Das langweiligste Spiel der Welt (in voller Länge)

Es gibt eine Reihe Sportarten, die immer wieder in Listen der langweiligsten Sportarten der Welt vorkommen. Zum Beispiel Baseball. Seltsamerweise ist dieses Spiel trotzdem eine der traditionellen großen Sportarten der Vereinigten Staaten, zu denen ansonsten American Football, Baskeball und Eishockey zählen. Etwas masochistisch sind die Amerikaner also anscheinend schon länger. Das Spiel ist allerdings auch in Lateiamerika und in Ostasien populär.

Der Umsatz der nordamerkanischen Profiliga MLB (American League und National League) lag 2018 bei 10.3 Milliarden US Dollar. Bei 30 Profivereinen ein Durchschnittsumsatz von 340 Millionen pro Version. Die 1. Bundesliga kommt auf einen Umsatz von insgesamt 3.81 Milliarden Euro. Baseball ist also richtig, richtig groß.

Neben den Major Leagues gibt es jedes Jahr ein Baseball-Event, dass es ebenfalls in das nationale Sportfernsehen schafft. Und zwar nicht als Ergebnismeldung, sondern durch Übertragung aller 30 Spiele live und in voller Länge (Sender: ESPN und ABC): die Little League World Series, also die Weltmeisterschaft der 11 bis 12jährigen Nachwuchs-Baseballspieler.

Die Litte League World Series gibt es seit 1947. Anders als die World Series, die Gesamtmeisterschaft der Profiligen, die auf Nordamerika beschränkt ist, ist die Little League World Series dabei seit 1958 wahrhaft international. Rekordsieger mit 17 Erfolgen ist Taiwan. Die zweiterfolgreichste Nation ist Japan mit 11 Siegen. An dritter Stelle folgt dann mit 7 Siegen Kalifornien. Die amerikanischen Bundesstaaten werden nämlich einzeln in der Statistik geführt. Nähme man alle US Bundesstaaten zusammen, wären die Gesamt-USA locker und lässig der Statistik-König.

Die Little League World Series ist das größte Event im Bereich Kindersport weltweit. Die Spiele der World Series finden vor „ausverkauftem“ Haus (der Eintritt ist kostenlos, die Karten werden wegen des großen Andrangs verlost) mit einer Kulisse von 45.000 Fans statt. Die Zahl der Zuschauer vor dem Fernseher kann sich ohne Weiteres mit Spielen der Profiliga messen. Beim Major League Baseball lag die durchschnittliche Zuschauerzahl im Jahr 2018 bei 1.08 Millionen. Bei der Little League World Series waren es 2018 im Durchschnitt 1.02 Millionen Zuschauer.

In der Rekordsaison 2014, als eine weibliche Spielerin im Team von Philadelphia große zusätzliche Aufmerksamkeit erregte, sahen 5 Millionen Menschen die Live-Übertragung des Little League Spiels Las Vegas gegen Philadelphia (ein Vierteilfinalspiel). Das waren mehr Zuschauer bei irgendeinem Spiel der Profiliga seit 2007. Mehr Zuschauer als bei jedem Spiel der regulären Saison der Nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA. Mehr Zuschauer als bei jeder bis dahin ausgestrahlten Golfsendung.

Die Little League World Series ist ein Phänomen, dass sich eigentlich jeder vernünftigen Erklärung entzieht.

Die amerikanische Begeisterung für Baseball wird mir immer fremd bleiben. Und doch. Wenn ich denn in den USA wohnen würde, gäbe es wohl einen Zuschauer mehr. Zumal Baseball ein eher ruhiger Sport ist. Ab und an wird geschlagen, gelaufen oder gesprungen aber die meiste Zeit stehen die Sportler nur herum. Also ideal um sie sich in Ruhe anzugucken. Für jemanden, der durchaus gerne 12jährige Jungs anschaut, keine schlechte Gelegenheit.

In diesem Sinne hier das Finale 2017 (Japan gegen Texas) des langweiligsten Sports der Welt. In voller Länge. 1 Stunde, 26 Minuten und 31 Sekunden Boywatching mit bisher 1.655.957 Aufrufen auf Youtube.

Der schwule Hengst

Der schwule Hengst
Pantherion

Der schwule Hengst trabt über’s Feld
und träumt von einem Fohlen.
Dorthin, wo der Kleine steht,
schnuppert er verstohlen.

Der süße Duft streift seinen Sinn
und juckt ihn mit dem Lustgewinn.
Schlägt ihn ganz in seinen Bann –
dort, wo er nicht kratzen kann.

Die Ohren wippen auf und nieder.
Die Luft erbebt vom Zittern seiner Glieder.

Fällt ihm nicht leicht ein Pferd zu sein.
Wär ganz gerne mal ein Schwein.
Ein Schwein mit einem Ferkel.

Aber Gerne-Schwein ist doch ein Pferd.
So sehr ein Pferd wie schwul.
So schwul wie grün das Gras.

Und das war, was das Fohlen fraß.
Im Traum des schwulen Hengstes.

Sax (Ciaran Heggarty)

Der 13jährige Ciaran Heggarty suchte sich für seine Blind Audition von The Voice Kids UK 2018 den Song „Sax“ von Fleur East aus, die 2014 in der 11. Staffel der Casting Show The X-Factor Zweite wurde.

Fleur wurde danach vom Plattenlabel von Simon Cowell, dem Erfinder des X-Factor Formats, der auch bei Britian’s Got Talent die erste Geige spielt, unter Vertrag genommen. Ihre Debut-Single „Sax“ wurde 2105 ein Riesenerfolg und erreichte Platin-Status.

