Nach dem gestrigen Mammut-Beitrag zum Christopher Street Day muss heute zum Ausgleich eigentlich ein Eichhörnchen-Beitrag her.
Gesagt, getan:
Ich hatte mir ja überlegt, mich für das nächste Leben um eine Widergeburt als Hund zu bewerben. Natürlich nicht unbedingt in China als Pelzlieferant oder für den Kopftopf, sondern bei einer netten Familie mit drei hübschen Jungs, die mir das Fell kraulen und mit mir herumtollen. Und, wenn wir schon bei Sonderwünschen sind: die sollen mich bitteschön nicht kastrieren.
Aber vielleicht wäre Eichhörnchen ja auch eine brauchbare Alternative. 😉
Am 28.06. ist Christopher Street Day (CSD). Ein Tag bunter, teils schriller Paraden von Schwulen, Lesben und Transsexuellen. Für manche fast so etwas wie ein zweiter Karneval – also vor allem eine Spaßveranstaltung. Auch die Dimensionen passen. Die ColognePride 2018 hatte 48.000 Teilnehmer und 1.2 Millionen Besucher. Auch der CSD in Berlin kommt auf etwa eine Millionen Besucher. Zum Vergleich: der Rosenmontagszug 2019 in Köln hatte 12.000 Teilnehmer und über 1 Millionen Besucher.
Was heute eher Party ist, hat einen ernsten Hintergrund. Am Christopher Street Day gedenkt die Schwulenbewegung ihrem kämpferischen Urknall. Das Zentrum des Urknalls lag in der Christopher Street in New York und dort in der Schwulenbar „Stonewall Inn“.
Die nachfolgende Schilderung stammt aus dem Wikipedia-Artikel „Stonewall“. Ich habe dabei ein paar Zeilen, die für mich bedeutsam sind, durch Fettschrift hervorgehoben.
Razzien der Polizei in „Schwulenbars“ und Nachtclubs waren ein regelmäßiges Ereignis in der Homosexuellenszene überall in den Vereinigten Staaten bis in die 1960er Jahre, als plötzlich derartige Razzien in einschlägigen Etablissements in den größeren Städten deutlich seltener wurden. Es herrscht die Meinung, dass dies eine Folge einer Reihe von Beschwerden vor Gericht und wachsenden Widerstandes der Lesben- und Schwulenbewegung war.
Vor 1965 war es üblich, dass die Polizei die Identitäten aller Anwesenden bei derartigen Razzien erfasste und manchmal in der Presse veröffentlichte, natürlich mit verheerenden sozialen Folgen für die so zwangsweise Geouteten. Gelegentlich wurden auch so viele Kunden, wie in die Polizeifahrzeuge passten, vorläufig festgenommen. Damals rechtfertigte die Polizei die Verhaftungen mit Anklagen wegen Indecency (etwa „Anstößigkeit“ oder „Erregung öffentlichen Ärgernisses“). Dazu zählte man Küssen, Händchenhalten, das Tragen von Kleidung des anderen Geschlechts oder auch nur die bloße Anwesenheit in der Kneipe während der Razzia.
1965 traten zwei wichtige Personen in das Licht der Öffentlichkeit. John Lindsay, ein liberaler Republikaner, wurde als Reformer zum Bürgermeister von New York gewählt. Dick Leitsch wurde ungefähr zur selben Zeit in New York Vorsitzender der Mattachine Society, einer frühen Organisation für die Anerkennung der Rechte von Homosexuellen in den Vereinigten Staaten. Leitsch wurde, verglichen mit seinen Vorgängern, als vergleichsweise militant eingeschätzt, und er glaubte an Methoden der direkten Aktion, die damals in den 60er Jahren bei anderen Bürgerrechtsgruppen sehr verbreitet waren.
Anfang 1966 änderte sich die Politik der Verwaltung aufgrund von Beschwerden von Mattachine: Die Polizei benutze „Lockvogelmethoden“, um Personen auf der Straße wegen des Vorwurfes der „Anstößigkeit“ festzunehmen. Der Polizeichef Howard Leary ordnete an, dass Homosexuelle nicht von verdeckt operierenden Polizisten zu einer Straftat verleitet werden dürften und bei Verhaftungen durch Undercoverleute ein Zivilist als Zeuge notwendig sei. Das beendete die Verhaftungen von Homosexuellen wegen dieser Vergehen weitgehend.
Im selben Jahr forderte Dick Leitsch die State Liquor Authority (SLA) bezüglich ihrer Richtlinien heraus, die es erlaubten, einer Bar die Schankerlaubnis für Alkohol zu entziehen, wenn diese wissentlich Alkohol an eine Gruppe von drei oder mehr Homosexuellen ausschenkte. Leitsch veranstaltete ein „Sip in“, d. h., er informierte die Presse über sein Vorhaben, sich mit zwei anderen Schwulen in einer Bar zu treffen. Als der Barmann der bewussten Bar sie abwies, wandten sie sich an die Menschenrechtskommission der Stadt. Daraufhin stellte der Vorsitzende der SLA klar, dass seine Behörde den Ausschank von Alkohol an Homosexuelle nicht länger verbieten würde. Zusätzlich ergaben zwei unterschiedliche Gerichtsentscheidungen, dass für die Rücknahme der Schankerlaubnis „substanzielle Beweise“ nötig waren und dass Küssen unter Männern nicht länger als anstößig galt. Die Zahl von Kneipen mit homosexuellem Zielpublikum wuchs nach 1966 beständig.
1969 waren „Schwulenbars“ legal, trotzdem wurde im Stonewall Inn in dieser Nacht eine Razzia durchgeführt. Nach dem bekannten Historiker John D’Emilio steckte New York mitten in einem Wahlkampf um das Amt des Bürgermeisters und John Lindsay, der gerade die Vorwahlen seiner Partei verloren hatte, glaubte, es sei notwendig, in den Kneipen seiner Stadt „aufzuräumen“.
Beim Lokal Stonewall Inn gab es gleich eine ganze Reihe von Gründen, warum diese im Visier der Polizei war: Die Betreiber hatten keine Schankerlaubnis, es gab Verbindungen zum Organisierten Verbrechen und man ließ zur Unterhaltung der Gäste spärlich bekleidete Go-Go-Boys auftreten. Damit bot das Lokal Anlass für die Einschätzung, es brächte ein „unordentliches Element“ an den Sheridan Square.
Marty Huber schreibt zum Stonewall Inn und seinen Gästen in Queering Gay Pride: „Zum einen waren die Riots ein Aufstand von ganz unten, die Bar Stonewall Inn – von der Mafia geführt – war ein Ort, wo sich jene treffen konnten, die zu den Hinterzimmern angesehener Bars keinen Zutritt hatten: obdachlose Jugendliche, Latina und Schwarze Dragqueens, schwule Sexarbeiter, Butches und ihre Liebhaber_innen…“
Auch Salih Alexander Wolter stützt aus seinen Untersuchungen diese Sicht und betont, dass gerade diese Personengruppen am entschlossensten kämpften, unter ihnen Sylvia Rivera und Marsha P. Johnson.
So wird aus der Kundschaft des Stonewall Inn die Ausgrenzung der schwulen (und lesbischen) Community deutlich. Auch für die Razzien der Polizei soll Rassismus eine Rolle gespielt haben, denn im Stonewall Inn verkehrten viele Schwarze und Latinos. Möglicherweise war die Entscheidung der Polizei, die Razzia auf diese Weise durchzuführen, wie sie letztlich durchgeführt wurde, von der Tatsache beeinflusst, dass die Kundschaft des Stonewall Inn nicht nur homosexuell, sondern dazu noch mehrheitlich nicht-weiß und daher besonders „verachtenswert“ erschien. Ein großer Teil der Personen, die Widerstand leisteten, waren Afroamerikaner und Latinos.
Deputy Inspector Seymour Pine, der die Razzia in dieser Nacht anführte, behauptete, dass ihm befohlen worden sei, das Stonewall Inn zu schließen, weil es der zentrale Ort gewesen sei, an dem man Informationen über Homosexuelle sammeln konnte, die in der Wall Street arbeiteten. Zuvor gab es einen Anstieg an groß angelegten Diebstählen bei Börsenhändlern der Wall Street, was die Polizei zu dem Verdacht veranlasst hatte, es könnten Homosexuelle in die Diebstähle verwickelt sein, die mit ihrer Homosexualität erpresst wurden.
Bei dieser Razzia kamen einige Faktoren zusammen, die sie von den Razzien unterschieden, an die sich die Kunden gewöhnt hatten. Eine Woche zuvor war Judy Garland gestorben, eine wichtige kulturelle Ikone, mit der sich viele Homosexuelle identifizierten. Die Trauer über den Verlust gipfelte in der Beerdigung am Freitag, 27. Juni, welche von 22.000 Menschen besucht wurde, darunter 12.000 Homosexuelle. Viele der Kunden des Stonewall waren noch immer emotional aufgewühlt, als die Razzia durchgeführt wurde. Historiker streiten darüber, ob es einen Zusammenhang gab oder nicht.
