Ronan Parke (Forget You)

Bei einem Familienfest, bei dem alle Generationen vertreten waren, kam einmal Musik zur Sprache und es stellte sich ziemlich schneller heraus, dass die unterschiedlichen Generationen eine doch recht unterschiedliche Vorstellung von guter Musik hatten.

Normalerweise halte ich mich bei diesem Thema eher zurück, zumal ich eher als nicht so besonders musikaffin gelte. Vielleicht ist das etwas überraschend, da ich hier ja oft genug Musikclips von Jungs poste. Aber es sind eben Musikclips von Jungs und nicht einfach Musikclips. Ich höre insgesamt eher wenig Musik und besitze nicht einmal eine Stereoanlage.

Trotzdem hatte ich den spontanen Verdacht, dass ich einen Song kenne, den alle gut finden würden. Also hab ihn auf dem Smartphone herausgesucht und vorgespielt. Und tatsächlich: alle, von der etwas spießigen Oma über die mittelalterlichen Eltern bis hin zu den Teenager-Mädchen fanden den Song gut.

Dass ausgerechnet ich ein konsensfähiges Lied vorgeschlagen hatte, sorgte dabei für ein gewisses Maß an Verblüffung. Es handelte sich um das Lied Forget You in der Originalfassung von Cee Lo Green.

Dass ich den Song überhaupt kannte, lag am Live-Auftritt des damals 12jährigen Ronan Parke beim Musikfestival T4 On The Beach (2011). Seine Version kann mit dem Original mühelos mithalten. Dennoch erschien mir die Originalversion für das Vorspielen beim Familientreffen doch adäquater. 😉

Das Heil auf der anderen Seite der Autobahn

Gedanken über den Sinn des Lebens gibt es wohl, seit es Menschen gibt.

Ich wünsche mir ein erfülltes, sinnvolles Leben. Für mich gehört dazu, dass es mir selbst und den Menschen, die ich liebe (Familie, Freunden) gut geht. Dass ich nützlich bin und etwas Positives beitrage. Es gehört auch dazu, romantisch, sexuell, partnerschaftlich zu lieben und geliebt zu werden. Jemanden glücklich zu machen und jemand zu haben, der mich glücklich macht.

In Teilen ist das möglich, aber bedingt durch meine sexuelle Orientierung, gibt es ein ziemlich großes Loch in meinem Leben, soweit es das Romantische, Sexuelle und Partnerschaftliche angeht. Pädophil oder päderastisch veranlagt zu sein, ist mit enormen Einschränkungen hinsichtlich des Sexual- und Beziehungslebens verbunden.

Ich halte es für ziemlich normal, dass man sich danach sehnt, Sex mit einem anderen, begehrten Menschen zu haben, oder dass man gerne nachts mit jemanden ins Bett gehen möchte, um morgens wieder neben ihm aufzuwachen. Diese völlig normalen Wünsche sind für einen pädophil oder päderastisch veranlagten Menschen quasi-unerreichbar. Das liegt nicht an den Umständen an sich, sondern vor allem an den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Wer sich noch daran erinnert, wie es war, 12 oder 13 zu sein, wird sich höchst wahrscheinlich daran erinnern, dass er in dem Alter bereits sexuell interessiert war und vielleicht auch konkrete Beziehungswünsche hatte. Schon aus eigener Anschauung, muss es also (eigentlich) für jeden nachvollziehbar sein, dass z.B. pubertierende Jungen durchaus auch an Frauen sexuell interessiert sind und nicht nur an gleichaltrigen Mädchen. Analog sind schwule oder bisexuelle pubertierende Jungen durchaus auch an Männern interessiert und nicht nur an gleichaltrigen Jungen.

Einen interessierten und willigen Partner zu finden, mag zwar nicht einfach sein, aber es erscheint keineswegs unmöglich.

Doch selbst wenn Topf und Deckel magisch zusammenfinden: über jeder Beziehung zwischen einem Mann und einem Jungen schwebt das Damoklesschwert der gesellschaftlichen Ächtung und der strafrechtlichen Verfolgung. Die Beziehung ist darüber hinaus von einem Schweigefluch belastet. Eine Aufdeckung bedeutet das sofortige Ende der Beziehung. Es drohen empfindliche Haftstrafen für den Mann und eine Traumatisierung durch die Reaktion Dritter (Eltern, Polizei, Justiz, Therapeuten) für den Jungen.