In dem frechen und fetzigen Song geht es um Männer, die sich auf dieses oder jenes etwas einbilden oder mit etwas prahlen (dem schnellen Auto, dem guten Aussehen, dem hohen IQ usw.). Die Sängerin weist die Aspiranten darauf hin, dass sie doch bitte erstmal das Saxophon (sax) spielen sollen. Dass „sax“ fast wie Sex geschrieben und gesprochen wird, ist dabei kein Zufall. Die Sängerin wartet auf den Richtigen, den Mann, der sie umhaut. Und ein gutes „Saxophon“ ist für sie dabei das Entscheidende, nicht Witz, Reichtum, Aussehen oder Intelligenz.

Hier nun die sehr gelungene Interpretation dieses eindeutig zweideutigen Liedes von Ciaran.

Ob ein Junge schwul ist oder nicht, kann man mit letzter Gewissheit natürlich erst sagen, wenn er sich irgendwann geoutet hat. Meist ist er da kein Junge mehr, sondern ein junger Mann.

Wenn ich mir die Performance von Ciaran anschaue, würde ich aufgrund der doch recht expressiven Gestik vermuten, dass Ciaran sein Coming-In (also die Selbsterkenntnis und Selbstakzeptanz als schuler Junge) bereits erfolgreich hinter sich gebracht hat und sich im engen Familienkreis vermutlich auch schon geoutet hat. Es würde mich jedenfalls sehr wundern, wenn sich irgendwann herausstellen sollte, dass er doch nicht schwul ist.

Leider ist Ciaran in den Sing-Offs ausgeschieden. Ich bin mir trotzdem sicher, dass wir noch von ihm hören werden. 🙂

“It’s a man’s world” und Weiteres von Voicu Dumitraș

Ich bin kürzlich eher zufällig über eine grandiose Aufnahme von Voicu Dumitraș gestoßen, einem jungen Sänger aus Rumänien, die ich hier gerne teilen möchte. Es handelt sich ein Cover des James Brown Klassikers „It’s A Man’s World)“. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war Voicu (der am 07.06.2004 geboren wurde) 11 Jahre alt.

Natürlich habe ich nach diesem Zufallsfund ein wenig recherchiert.

Eine nicht minder hervorragende Aufnahme des Songs „Summertime“ von George Gershwin (nach einer Interpretation von Ella Fitzgerald) stammt aus dem Jahr 2017. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war Voicu 13.

Im gleichen Jahr, aber noch 12jährig trat Voicu bei The Voice Kids Romania an, wo er es bis ins Halbfinale schaffte. Hier seine Blind-Audition mit einem Cover des Songs „Hurt“ von Christina Aguilera:

2018 war Voicu dann mit ganz anderem Musikstil in einer Koproduktion mit dem tschechischen Musikproduzenten Jezzpi zu hören. Auch wenn ich Synthesizer oder Dance Musik persönlicher eher nicht so sehr mag – stimmlich und musikalisch überzeugt Voicu auch hier.

Wer das vorige Stück mochte, dem gefällt vermutlich auch die erst gestern (am 15.06.2019) erschienene zweite Koproduktion von Jezzpi und Voicu. Eine tolle Stimme auch noch mit 15. 🙂

Hoffentlich bleibt Voicu die Liebe zur Musik auch nach dem Stimmbruch erhalten.

„Ich bin Herr meines eigenen Körpers“ (Miguel)

Bei den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig soll der spanische Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Pedro Almodóvar für sein Lebenswerk mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet werden.

Es ist nicht die erste Auszeichnung für Almodóvar. Für seine Tragikomödie „Alles über meine Mutter“ erhielt er im Jahr 2000 einen Oscar und einen Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film. Für seinen Film „Sprich mit ihr“ erhielt er 2002 den Oscar für das beste Originaldrehbuch und einen Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film.

Zum Lebenswerk, für das er nun geehrt werden soll, gehört auch sein vierter, 1984 veröffentlichter Film „Womit hab ich das verdient?“ (spanisch: ¿Qué he hecho yo para merecer esto?).

Der Film erzählt die Geschichte der unterdrückten Hausfrau Gloria, die mit ihrem Mann Antonio, der Schwiegermutter und zwei Söhnen in einer kleinen, schäbigen Wohnung nahe der Autobahn von Madrid lebt. Gloria arbeitet nebenbei als Putzfrau, um finanziell über die Runden zu kommen und nimmt Amphetamine, um durchzuhalten.

Ihre Ehe ist faktisch in die Brüche gegangen. Ihr Mann Antonio arbeitete einst als Gastarbeiter in Deutschland und hatte dort eine kurze Affäre mit einer Sängerin, der er immer noch nachtrauert. So kommt es, dass er immer wieder deren Lied „Nur nicht aus Liebe weinen“ spielt und seine Frau damit permanent vor den Kopf stößt.

Glorias ältester Sohn, Toni (14), will Landwirt werden und verkauft Heroin, um sich irgendwann einen Bauernhof kaufen zu können. Der jüngere Sohn, Miguel (12) ist schwul und schläft mit älteren Männern. Als Gloria Miguel konfrontiert und ihm sagt, dass sie weiß, dass er mit älteren Männern (einschließlich des Vaters seines Freundes) geschlafen hat, antwortet Miguel: „Ich bin Herr meines eigenen Körpers.“

Auch als der ältere Bruder versucht, Miguel zu „heilen“, indem er für ein Stelldichein mit der Nachbarin Cristal, die als Prostituierte arbeitet, bezahlt, ändert sich bei Miguel nichts.

