Eines der schönsten Bücher, die ich kenne, ist die Erzählung vom Kleinen Prinz. Sie ist mit 140 Millionen verkauften Exemplaren und Übersetzungen in 350 Sprachen und Dialekten auch eines der erfolgreichsten Bücher überhaupt.
Der Mann, der die Geschichte vom Kleinen Prinzen geschrieben hat, Antoine de Saint-Exupéry, war zwar ein anerkannter Autor, sah sich selbst aber eher als einen nur nebenher schriftstellernden Berufspiloten. Er startete am 31. Juli 1944 – heute vor 75 Jahren – zu seinem letzten Flug.
Als der Zweite Weltkrieg ausbrach wurde Saint-Exupéry eingezogen und diente zunächst als Ausbilder für Piloten. Später wurde er selbst Pilot bei einem Aufklärungsgeschwader. Nach dem Waffenstillstand mit Frankreich am 25. Juni 1940 wurden die französischen Streitkräfte demobilisiert. Saint-Exupéry emigirierte in die Vereinigten Staaten. Dort, in New York, erschien am 06. April 1943 die Erstausgabe des Kleinen Prinzen.
Im Mai 1943 begab sich Saint-Exupéry in das inzwischen von britischen und amerikanischen Truppen kontrollierte Algerien, wurde wieder Luftwaffenpilot und als Aufklärer eingesetzt. Am 31. Juli 1944 startete er morgens vom Flughafen Bastia zu seinem planmäßig letzten Aufklärungsflug, kehrte aber nicht zurück, sondern blieb verschollen.
Sein Schicksal blieb lange ungeklärt. Im Jahr 2000 wurde ein Flugzeug vom Typ, den er geflogen hatte, auf dem Grund des Mittelmeers in der Nähe von Marseille geortet. Im Jahr 2004 wurde es anhand der Seriennummer als das von Saint-Exupéry identifiziert. Er wurde bei seiner Mission abgeschossen.
Es gibt viele Menschen, die das Werk von Antoine de Saint-Exupéry – besonders sein „Kleiner Prinz“ – berührt hat. Da sollte es nicht verwundern, dass auch BLs (also Boylover, deutsch „Jungenliebhaber“) vom Kleinen Prinz inspiriert wurden.
Hier die ersten fünf Teile einer Sammlung von Geschichten, die ursprünglich von dem Boylover Royal stammen:
Der kleine Prinz und die Boylover – Teil 1
Dann kam der kleine Prinz zu einem jungen Mann.
„Wer bist du?“ fragte der kleine Prinz. „Ich bin ein Boylover“ antwortete der Mann traurig. „Was macht ein Boylover?“ fragte der kleine Prinz und musste schlucken, weil der Mann so traurig aussah.
„Ein Boylover liebt Jungs….“ bekam er als Antwort zu hören. ‚Schön’ dachte sich der kleine Prinz und freute sich. ‚Es muss schön sein jemand zu lieben.’
Der kleine blonde Kopf drehte sich suchend von links nach rechts. „Wo sind diese Jungs?“ fragte er den Boylover neugierig, denn er wollte gerne die Jungs sehen, die geliebt wurden und sich mit ihnen freuen.
Da antwortete der BL gallig: „Ich lasse keine Jungs in meiner Umgebung zu!“ Erstaunt sah der kleine Prinz zu dem Mann auf, erkannte dessen aggressiven Gesichtsausdruck, erschrak und fragte etwas zurückhaltender: „Warum lässt du keine Jungs in deiner Umgebung zu?“ „Weil ich ihnen nicht wehtun will und weil ich selber keinen Schmerz erfahren mag…” antwortete der Mann leise und begann nun zu weinen.
Der kleine Prinz gab ihm ein Taschentuch gegen die Tränen und wollte wissen, warum der Mann denn Angst vor Schmerz habe und sich auch noch sorge, den Jungs weh zu tun. Der Mann sah ihn an und sagte: „Weil ich ein Boylover bin.“
Eine komische Logik dachte sich da der kleine Prinz. ‚Ein Boylover, der Jungs liebt, sie aber nicht sehen will, weil er Angst hat, ihnen weh zu tun. Und … wie kann er jemand lieben, wenn er Angst hat, dass dieser ihm Schmerz bereitet?’
Der kleine Prinz verstand die Logik nicht, wollte dem Mann aber von seiner Traurigkeit erlösen und lächelte ihn nett an. Da sagte der Mann: „Bist du etwa ein Junge?“ Der kleine Prinz strahlte und nickte ein „Ja“, da wandte sich der Boylover erschrocken ab und sagte: „Bitte geh weg“
Und der kleine Prinz bekam ein schweres Herz und ging seinen Weg weiter. Hinter dem ersten Baum musste er an seine Rose denken…. ‚Wie kann ich in Rosen verliebt sein’ murmelte er‚ ‘wenn ich gar keine Rosen in meinem Leben zulasse?’