In dem Song Be Alright von Dean Lewis kommen die tröstend gemeinten Worte „they can’t steal the love you’re born to find“ vor. Will heißen: „Sie können nicht die Liebe stehen, die zu finden du geboren wurdest.“

Das mag für andere Menschen passen. Für mich fühlt es sich so an, als hätte mir jemand die Liebe gestohlen, die für mich bestimmt war. Der „Dieb“ ist die Gesellschaft, die ihr pauschales Urteil längst gefällt hat, sich für konkrete Fälle nicht interessiert und die jede von der akzeptierten Norm abweichende Liebe hart und unerbittlich verfolgt.

Ich kann mich (wie bisher) fügen und das Leben an mir vorbeiziehen sehen. Und mich immer wieder, vor allem aber am Ende meines Lebens fragen, was hätte sein können. Oder ich kann mich dem Diebstahl verweigern und versuchen die entwendete Chance auf die Liebe zurück zu stehlen.

Aber damit begäbe ich mich in Gefahr und – schlimmer noch – würde auch den anderen, mir noch unbekannten Menschen, den zu lieben ich bestimmt bin, in Gefahr bringen. Mir droht dann bei Aufdeckung langjähriger Freiheitsentzug, dem Jungen eine scharfe, traumatisierende Intervention gegen eine positiv erlebte Beziehung, inklusive Gehirnwäscheversuch, um ihn davon zu überzeugen, dass er Gewalt mit Liebe verwechselt hat.

Ich kann also gefühlt zwischen Pest und Cholera wählen. Ein gescheitertes Leben ohne Liebe oder eine Liebe mit dem erheblichen Risiko eines für die Beteiligten katastrophalen Scheiterns.

Ich kann mich in eigener Verantwortung für mein Leben für das Risiko entscheiden. Aber einen anderen Menschen mittelbar diesem Risiko auszusetzen, wäre unverantwortlich.

Es ist aber auch nicht so, als ob dem Risiko nichts gegenüber stünde.

Meine Liebe ist das Wertvollste, das ich einem anderen Menschen geben kann und etwas Besseres als Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit kann ein Mensch kaum bekommen.

Wenn ich mich dagegen entscheide, den anderen dem Risiko (der mittelbaren Folgen) meiner Liebe auszusetzen, entziehe ich ihm zugleich auch die Möglichkeit mich und meine Liebe kennen zu lernen und nehme ihm alle Vorteile, die für ihn damit verknüpft wären, von mir geliebt zu werden.

Wenn ich meine Liebe gegen das Risiko in die Waagschale werfe, ist meine Liebe dann genug?

Es ist ja keineswegs so, dass ich perfekt wäre. Ich habe Angst davor, zu versagen und nicht so gut zu sein, wie es der geliebte Mensch verdient und wie ich es sein muss, um vor mir selbst bestehen zu können.

Vielleicht bin ich einmal nicht da, wenn er mich braucht und sich auf mich verlässt. Vielleicht braucht er mich und ich kann ihn nicht retten, weil seine Eltern das letzte Wort haben oder weil ich einfach keine Lösung für seine Probleme finde. Vielleicht verstehe ich ein Signal falsch und es kommt zu einer Berührung, die vom ihm so nicht gewollt war. Vielleicht liebt (und begehrt) er mich noch, wenn er für mich sexuell nicht mehr attraktiv ist und ich verletze ihn, weil ich nicht nicht den richtigen Umgang mit der Situation finde.

Vielleicht läuft ganz viel gut, ich wähne mich in der Sicherheit, dass ich ihm gut tue und er mir gut tut – und dann wird die Beziehung entdeckt und stürzt unser beider Leben in eine Katastrophe, für die ich dann verantwortlich wäre (bzw. mich verantwortlich fühle).

Es gibt aber auch andere Risiken, denen Menschen ausgesetzt sind. Sie beginnen mit der Geburt, bzw. eigentlich schon mit der Zeugung. Das Kind könnte behindert sein, schlechte Eltern erwischen, in Kriegs- oder sonstigen Notzeiten aufwachsen. Auch das entzieht sich im Wesentlichen der Kontrolle, insbesondere der des Kindes. Eine latente Kriegsgefahr gibt es seit Jahrzehnten und die Klimakatastrophe ist in aller Munde. Die Menschheit steuert (vermeintlich) auf den Abgrund zu. Also keine Kinder mehr bekommen?

Es geht auch noch trivialer: wer eine Straße überquert, kann überfahren werden. Also keine Straßen mehr überqueren? Das macht wenig Sinn.

