Pädophilie als Virus – „Präventionspapst“ am Rande der Volksverhetzung

Im August 2021 erschien in der Mitgliederzeitschrift der Australischen Psychologischen Gesellschaft (APS) eine Sonderausgabe mit Fokus zum Thema Kindesmissbrauch. Die APS ist die größte Berufsvereinigung von Psychologen in Australien und hat 27.000 Mitglieder. 60 Prozent aller in Australien registrierten Psychologen sind Mitglieder der APS.

Als erster „Highlight“-Artikel ist ein Beitrag von Prof. Dr. Klaus M. Beier vom Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité in Berlin aufgeführt. Als Mitautoren werden Maximilian von Heyden und Isabel Schilg genannt. Prof. Dr. Klaus M. Beier ist der Direktor des Instituts. Er ist ein Mitbegründer des Präventionsprojekts Dunkelfeld, das auch als „Kein Täter werden“ bekannt ist und dessen Netzwerksprecher. Er wurde für sein sein Engagement in der „verursacherbezogenen Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs“ mit dem Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Der Beitrag von Prof. Dr. Beier lautet „Child sexual abuse as a global challenge“ (Kindesmissbrauch als globale Herausforderung). Im Artikel beleuchtet er das Phänomen Kindesmissbrauch unter dem Narrativ einer Pandemie und stellt als Fallstudie den Deutschen Präventionsansatz „Kein Täter werden“ und das Projekt „Du träumst von ihnen“ für Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren vor.

Der Inhalt des Artikels war für mich ziemlich schockierend.

Ich habe deshalb ein Mail an die im Artikel für den Autor angegebene Kontaktadresse (klaus.beier@charite.de) gesendet und um Stellungnahme zu den Punkten meiner Mail gebeten. Das war am 09. September. Da ich noch keine Reaktion erhalten habe und auch nicht mehr davon ausgehe, eine zu erhalten, veröffentliche ich hier nun die Mail an Herrn Prof. Dr. Baier mit meinen Kritikpunkten als offenen Brief.

Aus meiner Sicht sind dort Punkte enthalten, die so schwerwiegend sind, dass sie geeignet sind, die Glaubwürdigkeit von Prof. Dr. Beier als Ansprechpartner pädophiler Personen und als wichtige handelnde, in relevante Entscheidungsprozesse eingebundene Person im Zusammenhang mit dem Thema Pädophilie nachhaltig zu erschüttern.

Ich habe die in der Originalmail zitierten Passagen des englischen Originaltexts für diesen Blogeintrag ins Deutsche übersetzt. Für im Text erwähnte Studien habe ich teils noch Links auf die jeweilige Studie gesetzt, um meinen Lesern den Zugang zu erleichtern.

Bei den im Mail (und im Beier-Artikel) verwendeten Begriffen CSA und CSAM handelt es sich um in der wissenschaftlichen Literatur gebräuchliche Abkürzungen für Kindesmissbrauch (CSA = child sexual abuse) und Kindesmissbrauchsmaterial bzw. Kinderpornographie (CSAM = child sexual abuse material).

Hier nun die Mail.

Ich glaube das es wichtig wäre, wenn sich die Verantwortlichen und andere Menschen, die sich mit den Themenfeldern Pädophilie, Missbrauch, Prävention und/oder Menschenrechte befassen, mit der darin geäußerten Sachkritik inhaltlich auseinandersetzen. Nur weil Herr Prof. Dr. Baier die sachliche Auseinandersetzung zur Zeit scheut, muss es nicht dabei bleiben und es gibt selbstverständlich auch andere Personen, die die Diskussion voranbringen können.


Sehr geehrter Hr. Prof. Dr. Beier,

ich habe gerade Ihren Artikel „Child sexual abuse as a global challenge“ gelesen. Er enthält einiges, was ich hochproblematisch finde. Da ist zunächst der Aufhänger, COV19 als Pandemie.

Sie begründen Ihren Vergleich in der Einleitung wie folgt:

Der Begriff „Pandemie“ (vom altgriechischen „pan“ für total, umfassend, alles und „demos“ für Menschen) ist einer, mit dem wir alle im vergangenen Jahr aufgrund der Verbreitung von COVID-19 vertraut geworden sind. Der Begriff bezeichnet eine weltweit verbreitete Krankheit und wird allgemein als Infektionskrankheit verstanden. Die Vertrautheit der Öffentlichkeit mit dem Begriff im Zuge der COVID-19-Pandemie bietet die Möglichkeit, den sexuellen Missbrauch von Kindern (CSA) und die Verwendung von Material zum sexuellen Missbrauch von Kindern (CSAM) in ähnlicher Weise neu zu konzipieren. Auch hier handelt es sich um ein weltweit so verbreitetes Gesundheitsproblem, dass es wohl das Niveau einer Pandemie erreicht hat.

Schaut man in die Wikipedia-Definition zu Pandemie, dann steht dort:

Pandemie (von altgriechisch πανpan ‚gesamt, umfassend, alles’ und δῆμοςdēmos ‚Volk‘) bezeichnet eine „neu, aber zeitlich begrenzt in Erscheinung tretende, weltweite starke Ausbreitung einer Infektionskrankheit mit hohen Erkrankungszahlen und i. d. R. auch mit schweren Krankheitsverläufen.“

Ich denke man kann Kindesmissbrauch kaum als neues Phänomen bezeichnen. Es gab ihn vor 5 Jahren, vor 10 Jahren, vor 50, 100, 500, 1.000, vor 2.000 Jahren und vermutlich so lange es Menschen gibt.

