Day, die Berliner CSD Parade stattfand. Zusammen mit dem Kölner CSD ist sie die wichtigste Gay Pride Parade Deutschlands.

Zum eigentlichen Jahrestag des CSD, habe ich bereits an diesen kämpferischen Urknall der Schwulenbewegung erinnert. Aber auch an die frühe Ausgrenzung von Transsexuellen, obwohl diese den Widerstand an vorderster Front mitgetragen hatten. Seit 1973 konnten Trans-Personen nicht mehr Mitglied der Gay Activists Alliance (GAA) sein, weil sich die eindeutig geschlechtlich identifizierten Schwulen und Lesben damit bessere Chancen für ein Antidiskriminierungsgesetz (Gay Rights Bill) ausrechneten.

Irgendwann wurde die Schwulenbewegung dann wieder inklusiver, vermutlich, weil man zu der Einsicht gelangt war, dass die Menge der vertretenen Menschen für die Durchsetzung der politischen und gesellschaftlichen Ziele entscheidend ist. Man fand sich als LGB-Bewegung zusammen und inkludierte immer weitere norm-abweichende Gruppen, so dass am Ende ein LGBTQIAPK (lesbian, gay, bisexual, transgender, queer, intersex, asexual, pansexual, polyamorous, kink) oder das deutlich einfachere LGBT+ stand.

Die Päderasten, die einmal selbstverständlich dazugehörten, wurden dagegen rausgeschmissen. Bei den innerhalb der Bewegung schnell sehr wichtig gewordenen Lesben und Genderbewegten dominierte die feministische Vorstellung, dass Sexualität mit männlicher Herrschaft und Gewalt verknüpft ist. Sie waren zahlreicher, besser organisiert und für die Mehrheitsgesellschaft weit akzeptabler als die pädophil bzw. päderastisch orientierten Mitstreiter. Zugleich wurde immer deutlicher, dass Pädophilie für die Mehrheitsgesellschaft nie akzeptabel werden würde.

Also warf man den Ballast über Bord. Erst in den USA, dann im Rest der Welt. Im wesentlichen war der Prozess in Deutschland gegen Ende der 80er / Anfang der 90er abgeschlossen und wurde 1994 mit einer Unvereinbarkeitserklärung des Lesben– und Schwulenverbands (LSVD) abgesichert. Trotzdem waren Pädophile teilweise noch am Rand geduldet. Während sie in den USA bei Gay Pride Paraden schon 1986 ausgeschlossen wurden, wurden sie bei CSD Paraden in Berlin noch toleriert.

Hier ein Bericht von der CSD Parade in Berlin im Jahr 2001:

Christopher-Street-Day(CSD) Berlin 2001

Boylover-Treffen auf Homoparty

Kleine Minderheit zwischen großer Minderheit

(Red/K13) Auch in diesem Jahr trafen sich wieder zu den alljährlich stattfindenden Veranstaltungen der Homosexuellen einige Boylover aus ganz Deutschland und der Schweiz in Berlin. Am letzten Wochenende im Monat Juni 01 fanden sich etwa 25 Boylover an einem für Insider bekannten Platz ein, um am CSD* 2001 mitzumaschieren. Hatten noch im Jahr davor über 60 Boylover teilgenommen, so waren es in diesem Jahr erheblich weniger, die die Anreise auf sich genommen hatten und motiviert zwischen den Schwulen und Lesben dabei sein wollten.