Allerdings kommt mir meine Liebe nicht wie eine gewöhnliche Straße, sondern eher wie eine Autobahn vor. Autobahnen überqueren lässt man besser. Eigentlich.

Aber wenn das Heil auf der anderen Seite einer Autobahn liegt, kann man in Versuchung geraten die Bedingungen zu optimieren, soweit es möglich ist, und es darauf ankommen zu lassen – etwa wie ein scheues Reh bei Nacht oder frech während eines Staus.

Ich schau mir die Autobahn an uns sehne mich auf die andere Seite.

Ich bin ein Bedenkenträger. Aber einer der hofft, dass ihn die Liebe heilt, weil sie blind macht und ihr eine Sekunde reicht, um Jahre an Bedenken hinweg zu wischen.

Robin Jonckheere

Robin Jonckheere war einer der Finalisten von The Voice Kids Belgium 2017. Bei den Blind Auditions war er 13, zum Zeitpunkt des Finales (bei dem er Dritter wurde) bereits 14.

Da gehörte er wohl schon länger zu den Musikverliebten. Er bewarb sich bereits 2014 (erfolgreich) in einer Casting-Show des flämischen Kinder- und Jugendsenders Ketnet für einen Platz im Kindermusical Kandaza: Dieser Wettbewerb war es auch, der ihn für die Musik begeistert hat – eigentlich war zunächst Tanzen seine Leidenschaft.

Nach dieser kleinen Vorgeschichte, hier zwei seiner Auftritte bei The Voice Kids (seine Blind Audition und einer seiner Finalsongs):

Es gibt außerdem ein sehr schönes Duett von ihm mit Laura Tesoro (seinem Coach bei The Voice Kids Belgium 2017). Die beiden singen zusammen Stitches von Shawn Mendes:

Robin macht auch nach Voice Kids weiter Musik:

Singen und auftreten ist absolut mein Ding. Ich möchte es zu meinem Beruf machen. Ich hätte nie an The Voice Kids teilgenommen, wenn ich nicht geplant hätte, in diese Richtung weiterzumachen.

“Ik wil van zingen mijn beroep maken” bei HLN (HetLaatsteNieuws)

Vor Kurzem (am 05 August 2019) hat er auf seinem YouTube Kanal einen aktuellen Song veröffentlicht – optisch hat er (aus meiner Sicht) zwar krass abgebaut aber gesanglich hat er es drauf.

Raffaele Papadia

Wenn man Raffaele Papadia heißt, hat man eigentlich Italiener zu sein. Es sei denn man ist Migrant. Der Raffaele Papadia, um den es heute geht, ist so ein Migrant.

Raffaele trat 2016 als 10jähriger bei der 3. Staffel von The Voice Kids Ukraine an, obwohl er gar nicht aus der Ukraine stammt, … sondern aus Gomel in Weißrussland.

Auch das vermag aber nicht über seine italienischen Wurzeln hinwegzutäuschen. Raffaele hat nicht nur einen italienischen Namen, er hat sich für seine Blind Audition auch einen italienischen Song ausgesucht („L’Italiano / Lasciatemi Cantare“; deutsch: „Der Italiener / Lass mich singen“).

Für die ukrainischen Coaches war das eine große Überraschung – typischerweise wird ja fast überall entweder in der Landessprache oder in Englisch gesungen.

Der Auftritt war zwar nicht umwerfend, aber gelungen und sympathisch und hat für ein Weiterkommen gereicht. In der Battle Runde war für Raffaele dann aber Endstation.

Inzwischen ist Raffaele 13 Jahre alt und hat im Juni 2019 ein Cover des Pharrell Williams Hits Freedom veröffentlicht.

Er könnte zwar noch etwas an seiner englischen Aussprache arbeiten, aber stimmlich ist er richtig (!) gut geworden. Sein Cover: gefällt mir fast besser als das Original. 🙂

Bars and Melody (7 Years)

Bars and Melody ist ein Pop-Duo, das durch einen Auftritt bei Britain’s Got Talent 2014 bekannt wurde. Nach der Audition mit dem selbst geschriebenen Anti-Mobbing Song „Hopeful“ wurden sie von Simon Cowell mit dem Golden Buzzer direkt ins Halbfinale geschickt. Am Ende landeten sie auf dem dritten Platz

Ihre Single „Hopeful“ erreichte Platz 5 der britischen Charts und ihr Debütalbum brachte es auf Platz 4 der Charts. Es erschienen inzwischen 2 weitere erfolgreiche Studioalben. Ein weiteres ist in Vorbereitung. 2017 tourten sie durch Deutschland, Österreich, die Schweiz, Polen und Japan.