Kindesmissbrauch ist auch keine Infektionskrankheit. Eine entscheidende Ähnlichkeit, die fehlt ist, dass Kindesmissbrauch nicht ansteckend ist. Wäre dies der Fall, so müsste es ein Analogum zum „R-Wert“ geben. Dann könnte man versuchen den R-Wert unter 1 zu drücken und dadurch die Ansteckungskrankheit Kindesmissbrauch auszurotten.

So etwas gibt es aber nicht. Der persönliche Kontakt mit einem Missbrauchstäter macht einen Menschen nicht zum Täter. Auch das Opfer eines Missbrauchs wird durch den Missbrauch nicht selbst zum Missbrauchstäter. Das Risiko eines Missbrauchsopfers selbst Missbrauchstäter zu werden, ist gegenüber der Normalbevölkerung geringfügig höher. Ein signifikanter kausaler Zusammenhang existiert nicht. Es kann auch nicht sinnvoll sein, dass im Kern irreführende und stigmatisierende Narrativ, dass Missbrauchsopfers selbst Missbrauchstäter werden, noch zu befeuern.

Wenn von Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung bei COV19 die Rede ist, ist in einer seriösen Darstellung in der einen oder anderen Weise immer auch das Thema Grundrechte präsent. Man kann, was die Angemessenheit oder Unangemessenheit angeht, zu unterschiedlichen Bewertungen kommen, aber die Einschränkung von Grundrechten komplett unter den Teppich zu kehren und mögliche Folgen mit keinem Wort zu erwähnen ist nicht legitim. Vorliegend betrifft dies vor allem Fragen des Datenschutzes. Gerade in einer zunehmend moralisch aufgeladenen Zeit (Cancel Culture, Wokeness) kann es hochproblematisch werden, wenn Datenschutz ausgehebelt wird. Die Vorstellung, dass ja nur die „Guten“ an die Daten kommen, ist naiv und wird von der Realität regelmäßig widerlegt. Geheimdienste und Hacker sind auf nichts so scharf wie auf Daten. Diese Grundrechte-Thematik fehlt in ihrer Darstellung völlig.

Ebenso fehlt jede Betrachtung der Kosten der Pandemie-Bekämpfung. Präventionsmaßnahmen in den Schulen haben dazu geführt, dass im April 2020 weltweit geschätzt 1,3 Milliarden Kinder nicht zur Schule gegangen sind. In Deutschland hat sich die Zahl der Schulabbrecher verdoppelt. Betroffen sind zwei Jahrgänge. Das sind 210.000 zusätzliche Menschen, deren Bildungsweg unterbrochen ist und die lebenslang Konsequenzen daraus haben werden. Da es eine extrem geringe Hospitalisierungsrate unter Kindern gibt, wurden Lasten der Pandemie-Bekämpfung auf Kinder abgewälzt. Ob das die richtige Entscheidung war, darf legitim in Frage gestellt werden, zumal die Grenzen der Belastbarkeit des Gesundheitssystems in Deutschland nie erreicht wurden. Wirklich wissen kann man es nicht.

Je nachdem welche Maßnahmen man im Namen des absoluten Ziels der „Pandemie“-Bekämpfung von CSA durchdrückt, können auch hier ganz erhebliche Kosten anfallen, die den Nutzen durchaus auch übersteigen könnten.

Aus meiner Sicht besonders problematisch an ihrem Bild der Pandemiebekämpfung ist ihre Gleichsetzung von Pädophilen mit Krankheitserregern.

Es ist seit langem anerkannt, dass wir lernen müssen, „mit dem Virus zu leben“. Dies gilt auch für die Pädophilie als sexuelle Ansprechbarkeit auf das kindliche Körperschema, die im Diagnosehandbuch der Weltgesundheitsorganisation als Störung eingestuft wird (ICD-11: „pädophile Störung“) und auf die nicht nur ein erheblicher Teil der sexuellen Missbrauchshandlungen, sondern auch ein erheblicher Teil der Nutzung von Missbrauchsbildern im Internet zurückzuführen ist.

Sie werden wissen, dass eine pädophile Neigung keine pädophile Störung ist, da eine pädophile Störung ein Leiden unter der Neigung oder eine Fremdgefährdung voraussetzt. Pädophilie, die sexuelle Anziehung zu einem kindlichen Körperschema, ist im Gegensatz zur pädophilen Störung nach ICD-11 keine Krankheit. Pädophilie unter Fehlauslegung der ICD-11 pauschal als Krankheit darzustellen, ist irreführend und stigmatisierend.

Wirklich schlimm wird es aber durch den Vergleich „mit dem Virus leben“ und Pädophilie, denn damit wird Pädophilie und der individuelle Pädophile mit einem Krankheitserreger gleichgesetzt. Eine deutsche historische Persönlichkeit meinte mal:

[Der Jude] ist und bleibt der ewige Parasit, ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Nährboden dazu einlädt. Die Wirkung seines Daseins aber gleicht ebenfalls der von Schmarotzern: wo er auftritt, stirbt das Wirtsvolk nach kürzerer oder längerer Zeit ab.

Es ist mir wirklich unverständlich, wie man als gebildeter Deutscher, der die deutsche Geschichte kennt, irgend einen Menschen oder eine Menschengruppe mit einem Virus vergleichen kann. Ich halte es für möglich, dass diese Äußerung den Tatbestand der Volksverhetzung überschreitet.

