Warum gibt es Pädophilie?

Hier soll es nicht um die Frage gehen, warum ein bestimmtes Individuum pädophil ist, sondern die Frage, warum es überhaupt pädophile Menschen gibt.

Um mich der Frage zu nähern, möchte ich zunächst einmal den Stand der Forschung in Hinblick auf Homosexualität anreißen:

In der Forschung hat sich heute weitgehend eine Deutung durchgesetzt, die auf der gesicherten Beobachtung aufbaut, dass homosexuelles Verhalten eines Teils von Populationen in der höheren Tierwelt sehr weit verbreitet ist. Solchem Verhalten wird demgemäß eine mögliche evolutionäre Funktion für den Abbau von Aggressionen und die soziale Integration bei komplexen, hochentwickelten Wirbeltiergesellschaften beigemessen. Homosexuelles Verhalten von Teilen einer Population hochentwickelter Lebewesen ist demnach ein durch die natürliche Evolution entstandenes, in der belebten Natur weit verbreitetes und sinnvolle Funktionen erfüllendes Phänomen.

Wikipedia-Artikel Homosexualität (dort siehe Abschnitt „Übersicht“)

Auch Sex von erwachsenen Tieren mit noch nicht geschlechtsreifen Jungtieren kommt im Tierreich häufiger vor. Entsprechendes (nicht sehr einvernehmliches) Verhalten wurde bereits vor über 100 Jahren bei Pinguinen entdeckt. Ein Beispiel aus der Natur für einvernehmliches Verhalten sind Bonobo-Affen, die (zusammen mit dem Schimpansen) nächsten Verwandten des Menschen.

Bonobos zeigen eine besonders ausgeprägte sexuelle Aktivität und ein für Primaten außerordentlich breites Spektrum an Sexualkontakten. Diese erstrecken sich auch auf nichtreproduktive Lebensphasen und Partnerkombinationen. So sind homosexuelle Kontakte sowie Sexualkontakte von Jungtieren untereinander oder zu Erwachsenen häufig, und Weibchen sind während des gesamten Menstruationszyklus paarungsbereit.

Abstract der Studie „Das Sexualverhalten der Bonobos und seine Funktionen sozialen Spannungsabbaus

Das Schweizer Messer

Bei Sex, denken die meisten zuallererst an die Fortpflanzungsfunktion. Das ist zwar nachvollziehbar, aber auch genau der Denkfehler, der dazu führt, dass sexuelle Verhaltensweisen, die nicht primär der Fortpflanzung dienen, teilweise als „unnatürlich“ gesehen werden. Tatsächlich ist Sex ein Schweizer Messer der Natur, das neben der Fortpflanzung eine Reihe weiterer wichtiger Funktionen wie den Abbau von Aggressionen oder die soziale Integration für das Sozialverhalten übernimmt, die dem Überleben der beteiligen Individuen und der Art dienlich sind.

Individuen, die sich nicht fortpflanzen, die aber trotzdem zum Überleben der Art beitragen, gibt es in der Natur übrigens zuhauf. Man denke nur an einen Bienenstaat, bei dem es überhaupt nur ein einziges fortpflanzungsfähiges Weibchen gibt. Auch unter Säugetieren ist es nicht ungewöhnlich, dass sich z.B. nur die Alphatiere der Gruppe fortpflanzen. Der Rest des Rudels oder der Herde wird aber benötigt, damit die Nachkommen erfolgreich aufgezogen werden können.

Das Überleben der Art

Der Natur geht es nicht um das Überleben des Individuums oder das Überleben der Gene eines konkreten Individuums, sondern um das Überleben der Art. Das Überleben einer Art hängt davon ab, ob es zur Zeugung von Nachkommen kommt und davon das diese – zunächst ziemlich und im Fall des Menschen sogar völlig hilflosen Nachkommen selbst dazu kommen Nachkommen zu zeugen.

Dafür ist zunächst einmal Sex zwischen geschlechtsreifen Artgenossen unterschiedlichen Geschlechts erforderlich und zwar nicht nur zur Zeugung selbst (für die es ja meist ein ganze Reihe Versuche braucht). Sex sorgt auch für eine länger andauernde Bindung zwischen den Partnern, so dass diese lange genug zusammen bleiben, um gemeinsam das Überleben und die erfolgreiche Aufzucht der Jungen bewältigen zu können.

