Das Sonderopfer

Ich lese gerne und regelmäßig auf Wikipedia. Ich finde dort immer wieder interessante Artikel, bei denen man etwas dazulernen kann oder die einen auf neue Gedanken bringen.

Ein Artikel, über den ich dort vor einiger Zeit gestolpert bin, beschäftigt sich mit der Sonderopfertheorie. Das ist trockener Justizkram. Im Grunde geht es um die Herleitung einer Entschädigung für Enteignungen, also nicht einmal um das „ob“ oder „wie hoc“h, sondern nur um die theoretischen Herleitung des Anspruchs. Im Grunde ein theoretisches Problem mit ziemlich geringer praktischer Relevanz.

Aus dem Wikipedia-Artikel:

Die Sonderopfertheorie ist ein vom Großen Senat des Bundesgerichtshofs im Jahr 1952 eingeführter dogmatischer Grundsatz zur Entschädigungsrechtsprechung. Sie steht bis heute im Spannungsfeld zivil- und verfassungsrechtlicher Diskussionen.

Der Bundesgerichtshof löste mit der Sonderopfertheorie die Argumentation der Jurisdiktion des Reichsgerichts ab, die seit den 1900er-Jahren Entschädigungsleistungen selbst dann zugebilligt hatte, wenn Eingriffe der öffentlichen Hand außerhalb der gesetzlich geregelten Fälle einer Enteignung lagen, beim Betroffenen aber zu unbilligen Härten geführt hatten.

Zwar vertrat der Bundesgerichtshof die gleiche Rechtsauffassung zur Entschädigungspflicht, vollzog aber einen Paradigmenwechsel zur Frage der rechtlichen Herleitung. Das Reichsgericht hatte als Anspruchsgrundlage für Entschädigungsleistungen den gewohnheitsrechtlichen Aufopferungsanspruch herangezogen und seine Entscheidungen auf die §§ 74, 75 der Einleitung zum Preußischen Allgemeinen Landrecht (PrALR) gestützt.

Der Bundesgerichtshof verlagerte die Argumentation zur Herleitung der Anspruchsbegründung. Zwar bezog er die landrechtlichen Normen in seine Überlegungen ein, stützte sich im Kern aber auf gleichheitsgrundsätzliche Kriterien, deren Verletzung er für das wesentliche Merkmal einer Enteignung hielt. Die Zubilligung von Entschädigungsleistungen formulierte er über die Wesensmerkmale der dabei geschaffenen Sonderopfertheorie. (…)

Den der Sonderopfertheorie zugrundeliegenden Enteignungsbegriff formulierte der Bundesgerichtshof folgendermaßen:

„Bei der Enteignung handle es sich nicht um eine allgemeine und gleichwirkende, mit dem Wesen des betroffenen Rechts vereinbare inhaltliche Bestimmung und Begrenzung des Eigentumsrechts, sondern um einen gesetzlich zulässigen zwangsweisen staatlichen Eingriff in das Eigentum, sei es in der Gestalt der Entziehung oder der Belastung, der die Betroffenen einzelnen oder Gruppen im Vergleich zu anderen ungleich und besonders treffe und sie zu einem besonderen, den übrigen nicht zugemuteten Opfer für die Allgemeinheit zwinge, und zwar zu einem Opfer, das gerade nicht den Inhalt und die Grenzen der betroffenen Rechtsgattung allgemein und einheitlich festlege, sondern das aus dem Kreise der Rechtsträger einzelne oder Gruppen von ihnen unter Verletzung des Gleichheitssatzes besonders treffe. Der Verstoß gegen den Gleichheitssatz kennzeichne die Enteignung. (…)“ – BGHZ 6, 270 (278/9), 1952

Es geht also um den Gleichheitsgedanken, Grundrechte und Enteignung.

Nehmen wir nun den § 176 StGB – Sexueller Missbrauch von Kindern, ein Gesetz, das jede sexuelle Handlung mit Personen unter 14 Jahren unter Strafe stellt. Auf den Willen der anderen Person kommt es dabei nicht an.

Viele Pädophile und Hebephile halten das Gesetz für überflüssig. Sexuelle Übergriffe (sexuelle Handlungen gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person – siehe § 177 StGB) stehen ohnehin unter Strafe, egal wie alt die andere Person ist.

Zusätzlich schützt § 182 StGB, Absatz 1 Personen unter 18 vor der Ausnutzung einer Zwangslage. Absatz 2 schützt Personen unter 18 vor sexuellen Handlungen gegen Entgelt. Absatz 3 schützt Personen unter 16 Jahren davor, dass jemand „die ihr gegenüber fehlende Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung ausnutzt“.

§ 174 StGB schützt Personen unter 16 Jahren vor sexuellen Handlungen mit Personen, denen sie zur Erziehung, zur Ausbildung oder zur Betreuung in der Lebensführung anvertraut sind. In der Realität muss nicht jedes verbotene Lehrer-Schüler Verhältnis zwingend tatsächlich missbräuchlich sein, weshalb es Sinn macht, dass es hier zumindest eine Regelung gibt, nach der das Gericht „von einer Bestrafung nach dieser Vorschrift absehen (kann), wenn das Unrecht der Tat gering ist.“

Da Kinder Personen unter 18 bzw. unter 16 Jahren sind, sind sie vor sexuellen Handlungen unter dem Vorzeichen von fehlendem Einverständnis, Zwangslagen, Sex gegen Vermögensvorteile, fehlender Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung und in einem Schutzbefohlenen-Verhältnis (z.B. Lehrer, Ausbilder) ohnehin geschützt.

Wenn man die ohnehin nach anderen Gesetzen strafbaren Konstellationen abzieht, bleibt der eigentliche Regelungskern eines Gesetzes übrig.

Bei der „Schutzlücke“, die durch das Generalverbot des § 176 geschlossen wird, handelt es sich um willentlich einvernehmliche Sexualkontakte mit Personen unter 14 Jahren jenseits von Verhältnissen, die unter dem Verdacht des Missbrauchs bzw. der Begünstigung von Missbrauch stehen.

Vor willentlich einvernehmlichen Sexualkontakten muss aber eigentlich niemand geschützt werden.

Es gibt verschiedene Weisen, wie man die Gesetzgebung interpretieren kann, z.B.

  • als Ausdruck der Realitätsleugnung (es wird so getan als gäbe es keine Möglichkeit willentlich einvernehmlicher Sexualkontakte zwischen Personen unter 14 Jahren und Personen über 14 Jahren).
  • als Ausdruck von Sexualfeindlichkeit (es wird so getan als wäre Sex schlecht, verwerflich oder schädlich)
  • als Beweiserleichterung für eine unterstellte fehlende Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung

Potentiell sinnvoll ist aus meiner Sicht allenfalls letzteres. Hierfür würde eine widerlegbare Vermutung anstelle einer unwiderlegbaren juristischen Fiktion aber ausreichen.

