Immer locker bleiben

Nachdem ich die letzten zwei Tage mit einem ersteren Thema beschäftigt war, ist es Zeit zur Abwechslung mal wieder einen leichtfüßigen Beitrag einzustellen. Und mit „leichtfüßig“ ist eigentlich auch bereits festgelegt, welches Thema es werden muss: ein Tänzer.

Ich habe mich für den ersten Auftritt des damals 11jährigen Aidan Davis bei Britain’s Got Talent im Jahr 2009 entschieden.

Aidan schaffte es übrigens bis ins Finale und wurde am Ende Fünfter.

Kritischer Leserbrief / Gastbeitrag

Wie gestern hier berichtet, wurde mein Blog beim WordPress Support gemeldet. Ich habe mich dazu im WordPress Support-Forum zu Wort gemeldet und auf meine Einschätzung zur Meldung auf meinem Blog hingewiesen. Ich erhielt dazu folgende Antwort:

Zu diskutieren ist dein gutes Recht. Ich würde dich jederzeit wieder melden. Weil ich gegen die Normalisierung von Pädophilie bin. Das hat nichts damit zu tun dich als Monster darzustellen.

Du kannst übrigens beruhigt sein. Niemand wird etwas unternehmen. Wie das eben meistens der Fall ist.

Den Blog zu melden empfand ich jedoch als angebracht. Nicht mehr und nicht weniger.

Dies habe ich wie folgt beantwortet:


Weshalb bist du gegen die „Normalisierung“ von Pädophilie (also der Neigung, nicht irgendwelcher Handlungen)?

Wenn deiner Gegnerschaft ein Kinderschutzmotiv zugrunde liegt, dann müsste es einen konkreten Nutzen der Ächtung / Stigmatisierung von Pädophilen geben. Da würde mich deine Argumentation bzw. dein Gedankengang interessieren.

Vielleicht kennst du das Prävemtionsprojekt „Kein Täter werden“ (KTW). Ziel dieses Präventionsprojekts ist es (lt. Aussage der Webseite), sexuelle Übergriffe durch direkten körperlichen Kontakt oder indirekt durch den Konsum oder die Herstellung von Missbrauchsabbildungen im Internet (sogenannte Kinderpornografie) zu verhindern.

Ein wesentlicher Ansatz des Projekts ist es, Pädophile dazu zu bringen, Ihre Neigung zu akzeptieren und Ihnen zu helfen, sie zu kontrollieren. Ein Baustein davon ist, Pädophilen zu einem positiven Lebensgefühl zu verhelfen. Dies nicht etwa, weil man damit Pädophilen helfen will, sondern weil die Wissenschaftler, die das Projekt leiten, erkannt haben, dass es hilft, Übergriffe auf Kinder zu verhindern. KTW ist und versteht sich als Präventionsprojekt.

Die Ächtung / Stigmatisierung von Pädophilen ist für die innere Akzeptanz seiner Neigung durch den Pädophilen schädlich. Innere Akzeptanz ist aber Voraussetzung für Kontrolle. Die fehlende äußere Akzeptanz führt zur Verheimlichung der Neigung und verhindert damit die soziale Kontrolle durch das persönliche Umfeld.

Wenn deiner Gegnerschaft lediglich persönlicher Ekel oder Moralismus zugrundeliegt, ist es natürlich schwieriger, darüber zu diskutieren.

Ich kann dem dann lediglich entgegnhalten, dass man die „Zumutung“, dass es Menschen wie mich gibt, eben aushalten muss. Damit eine Gesellschaft funktionieren kann, bedarf es der Toleranz und gleicher Rechte (auch gleicher Menschenrechte) für alle.

Toleranz wird heute oft mit Akzeptanz verwechselt. Natürlich würde ich mir viel lieber Akzeptanz als Toleranz wünschen, aber wenn nur Toleranz (= dulden / aushalten) möglich ist, dann muss ich eben mit Toleranz vorlieb nehmen.

Auf Toleranz meine ich allerdings auch einen Anspruch zu haben, solange ich mich an die Gesetze halte und keinem anderen Menschen schade. Mein So-Sein wie ich nun mal bin, schadet niemandem.

Falls du als Kritiker / Kritikerin (ich bin mir nicht darüber im klaren, ob du männlich oder weiblich bist) einen kritischen Gastbeitrag auf meinem Blog schreiben möchtest, bin ich bereit dir dazu Gelegenheit zu geben. Beleidigend sollte der Inhalt natürlich nicht sein, aber gegen Kritik habe ich überhaupt nichts einzuwenden.