Als Gloria die notwendige Zahnbehandlung von Miguel nicht bezahlen kann kommt sie zu dem Schluss: wenn die Männer den Körper von Miguel wollen, sollen sie seinen Körper auch unterhalten. Sie erlaubt Miguel bei dem Zahnarzt, einem Pädophilen, einzuziehen, der Miguel dafür kostenlos behandelt. Miguel stellt einige materielle Bedingungen (Video, Stereoanlage, Zeichenunterricht) und als der Arzt in diese einwilligt, lässt sich Miguel bereitwillig auf das Arrangement ein.

Im weiteren Verlauf wird Glorias Leben immer unerträglicher. Sie hat keine Hoffnung, kein Geld, keine Möglichkeiten und erhält keine Unterstützung durch ihren untreuen Mann. Als Antonio (dem noch nicht einmal aufgefallen ist, dass ihm sein jüngster Sohn wundersam abhanden gekommen ist) Gloria bei einem Streit schlägt, zieht sie ihm ein Schinkenbein über den Kopf. Antonio schlägt mit dem Hals auf die Spüle und stirbt sofort. Bei der Untersuchung des Todesfalls bleit Glorias Schuld unentdeckt.

Als Toni (und seine Großmutter) Madrid in Richtung ihres Heimatdorfes verlassen, ist die ohnehin dysfunktionale Familie anscheinend endgültig zerbrochen. Gloria denkt darüber nach, Selbstmord zu begehen – und ändert ihre Meinung, als ihr Sohn Miguel unerwartet zurückkehrt und sagt, er wolle sich um sie kümmern.

Insgesamt ein skuriler, sehenswerter Film mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor.

Zum Zeitpunkt des Films lag das Schutzalter in Spanien meiner Kenntnis nach bei 12 Jahren. Aktuell liegt es bei 16 Jahren. Man darf vermuten, dass Miguel, wenn der Film erst heute verfilmt werden würde, im Drehbuch 16 Jahre alt wäre.

Der noch sehr junge schwule Junge, der schon auf Männer steht, dürfte aber auch kein Zufall sein. Pedro Almodóvar ist selbst schwul und hat seine Homosexualität auch früh offen gelebt. Homsexualität ist einer der thematischen Schwerpunkte seines Filmwerks. Almodóvar dürfte aus eigener Anschauung wissen, dass ein schwuler Junge durchaus an Männern interessiert sein kann.

Der pädophile Zahnarzt ist als Karrikatur inszeniert und wirkt etwas gruselig (insbesondere in seiner Gestik gegenüber Miguel). Pädo-freundlich gemeint ist der Film also keineswegs.

Wichtiger als das scheint mir aber, dass hier ein schwuler Junge dargestellt wird, der von sich aus (wenn auch unter finanzielle Vorteilnahme) den sexuellen Kontakt mit Männern sucht und den Vorhaltungen seiner Mutter ein selbstbewußtes „Mein Körper gehört mir!“ (bzw. „Ich bin Herr meines eigenen Körpers“) entgegensetzt.

Damit hat er auch fraglos recht. Wer Kindern eintrichtert, sie hätten das Recht „Nein“ zu sagen, muss es (eigentlich) auch aushalten, wenn Kinder stattdessen „Ja“ sagen. Dass der Junge sich dabei prostituiert, finde ich bedenklich, es ändert aber wenig am Grundsätzlichen, dem Recht (auch von Kindern) über den eigenen Körper verfügen zu dürfen.

Am Ende kehrt Miguel von dem Pädophilen zu seiner Mutter zurück. Sicher nicht so sehr, wie behauptet, um sich um sie zu kümmern, sondern weil es ihm auf Dauer bei dem Pädo doch nicht gefallen hat und er seine Mutter wohl auch vermisst hat. Hinzu kommt vielleicht auch noch, dass die beengte Wohnung durch den freiwilligen und unfreiwilligen Auszug von drei Personen nun genug Platz für ein eigenes Kinderzimmer bietet.

Wie auch immer. Man kann ziemlich sicher davon ausgehen, dass Miguels sexuelle Abenteuer weitergehen werden. Er hat eben nur noch nicht den richtigen Pädo (oder anderen Partner) gefunden. Auf Nachfrage seiner Mutter erklärt Miguel jedenfalls es habe ihm bei dem Zahnarzt eine Weile ganz gut gefallen, aber er sei noch zu jung, um sich auf Dauer zu binden.

So problematisch das Element der Prostitution ist und bleibt, sollte man Prostitution nicht mit Zwangsprostitution verwechseln. Die Gefahr eines missbräuchlichen und ausbeuterischen Charakters steigt rapide an, wenn es einen Zuhälter gibt und der Prostituierte (bzw. Stricher) sich den Partner nicht selbst aussuchen kann, dem er sich anbietet bzw. dessen Angebot er annimmt. An einem solchen Zuhälter fehlte es bei Miguel. Er hat sich seine Kunden selbst ausgesucht.

Aber auch ohne dieses Problem bleibt eine professionelle Sexbeziehung problemtisch, da Sexarbeit letzlich keine Lebensperspektive bietet. Irgendwann stellt sich die Frage, was danach kommt. Und das ist dann vermutlich in den meisten Fällen der Absturz.

Die materielle Vorteilnahme an sich ist meiner Ansicht nach dagegen nicht verdammenswürdig. Es ist unter Heterosexellen wie Homosexuellen völlig normal, wenn der vermögendere Beziehungspartner überwiegend für gemeinsame Aktivitäten aufkommt. Das ist in einer Pädobeziehung nicht anders und muss auch nicht anders sein.