Damit eine Äußerung nach §130 strafbar ist, muss sie die Menschenwürde anderer angreifen. Ein solcher Angriff ist nach ständiger Rechtsprechung stets gegeben, wenn der Täter sich mit der NS-Rassenideologie identifiziert oder wenn die Äußerung damit im affirmativen Zusammenhang steht. Das ist unzweifelhaft gegeben, wenn Angehörige bestimmter Bevölkerungsgruppen mit Tieren gleichgesetzt werden oder als Dreck, Unrat, Ungeziefer usw. geschmäht werden. Auch die Forderung, Mitglieder einer Gruppe der Bevölkerung wegen ihres So-Seins zu entfernen („Ausländer raus!“), kann die Menschenwürde verletzen. .

Fischer, Kommentar zum Strafgesetzbuch, S. 1010, Randnummer 12/12a

Pädophilie erscheint in Ihrem Artikel als das Virus, dass CSA auslöst. Pädophile werden damit im Sinne einer notwendigen Pandemie-Bekämpfung, die alles rechtfertigt (Grundrechte werden ja nicht weiter erwähnt und scheinen keine Rolle zu spielen) zum bloßen Objekt von Verbrechens-Prävention degradiert. Dem sozialen Wert- und Achtungsanspruch, der untrennbar mit dem Bekenntnis „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ verbunden ist, wird diese Sichtweise nicht gerecht.

In Ihrem Artikel gehen Sie auch von falschen Voraussetzungen aus. Sie schreiben:

Der Gebrauch von CSAM ist vor allem deshalb problematisch, weil er eine Nachfrage nach „Kontakt-CSA“ schafft und aufrechterhält. Dies hat zur Folge, dass Kinder wiederholt sexuell missbraucht werden, um kontinuierlich Inhalte zu produzieren. Ausgehend von einer enormen Dunkelziffer stellen diese Statistiken nur die Spitze des Eisbergs dar, was bedeutet, dass die Zahl der Opfer sexueller Traumata leicht in die Hunderte von Millionen geht – um ein Vielfaches höher als die Zahl der Menschen, bei denen COVID-19 diagnostiziert wurde

und

Inzwischen nimmt die Nutzung von CSAM weltweit zu. Im Jahr 2010 identifizierte die Internet Watch Foundation 1.351 Websites, die das enthalten, was manchmal als „Kinderpornografie“ bezeichnet wird. Die Zahl dieser identifizierten Websites stieg auf 13.182 im Jahr 2013 und auf 132.730 im Jahr 2019 (Internet Watch Foundation, 2020), ein schockierender Anstieg um fast das Zehnfache in nur neun Jahren.

Gäbe es wie von Ihnen nahegelegt einen signifikanten kausalen Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von CSAM und Kindesmissbrauch, dann müssten sich die Zahlen von Kindesmissbrauch von 2010 bis 2019 verzehnfacht haben. Dies ist mitnichten der Fall. Es ist eher ein gegenläufiges Phänomen zu beobachten.

Ich habe ihnen als Anhang Übersichten zur Kriminalitätsentwicklung auf Basis der Polizeilichen Kriminalstatistik für die Jahre 2000 bis 2019 beigefügt. Die Originaldaten können Sie auf der Seite des BKA einsehen.

Textlich lassen sich nur weniger Datenpunkte prägnant darstellen.

Die Fallzahlen des Hellfeldes für den sexuellen Missbrauch von Kindern: 

  • 1995: 16.013
  • 2000: 15.581
  • 2005: 13.962
  • 2010: 11.867
  • 2015: 11.808
  • 2019: 13.670

Die Fallzahlen des Hellfeldes für Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung von Kinderpornographie:

  • 1995: 414
  • 2000: 1.596
  • 2005: 4.403
  • 2010: 3.160
  • 2015: 3.753
  • 2019: 12.262

Die Statistik zu den Fallzahlen der PKS für den Zeitraum 1995 bis 2019 zeigt, dass es tatsächlich einen erheblichen Anstieg bei Verbreitung und Besitz von Kinderpornographie gibt. Für den sexuellen Missbrauch von Kindern gilt dies dagegen nicht. Wenn Kinderpornographie zu Kindesmissbrauch führen würde, müssten sich die Fallzahlen bei Kindesmissbrauch in den letzten 25 Jahren verdreißigfacht haben. Sie müssten dann über 470.000 liegen. Das tut sie aber nicht. Langfristig gesehen ist sie sogar um 15 Prozent zurückgegangen.

Die Fallzahlen entsprechen aber nicht den Taten. Gerade in Hinblick auf Kindesmissbrauch gibt es gute Gründe anzunehmen, dass die „Dunkelziffer“ aufgrund einer viel höheren Anzeigebereitschaft und gesteigerter gesellschaftlicher Sensibilität in den letzten drei Jahrzehnten deutlich abgenommen hat. Der Rückgang der Taten ist also mutmaßlich noch deutlich größer als der Rückgang der Fallzahlen im Hellfeld suggeriert.

Es ist durchaus denkbar und scheint nicht unwahrscheinlich, dass es einen Zusammenhang zwischen der höheren Prävalenz von CSAM und dem Rückgang (!) von CSA gibt. Ich verweise hierzu auf die Beobachtung, dass es in der Tschechischen Republik während einer Zeit, in der der Besitz von Kinderpornografie nicht verboten war, zu einem signifikanten Rückgang der sexuellen Kindesmissbrauchsdelikte kam (siehe Diamond M (2009) Pornography, public acceptance and sex related crime: a review. Int J Law Psychiatry 32(5):304–314; Diamond M, Jozifkova E, Weiss P (2011) Pornography and sex crimes in the Czech Republic. Arch Sex Behav 40(5):1037–1043).

