Was aussieht wie Liebe, ist wahrscheinlich Liebe

Meine Artikel sind leider meist zu lang. Ich wollte einen Artikel schreiben, in dem es um die Frage toxischer Beziehungen gehen sollte. Ich habe also angefangen zu schreiben und – nach der Einleitung – die gebräuchlichen Definitionen zu toxischen Beziehungen zitiert. Ich habe dann festgestellt, dass ich zu diesem Zeitpunkt bereits zweieinhalb Seiten „Einleitung“ geschrieben hatte. <seufz>

Ich versuche es also noch einmal neu. Im Grunde geht um die Frage der Beziehungsqualität einer (auch sexuellen) Beziehung zwischen einem Erwachsenen und einem Kind. Diese Konstellation gilt als das Gift schlechthin. Schlimmer kann es nach der Vorstellung vieler Menschen nicht mehr werden. Das Wort vom „Seelenmord“ kommt ja nicht von irgendwo. Es spiegelt, was dem Kind nach gängiger Auffassung widerfährt: seelische Folter bis hin zum seelischen Tod, nach dem vielleicht eine Wiederbelebung möglich ist, aber ein dauerhafter, irreparabler Schaden entstanden ist.

Spiegelt das aber auch die Realität?

In der Süddeutschen Zeitung erschien gerade ein Interview mit dem Psychologen Martin Janning, in dem es um sexuelle Gewalt an Kindern geht. Auf die Frage, ob sich die Kinder schuldig fühlen, wenn die Taten herauskommen führt Janning aus:

Eine Besonderheit gibt es noch, wenn es um pädophile Täterstrukturen geht: Die sexuelle Gewalt ist dort eingebunden in ein Fürsorgeverhalten. Da geht es oft um Kinder, die vorher schon einen großen Mangel an elterlicher Zuwendung erlebt haben. Dann kommt zum Beispiel ein Stiefvater und gibt dem Kind, was es eigentlich braucht: Liebe, Zuwendung und Zeit. Danach hat der Täter leichtes Spiel, das Kind zu manipulieren und seine Wahrnehmung zu beeinflussen. Er zeigt ihm einen Film mit einem Kind, das einen Mann befriedigt, und sagt ihm, das dürfe es auch mal machen, das sei aber ein Geheimnis. Das Kind ist völlig verwirrt, zweifelt an der eigenen Wahrnehmung. Es wird immer weiter desensibilisiert. Und schließlich geht die Initiative sogar vom Kind aus, um den Wünschen und Erwartungen des Täters zu entsprechen. Das verstärkt am Ende die Schuldgefühle des Kindes.

Die Behandlung sieht so aus:

Wir helfen dem Kind, eine Sprache zu finden, wie schrecklich es ist. (…) Damit sich ein Kind nicht mehr im Spiegel des Täters oder der Täterin definiert, benötigt es äußere und innere Distanz. Dafür braucht es Bedingungen, sich aus pathologischen Abhängigkeitsbeziehungen zu befreien.

„Pathologische Abhängigkeitsbeziehung“ scheint mir das selbe auszudrücken wie „toxische Beziehung“. Die Beziehung definiert sich nach ihrer krankmachenden, vergiftenden, schädlichen Wirkung. Das Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik (Stangl, 2021) schreibt zum Stichwort: ‚toxische Beziehung‚:

In den Medien findet man immer wieder die populärwissenschaftliche Bezeichnung toxische Beziehung, wobei der Begriff toxisch in diesem Zusammenhang grundsätzlich irreführend ist, denn eine Beziehung kann im Grunde nicht giftig sein. Auch ist es nicht die Beziehung selbst, die toxisch oder vergiftet ist, sondern es sind immer die Verhaltensweisen des jeweiligen Partners, die vergiftend auf eine Beziehung wirken können. Dabei ist es äußerst individuell, was in einer Beziehung als vergiftend erlebt wird, wobei damit gemeint ist, wenn ein Part unter der Beziehung leidet, und zwar körperlich aber auch vor allem psychisch. Der Begriff der toxischen Beziehung ist damit eine Definition für Partnerschaften, die mehr Kraft kosten als geben, wobei dieser irreführende Sprachgebrauch aber bei Psychotherapeuten, in Magazinen und Ratgebern immer häufiger zu finden ist. Studien stellen sogar einen Zusammenhang zwischen Depressionen, Schlaflosigkeit, erhöhtem Stresssyndrom und einigen Krebsarten fest, sodass negative Beziehungen bei den Partnern sogar zu einer höheren Sterblichkeit führen können. Nach Psychology Today zeichnen sich toxische Beziehungen durch Unsicherheit, Kontrollsucht, Egoismus und den anderen herabwürdigenden Verhaltensweisen wie Kränkungen, Beleidigungen und Ignoranz aus. Ob ein Mann oder eine Frau in einer toxischen Beziehung steckt, erkennt er oder sie daran, dass es ihm oder ihr wegen des Partners die meiste Zeit schlecht geht, er oder sie aber trotzdem nicht von ihm oder ihr loskommt. Menschen, die in solchen toxischen Beziehungen stecken, verändern sich häufig, denn waren sie zu Beginn der Partnerschaft noch fröhliche, offene und ausgeglichene Personen, sind sie nach einiger Zeit eher traurig, in sich gekehrt und nervlich angegriffen. Das lässt sich oft aus Fotos aus der Zeit vor dem Partner und mit dem Partner erkennen.

In jeder Beziehung treffen unvollkommene Menschen aufeinander. Niemand ist immer perfekt, liebevoll, verständnisvoll, warmherzig, geduldig usw. Das muss aber auch niemand sein.

Perfektion ist im Grunde sogar schädlich, genau wie es für einen Menschen schädlich wäre, ohne jeden Kontakt zu Krankheitserregern aufzuwachen. Er kann dann sein Immunsystem nicht trainieren und nicht fit für die Welt werden, in der er später leben muss. Im Extremfall kann ein Schnupfen dann lebensgefährlich werden.

Wer den anderen stets als perfekt erlebt, wird glauben, auch selbst perfekt sein zu müssen. Und wird, weil er ein Mensch ist, daran scheitern. Jemand, dem jeder Wunsch von den Lippen abgelesen wird, wird das auch in Zukunft erwarten und sich von einer Realität, die dem Anspruch nicht gerecht wird, ungerecht behandelt fühlen. Er wird unzufrieden und hilflos statt selbstständig und glücklich.

Fehler sind also erlaubt und eine Beziehung wird nicht automatisch toxisch, wenn man Fehler macht. Der entscheidende Punkt ist: wenn eine Beziehung mehr Kraft kostet als sie gibt, ist sie toxisch. Wenn sie einem dagegen mehr Kraft gibt, dann ist sie hinreichend gut.

In der Charakterisierung von Martin Janning gibt es bei pädophilen Strukturen ein Fürsorgeverhalten. Kinder, die einen großen Mangel an Zuwendung erlebt haben, bekommen das, was sie eigentlich brauchen: Liebe, Zuwendung und Zeit.