Das ist zwar nicht das einzige Modell, bei dem es zu einer Fortpflanzung kommt, aber doch das dominante. Daneben gibt es auch z.B. One-Night-Stands, Fremdgehen, Prostitution oder Vergewaltigungen (wer zweifelt, dass es all das auch im Tierreich gibt, darf gerne nochmal den Artikel zu den Pinguinen lesen). Der Vorzug der dauerhaften Verpaarung für die Erfolgsaussichten des Nachwuchses liegt aber auf der Hand – eben aus diesem Grund ist sie die dominante Variante, sozusagen Plan A.

Wo es einen Plan A gibt, gibt es auch einen Plan B und C

Die erfolgreiche Aufzucht der Kinder ist primär die Aufgabe der Eltern. Die Natur sorgt dafür, dass sich Eltern in ihre Kinder verlieben (nicht-sexuell, denn sonst käme es zu Inzest, bzw. im Tierreich Inzucht) und dauerhaft bereit sind für diese alle nur erdenklich Beschwerden in Kauf zu nehmen und Ressourcen aufzuwenden, um sie erfolgreich großzuziehen, bis sie selbst Nachkommen zeugen können. Und auch da hört die Liebe und der Erfolg der Bindungsstrategien der Natur nicht auf. Die Eltern helfen oft auch als Großeltern bei der Erziehung der Enkelgeneration. Auch Onkel, Tanten usw. helfen oft mit. Das macht sowohl für das Überleben der Art Sinn, als auch für die Weitergabe der eigenen Gene, denn die Nachkommen des Bruders oder der Schwester tragen ja auch einen Teil der eigenen Gene mit sich, weil sie teilweise aus dem selben Gen-Reservoir kommen.

Neben Plan B, den Verwandten, gibt es aber auch noch einen Plan C. Es kommt schließlich durchaus auch vor, dass Eltern nicht in der Lage sind, sich adäquat um den Nachwuchs zu kümmern (z.B. im Todesfall oder wenn sie aus anderen Gründen verhindert oder nicht in der Lage sind, für den Nachwuchs zu sorgen).

Damit ein Individuum bereit ist, die Ressourcen zu investieren, die für einen Erfolg von Plan C notwendig sind, muss es einen erheblichen Anreiz geben. Hierzu zwei Zitate:

Ehe man eigene Kinder hat, hat man nicht die leiseste Vorstellung davon, welches Ausmaß die eigene Stärke, Liebe oder Erschöpfung annehmen kann.

Peter Gallagher

Liebe: nur ein schmutziger Trick der Natur, um das Fortbestehen der Menschheit zu garantieren.

William Somerset Maugham

Niemand würde die Mühen auf sich nehmen, fremden Nachwuchs zu versorgen, zu erziehen und ins Erwachsenenleben zu begleiten, wenn er nicht dafür irgendwie entlohnt wird. Die stärksten Entlohnungsstrategien, die es gibt und die von der Natur speziell erfunden wurden, um potentielle Eltern zusammen zu bringen, lange genug zusammen zu halten und sie dazu zu bewegen, sich freiwillig um den Nachwuchs zu kümmern und dabei unglaubliche Strapazen in Kauf zu nehmen, sind Sex und Liebe.

Genau diese Instrumente hat sich die Natur bei Pädophilen für ihren Plan C zu nutze gemacht. Es geht dabei keineswegs nur um die sexuelle Belohnung, denn dann würde das Interesse am Kind nur einen Sexakt lang anhalten. Sinn der Sache ist aber, dass der Betroffene sich dauerhaft, bzw. langfristig um das noch nicht eigenständige Kind bzw. den Jugendlichen kümmert. Dazu braucht es eine echte, langfristige emotionale Bindung – zuweilen auch Liebe genannt.