Deshalb ist CSAM keineswegs unproblematisch. Es handelt sich um eine schwere Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Eine Kausalität im Sinn von mehr CSAM = mehr CSA zu behaupten ist von der Datenlage aber nicht gedeckt. Sie spricht sogar ziemlich deutlich dagegen. Ähnliches wurde auch bei normsexueller Pornographie beobachtet. Während zwischen 1964 und 1984 in Dänemark, Schweden und Deutschland die nichtsexuellen Gewaltverbrechen um rund 300% zunahmen, ging trotz der leichteren Verfügbarkeit sexueller Materialien die Zahl der Sexualverbrechen eindeutig zurück.

Während an einem Verbot von CSAM, das reale Kinder zeigt, aufgrund der inhärenten Verletzung von Persönlichkeitsrechten kein Weg vorbei führt, gibt es ethisch unbedenkliche Alternativen, die vielversprechend scheinen, um Kindesmissbrauch durch Präferenztäter deutlich zu senken: Sexpuppen mit kindlichem Erscheinungsbild. Diese können – anders als Missbrauchsabbildungen – auch das Affiliationsbedürfnis befriedigen und so etwas wie das Gefühl von Körperkontakt und Intimität vermitteln. Es gibt also gute Gründe anzunehmen, dass Sie für Verwender als Ersatzmittel CSAM gegenüber überlegen sind. Sie hätten also das Potential nicht nur zu einer Reduktion von CSA beizutragen, sondern auch die Nutzung von CSAM deutlich zurückzudrängen.

Eine Sexpuppe kostet 2.000 bis 3.000 Euro. Die Behandlung eines CSA-Falls liegt lt. Ihrem Artikel bei 400,000 bis 1.2 Millionen Euro. Da scheint es ein „No-Brainer“ zu sein, dass man jedem Pädophilen, der das will, auf Kosten des Gesundheitssystems eine Sexpuppe mit kindlichem Erscheinungsbild finanzieren sollte.

Dies wird mit einem Budget von 5 Millionen Euro pro Jahr erreicht, und das Programm wird derzeit extern evaluiert. Seit Beginn des Projekts bis Ende 2019 wurden mehr als 11.374 Kontakte registriert, von denen 3.613 vollständig diagnostiziert wurden und insgesamt 2.007 Personen ein Therapieangebot gemacht wurde.

Wenn man von 250.000 Pädophilen nur 11.374 erreicht, es nur bei 3.613 zu einer Diagnose kommt und (Stand 31.03.2018, Quelle Wikipedia) nur 925 Personen das Behandlungsangebot angenommen und 360 Personen das Programm beendet haben, ist das nicht wirklich viel. Mit dem gleichen Budget (5 Mio EUR) könnte man pro Jahr 2.000 Pädophile mit Sexpuppen mit kindlichem Erscheinungsbild versorgen.

Damit will ich nicht zum Ausdruck bringen, dass man das eine aufgeben soll, um das andere zu finanzieren. Es wäre kein Problem beides zu finanzieren. Es scheitert nicht am Geld, sondern am Willen. Statt in Prävention wird das Geld lieber in die Verwahrung von Strafgefangenen investiert. (Nettokosten je Hafttag ca. 130 EUR, also 47.450 EUR pro Jahr = ca. 190 Sexpuppen).

Durch Akzeptanz und legale Alternativen könnte man auch die Krankheitsfolgen bei Pädophiler deutlich senken.

Chronische Suizidgedanken sind typischerweise ein Marker für intensive psychologische Not. Der Anteil Pädophiler, die über ernsthafte oder chronische Selbstmordgedanken berichten liegt bei 30 bis 45 Prozent. Quellen dazu:

Die damit verbundenen Gesundheitskosten sind enorm. Sie steigen durch zusätzliche Stigmatisierung (wie die Bezeichnung von Pädophilen als „Virus“) und sinken durch Maßnahmen, die die psychische Gesundheit stabilisieren, wie dies durch Akzeptanz aber auch durch legale, hochwertige Ersatzmittel wie Sexpuppen erreicht werden kann. Vor allem stecken dahinter Menschen und menschliche Schicksale.

Ich hoffe, dass Sie meine Kritik nachvollziehen können und bitte um eine Stellungnahme dazu.

Mit freundlichen Grüßen

Schneeschnuppe


Dem E-Mail waren drei Anhänge beigefügt, die die Entwicklung der Fallzahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigen.

26 Kommentare zu „Pädophilie als Virus – „Präventionspapst“ am Rande der Volksverhetzung

  1. Der Beitrag von Prof. Beier lautet „Child sexual abuse as a global challenge“ (Kindesmissbrauch als globale Herausforderung). Im Artikel beleuchtet er das Phänomen Kindesmissbrauch unter dem Narrativ einer Pandemie und stellt als Fallstudie den Deutschen Präventionsansatz „Kein Täter werden“ und das Projekt „Du träumst von ihnen“ für Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren vor.

    Ich betone: UND DAS PROJEKT „ DU TRÄUMST VON IHNEN“ FÜR KINDER UND JUGENDLICHE IM ALTER VON 12 BIS 18 JAHREN

    Die nächste Angriffswelle wird unsere jüngsten Pädophilen und Hebephilen treffen.

    Wir, Pädophlien und Hebephilen sind die neue Juden des 21. Jahrhunderts.