Ich habe in der Vergangenheit schon wiederholt den Kinderpsychiater Paulus Hochgatterer zitiert, nach dessen Erfahrung es einen ganz wichtigen prognostischen Faktor gibt, der etwas darüber aussagt, ob sich ein Kind gut entwickelt oder schwierig wird:

„One caring person“. Das ist eine Person, idealerweise eine erwachsene, bei der das Kind das Gefühl hat, dieser Mensch interessiert sich für mich, diesem Menschen bin ich wirklich ein Anliegen. Das kann ein Elternteil sein oder ein Großelternteil, das kann jemand in einer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft sein, eine Tante oder ein Onkel. Es ist dabei überhaupt nicht wichtig, ob das ein Mann oder eine Frau ist.

Nach Hochgatterer und Janning gibt es für ein Kind in einer pädophilen Beziehung also auch viel zu gewinnen und zwar ganz besonders dann, wenn es von den Eltern oder anderen Bezugspersonen zu wenig Zuneigung, Liebe, Interesse, Zärtlichkeit und Gemeinsamkeit bekommt. Es können nicht die Liebe, Zuwendung und Zeit sein, die das Kind nach Janning vergiften.

Es bleibt also der Sex. Die Vorstellung von Sex als Gift ist ein vergifteter Rest überkommener jüdisch-christlicher Moralvorstellungen. Soweit es Erwachsene betrifft, hat sich die Gesellschaft inzwischen einigermaßen davon lösen können. Erlaubt ist, was gefällt. Bei Kindern ist dies (noch?) nicht gelungen. In der Vorstellung ist ein Kind rein und unschuldig. Sex ist schmutzig und deshalb schuldbeladen. Erst im Zusammentreffen dieser beiden Vorstellungen wird Sex mit einem Kind zum Seelenmord.

Zumindest kleine Fortschritte gibt es aber doch. Redete man den Kinder vor 100 Jahren noch ein, sie würde durch Masturbation ihr Rückenmark schädigen, so hat sich das inzwischen geändert. Kindern wird Sexualität nicht mehr gänzlich abgesprochen. Es gilt als unbedenklich, wenn ein 12-jähriger Junge die Sexualität für sich entdeckt und masturbiert. Es wird sogar zu Gelassenheit aufgerufen, wenn Kinder Doktorspiele miteinander machen (solange kein körperlicher oder seelischer Druck im Spiel sei oder ein Kind sich wehrt). Und auch zwei 12-jährige haben gute Chance in Ruhe gelassen zu werden, wenn sie etwas miteinander „treiben“.

Warum soll es normal und unbedenklich sein, wenn ein 12-jähriger masturbiert und zumindest geduldet bzw. ignoriert, wenn zwei Zwölfjährige Oralverkehr haben. Wenn aber ein erwachsener Mund, den Penis des Jungen berührt, ist auf einmal dessen Leben vorbei und er erfährt „unendliches Leid“. Warum? An irgendwelchen besonderen Erwachsenen-Mikroben kann es nicht liegen.

Janning stellt die Situation so dar:

Danach hat der Täter leichtes Spiel, das Kind zu manipulieren und seine Wahrnehmung zu beeinflussen. Er zeigt ihm einen Film mit einem Kind, das einen Mann befriedigt, und sagt ihm, das dürfe es auch mal machen, das sei aber ein Geheimnis. Das Kind ist völlig verwirrt, zweifelt an der eigenen Wahrnehmung. Es wird immer weiter desensibilisiert. Und schließlich geht die Initiative sogar vom Kind aus, um den Wünschen und Erwartungen des Täters zu entsprechen. Das verstärkt am Ende die Schuldgefühle des Kindes.

Ich halte es für ziemlich plausibel, dass die Begegnung mit Erwachsenensexualität für Kinder verwirrend sein kann. Traumatisierend ist sie deshalb nicht.

Die Kognitionspsychologin Dr. Susan Clancy, die sich schwerpunktmäßig mit Erinnerungen beschäftigt, erforschte ab Mitte der 90er Jahre, wie Missbrauchsopfer ihr Erleben erinnern. Die Mehrheit der Befragten hatte nie Gewalt erlebt und keine Erinnerung an Schmerzen, sondern berichteten hauptsächlich von Verwirrung. Ein psychischer Schaden begann regelmäßig mit der Erkenntnis, dass ihr Vertrauen und ihre Unschuld missbraucht worden waren. 2010 veröffentlichte Sie dazu das Buch „The Trauma Myth. The Truth About the Sexual Abuse of Children – and Its Aftermath“. Die Sexualität wurde auch teilweise positiv erlebt. Ein Beispiel aus dem Buch:

Einige Personen – niemals solche mit Penetrationserfahrung – berichteten auch, dass sie sexuell auf das reagierten, was ihnen geschah, und dass es sich manchmal gut anfühlte. „Es war verwirrend, aber ich mochte es. Es war ein gutes Gefühl.“ „Es war der erste Kontext, in dem ich sexuelles Vergnügen hatte..“ Eine Person, die von ihrem Camp Counselor viktimisiert wurde, war sich ganz sicher darin, dass sie es genoss: „Ich pflegte mich darauf zu freuen, dass er in meine Koje kroch. Es fühlte sich gut an. Was er tat, fühlte sich gut an. Es war das erste Mal, dass ich Erektionen entwickelte. Als er aufhörte… dachte ich, er täte es mit jemand anderem… war ich wütend auf ihn.“

Ein Beispiel mit Penetrationserfahrung wird in dem Buch „Herausforderung Pädophilie – Beratung, Selbsthilfe, Prävention“ von Claudia Schwarze (Leiterin der Psychotherapeutischen Fachambulanz in Nürnberg) und Dr. Gernot Hahn (Leiter der Forensischen Ambulanz im Klinikum Erlangen) geschildert:

Auch die auf eine Strafanzeige folgenden Vernehmungen und Kontakte mit Polizei und Richtern können belastende Folgen des sexuellen Missbrauchs darstellen. Dazu berichtet Jens (39), ein Klient aus unserer ambulanten Therapiegruppe, rückblickend: „Da war ich ja gerade 13 geworden, als ich Gerhard kennenlernte. Den fand ich richtig gut, menschlich, was der so drauf hatte, aber eben auch körperlich. Der hatte immer viel Sport gemacht und sah gut aus. Er gefiel mir. Wir hatten dann eine richtige Beziehung und eben auch Sex. Das war richtig schön. Gerhard war so zärtlich zu mir. Das war nicht nur rein raus und fertig. Blöd fand ich nur, dass das Ganze geheim bleiben musste. Ich wusste ja, dass der das nicht darf. Und mir war’s natürlich peinlich. Wenn die das in der Schule herausgefunden hätten … Das wollte ich mir gar nicht vorstellen. Zur Belastung wurde die Beziehung zu Gerhard erst, als alles aufflog und er verurteilt wurde. Da war ich richtig schockiert. Ich hatte ja das Gefühl, dass nichts Schlimmes passiert, und trotzdem schicken sie ihn in den Knast. Ich hatte ganz schöne Schuldgefühle, weil ich ja auch aussagen sollte vor Gericht.“

Nochmal aus der Schilderung von Janning:

Das Kind ist völlig verwirrt, zweifelt an der eigenen Wahrnehmung. Es wird immer weiter desensibilisiert. Und schließlich geht die Initiative sogar vom Kind aus, um den Wünschen und Erwartungen des Täters zu entsprechen. Das verstärkt am Ende die Schuldgefühle des Kindes.