Die E-mail Adresse, bei der auch Gastbeiträge eingesendet werden können, findet sich auf der „Über mich“ Seite, die du ja bereits einmal gefunden hast.


Ich habe nun tatsächlich noch eine Antwort an meine Mailadresse erhalten und möchte diese hier als Leserbrief veröffentlichen:

Ich kann nur ehrlich zu dir sein. Das gedenke ich auch zu tun.

Auf deinem Blog habe ich einmalig geantwortet. Weil ich finde dass ich auch mein Gesicht zeigen sollte, wenn ich dich denn schon melde. Das empfinde ich als fair. Weiter werde ich nichts mehr sagen. Weil ich nichts vorzubringen habe, und das auch nicht ausweiten möchte. Auch hier wird dies meine letzte Antwort sein. Aber ich finde diese Stellungnahme hast du verdient.

Pädophilie ist ein sehr schwieriges Thema. Einem dem ich auch ratlos gegenüber stehe. Natürlich reagiere ich dir gegenüber mit Ekel und Moralismus. Ich gebe dies zu. In meinen Augen ist es eine Krankheit. Ich hoffe dass du Hilfe bekommst. Was ich auf deinem Blog befürchte ich dass dies normal geredet wird.

Natürlich bist du ein Mensch. Du hast deine Rechte solange du niemandem schadest. Aber vielleicht verstehst auch du meine Sorge. Skepsis ist in diesem Fall angebracht. Du wirkst nämlich eher wie jemand, der sich von dem Stigmata seiner Neigung befreien möchte, als den eigenen Trieb als falsch zu erkennen. Wenn ich mich irren sollte, wäre es mir eine Freude.

Natürlich habe ich keine Ahnung, was du durchmachst. Das werde ich vermutlich auch nie. Ich weiß auch nicht ob man von seiner sexuellen Orientierung geheilt werden kann. Vermutlich ist dem nicht so. Ich will auch gar nicht in deiner Haut stecken.

Aber nur weil ich jemand bin, der meint dass man ein erhöhtes Augenmerk auf solche Neigungen, auch oder gerade hier im Internet haben sollte, bin ich niemand dem daran liegt dich zu verfolgen. Diesen Schuh werde ich mir auch nicht anziehen.

Die Sache mit der Toleranz ist etwas schwierig. Doch ich habe auch gar nicht darüber zu entscheiden, welche Grenzen du übertretest oder nicht. Wofür ich übrigens ziemlich dankbar bin. Ich wüsste nicht wie man mit dir umgehen soll.

Pädophile sind auch Menschen. Ich finde es selbst nicht richtig ein Monster aus dir zu machen. Weil das tatsächlich niemandem hilft. Doch ich finde es ist die Natur der Sache an sich, dass dieses Thema erhöhte Aufmerksamkeit verdient. Den Blog zu melden ist in diesem Sinne nur vernünftig. Denn da es gar nicht innerhalb meiner Möglichkeiten liegt, den rechtlichen Rahmen deines Tuns zu bewerten, tat ich das nächstliegende dich dem Betreiber zu melden. Dies sind die Verantwortlichen so etwas zu überprüfen.

Ich selbst bin mit diesem Thema überfordert. Also tat ich was naheliegend ist und von mir für richtig gehalten wurde.

Du bist ein Pädophiler. Dir ist bewusst. was dies bedeutet. Es ist angemessen, dies unter Beobachtung zu stellen. Es ist angemessen dies zu melden.

Ich empfand mein Tun als richtig. Weder ist es eine Hexenjagd noch droht man dir. Das erhöhte Augenmerk sollte dir selbst verständlich sein.

Ich bin nicht fähig dich in vollem Ausmaß zu verstehen. Es ist ehrlich gesagt auch ein Thema das mich befangen macht.

Was ich hier sage, ist bereits mein Höchstmaß an Toleranz. Absolute Toleranz empfinde ich hier nicht als richtig.

Hier meine Antwort zu diesem Leserbrief:

Ich habe nicht den Eindruck, dass es sich bei dir um einen Moralfanatiker handelt und wollte dir das auch nicht unterstellen. Ich möchte das nur vorab einmal anmerken, weil es so wirkt, als würdest du dich von mir angegriffen fühlen.

