Kinderschützer gegen Sexpuppenverbote

Ich bin durch einen Hinweis des Autors des Gastbeitrags „Aus dem Leben eines Puppenspielers“, auf die Prostasia Foundation aufmerksam geworden, eine Kinderschutzorganisation aus den USA, die auf einen evidenzbasierten Ansatz setzt, um Kinder vor Missbrauch zu schützen.

Emotionen sind zwar gut geeignet, um Menschen zu motivieren, aber sie sind nur schlecht geeignet, um wirkungsvolle Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Meines Wissens handelt es sich bei der Prostasia Foundation um die einzige Kinderschutzorganisation, die zum Schutz von Kindern auf evidenzbasierte Maßnahmen setzt.

Die Prostasia Foundation wendet sich ausdrücklich und aktiv gegen Verbote von Sexpuppen mit kindlichem Erscheinungsbild und hat sich bereits gegen zwei föderale und drei gliedstaatliche Gesetzesvorhaben in den USA und gegen eine gliedstaatliche Gesetzesinitiative in Australien engagiert.

Ich habe die Organisation auf das für Deutschland geplante Verbot angesprochen und man hat daraufhin eine (deutschsprachige) Stellungnahme zum Regierungsentwurf an das Justizministerium geschickt. Ich habe vom geschäftsführenden Direktor Dr. Jeremy Malcom eine PDF der Stellungnahme erhalten und die Erlaubnis, diese auch weiter zu geben.

Die Prostasia Foundation sammelt darüber hinaus Spenden für ein Forschungsprojekt, um die Frage der Wirkung von fiktiven Materialien und von Puppen zu beantworten („Does fantasy cause or prevent offending?“). Die Studie soll auch helfen, die Sinnhaftigkeit von Verboten zu klären. Ich halte derartige Forschung für extrem wichtig.

Eine Spende an eine Kinderschutzorganisation ist an sich ja recht unproblematisch. Wer trotzdem lieber seine Identität verschleieren will, kann über diesen Link auch mit Kryptowährungen spenden. Voraussetzung für den sichereren Umgang ist eine ausreichende Kenntnis, wie Kryptowährungen funktionieren und welche Krypowährungen tatsächlich die Anonymität schützen.

Hier der Text der Stellungnahme der Prostasia Foundation:

Sehr geehrter Frau Ministerin Lambrecht,

ich schreibe im Namen der Prostasia Foundation, einer internationalen Kinderschutz-organisation, deren Ziel die Verhinderung des sexuellen Missbrauchs von Kindern unter Anwendung eines evidenzbasierten Ansatzes ist.

Ich wende mich an Sie im Zusammenhang mit dem im oben erwähnten Gesetz vorgeschlagenen § 184l, der den Besitz eines Sexspielzeugs, das als Nachbildung eines Kindes oder eines Teils des Körpers eines Kindes angesehen wird, unter Strafe stellen würde.

Das Gesetz ist, so hoffen wir, durch den Wunsch motiviert, echte Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen, was wir als Kinderschutzorganisation nachdrücklich unterstützen. Aber als eine Organisation, die darauf besteht, dass die Maßnahmen, die wir zum Schutz von Kindern ergreifen, evidenzbasiert sein und die Menschenrechte respektieren sollten, sind wir darüber besorgt, dass die geplante Bestimmung keines der beiden Kriterien erfüllt.

Erstens stehen die Begründungen des Gesetzentwurfs – in denen behauptet wird, dass diese typischerweise als „Sex-Puppen“ bezeichneten Gegenstände bei den Nutzern die Hemmschwelle zur sexualisierten Gewalt gegen Kinder senken und damit zur sexualisierten Gewalt gegen Kinder mittelbar beitragen“ – im Widerspruch zu den weltweit führenden Forschern auf diesem Gebiet, mit denen wir zusammenarbeiten und die uns versichern, dass es absolut keine direkten Beweise gibt, die diese Behauptungen untermauern. Vielmehr untersuchen Wissenschaftler derzeit, ob das Gegenteil der Fall sein könnte: dass für Nutzer solcher Gegenstände, die mit einem abnormen sexuellen Interesse an Kindern leben, der Gegenstand ein wesentliches Hilfsmittel bei der Beherrschung dieses Zustands sein könnte, und verhindert, dass sie gegen ein echtes Kind agieren.