Ein weiterer Umstand, der die Razzia besonders macht, war der Zeitpunkt. Üblicherweise bekamen die Betreiber der Bar vom Sechsten Bezirk einen Hinweis auf die bevorstehende Razzia. Die Razzien erfolgten in der Regel früh genug am Abend, so dass die Kneipe kurz danach zur Hauptgeschäftszeit ihren Betrieb wieder fortsetzen konnte. Diese Razzia erfolgte viel später als gewöhnlich, um 1.20 Uhr in der Nacht zum Samstag.
Acht Beamte des Ersten Bezirks, von denen nur einer Uniform trug, kamen in das Lokal. Die meisten Kunden konnten ihrer Verhaftung entgehen, da üblicherweise nur solche Personen festgenommen wurden, die keine Ausweispapiere bei sich hatten, Personen, die Kleidung des anderen Geschlechts trugen und einige oder alle Angestellten der Bar.
Die Details, wie genau der Aufstand entflammte, sind uneinheitlich. Eine Quelle behauptet, eine Transgender-Frau namens Sylvia Rivera habe eine Flasche nach einem Polizisten geworfen, nachdem sie von dessen Schlagstock getroffen worden sei. Eine andere Quelle behauptet, dass eine homosexuelle Frau sich dagegen gewehrt habe, in ein Polizeiauto gesteckt zu werden, und damit die umstehende Menge angespornt habe, sich ihr anzuschließen.
Eine Schlägerei begann, in der die Polizisten schnell überwältigt wurden. Die Beamten zogen sich in die Bar zurück. Der heterosexuelle Folk-Sänger Dave Van Ronk, der zufällig vorbeikam, wurde von den Polizisten ergriffen und in der Bar misshandelt. Doch die Menge ließ nicht locker. Einige versuchten, die Bar anzuzünden. Andere benutzten eine Parkuhr als Rammbock, um die Polizisten zu vertreiben. Die Nachricht von der Schlägerei verbreitete sich rasch, und immer mehr Anwohner und Kunden nahe gelegener Bars strömten zum Ort des Geschehens.
Während dieser Nacht griff sich die Polizei zahlreiche weiblich aussehende Männer und misshandelte diese. Allein in dieser Nacht gab es 13 Festnahmen, und vier Polizisten wurden verletzt. Die Zahl der verletzten Protestierer ist nicht bekannt. Es ist jedoch bekannt, dass mindestens zwei Personen, die Widerstand leisteten, von der Polizei schwer verletzt wurden. Die Protestierenden warfen Steine und Flaschen und skandierten „Gay Power!“. Die Zahl der Protestierenden wurde auf 2.000 Personen geschätzt, gegen die 400 Polizisten eingesetzt wurden.
Die Polizei entsandte Verstärkung in Form der Tactical Patrol Force, einer Einheit, die ursprünglich darauf trainiert war, Demonstrationen von Vietnamkriegsgegnern zu bekämpfen. Die Tactical Patrol Force traf ein und versuchte die Menge zu zerstreuen, die die Polizisten mit Steinen und anderen Wurfgeschossen angriff. Letztendlich beruhigte sich die Lage, aber die Protestierenden kehrten in der nächsten Nacht zurück. Die Proteste waren weniger gewalttätig als in der ersten Nacht. Kleinere Scharmützel zwischen Protestierenden und der Polizei folgten bis etwa 4.00 Uhr am Morgen. Zum dritten Tag mit Protesten kam es fünf Tage nach der Razzia im Stonewall Inn. An diesem Mittwoch kamen 1.000 Menschen bei der Bar zusammen und verursachten erneut erheblichen Sachschaden. Aufgestauter Zorn und Empörung gegen die Art, wie Homosexuelle seit Jahrzehnten von der Polizei behandelt worden waren, entluden sich.
Die Kräfte, die lange Zeit vor dem Aufstand unter der Oberfläche gebrodelt hatten, blieben nun nicht länger verborgen. Die Gemeinschaft, die durch homosexuellenfreundliche Organisationen in den Jahrzehnten zuvor geschaffen worden war, bot den idealen Nährboden für die offene homosexuelle Befreiungsbewegung. Ende Juli formierte sich die Gay Liberation Front (GLF) in New York, und Ende des Jahres war sie in vielen Städten und Universitäten des Landes vertreten.Allerdings handelt es sich auch hier nicht einfach um eine Erfolgsgeschichte, sondern es wurden rasch Trans*-Personen und People of Color, wie Sylvia Rivera, von Schwulen und Lesben des Mainstreams ausgeschlossen – seit 1973 durften Trans*-Personen nicht mehr Mitglied der Gay Activists Alliance (GAA) – Nachfolgeorganisation der GLF – sein, weil sich die eindeutig geschlechtlich identifizierten Schwulen und Lesben damit bessere Chancen für ein Antidiskriminierungsgesetz (Gay Rights Bill) versprachen. Bald darauf wurden weltweit ähnliche Organisationen gegründet, unter anderem in Kanada, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Australien und Neuseeland.
Im folgenden Jahr organisierte die Gay Liberation Front im Gedenken an den Stonewall-Aufstand einen Marsch vom Greenwich Village zum Central Park. Zwischen 5.000 und 10.000 Menschen nahmen an diesem Marsch teil. Damit war die Tradition des Christopher Street Days (CSD) begründet, mit der viele Gay-Pride-Bewegungen seither im Sommer das Andenken an diesen Wendepunkt in der Geschichte der Diskriminierung von Homosexuellen feiern.
Der Stonewall-Aufstand leitete auch eine Neuorientierung in der Schwulenbewegung ein: Während es bis dahin um die Entkriminalisierung von Schwulen und Lesben ging und darum, für Toleranz bei der heterosexuellen Bevölkerungsmehrheit zu werben, steht seit dem Aufstand ein neues Selbstbewusstsein im Vordergrund: Schwule, Lesben, und Transgender sind stolz auf sich selbst, ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität und ihren Lebensstil und machen diesen Stolz (Gay Pride) auch selbstbewusst öffentlich.
Soweit Wikipedia.
Die Schwulenbewegung wurde mit der Zeit dann wieder inklusiver. Ich habe dieses Phänomen nicht recherchiert, es erscheint mir aber plausibel, dass der Hintergrund eine strategische Erkenntnis war und man zum Schluss kam, dass die Menge der vertretenen Menschen für die Durchsetzung der politischen und gesellschaftlichen Ziele entscheidend ist.
Mitte
der 80er kam das Kürzel LGB auf (Lesben, Schwule und Bisexuelle).
1988 kam dann ein „T“ hinzu, das für Transsexuelle steht. Um
1990 kam ein „Q“ hinzu, das für queer (norm-abweichend) steht.
Unter dieses Etikett passen außer Schwulen, Lesben, Bisexuellen,
Intersexuellen, Transgendern, Pansexuellen, Asexuellen und BDSMlern
auch heterosexuelle Menschen, die Polyamorie praktizieren.
Mittlerweise gibt es auch Varianten wie LGBTIQ (wobei das das „i“ für Intersexuelle steht) oder Versionen bis hin zum LGBTQIAPK (lesbian, gay, bisexual, transgender, queer, intersex, asexual, pansexual, polyamorous, kink). Auch Asexuelle, Pansexuelle, Polyamoristen und Menschen, die ungewöhnliche Sexualpraktiken („kink“) bevorzugen, sind also mittlerweile inkludiert. Weil das Akronym inklusionsbedingt inzwischen völlig ausgeufert ist, gibt es auch die vereinfachte Variante LGBT+, wobei das Plus alles einschließt, was sonst mit weiteren Buchstaben ausgedrückt werden wurde.
Nicht im „+“enthalten ist sind lediglich pädophile oder hebephile Menschen, also Menschen, deren sexuelle Präferenz primär auf vorpubertäre (-> pädophil) oder pubertäre (-> hebephil) Kinder bzw. Jugendliche gerichtet ist.
Das war einst anders. Insbesondere Päderasten (also Männer, die sich für pubertierende Jungs interessieren) gehörten einst quasi-selbstverständlich dazu.
Die Schwulenbewegung hat sich – als sie selbst noch unterdrückt wurde bzw. an ihre Unterdrückung erinnerte – mit den Forderungen ihrer pädophilen und päderastischen Mitstreiter solidarisiert. Dabei spielte sicher auch eine Rolle, dass es viele Schwule gibt, die gute Erinnerungen an ältere Männer haben, mit denen sie als schwule Jungen positive sexuelle Erfahrungen gesammelt haben und von denen sie sich angenommen und geliebt fühlten.
Die Abschaffung des § 176 (Sexueller Missbrauch von Kindern) wurde 1980 ernsthaft diskutiert. Entsprechende Positionen hatten Unterstützer etwa bei der FPD und bei den Grünen. In diesen Zeitpunkt fiel aber auch ein Wahrnehmungsumschwung, der von Kreisen der Emanzipationsbewegung getragen wurde. Danach ist Sexualität fix mit männlicher Herrschaft und Gewalt verbunden.
Herrschaft über Menschen lässt sich nur ausüben mittels Ausführung oder Androhung von Gewalt. So wie heute zum Beispiel in Iran Oppositionelle nur mit Gewehren auf die Knie und Frauen unter den Schleier gezwungen werden können; so wie Schwarze in Amerika über Jahrhunderte nur mit der Peitsche in Ketten gehalten werden konnten; so wurde die Domination von Männern über Frauen über Jahrtausende mittels struktureller und persönlicher Gewalt aufrecht erhalten. Und jede, der es (noch) nicht passiert war, wusste: Es könnte auch mir passieren.
