Jack Goodacre

2017 trat der damals 11jährige Jack Goodacre (geboren am 11. Juli 2005) bei der britischen Version von The Voice Kids an. Und erwischte keinen guten Start. Jack war nervös und verschluckte sich wohl, jedenfalls fehlten ein paar Worte im gecoverten Lied (Free Fallin‘ von Tom Petty). Jack sang beherzt weiter, wurde zunehmend sicherer und sein Auftritt immer besser. Am Ende hatte er alle überzeugt: alle drei Coaches drehten sich um und wollten ihn in ihrem Team haben.

Dass Jack den kritischen Moment überstanden hat, lag sicher auch an seiner Vorerfahrung.

Sein Vater, Tim Goodacre, ist selbst freischaffender Singer/Songwriter und Musikproduzent. Jack begann bereits als 5jähriger seinem Vater nachzueifern und Musik zu machen. Er spielt Gitarre und trat seit 2016 mit einer Liveband auf Musikfestivals auf. Außerdem hatte er sich zusammen mit seinem Vater in der Fußgängerzone von Norwich als Straßenmusiker Selbstvertrauen und etwas Kleingeld erspielt.

In den Voice Kids Battles war von Unsicherheit dann nichts mehr zu merken. Jack präsentierte sich als Rampensau und rockte die Bühne. Damit setzte er sich dann auch verdient durch.

Im Halbfinale hatte er nach meinem Eindruck stimmlich nicht den besten Tag und schied trotz einer recht beeindruckenden Gitarrenperformance zu recht aus.

Irgend jemandem müssen Jacks Gitarrenkünste aber aufgefallen sein. Jedenfalls bekam die Rolle von Zack Mooneyham, dem Leadguitarristen in Andrew Lloyd Webbers Musical „School Of Rock“ am New London Theatre im Londoner West End. Jack spielte 12 Monate lang in dem Musical mit.

Auch damit war nicht Schluß. 2018 bewarb er sich – inwischen reife 12 Jahre alt – zusammen mit seinem Vater als Gesangsduo bei Britain’s Got Talent. Die beiden führten in Ihrer Audition einen eigenen Song „The Lucky Ones“ auf, den Jack und Tim (43) gemeinsam geschrieben hatte. Anlass von Tims Eltern, Jacks Großeltern. Es geht um die Bewältigung der Trauer und des Verlusts: Andere gingen zu früh, aber die beiden sind die Glücklichen (Lucky Ones) die einander noch haben.

Das Publikum und die Jury waren begeistert. Simon Cowell (das wichtigste Jury-Mitglied) drückte sogar den „Goldenen Buzzer“, der den beiden einen vorzeitigen Einzug in die Liveshows sicherte.

Auch der Halbfinalauftritt der beiden mit der Eigenkomposition „Big Wide World“ war überzeugend. Sie mussten nicht auf das Ergebnis des Publikumsvotings warten, sondern wurden von der Jury direkt ins Finale geschickt.

Im Finale präsentierten sie dann noch einmal ihren Song aus der Audition – zwar schön, aber auch etwas mutlos. Es fehlte das Überraschungselement, das neu begeistert. Am Ende kamen die beiden „nur“ auf den achten Platz von elf Finalteilnehmern.

Aber natürlich ist auch da nicht Schluß. Im Mai und Juni 2019 tourten die beiden in Vereinigten Königreich und aktuell gibt es eine Vorankündigung für eine Amerika-Tour.

Zum würdigen Abschluß des Beitrags über Jack, hier noch ein hochklassiges, gitarrenlastiges, rockiges Solo aus dem April 2018, ein Cover von „Just Got Paid“ in der Version von Joe Bonamassa.

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