Die pädophile Anziehung, die subjektiv gespürte Attraktivität von Kindern und Jugendlichen schafft den Willen, fremde Kinder und Jugendliche zu betreuen, zu erziehen und auch bis ins Erwachsenenalter hinein zu ernähren und ist gleichzeitig eine Belohnung für diese anstrengende und biologisch selbstlose Arbeit, die bis hin zur Aufopferung für die Aufzucht von fremdem Nachwuchs gehen kann.

Der Pädophile ist also der (im Idealfall glückliche) Depp im Plan C der Natur, der sich selbst normalerweise nicht fortpflanzen wird, der aber im Laufe seines Lebens viel dazu beitragen kann, dass eine ganze Reihe von fremden Kinder aus seinem Umfeld, ihre Kindheit gut überstehen, sich erfolgreich entwickeln und schließlich dazu kommen, selbst Nachwuchs zu zeugen.

Es wäre dabei übrigens nicht richtig, Plan C lediglich als Ersatz im Falle des Scheiterns von Plan A und B zu begreifen. Plan A und B greifen schließlich auch ineinander. Großeltern kümmern sich auch dann unterstützend um die Enkelgeneration, wenn Plan A funktioniert und liebevolle, fitte und verantwortungsvolle Eltern zur Verfügung stehen. Ein Pädophiler verliebt sich nicht primär in vernachlässigte oder verwaiste Kinder. Er verliebt sich in Kinder, wie sich heterosexuelle und homesexuelle Menschen auch verlieben: ohne Plan und ohne Sinn und Verstand. Und der Vollständigkeit halber hinzugefügt: natürlich auch ohne Hinterlist.

Für die Gruppe und das Überleben der Art war es jedenfalls evolutionsgeschichtlich von Vorteil, wenn einige Individuen der Gruppe pädophil waren. Dazu wie sich die Situation im Laufe der historischen Geschichte bis heute verändert hat, bei anderer Gelegenheit mehr.

13 Kommentare zu „Warum gibt es Pädophilie?

  1. Wenn die gesellschaftliche Entwicklungen innerhalb einer Spezies tatsaechlich ein Parameter fuer die Stabilitaet und die Gesamtentwicklung einer Spezies im Rahmen ihrer Evolution darstellt und die Paedophilie – sowenig wie es die Homophilie ist – keine krankhafte sich sexuell artikulierende Abartigkeit unter den Individuen der Spezies darstellt, so muessten die Grundbehauptungen Deiner Theorie allein auf Grund der relativen Haeufigkeit des Auftretens paedophiler Praeferenz unter den Menschen korrekt sein.
    Was ggf. wissenschaftlich nachzuweisen sein muesste…wenn Mainstream-Moral und -Einstellung das irgendwann mal erlauben werden.

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  2. Siehe dazu http://q64btv5cbbcwn3rq.onion/en/library/Mackey,%20W.C.%20(1990).%20Adult-Male%20Juvenile%20Association%20as%20a%20Species-Characteristic%20Human%20Trait:%20A%20Comparative%20Field%20Approach.pdf

    Ich sehe hier folgende Unterschiede: 1.) Jungenliebe ist duchaus kompatibel mit Sex mit Frauen, die Gruppe derer, die zu Sex mit Frauen überhaupt nicht in der Lage ist, ist klein. 2.) Sie muss keine tiefe ausschließliche Liebe sein, obwohl ein Junge natürlich von solcher Ausschließlichkeit profitieren würde, und daher durchaus auch eifersüchtig auf andere Jungs werden kann, kann der BL natürlich auch mehrere Jungs unterstützen.

    Ansonsten entstehen Beziehungen zu Jungs ja immer auch auf der Basis von Gegenseitigkeit – man wird sich in einen superhübschen Jungen, der kein Entgegenkommen zeigt, möglicherweise verlieben, aber das Entgegenkommen des Jungen spielt natürlich eine große Rolle. Und das wird ein vernachlässigter oder verwaister Junge natürlich sehr viel mehr zeigen. Und daher wird er auch sehr viel eher in solch einer Beziehung landen.

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  3. Wirklich sehr guter Text, vielen Dank Schneeschnuppe. Sehe ich im Kern auch so. Und es gibt ja sogar diese deutsche Gehirn-Studie, die zeigte, dass „pädophile“ Menschen überdurchschnittlich stark nicht-sexuelle Gefühle für Jungtiere haben, was diese evolutionsbiologische Perspektive zu belegen scheint.