Die Zweifel an der eigenen Wahrnehmung gibt es während des Geschehens nicht – außer, wenn es weiß, dass die Handlung als „schmutzig“ und „schlecht“ gilt – sich aber gut anfühlt.

Das Kind kann einen Kontakt etwa als verwirrend (weil neu und bisher unverstanden) und als störend, unangenehm, neural, angenehm oder schön empfinden. Einen Grund an seiner Wahrnehmung zu zweifeln hat es normalerweise nicht.

Ein Kind, das keinen Oliven mag, wird nicht an seiner Wahrnehmung zweifeln, nur weil ein Erwachsener Oliven als unglaublich schmackhaft anpreist. Es mag sich überreden lassen, sie noch einmal zu kosten. Aber das Ergebnis wird regelmäßig das selbe bleiben.

Wenn die Mutter dem Kind sagt: „Wenn du keine Oliven isst / nicht an Gott glaubst / schwul bist, dann bist du nicht mehr mein Sohn / bringe ich mich um / liebe ich dich nicht mehr!“ verursacht das wahrscheinlich schweren Schaden. So etwas kann ähnlich natürlich auch in anderen asymmetrischen Beziehungen vorkommen.

Genauso gilt: wenn man jemandem, der eine Tomate gegessen hat, einredet, es habe sich um einen Paradiesapfel gehandelt, der Esser sei durch den Verzehr der Erbsünde anheimgefallen und man den schrecklichen Schaden an seiner Seele später immer wieder thematisiert, muss man sich nicht wundern, wenn die Person, die die Tomate gegessen hat, anschließend psychische Probleme bekommt.

Die Erwartung, dass das Kind einen sexuellen Kontakt furchtbar oder traumatisierend findet, ist eine Erwachsenen-Erwartung, die in das Kind hineingelegt wird.

Die klinischen Psychologen S. Burkhardt & A. Rotatori schreiben im Buch „Treatment and Prevention of Childhood Sexual Abuse: A Child-Generated Model“ hierzu:

Aufgrund der moralisch verwerflichen Natur des sexuellen Kindesmissbrauchs haben die Forscher die verständliche Tendenz, die Ängste, Ekel und Schrecken in das kindliche Opfer zu projizieren. (…) In dieser Erwachsenenposition wird die Sicht des Kindes kaum wahrgenommen.

Es ist also nicht das Kind, das an seiner Wahrnehmung zweifelt, sondern der Psychologe (der Trauma-Therapeut, …) zweifelt an der Wahrnehmung des Kindes.

Nochmal Janning zur Behandlung:

Wir helfen dem Kind, eine Sprache zu finden, wie schrecklich es ist. (…) Damit sich ein Kind nicht mehr im Spiegel des Täter oder der Täterin definiert, benötigt es äußere und innere Distanz. Dafür braucht es Bedingungen, sich aus pathologischen Abhängigkeitsbeziehungen zu befreien.

Das Trauma entsteht, wenn dem Kind beigebracht wird, dass es – insbesondere sein Vertrauen – missbraucht wurde. Es wird zum Spiegel der Ängste, des Ekels und Schreckens des Erwachsenen.

Es ist dieser Spiegel der zum Trauma führt und dazu, dass das Kind an seiner Wahrnehmung zweifelt. Denn es wird ihm von Autoritätspersonen (Eltern, Polizisten, Richter, Psychologen, Therapeuten) beigebracht, dass es die Situation völlig falsch einschätzt hat und so naiv war, etwas katastrophal Schreckliches nebensächlich oder gar schön zu finden.

Wie kann es sich beim nächsten mal oder jemals wieder in seinem Leben sicher sein, nicht erneut getäuscht zu werden? Wie kann es seiner eigenen Wahrnehmung jemals wieder vertrauen, wenn ihm die Verlässlichkeit seiner Wahrnehmung mit einer für ein Kind überwältigenden Autorität abgesprochen wird? Wenn erst die Umweltreaktionen und eine fehlgeleitete Behandlung zu der seelischen Erschütterung führt, die sie voraussetzt, hat der Kinderschutz auf ganzer Linie versagt.

Der ehemalige FBI-Beamte Kenneth V. Lanning hat sich beruflich jahrzehntelang mit forensischer Kriminologie (Fallanalyse, Verhaltensanalyse, Profiling) bei Kindesmissbrauch beschäftigt. Er ist Autor der 2010 erschienenen fünften Edition von „Child Molesters: A Behavioral Analysis – For Professionals Investigating the Sexual Exploitation of Children“. Zwei Zitate daraus:

Diese Täter verführen Kinder auf die gleiche Weise wie Erwachsene einander verführen. Diese Technik ist kein großes Geheimnis. Zwischen zwei Erwachsenen oder zwei Teenagern wird sie gewöhnlich als Dating bezeichnet. Früher nannte man es Hofieren. Der Hauptunterschied liegt jedoch in der Diskrepanz zwischen der erwachsenen Autorität des Kindermissbrauchers und der Verletzlichkeit des kindlichen Opfers. (Seite 27)

(…)

Da die Opfer von Beziehungsmissbrauch in der Regel behutsam verführt wurden und sich oft nicht bewusst sind, dass sie Opfer sind, kehren sie wiederholt und freiwillig zum Täter zurück. Die Gesellschaft und die Strafjustiz tun sich schwer damit, dies zu verstehen. Wenn ein Junge von seinem Nachbarn, einem Lehrer oder einem Geistlichen belästigt wird, warum „erlaubt“ er dann, dass es weitergeht? Höchstwahrscheinlich ist er sich zunächst nicht bewusst, dass er ein Opfer ist. Manche Opfer sind einfach bereit, Sex gegen Aufmerksamkeit, Zuneigung und Geschenke einzutauschen und glauben nicht, dass sie Opfer sind. Der Sex selbst kann sogar genossen werden. Der Täter behandelt sie vielleicht besser, als sie sonst jemals von jemandem behandelt wurden. Unter Umständen wird ihnen bewusst, dass sie Opfer sind, wenn der Täter sie verstößt. Dann erkennen sie, dass all die Aufmerksamkeit, Zuneigung und Geschenke nur Teil des Masterplans waren, sie zu benutzen und auszubeuten. Dies kann der endgültige Schlag für ein gestörtes Kind sein, das ein schwieriges Leben hinter sich hat. (Seite 75)

Es sind nicht irgendwelche Erwachsenen-Mikroben, die dem Kind Schaden zufügen. Es ist der gefühlte Verrat, der Vertrauensbruch, die Täuschung.

Aber was, wenn es gar keinen Verrat, keinen Vertrauensbruch, keine Täuschung gab?

Wer homosexuell ist, fühlt sich zum eigenen Geschlecht so hingezogen, wie heterosexuelle Menschen sich zu Menschen des anderen Geschlechts hingezogen fühlen. Die Lebensäußerungen, Verhaltensweisen, Empfindungen und Interaktionen sind substantiell die gleichen. Sie unterscheiden sich nur dadurch, dass sie sich auf Menschen mit diesem oder jenem Körperschema richten.