Es gibt Frauen, die sich (auch) auf Grund ökonomischer Interessen auf Affairen mit Männern einlassen und diese sogar heiraten, ohne deshalb Prostituierte zu sein. Es gibt Jungs, bei denen entsprechende Vorteile (Zugang zu Freizeitangeboten, Kino, Ausflüge, …) bei der Entscheidung, sich mit einem interessierten BL einzulassen, eine Rolle spielen, ohne dass sie deshalb Stricher sind.

Aus meiner Sicht dürfen materielle Erwägungen eine gewisse (untergeordnete) Rolle spielen. Alles andere wäre letztlich lebendsfremd. Für jede Entscheidung gibt es 1000 Gründe die unbemerkt im Hintergrund zusammenwirken. Materielle Vorteile gehören legitm dazu. In einer gesunden Beziehung sollten sie lediglich nicht der dominierende Aspekt sein.

Wie ist der Zahnarzt zu beurteilen? Allzu gut kommt er im Film sicherlich nicht weg. Dennoch. Um ein eindeutiges Urteil abgeben zu können, müsste man wissen, wie er Miguel während der gemeinsamen Zeit behandelt hat. Das aber erfahren wir im Film nicht. Die blosse Tatsache, dass Miguel am Ende zu seiner Mutter zurückkehrt (und den Zahnarzt dafür verlässt) ist ein Indiz, dass etwas nicht gepasst hat, legt aber für sich genommen noch keine schlechte Behandlung nahe.

Ich halte es keineswegs für ausgeschlossen, dass jemand, der das (auch) finanziell motivierte Angebot eines Kindes, sich zu sexuellen Handlungen zu verabreden, annimmt, das Kind innerhalb dieses Arrangements anständig behandelt. Wer sich auf so etwas einlässt, wandert aber am Rand einer Klippe von der man sehr schnell sehr tief fallen kann. Nicht nur strafrechtlich, sondern auch moralisch.

Letzlich handelt es sich ohnehin um einen Irrweg. Erkaufte sexuelle Befriedigung ist normalerweise nicht das, was man sich wirklich wünscht. Sexuell befriedigen kann man sich auch mit der eigenen Hand, wenn auch auf einem niedrigerem Befriedigungs-Niveau.

Emotionale Befriedigung bekommt man dagegen nur in einer beiderseitig gewollten, liebevollen Beziehung. Die eigene Hand kann hierzu (leider) keinen Beitrag leisten.

Hugh Hefner sagt:

Sex ohne Liebe ist besser als gar kein Sex!

Schneeschnuppe sagt:

Liebe ohne Sex ist besser als gar keine Liebe!

Leider ist die Lebensrealität vieler Pädos ein Leben ohne Sex und ohne Liebe.

Der Eid des Spartacus (Louis-Ernest Barrias)

Le Serment de Spartacus (dt. Der Eid des Spartacus) ist eine Marmorskulptur, die von Louis-Ernest Barrias (13. April 1841 – 4. Februar 1905) zwischen 1869 und 1871 geschaffen wurde und seit 1875 im Jardin des Tuileries in Paris aufgestellt ist.

Die Skulptur stellt einen Sterbenden, fast nackten Mann dar, der an den Überresten eines Baumes gekreuzigt wurde. Die Ketten zu seinen Füßen weisen ihn als Sklaven aus. Sein linker Arm und sein Kopf ruhen auf einem neben ihm stehenden, nackten Jungen mit wildem Haar, der mit seiner rechten Hand fest ein (heute abgebrochenes) Messer umfasst. Die linke Hand umfasst sanft zwei Finger des Gequälten.

Mit seiner Schulter stützt er den Arm des Mannes ab und tröstet ihn durch seine Nähe und die zärtliche Berührung seiner Finger. Sein harter Blick und das Messer in seiner rechten Faust lassen keinen Zweifel an seiner Absicht, den Mann zu rächen.

Die Darstellung des jungen Spartacus zeigt Zärtlichkeit und Grimm. Liebe und die Entschlossenheit zur Rache. Dieser Kontrast macht die Stärke des Werks aus.

Der junge Spartacus, eigentlich noch ein hilfloses Kind, steht mutig und trotzig im Schatten römischer „Gerechtigkeit“ und schwört den Mord an einem geliebten Menschen zu rächen, und sich auf die Seite der Unterdrückten im Kampf gegen die Tyrannei zu stellen.

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Der historische Spartacus, ein thrakischer Gladiator und Sklave, führte Jahre später, etwa im Alter von 30 Jahren, zwischen 73 und 71 v. Chr. den größten Sklavenaufstand der römischen Geschichte an und erschütterte damit die Römische Republik in ihren Grundfesten. Spartacus kam nach langem Kampf mit beachtlichen Erfolgen in der letzten Schlacht um. Seine Armee wurde niedergemetzelt. Wer überlebt hatte, wurde gefangen und gekreuzigt.

Spartacus war also kein glorreicher Sieger, sondern ein glorreicher Verlierer. Er kämpfte und starb. Seine Sache starb mit ihm. Die Sklaverei dauerte bis weit ins 19. Jahrhundert fort. In Mauretanien wurde sie erst 1981 abgeschafft. Sklaverei-artige Verhältnisse bestehen bis heute fort oder leben zeitweise wieder auf, etwa im Bürgerkriegsland Libyen.