Offiziell dient das Gesetz dem Schutz der ungestörten (sexuellen) Entwicklung des jungen Menschen. Aus dem „Schriftlichen Bericht des Sonderausschusses für die Strafrechtsreform“ vom 14.06.1972:

Die teilweise vertretene Auffassung, bei gewaltlosen Handlungen sei ein auf Gründe des Jugendschutzes gestütztes Strafbedürfnis nicht anzuerkennen, wurde im Ausschuß nicht geteilt. Der Umstand, daß in den meisten Fällen keine anhaltenden schädlichen Wirkungen nachgewiesen werden konnten, rechtfertigt eine Einschränkung der Vorschrift nicht. Angesichts der hohen Bedeutung des Schutzobjektes, nämlich der ungestörten Entwicklung des jungen Menschen, muß im Gegenteil die Ungewißheit über die Schädlichkeit sexueller Übergriffe dazu führen, an einem umfassenden Jugendschutz festzuhalten (so die Begründung des Regierungsentwurfs S. 10; vgl. auch Hanack a. a. O. Rz 146 bis 148), zumal von den Personen, die zu dem Kind in Beziehung treten, nichts Unzumutbares verlangt wird.

Es handelt sich um ein abstraktes Gefährdungsdelikt. Man geht davon aus, dass die Handlung Gefährungspotential hat und verbietet sie deshalb. Das ist im Prinzip legitim. Ein Beispiel für ein anderes entsprechendes Verbot ist § 316 StGB (Trunkenheit im Verkehr). Die Gefahr, die von der Trunkenheit im Verkehr ausgeht, muss nicht tatsächlich zu einem Unfall führen, um strafbar zu sein.

Ob von Taten ohne Übergriff und ohne Missbrauchskontext (Zwangslage, Entgelt, fehlender Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung, Schutzbefohlenen-Verhältnis) die den Regelungskern des Gesetzes darstellen, überhaupt eine Gefährdung ausgeht, ist aber unklar.

Es gibt keine Studien, die das beweisen oder auch nur nahelegen würden. Studien, die sich mit sexuellem Missbrauch und dessen Folgen befassen, unterscheiden nicht zwischen willentlich einvernehmlichen und nicht einvernehmlichen, übergriffigen Handlungen. Es handelt sich um ein wissenschaftliches Tabu.

Zur Absicherung tut man so, als ob die Fragestellung unethisch wäre und als ob man Menschenversuche betreiben müsste, um die Frage zu klären. Das ist zwar Unsinn, wird aber in der Regel nicht weiter hinterfragt. Dabei liegt es eigentlich auf der Hand, dass auch Studien über Missbrauch (von denen es viele gibt) nicht durch Menschenversuche gemacht, etwa indem man jemanden vergewaltigt und dann die Auswirkungen der Vergewaltigung auf die Psyche des Opfers beobachtet. Die Studien laufen über freiwillige retrospektive Befragungen, häufig im Dunkelfeld (also bei unentdeckten Taten). Man müsste also in den Befragungen, die ohnehin stattfinden, lediglich eine Zusatzfrage stellen, z.B. „Haben Sie sich zum Zeitpunkt der Handlungen missbraucht gefühlt?“ oder „Waren die Handlungen willentlich einvernehmlich?“.

Es wäre ziemlich einfach, zu guten Erkenntnissen zu gelangen. Dass man es unterlässt, ist bewusstes Wegschauen. Die Ergebnisse könnten einem ja nicht gefallen oder zu „kontrovers“ sein. Also will man es lieber nicht so genau wissen.

Trotz dieses blinden Flecks ist die Möglichkeit, dass schützend gemeinte externe Eingriffe in die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen nicht zwingend helfen, sondern im Gegenteil sogar schädlich sein können, inzwischen sogar in der Politik angekommen. Man wollte dort zuletzt das gröbste Unrechtspotential wenigstens abmildern.

Aus der Begründung des (aktuell im Gesetzgebungsverfahren stecken gebliebenen) Gesetzes zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder:

Für Fälle einvernehmlicher sexueller Handlungen annähernd gleichaltriger Personen ist eine Regelung vorgesehen, die es ermöglicht, von einer Strafverfolgung im Einzelfall abzusehen. Auf gleichrangige Interaktionen zwischen jungen Menschen, die Teil der sexuellen Entwicklung sind, soll nicht unverhältnismäßig reagiert werden.

Sexualität und der Wunsch nach einvernehmlichen sexuellen Handlungen auch jenseits der aktuellen gesetzlichen Altersgrenzen ist ein möglicher Teil der normalen sexuellen Entwicklung.

Eine unverhältnismäßige Reaktion hierauf gefährdet die sexuelle Entwicklung, statt sie zu schützen. Das gilt allerdings nicht nur für „gleichrangige Interaktionen zwischen jungen Menschen“, sondern für jeden externen Eingriff in eine positiv erlebte Beziehung.

Die Gründe, die für das Verbot angeführt werden (Schutz der ungestörten sexuellen Entwicklung) können also auch gerade gegen ein Verbot sprechen. Da es sich um ein Offizialdelikt handelt, erzwingt das Verbot die Störung einer zuvor ungestörten (sexuellen) Entwicklung des jungen Menschen durch den Staat. Einerseits wird eine vom Schutzsubjekt als wichtig empfundene Verbindung zerstört, andererseits kann „das Erlebnis dadurch nachträglich zu einem Trauma werden, das Sexualität in die Nähe von Verbrechen und Strafe rückt.“ (aus dem Bericht des Sonderausschusses)

Niemand hat das Recht, sexuelle Handlungen, gegen den Willen einer anderen Person vorzunehmen. Eigene Freiheiten enden, wo die Freiheit anderer beginnt. Mit dem Willen und Einverständnis eines anderen, darf man aber normalerweise sexuelle Handlungen haben. § 176 StGB verbietet das. Tatsächlich widerspricht das Gesetz im Fall von willentlich einvernehmlichen Handlungen den Grundrechten beider Personen. Das wird durch das Wort „Missbrauch“ recht erfolgreich kaschiert.

Ein Missbrauch in Form eines Ausnutzens oder eine Vertrauensbruchs ist in jeder Beziehung möglich, hier wird er aber als unwiderlegbare juristische Fiktion postuliert. In den Fällen, in denen die Fiktion nicht der Wirklichkeit entspricht, ist das Gesetz für denjenigen, den es eigentlich schützen soll, schädlich.

Man kann unterschiedlicher Meinung sein, ob das Gesetz gerechtfertigt ist. Ich möchte dies Frage über das bereits Geschriebene hinausgehend nicht weiter thematisieren. In jedem Fall ist es aber für Menschen, die sich in Kinder verlieben eine Zumutung. Soweit es die Perspektive der „Opfer“ betrifft, verweise ich auf den in Kinderrechte im Grundgesetz und die (möglichen) Konsequenzen“ geschilderten Fall.

Dass es sich bei dem Verbot um eine Zumutung handelt, scheint dem Gesetzgeber einstmals durchaus bewusst gewesen zu sein. Er war allerdings der Meinung, dass „nichts Unzumutbares verlangt werde“. Ich interpretiere das so, dass man die Zumutung für eine Zumutung im Rahmen des Zumutbaren hielt. Dass nicht nur dem „Täter“ etwas zugemutet wird, sondern auch dem „Opfer“ hat man aber wohl eher übersehen.

Darüber, ob es sich um eine zumutbare oder eine unzumutbare Zumutung handelt, kann man streiten. Auch dies will ich hier nicht weiter thematisieren. Für den Moment geht es mir um den Fakt einer Zumutung. Man verlangt von Pädophilen und Hebephilen etwas, was man von niemand sonst verlangen würde: seine Sexualität nicht auszuleben und nicht zu lieben, wen man liebt.