Über Jahrtausende war Sexualität eine Waffe gegen Frauen. Sie wurden im Krieg, in der Öffentlichkeit oder im Ehebett vergewaltigt und geschwängert. Gewalt & Sexualität waren untrennbar verbunden, und zwar für Männer wie Frauen. Für Frauen, weil sie dachten – oder gar noch immer denken –, das gehöre einfach dazu bei „den Männern“; und weil Frauen gefällig sind bzw. sein müssen.
Traditionell ist also schon die Gewalt an sich lustvoll besetzt für Männer – und zwar unabhängig von der Ausführung sexueller Handlungen (wie Penetration). Erst im Zuge der Emanzipation der Geschlechter wurde das infrage gestellt, versuchen Frauen wie Männer, Gewalt & Sexualität zu trennen. Doch nach Jahrtausenden braucht es dazu mehr als ein paar Jahrzehnte. Denn Sexualgewalt ist kein individueller Ausrutscher, sondern strukturell verankert; ein tiefes, dunkles Erbe. So kommt es, dass für so manchen Mann Gewalt gegen Frauen weiterhin lustbesetzt, ja die höchste Lust ist.
Womit wir bei den Harvey Weinsteins, Tariq Ramadans und Dieter Wedels dieser Welt wären. Solchen Männern geht es nicht nur um „Sex“, es geht um Domination, Demütigung und Gewaltausübung. Sie wollen erniedrigen, foltern, ficken. (…)
Wer so über Sexualität denkt, für den ist Sexualität mit Kindern gleichzusetzen mit Gewalt an Kindern. Gewalt an Kindern aber kann niemand wollen.
Weil, bei aller Verteufelung von prinzipiell mit Gewalt und Herrschaft verbundener (männlicher) Sexualität, einvernehmliche Sexualität ja ausnahmsweise erlaubt sein muss, wurde postuliert, dass es keine einvernehmliche Sexualität mit Kindern geben kann.
Einer der Mitstreiter von Alice Schwarzer war der Soziologe und Sexualwissenschaftler Günter Amendt, der 1980 für die Zeitschrift konkret einen längeren Beitrag zur Pädophilie-Diskussion beisteuerte.
(…) Es geht hier um eine politische Diskussion, die geradezu verblüffend unpolitisch geführt wird. Verblüffend, weit man bei flüchtigem Hinhören von der politischen Begrifflichkeit und der politischen Tradition dieser Begriffe beeindruckt und vielleicht sogar beruhigt sein mag: »Emanzipation«. »Befreiung von« und »Recht auf« – das scheinen nicht nur Worte sondern Sprachinhaltezu sein, für die einzutreten viele bereit sind. Mehr jedenfalls, als den Vertretern der herrschenden Moral lieb sein könnte. Doch Assoziationen, die sich einstellen, lassen sich kaum noch auf einen politischen Nenner bringen und schon gar nicht in eine Tradition einordnen, die das Thema Sexualität einmal politisch wieder aufgenommen hat, und dabei von Anfang an Herrschaft, die Sexualität unter den gegebenen Umständen innewohnt, einbezog als untrennbar zum Thema gehörig.
Begriffe wie Herrschaft, Ungleichheit, Ausbeutung und Unterdrückung tauchen in der aktuellen Diskussion kaum auf. Das bedrückt und beschäftigt mich. Das hat Alice Schwarzer beschäftigt und bedrückt, als wir uns zu einem Gespräch über die Pädophilie-Diskussion trafen (das inzwischen in »Emma« veröffentlicht wurde). Einige meiner Überlegungen beruhen auf diesem Gespräch.
(…)
Gerade weil ich aus prinzipiellen Gründen genital-sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern als Herrschaftsverhältnis ablehne, habe ich Schwierigkeiten, Erfahrungen einzuordnen, die für das Gegenteil einer Herrschaftsbeziehung zu stehen scheinen. Ich weiß von pädophilen Erwachsenen, die in einer Weise das Macht-Ohnmachtgefälle zwischen Kind und Erwachsenem reflektieren, wie ich es von den meisten hetero- oder homosexuellen Erwachsenen-Beziehungen nicht kenne. Und gemessen an den sozialen Chancen vieler Jungen in solchen Verhältnissen, läßt sich nicht bestreiten, daß ihre Beziehung zu diesen erwachsenen Männern als sie fördern und stützend zu bezeichnen ist.
Hingegen steht das Beispiel des heute zwanzigjährigen Richard geradezu idealtypisch für die negativen sozialen Folgen einer Mann-Kind-Beziehung. Seine Erfahrungen kann man kaum positiv bewerten. Weder förderten noch stützten sie die Entwicklung des Jungen. Solche Erfahrungen widersprechen auch allen Vorstellungen von einer gewaltfreien, die Rechte eines Kindes achtenden, letztendlich antiautoritären Erziehung.
Hier der angeblich „idealtypische“ negative Fall einer Mann-Kind Beziehung lt. Günter Amendt:
Zum Beispiel Richard
Richard hatte vom zehnten bis zum vierzehnten Lebensjahr ein »Verhältnis« mit einem verheirateten Arzt, der bei Beginn der Beziehung vierzig Jahre alt war. Der sexuelle Anteil der Beziehung ist nach Richards Erinnerung unbedeutend, d.h. das Sexuelle ist ihm weder als besonders angenehm noch als besonders unangenehm in Erinnerung. Den Zufall, dass sich seine eigenen, allerdings noch nicht als solche erkannten homosexuellen Bedürfnisse mit denen des erwachsenen Mannes trafen, könnte man als günstige Fügung begreifen, wenn Richard nicht gerade daran aus der Sicht eines heute Zwanzigjährigen Homosexuellen zweifelte. Theoretisch hat diese Beziehung das »coming out« des Jungen beschleunigt und ihm in einer Art gleitendem Übergang die oft qualvollen Umwege der Selbstakzeptierung erspart. Richard kann darin allerdings kein Privileg sehen. Nur die frühe Erkenntnis, dass Beziehungen unter Gleichgeschlechtlichen offenbar nicht ‚abnorm‘ sind, habe ihm möglicherweise Probleme erspart. Seine heutigen Schwierigkeiten aber, aktiv einen Partner zu suchen und zu finden, sei eine der negativen Folgen der damaligen Beziehung. Von Anfang an sei ihm das Verbotene der Beziehung bewusst gewesen und die daraus resultierende Abhängigkeit des Älteren. Er habe – so Richard heute – eine Erpressermentalität entwickelt, die den älteren Freund zwang, ihm alle Wünsche zu erfüllen. Meist sei es um kleine Wünschen gegangen, aber im Bewusstsein vorgebracht, dass auch die Erfüllung großer Wünsche möglich wäre. Jedenfalls sei es nie eine Frage gewesen, wer das Eis bezahle, das Kino finanziere und wer den Zirkus in die Stadt hole. Daraus habe er eine mädchenhaft abwartende Haltung entwickelt, eine Passivität, die ihm heute noch zu schaffen mache.
Im Übrigen frage er sich, ob die Selbstverständlichkeit, mit der der Homosexualität als solche und schließlich die Homosexualität in sich akzeptierte, nicht nötige Lernschritte verbaute. Probleme, wie sie ihm von anderen Homosexuellen als typisch für das »coming out« beschrieben worden seien, habe er damals nicht gekannt. Umso mehr fühle er sich heute mit ihnen konfrontiert, ohne aber das Selbstbewusstsein und die Widerstandskraft gegen Anfeindungen und Diskriminierung entwickelt zu haben, die er bei anderen – auch jüngeren – beobachten könne.
Richard sieht keinen gefühlsmäßigen Zusammenhang zwischen seinen frühen sexuellen Erfahrungen mit einem älteren Mann und seinem »coming out« als Homosexueller. Negativ habe sich die zeitliche Überschneidung der Beziehung mit seinem »coming out« ausgewirkt. Solange die Beziehung dauerte, sei er von Gleichaltrigen völlig isoliert gewesen. über die Gründe, die schließlich zur Auflösung der Beziehung führten, habe er wenig nachgedacht. Er neige aber heute zu der Ansicht, dass das Interesse des Älteren an ihm mit der Geschlechtsreife nachgelassen habe. Kontakt habe er keinen mehr zu seinem ehemaligen Freund. Vor allem wohl deshalb, weil die Beziehung des Älteren zu ihm angstgeprägt sei. Der Mann fühle sich wohl auch heute noch erpressbar.
Der sexuelle Kontakt mit dem Mann war für den Jungen in keiner Weise belastend. Das Sexuelle der Beziehung war für Richard relativ unbedeutend und ist ihm nicht unangenehm in Erinnerung. Er sieht keinen Zusammenhang zu seiner Identität als Homosexueller und hat aus der Beziehung einen offenen Umgang mit seiner Sexualität mitgenommen, die ihm „die oft qualvollen Umwege der Selbstakzeptierung erspart“ haben.
Es scheint mir bizarr, wenn Richard meint, dies habe ihm möglicherweise nötige Lernschritte verbaut und wenn er (vermeintlich deshalb) fehlendes Selbstbewusstsein und Widerstandskraft gegen Anfeindungen und Diskriminierung beklagt.