Und doch wurde der eigentlich gescheiterte Spartacus in der Neuzeit als Freiheitskämpfer berühmt. Insbesondere in der Arbeiterbewegung wurde er zur Symbolfigur für die Erhebung der Unterdrückten gegen ihre Ausbeuter. In einem Brief an Friedrich Engels stellte Karl Marx am 27. Februar 1861 fest, Spartacus sei „der famoseste Kerl, den die ganze antike Geschichte aufzuweisen hat“. Auch Hollywood hat ihn auf’s Heldenpodest gehoben. Das Leinwandepos aus dem Jahr 1960 mit Kirk Douglas in der Hauptrolle wurde mit vier Oscars ausgezeichnet.

Was Spartacus wohl von all dem halten würde?

Als BL sehe ich natürlich neben allem anderen, was bereits erwähnt wurde, auch die künstlerisch hochwertige und ästhetische Darstellung eines sehr ansprechenden nackten Jungen.

Die Gedankenfreiheit erlaubt es mir sogar in dem Mann nicht etwa einen beliebigen Sklaven oder den Vater, sondern den älteren Beziehungspartner einer päderastischen Beziehung zu sehen, der gemeuchelt wurde und den sein Junge rächen wird.

Ein Gedanke, der in Anbetracht der Tatsache, dass Spartacus mit seinem Aufstand trotz zeitweiliger Erfolge scheiterte und eines gewaltsamen Todes starb, allerdings schnell wieder verworfen werden sollte.

Gegen ein wenig friedvolle Unterstützung von Päderasten durch ihre ehemaligen jungen Freunde hätte ich natürlich trotzdem nichts einzuwenden. Leider sind die sozialen und gesellschaftlichen Kosten dafür so hoch, dass sie sich kaum jemand leisten kann.

Und so wird die Mähr vom Pädo als Kinderschänder weiterhin in den Medien und an den Stammtischen erzählt. Die, die es besser wissen, schweigen, weil sie zu viel zu verlieren haben. Es schmerzt, aber ich habe dafür Verständnis. Spartacus ist schließlich tot.

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen (Robin Schlotz)

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen ist die 2. Arie der Königin der Nacht in Mozarts Oper Die Zauberflöte.

Von Rachsucht getrieben, gibt die Königin der Nacht ihrer Tochter Pamina ein Messer und trägt ihr auf, ihren Rivalen Sarastro zu ermorden. Andernfalls verstoße und verlasse sie ihre Tochter Pamina:

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen,
Tod und Verzweiflung flammet um mich her!
Fühlt nicht durch dich Sarastro Todesschmerzen,
So bist du meine Tochter nimmermehr.
Verstoßen sei auf ewig,
Verlassen sei auf ewig,
Zertrümmert sei’n auf ewig
Alle Bande der Natur,
Wenn nicht durch dich Sarastro wird erblassen!
Hört, Rachegötter, hört der Mutter Schwur

Der Hölle Rache (manchmal auch Rachearie genannt) ist als besonders anspruchsvolles Stück bekannt.

Sie ist auch besonders berühmt und gehört zu den 27 ausgewählten Musikstücken, die als Beispiele für die Musik der Menschheit auf den Voyager Golden Records (30 cm großen vergoldeten Datenplatten aus Kupfer, die wie Schallplatten aussehen) aufgenommen wurden und mit den Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 ins All geschickt wurden, um möglichweise irgenwann einmal von Außeridischen gefunden zu werden. Die Datenplatten sind als eine Art Vermächtnis der Menschheit gedacht und haben eine geschätzte Lebensdauer von 500 Millionen Jahren..

Nach dieser langen Vorrede hier eine ganz besondere Aufnahme der Arie, die 2005 beim Elternabend des Tölzer Knabenchors entstand. Beim Sänger handelt es sich um den damals 14jährigen Robin Scholz, der die Arie selbst aussuchte und heimlich einstudiert hatte. Sie wurde dann als eine Art Zugabe in das Programm eingebaut. Irgendwie hat die Aufnahme es dann auf Youtube geschafft und wurde dort inzwischen fast 5 Millionen mal abgespielt.

Kindliche Sexualität

Ich habe vor einiger Zeit das Buch „Herausforderung Pädophilie. Beratung, Selbsthilfe, Prävention“ von Claudia Schwarze und Dr. Gernot Hahn gelesen. Das Buch stammt aus dem Umfeld des Projekts „Kein Täter werden“. Es beschreibt die Situation und Gefühlslage von Pädophilen in weiten Teilen gut und sensibel. Trotzdem kann ich es nur bedingt empfehlen.

Das Buch wird seiner Präventions-Agenda gerecht, indem jeder sexuelle Kontakt eines Kindes mit einem Erwachsenen als Mißbrauch und zwangsläufige Schädigung des Kindes dargestellt wird. Ich bin zwar offen für Argumente, auch solche, die mir nicht in den Kram passen und meinen Wünschen zum Wesen der Welt entgegenstehen – aber sie müssen schon fundiert sein. Genau daran fehlt es aber.

Einer der zentralen Abschnitte, mit denen die These der Autoren im Buch untermauert wird, ist ein längerer Exkurs zur kindlichen Sexualität. Ich stelle die dortige Darstellung zur kindlichen Sexualität nicht in Frage, aber die Schlußfolgerungen dazu scheinen mir äußerst zweifelhaft und halten einer kritischen Überprüfung meiner Meinung nach nicht stand.

Erfreulicherweise ist dieser Exkurs ungekürzt Bestandteil des Download-Materials zum Buch, das man auf der Webseite des Verlages herunterladen kann.