    Mir fehlt hier aber eine Definition des Begriffes Pädophilie. Hier steht „Die pädophile Anziehung, Attraktivität von Kindern und Jugendlichen“. Wenn Männer pubertierende oder jugendliche Mädchen begehren, dann ist das wohl nicht Plan C, sondern Plan A. Zumindest in der Vergangenheit dürfte ein entsprechendes Begehren vorteilhaft für die Fortpflanzung gewesen sein. Insofern gelten die Ausführungen des Textes zum Sinn der „Pädophilie“ wohl eher/nur für das Begehren von Vorpubertierenden bzw. eher/nur für das gleichgeschlechtliche Begehren. Nach den vorliegenden Studien kommen Mädchen typischerweise mit neun Jahren in die Pubertät, Jungen mit zehn Jahren. Das gilt es bei der Definition von „Pädophilie“ zu berücksichtigen.

    An einer anderen Stelle stand hier: „In einer anonymen Umfrage plädierten 49% der Befragten für eine präventive Inhaftierung von Nicht-Tätern mit sexuellem Interesse an Kindern.“ Die Betrachtung von Menschen mit einvernehmlichen sexuellen Kontakten zu „Kindern“ als Täter ist Pädophobie und sollte man lassen/korrigieren.

    An einer anderen Stelle stand hier: „Wer diesen Blog liest und hetero- oder homosexuell veranlagt ist, darf sich das alles gerne probehalber einmal als Perspektive für das eigene Leben vorstellen.“ Es gibt homo-, bi- und heterosexuelle „Pädophilie“, „Hebephilie“ und „Ephebophilie“. „Pädophilie“ und Homosexualität sind also kein Gegensatz, sondern vielfach identisch. Verrückte wie Krafft-Ebing haben mit ihrer „Pädophilie“-Definition Othering betrieben, das muss man aber nicht mitmachen. Lös dich vielleicht lieber von der geisteskranken Begrifflichkeit des Mainstreams – die hat viele Schwächen. Vielleicht ist der Begriff „Minderjährigen“-Anziehung besser (wobei der auch seine Schwächen hat).

    Hier steht: „Der Pädophile ist also der (im Idealfall glückliche) Depp im Plan C der Natur“. Das Wort „Depp“ empfinde ich hier als respekt- und würdelos. Nur weil ein Junge und ein Mann kein Kind zeugen, ist der Mann kein Depp. Die Liebe zwischen einem Jungen und einem Mann ist nicht weniger wertvoll als die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau.

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    1. Hallo Filip,

      danke für deinen Kommentar.

      „es gibt ja sogar diese deutsche Gehirn-Studie, die zeigte, dass „pädophile“ Menschen überdurchschnittlich stark nicht-sexuelle Gefühle für Jungtiere haben, was diese evolutionsbiologische Perspektive zu belegen scheint“

      Mir ist diese Studie nicht bekannt. Hast du evtl. einen Link dazu?

      „Mir fehlt hier aber eine Definition des Begriffes Pädophilie.“

      Ich verwende den Begriff auf meiner Seite umgangssprachlich. Für den Normalo ist alles was mit Personen unter 14 Jahren abläuft, bzw. auf diese gerichtet ist, pädophil. Das entspricht nicht der klinischen Definition (präpubertäre Kinder beiderlei Geschlechts) und auch nicht meiner persönlichen Orientierung, die auf Jungen im Alter von 10-14 Jahren gerichtet ist. Ich sehe mich eher als Päderast oder Boylover, denn als Pädo.

