Kinder, die man nicht liebt, werden Erwachsene, die nicht lieben.
Pearl S. Buck
Berliner CSD – 15. Jahrestag des Rauswurfs
Beim Gedenken an den Christopher Street Day nimmt es die Schwulenbewegung mit dem Datum nicht so genau und verteilt die CSD bzw. Gay Pride Paraden über den ganzen Monat Juni und Juli. Das verschafft ihr 2 Monate Aufmerksamkeit für ihr Anliegen, statt nur einen Tag und verschafft Interessierten die Möglichkeit gleich eine ganze Reihe von Märschen zu besuchen. Auf diese Weise kann mehr Präsenz gezeigt werden und die Bewegung noch größer scheinen, als sie es ohnehin ist.
So kommt es, dass heute, einen Monat nach dem 50. Jahrestag des Christopher Street Day, die Berliner CSD Parade stattfand. Zusammen mit dem Kölner CSD ist sie die wichtigste Gay Pride Parade Deutschlands.
Zum eigentlichen Jahrestag des CSD, habe ich bereits an diesen kämpferischen Urknall der Schwulenbewegung erinnert. Aber auch an die frühe Ausgrenzung von Transsexuellen, obwohl diese den Widerstand an vorderster Front mitgetragen hatten. Seit 1973 konnten Trans-Personen nicht mehr Mitglied der Gay Activists Alliance (GAA) sein, weil sich die eindeutig geschlechtlich identifizierten Schwulen und Lesben damit bessere Chancen für ein Antidiskriminierungsgesetz (Gay Rights Bill) ausrechneten.
Irgendwann wurde die Schwulenbewegung dann wieder inklusiver, vermutlich, weil man zu der Einsicht gelangt war, dass die Menge der vertretenen Menschen für die Durchsetzung der politischen und gesellschaftlichen Ziele entscheidend ist. Man fand sich als LGB-Bewegung zusammen und inkludierte immer weitere norm-abweichende Gruppen, so dass am Ende ein LGBTQIAPK (lesbian, gay, bisexual, transgender, queer, intersex, asexual, pansexual, polyamorous, kink) oder das deutlich einfachere LGBT+ stand.
Die Päderasten, die einmal selbstverständlich dazugehörten, wurden dagegen rausgeschmissen. Bei den innerhalb der Bewegung schnell sehr wichtig gewordenen Lesben und Genderbewegten dominierte die feministische Vorstellung, dass Sexualität mit männlicher Herrschaft und Gewalt verknüpft ist. Sie waren zahlreicher, besser organisiert und für die Mehrheitsgesellschaft weit akzeptabler als die pädophil bzw. päderastisch orientierten Mitstreiter. Zugleich wurde immer deutlicher, dass Pädophilie für die Mehrheitsgesellschaft nie akzeptabel werden würde.
Also warf man den Ballast über Bord. Erst in den USA, dann im Rest der Welt. Im wesentlichen war der Prozess in Deutschland gegen Ende der 80er / Anfang der 90er abgeschlossen und wurde 1994 mit einer Unvereinbarkeitserklärung des Lesben– und Schwulenverbands (LSVD) abgesichert. Trotzdem waren Pädophile teilweise noch am Rand geduldet. Während sie in den USA bei Gay Pride Paraden schon 1986 ausgeschlossen wurden, wurden sie bei CSD Paraden in Berlin noch toleriert.
Hier ein Bericht von der CSD Parade in Berlin im Jahr 2001:
Christopher-Street-Day(CSD) Berlin 2001
Boylover-Treffen auf Homoparty
Kleine Minderheit zwischen großer Minderheit
(Red/K13) Auch in diesem Jahr trafen sich wieder zu den alljährlich stattfindenden Veranstaltungen der Homosexuellen einige Boylover aus ganz Deutschland und der Schweiz in Berlin. Am letzten Wochenende im Monat Juni 01 fanden sich etwa 25 Boylover an einem für Insider bekannten Platz ein, um am CSD* 2001 mitzumaschieren. Hatten noch im Jahr davor über 60 Boylover teilgenommen, so waren es in diesem Jahr erheblich weniger, die die Anreise auf sich genommen hatten und motiviert zwischen den Schwulen und Lesben dabei sein wollten.