    Es hilft zu träumen oder auszudenken dass wenn wir befreit bzw erlöst werden, dass wir, alle gemeinsam in einen Hörsaal sitzen und über die schrecklichen Ereignisse berichten, was uns angetan wurden.

    NUR UNSERE JETZIGE JUGEND KANN UNS RETTEN.

    GOTT HILF UNS!

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    1. „NUR UNSERE JETZIGE JUGEND KANN UNS RETTEN.
      GOTT HILF UNS!“

      Die Erwartungshaltung oder Hoffnung, von jemand anderem gerettet zu werden, mag irgendwie tröstend sein, ist aber nicht aktivierend.

      Im Grunde muss man sich selbst retten oder zumindest anderen den Weg dafür ebnen und sei es nur, dass man auf sich aufmerksam macht, also quasi gut sichtbar die Hand ausstreckt, die der andere dann ignorieren kann aber vielleicht auch ergreifen könnte.

      In diesem Sinne:
      – selbst Aktivist werden
      – Aktivismus unterstützen
      – Hassreden gegen Pädophile melden (dem Provider des Dienstes auf dem die Hassrede erscheint und/oder den neutralen Meldestellen, die es inzwischen für so etwas gibt)
      – mit Gegenrede arbeiten
      – Bürgerrechts-/Menschenrechtsorganisationen auf das Problem aufmerksam machen
      – …

      Wenn genug Leute das machen, steigt die Chance auf Rettung erheblich. Sie wird vielleicht nicht groß, aber wenigstens größer als Null.

      Wenn man am Ball bleibt, wird sich dann irgendwann auch wirklich etwas positiv ändern. Vielleicht nicht so viel und nicht so schnell wie man gerne hätte, aber jedes bisschen zählt. Bei anderen benachteiligten / diskriminierten Gruppen (Farbige, Frauen, Homosexuelle, Transsexuelle, …) hat es auch Jahrzehnte gedauert.

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      1. Nur jene, die glauben uns zu brauchen, können uns retten. Wenn uns bzw, unsere Bedürfnisse und die damit einhergehende mögliche Bedürfnisbefriedigung für sich selbst niemand wirklich vermisst und für deren Erhalt auf die Barrikaden zu steigen bereit ist, wer braucht uns oder zumindest unsere sexuelle Präferenz dann?

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  2. Gratulation, Schneeschnuppe.

    Sehr sachlich (und dennoch plastisch, mit „unangenehmen“ Spitzen wie dem Hinweis auf die Analogie mit der Aussage eines ehemaligen deutschen Regierungschefs) argumentiert!

    Aber eine Antwort innerhalb einer Woche zu erwarten, ist etwas viel verlangt.
    Einer behördenähnlichen Einrichtung muss man, vor allem wenn ihr eine öffentliche Verwendung der Antwort „droht“, eher zwei bis vier Wochen zugestehen. Insbesondere, da Beier mit vielen Fakten konfrontiert wird, die er (wenn überhaupt) nur mühsam entkräften kann.

    Vermutlich wirst du tatsächlich keine Antwort erhalten. Das ist zwar arrogant – aber immer noch besser, als dich mit inhaltsleeren Phrasen zu verarschen, ohne auf deine konkreten Punkte im Einzelnen einzugehen.

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  3. Die Fallzahlen des Hellfeldes für den sexuellen Missbrauch von Kindern:

    1995: 16.013
    2000: 15.581
    2005: 13.962
    2010: 11.867
    2015: 11.808
    2019: 13.670

    Könntest du mir bitte die Quelle dafür geben?

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    1. PKS 2020 – Zeitrei­hen
      https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2020/PKSTabellen/Zeitreihen/zeitreihen_node.html

      Dort:
      T01 Grundtabelle, Fälle ab 1987

      Die Schlüssel-ID ist 131000 („sexueller Missbrauch von Kindern §§ 176 StGB“, bzw. ab 1999 „Sexueller Missbrauch von Kindern §§ 176, 176a, 176b“). Die volle Zeitreihe ist:

      1987: 10.085
      1988: 11.404
      1989: 11.851
      1990: 12.741
      1991: 13.196
      1992: 14.440
      1993: 15.430
      1994: 15.096
      1995: 16.013
      1996: 15.674
      1997: 16.888
      1998: 16.596
      1999: 15.279
      2000: 15.581
      2001: 15.117
      2002: 15.998
      2003: 15.430
      2004: 15.255
      2005: 13.962
      2006: 12.765
      2007: 12.772
      2008: 12.052
      2009: 11.319
      2010: 11.867
      2011: 12.444
      2012: 12.623
      2013: 12.437
      2014: 12.134
      2015: 11.808
      2016: 12.019
      2017: 11.547
      2018: 12.321
      2019: 13.670
      2020: 14.594

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      1. Ich habe etwas Zweifel, ob man die Daten für 1987 bis 1989 verwenden kann. Die Wiedervereinigung war am 3.10.1990. Beziehen sich die Zahlen davor auf das ganze aktuelle Bundesgebiet oder nur auf die alten Länder? Das würde einen großen Unterschied machen. Gab es für die DDR überhaupt eine vergleichbare Statistik? Ich glaube man kann frühestens die Werte von 1991 ansetzen, dem ersten vollen Jahr, in dem Deutschland seinen heutigen Gebietsstand hatte.

        Die Zahlen sind seit 1997 jedenfalls rückläufig und das obwohl zahlreiche neue Tatbestände eingeführt wurden. Z.B. gab es zuletzt über 3.000 Fälle von Cybergrooming, die in den Zahlen „sexueller Missbrauch von Kindern“ enthalten sind. Cybergrooming ist erst sei 2003 strafbar. Rechnet man das heraus, wäre der Rückgang sehr stark.