Ich schätze deine Ehrlichkeit und unterstelle dir auch keine bewusste Hexenjagd. Ich habe den Eindruck, dass du eigentlich ein normaler (= nicht bösartiger) und tendentiell toleranter Mensch bist.

Trotzdem ist deine praktische Positionierung für jemanden, der nun mal pädophil ist (und sich das nicht ausgesucht hat) problematisch und erzeugt Verfolgungsdruck. Du hast meine Seite gemeldet, weil der Inhaber pädophil ist. Das ist eine sexuelle Neigung, keine Handlung.

Du meinst die Sache an sich (also meine sexuelle Neigung) rechtfertigt eine erhöhte Aufmerksamkeit. Denke das versuchsweise mal zu Ende.

Was würde z.B. passieren, wenn du mich im realen Leben kennen würdest und um meine sexuelle Neigung wüsstest? Würdest du mich dann bei meinem Arbeitgeber und meinen Nachbarn melden, weil man auf Pädophile ja ein Auge haben muss?

Wenn ja, würde das wahrscheinlich dazu führen, dass ich meinen Job verliere und dass meine Nachbarn versuchen, mich loszuwerden, indem sie meinen Vermieter dazu bewegen, mich zu kündigen oder indem sie mich schikanieren, um mich aus dem Haus zu vertreiben.

Pädophile können unbehelligt leben, wenn niemand von ihrer Neigung weiß. Wenn die Neigung doch bekannt wird, kann es schnell kriminell werden.

Ich habe vor ein paar Tagen einen Blogbeitrag zum Thema Volksverhetzung geschrieben und dort auf drei relativ aktuelle Fälle hingewiesen, bei denen Unschuldige, die zu Unrecht verdächtigt wurden, pädophil zu sein, Opfer von Selbstjustiz bzw. einem Lynchmob wurden. Ein Mann wurde umgebracht, einer wurde so verprügelt, dass er zeitweise in Lebensgefahr war, ein Dritter musste „nur“ ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Auf staatlicher Ebene zu Ende gedacht, könnte das „erhöhte Augenmerk“ auf Pädophile bedeuten, dass Pädophile, von denen man weiß, ein Zwangskennzeichen als „Gefahrenschild“ tragen müssen, damit man sie besser im Auge behalten kann.

So etwas hatten wir in Deutschland ja schon. Der schwarze Winkel war für Asoziale, der braune Winkel für Sinti und Roma, der grüne für Berufsverbrecher, der lila Winkel für Zeugen Jehovas, der rosa Winkel für Homosexuelle, der rote Winkel für politische Gegner. Und natürlich gab es auch den Judenstern. Pädos bekamen damals übrigens (wie Homosexuelle) den rosa Winkel.

Müssten Pädos heute ein Zwangskennzeichen tragen, würde man sie im Alltagsleben nicht viel besser behandeln, als Juden in der Zeit von September 1935 (Nürnberger Rassengesetze) bis November 1938 (Reichsprogromnacht). Ich glaube also nicht, dass es heute wieder zum Allerschlimmsten kommen würde. Aber wer würde schon freiwillig bei einem pädophilen Unternehmer einkaufen, einen pädophilen Arbeitnehmer beschäftigen, neben einem Pädophilen wohnen wollen, auf der Straße dabei gesehen werden wollen, wie er mit einem Pädophilen spricht?

Ich glaube es ist nachvollziehbar, dass ich auf „erhöhte Aufmerksamkeit“ gerne verzichte und sie für den Anfang von Verfolgung halte.

Pädophilie ist – anders als von dir vermutet – ebenso wenig eine Krankheit, wie Homosexualität, die bekannterweise ebenfalls lange als Krankheit angesehen wurde. Ein Pädophiler ist ebenso wenig ein Kinderschänder, wie ein heterosexueller Mann ein Vergewaltiger ist. Wenn du meinst mich (bzw. meinen Blog) schon melden zu müssen, allein weil ich pädophil bin, bist du damit der Hetze gegen Pädophile (Gleichsetzung Pädophiler = Kinderschänder) auf den Leim gegangen.

Die Ächtung von Pädophilen (die in der unrichtigen Gleichsetzung Pädophiler = Kinderschänder wurzelt) beeinträchtigt die (wegen der fehlenden Möglichkeit eines befriedigenden Sexuallebens ohnehin bescheidene) Lebensqualität von Pädophilen massiv. Sie ist darüber hinaus aber auch für die Prävention von Kindesmissbrauch hochproblematisch. Ich habe bereits darauf hingewiesen, dass und warum eine Ächtung von Pädophilie und Pädophilen auch durch das Präventionsprojekt „Kein Täter werden“ (KTW) als für den Kinderschutz schädlich angesehen wird.