Aus der Rede des CSU Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Ullrich zum internationalen Lage der Menschenrechte von LSBTTI (Lesben, Schwulen, Bi- sexuellen, Transsexuellen, Transgendern und Intersexuellen) vom 27.06.2019:

(…) es geht um den Kern der Menschlichkeit und den Kern der Würde des Menschen. Nach unserem Menschenbild darf und muss jeder Mensch so leben können, wie er möchte. Und er muss so lieben können, wie er das will. (…)

Wir wissen, dass in vielen Teilen der Welt – in beinahe 70 Staaten, in denen beinahe die Hälfte der Menschheit lebt – Menschen nicht so leben und lieben dürfen, wie sie das gerne wollen – sie werden verfolgt, diskriminiert, weil sie vermeintlich anders sind. Aber sie sind nicht anders, sondern sie lieben anders; das ist etwas, was jeder auf der Welt akzeptieren muss. Es gehört zu den unveränderlichen Menschenrechten, dass es keinen Unterschied geben darf, wie jemand liebt und wie jemand ist. (…)

Wir müssen klar und deutlich machen, dass die Frage des Respekts vor Menschen (…) eine Frage ist, die auf die Agenda der Weltpolitik muss, weil wir nicht akzeptieren, dass Menschen verfolgt werden, weil sie anders lieben. (…)

Pädophile und Hebephile gehören im Kosmos von CDU und CSU nicht zu den Menschen, denen dieser Kern der Menschlichkeit und der Würde des Menschen zusteht.

Die bio-chemischen Vorgänge im Hirn eines Pädophilen sind exakt die gleichen wie bei allen anderen Menschen, die sich verlieben. Pädophile lieben nicht qualitativ anders. Lediglich das Subjekt ihrer Liebe ist ein anderes.

Es liegt auf der Hand, dass die Einschränkungen des § 176, soweit er willentlich einvernehmliche Sexualität betrifft, Pädophile und Hebephile sehr viel stärker trifft, als andere. Das Verbot ist im Grunde eine Art „Enteignung“ bzw. der Entzug eines ganz zentralen Grundrechts: lieben zu können, wen man will (solange der andere es auch will).

Aus dem Wikipedia-Artikel zur Sonderopfertheorie:

Kennzeichnend für die Enteignung war danach ein Eingriff in das Eigentum, der den oder die Betroffenen im Vergleich zu anderen ungleich und besonders trifft und den oder die Betroffenen zu einem besonderen, den übrigen nicht zugemuteten Opfer für die Allgemeinheit zwingt. Diese recht formale Diktion der Abgrenzung zielte auf den Gleichheitsgrundsatz ab, dessen evidente Verletzung die Enteignung hervorruft, deshalb zu einem Sonderopfer führt und in der Konsequenz zu entschädigen ist.

Mit der Enteignung mutet der Staat dem davon Betroffenen ein Sonderopfer zu. Für diese Enteignung, dieses abverlangte Opfer, wird der Betroffene dann entschädigt.

In seiner Politik gegenüber Pädophilen und Hebephilen geht es dem Staat tatsächlich darum, diese selektiv einzuschränken. Besonders deutlich wurde dies vor ein paar Monaten im Zuge einer Resolution des NRW Landtags zum Verbot von „Kinder-Sexpuppen“:

Nachdem man sich bereits verstärkt für Kindeswohl und gegen sexuellen Missbrauch eingesetzt hat, wolle man nun die Täter noch weiter einschränken. Jede Möglichkeit dazu müsse genutzt werden.

CDU und FDP in NRW wollen Kinder-Sexpuppen verbieten
in der Neuen Westfälischen Zeitung

Tatsächlich geht es aber nicht um Täter. Und jemanden zu verfolgen, der nach aktuellen Gesetzen Täter ist, braucht es keinen neuen Straftatbestand. Die Adressaten sind – wie bei jedem neuen Straftatbestand – Nicht-Täter, die man (wenn sie ihr Verhalten beibehalten) künftig als Täter behandeln möchte. Es geht dabei konkret um Menschen, deren Sexualität man widerwärtig und gefährlich findet und deren Existenz man missbilligt. Richtig lautet der Satz:

Nachdem man sich bereits verstärkt für Kindeswohl und gegen sexuellen Missbrauch eingesetzt hat, wolle man nun Pädophile noch weiter einschränken. Jede Möglichkeit dazu müsse genutzt werden.

Es geht der Politik (in NRW der CDU und FDP, im Bund der CDU/CSU und SPD) darum, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine pädophile Neigung verfolgbar zu machen.

Da man eine Neigung nicht grundgesetzkonform verfolgen kann, sucht man alle nur denkbaren Anknüpfungspunkte. Einen legitimen Zweck verfolgen derartige zusätzliche Einschränkungen nicht mehr. Es geht nur noch um eine Verfolgung von Menschen, die sich anders verlieben und durch ein anderes Körperschema erregt werden, als man selbst.

Bei § 176 ist es zumindest möglich, ihn als legitime Einschränkung aufzufassen. Wenn der mit diesem Gesetz von Pädophilen und Hebephilen verlangte Verzicht auf willentlich einvernehmliche Sexualität eine Art Sonderopfer darstellt, dann stellt sich aber die Frage nach der Entschädigung.

Der eingangs zitierte Wikipedia-Artikel hat mich also zu der Frage geführt:

Ist der (unter Strafandrohung) geforderte Verzicht auf willentlich einvernehmliche Sexualität ein Pädophilen und Hebephilen abverlangtes Sonderopfer? Wenn ja, welche Konsequenzen hat das (bzw. sollte es haben)?

Wenn es sich um ein Sonderopfer handelt (was aus meiner Sicht der Fall ist), wäre meine erste Schlussfolgerung, dass man das Opfer so klein wie möglich halten muss. Nur so kann es verhältnismäßig und zumutbar sein.

Bei einer Entschädigung geht es demgegenüber um einen Ersatz oder Ausgleich. Eine Entschädigung ist eine Leistung zum Ausgleich erlittener Nachteile oder Einschränkungen. Bei einer Enteignung wird der Vermögensnachteil in der Regel durch eine Geldleistung ausgeglichen.

Wie könnte man eine Einschränkung der sexuellen Selbstbestimmung ausgleichen? Im Grunde ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Einen wirklichen Ausgleich kann es nicht geben. Man kann lediglich das Opfer verringern, indem man für eine versagte Befriedigung Ersatzbefriedgungsmöglichkeiten schafft oder diese wenigstes zulässt.

Tatsächlich sind viele potentelle Ersatzbefriedigungsmöglichkeiten heute verboten. Es ist denkbar, dass einige dieser Verbote einer kritischen Überprüfung standhalten (z.B. das Besitzverbot für Kinderpornographie, die ein tatsächliches Geschehen darstellt) andere dagegen nicht (evtl. die Strafbarkeit von Posingaufnahmen oder Verbote rund um fiktive Kinderpornographie wie Texte, Zeichnungen, Computeranimationen) .

Statt an die Legalisierung von eigentlich unproblematischen Ersatzbefriedigungsmöglichkeiten wie fiktiver Kinderpornografie zu denken, geht der Trend aber deutlich in die andere Richtung. Noch legale Möglichkeiten wie Alltagsbilder von Kindern oder Puppen mit kindlichem Erscheinungsbild werden von Öffentlichkeit und Politik stark problematisiert und neue Verbote diskutiert (Beispiele: „Es kann nichts Schlimmeres geben, als Fotos von Minderjährigen im Internet zu verbreiten“; „Kinderfotos im Netz: gepostet, geklaut, missbraucht“; „Verbot von #Kindersexpuppen in Deutschland! Es geht um den Schutz unserer Kinder!“).

