Ich habe vor kurzem einen Artikel zum Modellversuch des Psychologen und Pädagogen Helmut Kentler veröffentlicht, der Ende der 1960er Jahre drei verwahrloste 13- bis 15-jährige Jungen bei Pädophilen unterbrachte.
Kentler versprach sich davon, dass sich die Männer besonders intensiv um die Jungen kümmern würden und dass diese davon stark profitieren könnten. Das die Männer auch Sex mit den Minderjährigen haben würden nahm er in Kauf. Die Jungen waren (soweit das aus den Berichten hervorgeht) sexuell erfahren (z.B. als Stricher), kannten die Männer schon und wurden während des Modellversuchs laufend betreut.
Kentler schildere das Projekt und die aus seiner Sicht spektakulären Erfolge 1980 in der Zeitschrift konkret. In der selben Ausgabe ließen die Redakteure auch den Sozialwissenschaftler Günter Amendt zu Wort kommen.
Amendt befasste sich in seiner Karriere vor allem mit den Themen Sexualität und Drogen. Er war in den 1970er Jahren freier Mitarbeiter des damaligen Instituts für Sexualforschung (heute: Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie). Außerdem veröffentlichte er mit Sexfront (seit 1970 mehr als 400.000 Exemplare) und Das Sex-Buch (1979, etwa 200.000 verkaufte Exemplare) zwei sehr erfolgreiche Aufklärungsbücher.
Hier die Stellungnahme von Günter Amendt (Quelle: Abschlussbericht zur Kentler Studie des Berliner Senats, Seite 103):
Glaubt man nun den ‚Fall‘-Geschichten, die von den Propagandisten pädophiler Beziehungen präsentiert werden, dann scheint es kaum Belege für negative ‚Nebenwirkungen‘ zu geben. Im Gegenteil: Alles scheint für derartige Beziehungen zu sprechen. Unübertrefflich ist die Selbstlosigkeit des Pädophilen, der als Gönner und Förderer auftritt und nur das Wohl des Kindes im Auge zu haben scheint.
Amendt, der sich in der Sexualforschung hervorragend auskennt, war nicht darauf angewiesen Kentler „zu glauben“. Er kannte die Studienlage und bestreitet deshalb auch nicht, dass es kaum Belege für negative Wirkungen pädophiler Beziehungen gibt. Gäbe es sie, hätte er sie ja ins Feld führen können.
Da er dieses Argument trotz umfassender Kenntnisse nicht wiederlegen kann, versucht er es zu entkräften, indem er die ihm unliebsame Position ins Lächerliche zieht und suggeriert, dass Kentler den Pädophilen Selbstlosigkeit unterstellt habe.
Das ist aber nicht der Fall. Kentler ordnete das Verhalten der Pädophilen in seinem Pflegestellenversuch wie folgt ein: „Diese Leute haben diese schwachsinnigen Jungen nur deswegen ausgehalten, weil sie eben in sie verliebt, verknallt und vernarrt waren.‘
Liebe ist ihrer Natur nach aber nicht selbstlos. Der andere Mensch ist einem ja unglaublich wichtig. Selbstlos bedeutet, nicht auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein. Natürlich ist es für mich von Vorteil, wenn es einem Menschen, den ich liebe, gut geht. Es ist sogar einer der größtmöglichen Vorteile, die für mich denkbar sind.
Selbstlos wäre es dagegen, sich für einen Wildfremden einzusetzen. Dabei stößt man allerdings schnell an natürliche Grenzen. Man kann einen wildfremden Menschen finanziell unterstützen oder ihn sogar umarmen, man kann ihm aber nicht die gleiche emotionale Zuwendung geben, die man einem Menschen geben kann und geben will, den man liebt. Er ist eben ein Wildfremder. Man kann ihn aus prinzipiellen Gründen altruistisch unterstützen, aber man liebt ihn nicht.