Bereits am Vortage trafen sich die Berliner Boylover in einer Szenenkneipe, um alle angereisten Pädos zu begrüßen und auf das schwule Berlin einzustimmen. Am Samstag morgen ging es dann gemeinsam zu einem amerikanischen Restaurant, wo man sich bekanntlich zwischen vielen jungen Gästen erfreuen und Verpflegung für den langen Marsch zu sich nehmen konnte. Gegen 12:30 Uhr ging es dann los und nach einer halben Stunde traf man auf die Parade. Man wartete einen bestimmten der etwa 70 prachtvoll geschmückten Wagen ab und marschierte hinterdrein. Der Umzug dauerte drei Stunden und unterwegs gesellte sich noch ein unbekannter Pädo hinzu, der die Gruppe an den Boylover-Logos auf den T-Shirts erkannte. Der Versuch ein Gruppenfoto, mit einem Polizeiwagen im Hintergrund zu knipsen, lief leider schief, wurde aber an einem anderen Ort dennoch gemacht, um dieses gemütliche und freudige Zusammensein festzuhalten. Im Anschluß an die bunte Homoparty trafen sich alle in einer Pizzaria wieder zusammen, um die ersten Eindrücke zu verarbeiten und mit den neuen Gesichtern ins Gespräch zu kommen. Die mangels Organisation nicht stattgefundene Grillparty nach der Parade wurde spontan durch ein lockeres und gemütliches Beisammensein im Park ersetzt. Zum Ausklang des stressigen, aber tollen und erlebnisreichen Tages, vielen dann alle Teilnehmer in einen wohl geschafften und träumerischen Schlaf mit vielen tollen Jungs. Am Sonntag morgen wurden fünf Tische im Stammlokal der Berliner Boylover zusammengestellt und man „brunchte“ wie schon so oft unter den einheimischen Pädos üblich ist.. Angefangene Diskussionen der Vortage wurden weitergeführt und man überlegte wie bereits das Jahr zuvor, wie man denn den CSD 2002 besser und frühzeitiger organisieren könnte. Von einigen kamen sogar Vorschläge, einen eigenen Wagen für die Parade anzumelden. Man wird sehen, ob diese Aktivitäten im nächsten Jahr in die Realität umgesetzt werden können.
Meldung auf Krumme13.org
Der Auftritt war dabei im Grunde zurückhaltend. Das Motto lautete „Für die Akzeptanz aller sexuellen Minderheiten“. Wer nicht eingeweiht war und wusste, dass da Pädos und Päderasten marschieren, wurde auch nicht mit der Nase darauf gestoßen. Hier ein Foto vom CSD 2002, damit man eine Idee bekommt, wie man sich das vorstellen muss:
Bild übernommen von krumme13.org
2003 kamen (lt. Kurzbericht auf krumme13.org) etwa 30 Boylover auf dem CSD in Berlin und mischten sich unter die vielen Schwulen und Lesben. Das Transparent blieb außen vor, als Alternative wurden stattdessen ca. 200 Flugblätter an die Besucher verteilt.
In einem Kommentar auf der Seite Krumme13.org wurde noch 2003 eine (möglicherweise auch schon etwas ältere) Stellungnahme des CSD Berlin zur Teilnahme von Pädophilen zitiert:
Da es sich beim CSD-Aufzug um eine Demonstration handelt, kann grundsätzlich jede Person, die die Ziele des Demonstrationsaufrufers – hier der Berliner CSD e.V. – unterstützt, teilnehmen, sofern hierbei nicht gegen bestehende Gesetze verstoßen wird. Dies gilt so natürlich auch für Personen, die hinsichtlich des Themas Pädophilie eine andere Auffassung vertreten als wir. Die Tatsache, dass unter Umständen solche Personen an unserer CSD-Demo teilnehmen bedeutet jedoch nicht, dass wir uns deshalb mit deren politischen Zielen gemein machen.