Das hört sich so an, als würde sich jemand beklagen, nicht widerstandsfähig gegen Folter zu sein, weil er als Kind nicht genug gefoltert wurde. Das Problem ist nicht die fehlende Widerstandsfähigkeit gegen Folter, sondern die Folter (bzw. die Anfeindungen und Diskriminierung). Für die Anfeindungen und Diskriminierung anderer kann der Mann, den Richard als Kind ausgenutzt hat, nichts.
Richard war sich als Junge des (für den Mann) Verbotenen der Beziehung bewusst. Auch der sich daraus ergebenden Abhängigkeit des Älteren. Er hat den Mann manipuliert, ausgenutzt und eine Erpressermentalität kultiviert, die den älteren Freund zwang, ihm alle Wünsche zu erfüllen. Das Interesse des Älteren an ihm hat dann mit der Geschlechtsreife nachgelassen. Er hat keinen Kontakt zu seinem ehemaligen Freund. Nach eigener Einschätzung vor allem deshalb, weil die Beziehung des Älteren zu ihm angstgeprägt ist und der Mann sich nach wie vor erpressbar fühlt.
Allgemein wird ja zur prinzipiellen Ablehnung sexueller Erwachsenen-Kind Kontakte angeführt, dass ein Kind sich gegenüber einem Erwachsenen in einem Abhängigkeitsverhältnis befinde. Aufgrund des strukturellen Machtgefälles ist angeblich jeder sexuelle Kontakt zwischen einem Kind und einem Erwachsenen sexueller Mißbrauch. Im Fall von Richard ist klar, an welchem Ende des Machtgefälles er sich befunden hat. Er hatte Macht über den Mann, der ihn begehrt hat. Und hat diese Macht rücksichtslos ausgenutzt. Missbrauch ist, wenn ein Mensch einen anderen Menschen schlecht behandelt. Und genau in diesem Sinne hat Richard seinen älteren Beziehungspartner missbraucht.
Die Schlussfolgerung: Richard war als Junge ein Arsch.
Heute hat er Probleme, aktiv einen Partner zu suchen und zu finden, und glaubt, dies sei eine negative Folge seiner Beziehung als Junge mit einem Mann. Er habe „eine mädchenhaft abwartende Haltung entwickelt, eine Passivität, die ihm heute noch zu schaffen mache“.
Mir scheint das extrem zweifelhaft. Man ist entweder passiv, schüchtern, introvertiert oder man ist es nicht. Man wird es nicht, nur weil man einmal einen Partner hatte, der einem seine Wünsche erfüllt hat. Kontaktprobleme hatte Richard darüber hinaus wohl auch schon als Kind („Solange die Beziehung dauerte, sei er von Gleichaltrigen völlig isoliert gewesen.“)
Für mich liegt nahe, dass Richard von Natur aus schüchtern, passiv und introvertiert ist. Es scheint mir außerdem wahrscheinlich, dass er als Mann immer noch ein Arsch ist und deshalb Beziehungsprobleme hat.
Die hätte er aber wohl genauso, wenn er den Mann nie kennen gelernt hätte oder wenn er nicht homosexuell wäre. Es gibt schließlich auch schüchterne, passive und introvertierte Heterosexuelle, die Ärsche sind und deshalb Beziehungsprobleme haben.
Soweit meine Einschätzung zum Fall Richard. Es gibt andere Jungen, die ihre älteren Beziehungspartner nicht erpresst und verängstigt haben und die sich positiv an die gemeinsame Zeit erinnern.
So abstrus die Sicht von Alice Schwarzer und Günter Amendt ist, sie hat sich durchgesetzt.
1980 schrieb Amendt noch:
Wer es wagt, im Zusammenhang von Pädophilie von Tätern und Opfern zu sprechen – oder auch nur nach Opfern vorsichtig fragt – wird von den Propagandisten der Pädophilie flugs dem staatlichen Repressionsapparat zugeschlagen und verdächtigt, verkappter Staatsanwalt zu sein. Die Diskussion über sexuelle Beziehungen zu Kindern – einem der letzten und – wie Adorno einmal schrieb – ‚mächtigsten Tabus‘ ist selbst von Tabus, Frage- und Denkverboten überlagert. Stellt man sich stur und fragt dennoch beharrlich nach, hat man seine Unschuld schnell verloren und im Milieu auch seine Glaubwürdigkeit. Schuldgefühle sollen einem das Maul stopfen, das schlechte Gewissen soll einen sprachlos machen. Der Mechanismus funktioniert nicht schlecht, denn Schuldgefühle und schlechtes Gewissen stellen sich ein. Unweigerlich.
Heute sind die mundtot, die es wagen, nicht von Tätern und Opfern zu sprechen und an die Möglichkeit einvernehmlicher Sexualkontakte glauben. Wer das tut „verharmlost“ Pädophilie. Mit Pädophilie ist Kindesmissbrauch gemeint und das Bild von Kindesmissbrauch, das in die Köpfe der Menschen gepflanzt wurde, ist das von anal penetrierten, schreienden Kleinkindern.
Auf der Seite des Leben- und Schwulenverbands wird die Entwicklung so geschildert (die Reihenfolge der zitierten Abschnitte ist zum besseren Verständnis teils abgeändert):
Schwule waren in den 1970er und 1980er Jahren noch eine vielfach diskriminierte Minderheit, für die z.B. die Mitarbeit in einer Schwulengruppe existenzgefährdende Folgen im Beruf haben konnte. Schwule hatte in der Bundesrepublik jahrzehntelang die Erfahrung menschenrechtswidrige Strafverfolgung für ihre Sexualität gemacht (§ 175 StGB). Die Verfolgung durch § 175 war durch nichts gerechtfertigt und reines Moralstrafrecht. An diese Verfolgungserfahrung schwuler Männer haben die Pädophilen-Aktivisten geschickt angeknüpft und konnten viele davon überzeugen, dass sie sich in einer ähnlichen Situation befinden. Die Päderasten machten geltend, dass sie genauso verfolgt würden und forderten von den Schwulen Toleranz und Unterstützung ein. (…)
„Bis in die 1980er Jahre herrschte in den Schwulengruppen ein weitgehender Konsens darüber, dass man neben der Entkriminalisierung schwuler Sexualität und der Abschaffung des § 175 auch die Straffreiheit ‚einvernehmlicher Sexualität‘ zwischen Erwachsenen und Jugendlichen bzw. Kindern und die Abschaffung der §§ 174 und 176 StGB fordern solle“, schreibt Sebastian Haunss in einem 2012 erschienenen Sammelband „Rosa Radikale – Die Schwulenbewegung der 1970er Jahre“.1 Diesen Konsens habe ich in der Tat in den Schwulengruppen vorgefunden, die ich Anfang der 1980er Jahre nach meinem Coming-out kennenlernte, und zeitweise unhinterfragt mitgetragen. (…)
Ab Anfang der 80er Jahre begannen Frauen ihre vielfachen Gewalterfahrungen in den Familien öffentlich zu machen (Missbrauch junger Mädchen durch den Vater, den Stiefvater, den Onkel usw. sowie Vergewaltigung von Ehefrauen durch die Ehemänner, die damals nicht als solche strafbar war). Auch Themen wie Ausbeutung durch Sextourismus kamen auf die Tagesordnung. Diese Initiativen haben auch vielen Schwulen einen neuen Blick auf das Thema Pädophile eröffnet. (…)
Diskussionen mit Feministinnen und Berichte von Beratungsstellen veränderten schließlich langsam den Blickwinkel. 1984 erschien das Buch „Väter als Täter – Sexuelle Gewalt gegen Mädchen“ von Barbara Kavemann und Ingrid Lohstöter. Es machte eindringlich deutlich, wie hohl das Gerede von „sexueller Befreiung“ und „Einvernehmlichkeit“ war und wie viel strukturelle und direkte Gewalt in sexuellen Handlungen Erwachsener mit Kindern liegt. Das war ein Wendepunkt, ab dem die Zweifel immer stärker wurden, auch an der Behauptung, es gebe in diesem Bereich zumindest außerhalb familiärer Machtverhältnisse „einvernehmliche“ Beziehungen. (…)
Schließlich vollzog die Schwulenbewegung in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre langsam eine Abkehr von der Solidarisierung mit pädophilen Forderungen. Haunss konstatiert, dass dieser Positionswechsel „praktisch ohne bewegungsinterne Diskussionen vonstatten ging“. Er glaubt, dies „ist letztlich nur damit zu erklären, dass das Thema für die meisten Bewegungsaktivisten nur eine geringe lebenspraktische Bedeutung hatte“. Dieser Positionswechsel war aus meiner Sicht eine große persönliche und politische Befreiung. Er eröffnete den Weg zu einer menschenrechtsorientierten Schwulenpolitik, die einseitige dogmatisch-ideologische Aufladungen von “sexueller Befreiung“ hinter sich lässt und sich den „lebenspraktischen“ Fragen von Selbstbestimmung und Gleichberechtigung zuwendet. Wir haben dafür freilich eine Menge Kritik einstecken müssen.