Die Wirkung emotionaler Zuwendung hängt stark von der vom Empfänger gefühlten Authentizität ab. Man kann einem Menschen, den man nicht liebt, deshalb nie die Wärme geben, die man einem geliebten Menschen geben kann.
Liebe ist ein extrem starker Motivator. Die Liebe eines Pädophilen zu einem Jungen ist nicht selbstlos und auch nicht karitativ. Aber sie ist echt. Genau darauf kommt es an und genau das macht sie so effektiv.
Neben Liebe und Verliebtheit ist auch sexuelle Befriedigung ein bedeutsames Motiv. Kentler war sich bewusst, dass es zu Sex mit den Minderjährigen kommen würde und nahm das in Kauf.
Auch der Wunsch nach sexueller Befriedigung ist weder selbstlos noch karitativ. Er ist seinem Wesen nach aber auch nicht ausbeutend. Es geht dabei um eigene Befriedigung und nicht um fremde Unterdrückung. Es gibt auch Nutzen ohne ausnutzen. Freiwillig eingegangene sexuelle Erlebnisse werden in der Regel von beiden Beteiligten als schön empfunden.
Zum Bestandteil eines klassischen Plädoyers pro homosexuelle Pädophilie gehört die Gegenüberstellung der sozialen und emotionalen Lage des beteiligten Jungen mit den daran gemessen harmlosen psychischen Folgen des sexuellen Kontaktes. Konkret: Muß man nicht einen Mann verteidigen, der sich um einen emotional vernachlässigten und sozial isolierten Jungen liebevoll kümmert? Hat nicht jeder unsere Sympathie, der sich zärtlich einem in Heimen großgezogenen Jungen ohne Berufs- und Bildungschancen zuwendet, indem er dessen trostlose Lebensperspektive scheinbar abwendet, auch wenn der Preis für solche Anteilnahme sexuelle Beziehungen zwischen Mann und Kind ist? Und das, wenn zudem, was durchaus glaubwürdig klingt, das Sexuelle von den betroffenen Jungen oft noch positiv geschildert wird?
Das gesellschaftliche Dogma ist, dass einem Heranwachsenden nichts Schädlicheres passieren kann, als eine sexuelle Beziehung zu einem Erwachsenen.
Da ist es aus meiner Sicht durchaus bemerkenswert, wenn ein anti-pädophil eingestellter Autor einräumt, dass das Sexuelle einer pädophilen Beziehung von den betroffenen Jungen oft positiv geschildert wird.
Sex ist eben auch für Kinder etwas, das mit schönen Gefühlen verbunden ist.
Dieses Argumentationsmuster beschreibt eine der typischen Rationalisierungen in der Pädophiliediskussion. Als läge die Lösung sozialer Probleme der Jugend in der Pädophilie und nicht in der Lösung der sozialen Probleme selbst. Solche Hilfskonstruktionen mögen vor Gericht zu rechtfertigen sein, grundsätzlich lenken sie von der elenden Situation eines Teiles der Jugend ab. Mehr noch: Sie verlagern die Lösung eines politischen Problems auf eine karitativ-fürsorgliche Ebene und verewigen somit die Benachteiligung aller zukünftig Betroffenen.
Amendt kritisiert, dass Befürworter von Pädophilie die Lösung sozialer Probleme der Jugend in der Pädophilie und nicht in der Lösung der sozialen Probleme selbst sähen. Das lässt sich den Aussagen Kentlers aber nicht entnehmen.
Es ist ja nicht so, dass Kentler die Kinder- und Jugendhilfe abschaffen wollte, oder weniger Geld in sie investieren wollte. Für ihn ist die extrem starke Motivation Pädophiler lediglich eine zusätzliche, bisher ungenutzte und noch dazu äußerst wirkungsvolle Ressource, um Kindern und Jugendlichen in kontrollierter Weise (das Projekt wurde engmaschig betreut) effektiv zu helfen.
Ich finde es schlimm, wenn Amendt in den „sozialen Problemen der Jugend“ ein politisches Problem zu erkennen meint. Emotionale Vernachlässigung ist kein politisches, sondern ein zwischenmenschliches Problem. Einen Mangel an Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit kann man nicht durch Geld heilen, das mit einem staatlichen Programm zur Verfügung gestellt wird.