Aber selbst wenn man Gültigkeit in der Gesetzesbegründung getroffenen Annahmen voraussetzt, ist § 184l eine eindeutig verfassungswidrige Art und Weise, auf diese angenommenen Tatsachen einzugehen. Nach deutschem Recht besteht ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, das es der Regierung verbietet, sich in das private Sexualleben einwilligender Erwachsener einzumischen, wenn kein zwingendes Interesse daran besteht, direkten Schaden von Dritten abzuwenden. Sexspielzeug wird im privaten Bereich als Masturbationshilfe benutzt, und Dritten wird durch seinen Gebrauch kein direkter Schaden zugefügt. Es ist ziemlich schockierend und beispiellos, sich auf den Standpunkt zu stellen, dass die Regierung die Macht haben soll, die Art und Weise zu regulieren, in der eine Person privat masturbiert.

Darüber hinaus ist § 184l so wie das Gesetz entworfen wurde, in einer so weiten und vagen Sprache abgefasst, dass es unweigerlich viele unschuldige Parteien außerhalb seines beabsichtigten Geltungsbereichs treffen würde. Solche „anatomisch korrekten“ Gegenstände werden oft in kleineren Größen hergestellt, weil sie dadurch leichter und einfacher zu handhaben sind und nicht, weil sie Kindern ähneln sollen. Gleichwohl haben Käufer dieser Gegenstände, unabhängig von Größe oder Aussehen, Grund zu der Befürchtung, dass sie strafrechtlich verfolgt werden könnten, nur weil der fragliche Gegenstand nicht groß genug ist, weil seine Augen zu groß oder seine Brüste zu klein sind. Darüber hinaus haben viele Personen nicht die Absicht, den Gegenstand/die Gegenstände zur sexuellen Befriedigung zu verwenden.

Pädagogen von Kindern mit besonderen Bedürfnissen haben derartige Gegenstände bereits eingesetzt, um zu verhindern, dass sich diese Kinder schlecht benehmen und ihren Betreuern oder Mitschülern Schaden zufügen. Die Sonderpädagogin Melissa Delapp hat erklärt: „Ihnen Möglichkeiten zu bieten, ihre sexuellen Gefühle auszudrücken, ist potentiell von zentraler Bedeutung, um eine angemessene Grundlage dafür zu schaffen, wie Intimität aussieht“. Ein Verbot dieser Vorrichtungen könnte die Betreuer von Kindern mit besonderen Bedürfnissen daran hindern, auf ihre einzigartigen Bedürfnisse einzugehen, und könnte die Menschen in ihrer Umgebung einem Risiko aussetzen.

Es ist unter der Würde der Bundesrepublik Deutschland, eine Gesetzgebung in Betracht zu ziehen, welche die Intim-Abmessungen von Sexspielzeug regelt. Ein viel besserer Ansatz ist es, dem Privatsektor die Möglichkeit zu geben, den Verkauf von kleineren Gegenständen dieser Art in Zusammenarbeit mit Kinderschutzexperten selbst zu regulieren. Als eine Organisation, die von solchen Experten beraten wird, hat die Prostasia-Stiftung mit dieser Industrie an einer Reihe von freiwilligen Richtlinien gearbeitet, um sicherzustellen, dass sie kein Sexspielzeug verkauft, das Kindern schadet, dass sie keinen Kindesmissbrauch fördert oder den sexuellen Missbrauchs von Kindern verharmlost.

§ 184l wirft eine sehr wichtige Frage auf, kann sie aber nicht überzeugend beantworten: führen diese Gegenstände direkt zur Schädigung von echten Kindern? Wir sind die einzige Kinderschutzorganisation, die aktiv Geld sammelt, um diese Frage wissenschaftlich zu beantworten, damit die nächste Generation von Gesetzen, die sich mit diesem Thema befassen, auf besserer Grundlage steht. In dieser Hinsicht ist § 184l bestenfalls verfrüht und kann aktiv schädliche Folgen haben, indem er die wissenschaftliche Forschung über den möglichen Nutzen in Fällen, in denen der Gegenstand zur sexuellen Befriedigung eingesetzt wird, behindert.

Aus den oben genannten Gründen fordern wir Sie dringend auf, § 184l aus dem Gesetzentwurf zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder zu streichen. Sollten Sie weitere Informationen von Experten zum Thema Sexpuppen benötigen, werden wir Ihnen gerne dabei helfen einen Kontakt herzustellen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit für dieses sensible und wichtige Thema.