Wenn Pädophile und Hebephile die gleichen Techniken der Verführung wie heterosexuelle oder homosexuelle Erwachsene anwenden, dann weil sie von den selben Empfindungen dazu getrieben werden.

Wenn man – aus eigenem Wissen und eigenem Wollen – gerade nicht davon ausgeht, dass hinter jeder Beziehungsanbahnung eines Erwachsenen gegenüber einem anderen Erwachsenen in Wahrheit der Masterplan steckt, den anderen ausbeuten zu wollen, warum sollte es dann plausibel erscheinen, dass es der perfide Masterplan pädophiler Menschen bei der Beziehungsanbahnung zu einem Kind wäre, das Kind auszubeuten?

Wenn ein Pädophiler einem Kind Liebe, Zuwendung und Zeit schenkt, dann handelt es sich dabei nicht automatisch in Wirklichkeit um Verrat, Vertrauensbruch und Täuschung, nur weil sie von einem Pädophilen kommen.

Es gibt ein Sprichwort: „Wenn es aussieht wie eine Ente, schwimmt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, dann ist es wahrscheinlich eine Ente.“ Mithin: was aussieht wie Liebe, ist wahrscheinlich Liebe.

Eine toxische Beziehung ist eine die mehr Kraft kostet als Kraft gibt. Es gibt Zeichen, die darauf hindeuten können:

Menschen, die in solchen toxischen Beziehungen stecken, verändern sich häufig, denn waren sie zu Beginn der Partnerschaft noch fröhliche, offene und ausgeglichene Personen, sind sie nach einiger Zeit eher traurig, in sich gekehrt und nervlich angegriffen

Umgekehrt gilt: wenn ein Kind durch eine Beziehung aufblüht, ist es keine toxische Beziehung.

Es ist keineswegs ausgeschlossen, dass die Beziehung eines (vielleicht sogar wohlmeinenden) Pädophilen zu einem Kind für das Kind toxisch ist oder wird. Zunächst einmal gibt es (wie in jeder Bevölkerungsgruppe) auch unter Pädophilen Egoisten, Narzissten und Soziopathen, die ein erhöhtes Risiko für toxische Beziehungen aufweisen. Es gibt auch Menschen, die zu viele Probleme mit sich selbst haben, um ein guter Partner für einen anderen sein zu können. Menschen, die Schwächen oder Bedürfnisse haben, die der Jüngere meint, irgendwie auffangen zu müssen, obwohl er dazu gar nicht in der Lage sein kann. Es gibt Verwicklungen wie Eifersucht (auf Zeit, auf Freunde, …).

Sind toxische Beziehungen in Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern häufiger als in Beziehungen zwischen Erwachsenen?

Die Gesellschaft unterstellt, dass sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern für Kinder stets toxisch sind. Ich glaube dies nicht und halte die Existenz hinreichend guter Beziehungen aufgrund zahlreicher Fallbeispiele, von denen ich auch hier im Blog bereits berichtet habe, für gut belegt (z.B. hier, hier, hier und hier). Aber über die Häufigkeit in die eine oder andere Richtung kann ich nur spekulieren.

Meine Erwartungshaltung ist, dass toxische Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern ebenso häufig oder selten sind, wie sie es bei Beziehungen zwischen Erwachsenen sind. Der Grund für diese Annahme ist meine Vermutung, dass es sich um eine Charakterfrage handelt: wenn eine Beziehung toxisch wird, liegt das am Charakter eines der Partner und die Wahrscheinlichkeit, dass diese Person in der Folge auch weitere Beziehungen toxisch werden lässt, ist enorm hoch. Die Verteilung des Charakters korreliert nicht in erkennbarer Weise mit der Verteilung von sexuellen Neigungen.

Es wäre aber auch möglich, dass toxische Beziehungen häufiger vorkommen, wenn man annimmt, dass sie auf der Ausnutzung eines Machtungleichgewichts beruhen. Die relative Schwäche des Kindes gegenüber dem Erwachsenen gibt einem zu toxischem Verhalten neigenden Erwachsenen die Gelegenheit, die dazu führt, dass seine schlechten Eigenschaften zur Geltung kommen können. Dies scheint auch ein wichtiges Element der gesellschaftlichen Beurteilung zu sein. Aus Sicht von Lanning liegt der Hauptunterschied in der Diskrepanz zwischen der erwachsenen Autorität und der Verletzlichkeit des Kindes.

Allerdings scheint es mir möglich und auch nicht unwahrscheinlich, dass die Diskrepanz tatsächlich eher einen Schutzfaktor darstellen könnte. In Beziehungen zwischen volljährigen Partnern wird heute – fälschlicherweise – Symmetrie angenommen. Symmetrische Beziehungen existieren praktisch nicht. Stattdessen sind Beziehungen normalerweise wechselseitig asymmetrisch (Im Volksmund: „Die ergänzen sich aber gut!“). Die Annahme von Symmetrie kann Missbrauch erleichtern, weil man bei „Waffengleichheit“ vermeintlich keine Rücksicht nehmen muss.

In altersmäßig asymmetrischen Beziehungen trägt der ältere Partner aufgrund seiner intellektuellen und strukturellen Überlegenheit deutlich mehr Verantwortung als der jüngere Partner. Gerade weil der Erwachsene um seine Überlegenheit weiß, wird er sie nicht zum Nachteil des Jüngeren ausnutzen wollen. Jemandem, für den man romantische Gefühle hegt, will man normalerweise ohnehin auf keinen Fall weh tun oder schaden. Hinzu kommt, dass auch Pädophile, den Wunsch haben, ein guter Mensch zu sein. Mit dem Ausnutzen von Überlegenheit ist dieser Wunsch nicht kompatibel. Ein positives Selbstbild ist für die meisten Menschen sehr wichtig und gerade jemandem, der unter Generalverdacht steht, ein Monster zu sein, wird es besonders wichtig sein, mit seinem Handeln den Gegenbeweis anzutreten – und sei es nur für sich selbst.

Wenn Kenneth V. Lanning, der ehemalige FBI Verhaltens-Analytiker mit jahrzehntelanger Erfahrung und Spezialisierung auf Kindesmissbrauch, meint:

Manche Opfer sind einfach bereit, Sex gegen Aufmerksamkeit, Zuneigung und Geschenke einzutauschen und glauben nicht, dass sie Opfer sind. Der Sex selbst kann sogar genossen werden. Der Täter behandelt sie vielleicht besser, als sie sonst jemals von jemandem behandelt wurden.

dann schreibt er das nicht, weil er irgend etwas verharmlosen oder Verständnis für Pädophile wecken will.

Es geht ihm darum, Missbrauchstäter zu fassen. Da ein Teilsegment der Täter pädophil ist, will er sie verstehen, um sie besser fassen zu können. Jemand der diesen Wunsch hat, kann sich keine Wahrnehmungsverzerrungen erlauben, die dazu führen, dass er die Täter, die Opfer und die Tatumstände schlechter versteht, weil das dazu führen würde, dass weniger Täter erwischt werden.