      Ich habe mich trotzdem für „pädophil“ entschieden, weil sich die Seite (auch) an nicht-pädophile Nicht-Spezialisten richtet. Ich verwende deshalb die Bezeichnung, die mir für diese Gruppe am verständlichsten erscheint. Den näheren Bezugsrahmen stellt dann mein Eintrag in „über diese Seite“ her. Dort schreibe ich: „Ich bin pädophil und fühle mich sexuell zu Jungen im Alter von etwa 10 bis 14 Jahren hingezogen.“

      „Wenn Männer pubertierende oder jugendliche Mädchen begehren, dann ist das wohl nicht Plan C, sondern Plan A“

      Ich denke du hast recht, dass die Beziehung zu jugendlichen Mädchen eher dem Plan A entsprechen. Die Zeit, in der man geschlechtsreif wird, wird in der Natur ja typischer weise auch sofort genutzt – aus Sicht der Natur darf man bei der Fortpflanzung normalerweise keine Zeit verlieren, sondern muss die Chance ergreifen, sobald sie sich bietet. Der Beginn der Pubertät (von dir mit durchschnittlich 9 bzw. 10 Jahren angesetzt) ist allerdings noch nicht der Beginn der Geschlechtsreife.

      Es geht bei Plan C aber wohl tatsächlich eher um vorpubertäre Jungen und Mädchen (Pädophilie) und um pubertierende Jungen (Päderastie).

      „Die Betrachtung von Menschen mit einvernehmlichen sexuellen Kontakten zu „Kindern“ als Täter ist Pädophobie und sollte man lassen/korrigieren.“

      Der Kontext war eine Umfrage. Man kann die Bezeichnungen nicht ohne weiteres austauschen, ohne das Ergebnis der Umfrage zu verfälschen. Mit „Täter“ sind außerdem nicht nur einvernehmliche sexuelle Kontakte gemeint, sondern auch echter Mibbrauch und Taten ohne direktes Opfer (KiPo) oder Taten ganz ohne Opfer (virtuelle KiPo).

      Für mich persönlich ist „Täter“ keine moralisch relevante Kategorie (auch nicht bei anderen Vergehen oder Verbrechen). Gesetz und moralisches Handeln sind zwei paar Stiefel. Gesetze verhindern in erster Linie Willkür und stellen Rechtssicherheit her. Ungerechte Gesetze, wegen denen Menschen verurteilt wurden, gab es in der Vergangenheit zuhauf.

      Beispiel 1: Wer stiehlt, um für seine hungernden Kinder Nahrung besorgen zu können, ist ein Täter, aber ich würde es für wesentlich problematischer halten, die Kinder einfach hungern zu lassen. Heutzutage gibt es natürlich (in unseren Breitengraden) zumutbare Alternativen, aber das war nicht immer so und ist auch heute nicht überall auf der Welt zu jeder Zeit gegeben.

      Beispiel 2:Wer sich gegen unmenschliche Gesetze der Nazis verstoßen hat, war auch Täter, hat aber richtig und mutig (zuweilen tollkühn) gehandelt.

      Beispiel 3: Homosexuelle wurden lange wegen einvernehmlichen Sexualkontakten verfolgt und in diesem Kontext zu Tätern. Moralisch war damals wie heute an ihrem Verhalten nichts auszusetzen.

      Jemand, der so im Obrigkeitsdenken verhaftet ist, dass er Moral nach der gültigen Gesetzeslage beurteilt, hat für mich ein Entwicklungsdefizit.

      Zur Klarstellung: ich unterstelle dir das in keiner Weise. Es ist aber leider so genug, dass es tatsächlich viele Menschen gibt, die unter dem genannten Entwicklungsdefizit leiden.

      „Es gibt homo-, bi- und heterosexuelle „Pädophilie“, „Hebephilie“ und „Ephebophilie“. „Pädophilie“ und Homosexualität sind also kein Gegensatz, sondern vielfach identisch. Verrückte wie Krafft-Ebing haben mit ihrer „Pädophilie“-Definition Othering betrieben, das muss man aber nicht mitmachen.“

      Ich glaube man sollte Begriffe verwenden, die von der Mehrzahl der Menschen auch verstanden werden. Pädophil ist zwar sehr negativ belegt, es gibt aber durch die Öffentlichkeitsarbeit von „Kein Täter werden“ zumindest ein wachsendes Bewusstsein, dass man für seine Orientierung nichts kann. Das fördert die Bereitschaft in einen Dialog einzutreten.