Das Duo besteht aus dem Rapper Leondre „Bars“ Devries und dem Sänger Charlie „Melody“ Lenehan. Bei ihrer Audition waren die beiden 13 (Leondre ) und 15 (Charlie) Jahre alt. Ich fand die beiden auch durchaus ansehnlich. Auch die Musik kann man sich anhören. Und sie werden auch tatsächlich angesehen und angehört. Die Blind Audition hat auf YouTube 204 Millionen Klicks, das offizielle Musikvideo zum Song 125 Millionen.

Mir persönlich waren sie trotzdem sofort unsympathisch.

Das liegt vor allem am Songtext. Mir kam es so vor, als hätten sie sich ziemlich manipulativ ein Thema ausgesucht, dass Ihnen Sympathie einbringen sollte – und dann super-extra-dick damit aufgetragen.

Ein Auszug aus den Lyrics (eigene Übersetzung):


Bitte hilf mir, Gott, ich fühle mich so allein.
Ich bin noch ein Kind, ich kann es nicht alleine schaffen.
Ich habe so viele Tränen geweint, ja, ich habe diesen Song geschrieben.
Ich versuche, mich anzupassen. Wo gehöre ich hin?
Ich wache jeden Tag auf, will mein Zuhause nicht verlassen.
Meine Mutter fragt mich, warum ich immer allein bin.
Zu verängstigt, um zu sagen, zu verängstigt, um zu schreien.
Ich gehe zur Schule, mit Schweiß am Hals.
Ich bin noch ein Kind, ich will keinen Stress.
Meine Nerven sind schlecht, mein Leben ist ein Chaos.
Die Namen, die du mir gibst, sie haben mich sehr verletzt.
Ich möchte es meiner Mutter sagen.
Sie hat Streit mit meinem Vater.
Ich fühle mich so gefangen, dass ich nirgendwo hingehen kann.
Komm zur Schule
Ich will nicht kämpfen, ich will lernen.
Also bitte Mr. Mobber .
Sag mir, was ich getan habe.
Du weißt, dass ich keinen Vater habe.
Ich lebe mit meiner Mutter zusammen.
Weil ich hoffnungsvoll bin, ja, ich bin es.
Hoffnungsvoll für heute
Nimm diese Musik und benutze sie.
Lassen Sie dich mitnehmen.
Und sei hoffnungsvoll, hoffnungsvoll.
(…)
Ich gebe dir jeden Tag mein ganzes Geld.
Ich habe nicht darum gebeten, geboren zu werden, aber jetzt muss ich bezahlen.
Ich habe kein Essen, du nimmst alles, was ich habe.
Wenn ich es dir gebe, durchsuchst du meine Taschen.
Ich habe diesen Song geschrieben, damit du ihn sehen kannst.
Wir hätten Freunde sein können, ja, du und ich.
Mister Mobber, nimm dir bitte einen Moment Zeit.
Jeden Tag zwinst du mich auf die Knie.
(…)
Was ich trage, ist alles, was ich habe.
Wir haben unser Zuhause verloren, ich lebe aus der Tasche.
Yo Mister Mobber, hilf mir bitte.
Ich bin aus Fleisch und Blut, nimm mich bitte an.


Mir ist das einfach zu viel des Guten.

Es mag ja durchaus sein, dass die beiden schon mal Probleme mit Mobbing hatten, was jedenfalls bei Leondre angeblich der Fall war, aber der Text ist inhaltlich nicht konsistent („Ich möchte es meiner Mutter sagen. Sie hat Streit mit meinem Vater.“ und „Du weißt, dass ich keinen Vater habe.“ – hat der Sänger nun einen Vater oder nicht?) und auf der Straße haben die beiden ganz sicher nicht gelebt.

Wenn man sich – noch dazu eher grobmotorisch – manipuliert fühlt, geht der Schuß für den Manipulator tendentiell nach hinten los. Mich hat der Text und die „Masche“ dahinter abgestoßen. Allerdings bin ich die Minderheit. Der überwältigende Erfolg gibt den beiden Recht.

Ebenfalls befremdlich ist der Songtext zum Lied „7 Years“ von Lucas Graham. Engliche Lieder haben (eigentlich) den Vorteil, dass man meist nicht auf den Text achtet. Tut man es doch, stellen sich viele Songtexte als mindestens ebenso gaga heraus wie viele deutsche Songtexte. Das Lied „7 Years“ hat mir musikalisch so gut gefallen, dass ich auf den Text geachtet habe. Fast möchte ich sagen: leider.