Bereits am Vortage trafen sich die Berliner Boylover in einer Szenenkneipe, um alle angereisten Pädos zu begrüßen und auf das schwule Berlin einzustimmen. Am Samstag morgen ging es dann gemeinsam zu einem amerikanischen Restaurant, wo man sich bekanntlich zwischen vielen jungen Gästen erfreuen und Verpflegung für den langen Marsch zu sich nehmen konnte. Gegen 12:30 Uhr ging es dann los und nach einer halben Stunde traf man auf die Parade. Man wartete einen bestimmten der etwa 70 prachtvoll geschmückten Wagen ab und marschierte hinterdrein. Der Umzug dauerte drei Stunden und unterwegs gesellte sich noch ein unbekannter Pädo hinzu, der die Gruppe an den Boylover-Logos auf den T-Shirts erkannte. Der Versuch ein Gruppenfoto, mit einem Polizeiwagen im Hintergrund zu knipsen, lief leider schief, wurde aber an einem anderen Ort dennoch gemacht, um dieses gemütliche und freudige Zusammensein festzuhalten. Im Anschluß an die bunte Homoparty trafen sich alle in einer Pizzaria wieder zusammen, um die ersten Eindrücke zu verarbeiten und mit den neuen Gesichtern ins Gespräch zu kommen. Die mangels Organisation nicht stattgefundene Grillparty nach der Parade wurde spontan durch ein lockeres und gemütliches Beisammensein im Park ersetzt. Zum Ausklang des stressigen, aber tollen und erlebnisreichen Tages, vielen dann alle Teilnehmer in einen wohl geschafften und träumerischen Schlaf mit vielen tollen Jungs. Am Sonntag morgen wurden fünf Tische im Stammlokal der Berliner Boylover zusammengestellt und man „brunchte“ wie schon so oft unter den einheimischen Pädos üblich ist.. Angefangene Diskussionen der Vortage wurden weitergeführt und man überlegte wie bereits das Jahr zuvor, wie man denn den CSD 2002 besser und frühzeitiger organisieren könnte. Von einigen kamen sogar Vorschläge, einen eigenen Wagen für die Parade anzumelden. Man wird sehen, ob diese Aktivitäten im nächsten Jahr in die Realität umgesetzt werden können.

Meldung auf Krumme13.org

Der Auftritt war dabei im Grunde zurückhaltend. Das Motto lautete „Für die Akzeptanz aller sexuellen Minderheiten“. Wer nicht eingeweiht war und wusste, dass da Pädos und Päderasten marschieren, wurde auch nicht mit der Nase darauf gestoßen. Hier ein Foto vom CSD 2002, damit man eine Idee bekommt, wie man sich das vorstellen muss:

Bild übernommen von krumme13.org

2003 kamen (lt. Kurzbericht auf krumme13.org) etwa 30 Boylover auf dem CSD in Berlin und mischten sich unter die vielen Schwulen und Lesben. Das Transparent blieb außen vor, als Alternative wurden stattdessen ca. 200 Flugblätter an die Besucher verteilt.

In einem Kommentar auf der Seite Krumme13.org wurde noch 2003 eine (möglicherweise auch schon etwas ältere) Stellungnahme des CSD Berlin zur Teilnahme von Pädophilen zitiert:

Da es sich beim CSD-Aufzug um eine Demonstration handelt, kann grundsätzlich jede Person, die die Ziele des Demonstrationsaufrufers – hier der Berliner CSD e.V. – unterstützt, teilnehmen, sofern hierbei nicht gegen bestehende Gesetze verstoßen wird. Dies gilt so natürlich auch für Personen, die hinsichtlich des Themas Pädophilie eine andere Auffassung vertreten als wir. Die Tatsache, dass unter Umständen solche Personen an unserer CSD-Demo teilnehmen bedeutet jedoch nicht, dass wir uns deshalb mit deren politischen Zielen gemein machen.

Wir stellen nochmals klar, daß die Ziele der Pädopilien mit den Zielen der lesbischen und schwulen Emanzipation, und damit des CSD, unvereinbar sind. Eine Teilnahme von solchen Gruppen ist uns nicht bekannt.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Schmidt

Geschäftsführer

Berliner CSD e.V.

2004 wurde das Transaparent „Für die Akzeptanz aller sexuellen Minderheiten“ dann wieder mitgeführt. Aber mit der Duldung war es vorbei. Peternetti auf dem jungsforum:

Die Leitung des CSD rief die Polizei um die „Fahne“ verschwinden zu lassen. Alle Fahnenträger wurden extra von der Polizei abgeführt, bzw. es untersagt weiterhin an der Demo, mit dem Transparent teil zu nehmen. (Die CSD-Ordner hätten es auch machen können)

Seitdem demonstrieren keine BLs mehr beim Berlin CSD!