Natürlich hast du mich nicht bedroht. Und auch eine Hexenjagd sieht anders aus. Da es außer meinem Pädophil-Sein aber nichts gibt, was du melden könntest, ist deine Meldung (wegen des pädo-feindlichen gesellschaftlichen Klimas) zwar nachvollziehbar aber weder angemessen noch vernünftig.

Du hast natürlich recht, wenn du schreibst, dass es keine absolute Toleranz gibt. Toleranz muss enden, wenn jemandem Schaden zugefügt wird. Mein Pädophil-Sein schadet aber niemandem.

Auch wenn ich wenigstens im Netz und unter Pseudonym „offen“ als Pädophiler auftrete und mich gegen eine Skandalisierung und Ächtung meiner Neigung positioniere, schadet das niemandem.

Du magst dich für tolerant halten und bist vielleicht auch tatsächlich toleranter als viele andere. Aber wenn deine Toleranz bereits aufhört, wenn du dafür deinen Ekel und deinen Moralismus überwinden müsstest, dann ist es keine Toleranz, sondern nur Schein-Toleranz.

Ob man, wenn es darauf ankommt, wirklich für Menschenrechte, Meinungsfreiheit und Toleranz einsteht, zeigt sich erst, wenn es weh tut.

Ich habe dich noch nicht abgeschrieben, aber aktuell hast du diese Herausforderung noch nicht bestanden. Ich hoffe, dass du es irgendwann noch hinbekommst.

Meldung meines Blogs und strukturelle Gewalt

Die Statistikfunktion von WordPress zeigt Referrer an, also die Seiten, von denen ein Link auf den Blog aufgerufen wurde. Wie mir jetzt aufgefallen ist, gab es am 5. Juni einen Aufruf der Seite, der von den WordPress-Foren kam. Ich habe mal nachgeschaut, wo genau der Aufruf herkam. Es ist schließlich positiv, wenn man verlinkt wird und dementsprechend auch mehr gelesen wird.

Tatsächlich handelte es sich bei der Verlinkung um eine Meldung an den Support von WordPress.

Guten Tag.

Obwohl ich es eigentlich für einen Trollversuch halte, möchte ich den WordPressblog eines Pädophilen melden.

Die Seitenadresse lautet: https://paedoseite.home.blog

Um eine kurze Stellungnahme abzugeben, wird dort unter anderem auf der „Über mich“ Seite darüber gesprochen wie schwer es Pädophile doch hätte, welche kriminalisiert und stigmatisiert werden.

Das mag durchaus stimmen aber der Schutz von Kindern geht vor.

Danke für ihre Aufmerksamkeit

Meldung des Blogs an den WordPress Support

Es kann also gut sein, dass sich jemand die Seite in Hinblick auf die Kompatibilität mit den WordPress Regeln anschaut (oder angeschaut hat). Ich bin diesbezüglich zwar recht entspannt, letztlich weiß man aber nie, was sich ein anderer denken mag.

Kurz meine Einschätzung zur Meldung gegenüber dem WordPress Support:

Der Meldende scheint den Standpunkt zu vertreten, dass man Pädophilie kriminalisieren und stigmatisieren muss, um Kinder zu schützen.

Das Gegenteil ist der Fall.

Pädophilie wird fälschlich mit Kindesmissbrauch gleichgesetzt.

Verurteilte Sexualstraftäter, die sexuellen Missbrauch an Kindern begehen, können nach Expertenansicht in den meisten (jedoch nicht in allen) Fällen bestimmten Täter-Typologien zugeordnet werden. Davon gehen nach vorsichtigen Schätzungen etwa 90 % der sexuellen Missbrauchsfälle auf sogenannte regressive Täter zurück, deren primäre sexuelle Präferenz auf Erwachsene gerichtet ist. Aufgrund der leichten Verfügbarkeit von Kindern greifen sie zur sexuellen Befriedigung auf Kinder zurück. Man spricht deshalb auch von einem Ersatzobjekttäter. Der pädophile Typ folgt mit etwa 2 bis 10 % an zweiter Stelle und zählt zum sogenannten fixierten Typus.


Wikipedia-Artikel Sexueller Missbrauch von Kindern (Tätertypologie)

Pädophilie ist eine sexuelle Orientierung, keine Handlung. Sie bedarf daher auch keiner Rechtfertigung. Die Gedanken sind frei. Oder sie sollten es wenigstens sein.