        Von einer „epidemischen“ Entwicklung von Missbrauch kann jedenfalls nüchtern betrachtet keine Rede sein. Wir hören jedes Jahr in Dauerschleife, dass es eine besorgniserregende Entwicklung gäbe. Mit der Realität hat das nichts zu tun. Es ist interessengeleitete Propaganda. Es geht um Aufmerksamkeit, Anerkennung, Geld und Ideologie.

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  4. Schneeschnuppe, es geht auch um Manipulation!

    wer es wagt zu sagen, dass pubertierende 12-13 jährige nicht einwilligen können, lügt nicht nur, sondern raubt zudem pubertierende 12-13 jährige deren sexuelle selbstbestimmung

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    1. Völlig richtig. 10-jährige Jungs und Mädels sollten das Recht haben, sich für mich nackt auszuziehen und mir Blowjobs und sexuelle Massagen zu verkaufen, ohne dass irgendjemand dafür bestraft wird. Dass dies verboten wird, ist nicht nur eine Verletzung der sexuellen Selbstbestimmungsrechte 10-jähriger Bürgerinnen und Bürger, sondern auch ihrer Berufsfreiheit. Wir sind halt leider sehr weit weg vom Ideal des Libertären/Liberalen Utopia.

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      1. Ich finde das komplett durchgeknallt und daneben.

        10-jährige sollten nicht als Sexarbeiter arbeiten und auch nicht in anderen gefährlichen Berufen. Sie sollten auch nicht die Freiheit haben z.B. ihren Körper für Medikamententests zu verkaufen oder in einem Bergwerk gegen Geld Steine zu klopfen. Wenn sie es doch tun oder tun müssen, ist das Kindeswohlgefährdung.

        Wenn ich nur die Wahl zwischen der heutigen Welt und deinem „Utopia“ hätte, müsste ich mich für den Status Quo entscheiden.

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      2. Masturbation ist keine gefährliche Aktivität. Da ist jede zweite Sportart riskanter für das körperliche Wohlergehen eines Kindes. Eine solche Aktivität muss auch nicht unter Ausschluss anderer Aktivitäten wie z.B. Schulbildung geschehen; ich z.B. habe als Kind in der Langwirtschaft gearbeitet, um mir meinen ersten Rechner leisten zu können. Wir müssen aber kein Streitgespräch führen, zumal sich an der Rechtslage zu unseren Lebzeiten ohnehin nichts ändern wird.

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      3. Nein, Masturbation ist im Prinzip keine gefährliche Aktivität. Das Problem sind die Personen, mit denen es ein Sexarbeiter als Kunde zu tun bekommt. Die Wahrscheinlichkeit auf potentiell gefährliche Personen zu treffen ist da meiner Einschätzung nach stark erhöht. Es kann z.B. passieren, dass man sich nicht einig ist, für was bezahlt wurde (was nicht nur auf einem Missverständnis beruhen, sondern auch beabsichtigt sein kann) und der Kunde dann seine Vorstellungen (sein „Recht“) rücksichtslos durchsetzt. Da sexuelle Handlungen intim sind, ist dann auch keiner in der Nähe, der schnell genug helfen kann.

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      4. „geh mal zwei Jahre nach oben (12).“

        Geh du doch mal zwei Jahre nach oben, dann bist du bei 14, dem tatsächlichen Schutzalter für sexuelle Handlungen ohne Abhängigkeitsverhältnis, Zwangslage oder Entgelt nach derzeitigem deutschem Recht. Oder iteriere noch zweimal, dann bist du bei 18, also dem allgemein anerkannten Alter der Volljährigkeit. Sinnlose Zahlenspiele, die auf Willkür beruhen.

        „sag dies mal in die öffentlichkeit“

        Sag du mal in die Öffentlichkeit, dass du 12-jährige ficken willst. Was für ein dummes Argument.

        „Die Wahrscheinlichkeit auf potentiell gefährliche Personen zu treffen ist da meiner Einschätzung nach stark erhöht.“

        Kann ich statistisch nicht einschätzen. Ich weiß aber, dass du eine gefährliche Person bist, da du Gewalt gegen Menschen befürwortest, die keine Gewalt angewendet haben. Kleiner Tipp: Menschen in Haft zu nehmen ist eine Form von Gewalt. Die Polizei ist gefährlich für die Freiheit der Menschen. Im Kern ist es ein Totschlagargument, da jede Person im Prinzip eine „potentiell gefährliche Person“ ist und damit jede Interaktion zwischen Menschen delegitimiert werden kann, womit natürlich dann die Gewalt der Polizei legitimiert wird, deren Gewalt dann einfach nicht als „potentiell gefährlich“ gilt. Gerade als Pädo finde ich es lächerlich, dass du dieses Argument anwendest, obwohl die allgemeine Bevölkerung jeden Pädo als potentiell gefährlich sieht und damit die Einschränkung von Bürgerrechten von Pädos rechtfertigt. Auf der positiven Seite wird natürlich der Nutzen der „potentiell gefährlichen“ Interaktionen regelmäßig ignoriert, z.B. machen Leute, die Paysex verbieten wollen, i.a.R. keine Anstalten, den potentiellen oder tatsächichen, vollberuflichen oder auch nur Hobby- Prostitutierten das dadurch entgangene Einkommen finanziell zu ersetzen.