So ist es bis heute geblieben.

Pädo-Gegner reagieren darauf mit Häme und Verhöhnung. Im tagesspiegel etwa erschien 2010 ein Meinungsartikel des antipädophilen Journalisten Manfred Karremann mit dem Titel „Mundtot“, in dem dieser sich freut:

2004 durften diese Verbände nicht mehr am Christopher Street Day teilnehmen. Einmal mehr haben sich die Schwulen und Lesben deutlich abgegrenzt von jenen, die Kinder sexuell belästigen.

Begleitend zu dem Artikel brachte der tagesspiegel diese hetzerischen Karrikatur von Klaus Stuttmann:

Geteilt via tagesspiegel

Menschen mit einer bestimmten sexuellen Orientierung, für die sie nichts können, werden also mal eben mit Vergewaltigern gleichgesetzt.

Das scheint die LGBT+ Community nicht zu stören. Sie ist ja nicht betroffen.

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Jude.

Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

Martin Niemöller

Als ich für diesen Beitrag recherchiert habe, bin ich zufällig auf einen Artikel bei queer.de, einem Internet-Portal, das sich sich selbst als „Zentralorgan der Homo-Lobby“ versteht, aus dem Jahr 2011 gestoßen. Aus diesem Artikel:

Solche Geschichten kommen normalerweise nur aus Hollywood: Der siebenjährige Malcolm hat im Radio eine Geschichte über die Benachteiligungen gehört, die Schwule und Lesben in Amerika widerfahren. Der Junge war sauer – und sprach mit seiner Mutter darüber, was er dagegen tun könne. Schließlich entschied er sich, 140 Dollar an zwei Homo-Gruppen zu spenden: zum einen an die Human Rights Campaign, die sich mit Lobbyarbeit in Washington für eine Gleichbehandlung in den Gesetzbüchern einsetzt, zum anderen an das Los Angeles Gay and Lesbian Center. Die Einrichtung bietet unter anderem einen kurzfristigen Unterschlupf für junge Obdachlose an, die wegen ihrer sexuellen Orientierung aus dem Haus der Eltern geworfen worden waren. Dieses Problem hat Malcolm besonders betroffen gemacht, da es Studien zufolge in den USA immer mehr um sich greift: So kam bereits eine Untersuchung aus dem Jahr 2006 zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte aller jungen Obdachlosen schwul, lesbisch oder transsexuell sind. Grund für ihren Rauswurf aus dem Elternhaus war meist ihr Coming-out.

Auch mich hat die Meldung, dass fast die Hälfte der jungen Obdachlosen in den USA schwul, lesbisch oder transsexuell sind und von ihren Eltern wegen ihrer sexuellen Orientierung aus dem Haus geworfen wurden, getroffen. So getroffen und aufgewühlt, dass ich darüber heulen musste. Wenn ich als Pädo überhaupt etwas verstehe, dann die Angst vor Abweisungen, die Angst vor Enttäuschungen, die Angst vor Verlust.

Neben der Bestürzung ist mir aber auch noch etwas anderes in den Sinn gekommen: von wem wären die verstoßenen schwulen Jungs in der Vergangenheit wohl aufgenommen, angenommen, versorgt und geliebt worden?

Ich denke es gibt sehr gute Gründe, warum Päderasten früher einmal für Schwule selbstverständlich dazugehörten.

Es gab und gibt vermutlich immer noch viele Schwule, die gute Erinnerungen an ältere Männer haben, mit denen sie als schwule Jungen positive sexuelle Erfahrungen gesammelt haben und von denen sie sich angenommen und geliebt fühlten.

Und einige von ihnen bekamen diese Liebe gerade dann, als niemand sonst sie geliebt hat.

Pedro Martín

Pedro Martín (eigentlich Pedro Pablo Martínez Sánchez) trat 2016, als er 12 war, bei der ersten Staffel von Got Talent España an, dem spanischen Ablegern der Talentshow Britain’s Got Talent (deren deutscher Ableger „Deutschland sucht den Superstar“ ist).