Ich werde mich nun detailliert damit auseinandersetzen und dafür die Passagen des Exkurses auch zitieren.

Kindliche Sexualität bezeichnet die sexuelle Entwicklung von der Geburt bis zur Pubertät (WAN-ZECK-SIELERT 2008). Kinder sind nicht asexuell, ihr sexuelles Erleben unterscheidet sich jedoch wesentlich von dem Erwachsener. Kinder begreifen die Welt durch Beobachtung und Erfahrung. Dinge werden genau untersucht, angefasst, ausprobiert. Der eigene Körper ist ein spannendes Objekt, mit vielfältigen Funktionen, Besonderheiten und Merkmalen. Die kindliche sexuelle Entwicklung ist geprägt durch einen Lernprozess, den Kinder aus ihrem eigenen Bedürfnis nach Entdecken, Experimentieren und Erfahrungensammeln heraus durchlaufen. Erst in der Pubertät ist das sexuelle Erleben und Verhalten allmählich mit dem von Erwachsenen vergleichbar.

Hier ist noch nichts zu lesen, was zum Schluß verleiten könnte, dass sexuelle Kontakte mit Kindern für diese schädlich sein könnten. Entdecken, Experimentieren, Erfahrungensammeln ist nichts, was notwendigerweise alleine oder lediglich mit Gleichaltrigen ablaufen muss. Sehr oft werden Kinder dabei begleitet und entweder an die Hand genommen oder aus dem Hintergrund unterstützt.

Wichtig ist auch die Feststellung, dass das sexuelle Erleben und Verhalten in der Pubertät mit dem von Erwachsenen vergleichbar wird.

Die Sexualität von Kindern ist gekennzeichnet von Spontaneität, Neugier und Unbefangenheit. Die Erregbarkeit von Kindern ist durch alle Sinneswahrnehmungen möglich und kann durch unterschiedliche Reize erfolgen. Bei Säuglingen und Kleinkindern können Wärme, Schmusen oder Stillen sexuelle Reflexe in Form von Erektionen des Penis oder der Klitoris auslösen. Kinder nehmen über die Haut des gesamten Körpers Berührungen als angenehm und lustvoll wahr. Zudem kann man bereits früh beobachten, dass Kinder ihre Genitalien berühren und sich durch Reiben oder Herumspielen selbst stimulieren. Dabei kann es sogar zu einer Art sexuellem Höhepunkt kommen. Diesen kann man sich – ähnlich wie das Gähnen bei Müdigkeit – als einen rein körperlichen Reflex vorstellen.

Es macht für Kinder keinen Unterschied, ob sie die Wärme auf der nackten Haut spüren, gekitzelt werden oder sich am Geschlecht berühren. Das alles sind sinnliche, angenehme Eindrücke. Diese unterschiedlichen Genussmöglichkeiten werden auch nicht bewertet. Es geht einfach darum, Situationen zu suchen, die sich gut anfühlen.

Auch hier ist nichts zu lesen, was darauf schließen ließe, dass ein Kind durch einen sexuellen Kontakt geschädigt werden könnte. Wesentlich für die hier geschilderte vorpubertäre kindliche Sexualität scheint, dass es dem Kind um eigene Befriedigung und nicht um die Befriedigung eines anderen geht.

Aus dem Text lässt sich die Forderung ableiten, dass sich die Situation für das Kind gut anfühlen soll. Das sich die Situation für den anderen gut anfühlen soll, gilt aber eigentlich für jeden einvernehmlichen sexuellen Kontakt.

Daher ist die eigene Stimulation der Genitalien auch in keiner Weise mit der Selbstbefriedigung eines Erwachsenen vergleichbar. Das Erleben von Lust ist bei Kindern nicht an eine sexuelle Erfahrung geknüpft, es gibt keine sexuellen Fantasien oder Vorstellungen von Berührungen mit oder von anderen Personen. Es ist eine rein sensorisch-körperliche Erfahrung, die sie völlig egozentrisch, d.h. auf sich bezogen, erleben. Anders als Erwachsene gehen Kinder mit ihrem Körper unbefangen, spontan und offen um. Sie müssen sich in ihrer Suche nach lustvollem Erleben nicht begrenzen. Sie haben noch keine Schamgefühle, weil sie keine zwischenmenschliche Sexualität und damit verbundene gesellschaftliche Normen kennen. Aus ihrer Sicht ist es normal und unproblematisch, wenn sie in der Öffentlichkeit die Hand in ihre Unterhosen schieben oder ihrer Tante das T-Shirt hochziehen, um den Busen anzufassen. Dies sind keine sexualisierten Verhaltensweisen, sondern unbedarftes Befriedigen der eigenen Bedürfnisse. Andere Menschen und deren Empfinden spielen dabei keine Rolle. Diese im Kleinkindalter von Neugier und Experimentierlust geprägten Verhaltensweisen erfahren ab circa dem dritten Lebensjahr eine Konfrontation mit der Umwelt: Die Wahrnehmung, dass es Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen gibt; die Erfahrung, dass andere Kinder oder Erwachsene einschränkend auf bestimmte, vermeintlich sexuelle Verhaltensweisen reagieren; die Vermittlung von Normen und Regeln; das soziale Klima, das von Schamgefühlen geprägt ist – all dies zieht eine Reihe von Lernprozessen nach sich. Gleichzeitig findet eine Selbsterkundung des Körpers und Stimulation der Genitalien über die gesamte Kindheit hinweg weiter statt.