Welche Formen von „Entschädigung“ oder besonderer Rücksichtnahme wären gegenüber Pädophilen und Hebephilen überhaupt denkbar? Möglichkeiten, die mit in den Sinn kommen, wären etwa

  • ein Rechtsanspruch auf eine Puppe mit kindlichem Erscheinungsbild
  • die Aufhebung aller lediglich moralischen begründeten Verbote (fiktive Kinderpornographie)
  • ein gesetzliches Diskriminierungsverbot, das z.B. vor Kündigung des Arbeitsplatzes oder der Wohnung schützt
  • Antidiskriminierungsprogramme, die sich an die Bevölkerung richten
  • ein Unabhängiger Beauftragter für Fragen der Diskriminierung von Pädophilen bzw. der Pädophilophobie
  • ein Programm zur Suizidprävention für Pädophile und Hebephile
  • Therapie-Angebote im Sinne von „Ich bin pädophil/hebephil und das ist auch gut so!“ statt (oder zusätzlich zu) Programmen wie „Kein Täter werden“

Im aktuellen gesellschaftlichen Klima sind solche Wünsche abwegig. Der Zug fährt in die andere Richtung. Deshalb ist es aber nicht abwegig, auf das Sonderopfer hinzuweisen oder darauf, dass ein abverlangtes Sonderopfer eigentlich eine Kompensation erfordert.

Man kann sich dem Thema des Umgang mit Pädophilie übrigens auch anders nähern: funktional gesehen, ist Pädophilie eine Behinderung.

Als Behinderung bezeichnet man eine dauerhafte und gravierende Beeinträchtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe bzw. Teilnahme einer Person. Verursacht wird diese durch die Wechselwirkung ungünstiger sozialer oder anderer Umweltfaktoren (Barrieren) und solcher Eigenschaften der Betroffenen, welche die Überwindung der Barrieren erschweren oder unmöglich machen.

Hierzu ein Zitat von Max von Seite 24 des Buchs „Herausforderung Pädophilie – Beratung, Selbsthlfe, Prävention“ von Claudia Schwarze (Leiterin der Psychotherapeutischen Fachambulanz in Nürnberg) und Dr. Gernot Hahn (Leiter der Forensischen Ambulanz im Klinikum Erlangen):

Sie (die Pädophilie) hat meinen Lebensentwurf ähnlich zerstört, wie es eine Amputation getan hätte. Zwar kann man auch mit einem Bein mehr oder weniger glücklich leben, aber es ist schwieriger. Und für viele, insbesondere ausschließliche Pädos, bedeutet die Neigung tatsächlich eine Amputation eines wichtigen Aspekts des Lebens.

Wer behindert ist, wird in Deutschland typischerweise in besonderer Weise vor Benachteiligungen geschützt. Grundgesetz Artikel 3, Absatz 3, Satz 2 lautet:

Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Jemand, der ein Bein verloren hat oder querschnittsgelähmt ist, hat Anspruch auf medizinische Behandlung und Hilfsmittel wie einen Rollstuhl.

Schwerbehinderte genießen besonderen Schutz und Förderung im Arbeitsleben. Arbeitgeber mit mehr als 20 Beschäftigten müssen fünf Prozent der Stellen für Schwerbehinderte bereitstellen (oder eine Ausgleichsabgabe zahlen). Schwerbehinderte haben besonderen Kündigungsschutz, steuerliche Vorteile (Behindertenpauschbetrag) und teilweise Vergünstigungen im öffentlichen Personenverkehr.

Wenn öffentliche Gebäude neu gebaut werden, müssen sie barrierefrei sein, werden sie umgebaut, so müssen sie barrierefrei umgebaut werden. Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderung erhalten bei der Kommunikation mit Behörden kostenlose Hilfen durch Gebärden-Dolmetscher.

Diese und andere Maßnahmen können die Nachteile, die durch eine Behinderung entstehen, nicht ausgleichen, sondern nur reduzieren. Das immerhin wird – anders als bei Pädophilen und Hebephilen – wenigstens versucht.

Aus meiner Sicht ist die Ursache der funktionalen Behinderung nicht die Pädophilie an sich. Es handelt sich eher im eine kulturelle und staatliche verordnete Amputation, die sich in der Verachtung und Diskriminierung einerseits und in dem abverlangten „Sonderopfer“ andererseits manifestiert.

Schaut man sich an, wie die Gesellschaft mit Menschen umgeht, die den abverlangten Verzicht tatsächlich üben, dann ist das Ergebnis (über das ich in „Die Vermessung einer Verletzung“ berichtet habe) wie folgt:

  • 38,7 % der deutschen Bevölkerung will pädophile Nicht-Täter präventiv einsperren. 13,69 % wünscht ihnen den Tod.
  • 83.65 % der Pädophilen glauben, dass die Bevölkerung pädophile Nicht-Täter präventiv einsperren will. 63.46 % glauben, dass ihre Mitmenschen ihnen den Tod wünschen.
  • 38,1% der Pädophilen haben chronische Suizidgedanken. 31,5% berichten über Suizidgedanken in jüngster Zeit.

Hinter dieser nüchternen statistischen Bestandsaufnahme verbirgt sich blankes menschliches Elend.

Eine Entschädigung für das „Sonderopfer“ oder auch nur den leisesten Hauch eines Versuchs kann ich nicht erkennen.

Gäbe es ein Angebot, dann würde sich die Frage stellen, ob man es annehmen kann. Es ist ja nicht so, dass man sich eine Enteignung widerstandslos gefallen lassen muss. Der Wille Widerstand zu leisten sinkt aber tendenziell, wenn eine Entschädigung bzw. eine Abmilderung der Zumutung zumindest versucht wird.

Da es kein Angebot gibt, gibt es nichts, was man annehmen könnte. Es stellt sich stattdessen die Frage, ob und in welchem Umfang (nur sexuelle Handlungen, alle oder bestimmte verbotene Ersatzhandlungen) man die Zumutung hinnimmt und in welchem Umfang man sich der Einschränkung ggf. verweigert.

Die Gründe für ein Hinnehmen, können dabei vielfältig sein, von der Angst vor Strafe und Ausgrenzung über moralische Bedenken bis hin zur Furcht vor ungewollten negativen Folgen für einen wichtigen Menschen.

Ein Totalverzicht auf alle Ausweichmöglichkeiten (also auch solche, die heute noch legal sind wie Alltagsfotos oder Real Dolls) ist aber nur für die wenigsten tatsächlich schaffbar. Die Wegnahme jeder weiteren Ausweichmöglichkeit macht das „Bestehen“ vor dem Gesetzgeber schwieriger. Wenn irgendwann alle durchfallen, die keine 1+ haben (und zwar lebenslang), wie viele strengen sich dann am Ende überhaupt noch an?

Es macht ja gefühlt keinen Unterschied, ob man mit einer 2 oder einer 5 durchfällt. Wenn man die Hürde so hoch hängt, dass sie von normalen Durchschnittsmenschen (die lediglich eine ungewöhnliche sexuelle Neigung haben) kaum noch übersprungen werden kann, sinkt die Akzeptanz der Regeln. Es geht dann nur noch darum, sich irgendwie durchzumogeln.