Der kleine Prinz und die Boylover – Teil 2
Mit diesen tiefen Gedanken in seinem Kopf trug der kleine Prinz ein schweres Gemüt durch die Welt der Menschen. Den blonden Schopf ließ er hängen und achtete nur noch auf das kurze Stück Weg vor seinen Füssen.
Just in diesem Moment aber rollte ihm ein Ball vor die Füße und stieß an seine Zehen. „Heia, kick den Ball rüber!” hörte er eine helle Jungenstimme rufen. Das wollte der kleine Prinz auch gerne tun. Da er nun aber sein Leben lang Vulkane gepflegt, Sonnenuntergänge angesehen und mit seiner Rose gesprochen hat, konnte er einen Ball nicht so richtig gut treten.
So trat er zwar mit aller Wucht zu, traf jedoch nicht den Ball, sondern stieß sich den Fuß an einem Stein. Als der andere Junge sah, dass dem kleinen Prinzen vor Schmerz die Tränen in die Augen schossen, kam er angelaufen und legte seine Hand tröstend auf die Schulter. „Komm, wir gehen zu meinem Bruder, der hilft dir deinen zu Fuß kühlen.”
Der Junge und der kleine Prinz gingen zu den anderen Spielern. Der jugendliche Bruder und ein junger Mann hörten, dass der kleine Prinz Schmerzen hatte und trugen ihn in den Schatten einer kleinen Oase.
Während der junge Mann den Fuß des kleinen Prinzen mit einem feuchten Tuch kühlte, sah dieser wie der Jugendliche dem Mann einen Kuss auf die Lippen gab. „Bist du ein Boylover?” fragte er den Mann da sogleich neugierig. „Ein Boylover? Hmmm” sagt der junge Mann erstaunt. „Ein komisches Wort … aber wenn du meinst, ob ich diesen Junge liebe … dann: ja. Dann bin ich ein Boylover.”
Und während er dies sagte, war zu sehen, dass der Junge den Mann verliebt anblickte und nach diesen Worten glücklich strahlte und ihm einen weiteren dicken Kuss auf die Lippen drückte, den der Mann bereitwillig erwiderte. Der Junge sah den kleinen Prinz nun auch an und sagte: „Wir verbringen schöne Tage und wunderbare Nächte miteinander.”
Bevor der kleine Prinz weiterfragen konnte, sprach der Junge schnell weiter: „Ich bin schwul, als ich mich für Männer zu interessieren begann, hab ich diesen gefunden, und ihn seitdem nicht mehr hergegeben. Wir werden zusammengehören, solange wir das wollen.” Der kleine Prinz freute sich über die Liebe der zwei und die offensichtliche Zuneigung des kleineren Bruders.
Während die drei weiter Ball spielten, näherte sich dem kleinen Prinzen eine alte Frau und zischte ihm zu: „Das ist wider die Natur, was die da machen.” Gerade als der kleine Prinz erschrocken etwas antworten wollte, wandte sich die Alte ab und humpelte weiter in Richtung des Dorfplatz.
Der kleine Prinz jedoch hatte sich lange genug erholt, bedankte sich bei den drei höflich und verabschiedete sich. Während er das Spielfeld, die zwei Liebenden (und das Kind) hinter sich ließ, musste er an die Worte der Alten denken.
„Ja aber …“ so murmelte er leise, „wie kann es denn wider die Natur sein, wenn es doch in der Natur dieser beiden Menschen liegt?”
Der kleine Prinz und die Boylover – Teil 3
Durstig und neugierig suchte der kleine Prinz ebenfalls den Weg zum Dorfplatz. Auf dem Platz angekommen wurde er von den vielen Menschen beinahe überwältigt. Hatte er bisher auf seinem Planet immer nur Platz für einen oder zwei Besucher gehabt, so waren hier hunderte von Menschen versammelt.
Und jeder hatte seine eigene kleine Welt und viel zu tun. Es wurde gehandelt, geredet, gefeilscht und auch gestritten. Mit einem Glas Wasser in der Hand sah sich der kleine Prinz um und erschauderte. Er sah einen anderen Jungen, der am Rande des Marktes zum Verkauf angeboten wurde. Ohne lange nachzudenken, ging er los.
Je näher der kleine Prinz dem Jungen kam, umso mehr musste er sich aber wundern. Der Junge war ein verkleideter Mann. Noch dazu war die Verkleidung recht dürftig. Der kleine Prinz merkte, dass dies keiner der Interessenten erkannte und fragte den Mann: „Warum verkleidest du dich als Junge?” Der Mann sah ihn betrübt an und meinte er habe keine Freunde und hoffe so welche zu finden. Der kleine Prinz sah stumm zu den Jungens, die am Rande des Dorfplatzes im Sand spielten. Die Augen des Mannes folgten dem Blick, zuckten dann aber schnell zurück und fixierten den nächsten Mann, der ihn vielleicht kaufen wollte.
Der kleine Prinz wollte den Mann nicht noch trauriger machen und fragte ihn deshalb nicht, ob er ein Boylover wäre. Stattdessen fragte er: „Was verkaufst du?” und der Mann antwortete: „Meine Seele.”