Wir stellen nochmals klar, daß die Ziele der Pädopilien mit den Zielen der lesbischen und schwulen Emanzipation, und damit des CSD, unvereinbar sind. Eine Teilnahme von solchen Gruppen ist uns nicht bekannt.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Schmidt
Geschäftsführer
Berliner CSD e.V.
2004 wurde das Transaparent „Für die Akzeptanz aller sexuellen Minderheiten“ dann wieder mitgeführt. Aber mit der Duldung war es vorbei. Peternetti auf dem jungsforum:
Die Leitung des CSD rief die Polizei um die „Fahne“ verschwinden zu lassen. Alle Fahnenträger wurden extra von der Polizei abgeführt, bzw. es untersagt weiterhin an der Demo, mit dem Transparent teil zu nehmen. (Die CSD-Ordner hätten es auch machen können)
Seitdem demonstrieren keine BLs mehr beim Berlin CSD!
So ist es bis heute geblieben.
Pädo-Gegner reagieren darauf mit Häme und Verhöhnung. Im tagesspiegel etwa erschien 2010 ein Meinungsartikel des antipädophilen Journalisten Manfred Karremann mit dem Titel „Mundtot“, in dem dieser sich freut:
2004 durften diese Verbände nicht mehr am Christopher Street Day teilnehmen. Einmal mehr haben sich die Schwulen und Lesben deutlich abgegrenzt von jenen, die Kinder sexuell belästigen.
Begleitend zu dem Artikel brachte der tagesspiegel diese hetzerischen Karrikatur von Klaus Stuttmann:
Menschen mit einer bestimmten sexuellen Orientierung, für die sie nichts können, werden also mal eben mit Vergewaltigern gleichgesetzt.
Das scheint die LGBT+ Community nicht zu stören. Sie ist ja nicht betroffen.
Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.
Martin Niemöller
Als ich für diesen Beitrag recherchiert habe, bin ich zufällig auf einen Artikel bei queer.de, einem Internet-Portal, das sich sich selbst als „Zentralorgan der Homo-Lobby“ versteht, aus dem Jahr 2011 gestoßen. Aus diesem Artikel:
Solche Geschichten kommen normalerweise nur aus Hollywood: Der siebenjährige Malcolm hat im Radio eine Geschichte über die Benachteiligungen gehört, die Schwule und Lesben in Amerika widerfahren. Der Junge war sauer – und sprach mit seiner Mutter darüber, was er dagegen tun könne. Schließlich entschied er sich, 140 Dollar an zwei Homo-Gruppen zu spenden: zum einen an die Human Rights Campaign, die sich mit Lobbyarbeit in Washington für eine Gleichbehandlung in den Gesetzbüchern einsetzt, zum anderen an das Los Angeles Gay and Lesbian Center. Die Einrichtung bietet unter anderem einen kurzfristigen Unterschlupf für junge Obdachlose an, die wegen ihrer sexuellen Orientierung aus dem Haus der Eltern geworfen worden waren. Dieses Problem hat Malcolm besonders betroffen gemacht, da es Studien zufolge in den USA immer mehr um sich greift: So kam bereits eine Untersuchung aus dem Jahr 2006 zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte aller jungen Obdachlosen schwul, lesbisch oder transsexuell sind. Grund für ihren Rauswurf aus dem Elternhaus war meist ihr Coming-out.
Auch mich hat die Meldung, dass fast die Hälfte der jungen Obdachlosen in den USA schwul, lesbisch oder transsexuell sind und von ihren Eltern wegen ihrer sexuellen Orientierung aus dem Haus geworfen wurden, getroffen. So getroffen und aufgewühlt, dass ich darüber heulen musste. Wenn ich als Pädo überhaupt etwas verstehe, dann die Angst vor Abweisungen, die Angst vor Enttäuschungen, die Angst vor Verlust.
Neben der Bestürzung ist mir aber auch noch etwas anderes in den Sinn gekommen: von wem wären die verstoßenen schwulen Jungs in der Vergangenheit wohl aufgenommen, angenommen, versorgt und geliebt worden?