Die aktuelle Corona-Krise führt vor, wie Menschen auf Verbote und Einschränkungen von Grundrechten und Grundbedürfnissen (wie dem sozialen Austausch) reagieren.

Es gibt sicher auch einzelne Menschen, die sich ganz strikt an alle Vorgaben halten, aber es gibt daneben auch viele alltägliche kleine und große Umgehungsversuche, bis hin zu klaren und drastischen Regelverstößen, die teils ganz bewusst begangen werden, teils aber auch von Menschen begangen werden, die sich mehr oder weniger bewusst schlecht informieren, um sich (vielleicht auch vor sich selbst) mit Unwissenheit herausreden zu können.

Aktuell sind nur noch Treffen mit einer Person außerhalb des eigenen Hausstandes erlaubt. Gäbe es für Verstöße gegen diese und andere Regeln (z.B. Mund-Nasenschutz nicht oder absichtlich falsch aufgesetzt) im Zusammenhang mit Corona eine Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis (= Verbrechen), wie viele Menschen wären dann Verbrecher? Vermutlich wäre es die Mehrheit der Bevölkerung.

Ist die Analogie zu abwegig? Immerhin handelt es sich bei einem Verstoß gegen die Corona-Regeln um eine abstrakte Gefährdung, die in letzter Konsequenz den Tod eines anderen Menschen in Kauf nimmt.

Wie ernst man die Regeln nimmt, hängt sicher auch davon ab, wie man selbst das Gefährdungspotential einschätzt. Auch hier gibt es aus meiner Sicht durchaus Parallelen zur Situation eines Pädophilen und seinem individuellen Umgang mit den Zumutungen, die ihm verordnet sind.

Dieser Artikel liefert keine Antworten. Er stellt eine Frage. Es geht um den ethisch „richtigen“ Umgang mit pädophilen und hebephilen Menschen. Diese Frage ist sicher nicht einfach zu beantworten und die Antwort hängt vermutlich entscheidend von persönlichen Überzeugungen ab.

Die Art und Weise, wie Staat und Gesellschaft heute mit dieser Minderheit umgeht, ist aus meiner Sicht aber ganz sicher nicht ethisch richtig, sondern evident meilenweit davon entfernt.

17 Kommentare zu „Das Sonderopfer

  1. Ich denke, dass die meisten Menschen Sex mit Kindern und häufig sogar das bloße Attraktivfinden der Idee als unmoralisch bezeichnen und Verzichten darauf damit nicht als Sonderopfer sehen, sondern als moralische Verpflichtung. Und einer moralischen Verpflichtung nachzukommen, bedarf eben auch keiner Entschädigung. Ich stimme dieser Interpretation zwar nicht zu, sie wird aber weitläufig als selbstverständlich angesehen.

    Übrigens sehe ich eine Suizidprävention von Pädos/Hebes als das exakte Gegenteil einer Entschädigung. Denn eine Suizidprävention erfolgt ja nicht etwa dadurch, dass die Lebensqualität der Person tatsächlich gesteigert wird, sondern durch Einschränkungen ihrer Handlungsoptionen, z.B. durch den §217 StGB, der im Frühjahr 2020 vom Bundesverfassungsgericht kassiert wurde oder durch das im BtMG verankerte Verbot von guten Suizidmitteln wie Barbituraten. (Der Bundestag diskutiert derzeit verschiedene Reformentwürfe dazu.) Eine Suizidprävention wird im allgemeinen als Suizidprohibition verstanden, was widerum einen zusätzlichen Eingriff in die Selbstbestimmung darstellt. Immerhin kann man ja mal anerkennen, dass bei einem Suizid die Tatherrschaft bei der sterbenden Person liegt, was je nach Situation und Weltanschauung auch völlig rational sein kann.

    Zuletzt will ich noch darauf hinweisen, dass auch das Verbot von Prostitution und Pornografie unter 18 eine Einschränkung der Selbstbestimmung der Person darstellt. Schließlich ist auch eine einvernehmliche sexuelle Handlung gegen Entgelt nicht automatisch missbräuchlich und das Verfügbarmachen entsprechender Darstellungen kann ebenfalls auf Freiwilligkeit beruhen. Die Logik ist also analog zu den sexuellen Handlungen unter 14: Man kann zwar auf ein abstraktes Gefährdungspotential verweisen (und als Sonderopfer ein Verbot erlassen), aber nicht auf einen intrinsisch missbräuchlichen Charakter der Handlung in jedem Einzelfall. Aber auch hier gilt analog zu sexuellen Handlungen unter 14, dass diese Handlungen weitläufig als unmoralisch betrachtet werden und der Verzicht darauf als moralische Verpflichtung ohne Entschädigungsanspruch.

    (Ich persönlich sehe übrigens ALG-2 als Teil-Entschädigung für die diversen Sonderopfer, die mir abverlangt werden. Nicht arbeiten zu müssen und trotzdem Güter und Dienstleistungen von den Antis zu erhalten, ist durchaus etwas, wofür ich dankbar bin.)

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    1. „Ich denke, dass die meisten Menschen Sex mit Kindern und häufig sogar das bloße Attraktivfinden der Idee als unmoralisch bezeichnen und Verzichten darauf damit nicht als Sonderopfer sehen, sondern als moralische Verpflichtung“

      Ja, da hast du ganz bestimmt recht. Deshalb habe ich relativ viel Text darauf verwandt, den Kernbereich und einige Hintergründe des § 178 herauszuarbeiten. Es bleibt natürlich schwierig. Wer „im Prinzip“ tolerant ist, sollte eigentlich vieles nachvollziehen können. Wer zu tief im Hass auf Pädophile steckt, ist ohnehin nicht erreichbar.

      „Eine Suizidprävention wird im allgemeinen als Suizidprohibition“

      Für mich ist das nicht dasselbe. Ich bin für Suizidprävention aber auch für ein Recht das eigene Leben zu beenden.

      Ich war als Jugendlicher / junger Mann drei Jahre suizidgefährdet. Die Akzeptanz von Freitod als valide Option hat mir ein Stück weit geholfen mit meiner suizidalen Phase damit abzuschließen. Keine Ahnung, ob das anderen auch so geht, oder ob das eher ungewöhnlich ist.

      Suizidprävention hat aus meiner Sicht eine große Nähe zur Depressionsbehandlung. Suizidgedanken sind oft Ausdruck einer besonders schweren Depression. Da muss es meiner Meinung nach ein Behandlungsangebot geben. Einen Zwang das Behandlungsangebot anzunehmen sehe ich darin nicht. Depressionen werden oft vor anderen versteckt und dann erst behandelt, wenn die psychische Not so groß ist, dass das eigene Weiterleben in Frage gestellt wird und man vor der Frage Leben oder Tod stehend vielleicht doch noch nach Hilfe fragt. Dann muss es jemanden geben, der bereit (und dafür ausgebildet ist) Hilfe zu leisten.

      „Schließlich ist auch eine einvernehmliche sexuelle Handlung gegen Entgelt nicht automatisch missbräuchlich und das Verfügbarmachen entsprechender Darstellungen kann ebenfalls auf Freiwilligkeit beruhen. Die Logik ist also analog zu den sexuellen Handlungen unter 14: Man kann zwar auf ein abstraktes Gefährdungspotential verweisen (und als Sonderopfer ein Verbot erlassen), aber nicht auf einen intrinsisch missbräuchlichen Charakter der Handlung in jedem Einzelfall.“

      Das stimmt.