Politische
Lösungen sind darüber hinaus langwierig und wirken vor allem auf
der Makroebene. Einem konkreten Kind hilft das erst mal überhaupt
nicht. Es kann sein, dass ein Kind bereits erwachsen geworden ist,
bevor ein Gesetz auch nur verabschiedet wurde. Dazu braucht es bei
einem fast 14jährigen Kind nur 4 Jahre und ein paar Tage, also etwa
eine Legislaturperiode.
Vor allem aber ist Geld ist keine wirksame Behandlung für ein Defizit an Liebe. Es kann durchaus Maßnahmen finanzieren und Hilfen ermöglichen, die sinnvoll sind. Diese lösen aber nicht das eigentliche Problem und kommen in der Regel nicht über die Qualität eines Pflasters oder einer Prothese hinaus.
Die richtige Behandlung für ein Defizit an Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit ist Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit. Das können nur Menschen leisten, die dazu (idealerweise aus eigenem Antrieb) motiviert sind. Je motivierter eine Person ist, um so besser ist dies für das Kindeswohl. Die beste Motivation überhaupt ist Liebe.
Warum sollte ein Verletzter mit einem Pflaster oder einer Prothese behandelt werden, wenn er stattdessen durch innige Zuneigung und Verbundenheit geheilt werden kann?
Es gibt selbstverständlich auch Situation, in denen die notwendige Zuwendung von nicht-pädophilen Personen geleistet wird. Es gibt unheimlich engagierte und liebevolle Pflegeeltern und es ist auch richtig, wenn diese unterstützt werden (etwa durch Pflegegeld oder ein professionelles Beratungsangebot).
Dieses Angebot steht aber nicht jedem vernachlässigten Kind zur Verfügung. Pflegeeltern sind eine temporäre Radikallösung für extreme Fälle. In der Regel wird versucht, ein Kind möglichst schnell wieder zurück in seine Ursprungsfamilie zu bringen (selbst wenn die Eltern das Kind misshandelt haben).
Es gibt auch Kinder, die zwar zu kurz kommen, bei denen die Eltern aber nicht so vollständig versagt haben, dass der Staat sie aus der Familie nimmt und in einem Heim oder in einer Pflegefamilie unterbringt. Und es gibt viele Kinder, bei denen das Scheitern der Eltern von staatlichen Stellen einfach nicht bemerkt oder hinreichend erkannt wird.
Hinzu kommt, dass das Angebot an Pflegeeltern begrenzt ist und durch Geld auch nicht künstlich aufgepumpt werden kann. Würde man das versuchen, wäre das Resultat zwar ein Wachstum der Anzahl pflegebereiter Personen. Es wäre aber ein ungesundes Wachtum um solche Personen, denen es primär ums Geld geht und die deshalb eher ungeeignet sind, dem Kind das zu geben, was es braucht: Liebe.
Entscheidend für den ‚Behandlungserfolg‘ ist ohnehin nicht, mit wem der Staat ein Kind zwangsweise zusammenbringen möchte, sondern, wem sich das Kind öffnet, wen es sich als Bezugsperson wünscht und akzeptiert.
Wenn das zufällig ein pädophiler Mensch ist und das Kind von der Beziehung profitiert, steht es moralisierenden Dritten nicht zu, diese Beziehung zu unterbinden.
Und auch das eine zwar gerichtsverwertbare, grundsätzlich aber fragwürdige Beobachtung: Zwischen Tätern und Opfern besteht häufig eine Wechselbeziehung. Nicht selten ziehen sie sich gegenseitig an. Doch nur deshalb, weil das Opfer bereits Opfer emotionaler Vernachlässigung war, bevor es nun Opfer emotionaler Zuwendung wird, die auf der Machtlosigkeit, Ungleichheit und Abhängigkeit des Jungen beruht. […]
Auch hier zieht Amendt falsche Schlüsse. Nicht weil sie sich aufdrängen, sondern weil er sie ziehen will und es ihm darum geht, pro-pädophile Positionen zu diffamieren.