Wir können uns deshalb sicher sein, dass Lanning nicht etwa spekuliert, sondern dass er in seinen Jahrzehnten Polizeierfahrung immer wieder auf genau solche Fälle gestoßen ist.

Aber was bedeutet es, wenn man eine Person verhaftet, überführt und verurteilt, weil sie Sex mit einem Kind hatte, wenn das Kind den Sex genossen hat und von dem Menschen, mit dem es den Sex hatte, besser behandelt wurde, als es jemals von jemand anderem? Wenn das Kind einen Menschen verliert, den es brauchte und der ihm gut getan hat und stattdessen ein gesellschaftlich angelegtes Trauma verpasst bekommt?

Löst man damit ein Verbrechen? Oder begeht man damit ein Verbrechen?

Liebe ist nicht erst ab einem gewissen Reinheitsgrad zulässig. Um eine Beziehung zu rechtfertigen, reicht es aus, wenn sie „hinreichend gut“ ist. Aber was heißt das in diesem Fall?

Auch wenn die Beziehung selbst nicht toxisch ist, muss es einem bewusst sein, dass die Umwelt für eine sexuell gefärbte Beziehung eines Erwachsenen mit einem Kind in der Regel toxisch ist. Ab einem gewissen Intimitätsniveau gibt es unvermeidlich die Problematik der Ächtung oder des zumindest unklaren Status der Freundschaft in der Gesellschaft.

Darf man es riskieren, einen geliebten Menschen jemandem auszuliefern, der ihm „hilft“, die Sprache dafür zu finden, wie schrecklich es war, geliebt worden zu sein?

Wir leben in einer Zeit, in der eine Ente keine Ente sein darf. Das darf man beklagen. Aber man darf es nicht ignorieren.

24 Kommentare zu „Was aussieht wie Liebe, ist wahrscheinlich Liebe

  1. Hervorragend! Ganz genau so ist es. Inzwischen gibt es, gerade bei Menschen, die mit Kindern zu tun haben, ein Denkverbot. Das jahrzehntelang postulierte Dogma des missbrauchten Kindes wird wie ein Mantra wieder und wieder vorgetragen.
    Die Prediger dieser Lehre sind dabei, diesen Glauben unveränderbar im Volksempfinden zu verankern. Dafür nutzen sie ein härteres Wording: Gewalt statt Missbrauch. Und Framen erfolgreich mit der Phrase „Mord an der Kinderseele“. Was jedes infrage stellen blasphemisch macht.
    Der so bereitete Acker trägt Früchte in Form verschärfter und neuer Gesetze. Ein sich selbst rechtfertigendes System, dass die Rechte von Kindern und Pädophilen missachtet.

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  2. Hervorragend! Sehr guter Diskussionsbeitrag. Inzwischen gibt es, gerade bei Menschen, die mit Kindern zu tun haben, ein Denkverbot. Das jahrzehntelang postulierte Dogma des missbrauchten Kindes wird wie ein Mantra wieder und wieder vorgetragen.
    Die Prediger dieser Lehre sind dabei, diesen Glauben unveränderbar im Volksempfinden zu verankern. Dafür nutzen sie ein härteres Wording: Gewalt statt Missbrauch. Und Framen erfolgreich mit der Phrase „Mord an der Kinderseele“. Was jedes infrage stellen blasphemisch macht.
    Der so bereitete Acker trägt Früchte in Form verschärfter und neuer Gesetze. Ein sich selbst rechtfertigendes System, dass die Rechte von Kindern und Pädophilen missachtet. Wir haben eine Verantwortung für Kinder. Schon deswegen müssen wir, mindestens im pädagogischen Bereich, über dieses Thema sprechen. In Zukunft steht zu befürchten, dass solche Artikel, ebenso wie dieser Kommentar, verboten werden.

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  3. Du könntest versuchen einen Abstract zu schreiben. Kapitel würde ich auch hilfreich finden. Wie kommt man bei einem langen Blogpost zum nächsten Beitrag ohne ewig auf der Seite runter gehen zu müssen?
    Planst du Texte auch als ISBN.Werk zu puplizieren? Iwan ist der Blog hier weg.

    „Es bleibt also der Sex. Die Vorstellung von Sex als Gift ist ein vergifteter Rest“
    Oder das wie Sex aufgefast wird, wenn man Sex hatte. Wenn Sex mehr Kraft kostet als er gibt, ist Sex toxisch. Wenn Sex einem dagegen mehr Kraft gibt, dann ist er hinreichend gut. Sexualität mit Kindern kostet aber viel zu viel Kraft für ein Kind. Ob es der eigentliche Akt oder das was danach kommt mit Polizei ist, kann man in beide Richtungen sehen. Es kann verwirrend sein und es kann traumatisch werden, bis „Seelenmord“.

    „zwischen volljährigen Partnern wird heute – fälschlicherweise – Symmetrie angenommen. “
    Bis die erwachsenen das verstehen werden, wird es noch dauern.

    „Child Molesters: A Behavioral Analysis – For Professionals Investigating the Sexual Exploitation of Children“
    Was du alles liest… Hast du Tiger Tiger gelesen? Warum das an Ende so umfällt verstehe ich nicht!!!

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    1. „Du könntest versuchen einen Abstract zu schreiben.“

      Im Grunde ja. Aber ich tue mich mit Kürzungen und Verkürzungen schwer. Trotzdem wäre ein Abstract sicher oft wünschenswert. Für diesen Artikel hat mir ein Leser einen Abstract per Mail zugeschickt:

      —————-
      Hauptaussage:
      Psychologen deuten positive Beziehungen von Kindern mit Erwachsenen zum Schaden des Kindes ins Negative um, insbesondere wenn die Beziehung eine intime Komponente hatte, und lösen damit ein vorher nicht manifestiertes aber gesellschaftlich angelegtes Trauma erst aus.
      —————-

      Gut so? Oder was würdest du als Abstract vorschlagen?

      „Kapitel würde ich auch hilfreich finden.“

      In längeren Artikel verwende ich häufiger auch mal Zwischenüberschriften. Im Grunde sind sie dann schon recht organisch im Text angelegt. Hier haben sie sich mir nicht aufgedrängt.

      Es hängt vielleicht auch mit dem Schreibstil zusammen. Wenn ich anfange weiß ich nicht unbedingt, wohin mich der Text führt. Ich fange also nicht mit Kapitel oder Überschriften an, sondern kann die Überschriften nur nachträglich im fertigen Text „finden“. Das ist manchmal leicht, manchmal schwierig und es kann Textanpassungen verlangen.

      „Wie kommt man bei einem langen Blogpost zum nächsten Beitrag ohne ewig auf der Seite runter gehen zu müssen?“

      Gar nicht. Da muss man wohl oder übel durch. Ich habe mich damals bewusst für dieses Design entschieden. Es wäre auch möglich gewesen, ein Design zu wählen, in dem immer nur die ersten 3 oder 5 Zeilen (so genau weiß ich es nicht mehr) zu sehen gewesen wären. An den Artikel selbst wäre man nur über „weiterlesen“ herangekommen. Das ist besser, um Klicks zu sammeln, ich fand es aber leserunfreundlicher als die Darstelleung des ganzen Artikels. Und mal konnte da auch keinen Abstract für die Hauptseite verfassen, jedenfalls nicht ohne höheren Aufwand unter Verwendung zusätzlicher statischer Seiten und manueller Verlinkung.