      Die Entscheidung, ob eine potentiell gefährliche Handlung unter Strafe gestellt wird, hängt stark von der Einschätzung zur Häufigkeit der Realisierung der Gefahr und dann eintretenden Schwere der Folgen ab. Bei Handlungen gegen Entgelt sehe ich ein deutlich erhöhtes Missbrauchs- und Gefährdungspotential.

      Auch Inzest kann z.B. auf Freiwilligkeit beruhen. Das Problem ist, dass sich ein Familienmitglied einem anderen Familienmitglied kaum entziehen kann, erst Recht nicht, wenn es ein sehr enges Familienmitglied (z.B. ein Elternteil) ist. Das erhöht die Gefahr, dass etwas schief geht und ein Schaden entsteht aus meiner Sicht deutlich.

      Wenn die Umstände es im Einzelfall zulassen, sollte es möglich sein, dass auf Strafe verzichtet wird, entweder indem wegen der besonderen Umstände das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt wird, oder indem eine Klausel dem Richter ermöglicht, von Strafe abzusehen, wenn „das Unrecht der Tat gering“ ist.

      An der prinzipiellen Strafbarkeit von Inzest im engeren Sinne (Eltern, Onkel, Tanten) möchte ich deshalb festhalten.

      Auch das Festhalten an einem Schutzalter von 14 wäre für mich im Grunde akzeptabel, wenn denn die Vermutung eines Missbrauchs oder fehlender Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung wenigstens widerlegbar wäre.

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      1. „Ich persönlich sehe übrigens ALG-2 als Teil-Entschädigung für die diversen Sonderopfer, die mir abverlangt werden. Nicht arbeiten zu müssen und trotzdem Güter und Dienstleistungen von den Antis zu erhalten, ist durchaus etwas, wofür ich dankbar bin.“

        Ich habe nicht geglaubt das es noch jemandem so geht wie mir… 😦
        Das Problem ist, dass dam davon kaum gut leben kann. Die Kompensation sollte bei dem liegen was man hätte verdienen können auf dem Niveau eines Grundschullehrers.

        Wenn ein Kinderleben in Deutschland 450.000 € wert ist (https://www.deutschlandfunk.de/germanwings-absturz-was-ein-menschenleben-wert-ist.1773.de.html?dram:article_id=316406) dann fände ich es nett von der Gesellschaft meine pädophile Nekrophilie zu kompensieren.

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      2. „… fände ich es nett von der Gesellschaft meine pädophile Nekrophilie zu kompensieren“

        Du bist pädophil und nekrophil?

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      3. @schneeschnuppe, lassen Sie sich nicht verarschen.

        @Anonym wollte vielleicht -mit ziemlich makabrem Humor- darauf hinweisen, dass ihm/ihr die Einstellung bzw. das parasitäre Verhalten von @Notwendigerweise Anonym eher weniger gefällt.

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      4. Mein Verhalten ist parasitär? Was ist dann mit dem Verhalten des Staates, der Menschen gegen ihren Willen in Gefangenschaft nimmt, ihre einvernehmliche Sexualität sowie deren Darstellung kriminalisiert und Steuergelder in großer Höhe für Zwecke ausgibt, die nichts mit den Kernfunktionen des Staates zu tun haben?

        Niemand hat euch Antis gezwungen, unsere Sexualität zu kriminalisieren, selbst wenn sie einvernehmlich ist. Im Libertären Utopia würde ich selbstverständlich arbeiten. Im Libertären Utopia hätte ich aber auch regelmäßig Sex mit minderjährigen Prostituierten. Und Leute wie Sie würde ich dabei ganz sicher nicht um Ihre Meinung fragen. Seien Sie lieber froh, dass ich gewaltfrei lebe. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt erstens der Staat selbst und zweitens die gewaltbereiten Antis, die sich im Internet für ihren Pädohass feiern lassen.

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      5. Der Kommentar auf den du reagierst stammt von jemand anderem. Ich nehme mir aber die Freiheit trotzdem meine Perspektive beisteuern.

        Wer sich von anderen versorgen lässt, ohne es zu müssen, verringert dadurch auch seine Möglichkeiten und Kräfte, um mit Herausforderungen selbst fertig zu werden. Wer jahrelang nicht gearbeitet hat, kann es irgendwann nicht mehr und ist dann darauf angewiesen, weiterhin versorgt zu werden. Es schränkt die Handlungsautonomie ein. Für mich wäre das kein Lebensmodell.

        Du begründest dein Recht, die Sozialleistungen der Gesellschaft zu nutzen und dich guten Gewissens versorgen zu lassen mit den fehlenden Freiheiten. Begründungen lassen sich aber beliebig finden. Die Welt entspricht ja nie der gewünschten Utopie. Es erscheint mir deshalb nicht unwahrscheinlich, dass du da lediglich eine Scheinbegründung lieferst und es bei deiner Nutzung von sozialen Leistungen eigentlich gar nicht auf fehlende libertäre Freiheiten oder kriminalisierte Sexualität oder Pädohass ankommt.

        Aber steht mir deshalb ein abwertendes moralische Urteil zu? Jeder lebt sein Leben unter anderen Startbedingungen und Voraussetzungen und wurstelt sich dann so gut durch das Leben, wie er kann.

        Moralische Erregung über Eigennützigkeit finde ich weitgehend fehl am Platz. Ohne Eigennützigkeit funktioniert eine Gesellschaft nicht. Wer soll mit welchem Recht entscheiden, welche Eigennützigkeit noch gut und welche schon schlecht ist?

        Die Empörung über angeblich asoziale Harz 4 Empfänger ist aus meiner Sicht genauso verfehlt wie die über angebliche asoziale Vermieter oder Unternehmer. Wenn mir nicht passt, dass mit Mieten Geld verdient wird oder Unternehmer sich bemühen, Steuern zu vermeiden, muss ich mich für Gesetze einsetzen, die das verhindern. Und wenn mich stört, dass Sozialleistungen ausgenutzt werden können, ist es sinnvoller sich für Kontrollmaßnahmen oder eine Abschaffung einzusetzen als die Menschen zu verurteilen, die die Möglichkeiten und Vorteile nutzen, die das System bietet.

        Wesentlich kritischer als das mehr oder weniger abstrakte Ausnutzen einer gedachten „Allgemeinheit“ finde ich es, wenn man konkrete Mitmenschen bewusst schlecht behandelt. Das ist aber ein anderes Thema und kein Vorwurf, der hier im Raum steht.

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      6. Schneeschnuppe, auf der einen Seite geht es um Anreize. Hätte ich das legale Recht, die sexuellen Optionen zu nutzen, die mir der Markt ohne Kriminalisierung ohne Zweifel anbieten würde, dann hätte ich auch einen Anreiz, mehr Geld zu verdienen. Dies würde selbst dann noch gelten, wenn ich ordentlich Steuern dafür bezahlen müsste. Nun ist aber gerade der Markt, den ich gerne sehen würde, so gesellschaftlich verachtet, dass er erstens mit einem enormen Stigma und Ausgrenzung belegt werden würde und zweitens natürlich strafrechtlich verboten. Mir fällt schon auf ALG-2-Niveau kaum noch etwas ein, was ich mir dringend leisten können wollte. Geld macht eben nur dann glücklich, wenn man dafür auch etwas erhalten kann, was man wirklich will.

