Wenn der Ekel Gesetze macht, wird es eklig

In der Gesetzesbegründung zum Puppenverbot heißt es

Von der neuen Regelung soll auch ein Signal für die Gesellschaft ausgehen, dass Kinder – seien sie auch nur körperlich nachgebildet – nicht zum Objekt sexueller Handlungsweisen gemacht werden dürfen.

Regierungsentwurf

In den Debatten über das Puppenverbot im Landtag von Nordrhein-Westfalen und im Deutschen Bundestag wurde deutlich, dass hierbei vor allem um den eigenen Ekel geht:

  • Angela Erwin (CDU): „Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass diese Kindersexpuppen etwas total Widerwärtiges sind. Wir müssen handeln, und ein Verbot ist sinnvoll, um das einzudämmen.“
  • Verena Schäffer (GRÜNE): „Deshalb verstehe ich auch, liebe Kolleginnen und Kollegen von CDU und FDP, Ihre Ablehnung und Ihren Ekel angesichts dieser Kindersexpuppen. Ich stimme Ihnen absolut zu: Auch ich finde diese Kindersexpuppen absolut widerwärtig.“
  • Iris Dworeck-Danielowski (AfD): „Es wird damit geworben, dass Kinder lebensecht und weich nachgestellt werden, die Puppen seien ca. 104cm groß. Das ist übrigens die Kleidergröße, die meine fünfjährige Tochter kürzlich noch getragen hat. Ich muss sagen, dass ich das dermaßen widerlich finde. Ich will das einfach nicht. Als Mutter will ich nicht, dass erlaubt ist, dass man sich an diesen Puppen, die Kindern nach-gestellt sind, befriedigt, völlig unabhängig davon, ob anschließend jemand einen sexuellen Missbrauch ausübt oder nicht. Es gibt Grenzen, und diese Grenze ist da eindeutig erreicht.“
  • Peter Biesenbach (CDU, NRW Justizminister): „Zum anderen müssen wir den Handel mit sogenannten Kindersexpuppen beenden. Diese widerlichen Sexspielzeuge sehen aus wie Kinder und Jugendliche und sind auch so groß wie sie.“
  • Sonja Bongers(SPD): „Es kann nicht sein, dass potenzielle Täter ungehindert den Missbrauch von Kindern einüben und gedanklich bagatellisieren.“
  • Christina Schulze Föcking (CDU): „Als ich das erste Mal durch einen Polizisten auf solche Sexpuppen hingewiesen wurde, wurde mir, offen gestanden, übel. Ich war fassungslos und konnte nicht glauben, dass tatsächlich Sexpuppen im Kinderformat hergestellt und öffentlich angeboten werden dürfen.“
  • Dr. Jan-Marco Luczak (CDU): „Ich will zum Schluss noch etwas zum Thema Kindersexpuppen sagen, weil hier der Kollege Martens von der FDP gesagt hat, es gebe dafür keine Evidenz. Nun mag das sein; es gibt unterschiedliche Tätertypen. Aber ich will Ihnen mal sagen: Wenn man bei Amazon Kindersexpuppen bestellen kann, diese nach den eigenen Vorlieben designen kann, indem man sich die Größe, das Alter, die Art und Weise der Körperöffnungen genau aus-suchen kann, dann finde ich das unerträglich. Das finde ich unerträglich!“
  • Nadine Schön (CDU): “Wir verbieten Kindersexpuppen; dazu ist ja einiges gesagt worden. Der Besitz einer Kindersexpuppe hat einen eigenen Unrechtsgehalt; das hat Jan-Marco Luczak wirklich gut auf den Punkt gebracht.“

Der „eigene Unrechtsgehalt“ des Besitzes einer Kindersexpuppe erschöpft sich darin, dass der Gedanke daran für Menschen wie die Bundestagsabgeordneten Dr. Jan-Marco Luczak und Nadine Schön unerträglich ist.

Soll das wirklich reichen?

Ich bin homohebephil und finde Jungen im Alter von etwa 10 bis 14 Jahren anziehend. Ich habe mir meine Neigung nicht ausgesucht und bin in der Ausübung von Sexualität sehr eingeschränkt. Ich halte mich an seit mehreren Jahrzehnten an diese Einschränkungen.

Ich brauche auch keine Behandlung bei „Kein Täter werden“ oder dergleichen. Ich bin bereits kein Täter und muss nicht erst „kein Täter“ werden. Ein heterosexueller Mann muss auch nicht erst zu „Kein Vergewaltiger werden“, um mühsam zu lernen, bloß keine Frau zu vergewaltigen.

Ich finde es abartig, wie schlecht Pädophile im Allgemeinen behandelt werden. Straflos masturbieren darf ich noch. Das ist es aber auch schon so ziemlich. Ab 01. Juli wird nun sogar der Besitz von Sexpuppen mit kindlichem Erscheinungsbild verboten sein. Es drohen Freiheitsstrafen: von bis zu 3 Jahren für den Besitz.

Auf den Seiten der Berliner Senatsverwaltung findet man diese Sätze:

In Deutschland ist sexuelle Selbstbestimmung ein individuelles Rechtsgut, das jeder Bürgerin und jedem Bürger garantiert, über seine Sexualität frei zu bestimmen. Bedrohungen der und Eingriffe in die sexuelle Selbstbestimmung stellen Straftaten dar. Gesetze stecken einen staatlichen Handlungsrahmen ab.