      Generell gibt es wenig Anpassungsmöglichkeiten, weil es mir wichtig ist, meine Anonymität zu wahren. Deshalb bin ich darauf angewiesen, das zu nutzen, was kostenlos zur Verfügung steht.

      „Planst du Texte auch als ISBN.Werk zu puplizieren? Iwan ist der Blog hier weg.“

      Vielleicht gibt es diese Möglichkeit ja irgendwann.

      Für den Moment mache ich regelmäßig Backups, damit die Inhalte nicht verloren gehen, wenn der Blog irgendwann ohne mein Zutun und ohne Vorwarnung abgeschaltet werden sollte. Falls ich den Blog irgendwann selbst schließe werde ich das Backup vorher zum download bereitstellen, damit sich jeder, der an den Texten als Ganzes Interesse hat, bedienen kann.

      „Oder das wie Sex aufgefast wird, wenn man Sex hatte. Wenn Sex mehr Kraft kostet als er gibt, ist Sex toxisch. Wenn Sex einem dagegen mehr Kraft gibt, dann ist er hinreichend gut. Sexualität mit Kindern kostet aber viel zu viel Kraft für ein Kind. Ob es der eigentliche Akt oder das was danach kommt mit Polizei ist, kann man in beide Richtungen sehen. Es kann verwirrend sein und es kann traumatisch werden, bis „Seelenmord“.“

      Ich wüsste jetzt eigentlich nicht, was dafür spricht, dass Sex an sich Kraft kosten könnte, jedenfalls nicht, solange es nicht irgendwelchen besonders ungewöhnlichen Sexualpraktiken sind.

      Da ich selbst homo-hebephil bin, denke ich als erstes an Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren. Bei den 10-jährgen wird es auch noch welche geben, die ganz unerfahren sind, aber ich denke, dass es schon schwierig sein dürfte, einen 14-jährigen Jungen zu finden, der nicht aus Eigenantrieb sexuell interessiert ist. Im Grunde quirlen einem in dem Alter die Hormone nur so aus den Ohren.

      Wenn man pädophil im eigentlichen Sinne ist und z.B. 6 bis 10-jährige Mädchen oder Jungen sexuell anziehend findet, stellt sich die Sichtweise auf die Dinge vermutlich anders da. Ich habe mal einen Artikel über „Kindliche Sexualität“ geschrieben, der vor allem eine Besprechung des gleichnamigen Exkurses im Buch „Herausforderung Pädophilie. Beratung, Selbsthilfe, Prävention“ von Claudia Schwarze und Dr. Gernot Hahn ist.

      Kindliche Sexualität

      Trotz der ständig wiederkehrenden Betonung, dass die (vorpubertäre) kindliche Sexualität mit der erwachsenen Sexualität nicht zu vergleichen ist, liefert die Darstellung vorpubertärer kindlicher Sexualität, dort keine zwingenden Argumente, dass ein sexueller Kontakt mit einem Erwachsenen für das Kind schädlich sein muss.

      Wesentlich scheint allerdings, dass dabei das Kind klar an erster Stelle stehen muss und der Erwachsene sich bezüglich irgendwelcher Wünsche, die über kindgerechte Sexualität hinausgehen; zurückhalten muss. Je jünger ein Kind noch ist, desto größer sind allerdings auch bei mir die Bedenken, dass ein Kind eben doch überfordert und geschädigt werden könnte.

      „Was du alles liest…“

      Auf Susan Clancy und Kenneth V. Lanning bin ich durch das Lesen von „Montebassos Blog“ gestoßen.
      https://montebasso.wordpress.com/susan-clancy-der-trauma-mythos/
      https://montebasso.wordpress.com/2020/05/17/am-schlimmsten-ist-es-wenn-die-kinder-lachen/
      https://montebasso.wordpress.com/2017/01/28/ein-fbi-mann-ueber-kinder-als-willige-opfer/
      https://montebasso.wordpress.com/kinder-als-willige-opfer-gibt-es-das/

      Der Blog ist wirklich empfehlenswert.

      „Hast du Tiger Tiger gelesen? Warum das an Ende so umfällt verstehe ich nicht!!!“

      Ich habe mir das Buch zugelegt, es aber noch nicht gelesen. Ich denke es wird auch noch eine Weile dauern, bis ich dazu komme.

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  4. Ohne rabulistisches Verklausulieren auf den Punkt gebracht:
    Liebe nennt man wechselseitige Verliebtheit. Sie wird in den daran erkrankten Personen durch das wechselseitige, unbestimmte Gefühl (bzw. Glauben) ausgelöst, dass der jeweils andere in den jeweils anderen verliebt sei. Der Glaube, dass es so sei wie geglaubt, lässt durch psychische Rückkopplung die Erkrankung in beiden an Intensität zunehmen,
    Zweifel daran in nur einem der beiden kann jedoch diese Krankheit in Hass verwandeln.
    Mit Sexualität, wie auch immer sie sich ausdrücken mag, und dem Alter der daran glaubenden hat diese Krankheit per se gar nichts zu tun, Wechselseitiges Bedürfnis nach gemeinsamem Sex und dessen Befriedigung kann jedoch diesen Glauben (oder Zweifel) zur Gewissheit werden lassen:
    „Der Geschlechtsverkehr bei Menschen ist ein verläßliches Zeichen für die Qualität der Beziehung zwischen den Teilnehmern. Zwischen liebenden und einander zugewandten Partnern ist er Ausdruck von Liebe und Zuwendung. Ein liebloser Partner kann seine Lieblosigkeit nur schwer verbergen — und das kann den anderen Partner dazu bringen, ihn zu verlassen. Der Geschlechtsakt kann, wie die Vergewaltigung, die Hilflosigkeit und Machtlosigkeit des anderen vorführen. Wir überlassen es Schriftstellern und Dichtern, die Höhen und Tiefen des menschlichen Liebesakts mit allen seinen Schattierungen zu beschreiben. Uns geht es hier um die allgemeine Aussage, dass es genau die Nähe und die Aufdringlichkeit des Akts ist, die es ihm ermöglichen, genaue und verlässliche Information über das Wesen seiner Teilnehmer und ihre Beziehung zueinander zu vermitteln.“ meinen Amotz und Avishag Zahav.

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    1. Das ist ein anderer, wichtiger Aspekt.

      Liebe mag im Idealfall erwidert und gleichzeitig sein, muss es aber nicht. Es gibt sicherlich einen Synchronisations-Prozess, bzw. einen Rückkopplungsprozess, bei dem der eine durch seine Liebe, Zuwendung, Aufmerksamkeit die Liebe des anderen gewinnen kann (oder ihn vergraulen kann). Aber der Verliebtheit des einen kann statt Verliebtheit auch lediglich Zugewandtheit gegenüber stehen. Der eine kann romantische Gefühle haben, der andere nur den Sex schön finden. Normalerweise müssen die beiden sich nur einig sein und es ist „gut genug“.