        Schlussendlich ist es aber auch egal, da ich nur *meine* Meinung geäußert habe und diese nicht *eurer* Meinung entsprechen muss, genausowenig wie ich einer Meinung mit Marc Dutroux oder Nick Hein sein muss. Echte Prinzipien hat eh keiner, für echte Solidarität gibt es keine rationale Grundlage, und diese Diskussion hat keine Funktion, als unsere Zeit zu verschwenden, weshalb ich meine Beteiligung daran nun auch beenden werde. For what it’s worth, ihr seid nicht meine größten Feinde, auch wenn wir keine Verbündeten sind. Da gibt’s noch ganz andere weiter oben auf der Liste. 🙂

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      5. Das hier ist ein Blog, kein Chat. Er eignet sich nicht, um eine Unterhaltung zu führen.

        Rhetorische Fragen wie „Weiß du was blowjobs sind, Schneeschnuppe?“ machen da überhaupt keinen Sinn. Ich habe auch nicht die Zeit, um „Gespräche“ zu moderieren.

        Deine gleichfalls Frage „Warum denkst du dass es kinder in die Pubertät gibt?“ in einem anderen Topic habe ich nicht freigeschaltet. So was geht in die Richtung einer Unterhaltung, für die ein Blog einfach nicht geeignet ist.

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      6. Mal abgesehen davon, dass ich es schrecklich fände, wenn meine geliebten Menschen in die Sexarbeit getrieben werden würden, wüsste ich nicht einmal, wieso man sich dafür einsetzen sollte. Das entspricht überhaupt nicht dem, was ich als Mädchenliebender empfinde. Ich möchte mit ihnen intim werden dürfen, wenn sie für mich auch entsprechende Gefühle empfinden, und ganz sicher nicht, wenn ich ihnen Geld dafür gebe. So wichtig sind mir sexuelle Handlungen dann auch nicht, dass ich diese auf Kosten anderer ausleben würde. Für mich gehört da die Liebe/Zuneigung einfach dazu. Im Endeffekt würden sie dann wirklich hauptsächlich auf rücksichtslose Menschen treffen. Das ist aus meiner Sicht genauso zu Recht verboten wie die Verbreitung von Kinderpornographie, die ein Kind einfach nicht abschätzen kann.

        @Jemand: Von diesen Zahlenspielereien halte ich aber auch absolut nichts – alleine schon deshalb, weil sich Kinder unterschiedlich schnell entwickeln. Wieso die Pubertät hier allerdings eine gewichtige Rolle spielen soll, verstehe ich nicht. Wieso sollte es schlimm sein, wenn das Kind seine sexuellen Wünsche auf einen Erwachsenen richtet? Wieso sollte der Altersunterschied eine Rolle spielen, wenn sich der Erwachsene nach dem Kind richtet und nichts macht, was dieses nicht möchte? Davon abgesehen, kommen Mädchen doch im Durchschnitt bereits mit 9 Jahren in die Pubertät. Selbst dann, wenn man danach gehen würde, ergibt das gesetzliche „Schutz“alter einfach keinen Sinn.

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      7. Nach längerer Zeit habe ich heute mal wieder hier reingeschaut und bin etwas über die teils abstrusen Kommentare verwundert. Sexarbeit für 10-Jährige legalisieren? Solche Forderungen kann ich auch als Pädo nicht unterstützen.

        Wenn es um Jugendliche ginge, könnte man ja noch Argumente für und wider finden, aber dass 10-Jährige aus sich heraus den Wunsch haben könnten, als Sexarbeiter zu arbeiten, ist doch reines Wunschdenken und in der Tat komplett durchgeknallt. Sie würden dann außerdem ihre ersten sexuellen Erfahrungen gegen Bezahlung erleben. Das halte ich nicht für wünschenswert.

        Selbst bei Erwachsenen ist Sexarbeit ein komplexes Thema. Es gibt einerseits selbstbestimmt agierende Menschen, die sich frei dafür entschieden haben und denen die Gesellschaft mehr Respekt entgegenbringen sollte, aber es gibt leider auch viel Ausbeutung in diesem Bereich, seien es unter Zwang oder aus Armut arbeitende Prostituierte oder sei es Gewalt von Freiern.

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      8. Ich habe lediglich das Prinzip der persönlichen sexuellen Selbstbestimmung logisch auf Kinder übertragen. Ich sehe keinen moralisch relevanten Unterschied zwischen einer sexuellen Handlung gegen Entgelt und einer, die aus anderen Gründen geschieht (z.B. Druck des Erwachsenen). Die Gegenargumente, die ihr hier genannt habt, sind stichhaltig, lassen sich aber 1:1 auf jede Form von Sexualität mit Kindern übertragen und im Prinzip auch auf jede Form von Sexualität zwischen Erwachsenen – egal ob sie gegen Entgelt geschieht oder nicht.

        Ich ziehe meine Meinung aber an diesem Punkt zurück und werde die Legalität von sexuellen Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern in Zukunft nicht mehr politisch unterstützen. Da die genannten Argumente prinzipiell übertragbar sind, werde ich auch die Legalität solcher Handlungen, die nicht gegen Entgelt stattfinden, nicht mehr unterstützen. Auch die Legalität von sexuellen Handlungen zwischen Erwachsenen – mit oder ohne Entgelt – werde ich politisch nicht mehr unterstützen. Dann haben wir halt eine tyrannische antisexuelle Gesellschaft, wo die Leute für gewaltfreie Sexualität im Gefängnis verrotten. Kann mir ja im Prinzip egal sein.