Ab dem dritten Lebensjahr beginnen auch die sogenannten Doktorspiele mit anderen Kindern, bei denen sie gegenseitig die Geschlechtsunterschiede erkunden. Die Kinder nutzen verschiedenste Situationen, z.B. beim gemeinsamen Toilettengang oder beim Schmusen im Bett, um sich nackt anzusehen und ihre Geschlechtsteile zu erforschen. Ihr Ziel ist dabei nicht, sexuelle Erregung oder einen Höhepunkt zu empfinden, sondern lediglich die Neugier zu stillen. Die dabei manchmal auftretende sexuelle Erregung ist quasi eher ein Nebenprodukt. Sexuelle Höhepunkte erleben sie nicht durch Berührungen von anderen, sondern nur durch eigene Stimulation.

Für diese Entdeckungstouren des Körpers machen Kinder keinen Unterschied, mit wem sie die körperliche Nähe teilen. Es kommen alle Personen – Kinder und Erwachsene – infrage, mit denen sie viel zusammen sind. Sie haben keinen »festen Sexualpartner«, wie es bei Erwachsenen üblich ist. Mit den Berührungen ist auch kein Ausdruck von Liebe oder Zuneigung verknüpft. Sie streben daher auch keine gegenseitige Befriedigung oder einen Geschlechtsverkehr an. Es ist ein reines Entdeckungsspiel, das mit der erwachsenen Sexualität nichts gemeinsam hat.

Hier wird sogar noch betont, dass für Kinder im Doktorspielalter keinen Unterschied macht, mit wem sie körperliche Nähe teilen. Wieder ist ihr Erleben im Kern egozentrisch geschildert.

Es findet sich aber nichts, was darauf hindeutet, dass ein Doktorspiel mit einem Erwachsenen für die weitere Entwicklung des Kindes problematischer sein könnte, als das Doktorspiel mit einem gleichaltrigen Kind.

Ab dem fünften Lebensjahr lässt das Interesse an den Doktorspielen wieder nach. Die Kinder haben durch die Reaktionen des Umfelds Schamgrenzen erlernt und verinnerlicht, sodass sie sich mit ihrer Neugier und auch mit ihrem Masturbationsverhalten zurücknehmen. Sie suchen nun eher unbeobachtete Situationen mit Gleichaltrigen auf. Im Grundschulalter beginnt die Zeit der ersten Verliebtheiten. Hier tritt erstmals ein auf ein bestimmtes Kind bezogenes Zärtlichkeitsbedürfnis auf. Aus der Menge der Kindergarten- oder Schulkinder sticht eines heraus, das sie besonders bewundern. Die gesuchten Zärtlichkeiten enden dabei beim Händchenhalten, Kuscheln oder Küsschen. Das Verliebtsein tritt nicht selten gleichgeschlechtlich auf, da auf dieser Entwicklungsstufe mehr Zeit mit gleichgeschlechtlichen Kindern verbracht wird.

Kinder ahmen Verhalten nach und probieren so neue Möglichkeiten aus. Wie beim » Lehrer-Spielen « oder bei » Vater-Mutter-Kind« werden auch sexuelle Verhaltensweisen beim »Liebe-machen-Spielen « imitiert. Das ist also kein sexuelles Verhalten, sondern Rollenspiel, Experiment oder die Suche nach einer lustvollen Erfahrung. Es steckt kein Begehren, kein Wunsch nach Geschlechtsverkehr oder einem Orgasmus dahinter wie in der erwachsenen Sexualität. Letztere ist zielgerichteter, absichtsvoller und mit sexueller Erfahrung verknüpft. Ähnlich wie das Kind mit Genuss an einer Kaugummizigarette zieht und nichts vom Geschmack und der Wirkung einer richtigen Zigarette weiß, ahnt es nicht, was es da genau nachahmt, wenn es stöhnend mit einem anderen Kind aufeinanderliegt.

Diese Spiele und Handlungen werden weiterhin nicht mit sexuellen Fantasien, Liebe oder Zuneigung in Verbindung gebracht. Häufig leben Kinder ihre sexuelle Neugier nicht mit dem Kind aus, in das sie verliebt sind, sondern suchen sich ein anderes. Im Gegensatz zu Erwachsenen ist demnach Zuneigung oder Verliebtheit nicht mit dem Wunsch nach sexuellem Höhepunkt oder Vereinigung mit der geliebten Person verbunden. Umgekehrt werden sexuelle Handlungen und Gefühle auch nicht genutzt, um Beziehungen oder Nähe herzustellen, wie es in der erwachsenen Sexualität üblich ist.

Die geschilderten ersten Verliebtheiten lassen schon Ähnlichkeiten mit dem späteren, erwachsenen, auf einen Partner und gemeinsame Befriedigung gerichteten Interesse erkennen. Das Geschlecht spielt für das Kind nach dieser Schilderung noch keine Rolle. Allerdings richtet sich die Verliebtheit den Schilderungen zufolge auf ein gleichaltriges Kind.

Etwas unklar bleibt der Text, wenn festgehalten wird, dass Kinder „häufig“ ihre sexuelle Neugier nicht mit dem Kind befriedigen, in das sie verliebt sind, sondern sich ein anderes suchen. Wie häufig? Zu 20 Prozent? Zu 70 Prozent? Dann würden sie ja im Umkehrschluß zu 80 Prozent (bzw. 30 Prozent) das Kind auswählen, in das sie verliebt sind. Jedenfalls suggeriert „häufig“ dass es durchaus vorkommt und auch nicht unbedingt selten ist, dass der zur Befriedigung der sexuellen Neugier auserkorene Partner die Person ist, in die das Kind auch verliebt ist.