Die Behauptung, Jungen in einer pädophilen Beziehung würden „Opfer emotionaler Zuwendung“ werden, ist nicht nachvollziehbar. Das Wort Opfer bedingt einen Schaden. Dafür fehlt aber jeder Beleg. Schon zu Beginn seiner Ausführungen konnte Amendt den fehlenden Belegen für negative Wirkungen nichts als Ablenkungsangriffe entgegensetzen.
Emotionale Zuwendung als solche ist etwas Positives. Konkret geht es aber gerade um Fälle von Jungen, die Opfer emotionaler Vernachlässigung wurden und besonders dringend auf emotionale Zuwendung angewiesen sind. Amendt erklärt hier also, ohne irgendeinen Beleg für seine These liefern zu können, gerade das Gegenmittel einer emotionaler Vernachlässigung zum Gift.
Amendt argumentiert weiter, die Zuwendung des Pädophilen beruhe auf Machtlosigkeit, Ungleichheit und Abhängigkeit des Jungen. Lt. Duden bedeutet „beruhen“ soviel wie „sich auf etwas gründen, stützen; seinen Grund, seine Ursache in etwas haben“.
Die typische Ursache einer pädophilen Beziehung dürfte sein, dass sich ein Pädophiler in einen Jungen verliebt und die emotionale Zuwendung, die er dem Jungen deshalb entgegenbringt, den Weg in eine Beziehung ebnet.
Ein Pädophiler verliebt sich aber nicht in einen Jungen, weil der machtlos und abhängig ist. Er verliebt sich in ihn, weil er sich körperlich zu ihm hingezogen fühlt. Körperliche Anziehung ist ein bei allen Menschen gegebener, fundamentaler und natürlicher Vorgang, der sich menschlicher Berechnung entzieht.
Es ist richtig, dass ein Junge für einen Dritten relativ gesehen machtloser und abhängiger erscheint, als ein Mann. Das ist aber nicht die Ursache für die Beziehung. Es ist auch nicht die Bedingung unter der eine Beziehung sexuell wird oder beibehalten wird, nachdem sie sexuell geworden ist.
Im Prinzip gibt vor allem zwei Möglichkeiten: der Mann ist in den Jungen verliebt aber der Junge nicht in den Mann. Oder der Mann ist in den Jungen verliebt und der Junge in den Mann.
Im erstgenannten Fall kehren sich die realen Machtverhältnisse um. Jemand, der verliebt ist, ist Wachs in den Händen des geliebten Menschen: „Es gibt immer einen Besiegten in der Liebe; den der mehr liebt“ (Franz Blei).
Wenn
ein Junge trotzdem in einer solchen Beziehung bleibt, kann das viele
Gründe haben, z.B. :
- Geliebt zu werden, ist schmeichelhaft und gut für das Selbstbewusstsein.
- Geliebt zu werden, verleiht Macht über den Liebenden. Macht zu haben, ist befriedigend und gut für das Selbstwertgefühl.
- Sex macht Spaß, insbesondere mit Menschen, die einem sympathisch sind.
- Ein Erwachsener verfügt über viele Möglichkeiten (z.B. Geld, Auto). Die fortgesetzte Beziehung zu einem Erwachsenen kann damit handfeste materielle Vorteile bringen. Auch andere Vorteile (Aufmerksamkeit, Wissen, Erfahrung Unterstützung wie Hausaufgabenhilfe, Fahrtdienste etc.) können attraktiv sein.
- …
Zum zweiten Fall:
Wenn beide, Mann und Junge ineinander verliebt sind (z.B. weil der Junge schwul oder sexuell flexibel ist), sollte es ohnehin kein Problem geben und kein Dritter das Recht haben, sich in die intime Beziehung zweier Liebender einzumischen.