Am Ende der Entwicklung stand eine Unvereinbarkeitserklärung des Lesben– und Schwulenverband (LSVD) im Jahr 1994 und eine „Erklärung zur Pädophilie“ im Jahr 1997 :
Der Schwulenverband in Deutschland (SVD) ist der Auffassung, daß Sexualität zwischen Menschen nur im gegenseitigen Einvernehmen stattfinden darf. Zwischen Erwachsenen und Kindern liegt ein strukturelles Machtgefälle vor. Zudem ist das Verständnis der Bedeutung von Sexualität bei Kindern und Erwachsenen grundlegend verschieden. Ein gleichberechtigtes Einvernehmen zwischen Kindern und Erwachsenen ist daher nicht gegeben. Nach unserer Überzeugung ist es Missbrauch, wenn Erwachsene ihre sexuellen Bedürfnisse auf Kosten von Kindern befriedigen.
Auch international wurde Pädos und Päderasten aus der Schwulenbewegung herausgeschmissen. 1986 verboten die Organisatoren der Los Angeles Gay Pride Parade die Teilnahme der pädophilen (bzw. päderastischen) Gruppe Nambla (North American Man Boy Love Association).
Teile der Schwulenszene, wie der Aktivist Harry Hay wehrten sich dagegen. Hay, der selbst nicht pädophil war, sagte 1983 bei einer Rede vor der Gay Academic Union in New York: „Wenn die Eltern und Freunde von Homosexuellen wirklich Freunde von Homosexuellen sind, würden sie von ihren schwulen Kindern wissen, dass die Beziehung zu einem älteren Mann genau das ist, was dreizehn, vierzehn und fünfzehn Jahre alte Kinder mehr als alles andere auf der Welt brauchen“.
Hay hob auch seine eigene Beziehung zu einem erwachsenen Mann hervor, die begann als er vierzehn war: „Ich sende euch allen meine Liebe und tiefe Zuneigung für das, was ihr den Jungen anbietet, zu Ehren dieses Jungen, der, als er vierzehn war, am dringendsten wissen musste, was nur ein anderer schwuler Mann ihm zeigen und sagen konnte“.
Hay nahm an der Gay Pride Parade von 1986 teil, von dem Nambla ausgeschlossen wurde und trug dabei ein Schild auf dem „Nambla walks with me“ (Nambla geht mit mir) stand.
Die Verbannung von Pädophilen setzte sich durch. Hay weigerte sich 1994 am CSD-Marsch in New York zum 25-jährigen Jubiläum der Stonewall-Unruhen teilzunehmen, weil Nambla ausgeschlossen wurde. Er blieb bis zuletzt ein Unterstützer. 2002 starb er.
Für andere Schwule und Leben waren Pädos (wie vorübergehend auch die Transsexuellen) längst zum Ballast geworden, den man aus Eigennutz von Bord werfen musste.
1993 wurde die ILGA, der weltweite Dachverband der Lesben-, Schwulenorganisationen als Nichtregierungsorganisation mit Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen, einem der sechs Hauptorgane der Vereinten Nationen anerkannt.
Als bekannt wurde, dass auch Nambla dem Verband angehörte, riefen viele Schwulenverbände dazu auf, Nambla herauszuwerfen. Politischer Druck kam aus den USA. Der republikanische Senator Jesse Helms brachte einen Gesetzentwurf ein, mit dem 119 Millionen US-Dollar an UN-Beiträgen zurückzuhalten werden sollten, bis US-Präsident Bill Clinton bestätigen konnte, dass keine UN-Agentur Organisationen, die Pädophilie dulden, einen offiziellen Status gewährt. Der Gesetzentwurf wurde vom Kongress einstimmig genehmigt und von Clinton im April 1994 unterzeichnet.
Ergebnis: Der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen hat die ILGA suspendiert. Die ILGA wiederum hat drei pädophile Gruppen, die nordamerikanische Nambla, die niederländische Vereniging Martijn und die Gruppe Project Truth noch 1994 rausgeschmissen. Die verbandsinterne Zustimmung für den Rauswurf lag bei 88% der Stimmen. Trotzdem erlangte die ILGA den Beraterstatus erst 2011 zurück.
Den Schwulen und Lesben geht es mittlerweile gut. Gesellschaftliche Anerkennung, starke Anti-Diskriminierungs-Gesetze, eingetragene Lebenspartnerschaften, Ehe für alle, Ermöglichung von Adoptionen durch gleichgeschlechtliche Paare.
Kampf war gestern. Heute kann getanzt werden.
Als Nicht-Befreiter und ausdrücklich Ausgeschlossener sehe ich das mit gemischten Gefühlen.
Ausgeschlossen sein, tut weh, ist sozialer Schmerz. Es ist leichter gemeinsam mit anderen unterdrückt zu sein, als zuzusehen, wie andere aus der Unterdückung entkommen sind und als (gefühlt) einziger unterdrückt zurück zu bleiben.
Ich mißgönne anderen nicht, dass es Ihnen gut geht. Es sollte möglichst vielen Menschen auf der Welt gut gehen. Aber bitte auch mir.
Insgesamt gesehen bin ich eher neidisch als wütend. Ich wünsche mir nicht nur ohne Angst vor Verfolgung lieben zu dürfen, sondern auch sagen zu können: „Ich bin pädophil – und das ist auch gut so!“ – und zwar ohne dass mir dann am nächsten Tag jemand die Scheiben einschlägt, mir in den Tagen danach mein Umfeld die Freundschaft aufkündigt und ohne dass ich in der Woche darauf meinen Job verliere.
Auf der Europride in Wien sprach dieses Jahr der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen und sagte: „Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans, Intersex und queere Personen leben inmitten unserer Gesellschaft und werden auch weiterhin ein sichtbarer, respektierter und integraler Teil unserer Gesellschaft sein. (…) Die Würdigung der Vielfalt und deren Respekt und Akzeptanz sind ein wesentliches Element von Demokratien“. Nach ihm sprach die EU-Justizkommissarin Vera Jourova. Danach der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig, der sagte: „Liebe ist frei und dafür werden wir uns einsetzen.“
Ich war nicht gemeint. Meine Liebe ist nicht frei. Ob sich der Mensch, den ich liebe von mir geliebt fühlt und mich liebt, spielt keine Rolle.
Zum Abschluss noch ein Gedicht von Phönix …
An die Verräter Phönix
Als wir alle uns fürchteten. Als wir alle einsam des Nachts stille weinten. Als wir alle uns noch verstellen mussten. Als wir noch um Atem rangen, nach kostbarer Luft, weil wir nicht lieben durften. Als man uns noch ins Gefängnis warf – gemeinsam – und man uns noch – gemeinsam – in die Hölle verdammte. Da waren wir Brüder.
Als die Welt für euch schön wurde, man euch Rechte verlieh, und man euch aufnahm unter den Menschen, habt ihr uns vergessen und schämt euch nun, dass ihr uns einst kanntet.
Wenn wir uns heute sehen, spuckt ihr uns an. Gemeinsam mit den anderen. Damit die anderen es sehen.
Aber vielleicht sehen wir uns einst wieder. Es ist ja noch euer Platz frei neben uns in der Hölle.
Nachtrag
Als ich für den Folgeartikel „Berliner CSD – 15. Jahrestag des Rauswurfs“ recherchiert habe, bin ich zufällig auf einen Artikel aus dem Jahr 2011 bei queer.de gestoßen. Queer.de versteht sich sich selbst als „Zentralorgan der Homo-Lobby“. Aus diesem Artikel:
Solche Geschichten kommen normalerweise nur aus Hollywood: Der siebenjährige Malcolm hat im Radio eine Geschichte über die Benachteiligungen gehört, die Schwule und Lesben in Amerika widerfahren. Der Junge war sauer – und sprach mit seiner Mutter darüber, was er dagegen tun könne. Schließlich entschied er sich, 140 Dollar an zwei Homo-Gruppen zu spenden: zum einen an die Human Rights Campaign, die sich mit Lobbyarbeit in Washington für eine Gleichbehandlung in den Gesetzbüchern einsetzt, zum anderen an das Los Angeles Gay and Lesbian Center. Die Einrichtung bietet unter anderem einen kurzfristigen Unterschlupf für junge Obdachlose an, die wegen ihrer sexuellen Orientierung aus dem Haus der Eltern geworfen worden waren. Dieses Problem hat Malcolm besonders betroffen gemacht, da es Studien zufolge in den USA immer mehr um sich greift: So kam bereits eine Untersuchung aus dem Jahr 2006 zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte aller jungen Obdachlosen schwul, lesbisch oder transsexuell sind. Grund für ihren Rauswurf aus dem Elternhaus war meist ihr Coming-out.
Auch mich hat die Meldung, dass fast die Hälfte der jungen Obdachlosen in den USA schwul, lesbisch oder transsexuell sind und von ihren Eltern wegen ihrer sexuellen Orientierung aus dem Haus geworfen wurden, getroffen. So getroffen und aufgewühlt, dass ich darüber heulen musste. Wenn ich als Pädo überhaupt etwas verstehe, dann die Angst vor Abweisungen, die Angst vor Enttäuschungen, die Angst vor Verlust.
Neben der Bestürzung ist mir aber auch noch etwas anderes in den Sinn gekommen: von wem wären die verstoßenen schwulen Jungs in der Vergangenheit wohl aufgenommen, angenommen, versorgt und geliebt worden?
Ich denke es gibt sehr gute Gründe, warum Päderasten früher einmal für Schwule selbstverständlich dazugehörten.