Die Kriminalisierung und Stigmatisierung einer sexuellen Orientierung ist ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Betroffenen. Sexualität ist ein menschliches Grundbedürfnis, das man auf Dauer nicht unterdrücken kann. Der Versuch ist nicht einmal sinnvoll, da er letztlich zum Scheitern verurteilt ist. Es kann also nicht um Unterdrückung gehen, sondern um Kontrolle. Hierzu gehört aus meiner Sicht auch die Möglichkeit einer für Dritte unschädlichen Form der Triebabfuhr (z.B. die Möglichkeit zur Nutzung virtueller Kinderpornographie also Texte, Zeichnungen oder Computer-Animationen für die kein Kind ausgebeutet, ausgenutzt oder missbraucht wurde).

Auch wenn man sich auf den Standpunkt stellt, dass der Schutz von Kindern Vorrang hat, macht die Kriminalisierung und Stigmatisierung von Pädophilie bzw. Pädophilen keinen Sinn. Durch Kriminalisierung und Stigmatisierung wird kein Pädophiler „geheilt“. Er ist stigmatisiert noch genauso pädophil wie ohne Stigmatisierung. Die Stigmatisierung und gesellschaftliche Ächtung zwingt ihn aber, seine Neigung zu verheimlichen und vor der Welt zu verstecken. Dies wiederum entzieht ihn der sozialen Kontrolle.

Wenn Pädos nicht diskriminiert und geächtet wären, würden sich viele zu ihrer Orientierung bekennen, da die Lebensqualität merklich steigt, wenn man sich in einem zentralen Lebensaspekt nicht ständig verstellen muss. Das soziale Umfeld wüsste dann Bescheid.

Wenn das soziale Umfeld wissen würde, dass jemand auf Jungs steht, gäbe es eine Vielzahl von Menschen, die aktiv wahrnehmen würden, wie der Betreffende sich Jungs gegenüber verhält. Durch diese soziale Kontrolle wird ein Missbrauch (der dann vorliegt, wenn ein Mensch einen anderen Menschen schlecht behandelt) verunmöglicht.

Wenn Pädos bekennen könnten, dass sie auf Jungs (und/oder Mädchen) stehen, ohne dass sie deshalb gleich mit ihrer Steinigung rechnen müssten, gäbe es natürlich auch die Möglichkeit, Pädos als Menschen kennenzulernen, statt immer nur nur von vermeintlich (!) pädophilen Monstern aus der Berichterstattung über Gewaltverbrechen an Kindern zu hören (zur Erinnerung: die allermeisten Täter von sexuellem Kindesmissbrauch sind nicht-pädophile Ersatztäter).

Die Stigmatisierung und Kriminalisierung von Pädophilie ist nichts anderes als strukturelle Gewalt.

Strukturelle Gewalt bezeichnet die Vorstellung, dass Gewaltförmigkeit auch staatlichen bzw. gesellschaftlichen Strukturen inhärent sei – in Ergänzung zum klassischen Gewaltbegriff, der einen unmittelbaren personalen Akteur annimmt. In besonderer Weise formulierte der norwegische Friedensforscher Johan Galtung ab 1971 eine solche Theorie. Beispiele für strukturelle Gewalt im Sinne Galtungs sind Altersdiskriminierung, Klassismus, Elitarismus, Ethnozentrismus, Nationalismus, Speziesismus, Rassismus und Sexismus.

Johan Galtung ergänzte den traditionellen Begriff der Gewalt, der vorsätzlich destruktives Handeln eines Täters oder einer Tätergruppe bezeichnet, um die strukturelle Dimension: „Strukturelle Gewalt ist die vermeidbare Beeinträchtigung grundlegender menschlicher Bedürfnisse oder, allgemeiner ausgedrückt, des Lebens, die den realen Grad der Bedürfnisbefriedigung unter das herabsetzt, was potentiell möglich ist.“

Wikipedia-Artikel „Strukturelle Gewalt

Die Ächtung, Stigmatisierung und Kriminalisierung von Pädophilie nutzt niemandem.

Sie führt zu einer unnötigen und vermeidbaren massiven Beeinträchtigung des Lebens von Pädophilen und schützt kein einziges Kind.

Tatsächlich verringert die Ächtung den Schutz von Kindern aufgrund der dadurch fehlenden sozialen Kontrolle sogar.