Pedro sang zunächst Quédate conmigo (Bleib bei mir) von Pastora Soler und überredete danach das Jurymitglied Edurne zu einem Duett mit deren Song Amanecer (Morgendämmerung), mit dem sie 2015 beim Eurovision Song Contest angetreten war.

Für den angestrebten Glücksmoment, zusammen mit seinem Idol singen zu dürfen, war Pedro dabei perfekt vorbereitet. Als die Techniker die Musik so schnell nicht auftreiben konnten, zückte er einfach einen USB Stick und half damit aus! 😛

Er hat mit seinem Gesang, seiner Chutzpe und seinem Charme, so viel Eindruck hinterlassen, dass er von Jesús Vázquez (einem anderen Jury-Mitglied) mit dem „Goldenen Buzzer“ direkt ins Halbfinale weitergeschickt wurde. Dort war dann allerdings für ihn Endstation. Aber das schmälert natürlich nicht den tollen Eindruck, den er mit seiner Audition hinterlassen hat. 🙂

Verfolgte Liebe

Verfolgte Liebe
Pantherion

Ich muss meine Liebe vor allen verstecken.
Kein Mensch darf meine Liebe entdecken.
Denn man würde mich jagen, um mich zu zerbrechen
und sich an mir für meine Liebe zu rächen.

Mit Hass mich verfolgen, mit Steinen bewerfen,
mich treiben und hetzen, nicht nur verletzen,
viel härteres glaubt die Welt sei vonnöten:
zu richten, vernichten, kastrieren und töten.

Ich muss meine Liebe vor allen verstecken.
Kein Mensch darf meine Liebe entdecken.
Den ich liebe, ihn will man vor mir beschützen,
doch was kann ein Schutz vor Liebe schon nutzen?

Denn ich liebe nicht anders als andere auch.
Gäbe für den Geliebten mein Leben auf.
Will nichts anderes, als ihn glücklich sehen
und dabei ein Stück seines Wegs mit ihm gehen.

Ich darf es nicht. Muss alles verstecken
und niemals darf jemand meine Liebe entdecken.

Pinguindusche

Bei der derzeitigen Rekordhitze braucht es dringend Abkühlung. Was könnte dafür besser sein, als eine Pinguindusche?

Wie es der Zufall will, habe ich vor einiger Zeit ein richtig sympathisch nettes und perfekt passendes YouTube Video entdeckt: Pinguin, der Flötenvogel, unter der Dusche mit Noah.

Was ich da noch nicht wusste: es gibt eine Geschichte zu Pinguin und seiner Adoptivfamilie, der Familie Bloom aus Australien, wo die australische „Elster“, bzw. der Flötenvogel heimisch ist. Das Buch dazu wurde inzwischen in 13 Sprachen übersetzt und die Geschichte wird gerade verfilmt.

Sam Bloom, die Mutter der Familie Bloom, stürzte bei einem Urlaub in Thailand durch ein morsches Gelände und ist seitdem von der Brust abwärts gelähmt. Die vorher sportlich aktive Frau fiel in eine schwere Depression.

Dann geschah das Pinguin-Wunder. Als das Flötenvogel-Küken aus seinem Nest fiel wurde es vom 11jährigen Noah entdeckt, der es nach Hause brachte, um es zu retten. Die Familie entschied gemeinsam, das Küken zu adoptieren. Es musste anfangs alle 2 Stunden gefüttert werden und es blieb lange unklar, ob es überhaupt durchkommen würde. Die drei Jungs, Rueben (13), Noah (11) und Oli (9) wechselten sich bei der Fütterung ab.

Und auch die Mutter hatte nun eine neue Aufgabe und keine Zeit mehr, über ihr verlorenes früheres Leben nachzugrübeln. In der Sorge um den kleinen Vogel fand die Familie enger zusammen und die Mutter neuen Lebensmut. Inzwischen trainiert sie sogar für ihre Teilnahme an den Paralympics.

Und auch wenn ich ihn bisher nicht erwähnt habe, nahm natürlich auch Vater Christopher an der Sorge um das neue Familienmitglied, den kleinen Pinguin Bloom, Anteil. Und weil er Fotograf ist, hielt er viele der zärtlich intimen Momente auf Bildern fest.