Hier ein Auszug (eigene Übersetzung):


Als ich sieben Jahre alt war, sagte mir meine Mutter.
„Mach dir ein paar Freunde oder du wirst einsam sein.“
Einst war ich sieben Jahre alt.
Es war eine große, große Welt, aber wir dachten, wir wären größer.
Wir haben uns gegenseitig an die Grenzen getrieben und lernten schneller.
Mit elf rauchten wir Kräuter und tranken von brennendem Schnaps
Niemals reich, also versuchten wir, etwas hinzuzuverdienen.
Als ich elf Jahre alt war, sagte mir mein Vater.
„Such dir eine Frau, oder du wirst einsam sein.“
Einst war ich elf Jahre alt.
Ich hatte immer diesen Traum wie mein Vater vor mir.
Also fing ich an, Songs zu schreiben, ich fing an, Geschichten zu schreiben.
Etwas an diesem Ruhm schien mich immer zu langweilen.
Denn nur die, die ich wirklich liebe, werden mich jemals wirklich kennen.
Als ich zwanzig Jahre alt war, wurde meine Geschichte erzählt.
Vor der Morgensonne, als das Leben einsam war.
Einst war ich zwanzig Jahre alt.
(…)


Ein elfjähriger Kiffer und Trinker, dem von seinem Vater nahegelegt wird, er solle sich eine Frau suchen? Echt jetzt?

Der Text ist so beknackt, er passt zu Bars und Melody.

Das dachten sich die beiden wohl auch und haben ein Cover aufgenommen:

Was soll ich sagen … mir gefällt’s. 😉

Billy Gilman (Ben)

Das Lied Ben ist ein Hit von Michael Jackson aus dem Jahr 1971. Als der Song aufgenommen wurde (November 1971) war Michael 13. Das Lied war sein erster #1 Hit in den USA als Solo-Künstler.

Der Text handelt von der Freundschaft (bzw. Liebe) zu Ben – ein Jungenname!

Hier meine Übersetzung des Songtexts:


Ben, wir zwei müssen nicht mehr suchen.
Wir haben beide gefunden, was wir gesucht haben.
Mit einem Freund, den ich als den meinen sehen kann, .
werde ich nie allein sein, und du, mein Freund, wirst sehen,
du hast einen Freund in mir.
Ben, du treibst dich immer herum,
hast das Gefühl, dass du nirgends erwünscht bist.
wenn du je umsiehst und nicht magst, was du siehst,
gibt es etwas, das du wissen solltest: es gibt einen Platz für dich.
Ich sagte immer ich und mein, jetzt sind es wir, jetzt geht es um uns..
Ich sagte immer ich und mein, jetzt sind es wir, jetzt geht es um uns..
Ben, die meisten Leute würden dich wegschicken.
Ich höre mir kein Wort von dem an, was sie sagen.
Sie sehen dich nicht so wie ich.
Ich wünschte, sie würden es versuchen.
Ich bin sicher, sie würden es sich noch einmal überlegen, wenn sie einen Freund wie Ben hätten.
Ein Freund wie Ben.
Wie Ben.


Rückblickend hat man den Eindruck, dass der Song und Text zu Michael Jackson passt, der sich ja zu kleinen Jungs hingezogen fühlte.

Das ist aber nur eine zufällige Korrelation.

Der Ben, um den es in dem Lied geht ist kein vernachlässigter kleiner Junge, sondern eine veritable Ratte. Nicht im übertragenen Sinne, sondern eine echte, noch dazu eine mit erheblichen Charaktermängeln.

Das Lied ist der Titelsong eines Horrorfilms gleichen Namens aus dem Jahr 1972. Ben ist der Name einer Hausratte, mit der sich der kranken Danny (gespielt vom 10jährigen Lee Montgomery) anfreundet. Die Ratte ist zugleich Anführer einer großen Rattenkolonie, die im Laufe des Films anfängt die Stadt zu terrorisieren und der dabei einige Menschen zum Opfer fallen.

Die Kolonie wird schließlich mit Flammenwerfern vernichtet, der Anführer der Ratten, Ben, kann sich retten und flüchtet sich zu Danny, der ihn unter Tränen medizinisch versorgt und entschlossen ist, seinem mörderischen kleinen Freund das Leben zu retten.