Es gibt natürlich auch weitere, mögliche Konstellationen: es könnte z.B. sein, dass der Junge in den Mann verliebt ist, aber der Mann nicht in den Jungen. Dann wird es aber in der Regel zu keiner Beziehung kommen. Wenn doch, gibt es ein etwas erhöhtes Potential für einen unglücklichen Ausgang, da es dem Mann vermutlich vor allem um sexuelle Befriedigung geht und er irgendwann das sexuelle Interesse am Jungen verlieren wird. Trotzdem setzt auch diese Konstellation nicht voraus, dass der Mann den Jungen schlecht behandelt.
Wenn keiner verliebt ist, und es wechselseitig lediglich um guten Sex geht, ist das auch eher unproblematisch.
Geht es dem Jungen um Vorteile (Geld, Möglichkeiten) und dem Mann um Sex, muss das auch kein kritisches Problem sein – entscheidend ist, wie die beiden Beziehungspartner einander behandeln und ob die Beteiligten freiwillig in der Beziehung sind und bleiben.
Natürlich (?) finde ich eine Liebesbeziehung schöner und wünschenswerter als eine Sexbeziehung. Für mich gehört eine tiefere Bindung einfach dazu. Das ist aber die Krux. Für mich! Ich bin aber nicht derjenige, um den es bei einer Beziehung geht, die Dritte miteinander führen.
Wenn die beiden Beziehungspartner freiwillig in der Beziehung sind und bleiben und gut miteinander umgehen, geht es mich schlicht nichts an, was sie miteinander treiben (oder nicht treiben).
Gerade weil ich aus prinzipiellen Gründen genital-sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern als Herrschaftsverhältnis ablehne, habe ich Schwierigkeiten, Erfahrungen einzuordnen, die für das Gegenteil einer Herrschaftsbeziehung zu stehen scheinen.
Amendt problematisiert hier sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern als Herrschaftsverhältnis. Einerseits geht es aber bei sexueller Anziehung nicht um Herrschaft, sondern um Lustgewinn. Andererseits: wer herrscht über wen? Normalweise verfügt derjenige, der mehr geliebt wird, im Innenverhältnis über mehr Macht. In der Regel wird das in einer pädophilen Beziehung der Junge sein.
Aber selbst wenn der ältere Beziehungspartner in einer konkreten Beziehung tatsächlich einmal über mehr Macht verfügen würde: problematisch ist nicht, wenn ein Mensch mehr Macht hat als ein anderer. Das ist der Normalfall zwischen zwei beliebigen Menschen. Problematisch wird es erst, wenn Macht missbraucht wird, um den anderen schlecht zu behandeln. Das Interesse, einen geliebten Menschen schlecht zu behandeln, ist unter Menschen typischerweise nicht sehr ausgeprägt.
Richtig krass ist aus meiner Sicht aber, dass Amendt einräumt, dass er Erfahrungen anderer, die seiner vorgefassten Meinung entgegenstehen, nicht einordnen kann, weil er aus prinzipiellen Gründen an seiner Ablehnung festhalten will.
Das
ist gewollte Ahnungslosigkeit und hat mit Wissenschaft nichts zu tun.
Wissenschaft
soll unvoreingenommen und methodisch Zusammenhänge ergründen und
nach empirischen Belegen suchen, um Thesen zu bestätigen oder zu
verwerfen.
Stattdessen wird hier aus prinzipiellen, moralisierenden Gründen eine Position eingenommen und dann nach Gründen gesucht, sie zu rechtfertigen – und wenn die Argumente ausgehen, wird einfach die Sachebene verlassen und die Gegenposition diffamiert.
Günter Amendt präsentiert sich im Kontext von Pädophilie als Sexualwissenschaftler, der sich selbst die Augenklappen aufsetzt, um nicht sehen zu müssen, was er nicht sehen will.
Das
ist ein Armutszeugnis, liegt aber bei diesem emotional und moralisch
besonders aufgeladenen Thema leider auch heute noch voll im Trend.