      Ob es gut genug bleibt ist dann noch einmal eine andere Frage.

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      1. „Liebe mag im Idealfall erwidert und gleichzeitig sein, muss es aber nicht.“ Das ist lediglich eine Frage der Definition des Begriffs „Liebe“, Wenn dieser Zustand kein wechselseitiges, sondern ein einseitiges Gefühl ist, reicht die Bezeichnung „Verliebtheit“ völlig aus, um diesen Seelenzustand, von dem der Adressat dieses Gefühls nicht mal die geringste Spur einer Ahnung haben muss, ja sogar davon angewidert sein kann, eindeutig zu kennzeichnen.
        „Der eine kann romantische Gefühle haben, der andere nur den Sex schön finden.“ Das Bedürfnis nach Sex hat mit Liebe (allgemeiner: Bedürfnis nach Affiliation) nun ganz und gar nichts zu tun. Man kann durchaus mit jemandem lustvollen Sex zelebrieren (z,B mit einem Masturbator oder Dildo^^), ohne in ihn verliebt zu sein oder dass er in mich verliebt sein müsse. Was aber hat das nun mit Liebe zu tun?

        Ich liebe meinen „Satisfyer mit Vibrator- und Wärmefunktion“ bzw. meinen „Dildo mit Stoßfunktion“?

        Liebt er denn auch mich? Wenn nicht, dann bin ich lediglich in seine und vor allem meine Fähigkeiten mir einen von „der Palme zu locken“ verliebt.

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      2. „Wenn dieser Zustand kein wechselseitiges, sondern ein einseitiges Gefühl ist, reicht die Bezeichnung „Verliebtheit“ völlig aus, um diesen Seelenzustand, von dem der Adressat dieses Gefühls nicht mal die geringste Spur einer Ahnung haben muss, ja sogar davon angewidert sein kann, eindeutig zu kennzeichnen.“

        Aha. Dann ist eine Mutter in ihr Baby verliebt, liebt es aber nicht, weil das Baby als Adressat der Liebe mal die geringste Spur einer Ahnung davon haben muss, wer da warum seine Bedürfnisse befriedigt?

        Ich meine, man muss nicht alles in eine bestimmte Schublade quetschen. Wenn es überhaupt versucht, sollte man wenigstens nicht nur das eigene Schubladen-System gelten lassen.

        „Liebt er denn auch mich? Wenn nicht, dann bin ich lediglich in seine und vor allem meine Fähigkeiten mir einen von „der Palme zu locken“ verliebt.“

        Es kann durchaus viel weiter gehen. Der Besitzer einer Puppe kann z.B. eine starke emotionale Bindung zu seiner Puppe aufbauen, auch wenn die Puppe faktisch ein Gegenstand bleibt und ihn nicht zurück-lieben kann. Es ist in dem Fall aber trotzdem verfehlt, die Bedeutung der Puppe lediglich auf die zuverlässige Verschaffung eines Orgasmus zu reduzieren.

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      3. Ist ja eigentlich am Thema vorbei. Es drängt sich aber auf:

        „Zweifel daran in nur einem der beiden kann jedoch diese Krankheit in Hass verwandeln.“ Kann. Ist nur eher selten der Fall. Wahrscheinlicher ist es, dass alles getan wird, die Zuneigung doch noch zu gewinnen. Hass ist eher ein Element, wenn eine bestehende Liebesbeziehung einseitig beendet wird.

        „Der Geschlechtsverkehr bei Menschen ist ein verlässliches Zeichen für die Qualität der Beziehung zwischen den Teilnehmern.“ Diese Überhöhung des Sexuellen, bei gleichzeitig weit verbreiterter Sprachlosigkeit, ist eines der Probleme in Partnerschaften. Guter Sex sagt nichts über sonstige Qualitäten einer Beziehung aus. Schlechter auch nicht. Die Überhöhung findet sich im Ausdruck der Treue wieder. Oft unausgesprochen als Anspruch und nur sehr selten klar definiert. Aber immer bezogen auf Sex. Wir lernen als Kinder und Jugendliche gerade nicht, die eigene Sexualität zu erkunden. Geschweige denn, mit der des anderen respektvoll umzugehen. Es gibt keine Erziehung für Beziehung. Statt dessen werden uns auf allen medialen Kanälen romantische, erfüllende und symbiotische Beziehungen gezeigt. Ein unerreichbares Ideal, an dem Beziehungen regelmäßig scheitern.

        Und selbstverständlich können Sexualität und Liebe vollkommen getrennt voneinander existieren. Tiefe, innige Beziehungen ohne Sexualität. Extrem befriedigende Sexualität, ohne den oder die Partner zu lieben. In der heutigen Gesellschaft gibt es keine ernstzunehmende Bewegung, die das vorherrschende Partnerschaftsmodell infrage stellt. Das wäre aber dringend nötig. Dann könnten sich Menschen das zu ihnen passende Modell wählen. Was voraussetzen würde, sich mit seinen Wünschen und Ängsten zu beschäftigen. Wie der Beitrag nur zu deutlich zeigt: Es gibt noch viel zu lernen. Wann fangen wir an?

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  5. Ob einer das, was eben dieser eine von dem Geschehen/der Wechselwirkung zwischen zwei Menschen in der Außenwelt wahrnimmt, von ihm als „Liebe“ bezeichnet wird oder nicht, ist pure Willkür. Ob andere das gleiche Geschehen/Wechselwirkung zwischen zwei Menschen in der Außenwelt als „Liebe“ bezeichnen, ist hinwiederum deren Willkür unterworfen.

    Es sei denn, es gäbe eine von einer Gemeinschaft autorisierte Behörde, die die Bedeutung/symbolische Beschreibung des Begriffs „Liebe“ für alle Angehörige dieser Gemeinschaft verbindlich standardisiert.

    Solange letzteres nicht geschehen ist, ist Liebe für diesen einen genau das und nur das, was dieser eine glaubt, was Liebe sei.^^

    meint ecci

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    1. „Ob einer das, was eben dieser eine von dem Geschehen/der Wechselwirkung zwischen zwei Menschen in der Außenwelt wahrnimmt, von ihm als „Liebe“ bezeichnet wird oder nicht, ist pure Willkür. Ob andere das gleiche Geschehen/Wechselwirkung zwischen zwei Menschen in der Außenwelt als „Liebe“ bezeichnen, ist hinwiederum deren Willkür unterworfen.“

      Nein, es ist nicht „pure“ Willkür. Es ist subjektiv, aber es gibt durchaus ein Gefühl das als allgemein als Liebe erkannt wird und ein Verhaltensmuster anderer, das als Ausdruck von Liebe erkannt wird. Normalerweise erkennt man einen Baum, wenn man ihn sieht, auch wenn Bäume ganz unterschiedlich aussehen können. Es gibt bestimmte Konventionen, wann etwas ein Baum ist. Es gibt Unschärfen. Es gibt Pflanzen, die die einen als Baum, die anderen als Strauch ansehen würden. Ebenso kann man eine Bambuspflanze aufgrund ihrer beeindruckenden Größe und einer scheinbar baumartigen Wuchsform für einen Baum halten, auch wenn es sich in Wirklichkeit um ein Gras handelt. Aber das macht die Einstufung „Baum“ nicht zu einem Akt der Willkür.

