Aktivismus durch Sichtbarkeit

Neben dem Blog schreibe ich auch als Schneeprinz auf dem Internetforum Gutefrage.

Mir ist dort heute eine vermutlich relativ neue Funktion aufgefallen, der „Monatsreport“. Monatsreporte lassen sich für die bisherigen 8 Monate im Jahr 2021 aufrufen. Ergebnis für mein Nutzerkonto:

MonatGeschriebene BeiträgeLese-Aufrufe der Beiträgepositive Bewertungen
Januar 21712.038154
Februar 21651.756153
März 21633.130273
April 21361.387112
Mai 21291.83893
Juni 2191.45934
Juli 21331.874105
August 21482.511161

Insgesamt sind das auch nicht viel weniger Aufrufe als ich im selben Zeitraum auf dem Blog erhalten habe. Im Unterschied zum Blog dürfte es sich bei der ganz überwiegenden Anzahl der Leser auf Gutefrage aber um Normal-Liebende handeln.

Aus meiner Sicht ist gerade das an Gutefrage interessant. Am meisten Angst haben Menschen vor dem Unbekannten und als Pädophiler muss man sich normalerweise verstecken und darf sich zur eigenen Sicherheit keinesfalls zu erkennen geben. Diskriminierung wird so zum selbsterhaltenden System.

Egal wie man zu ihnen stehen mag: einem Schwarzen, einem Moslem oder einem Transsexuellen kann man im realen Leben begegnen. Nicht selten überleben die Vor-Urteile den direkten Kontakt nicht und es stellt sich heraus, dass man sich ein falsches Bild von der Gruppe gemacht hat. Ein Bild, das man vorher nie hinterfragt hat, wird zwar sicher nicht sofort beim Erstkontakt umgeschmissen, aber er gibt eine sehr reale Chance, dass es sich durch wiederholte Kontakte wandelt und der Realität annähert.

Hier liegt die besondere Chance, eines pseudonymen Engagements als offen pädophiler User in Internetforen.

Mein eigenes Engagement ist ein gewisser Achtungserfolg, mehr nicht. Aber ich bin nicht der einzige, der auf Gutefrage offen als Mensch mit pädophiler oder hebephiler Neigung Fragen stellt, sie beantwortet oder Antworten kommentiert. Und Gutefrage ist nicht das einzige Internetforum, das für diese Art von Sichtbarkeit in Frage kommt.

Es muss auch nicht jeder in die selben Kerben schlagen, damit es etwas nutzt. Die Emanzipation der Afroamerikaner hat von Onkel Tom (Romanfigur von Harriet Beecher Stowe) genauso profitiert wie von einem Martin Luther King oder einem Malcolm X.

Jeder, der als Mensch mit pädophiler oder hebephiler Neigung sichtbar wird, leistet bereits durch seine bloße Sichtbarkeit wertvolle Anti-Diskriminierungsarbeit. Vielleicht wäre das ja auch etwas für dich?

Zum Abschluss:

Auch wenn es selbstverständlich sein sollte … wer pädophil oder hebephil ist, muss sich Gedanken um seine Sicherheit machen. Man sollte also unbedingt seine IP Adresse verschleiern, ein Pseudonym verwenden und nicht gerade ein Forum wählen, in dem man auch mit Realnamen schreibt und die Leser z.B. den Schreibstil wiedererkennen könnten.

7 Kommentare zu „Aktivismus durch Sichtbarkeit

  1. Es gibt leider nicht viele digitale Orte, an denen das überhaupt möglich ist. Der Default im Mainstream ist Meinungszensur, um ein sich selbst perpetuierendes Overton-Window aufrecht zu halten. Die „professionellen“ Journalisten haben sich informell darauf geeinigt, dass jede sexuelle Handlung unter dem derzeitigen Schutzalter „sexualisierte Gewalt“ darstellt und zensieren jede abweichende Meinung systematisch. Dies gilt auch für fast alle anderen Foren. YouTube und Co. zensieren ebenfalls. So etwas wie eine echte Diskussionskultur gibt es zu dem Thema eigentlich fast nirgends.

    Außerdem kann der Schuss auch nach hinten losgehen, wenn man nicht in erster Linie darauf hinarbeitet, sympathisch zu wirken, sondern einfach so wie ich seine Gedanken unstrategisch hinschreibt und es mit nuancierter Formulierung nicht immer so genau nimmt. Das kann auch Reaktanz hervorrufen. Du hast aber sicherlich Recht, dass eine Minderheit, über die immer nur in der 3. Person als Feindbild geredet wird, schlechte Karten hat, ihre Rechte und Freiheiten zu verteidigen.