Der Sieger

Martial Adolphe Thabard ist ein französischer Bildhauer aus Limoges, der von 1831 bis 1905 lebte und in Frankreich, Italien, England und den Vereinigten Staaten gewirkt hat. 1884 wurde er zum Mitglied der Ehrenlegion ernannt. Bei der Weltausstellung in Paris 1889 (für die man unter anderem den Eiffel Turm gebaut hat), wurde er mit einer Silbermedallie ausgezeichnet. Also durchaus ein Sieger, der einiges geleistet hat und dessen Skulpuren zum Beispiel in Versailles zu sehen sind.

Der Sieger um den es geht, ist aber natürlich nicht Martial Adolphe Thabard. Es handelt sich bei „Der Sieger“ (franz.: Le Vainqueur) vielmehr um eine 1889 von Thabard geschaffene Marmorstatue, die im Rathaus seiner Heimatstadt Limoges zu sehen ist.

Die Statue stellt eine Wahrheit dar, die auch in einem Aphorismus von Franz Blei festgehalten ist:

Es gibt immer einen Besiegten in der Liebe: den, der mehr liebt.

Diese universelle Wahrheit gilt auch für Männer, die auf Jungs stehen. Thabards Auftraggeber – wer immer das gewesen sein mag – scheint es wichtig gewesen zu sein, darauf einfach mal dezent hinzuweisen. Es wird jedenfalls ziemlich deutlich, wer in der abgebildeten Szene der Sieger ist:

Bild geteilt via notesdemusees.blogspot.com.
Bild geteilt via notesdemusees.blogspot.com.
Bild geteilt via notesdemusees.blogspot.com.
Bild geteilt via notesdemusees.blogspot.com.

Ich bin extrem beeindruckt, dass sich jemand getraut hat, diese Statue in Auftrag zu geben und dass Thabard sich bereit erklärt hat, sie auszuführen. Für mich ist die Statue perfekt: wahrhaftig, mutig und hochwertig ausgeführt.

Hier noch das passende Gedicht von Pantherion dazu:

Hoch im Himmel
Pantherion

Hoch im Himmel wo Ganymed
auf seinem Adler reitet,
den er sich vom Olymp entführte,
und wo der kecke, kühne Knabe
sein stolzes Tier in luft’ge Höhen peitscht
bis sie nach lustvoll irren Gipfeln
in ermatteten Kreisen gemeinsam
zum Boden nieder gleiten.

Aber auch dort, wo der Geliebte
seinem liebenden Gotte mit köstlichen Tropfen
den brennenden Durst zu stillen beginnt
und zugleich auch aufs Neue
verzehrendes Feuer entfacht.

Ja, eigentlich überall und immer
siegt der Begehrte. Denn stärker noch
als der Stärktste ist die Liebe.
Sie fesselt, wen sie will
und macht Weise zu Narren.

Als grausame List der Natur geschaffen
kettet sie Männer an Frauen, Frauen an Männer,
Eltern an Kinder und manchmal
verschenkt sie Götter
oder Gewöhnliche an Knaben.

Alles dient der großen, der goldenen Kette,
die sich von Mensch zu Mensch durch die Äonen spannt.
Auch in mir hat sie ein nützlich Glied erkannt.
Mit einen Wink hat sie mein Herz in deine Hand gebannt
und stellt dir frei, ob du es dort zerbrichst,
ob du es fallen lässt,
ob du es in die Tasche steckst und dort vergisst.

Es wäre schade, denn es ist gut.
Und dein.


Jean Turcan, Ganymed, Gips, 1878 (geteilt via books.openedition.org)

Engel auf die Haut

Engel auf die Haut
Pantherion

Ich wünsch mir einen Engel auf die Haut.
Die ganze Nacht hindurch, bis dass es graut.

Wünsch mir den Schweiß, der sich vermengt,
wenn man sich ineinander drängt,
und schenkt‘ ihm gerne Gipfelreihen
von Keuchen, Stöhnen und von spitzen Schreien.
Die kleinen Tode. Das Zusammenfließen.
In satter Wärme Seit an Seit zu liegen.
Dann sich an des and’ren Brust zu bergen,
und gegenseitig Heimat werden:
wo man sich sicher weiß.

Doch Engel gibt es nicht so oft auf dieser Erde.
Auch einen Jungen hätte ich sehr gerne.