        Auf der anderen Seite geht es mir auch um Fairness, wenn ich die Gesellschaft bewerte. Arrowhead hat geäußert, dass ihm die Entschädigungen des „Sonderopfers“ gar nicht ausreichen. Wenn man alle Verbote und Feindseligkeiten zusammennimmt, sehe ich das sogar ähnlich. Aber wie antisozial sollten wir uns als Konsequenz daraus verhalten? Dabei ziehe ich die geldwerten Leistungen zumindest in die Kalkulation mit ein. Wenn ich heute nacht alle Antis – immerhin die Mehrheit der Bevölkerung – tot umfallen würden, hätte ich ohne Zweifel mehr sexuelle Optionen. Es muss aber auch um der Fairness willen anerkannt werden, dass ich dann materiell und ökonomisch sehr viel verlieren würde im Vergleich zum Status Quo. Ich will das wenigstens emotional und intellektuell anerkennen. Meine „Rache“ besteht dann lediglich darin, an der Wahlurne das geringere Übel zu wählen, einige Firmen selektiv zu boykottieren und im Internet meine Meinung friedlich zu äußern. Das ist doch gesellschaftlich besser für alle Beteiligten als alles mit Gewalt lösen zu wollen.

        Dass es kein nachhaltiger Lebensentwurf ist, ist mir selber klar. Ich habe auch nicht vor, hier ewig zu leben.

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      7. Ich sehe es so, dass jemand, der einen anderen schlecht behandelt, sich nicht wundern muss, wenn eine Reaktion kommt.

        Während der industriellen Revolution warfen französische Arbeiter ihre Holzschuhe (franz. = sabot) in die Mäh- und Dreschmaschinen. Nach einer Lesart sollte damit gegen die fortschreitende Mechanisierung der Arbeit protestiert werden Nach anderer Lesart wollten sie damit die Verkürzung der Arbeitszeit erzwingen. Aus meiner Sicht wurden die Arbeiter damals sehr schlecht behandelt und ausgebeutet. Die Konsequenz war Gegenwehr in Form von „Sabotage“. Mit Sicherheit sogar strafbar (Sachbeschädigung) aber eben auch verständlich.

        Man sollte Menschen so behalten, dass ihnen nichts Unzumutbares zugemutet wird. Wenn man es doch tut, darf man sich nicht wundern, wenn es eine Reaktion gibt.

        Ich glaube antisoziales Verhalten ist die falsche Konsequenz.

        Man schadet sich damit selbst. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er will sich typischerweise gar nicht antisozial verhalten. Sich antisozial zu Verhalten tut dem eigenen Gefühlsleben nicht gut. Sich zu antisozialem Verhalten drängen zu lassen ist aus meiner Sicht auch eine Art der Niederlage. Ändern tut man damit in der Regel auch nichts. Erfolgreich sind andere. Weder Martin Luther King noch Nelson Mandela sind durch antisoziales Verhalten aufgefallen. Sie haben durch ihre Verweigerung etwas bewirkt, was jeweils unmöglich schien. Natürlich hatten sie auch Glück – und bei King hat es nicht gehalten. Er wurde erschossen.

        Aber man muss ja nicht gleich ein King oder Mandela sein. Ich finde es geht auch fünf Nummern kleiner. Ich habe jedenfalls keine Helden- und keine Märtyrer-Ambitionen. Aber weitestgehend sozial verhalten möchte ich mich schon. Nicht zuletzt auch um meiner selbst willen.

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      8. Interessiert mich nicht. Ich habe keinerlei Interesse, die Welt zu verbessern. Ich schade jenen, die mir schaden. Das ist alles. Die moralinsaure Heuchelei nervt mich nur noch, insbesondere da sie immer mit Doppelmoral kombiniert wird. Die Leute sind, was sie sind. Ich behandle sie entsprechend. Meine Gewaltfreiheit ist jedenfalls nicht kostenlos zu haben.

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  2. Als ich diesen Artikel gestern vor dem Schlafen gelesen habe, empfand ich ein ziemliches Unbehagen. Ich wusste nicht direkt, wieso. Aber dann hast du die Antwort selbst geliefert:

    >Gäbe es ein Angebot, dann würde sich die Frage stellen, ob man es annehmen kann.

    Nein. Das will ich nicht. Für mich kann es keine angemessene Kompensation oder Entschädigung geben, und deswegen hatte ich beim Lesen ein so ungutes Gefühl. Ich finde den Gedankengang interessant, aber für mich geht er in die falsche Richtung.

    >Aus meiner Sicht ist die Ursache der funktionalen Behinderung nicht die Pädophilie an sich. Es handelt sich eher im eine kulturelle und staatliche verordnete Amputation, die sich in der Verachtung und Diskriminierung einerseits und in dem abverlangten „Sonderopfer“ andererseits manifestiert.

    Deswegen nämlich. Wenn man Pädophilie als Behinderung sehen will, dann in diesem Sinne. Man ist als Pädophiler nicht behindert, weil man pädophil ist, man ist behindert, weil die Gesellschaft Pädophile „zu Krüppeln schlägt“.

    Und von dieser Gesellschaft willst du eine Entschädigung verlangen?

    Das kann man machen, aber naheliegender und richtiger wäre es meiner Meinung nach eher, zu verlangen, dass damit aufgehört wird, uns überhaupt erst zu Behinderten zu machen.

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    1. Natürlich. Und wenn du das „Rick und Morty“-Portal gefunden hast, das in ein Paralleluniversum führt, in dem es eine Pro-Pädo-Gesellschaft gibt und wo Kinderporno-Magazine direkt im selben Regal wie die BILD-Zeitung verkauft werden, dann lass es uns bitte wissen, damit ich mitkommen kann.

      Bis dahin werde ich allerdings meine von den Antis finanzierte Pizza essen, von den Antis finanzierten Kaffee trinken und von den Antis finanzierte Computerspiele spielen, die mit von den Antis finanziertem Strom am Laufen gehalten werden. 🙂

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      1. Eine Pro-Pädo-Gesellschaft manifestiert sich nicht im freien Verkauf von Kinderporno-Magazinen genauso wenig wie sich eine Pro-Hetero-Gesellschaft im freien Verkauf von heteroadulten Pornos manifestiert.

        Es werden in Deutschland auch Heteroadulte noch homoadulte Pornos neben der BILD-Zetung verkauft.

        Wie wäre es stattdessen mit einer Gesellschaft, in der

        Männer und Jungs
        Frauen und Jungs
        Männer und Mädchen
        Frauen und Mädchen

        genauso selbstverständlich Händchen-haltend durch den Park laufen oder sich in einem Cafe tief in die Augen blicken können, wie

        Männer und Frauen
        Männer und Männer
        Frauen und Frauen

        ohne dass sich jemand daran stört?

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    2. „Nein. Das will ich nicht. Für mich kann es keine angemessene Kompensation oder Entschädigung geben, und deswegen hatte ich beim Lesen ein so ungutes Gefühl.“

      Das kann ich sehr gut verstehen.

      „Ich finde den Gedankengang interessant, aber für mich geht er in die falsche Richtung.“

      Es ging mir im Grunde um den Gedankengang (des „Sonderopfers“ und der (kulturellen) Behinderung.