Seite „Sexuelle Selbstbestimmung“ der Abteilung Frauen und Gleichstellung
der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung-

Ich fühle mich dadurch verhöhnt. Jeder Bürgerin und jedem Bürger?

Pädophilen wird ihr sexuelle Selbstbestimmung nicht einmal dann gelassen, wenn sie in ihren eigenen vier Wänden Selbstbefriedigung mit einem Gegenstand betreiben.

Mal ein Zitat:

Wenn wir nicht an freie Meinungsäußerung für Menschen glauben, die wir verachten, glauben wir überhaupt nicht daran.

Noam Chomsky

Und meine Abwandlung dazu:

Wenn wir nicht an sexuelle Selbstbestimmung für Menschen glauben, die wir verachten, glauben wir überhaupt nicht daran.

Schneeschnuppe

Wer als Streiter für die sexuelle Selbstbestimmung auftritt, macht es sei zu einfach, wenn er dieses Recht nur für diejenigen einfordert, deren Anspruch darauf ohnehin keiner Verteidigung bedarf.

Wer sexuelle Selbstbestimmung und Toleranz als allgemeine Prinzipien einfordert, weil er selbst mit seinem Lebensentwurf darauf angewiesen ist, sich aber nicht zuständig fühlt, wenn die sexuelle Selbstbestimmung einer allgemein verachteten Minderheit angegriffen wird, droht als Heuchler wahrgenommen zu werden.

Vielleicht hat er aber auch nur Angst, sich mit Aussätzigen abzugeben und dann am selben Baum aufgehängt zu werden. Mutig ist nur, wer bereit ist, ein Risiko einzugehen. Sich für die Rechte von Pädophilen einzusetzen erfordert Mut.

Heuchler verachte ich. Für jemanden, dem es an Mut fehlt, kann ich Verständnis haben, Ich ziehe es vor zu glauben, dass die Menschen, die sich sonst für Toleranz und sexuelle Selbstbestimmung einsetzen, keine Heuchler sind, sondern, dass es Ihnen am Mut fehlt.

Durch das Puppenverbot wird Menschen, die ihre Sexualität nicht mit einem für sie attraktiven Partner ausleben dürfen, die Möglichkeit zur Ersatzbefriedigung weggenommen und unter Strafe gestielt. Das ist Unrecht und muss als Unrecht benannt werden.

Deckmantel des Unrechts ist der Kinderschutz. Aber wie soll es irgendeinem Kind nutzen, wenn es künftig noch mehr sexuell unbefriedigte, unglückliche, einsame, stigmatisierte, kriminalisierte und in die Ecke gedrängte Pädophile gibt?

Es reicht nicht aus, wenn nur Pädophile und Hebephile das Unrecht als Unrecht benennen. Auch Menschen, die mit dem Thema Pädophilie nichts zu tun haben, sich aber für Menschenrechte und Bürgerrechte einsetzen oder sich in der LGBTI+ Community einsetzen, müssen endlich die Zähne auseinander bekommen und Farbe für sexuelle Selbstbestimmung und Toleranz bekennen!

5 Kommentare zu „Wenn der Ekel Gesetze macht, wird es eklig

  1. „Sie kommt gerade frisch aus der Form. Ihre Name: 158. Wegen ihrer Größe von einem meter achtundfünfzig. (…) 158 ist eine Silikonpuppe. Die ihre Existenz dem Frauenmangel in China verdankt. (…) In China gibt es im Verhältnis zu den Frauen viel zu viele Männer. Aufgrund dieser Tatsache machen wir gute Geschäfte. Es gibt immer mehr männliche Singles, die keine Frauen finden und verzweifeln. Deshalb stellen wir lebensgroße Puppen her. Diese Männer sind bereit Geld dafür auszugeben, denn DIE ALTERNATIVE WÄRE IHR LEBEN LANG GANZ ALLEIN ALLEIN ZU BLEIBEN! Die Statistik gibt dem Geschäftsmann recht. (…) Die Silikongesichter dieser Puppen sind Ausdruck einer Krise, die die Stabilität des Landes gefährdet!“

    158 cm entspricht in Europa einem ca.13 Jahre alten Kind.

    Klicke, um auf 121106_Kinder_Entwicklung_Groessentabelle_Maedchen_5-19_Jahre_druck.pdf zuzugreifen

    Gefällt mir

  2. Vielleicht sind die Chinesen einfach nicht so hysterisch wie wir. Oder: 1,58 m die Normalgröße einer zierlichen, erwachsenen asiatischen Frau.

    Kann man sich das Video bei YouTube auch ohne Konto anschauen?

    Gefällt mir

  3. Ja, das ist die Folge einer Politik, die mit Staatsgewalt der Natur Grenzen setzen will gegen alle Eigenschaften, die unabänderlich in der Natur bestehen und auch von Menschen nicht ohne absehbare Fogen für diesen selbst abgeändert werden können. Wenn solche Bestimmungen an sich auch zu gegebener Zeit der Menschheit helfen, so sind sie doch selbst ein Eingriff in die unabänderlichen Regeln der Natur und somit folgenschwer für die Menschheit.
    Dasselbe gilt für den Versuch, einer Menschengruppe (den Pädophilen) zu verbieten, sich nach ihren Möglichkeiten ein menschengerechtes Leben zu ermöglichen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s