Der Film bekam nur mäßige Kritiken, die schauspielerische Leistung von Lee Montgomery wurde allerdings gelobt. In Erinnerung geblieben ist der Film aber durch den von Don Black und Walter Scharf geschriebenen und von Michael Jackson gesungenen Hit Ben. Bei den Golden Globe Awards gewann Ben in der Kategorie Bester Filmsong und wurde für den Oscar in der Kategorie Bester Song nominiert.

30 Jahre nach Ben gab es im Jahr 2001 im Madison Square Garden in New York eine Konzertshow zu Ehren des 30jährigen Jubiläums von Michael Jackson als Solokünstler.

Die meisten Lieder des Konzerts waren Cover von Jackson-Songs durch andere prominente Musiker, einige Auftritte steuerte auch Jackson selbst bei. Einer der Songs war natürlich Jacksons erster #1 Hit. Für diese Aufgabe wurde mit dem damals 13 jährigen Billy Gilman der perfekte Interpret gefunden:

Mein Herzliebster ist ein Kind

Ḫāǧe Šams ad-Dīn Moḥammad Ḥāfeẓ-e Šīrāzī kann man auch kürzer schreiben: Hafis.

Ein kurzer Name, mit einer dann wieder etwas längeren Bedeutung. Der wohl berühmteste persische Dichter, Hafis („jener, der den Koran auswendig kann“), erhielt seinen Ehrennamen, nachdem er im Alter von 8 Jahren den Koran auswendig gelernt hatte. In seinen Gedichten verwendete er fast ausschließlich diesen Namen.

Gelebt hat er von 1315 bis 1390. Sein bekanntestes Werk stellt der Dīwān dar, eine Gedichtsammlung, die nicht nur Goethe inspiriert hat.

Die meisten der enthaltenen Gedichte sind Ghasele (Gespinst, Liebesworte) eine arabische und persische lyrische Gedichtform mit dem Reimschema [aa xa xa xa xa xa]. Das Subjekt der Liebe war bei Hafis meist (aber nicht immer) ein schöner Knabe.

86 Ghaselen des Hafis wurden von dem Dichter Friedrich Rückert übersetzt. Hier die Nummer 49.


Aller Liebreiz, alle Anmut ist auf seiner Wang‘ entfacht,
Nur die Lieb‘ und Treue fehlt ihm: hätt‘ ihm Gott die zudedacht!

Mein Herzliebster ist ein Kind, er wird mich spielend eines Tags
Töten, ohne daß des Blutes das Gesetz ihn schuldig macht.

Es ist besser, daß mein Herz ich nehme gut in acht vor ihm,
Denn er kennt nicht Gut und Böses, und er nimmt es nicht in acht.

Einen Abgott, vierzehn Jahr alt, hold und zierlich, hab‘ ich, dem
Von dem Monde, vierzehn Tag‘ alt, Huldigung wird dargebracht.

Ein Geruch der Milch aus seiner Zuckerlippe atmet noch,
Aber Blut der Herzen träufelt, wo sein schwarzes Auge lacht.

Mein Herzliebster, wenn das Herz er also schlägt, so wird der Schah
Ihn zum Feldherrn wählen, daß er schlägt das Herz der Feindesmacht.

Auf der Spur der jungen Rose, lieber Gott, wo ist mein Herz
Hingelaufen, denn ich hab‘ es nicht gesehn seit Tag und Nacht?

Meine Seele geb‘ ich dankbar aus, wenn jene Perle zart,
Um zu ruhn, die Brust von Hafis einst zu ihrer Muschel macht.


Felix (Can’t Help Falling In Love)

Hin und wieder – wenn auch nicht oft – bin ich unschuldig. Ich kann wirklich nichts dafür, aber in der hochoffiziellen Originalbeschreibung des folgenden Videos zu den Blind Auditions von The Voice Kids Belgium (2015) steht:

Felix is een skater met een hoog knuffelgehalte. 13 jaar en hij zingt al Elvis Presley! Met een gitaar!

Will heißen:

Felix ist ein Skater mit hohem Knuddelfaktor. 13 Jahre alt singt er bereits Elvis Presley! Mit Gitarre!

Hier zum Beweis der 13jährige mit dem Knuddelfaktor und der Gitarre. Ich persönlich kann den Knuddelfaktor ja besser erkennen als die Gitarre. Aber auch die Gitarre ist deutlich sichtbar. Immerhin also keine Fake News. Im Übrigen erinnere ich zur Sicherheit an meine Unschuld. 🙂