Die Bilder und die Geschichte dazu wurden schließlich in einem berührenden Buch veröffentlicht, das sich zu einem weltweiten Bestseller entwickelte. Mit einem Teil der Erlöse unterstützt die Familie die Stiftung SpinalCure, die Forschung zur Querschnittslähmung finanziert.

Die Instagram Webseite der Familie Bloom über ihren Pinguin hat inzwischen 167.000 Follower und viele schöne Bilder, bei denen die Jungs eine bedeutende Nebenrolle spielen. Hier ein paar Kostproben:

Pinguin und sein Retter Noah. Geteilt via newshub.co.nz
Mein persönliches Lieblingsfoto von Pinguin und Noah. Geteilt via psychologies.co.uk.
Der Vogel fliegt. Der Junge schummelt – mit Hilfe eines Trampolins. Geteilt via thedesignfiles.net.
Es kommt auf die Perspektive an. Man könnte meckern. Aber ohne Vogel gäbe es das Bild nicht. Geteilt via quickviral.net
Eines der Lieblingsfotos von Christopher Bloom, dem Familienvater und Fotografen. Geteilt via captainandthegypsykid.

Pferdejungen

Reiten ist heute eine Mädchendomäne. Im Nachwuchsbereich von Reitvereinen dominieren Mädchen mit Anteilen von um die 95 Prozent und mehr. Jungen sind dort Exoten und nur noch vereinzelt anzutreffen.

Eigentlich ist das etwas seltsam, denn historisch gesehen dominierten in der Beziehung zwischen Menschen und Pferden klar die Männer, sowohl was den Umgang mit Pferden als Arbeitstier anging als auch im Kriegswesen. Die Eroberungszüge der Mogolen wären ohne Pferde unmöglich gewesen. Und was wäre ein Ritter oder ein Cowboy schon ohne sein Pferd?

Militärisch gesehen blieb die Kavallerie bis in die Zeit des 1. Weltkriegs eine wichtige und angesehene Truppengattung. Da das militärische Männersache war, wurden insbesondere Jungen aus gehobenen Kreisen früh an das Reiten herangeführt. Pferde versprachen Macht, Prestige und Mobilität. Dann kam die Mechanisierung.

Das Pferd blieb bis zum ersten Weltkrieg und noch längere Zeit danach Männer- und Jungensache. Heute ist es vor allem Frauen- und Mädchensache. Kommt heute ein Pferdefilm ins Kino, kann man sich recht sicher sein, dass der menschliche Held eine junge Heldin ist. In einem Pferdebuch sowieso.

In der Zeit vor der völligen Mädchendominanz haben es aber doch noch einige Pferdejungen, auf die Leinwand geschafft.

Zum Beispiel Bobby Diamond in der Serien Fury (1955–1960, 114 Folgen):

Der etwa 9-jährige Waisenjunge Joey (Bobby Diamond) kommt durch einen Beschluss des Vormundschaftsgerichts auf die Broken Wheel Ranch von Jim Newton (Peter Graves). Dort gelingt es ihm als einzigem, den wilden Mustang Fury zu besänftigen und zu reiten. Da ihn außerdem der Rancher Jim Newton von einem Diebstahlverdacht befreit, freundet er sich mit diesem an und bleibt auf der Ranch, zumal der ältere Vormann Pete sich auch noch rührend um ihn kümmert und teilweise die Mutterrolle einnimmt. Diese Protagonisten erleben nun viele Abenteuer, bei denen immer Fury eine Hauptrolle spielt. Joey versteht sich mit dem Pferd wie mit einem Menschen – Fury kann Gangster bewachen, Hilfe holen u. v. m. Eine immer wiederkehrende Verhaltensweise von Fury ist das Stupsen – entweder um jemanden zu necken oder um ihn zu einer Stelle zu bringen, wo Hilfe benötigt wird.

Wikipedia-Artikel „Fury (Fernsehserie)

Hier die allererste Folge und zwar puristisch in der englischsprachigen Originalfassung, da die Stimme des Joey in der Synchronisation im Vergleich zum Original deutlich zu tief geraten ist. Zumindest einen Link zur deutschen Fassung möchte ich aber nicht vorenthalten.