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      9. Da dieser Blog (zu recht) tot ist, hier noch einen Verweis auf freespeechtube. Z.B. wurden hier: https://www.freespeechtube.org/v/1694 ähnliche Argumente gegen sexuelle Kontakte (nicht nur gegen Entgelt) zusammengefasst. Ich habe in meinen Kommentaren abermals darauf hingewiesen, welche Prinzipien des gewaltfreien Zusammenlebens ihr Antis implizit verletzt. Wie erwartet habe ich keinerlei Zuspruch dafür erhalten, aber das war auch nicht das Ziel. Ich will nur nicht, dass sich hinterher jemand über die aus meiner Sicht logisch unvermeidbare Entsolidarisierung beschweren kann, indem er behauptet, er habe die verletzten Prinzipien gar nicht erst verstanden. (Ein Prinzip, das ich gar nicht erst erwähnt habe, das ihr Antis aber auch regelmäißg verletzt, ist das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Ich denke, dessen systematische Verletzung sollte so allseits bekannt sein, dass es keiner weiteren Erläuterung bedarf.)

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      10. Wenn du legale Kinderprostitution forderst, tust du das nicht zugunsten der Rechte von Kindern („Berufsfreiheit“), sondern zugunsten der von dir aus Eigennutz gewünschten Möglichkeit, sexuelle Dienste von Kindern legal einkaufen zu dürfen. Deine Argumentation in Hinblick auf Kinderrechte ist nur vorgeschoben.

        Auf dem sehr guten Blog von Montebasso gibt es einen gut recherchierten Artikel über Eva Ionesco, die von ihrer Mutter als erotisches Kinderaktmodell vermarktet wurde seit sie 5 war.

        https://montebasso.wordpress.com/2021/08/07/eva-ionesco-das-skandalkind/

        Hatte Eva Ionesco deiner Meinung nach eine schone Kindheit?

        Deiner Logik folgend wäre es ja sogar noch völlig OK gewesen, wenn Evas Mutter sie dazu gebracht hätte, Geld für Sex mit Erwachsenen zu „tauschen“ (Geld, das das Kind ziemlich sicher bei der Mutter hätte abliefern müssen).

        Wenn so etwas verboten ist, verletzt es das „Recht“ der Mutter, ihr Kind zu prostituieren und dein „Recht“ Sex mit ihrem Kind „einzukaufen“. Ein Kinderrecht ist da aber nicht verletzt.

        Das Recht einer Mutter, ihr Kind zu prostituieren oder es zu verkaufen oder es zu töten gibt es nicht. Genauso wenig gibt es das Recht einen Vertrag zu Lasten Dritter abzuschließen, also z.B. mit einer Mutter zu vereinbaren, dass du von ihrem Kind eine sexuelle Dienstleistung erhältst und die Mutter dafür Geld bekommt.

        Ist es möglich, dass sich ein Kind aus eigenen Antrieb dazu entscheidet, sich zu prostituieren?

        Ich halte es für möglich, insbesondere wenn es darum geht, eine Notlage abzuwenden (Nahrung, Obdach, etc zu erhalten, die sonst nicht oder nur viel schwieriger zu bekommen sind). Dann sprechen wir aber im Grunde von einem Fall von Nötigung, bzw. dem Ausnutzen einer Notlage. Diese Notlage wäre auch die typische Bedingung für ein „freiwilliges“ Angebot einer sexuellen Dienstleistung, was natürlich auch Konsequenzen für die „Preisverhandlung“ hat.

        In deinem Kommentar auf Freespeachtube stellst du es so dar als sei es nur eine Frage des Geldes. („Prostitution isn’t banned because it’s obviously more harmful than the money is worth. After all, that would depend on price. As an extreme example, it’s totally implausible that a 12-year-old consensually wanking a rich man off for a million dollars is worse off overall than she would have been without this option.“)

        Deine diesbezügliche Argumentation basiert auf einem völlig unrealistischen Gedankenexperiment. Wenn Kinderprostitution legal wäre, läge der Preis sicher nicht bei einer Millionen für Petting, sondern realistisch gesehen bei wenigen Dollar. Die Hypothese, dass Kinderprostitution mehr Schaden anrichtet als eine Handvoll Dollar aufwiegen könnte, ist für mich äußerst plausibel.

        Mal ein anderes Gedankenexperiment:

        Wärst du für eine Regelung, bei der Kinderprostitution erlaubt wäre, es aber ein gesetzliche Preiskontrolle gäbe und die Legalität von der Zahlung des Preises von 1 Millionen Dollar für Masturbation und entsprechend höheren Preise für andere Handlungen abhinge?

        Ich vermute mal, dass du nicht genug Geld auf der hohen Kante hast, um von so einer Regelung profitieren zu können. Welchen Einfluss hat das auf deine Meinung?

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  5. Namielle

    Drauf habe ich nicht geachtet, als ich abgeschickt habe.

    Ich habe im Internet nachgeschaut (Durchschnittlich kommen Mädchen mit 9 in die Pubertät) und habe festgestellt dass ich im Unrecht bin.

    Natürlich muss man den Schutzalter hinterfragen und wissen dass Kinder auch positive sexuelle Erfahrungen sammeln.

    Schneeschnuppe, könntest du meine Antwort auf Kiz löschen, da dies nicht richtig ist?

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    1. Ich weiß nicht, welche Antwort du meinst. Du hast ja einen Haufen Kommentare / Antworten geschrieben. Falls dir das Löschen wichtig ist, brauche ich den LInk. Den findet man unter / hinter dem Datum des Kommentars.

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