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    1. man könnte auf youtube was in diese richtung versuchen.

      Dafür muss man sich zeit nehmen und auf die Meinungsfreiheit hinweisen (Grundgesetz Artikel 3 Absatz 2)

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      1. YouTube zensiert diese Meinungen aber, wie ich bereits beschrieben hatte. Man kann zwar Alternativen wie freespeechtube.org verwenden, aber die Reichweite ist dort sehr gering. YouTube erlaubt PedoHunters, die sogar zu illegaler Gewalt aufrufen oder sie zumindest implizit oder explizit verherrlichen, aber pro-pädophile Meinungsäußerungen werden zensiert und die Nutzer gesperrt. Diese Doppelmoral ist leider sehr verbreitet. Eigentlich sollte man YouTube, Twitter und Co. komplett boykottieren, aber dafür gibt es zu viel Content, der anderswo nicht zu finden ist. Eine etwas stärker frequentierte Konkurrenzplattform wäre noch odysee.com, die auch momentan immer beliebter wird. Aber auch diese hat nur geringe Reichweite vgl. mit YouTube und ich kenne ihre Zensurregeln nicht. Gut möglich, dass man dort auch zensiert wird.

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  2. Du hast in vielerlei Hinsicht recht. Aber um zu wirken muss man nicht unbedingt etwas zu Pädophilie schreiben.

    Neben wir an, man schreibt in einem Politik-Forum und bringt sich dort zu allen möglichen Themen, die einen interessieren ein. Und in der Signatur steht:

    „Ich bin pädophil und das ist auch gut so!“.

    Dann macht man deutlich, dass der Mensch, der vielleicht gerade etwas Kluges (oder Dummes) über Umweltschutzpolitik geschrieben hat, pädophil ist. Man ist sichtbar und wirkt dadurch, auch ohne irgendwelche aktivistischen These zu vertreten. Der Pädophile als Mensch, als Kollege, als Nachbar, als jemand, mit dem man sprechen könnte, wird denkbar, wo er es vorher nicht war.

    Wenn man weiß, dass man mit persönlichen Überzeugungen anecken würde, ist es sicher klug, wenn man ich mit dedizierten Äußerungen zum Thema eher zurückhält. Dann sollte man sich vielleicht einen Standard-Text für die freundliche Gesprächsverweigerung überlegen. Z.B:

    „Ja, ich bin pädophil und stehe auch dazu. Pädophilie ist eine Neigung, keine Handlung. Es ist ein Schicksal, kein Plan Straftäter zu werden. Menschen mit dieser Neigung werden aus meiner Sicht zu Unrecht schlecht behandelt und diskriminiert. Ich habe die Signatur gesetzt, um zu zeigen, dass Pädophile im Grunde „normale“ Menschen sind (wenn es sowas denn gibt. Die habe gute und weniger gute, liebeswerte und weniger liebenswerte Eigenschaften, wie andere auch. Die Neigung an sich möchte ich hier nicht weiter diskutieren, da dies meiner Einschätzung nach für dieses Forum ein zu kontroverses Thema ist. Ich bitte darum, diese Entscheidung zu respektieren.“

    Weitere Nachfragen sollte man dann standhaft ignorieren (auch wenn es im Einzelfall schwerfallen mag, weil Leute versuchen, einen aus der Reserve zu locken).

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    1. Der Beitrag zum Sonderopfer ist hier:
      https://paedoseite.home.blog/2021/02/01/das-sonderopfer/

      Wenn du die Volltext-Suche verwendest (rechte Seitenleiste) und dort „Sonderopfer“ eingibst, werden 2 Artikel angezeigt. Ich denke, dass die Funktion sehr nützlich sein kann, wenn du mal wieder etwas suchst, das ich mal geschrieben habe.

      Bei den 500 Dollar gibt es einen Haken: „Von den Teilnehmenden erwarten wir, dass sie sich in Gesprächen mit dem Thema Öffentliche Sicherheit auseinandersetzen. Sie müssen sich selbst Ziele setzen. Außerdem sollen sie in ihrem Stadtteil auftreten und mit den Leuten vor Ort reden.“

      Würdest du für 500 Dollar ein Seminar von „Kein Täter werden“ besuchen und anschließend unter Pädos deren Gedankengut verbreiten?

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      1. „ Außerdem sollen sie in ihrem Stadtteil auftreten und mit den Leuten vor Ort reden.“

        oh Gott oh Gott.

        Nein danke, doch nicht wo Leute mich erkennen können…

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