Ich denke es gibt sehr gute Gründe, warum Päderasten früher einmal für Schwule selbstverständlich dazugehörten.
Es gab und gibt vermutlich immer noch viele Schwule, die gute Erinnerungen an ältere Männer haben, mit denen sie als schwule Jungen positive sexuelle Erfahrungen gesammelt haben und von denen sie sich angenommen und geliebt fühlten.
Und einige von ihnen bekamen diese Liebe gerade dann, als niemand sonst sie geliebt hat.
Pedro Martín
Pedro Martín (eigentlich Pedro Pablo Martínez Sánchez) trat 2016, als er 12 war, bei der ersten Staffel von Got Talent España an, dem spanischen Ablegern der Talentshow Britain’s Got Talent (deren deutscher Ableger „Deutschland sucht den Superstar“ ist).
Pedro sang zunächst Quédate conmigo (Bleib bei mir) von Pastora Soler und überredete danach das Jurymitglied Edurne zu einem Duett mit deren Song Amanecer (Morgendämmerung), mit dem sie 2015 beim Eurovision Song Contest angetreten war.
Für den angestrebten Glücksmoment, zusammen mit seinem Idol singen zu dürfen, war Pedro dabei perfekt vorbereitet. Als die Techniker die Musik so schnell nicht auftreiben konnten, zückte er einfach einen USB Stick und half damit aus! 😛
Er hat mit seinem Gesang, seiner Chutzpe und seinem Charme, so viel Eindruck hinterlassen, dass er von Jesús Vázquez (einem anderen Jury-Mitglied) mit dem „Goldenen Buzzer“ direkt ins Halbfinale weitergeschickt wurde. Dort war dann allerdings für ihn Endstation. Aber das schmälert natürlich nicht den tollen Eindruck, den er mit seiner Audition hinterlassen hat. 🙂
Verfolgte Liebe
Verfolgte Liebe
Pantherion
Ich muss meine Liebe vor allen verstecken.
Kein Mensch darf meine Liebe entdecken.
Denn man würde mich jagen, um mich zu zerbrechen
und sich an mir für meine Liebe zu rächen.
Mit Hass mich verfolgen, mit Steinen bewerfen,
mich treiben und hetzen, nicht nur verletzen,
viel härteres glaubt die Welt sei vonnöten:
zu richten, vernichten, kastrieren und töten.
Ich muss meine Liebe vor allen verstecken.
Kein Mensch darf meine Liebe entdecken.
Den ich liebe, ihn will man vor mir beschützen,
doch was kann ein Schutz vor Liebe schon nutzen?
Denn ich liebe nicht anders als andere auch.
Gäbe für den Geliebten mein Leben auf.
Will nichts anderes, als ihn glücklich sehen
und dabei ein Stück seines Wegs mit ihm gehen.
Ich darf es nicht. Muss alles verstecken
und niemals darf jemand meine Liebe entdecken.
Pinguindusche
Bei der derzeitigen Rekordhitze braucht es dringend Abkühlung. Was könnte dafür besser sein, als eine Pinguindusche?
Wie es der Zufall will, habe ich vor einiger Zeit ein richtig sympathisch nettes und perfekt passendes YouTube Video entdeckt: Pinguin, der Flötenvogel, unter der Dusche mit Noah.
Was ich da noch nicht wusste: es gibt eine Geschichte zu Pinguin und seiner Adoptivfamilie, der Familie Bloom aus Australien, wo die australische „Elster“, bzw. der Flötenvogel heimisch ist. Das Buch dazu wurde inzwischen in 13 Sprachen übersetzt und die Geschichte wird gerade verfilmt.
Sam Bloom, die Mutter der Familie Bloom, stürzte bei einem Urlaub in Thailand durch ein morsches Gelände und ist seitdem von der Brust abwärts gelähmt. Die vorher sportlich aktive Frau fiel in eine schwere Depression.