Ein weiterer berühmter Pferdejunge ist Folco (Alain Emery) aus dem 1953 veröffentlichten französischen Kurzfilm (Originalfassung 47 Minuten) Crin Blanc (Der weiße Hengst) von Albert Lamorisse.

Crin-Blanc ist der Leithengst einer Herde von wilden und freien Pferden, die in der einsamen Region von Camargue lebt. Er wird eines Tages von einem Viehzüchter eingefangen, der das Tier zähmen und ihm damit auch die Freiheit nehmen will. Doch weder dem Züchter noch seinen Gehilfen gelingt es, den Willen des stolzen weißen Hengstes zu brechen. Er wird freigelassen und gleichzeitig für vogelfrei erklärt. Das ruft den Fischerjungen Folco auf den Plan. Er setzt sich als Ziel, Crin-Blancs Vertrauen zu gewinnen und ihn selbst zu zähmen. Tatsächlich gelingt es dem kleinen Jungen, sich mit dem Pferd anzufreunden, sehr zum Verdruss des Viehzüchters, der seine Hirten auf den Hengst ansetzt. Daraufhin flüchtet Folco mit Crin-Blanc. Am Ende des Films reiten die beiden Freunde in’s Meer und verschwinden in den Wogen, auf der Suche nach einer besseren Welt, in der es nur Kinder und Pferde gibt.

Wikipedia-Artikel „Der weiße Hengst

Hier eine 38-minütige Fassung. Da der Film fast gänzlich ohne gesprochene Worte auskommt, braucht man zum Verständnis erfreulicherweise keinerlei Französischkenntnisse.

Auch das Filmplakat ist sehenswert:

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Und wo es einen weißen Hengst gibt, kann Der Schwarze Hengst aus dem Jahr 1979 mit Alec Ramsay (gespielt von Kelly Reno) natürlich nicht weit sein.

Alec Ramsay, ein zwölfjähriger US-Amerikaner, und ein wilder schwarzer Araberhengst sind die einzigen Überlebenden eines Schiffbruchs. Sie stranden auf einer einsamen, kargen Insel irgendwo weit vor der portugiesischen Küste. Während ihres Überlebenskampfes auf dem unwirtlichen Eiland entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Nach ihrer Rettung nimmt Alec den „Schwarzen“, wie er das Pferd nennt, mit in den damaligen New Yorker Vorort Flushing, wo er mit seiner Mutter wohnt. Alec lernt den ehemaligen Jockey Henry Dailey kennen, der das Potential der beiden erkennt und sie zu trainieren beginnt. Höhepunkt des Films ist das Rennen zwischen dem „Schwarzen“ und den beiden schnellsten Rennpferden der USA.

Hier die Filmszenen, die die Zähmung des Pferdes durch Alec auf der einsamen Insel der zeigen:

Mein letzter Pferdejunge ist Atréju (Noah Hathaway), der 1984 auf Artax durch Die Unendliche Geschichte ritt. Jedenfalls bis zum Sumpf der Traurigkeit. Und mit diesen schwer verdaulichen Bildern endet dann auch meine Geschichte der Pferdejungen.

Stay With Me (Perry)

2017 trat der damals 14jährige Perry bei the Voice Kids UK an. Seine Gesangskarriere startete er mit 8, nachdem sein Großvater an Krebs gestorben war. Perry wollte Spenden für die Krebshilfe sammeln und fing dafür mit dem Singen an. Er sammelte auf diese Weise nicht nur erfolgreich Geld ein, sondern entdeckte auch seine Liebe zur Musik. Bis 2017 hatte er 30.000 britische Pfund (ca. 33.000 Euro) für die Krebshilfe zusammengekommen.

Hier sein Auftritt bei den Blind Auditions:

Perry hat es bei The Voice Kids schließlich bis ins Halbfinale geschafft. Und ich bin mir sicher, dass danach auch noch etliche Pfund für die gute Sache zusammengekommen sind. 🙂