Es gab und gibt vermutlich immer noch viele Schwule, die gute Erinnerungen an ältere Männer haben, mit denen sie als schwule Jungen positive sexuelle Erfahrungen gesammelt haben und von denen sie sich angenommen und geliebt fühlten.
Und einige von ihnen bekamen diese Liebe gerade dann, als niemand sonst sie geliebt hat.
Habe nicht solche Meinungen, wie sie der hat, der dich schädigen will, oder wie er möchte, dass du sie hast, sondern sieh nur darauf, wie die Dinge in Wahrheit sind.
Wenn ich eine Pädo-Hymne vom Pop-Olymp
ankündige, könnte man meinen, dass wohl Michael Jackson, dem King
of Pop, gemeint sein muss, der nach Lage der Dinge sexuell recht
offensichtlich primär an Jungen interessiert war.
Auf dem Olymp gab es aber nicht nur
Zeus, sondern eine Vielzahl von Göttern, neben den 12
(Haupt-)Göttern des Olymp gehören auch die Halbgötter dazu.
Einer, der sich im Laufe seines Lebens einen Platz auf dem musikalischen Olymp erspielt hat, ist Phil Collins, der mit über 250 Millionen verkauften Tonträger (mit der Band Genesis und als Solokünstler) zu den erfolgreichsten Musikern weltweit gehört.
Nach meinem gestrigen Artikel über das Musical „Das Wunder von Bern“ und das Lied „Wir beide könnten groß sein“ hat mich einer der Leser in einem Kommentar auf einen der großen Hits von Collins hingewiesen und meinte: „Könnte das nicht endlich mal ‚irgendwie‘ zur offiziellen BL Hymne werden? Wenn nicht das, was sonst?“
Ich kannte den Song bereits, neige aber dazu bei englischsprachiger Musik den Text im Wesentlichen zu ignorieren. Ich spreche und verstehe English zwar gut, aber ein paar geistige Resourcen braucht es doch noch, um einem fremdsprachigen Text zu folgen. Und wenn ich Musik höre, will ich vor allem der Musik folgen (oder mich von ihr treiben lassen) und nicht dem Text. Zumal sich viele (aber natürlich nicht alle) englische Texte bei näherer Betrachtung als ziemlich banal, schnulzig oder sinnfrei herausstellen.
Es war mir also bisher nicht bewusst, dass der Song problemlos als das Bekenntnis eines BL (oder Pädos) zu seinem Jungen (bzw. dem von ihm geliebten Kind) verstanden werden kann.
Hier meine Übersetzung des Songtexts:
Du wirst in Meinem Herzen sein
Komm, hör auf zu weinen. Es wird alles gut werden. Nimm einfach meine Hand und halte sie fest.
Ich werde dich beschützen vor der ganzen Welt. Ich werde da sein. Weine nicht.
Für jemand so kleinen, scheinst du so stark zu sein. Meine Arme werden dich halten, halten dich sicher und warm. Die Verbindung zwischen uns kann nicht zerbrochen werden. Ich werde da sein. Weine nicht.
Denn du wirst in meinem Herzen sein. Ja, du wirst in meinem Herzen sein. Von diesem Tag an. Jetzt und auf immer. Du wirst in meinem Herzen sein. Egal, was sie sagen. Du wirst hier in meinem Herzen sein. Immer.
Warum können sie nicht verstehen, wie wir fühlen? Sie trauen nicht dem, was sie nicht erklären können. Ich weiß, dass wir verschieden sind, aber tief in uns drin, sind wir gar nicht so verschieden.
Und du wirst in meinem Herzen sein. Ja, du wirst in meinem Herzen sein. Von diesem Tag an, jetzt und auf immer.
Hör nicht auf sie, denn was wissen sie schon? Wir brauchen einander, um uns zu haben, uns zu halten. Sie werden es schon noch erkennen, das weiß ich.
Wenn das Schicksal dich ruft, musst du stark sein. Ich bin vielleicht nicht bei dir. Aber du musst durchhalten. Sie werden es schon noch erkennen, das weiß ich. Wir zeigen es ihnen zusammen.
Denn du wirst in meinem Herzen sein. Glaub mir, du wirst in meinem Herzen sein. Ich werde vom heutigen Tag an da sein. Jetzt und auf immer.
Du wirst in meinem Herzen sein. Egal, was sie sagen. Du wirst hier in meinem Herzen sein. Immer.
Ich werde immer bei dir sein. Ich werde immer für dich da sein. Auf immer und immer.
Schau einfach über deine Schulter. Schau einfach über deine Schulter. Schau einfach über deine Schulter. Ich werde da sein. Immer.
Für einen Pädo drängt sich eine Pädo-Bedeutung geradezu auf. Es ist offensichtlich, dass das Lied von einem Großen handelt, der sich einem Kleinen gegenüber zu Liebe und Schutz verpflichtet. Hinzu kommen Zeilen wie: „Warum können sie nicht verstehen, wie wir fühlen? Sie trauen nicht dem, was sie sich nicht erklären können.“ Eindeutiges Pädo-Gedankengut.
Das Ewigkeitsversprechen („immer“) kann man natürlich kritisch sehen und als Selbstbetrug abtun. Tatsächlich kühlt die Anziehung in der Regel ab, wenn ein Junge die Pupertät verlässt. Die abnehmende sexuelle Anziehung des Jungen für den BL fällt aber sehr oft zeitlich in etwa damit zusammen, dass der Junge seinerseits ein verstärktes Interesse für Mädchen bzw. ein ganz bestimmtes Mädchen entwickelt. Die Beziehung wechselt also idealerweise beiderseitig gewollt auf eine andere Ebene.
Dass ein Pädo auch über die sexuell aktive Phase weiterhin mit seinem Jungen befreundet bleiben und ihm im Leben weiterhelfen will, ist keineswegs selten und meiner Einschätzung nach eher die Regel als die Ausnahme. Mehr Selbstbetrug als bei einer konventionellen Liebesbeziehung, bei der die Partner in aller Regel an die Liebe für’s Leben glauben, ohne dass es in den allermeisten Fällen auch wirklich dazu kommt, kann ich bei Pädos deshalb nicht entdecken.
Nochmal zum Lied:
Natürlich wollte Phil Collins keine Pädo-Hymne schreiben. Die Ursprungsfassung war ein Wiegenlied für seine Tochter Lily und wurde dann für den Disney Animationsfilm Tarzan adaptiert, für den Collins insgesamt fünf Kompositionen beisteuerte. Das Lied (bzw. der Anfang davon) wird dabei von der Gorilla-Mamma Kala gesungen und ist an ihr Adoptiv-Baby, den kleinen Tarzan, gerichtet. Womit auch manche ungewöhnlich erscheinende, vermeintliche Pädo-Textzeile erklärt wäre (“ Warum können sie nicht verstehen, wie wir fühlen? Sie trauen nicht dem, was sie sich nicht erklären können. Ich weiß, dass wir verschieden sind, aber tief in uns drin, sind wir gar nicht so verschieden.“)
Macht aber nichts. Es bleibt trotzdem eine Pädo-Hymne. 🙂
Mir persönlich gefällt allerdings stattdessen das Lied „Love is blind“ in der Version von PC Quest (gesungen vom 14jährigen Chad Petree) am besten. Ein wunderbares Liebeslied, in meiner (selektiven) Wahrnehmung gesungen aus der Perspektive des jüngeren Beziehungspartners einer Pädo-Beziehung und an den älteren Beziehungspartner gerichtet. Zwar nicht vom Pop-Olymp aber für mich trotzdem das ultimative Liebeslied.
Es würde mich natürlich freuen, wenn von Leserseite noch weitere Pädo-Hymnen / Liebeslieder für künftige Artikel vorgeschlagen werden.
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Das „Das Wunder von Bern“, der 3:2 Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen den hohen Favoriten Ungarn (den Magischen Magyaren und damals besten Team der Welt) im Endspiel derWeltmeisterschaft 1954 löste in Deutschland einen Freudentaumel aus. Unter dem Eindruck des unerwarteten Titelgewinns entstand ein kollektives „Wir-Gefühl“. 9 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs hatte man auf einmal das Gefühl, wieder in die Gemeinschaft der Völker aufgenommen zu werden und dass man einem wieder Respekt entgegen gebracht wird. Für die Volksseele ein heilsamer Moment, der auch über den glücklichen Moment hinaus getragen hat.
Die aufwenidige Verfilmung der Geschichte aus dem Jahr 2003 (Budget 7 Millionen Euro) wurde ein großer Erfolg und lockte 3.7 Millionen Menschen in die Kinos und spielte etwas 22 Millionen Euro ein.
Neben die Geschichte der deutschen Fussballmationalmannschaft stellte man dabei die eines 11jährigen Fußballfans (der im Film mit einem der Spieler, Helmut Rahn, befreundet ist) und seiner Familie, insbesondere seines agerade us Kriegsgefangenschaft heimkehrenden Vaters.
Der Junge ist lange ohne Vater aufgewachsen und hat diesen in Abwesenheit idealisiert. Der Vater kommt von Krieg und Gefangenschaft traumatisiert heim und fällt seiner Familie erstmal eher zur Last. Darüber hinaus legt er zunächst den Maßstab von Befehl und Gehorsam (bzw. „Disziplin“ und „Ordnung“), den er bisher kannte, auch der neu aufzubauenden Familienbeziehung zugrunde. Belastungen und Krisen sind die Folge, aus denen die Familie am Schluß aber wieder herausfindet.