Dann geschah das Pinguin-Wunder. Als das Flötenvogel-Küken aus seinem Nest fiel wurde es vom 11jährigen Noah entdeckt, der es nach Hause brachte, um es zu retten. Die Familie entschied gemeinsam, das Küken zu adoptieren. Es musste anfangs alle 2 Stunden gefüttert werden und es blieb lange unklar, ob es überhaupt durchkommen würde. Die drei Jungs, Rueben (13), Noah (11) und Oli (9) wechselten sich bei der Fütterung ab.
Und auch die Mutter hatte nun eine neue Aufgabe und keine Zeit mehr, über ihr verlorenes früheres Leben nachzugrübeln. In der Sorge um den kleinen Vogel fand die Familie enger zusammen und die Mutter neuen Lebensmut. Inzwischen trainiert sie sogar für ihre Teilnahme an den Paralympics.
Und auch wenn ich ihn bisher nicht erwähnt habe, nahm natürlich auch Vater Christopher an der Sorge um das neue Familienmitglied, den kleinen Pinguin Bloom, Anteil. Und weil er Fotograf ist, hielt er viele der zärtlich intimen Momente auf Bildern fest.
Die Bilder und die Geschichte dazu wurden schließlich in einem berührenden Buch veröffentlicht, das sich zu einem weltweiten Bestseller entwickelte. Mit einem Teil der Erlöse unterstützt die Familie die Stiftung SpinalCure, die Forschung zur Querschnittslähmung finanziert.
Die Instagram Webseite der Familie Bloom über ihren Pinguin hat inzwischen 167.000 Follower und viele schöne Bilder, bei denen die Jungs eine bedeutende Nebenrolle spielen. Hier ein paar Kostproben:
Pferdejungen
Reiten ist heute eine Mädchendomäne. Im Nachwuchsbereich von Reitvereinen dominieren Mädchen mit Anteilen von um die 95 Prozent und mehr. Jungen sind dort Exoten und nur noch vereinzelt anzutreffen.
Eigentlich ist das etwas seltsam, denn historisch gesehen dominierten in der Beziehung zwischen Menschen und Pferden klar die Männer, sowohl was den Umgang mit Pferden als Arbeitstier anging als auch im Kriegswesen. Die Eroberungszüge der Mogolen wären ohne Pferde unmöglich gewesen. Und was wäre ein Ritter oder ein Cowboy schon ohne sein Pferd?
Militärisch gesehen blieb die Kavallerie bis in die Zeit des 1. Weltkriegs eine wichtige und angesehene Truppengattung. Da das militärische Männersache war, wurden insbesondere Jungen aus gehobenen Kreisen früh an das Reiten herangeführt. Pferde versprachen Macht, Prestige und Mobilität. Dann kam die Mechanisierung.
Das Pferd blieb bis zum ersten Weltkrieg und noch längere Zeit danach Männer- und Jungensache. Heute ist es vor allem Frauen- und Mädchensache. Kommt heute ein Pferdefilm ins Kino, kann man sich recht sicher sein, dass der menschliche Held eine junge Heldin ist. In einem Pferdebuch sowieso.
In der Zeit vor der völligen Mädchendominanz haben es aber doch noch einige Pferdejungen, auf die Leinwand geschafft.
Zum Beispiel Bobby Diamond in der Serien Fury (1955–1960, 114 Folgen):
Der etwa 9-jährige Waisenjunge Joey (Bobby Diamond) kommt durch einen Beschluss des Vormundschaftsgerichts auf die Broken Wheel Ranch von Jim Newton (Peter Graves). Dort gelingt es ihm als einzigem, den wilden Mustang Fury zu besänftigen und zu reiten. Da ihn außerdem der Rancher Jim Newton von einem Diebstahlverdacht befreit, freundet er sich mit diesem an und bleibt auf der Ranch, zumal der ältere Vormann Pete sich auch noch rührend um ihn kümmert und teilweise die Mutterrolle einnimmt. Diese Protagonisten erleben nun viele Abenteuer, bei denen immer Fury eine Hauptrolle spielt. Joey versteht sich mit dem Pferd wie mit einem Menschen – Fury kann Gangster bewachen, Hilfe holen u. v. m. Eine immer wiederkehrende Verhaltensweise von Fury ist das Stupsen – entweder um jemanden zu necken oder um ihn zu einer Stelle zu bringen, wo Hilfe benötigt wird.