      Wenn die Schwulen es geschafft haben, den ursprünglich extrem negativ besetzen Begriff „schwul“ für dich zu erobern und neu zu besetzen, warum soll das mit „pädophil“ nicht auch irgendwann gelingen?

      „Das Wort „Depp“ empfinde ich hier als respekt- und würdelos. Nur weil ein Junge und ein Mann kein Kind zeugen, ist der Mann kein Depp. Die Liebe zwischen einem Jungen und einem Mann ist nicht weniger wertvoll als die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau.“

      Ich weiß was du meinst. Einerseits bin ich für den Besucher meiner Seite erkennbar selbst einer der „Deppen“. Ich mute also wenigstens niemandem eine respektlose Bezeichnung zu, die ich mir nicht auch selbst zumute. Andererseits sind Eltern ja im Grunde genauso Deppen. Klar, sie können dann zumindest ihre Gene weitergeben. Aber rein egoistisch gesehen wäre es für das Individuum sinnvoller, die ganzen Resourcen auf das eigene Wohlergehen zu verwenden, statt ihn in den Nachwuchs zu stecken. Deshalb glückliche Deppen. Wenn die böse Natur uns gleichzeitig zu Deppen und glücklich macht, ist dagegen ja eigentlich nichts einzuwenden.

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    2. Vielleicht ist der Begriff „Minderjährigen“-Anziehung besser (wobei der auch seine Schwächen hat).

      ein 1 jähriger ist ein Minderjähriger.

      ein 17 jähriger ist ebenfalls ein Minderjähriger.

      So eine Brandbreite von dem Begriff lässt sich erkennen

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  4. …ich frage mich schon seit jahren… [oder sind es etwa Jahrzehnte ;-(]… wieviele paedophile/paederasten/boy-lover gibt es eigentlich in Asien, Afirka, Indien… China…sogar Sued-Amerika?
    Wo sind die studien.?
    Wo sind die gesetze… wo die fahndung und die verfolgung.?
    Wo sind die stimmen derer die so fuerchterlich betroffen sind von all den scheusslichkeiten die paedos so anrichten in der eigenen gesellschaft.?[ ..nicht zu vergessen all dies seelen-toetenden fotos..!]

    Fuer mich liegt eine sache schon lange klar… es ist die dekadenz der West-lichen, Alten… nennt sie was ihr wollt… Christlichen Welt die immer mehr kategorisiert und benennt …um auszugrenzen was die fragile ordnung stoert.

    Und wir machen fleissig mit… schreiben lange dossiers warum wir paedophil/paederasten oder Boy-Lover sind…!
    Warum…?
    Ich bin weder gebildet noch schlau… aber ich weiss das diese ‚westliche welt‘ NIEMALS meine art von empfinden akzeptieren wird.
    MIssionierungsversuche sind un-sinnig, meiner ansicht nach.
    Die eigene gruppe zu staerken/unterstuetzen ist sinning.!

    mali

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    1. Die Forschung ist eigentlich in allen Bereichen westlich-amerikanisch dominiert. Allerdings ändert sich das ein stückweit mit der zunehmenden Dominanz Chinas. Vielleicht kommen also auch aus anderer Ecke beiträge, viuelleicht gibt es sie sogar bereits, sind aber noch nicht bei uns angekommen. Auf positive Impluse setze ich da aber eher nicht.

      Ich glaube schon, dass es in anderen Ecken der Welt mehr praktische Toleranz gibt. Wenn es ums Überleben bzw. um das Lebendsnotwendigste geht, hat man einfach andere Prioritäten als eine Beziehung mit der offensichtlich alle happy sind. Die Toleranz endet aber normalerweise, wenn die Verhältnisse öffentlich bekannt werden. Solange das nicht der Fall ist, stört es keinen, selbst wenn (eigentlich) jeder weiß, was läuft. Wird es doch öffentlich bekannt, kommt es aber auch dort zu Skandal und Verfolgung.

      Ich glaube nicht, dass es „der Sache“ hilft, wenn man die Situation hier (ind Deutschland, in der westlichen Welt= ignoriert, weil man ohnehin nichts bewirken kann. Die westliche Moral wird ja erfolgreich in alle Ecken der Welt exportiert und BLs haben in der Regel ja auch nicht die Möglchkeit (bzw. den Mut) in Ecken der Welt zu flüchten, in denen es möglicherweise toleranter zugeht. Ich schmeiße also meine Tropfen gegen den Stein, auch wenn mit natürlich bewußt ist, dass ich damit kaum etwas bewirken werde.