Der Film wurde später zu einem Musical verarbeitet, dass vom 23.11.2014 bis 05.01.2017 in Hamburg aufgeführt wurde.Einer der Songs, die Komponist Martin Lingnau und Texter Frank Ramond für das Musical schufen ist „Wir beide könnten groß sein“, ein Duett zwischen Vater und Sohn.
Wer das Musical verpasst hat, kann sich immerhin noch den Song auf YouTube anschauen (und -hören). Er handelt zwar von einer Vater-Sohn Beziehung, aber da die Gedanken frei sind, kann man sich natürlich auch ungestraft vorstellen, dass es sich stattdessen um das Duett von einem BL und seinem Jungen handelt, deren Liebe das ein oder andere Hindernis überwinden muss.
Bei dem Jungen im Video handelt es sich übrigens um Jaden Bojsen. Im Musical selbst wurde er allerdings nicht eingesetzt. Dort konnte man unter anderem Julius Strömer bewundern.
Hier der Text zum Song „Wir beide könnten groß sein“:
Junge Du und ich, das muss doch irgendwie geh’n.
Mann Du und ich, wir könnten uns so gut versteh’n.
Duett Du und ich, wenn wir zusammen hielten, wären wir unsterblich. Einfach unsterblich.
Mann Mit dir zusammen, wär mein Herz entgültig daheim.
Junge Mit dir zusammen, könnt ich lernen, ich selber zu sein.
Duett Mit dir zusammen, könnt ich ein riesengroßes Feuerwerk entflammen. Mit dir zusammen. Wir beide könnten groß sein, könnten uns besiegen. Zum Träumen ist es lang noch nicht zu spät. Wir beide könnten groß sein, alle Grenzen liegen. Dann wär’n wir zwei ein eigener Planet. Auf dem das Leben neu entsteht.
Junge Zwei wie wir, das ist nicht immer leicht. Aber tief im Herzen könn’t es geh’n.
Mann Wenn man nur zusammen das Ziel erreicht, dann muss man zueinander steh’n.
Duett Wenn man richtig fest zusammen hält, kann man ganz egal wohin geh’n. Dann kann man fliegen bis ans Ende der Welt. Wir beide könnten groß sein, alles überragen. Zum Träumen ist es lang‘ noch nicht zu spät. Wir beide könnten groß sein, jede Last ertragen. Zusammen sind wir unerschütterlich. Jetzt sind wir beide „Du und ich“. Und endlich mehr als „Du und ich“.
Max & Mango ist Name einer französischen Band, die aus zwei verdächtig hübschen Jungs besteht.
Für mich wirkte die Band erstmal wie ein Kunstprodukt, dass sich irgendein Musikproduzent ausgedacht hat. Die Jungs sind einfach zu hübsch, zu gestylt und unterscheiden sich dabei so stark voneinander, dass sich der Verdacht aufdrängt, dass da jemand eine Gruppe nach der Optik komponiert hat und eben etwas für jeden Mädchengeschmack dabei sein sollte. Ich unterstelle hier einfach mal, dass der Zielmarkt der an Jungs interessierten Paeden zwar getroffen aber nicht bewusst bespielt wurde.
Ungewöhnlich ist das geringe Alter der beiden bei ihrem Musikdebut. Ihre erste Single „Tout va bien“ (deutsch: Alles wird gut) erschien im Juni 2014 als Max (geboren am 28.07.2003) noch 10 und Mango (geboren am 09.03.2003) bereits 11 Jahre alt war.
Ich habe bei meiner Recherche dann etwas erstaunt festgestellt, dass zumindest der Bandname kein Kunstprodukt ist. Max heißt eigentlich Maximilien Jendrzezak. Mango heißt eigentlich Mango Marlin. Der Bandname ist also einfach eine Kombination der beiden Vornamen. Dass Mango ein echter Vorname sein könnte, war mir ursprünglich nicht in den Sinn gekommen. Es ist aber tatsächlich so.
Angeblich sind Max und Mango seit Kindertagen miteinander befreundet und haben irgendwann begonnen auf YouTube Musik zu veröffentlichen. Alte Aufnahmen der beiden vor der ersten offiziellen Single habe ich allerdings nicht finden können.
Die schon vor der Musikkarriere existierende Freundschaft schien mir aber wieder plausibler, als ich erfahren habe, dass Max schon früh (wohl bereits seit er 2 Jahre alt war) als Model gearbeitet hat. Es schien gut möglich, dass die beiden sich bei einer Modelagentur bzw. einem Fotoshooting kennen gelernt und angefreundet haben. Was auch erklären würde, warum die beiden so hübsch sind. Und es ist ja keineswegs ausgeschlossen, dass auch hübsche Leute musikalisch interessiert sind und gute Musik machen könnten.
Tatsächlich habe ich auf der FaceBook Seite des Vaters von Max ein Werbefoto für Kindermode vom März 2013 entdeckt, auf dem Max und Mango zusammen zu sehen sind. Es gibt dort außerdem ein Foto vom November 2012, auf dem die beiden abgelichtet wurden, als sie im Zug zu einem Fotoshooting in Paris unterwegs waren. Im Begleittext ist Mango jeweils als „pote“ (Kumpel) von Max identifiziert.
Anscheinend haben sich die beiden bei einem Fotoshooting kennen gelernt als sie 5 waren und später festgestellt, dass sie außer dem Modeln auch die Leidenschaft für Musik teilen – Max erhielt an der Musikschule seiner Heimatstadt Saint-Amand-les-Eaux Gesangsunterricht. Mango liebt karibische Rhythmen.
Der Vater von Max ist offensichtlich ein Fan von Robbie Williams und hat seinen Sohn damit wohl auch angesteckt. Die beiden haben gemeinsam Konzerte und Auftritte von Robbie besucht und auch Autogramme abgestaubt. Darüber hinaus gibt es auf der FaceBook Seite ein Foto der Kinder (also von Max und seiner Schwester Cloé) mit Stéphan Rizon, dem Gewinner der ersten Staffel von The Voice France. Womit mir beweisen scheint, dass es sich einfach um eine im positiven Sinne musikverrückte Familie handelt.
Ich betrachte die These vom Kunstprodukt damit als widerlegt. Die Band wurde nicht manipulativ für den Erfolg geplant, sondern vom Schicksal zusammengefügt.
Mit ihrem guten Aussehen und ihrer musikalische Begabung hatten die beiden schon mal zwei Erfolgsfaktoren auf ihrer Seite. Vielleicht hat dann auch noch irgendeine Fortuna, die gerade nichts sonst zu tun hatte, ein wenig Glück auf die Zwei geträufelt. Jedenfalls hatten sie musikalisch ziemlich durchschlagenden Erfolg.
Aus dem Jahr 2014 (7.5 Millionen Klicks):
Aus dem Jahr 2015 (4.8 Millionen Klicks):
Aus dem Jahr 2016 (7.8 Millionen Klicks):
Auch finanziell hat sich die Musikkarriere anscheinend gelohnt. Das Nettovermögen der beiden soll angeblich bei jeweils knapp unter einer Millionen Euro liegen.
2017 habe sich die beiden dann als Band getrennt. Ich könnte mir vorstellen, dass das vor allem am Stimmbruch gelegen haben könnte.
Zu Mango habe ich keine aktuellen Informationen gefunden.
Max dagegen ist seit 2018 wieder als Solo-Künstler mit dem Namen Max Angel Live mit männlich-tiefer Stimme in Erscheinung getreten. Er konnte aber bisher noch nicht an den früheren Erfolg anknüpfen. Das Video zu seinem Solo-Auftritt kommt auf „nur“ 110.000 Klicks.
Auch als Model ist Max weiter aktiv und kann weiterhin mit seinem Aussehen und seinem Körper zu punkten. Inzwischen allerdings zugegebenermaßen nicht mehr bei mir.
Der 13jährige Rud Aslak belegte im Frühjahr 2014 in der ersten Staffel von The Voice Kids Denmark den zweiten Platz .
Für seine Blind Audition suchte er sich „I Can’t Make You Love Me“ von Adele aus. Und war dann ganz aufgelöst, als tatsächlich jemand für ihn gebuzzert hat.
Da musste man sich fast schon ein wenig sorgen, ob er dem Druck einer Casting-Show gewachsen ist. Allerdings sind Kinder keine Roboter und es sollte keine Zugangsvoraussetzung sein, dass man jederzeit seine Emotionen unterdrücken kann (vorgeblich zum Kinderschutz, real eher damit man keine Erwachsenen mit seinen Gefühlen belästigt)..
Die weiteren Auftritte meisterte Rud dann aber souverän. Hier sein Auftritt mit dem Lied „Lost“ von Frank Ocean:
Im Laufe der Shows gab es auch ein Duett mit seinem Coach, der Sängerin Oh Land (eigentlich Nanna Øland Fabricius):
Am besten gefällt mir persönlich aber sein Finalauftritt mit dem Lied „Life on Mars?“ von David Bowie:
Ein The Voice Kids Luxemburg gibt es nicht. Was macht ein gesanglich begabtes lëtzebuergesches Kind also? Es bewirbt sich entweder bei The Voice Kids Germany oder bei The Voice Kids France.