      Es bedarf keiner „verbindlichen Standardisierung“, damit etwas hinreichend zuverlässig erkannt wird und entsprechend benannt werden kann.

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  6. Es gibt noch viele Begriffe unserer Sprache zu standardisieren. Wann fangen wir an?^^
    Guter Sex sagt nichts über sonstige Qualitäten einer Beziehung aus?
    Aber das Verhalten beim Sex dem Partner gegenüber, sagt sehr wohl auch etwas, wenn auch nicht komplett alles, über die emotionale Bedeutung dieser Beziehung für beide aus, genauso wie das Verhalten bei anderen Wechselwirkungen zwischen den Beiden für die Beiden als Qualität/emotionale Bedeutung. dieser Beziehung – für sie und nur für sie – wahrgenommen werden wird – woran denn sonst sollten sie das festmachen können?

    Eine Vergewaltigung kann sehr wohl vom Vergewaltiger als „extrem befriedigende Sexualität“ wahrgenommen werden, vom Partner aber als das Gegenteil.

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  7. „Guter Sex sagt nichts über sonstige Qualitäten einer Beziehung aus?“ Stimmt. Guter Sex sagt nichts über die sonstige Beziehung aus.

    .“[…] woran denn sonst sollten sie das festmachen können?“ Da gibt es nun wirklich ausreichend Punkte, an denen die Qualität von Beziehungen festgemacht wird. Wie unsinnig oder verbreitet diese auch sind. In allen Beziehungen. Ob freundschaftlich, beruflich oder welcher Art auch immer. Das Bedürfnis, eine partnerschaftliche Beziehung in einem (unserem) Wertesystem zu verorten, entspricht unserem Wunsch nach Sicherheit. Die es in menschlichen Beziehungen schlichtweg nicht gibt.

    „Eine Vergewaltigung kann sehr wohl vom Vergewaltiger als „extrem befriedigende Sexualität“ wahrgenommen werden, vom Partner aber als das Gegenteil.“ Stimmt so nicht ganz. Obwohl die Situation von den Beteiligten häufig als sexuell wahrgenommen wird, handelt es sich doch um reine Machtausübung. Das sich Dominanz sexuell ausdrückt ändert eben nichts daran, das es nicht um Sex geht sondern um Macht und Unterwerfung.

    Nur, um es nochmal zu erwähnen: Es gibt viel mehr Möglichkeiten, ein glückliches, erfülltes Leben zu führen als die verbreitete monogame Paarbeziehung in der ein Partner alle Lebensbereiche erfüllen soll.

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  8. Sehr guter Artikel, vielen Dank fürs Schreiben.
    Für Menschen aus dem, ich nenne es mal aus dem „herkömmlichen Therapeuten-Umfeld“, unterliegen wir hier vermutlich nur einer gewaltigen kognitiven Dissonanz, u.a. deshalb weil wir die Dinge angeblich einfach nur so darstellen möchten wie wir sie selber gerne hätten. Und ein typischer „Pädo-Hasser“ wird sicher auch nicht anfangen mal darüber nachzudenken, selbst wenn er das alles lesen würde.
    Aber was ist mit den „ganz normalen“ Menschen? Ich wüsste zu gerne, was jemand, der sich vorher noch nicht wirklich mit dem Themenfeld Pädophilie beschäftigt hat, nach der Lektüre eines solchen Artikels denkt.

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  9. Warum soll es normal und unbedenklich sein, wenn ein 12-jähriger masturbiert und zumindest geduldet bzw. ignoriert, wenn zwei Zwölfjährige Oralverkehr haben.

    1. Weil sie in die Pubertät sind

    2. Seit 1. Juli 2021 ist dies (zum Glück) erlaubt. Täter ist jeder über 14. Wenn einer über 14 ist, ist aber die Rechtssicherheit in Gefahr. Die Richter haben die Möglichkeit den über 14 jährigen Täter eine strafe zu erhängen (Warum soll man bestrafen wenn alle beteiligten in die Pubertät sind?) Sie haben auch die Möglichkeit den Täter zu Freisprechen (Gott sei Dank).

    3. Um die Rechtssicherheit zu schützen, soll man eine Altersklausel einführen. z.B 3 Jahr Altersunterschied ab 12 Jahren. Alle Beteiligten müssen in die Pubertät sein. Wie sieht ihr diesen Vorschlag?

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  10. Und noch mal, die „Experten“ sprechen über kinder aber ein Kind ist Jemand der noch nicht die Pubertät erreicht hat

    (Es soll immer wieder gesagt werden bis die ein unterschied bemerkt haben und auch umsetzen)

    Jetzt mal zurück zum Jens und Gerhard.

    Man muss sich fragen warum ist Jens in Behandlung wenn er doch positiv zurückblickt auf die Beziehung als 13 jähriger.

    Es ist auffällig wenn man in eine behandlung geht nach einer beziehung

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    1. „Man muss sich fragen warum ist Jens in Behandlung wenn er doch positiv zurückblickt auf die Beziehung als 13 jähriger. Es ist auffällig wenn man in eine behandlung geht nach einer beziehung“

      Das kann man sich durchaus fragen, aber es wäre nur Spekulation, denn weitere Informationen liegen nicht vor.

      Wer darüber spekuliert, hält vermutlich das für wahrscheinlich, was in sein jeweiliges Weltbild passt. Die Tatsache der Frage impliziert auch die Unterstellung von Kausalzusammenhängen, die es so gar nicht geben muss.

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      1. Ich wundere mich über die Frage. Ich wäre nicht mal bereit hier preiszugeben in welchem Land oder auf welchem Kontinent ich wohne. Nur weil man auf Deutsch schreibt, muss man noch lange nicht in Deutschland leben.

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  11. Schneeschnuppe sagt:

    „ Falls ich den Blog irgendwann selbst schließe werde ich das Backup vorher zum download bereitstellen, damit sich jeder, der an den Texten als Ganzes Interesse hat, bedienen kann.“

    Was sind die Gründe, dass du den Blog von dich aus schließen würdest?

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    1. Ich habe im Oktober keinen einzigen Artikel geschrieben, auch bisher im November noch nicht. In der Anfangszeit des Blogs (Juni bis September 2019) war es fast ein Artikel pro Tag.

      Teils hatte ich für den Blog zuletzt einfach keine Zeit. Ich habe aber auch gemerkt, dass er mir nicht so fehlt und es hat sich mir kein Thema aufgedrängt. Es gab zwar durchaus einiges über das man hätte berichten können, aber mein inneres Bedürfnis es zu tun, war nicht groß genug. Ich habe mich im wesentlichen ausgeschrieben, die seelischen Druckstellen entlastet und mitgeteilt, was ich meinte sagen zu müssen.

      Für mich deutet vieles darauf hin, dass der Blog tendenziell wohl ausläuft. Ich denke zwar schon noch, das es einige weitere Blogbeiträge geben wird, aber wann und wie viele weiß ich nicht.

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