Wikipedia-Artikel „Fury (Fernsehserie)„
Hier die allererste Folge und zwar puristisch in der englischsprachigen Originalfassung, da die Stimme des Joey in der Synchronisation im Vergleich zum Original deutlich zu tief geraten ist. Zumindest einen Link zur deutschen Fassung möchte ich aber nicht vorenthalten.
Ein weiterer berühmter Pferdejunge ist Folco (Alain Emery) aus dem 1953 veröffentlichten französischen Kurzfilm (Originalfassung 47 Minuten) Crin Blanc (Der weiße Hengst) von Albert Lamorisse.
Crin-Blanc ist der Leithengst einer Herde von wilden und freien Pferden, die in der einsamen Region von Camargue lebt. Er wird eines Tages von einem Viehzüchter eingefangen, der das Tier zähmen und ihm damit auch die Freiheit nehmen will. Doch weder dem Züchter noch seinen Gehilfen gelingt es, den Willen des stolzen weißen Hengstes zu brechen. Er wird freigelassen und gleichzeitig für vogelfrei erklärt. Das ruft den Fischerjungen Folco auf den Plan. Er setzt sich als Ziel, Crin-Blancs Vertrauen zu gewinnen und ihn selbst zu zähmen. Tatsächlich gelingt es dem kleinen Jungen, sich mit dem Pferd anzufreunden, sehr zum Verdruss des Viehzüchters, der seine Hirten auf den Hengst ansetzt. Daraufhin flüchtet Folco mit Crin-Blanc. Am Ende des Films reiten die beiden Freunde in’s Meer und verschwinden in den Wogen, auf der Suche nach einer besseren Welt, in der es nur Kinder und Pferde gibt.
Wikipedia-Artikel „Der weiße Hengst„
Hier eine 38-minütige Fassung. Da der Film fast gänzlich ohne gesprochene Worte auskommt, braucht man zum Verständnis erfreulicherweise keinerlei Französischkenntnisse.
Auch das Filmplakat ist sehenswert:
Und wo es einen weißen Hengst gibt, kann Der Schwarze Hengst aus dem Jahr 1979 mit Alec Ramsay (gespielt von Kelly Reno) natürlich nicht weit sein.
Alec Ramsay, ein zwölfjähriger US-Amerikaner, und ein wilder schwarzer Araberhengst sind die einzigen Überlebenden eines Schiffbruchs. Sie stranden auf einer einsamen, kargen Insel irgendwo weit vor der portugiesischen Küste. Während ihres Überlebenskampfes auf dem unwirtlichen Eiland entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Nach ihrer Rettung nimmt Alec den „Schwarzen“, wie er das Pferd nennt, mit in den damaligen New Yorker Vorort Flushing, wo er mit seiner Mutter wohnt. Alec lernt den ehemaligen Jockey Henry Dailey kennen, der das Potential der beiden erkennt und sie zu trainieren beginnt. Höhepunkt des Films ist das Rennen zwischen dem „Schwarzen“ und den beiden schnellsten Rennpferden der USA.
Hier die Filmszenen, die die Zähmung des Pferdes durch Alec auf der einsamen Insel der zeigen:
Mein letzter Pferdejunge ist Atréju (Noah Hathaway), der 1984 auf Artax durch Die Unendliche Geschichte ritt. Jedenfalls bis zum Sumpf der Traurigkeit. Und mit diesen schwer verdaulichen Bildern endet dann auch meine Geschichte der Pferdejungen.
Stay With Me (Perry)
2017 trat der damals 14jährige Perry bei the Voice Kids UK an. Seine Gesangskarriere startete er mit 8, nachdem sein Großvater an Krebs gestorben war. Perry wollte Spenden für die Krebshilfe sammeln und fing dafür mit dem Singen an. Er sammelte auf diese Weise nicht nur erfolgreich Geld ein, sondern entdeckte auch seine Liebe zur Musik. Bis 2017 hatte er 30.000 britische Pfund (ca. 33.000 Euro) für die Krebshilfe zusammengekommen.