      Der Sonderopfer-Gedanke ist aus einem anderen Themenfeld übernommen, für unsere Situation scheint er mir aber neu zu sein und auch in gewisser Weise passend zu sein. Es ist einfach ein zusätzlicher Blickwinkel, aus dem man Pädophilie interpretieren kann.

      „Und von dieser Gesellschaft willst du eine Entschädigung verlangen?“

      Im Grunde nicht. Eine Entschädigung, die den Namen verdient ist ja nicht möglich, jedenfalls solange man nicht Androiden wie den kleinen David aus AI (gespielt von Haley Joel Osment) bauen kann.

      Es wäre ja aber schon etwas, wenn die Hetze gegen Pädos aufhören würde, man etwas Luft zum Atmen bekäme oder wenn man wissenschaftlich saubere Studien auch zu aktuellen Tabuthemen machen würde.

      Mit geht es in dem Artikel darum überhaupt eine Bewusstsein für die Frage zu wecken, wie man Pädophile behandeln sollte, ohne gleich mit einer eigenen Antworten um die Ecke zu kommen. Individuelle Antworten werden unterschiedlich ausfallen, je nachdem wie ein Mensch auf die Welt (und die Möglichkeit oder Unmöglichkeit pädophiler Beziehungen) blickt.

      Den Status Quo der (extrem schlechten) Behandlung von Pädophilen kann man aus meiner Sicht nicht ethisch rechtfertigen. Aus meiner Sicht ist das die wesentliche Schlussfolgerung. Die logische Folgefrage ist, was stattdessen richtig bzw. ethisch vertretbar sein könnte.

      Auch Pädophile sind sich übrigens einig, was die Antwort darauf wäre. Ich wünsche mir etwas anderes als Sirius (KiH-Blog) oder Dieter Gieseking (K13) oder „Notwendigerweise Anonym“. Ich denke es gibt einen kleinsten gemeinsamen Nenner – etwa im Sinne eines Ende der Hetze, Schutz vor Diskriminierung, die Möglichkeit sich ohne Angst Outen zu können, wenn man es will.

      Aber schon da ist es schwierig. Die Differenzen bei allem was darüber hinausgeht scheinen so schwerwiegend, dass nicht einmal für alle ein gemeinsames Engagement (im Sinne einer koordinierten Zusammenarbeit) für die Ziele des kleinsten gemeinsamen Nenners möglich ist.

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      1. Ja, vorweg: Ist nicht so, als würde ich den Artikel schlecht finden. Ich glaube, mein erster Kommentar hier war etwas sehr negativ formuliert. Es ist schon ein sehr origineller Gedanke. Ob er irgendwie Früchte tragen wird, keine Ahnung, aber wenigstens kann ich meine Meinung und Bedenken dazu frei äußern. Im Gegensatz zu anderen Blogs.

        Letztendlich ist das Problem wohl die Sichtweise auf dieses „Sonderopfer“. Inwiefern ist es gerechtfertigt, inwiefern geht es zu weit oder vielleicht sogar nicht weit genug?

        Die 38% der Bevölkerung, die Pädos präventiv einsperren möchten, würden ja sagen: Nein, das geht noch gar nicht weit genug, zum Schutze aller müssten Pädos ihre gesamte Bewegungsfreiheit opfern, dann und erst dann können wir darüber nachdenken, ob wir ihnen als „Entschädigung“ nicht vielleicht doch immerhin einen Fernseher in ihre Zelle stellen.

        Dann ist da zum Beispiel die KiH-Bande, die das Opfer genau richtig findet, so muss es auch sein, vollkommene Zustimmung, nur bitte bitte möge man doch nicht so gemein zu diesen guten, opferbereiten Pädos sein.

        Und dann ist da halt so jemand wie ich.

        Und natürlich ist das mit dem gemeinsamen Engagement schwierig. Greifen wir nochmal die Analogie auf von der Gesellschaft, die Pädos behindert macht, zu Krüppeln schlägt: Aus meiner Sicht macht KiH dabei eben munter mit, befeurt die Einstellung, dass das schon richtig sei, prügelt mit.

        Aus ihrer Sicht ist das aber totaler Quatsch und außerdem leide ich eh an einer Wahrnehmungsverzerrung und mit mir kann man nicht reden.

        Tja. Ich weiß auch nicht.

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    1. In meinem Artikel steht:

      ———————
      Viele Pädophile und Hebephile halten das Gesetz für überflüssig. Sexuelle Übergriffe (sexuelle Handlungen gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person – siehe § 177 StGB) stehen ohnehin unter Strafe, egal wie alt die andere Person ist. (…)

      Bei der „Schutzlücke“, die durch das Generalverbot des § 176 geschlossen wird, handelt es sich um willentlich einvernehmliche Sexualkontakte mit Personen unter 14 Jahren jenseits von Verhältnissen, die unter dem Verdacht des Missbrauchs bzw. der Begünstigung von Missbrauch stehen. Vor willentlich einvernehmlichen Sexualkontakten muss aber eigentlich niemand geschützt werden. (…)

      Niemand hat das Recht, sexuelle Handlungen, gegen den Willen einer anderen Person vorzunehmen. Eigene Freiheiten enden, wo die Freiheit anderer beginnt. Mit dem Willen und Einverständnis eines anderen, darf man aber normalerweise sexuelle Handlungen haben. § 176 StGB verbietet das. Tatsächlich widerspricht das Gesetz im Fall von willentlich einvernehmlichen Handlungen den Grundrechten beider Personen. Das wird durch das Wort „Missbrauch“ recht erfolgreich kaschiert.

      Ein Missbrauch in Form eines Ausnutzens oder eine Vertrauensbruchs ist in jeder Beziehung möglich, hier wird er aber als unwiderlegbare juristische Fiktion postuliert. In den Fällen, in denen die Fiktion nicht der Wirklichkeit entspricht, ist das Gesetz für denjenigen, den es eigentlich schützen soll, schädlich.

      ————————–

      In den Regel (konkret in Regel 1) von GSA steht:

      „Bestehende Gesetze zu sexuellen Handlungen mit Kindern werden akzeptiert.“

      ———————-

      In meinem Artikel steht:

      „Ob von Taten ohne Übergriff und ohne Missbrauchskontext (Zwangslage, Entgelt, fehlender Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung, Schutzbefohlenen-Verhältnis) die den Regelungskern des Gesetzes darstellen, überhaupt eine Gefährdung ausgeht, ist aber unklar. Es gibt keine Studien, die das beweisen oder auch nur nahelegen würden. Studien, die sich mit sexuellem Missbrauch und dessen Folgen befassen, unterscheiden nicht zwischen willentlich einvernehmlichen und nicht einvernehmlichen, übergriffigen Handlungen. Es handelt sich um ein wissenschaftliches Tabu. (…) Sexualität und der Wunsch nach einvernehmlichen sexuellen Handlungen auch jenseits der aktuellen gesetzlichen Altersgrenzen ist ein möglicher Teil der normalen sexuellen Entwicklung.“

      In den Regel (konkret in Regel 1) von GSA steht:

      „Grundlage aller Diskussionen bei GSA ist die Haltung, dass sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kinder unter keinen Umständen ethisch vertretbar sind. “

      ——————–

      Einige Inhalte des Artikels sind also tatsächlich nicht kompatibel zu den Regeln von GSA.

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