Love me (FOURCE)

2017 wurde die Niederlande beim Junior Eurovision Song Contest (JESC) durch die Boyband FOURCE vertreten. Die Gruppe wurde eigens für die niederländische Länderqualifikation gegründet und besteht aus den 4 Jungen Max Mies (geboren am 06.01.2003), Jannes Heuvelmans (geboren am 04.04.2003), Niels Schlimback (geboren am 12.04.2005) und Ian Kuyper (geboren am 04.04.2004).

Der Name FOURCE steht für die vier Bandmitglieder (engl.: vier = four) und die Stärke der Gruppe (engl.: Stärke = force).

FOURCE setzte sich in der niederländischen Landesqualifikation (dem Junior Songfestival 2017) durch und gewannen beim JESC den ersten Platz beim Publikumsvoting. Allerdings entscheidet das Publikum nur über 50% der zu vergebenden Punkte. Bei den Länderjurys, die die restlichen 50% vergeben, konnte FOURCE nicht so stark punkten und kam in der Endabrechnung dager nur auf den vierten Rang.

Hier das Musikvideo zu Ihrem Songbeitrag für den JESC 2017:

Inzwischen ist etwas Zeit vergangen. Niels ist jetzt 14, Jannes 16, Max 16 und Ian 15 Jahre alt. Die Jungs haben weiter fleißig und professionell an Ihrer Musikkarriere gearbeitet und FOURCE hatte inzwischen 10 Nummer 1 Hits in den niederländischen Kids Top 20 Charts, 4 Millionen Streams auf Spotify und 12 Millionen Klicks auf YouTube. Allein das Video zu „Love Me“ hat bereits 5.5 Millionen Klicks.

Auch aktuell ist mit ihrer Version von „High Hopes“ wieder ein Song von FOURCE die Nummer 1 der niederländischen Kids Top 20 Charts.

Die Gruppe scheint also auf einem richtig guten Weg zu sein.

Diversity, die zweite

Ich habe bereits einen Artikel zur Streetdance-Gruppe Diversity verfasst, die 2009 die Talentshow Britain’s Got Talent (BGT) gewonnen hat. Ich habe dort lediglich den ersten Auftritt der Gruppe, die Audition, geteilt.

Bei Talentwettbewerben ist es oft so, dass der erste Auftritt der beste ist. Einerseits hat das vielleicht mit der Erwartungshaltung zu tun. Man weiß ja noch nicht, wie gut die Gruppe ist, wenn man sie noch nie gesehen hat und ist von einem unerwarteten, genialen Auftritt dann auch ganz besonders beeindruckt. Andererseits wollen die Teilnehmer unbedingt die erste Runde überstehen und treten deshalb beim ersten Auftritt auch mit dem besten Lied, Tanz oder sonstiger Performance an. Es wäre ja auch wirklich ärgerlich, wenn man das zweitbeste Stück auswählt – und dann nicht weiterkommt.

Bei Diversity habe ich diesen Effekt auch erwartet. Meine Erwartung wurde aber angenehm enttäuscht: die Auftritte im Semifinale und im Finale waren genauso genial und begeisternd wie der Auftritt in der Audition.

Auch wenn nur zwei der zehn Mitglieder Jungs sind: es lohnt sich.

Quentin Callewaert

Quentin Callewaert ist ein inzwischen 18 Jahre alter Gitarrist, der Gitarre spielt seit er 6 Jahre alt ist.

Er hat eine eigene Hompage auf der 36 Auftritte im Jahr 2018 und bisher 9 im Jahr 2019 augeführt sind. Sein Youtube Kanal hat knapp unter 2.000 Abbonenten, das populärste Video wurde vor 6 Jahren veröffentlicht und hat knapp unter 100.000 Klicks. Aktuelle Videos bringen es auf 1.000 bis 10.000 Klicks. Durchaus beeindruckend – aber niemand, der mit Musik reich werden dürfte. Darum geht es aber auch nicht. Bei Musik geht es zuerst und vor allem um die Liebe zur Musik. Und die nimmt man Quentin absolut ab.

Hier das Stück, mit dem er mir aufgefallen ist, ein sehr schöner Auftritt mit seiner Version von „Here Comes the Sun“ von George Harrison .

Da er mir da noch ziemlich jung vorkommt, war ich neugierig, wie alt Quentin bei dem Auftritt gewesen sein mag. Die Antwort versteckte sich im Clip eines weiteren Songs, den Quentin offensichtlich beim selben Auftritt gespielt hat.