Für letzteres hat sich 2018 der 15jährige Alexander entschieden und trat in seiner Blind Audition mit einer recht puristischen und überzeugenden Version von Johnny B. Goode von Chuck Berry an. Alexander schaffte es später durch die Battles bis ins Semifinale, schied dort aber aus.
Der Song Johnny B. Goode wird vom Rolling Stone Magazine in der Liste der 500 besten Songs aller Zeiten auf Platz 7 geführt. Es geht darin um die Geschichte eines armen Jungen vom Lande, der nicht richtig Lesen und Schreiben gelernt hat, aber ein sehr begabter Gitarrenspieler ist und dessen Mutter ihm eine große Karriere vorhersagt. Beim Refrein (“ Go, go! Go Johnny go, go, go!)“ handelt es sich um die Anfeuerung der Mutter.
Der Song ist zwar dem Komponisten und Pianisten Johnny Johnson gewidmet, mit dem Berry 20 Jahre lang zusammenarbeitete und mit dem er Hits wie „Roll over Beethoven“ schrieb, er trägt aber auch autobiographische Züge.
Johnny in dem Lied bin mehr oder weniger ich selbst, obwohl es ein Lied für Johnnie Johnson sein sollte. Ich habe die Voraussagen, die meine Mutter über mich gemacht hatte, verändert und eine Geschichte erfunden, die parallel lief (…) Wie sich herausstellte, stand mein Name eines Tages tatsächlich in Leuchtbuchstaben geschrieben und es ist eine Tatsache, daß dies hauptsächlich Johnny B. Goode zuzuschreiben ist.
Wenn man schon über einen der größten Hits von Chuck Berry schreibt, bietet sich natürlich auch an, mal die Taschenlampe auf einen gewissen dunklen Fleck aus seiner Biographie zu richten.
Ein früher Hit von Berry war 1958 Sweet Little Sixteen, in dem er die Geschichte eines jungen Mädchens erzählt, das ihren Vater darum anbettelt, ein Rock-Konzert besuchen zu dürfen. Dabei schildert er, dass die Jugendliche aufgestylt durch Klamotten, Lippenstift und High Heels beim Konzert war, aber tags darauf dann wieder das süße 16jährige Mädchen im Klassenzimmer war. 1957 besang er in Little Queenie die verbotene Liebe zu einem 17-jährigen Mädchen.
Das lässt ein gewisses Interesse an jungen Mädchen erkennen.
Im Dezember 1959 wurde Chuck Berry dann auf Grundlage des Mann Acts verhaftet, der in seiner damaligen Fassung verbat, ein Mädchen oder eine Frau zum Zweck der Prostitution, der Ausschweifung oder aus anderen unmoralischen Gründen über eine inneramerikanische Grenze zwischen den US Bundessaaten zu transportieren.
Der damals schon seit längerem verheiratete Berry hatte angeblich Geschlechtsverkehr mit der 14jährigen Apachenkellnerin, Janice Escalante, gehabt, die er über Staatsgrenzen hinweg transportiert hatte, um sie als Gaderobendame in seinem Club zu beschäftigen.
Nach einem zweiwöchigen Prozess im März 1960 wurde er mit einer Geldstrafe von 5.000 Dollar belegt und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Berry legte Berufung ein und argumentierte, dass die Kommentare und die Einstellung des Richters rassistisch gewesen seien und die Jury gegen ihn voreingenommen war. Die Berufung war erfolgreich und führte zu einem zweiten, der im Mai und Juni 1961 stattfand. Dieser endete mit einer weiteren Verurteilung und einer dreijährigen Freiheitsstrafe. Nachdem ein weiterer Berufungsprozess fehlgeschlagen war, saß Berry schließlich eineinhalb Jahre, von Februar 1962 bis Oktober 1963, im Gefängnis .
Der Prozeß und der Gefängnisaufenthalt versetzen seiner Karriere zwar einen Schlag, haben ihm aber langfristig nicht geschadet. Berry blieb musikalisch erfolgreich. 1985 wurde er in die Blues Hall of Fame aufgenommen und 1986 als erstes Mitglied überhaupt in die Rock and Roll Hall of Fame.
Exklusiv hebephil war Chuck Berry wohl eher nicht. Das sexuelle Interesse an pubertierenden Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren ist weit verbreitet und als sekundäre Sexualpräferenz vielleicht sogar eher Regelfall als Ausnahme. Nicht zufällig ist einer der häufigsten Suchbegriffe auf Pornoseiten „teen“.
Chuck Berry war 68 Jahre lang mit seiner Frau Themetta verheiratet und hatte mit ihr 2 Kinder. Er verstarb am 18.03.2017 im Alter von 90 Jahren.
Der Mann Act wurde übrigens inzwischen mehrfach geändert. Er ist mittlerweile geschlechtsneutral formuliert und verbietet den Transport von Personen über die Grenzen der US Bundesstaaten zum Zweck sexueller Handlungen jeder Art, für die man verurteilt werden kann. Darüber hinaus verbietet er auch den Transport von Kinderpornographie über die Grenzen der US Bundesstaaten. Seit 1978 wird er vor allem bei Fällen von Kindesmissbrauch (bzw. sexuellen Handlungen mit Kindern) und Kinderpornographie angewendet.
Es gibt eine Reihe Sportarten, die immer wieder in Listen der langweiligsten Sportarten der Welt vorkommen. Zum Beispiel Baseball. Seltsamerweise ist dieses Spiel trotzdem eine der traditionellen großen Sportarten der Vereinigten Staaten, zu denen ansonsten American Football, Baskeball und Eishockey zählen. Etwas masochistisch sind die Amerikaner also anscheinend schon länger. Das Spiel ist allerdings auch in Lateiamerika und in Ostasien populär.
Der Umsatz der nordamerkanischen Profiliga MLB (American League und National League) lag 2018 bei 10.3 Milliarden US Dollar. Bei 30 Profivereinen ein Durchschnittsumsatz von 340 Millionen pro Version. Die 1. Bundesliga kommt auf einen Umsatz von insgesamt 3.81 Milliarden Euro. Baseball ist also richtig, richtig groß.
Neben den Major Leagues gibt es jedes Jahr ein Baseball-Event, dass es ebenfalls in das nationale Sportfernsehen schafft. Und zwar nicht als Ergebnismeldung, sondern durch Übertragung aller 30 Spiele live und in voller Länge (Sender: ESPN und ABC): die Little League World Series, also die Weltmeisterschaft der 11 bis 12jährigen Nachwuchs-Baseballspieler.
Die Litte League World Series gibt es seit 1947. Anders als die World Series, die Gesamtmeisterschaft der Profiligen, die auf Nordamerika beschränkt ist, ist die Little League World Series dabei seit 1958 wahrhaft international. Rekordsieger mit 17 Erfolgen ist Taiwan. Die zweiterfolgreichste Nation ist Japan mit 11 Siegen. An dritter Stelle folgt dann mit 7 Siegen Kalifornien. Die amerikanischen Bundesstaaten werden nämlich einzeln in der Statistik geführt. Nähme man alle US Bundesstaaten zusammen, wären die Gesamt-USA locker und lässig der Statistik-König.
Die Little League World Series ist das größte Event im Bereich Kindersport weltweit. Die Spiele der World Series finden vor „ausverkauftem“ Haus (der Eintritt ist kostenlos, die Karten werden wegen des großen Andrangs verlost) mit einer Kulisse von 45.000 Fans statt. Die Zahl der Zuschauer vor dem Fernseher kann sich ohne Weiteres mit Spielen der Profiliga messen. Beim Major League Baseball lag die durchschnittliche Zuschauerzahl im Jahr 2018 bei 1.08 Millionen. Bei der Little League World Series waren es 2018 im Durchschnitt 1.02 Millionen Zuschauer.
In der Rekordsaison 2014, als eine weibliche Spielerin im Team von Philadelphia große zusätzliche Aufmerksamkeit erregte, sahen 5 Millionen Menschen die Live-Übertragung des Little League Spiels Las Vegas gegen Philadelphia (ein Vierteilfinalspiel). Das waren mehr Zuschauer bei irgendeinem Spiel der Profiliga seit 2007. Mehr Zuschauer als bei jedem Spiel der regulären Saison der Nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA. Mehr Zuschauer als bei jeder bis dahin ausgestrahlten Golfsendung.
Die Little League World Series ist ein Phänomen, dass sich eigentlich jeder vernünftigen Erklärung entzieht.
Die amerikanische Begeisterung für Baseball wird mir immer fremd bleiben. Und doch. Wenn ich denn in den USA wohnen würde, gäbe es wohl einen Zuschauer mehr. Zumal Baseball ein eher ruhiger Sport ist. Ab und an wird geschlagen, gelaufen oder gesprungen aber die meiste Zeit stehen die Sportler nur herum. Also ideal um sie sich in Ruhe anzugucken. Für jemanden, der durchaus gerne 12jährige Jungs anschaut, keine schlechte Gelegenheit.
In diesem Sinne hier das Finale 2017 (Japan gegen Texas) des langweiligsten Sports der Welt. In voller Länge. 1 Stunde, 26 Minuten und 31 Sekunden Boywatching mit bisher 1.655.957 Aufrufen auf Youtube.