Der kleine Prinz und die Boylover – Teil 4
In der Nähe des Marktplatzes sah der kleine Prinz einen Mann der einen Abfalleimer auf die Straße stellte. „Was machst du?” fragte er den Mann. „Ich räume meine Wohnung endlich auf.” beschied ihn der Mann. Der kleine Prinz ging schnurstracks an dem Mann vorbei ins Wohnzimmer, setze sich auf einen der Teppiche und fragte den Mann warum er das denn mache. „Ich habe mich entschieden ein Boylover zu sein.” meinte der Mann. Erstaunt einen angehenden Boylover gefunden zu haben, wollte der kleine Prinz wissen, „und dann räumst du auf?”„Ja, klar” wurde ihm geantwortet, „wenn ich einen Jungen kennen lernen will, so möchte ich, das er es schön hat bei mir. Dass ich ihm etwas bieten kann.”
„Aber wird er denn gerade eine aufgeräumte Wohnung an dir schätzen?” fragte der kleine Prinz erstaunt. „Toll, kennst du ihn denn schon so gut? Wo ist er?” Der blonde Besucher sah sich neugierig in der Wohnung um. Da lachte der Mann. „Nein”, sagte er „ich kenne ihn noch gar nicht. Vielleicht werde ich sogar noch lange auf ihn warten, aber er wird so ein Netter sein, dass ich nicht nur nehmen, sondern auch geben will.” „Eine aufgeräumte Wohnung geben?” fragte der Prinz verwundert. Da nickte der Mann ernst und erklärte: „Ich werde *mich* geben wollen. Und da muss ich doch Sorge tragen, dass es mir gut geht, oder? Dass ich mich wohl fühle … und der erste Schritt auf einem langen Weg ist eine aufgeräumte Wohnung.”
Danach sprach der Mann von all den vielen anderen Schritten, die er vorhatte zu seinem eigenen Wohle und zum Wohle eines Jungen zu gehen, den er noch gar nicht kennen gelernt hatte. Das gefiel dem kleinen Prinzen und er half dem Mann bis in den Abend hinein aufzuräumen.
Der kleine Prinz und die Boylover – Teil 5
In der Nacht wurde der kleine Prinz überraschend wach. Während er noch sein dünnes Gewand um sich schlang und versuchte, wieder einzuschlafen, hörte er leises Schnaufen und die Geräusche von nackter Haut. Zuerst dachte er an ein Liebespaar, welches die Gunst der dunklen Stunde nutzen würde … dann aber wurde die Nacht zusätzlich durch leise und mit aller Anstrengung unterdrückte Laute des Schmerzens durchschnitten.
Da stand der kleine Prinz auf, richtete seine Kleidung, rieb sich den Schlaf aus den Augen und ging langsam in Richtung der Geräusche. Ein paar Meter führte ihn der Weg durch die Wüste. Er spürte den kalten Sand unter seinen Füßen und während er still und lauschend weiterging, kam er zu einem kleinen Hain. In der ersten Reihe der Bäume sah er einen erwachsenen Mann, der einen kleinen Jungen vergewaltigte.
„Hallo” sagte der kleine Prinz leise. „Geh weg, das ist meiner, den schnalle ich mir um.” antwortete der Mann und ließ sich durch die Anwesenheit des Prinzen nicht beeinflussen. Der kleine Prinz indes sah sich um und konnte in der Nähe die anderen Mitglieder der Familie des Jungen erkennen, die allem Anschein nach fest und tief schliefen. „Bist du ein Boylover? Und was machst du da?” fragte er den Mann. Just in diesem Moment stieß der Mann einen kleinen Schrei der Erregung aus und ließ erschöpft und schwitzend von dem Jungen ab.
„Ein Boylover? Keine Ahnung, was das ist.” antwortete er schwer atmend. „Und was ich mache? Das siehst du doch, ich hole mir, was ich brauche, um nicht zu verrecken.” „Aber hast du keine Angst, jemand weh zu tun?” wollte der kleine Prinz wissen. „Angst? Die habe ich nur vor der Entdeckung durch die Wachen, schau, der Junge hat sich noch nie beklagt und selbst der Mutter ist es egal…” antwortete der Mann und wies mit der zittrigen Hand auf eine in der Nähe am Boden liegende Gestalt.
Und ja, als der kleine Prinz dem Jungen ins Gesicht sah, beklagte sich dieser nicht und blickte zu Boden. Noch während zwei schwere Tränen von dessen abgewandtem Gesicht rollten und auf dem Wüstenboden aufschlugen (und den trockenen Sand zu einer kleinen Perle verbucken) wusste der kleine Prinz, dass der Junge nicht mit ihm reden wollte. Als der kleine Prinz zu der Mutter ging, sah er, dass auch sie die Augen etwas geöffnet hatte und ihr ebenfalls kleine Tränen aus den Augen rannen.
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