Trotz der ständig wiederkehrenden Betonung, dass die (vorpubertäre) kindliche Sexualität mit der erwachsenen Sexualität nicht zu vergleichen ist, liefert die Darstellung vorpubertärer kindlicher Sexualität, um die es bis hierher geht, keine zwingenden Argumente, dass ein sexueller Kontakt mit einem Erwachsenen für das Kind schädlich sein muss.

Wesentlich scheint allerdings, dass dabei das Kind klar an erster Stelle stehen muss und der Erwachsene sich bezüglich irgendwelcher Wünsche, die über kindgerechte Sexualität hinausgehen; zurückhalten muss. Je jünger ein Kind noch ist, desto größer sind allerdings auch bei mir die Bedenken, dass ein Kind eben doch überfordert und geschädigt werden könnte.

Erst mit Beginn der Pubertät entwickeln Kinder einen Sinn für Erotik und Sexualität und entdecken Lust als eigenständige, faszinierende Dimension. Die Häufigkeit der Masturbation nimmt zu und sie ist nun oft begleitet von Träumen und sexuellen Fantasien. Informationen rund um die Sexualität werden in Zeitschriften, Büchern und Internet neugierig aufgesogen. Bildmaterialien oder erotisch-pornografische Geschichten geben Impulse für das eigene Kopfkino und regen zum Ausprobieren verschiedener Praktiken bei der Selbstbefriedigung an. Außerdem werden sexuelle Gefühle erstmals mit Beziehungswünschen zu einer bestimmten Person verknüpft. jugendliche sehnen sich nach Zärtlichkeiten, Streicheln, Nacktheit und Petting mit dem Mädchen oder Jungen, in das oder in den sie sich verliebt haben. Nicht selten beziehen sich diese Fantasien auf Musik- oder Kinostars.

Im Grunde wird es für mich persönlich erst an dieser Stelle interessant, da ich selbst sexuell ja gerade an (männlichen) Kindern in der Pubertät interessiert bin. Die vorangestellten Ausführungen zu vorpubertären Kindern sind für mich eher von akademischem Interesse und für meine eigenen Wünsche nicht allzu bedeutungsvoll.

Die Sexualität, die hier für pubertäre Kinder geschildert wird, ist im Grunde Erwachsenen-Sexualität. Es wird sogar noch erwähnt, dass sich die Fantasien nicht selten auf Musik- oder Kinostars beziehen. Das Alter der Musik- und Kinostars ist zwar nicht erwähnt, aber ganz überwiegend sind diese ja im Erwachsenenalter.

Die Schlußfolgerung, die sich für mich aufdrängt: ein typischer pubertierenden Junge (oder ein Mädchen) ist mit einem Erwachsenen sexuell kompatibel.

Mit Eintritt in die Pubertät und den damit verbundenen körperlichen Veränderungen entwickelt sich auch ein Körperselbstbild. Die Frage der Attraktivität steht im Vordergrund, die sehr das Selbstbewusstsein und den Umgang mit Gleichaltrigen bestimmt. Es werden erste Erfahrungen mit zwischenmenschlichen Sexualkontakten gemacht. Alles ist neu und mit großer Unsicherheit behaftet. Eine gesunde sexuelle Entwicklung mit einem positiven Körperbild ist stark abhängig von den Erfahrungen, die das pubertierende Kind macht. Sexuelle Kontakte mit weitaus älteren Erwachsenen, die eine vertrauensvolle Beziehung zu dem Kind für ihre eigenen Bedürfnisse (aus) nutzen, können diese gesunde Entwicklung schwerwiegend stören.

Hier nun also die Verdammung. Es droht auf einmal (und erstmals im gesamten Text zur kindlichen Sexualität) eine schwerwiegende Störung!

Allerdings wird dies lediglich als Möglichkeit („können“) für Erwachsene geschildert, die eine vertrauensvolle Beziehung zu einem Kind für ihre eigenen Bedürfnisse ausnutzen.

Was aber ist mit Erwachsenen, die eine vertrauensvolle und liebevolle Beziehung mit dem Jungen (oder Mädchen) haben und ihn nicht ausnutzen, zum Beispiel, weil sie in den Jungen verliebt sind und ihn für den wichtigsten Menschen der Welt halten? Ein Pädo liebt seinen Jungen und es gibt für das Selbstbewußtsein nichts besseres, als sich geliebt zu fühlen.

Mir erschließt sich nicht, warum ein (in der Pubertät oft entwicklungsbedingt hypersexueller und hormontriefender) Gleichaltriger ein besserer, rücksichtsvollerer oder „sichererer“ Sexualpartner sein sollte, als ein lebenserfahrener Erwachsener.

Der Schlußsatz könnte ebensogut lauten: „Sexuelle Kontakte mit Gleichaltrigen, die eine vertrauensvolle Beziehung für ihre eigenen Bedürfnisse (aus) nutzen, können diese gesunde Entwicklung schwerwiegend stören.“

Die Gefahr besteht ursächlich nicht im Altersunterschied, sondern in der Art, wie der Beziehungspartner behandelt wird. Wenn ein Mensch einen anderen schlecht behandelt, ist es Missbrauch und es drohen Schäden durch diesen Mißbrauch. Wenn ein Sexualkontakt freiwillig stattfindet und der eine den anderen nicht schlecht, sondern gut behandelt, dann ist alles in Ordnung und es sind auch keine Schäden zu erwarten.