Hier sein Auftritt bei den Blind Auditions:
Perry hat es bei The Voice Kids schließlich bis ins Halbfinale geschafft. Und ich bin mir sicher, dass danach auch noch etliche Pfund für die gute Sache zusammengekommen sind. 🙂
Sprüche und Weisheiten …
Wenn ein Kind zu Hause keine Liebe empfängt, muß es diese woanders suchen.
Persisches Sprichwort
Sweet Child O‘ Mine (Oscar Stembridge)
Der 11jährige Oscar Stembridge (* 29.12.2007 ) scheint mir ein Musikfanaktier zu sein. Oder wie man das sonst so nennen mag, wenn man mit 5 anfängt, Klavier zu spielen, bald daraud Ukulele, Gitarre und Schlagzeug dazunimmt und mit 7 damit beginnt seine Coverversionen aus dem Bereich Rock, Pop und Reggae über die sozialen Medien zu teilen. Und davon nicht eben wenige. Auf seinem YouTube Kanal finden sich aktuell 133 Videos mit Coverversionen von ihm.
Die Songs sind dabei ausschließlich in englischer Sprache, was neben der Dominanz des Englischen im Musikgeschäft wohl auch damit zusammenhängen dürfte, dass Oscar nicht nur einen schwedischen, sondern auch einen englischen Elternteil hat, also englischer Muttersprachler (bzw. Vatersprachler) ist.
Hier ein paar Kostproben seiner Songs.
Zunächst ein Cover von Sweet Child O‘ Mine von Guns N‘ Roses , das entstand, als Oscar 9 Jahre alt war:
Inzwischen hat Oscar eine professionelle Musikkarriere gestartet und ist bei Universal Music Sweden unter Vertrag. Sein Original-Song „Hold On Me“ wurde gerade erst (am 12.07.2019) veröffentlicht und stammt aus dieser Zusammenarbeit:
Aber auch mit Cover-Version macht Oscar fleissig weiter. Hier seine Version von Your Song von Elton John (veröffentlicht am 15.07.2019):
Oscar macht zwar schon mehr als sein halbes Leben lang Musik, steht aber trotzdem noch ganz am Anfang. Wie es aussieht, stehen die Chancen nicht schlecht, dass noch viel nachkommen wird und er mit seiner Musik auch kommerziell erfolgreich werden kann.
Three Empty Words (Andrej)
Einer meiner Favoriten bei der deutschen Ausgabe von The Voice Kids 2017 war der 12jährige Andrej Miskovic, der mit seiner Blind Audition Nena und Larissa überzeugen konnte.
Ich muss kann allerdings (so gerade eben noch) zugeben, dass er musikalisch gesehen zu Recht in der Battle Runde ausgeschieden ist.
Da er aus dem Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen kommt, hat die Frankfuter Neue Presse über ihn berichtet und die FAZ dogar einen Video zu ihm produziert, in dem er schildert, warum er sich bei Voice Kids beworben hat und welche Hindernisse (in Form elterlicher Erpressung zu guten schulischen Leistungen) er dafür zu überwinden hatte.
Andrejs Familie stammt übrigens aus Serbien und ist durchweg musikalisch begabt. Ursprünglich wollte Andrej als Duo mit seinem Zwillingsbruder antreten. Sein Bruder hat sich fast überreden lassen, hat dann aber am Ende doch lieber auf die Teilnahme verzichtet.
Und Andrejs Tante Viktorija (eigentlich Snežana Mišković) brachte es in den 80ern in ihrer Heimat sogar zu Star-Status – und hat sich dadurch einen eigenen Eintrag in der aserbaidschanischen, der persischen, der indonesischen, der italienischen, der ungarischen, der albanischen, der serbischen, der schwedischen und der englischen Wikipedia gesichert. Wow!
Ob Andrej das auch irgendwann schafft? Das hängt sicher auch davon ab, ob der Gott des Stimmbruchs ihm wohlgesonnen ist. Ich drücke ihm einfach mal die Daumen. 🙂