Bevor er loslegt, erzählt er dort, dass er zu seinem zwölften Geburtstag von seinen Eltern eine handsignierte Partitur des Arrangements zu „Angie“ von Harry Sacksioni geschenkt bekommen hat (der Song stammt im Original von Davey Graham).

Quentin wollte von seinen Eltern wissen, wer die Partitur unterschrieben hat. Die haben sich allerdings störrisch verweigert. Letztlich einigte man sich auf den „Deal“, dass Quentin das Stück lernt, aufnimmt und auf seinem Youtube Kanal veröffentlicht und dass seine Eltern ihm dann verraten, wer unterschrieben hat. So ziehen Eltern ihr Kinder über den Tisch!

Ein paar Monate später war es soweit. Als Quentin erfuhr, dass tatsächlich Harry Sacksioni unterschrieben hatte, wollte er wissen, wie seine Eltern an die Unterschrift gekommen sind. Die Antwort: „Wir haben ihn darum gebeten.“

Tja. So einfach kann es manchmal sein. 😛

Hier der Autritt zu dieser netten Geschichte:

Um es nicht zu sehr zu übertreiben beschränke ich mich auf zwei weitere Clips von Quentin.

Zunächst eine Aufnahme von „Lewis & Clark“ von Tommy Emmanuel. Zum Zeitpunkt der Aufnahme dürfte Quentin 11 Jahre alt gewesen sein.

Und zum Abschluss ein Medley seiner Lieblingsstücke von den Beatles, das Quentin mit 14 im New Moon Coffeehouse (als Vorprogramm für die Kennedys) gespielt hat.

Fix you (Bodi)

In der dritten Staffel The Voice Kids Netherlands (2013/2014) trat der 10jährige Bodi, ein Junge mit philippinischem Migrationshintergrund, mit dem Lied „Fix you“ von Coldplay an.

Bodi hat sich dieses Lied zu Ehren seiner Mutter ausgesucht. Es wurde 4 Jahre zuvor bei ihrer Beerdigung gespielt.

… (manchmal fehlen einem die Worte) … .

Hier der englische Songtext (und danach die deutsche Übersetzung):

When you try your best but you don’t succeed
When you get what you want but not what you need
When you feel so tired but you can’t sleep
Stuck in reverse

When the tears come streaming down your face
‚Cause you lose something you can’t replace
When you love someone but it goes to waste
What could it be worse?

Lights will guide you home
And ignite your bones
And I will try to fix you

But high up above or down below
When you are too in love to let it show
Oh but if you never try you’ll never know
Just what you’re worth

Lights will guide you home
And ignite your bones
And I will try to fix you

Tears come streaming down your face
When you lose something you cannot replace
Oh and tears come streaming down your face
And I

Tears streaming down your face
I promise you I will learn from all my mistakes
Oh and the tears streaming down your face
And I

Lights will guide you home
And ignite your bones
And I will try to fix you


Und nun, wie versprochen, meine Übersetzung:

Wenn du dein Bestes gibst, aber keinen Erfolg hast.
Wenn du bekommst, was du willst, aber nicht, was du brauchst.
Wenn du dich so müde fühlst, aber nicht schlafen kannst.
Im Rückwärtsgang stecken geblieben.

Wenn die Tränen über dein Gesicht strömen,
Weil du etwas verlierst, das du nicht ersetzen kannst.
Wenn man jemanden liebt, aber es verschwendet wird.
Was könnte schlimmer sein?

Die Lichter führen dich nach Hause.
Und deine Knochen fangen Feuer.
Und ich werde versuchen, dich in Ordnung zu bringen.

Aber hoch oben oder tief unten,
Wenn du zu verliebt bist, um es zu zeigen.
Doch wenn du es nie versuchst, wirst du es nie wissen.
Was genau du wert bist.

Die Lichter führen dich nach Hause.
Und deine Knochen fangen Feuer.
Und ich werde versuchen, dich in Ordnung zu bringen.

Tränen strömen über dein Gesicht.
Wenn du etwas verlierst, das du nicht ersetzen kannst.
Oh und Tränen strömen über dein Gesicht.
Und ich.

Tränen strömen über dein Gesicht.
Ich verspreche dir, ich werde aus all meinen Fehlern lernen.
Oh und die Tränen, die über dein Gesicht strömen.
Und ich.

Die Lichter führen dich nach Hause.
Und deine Knochen fangen Feuer.
Und ich werde versuchen, dich in Ordnung zu bringen.