      Mein Schreiben über die Lebens- und Gefühlswelt von Pädos mag am Ende tatsächlich aus „Missionierungssicht“ komplett unergiebig sein, aber ich denke, dass damit auch etwas zur Stärkung und Unterstützung der eigenen Gruppe getan werden kann. Wer sich noch nie oder kaum mit BLs austauschen konnte, kann evtl. davon profitieren, weil ihm die Texte bei der Selbstakzeptanz helfen. Das Familienmitglied eines Pädos, der sich geoutet hat oder geoutet wurde, kann evtl. Informationen finden, um die Sache jenseits des Meinungs-Mainstreams neu und besser einzuordnen.

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    2. In Südamerika gibt es Argentinien und deren Schutzalter ist 13. ja auch für homosexuelle kontakte.

      Ich bin gespannt auf die argentinische päderastie

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      1. Deine Quelle ist ein Wiki. Da ist immer die Frage, ob eine Information aktuell ist.

        Ich habe direkt auf das argentinische Strafgesetzbuch verlinkt und eine deutschsprachige Übersetzung der dortigen Bestimmungen geliefert.

        Entscheidend ist Artikel 125.

        —————–

        ARTIKEL 125. – Wer die Korruption von Minderjährigen unter achtzehn Jahren, auch mit Einwilligung des Opfers, fördert oder erleichtert, wird mit Ausschluss oder Freiheitsstrafe von drei bis zehn Jahren bestraft.

        —————–

        Bei der (sexuelle) „Korruption“ von Minderjährigen unter achtzehn Jahren kommt es auf die Einwilligung des Opfers nicht an. Damit sind wir wieder bei einem absoluten Schutzalter von 18.

        Was man unter „Korruption“ zu verstehen hat, ist da nicht weiter erläutert. In der spanischen Wikipedia gibt es dazu eine allgemein Information:
        https://es.wikipedia.org/wiki/Corrupci%C3%B3n_de_menores

        =>
        Die Korrumpierung von Minderjährigen ist in den Gesetzen mehrerer Länder als Straftatbestand verankert. Dieses rechtswidrige und zurechenbare Verhalten ist eine Straftat. Unter Korruption von Minderjährigen versteht man die Manipulation oder den Missbrauch von Minderjährigen durch den Täter, der das Opfer dazu bringt, vorzeitig oder in obszöner Weise an Handlungen sexueller Art teilzunehmen, die die Entwicklung seiner Persönlichkeit beeinträchtigen. Darüber hinaus können auch alle Handlungen strafbar sein, die sich aus einer Korruptionshandlung ergeben oder von ihr ausgehen. So wird beispielsweise nicht nur die Herstellung von Kinderpornografie verurteilt, sondern auch der Besitz solchen Materials ist strafbar.

        Ein alternativer Übersetzungsvorschlag zu „Korruption von Minderjährigen“ ist „Verführung von Minderjährigen“.

        Wie die Paragraphen in Argentinien in der Praxis ausgelegt werden, wissen wir letztlich nicht.

        Sich auf die Aussage in einem Wiki zu verlassen, dass das Schutzalter 13 sei, ist vor dem Hintergrund dieses Paragraphen aus meiner Sicht grob fahrlässig.

        Solltest du jemals ans Auswandern denken, solltest du dir das Strafgesetzbuch schon im Original raus suchen und übersetzen. Ich gehe davon aus, dass man da für fast jedes Land im Internet die Primärquelle findet. Aktuelle Übersetzungstools liefern eine hinreichend gute Übersetzung, um einen Eindruck zu bekommen. Wenn alles gut aussieht, kann man weiter recherchieren.

        Die Gesetze in Argentinien mögen relativ liberal sein, aber wenn du Anstoß erregst kannst du auch dort verdammt viel Ärger zu bekommen egal wie einvernehmlich die Beziehung war.

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