Mit freundlichen Grüßen,

Jeremy Malcolm
Geschäftsführender Direktor, Prostasia-Stiftung

Wer sich auch für die im Brief enthaltenen und hier nicht wiedergegebenen Fußnoten interessiert, kann hier das PDF der Stellungnahme öffnen. Ohnehin wirkt der Text auf Briefpapier irgendwie beeindruckender und „wirklicher“. 😉

20 Kommentare zu „Kinderschützer gegen Sexpuppenverbote

  1. Danke lieber Schneeschnuppe dass Du Dich so für die Community einsetzt. Das Prostasia sich ebenfalls so einsetzt ist auch bewundernswert. Diese kleinen aber doch vorhandenen Aktivitäten sind kleine Felsen in der Brandung der Pädophilenverfolgung. Wir müssen eine Liste anlegen von Aktivisten, Vereinigungen und Rechtswissenschaftler sowie Sexualwissenschaftler die dem Thema ergebnisoffen gegenüberstehen

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    1. „Wir müssen eine Liste anlegen von Aktivisten, Vereinigungen und Rechtswissenschaftler sowie Sexualwissenschaftler die dem Thema ergebnisoffen gegenüberstehen“

      Ich bin da vorsichtig.

      Es gibt Menschen, für die so eine Liste eine Art „Feindesliste“ wäre und die sich nach Kräften bemühen würden, die Menschen oder Organisationen, die auf so einer Liste stehen, anzugreifen, zu verunglimpfen, zu schädigen, einzuschüchtern etc.

      Ja, man muss herausfinden, wer helfen kann und will. Aber Listen finde ich gefährlich. Trotzdem bin ich für Tipps, wen man einbeziehen kann natürlich dankbar. Aber dann bitte per Mail (schneeschnuppe@protonmail.com).

      Ansonsten … vielleicht kannst du selbst helfen, den Spendenaufruf von Prostasia für die Forschung in der Doll-Community bekannt zu machen? Ich glaube die Forschung könnte in einem Verfahren sehr helfen.

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  2. Ein Schritt in die richtige Richtung und eine bessere Position als die von Lambrecht und Co. Trotzdem würde ich nie Geld an eine Organisation spenden, die den sexuellen Kindesmissbrauch bekämpfen will und damit natürlich alle sexuellen Handlungen, Darstellungen und vermutlich sogar bloße Nacktbilder von Menschen unter 18 bzw. 16 (niedrigstes Schutzalter in US-Bundesstaaten) meint. Eine solche Spende kann ich nur Leuten empfehlen, die außergewöhnlich stark und fast ausschließlich selektiv an Puppen interessiert sind und für die der 184I deshalb extrem zentral ist. Alle anderen Pädos sollten wirklich lieber jeden Euro für ihre eigene Lebensqualität ausgeben, anstatt sie den Kinderschützern zu schenken. Schließlich sind andere Formen von Konsum und Lebenslust auch Teil-Substitute für die Lust, die uns entgeht, weil wir keine sexuellen Handlungen mit jungen Menschen vornehmen dürfen.

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    1. Das muss sicherlich jeder selbst entscheiden.

      Ich sehe kein Problem, für diesen Zweck zu spenden. Das Ergebnis kann auch über die Puppenfrage hinaus helfen, beim Thema fiktives Material. Das Engagement einer Kinderschutzorganisation hat auch mehr Chancen, gehört zu werden. Deshalb ist das aus meiner Sicht ein sehr wichtiger Verbündeter in dieser Sache.

      Wenn man einmal eine Grenze verteidigen kann, wäre das auch ein wichtiges psychologisches Signal und kann helfen, wieder ein zufriedeneres Leben zu führen. Man tritt damit der Hilflosigkeit und dem Ausgeliefert-sein entgegen.

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    2. Kinder zu lieben und Kinder zu schützen geht doch Hand in Hand. Pädophile und Kinderschützer sollten deswegen im Normalfall eigentlich auf der gleichen Seite stehen. Wenn da ein Konflikt entsteht, ist das eher ein Hinweis darauf, dass an irgendeinem Ende irgendwo etwas fundamental schiefgelaufen ist.

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      1. Ja, ich denke auch, dass da etwas fundamental schiefgelaufen ist.

        Es gibt dabei eine ganze Reihe verschiedener Aspekte, die mir dazu in den Sinn kommen und die ohne weiteres Stoff für einen oder gar eine Reihe längerer Blogartikel sein könnten, zumal das Thema sicher auch komplex ist.

        Ich setzte meine Hoffnungen ein Stück weit auf die Wissenschaft, die vielleicht ein paar Dinge, die zu unrecht dämonisiert sind, wieder zurecht rücken kann. Andererseits denke auch dass es Pädophile gibt, die die eine oder andere Wunschvorstellung aufgeben können, wenn es gute Forschung gibt, die Fehlvorstellungen widerlegt.

        Was die Fehlvorstellungen sind, ist ohne gute Forschung schwer zu beurteilen. Wahrscheinlich haben wir teils auch unterschiedliche Vermutungen dazu.

        Ich finde es immerhin ermutigend, wenn nun erste Kinderschutzorganisationen beginnen, sich für evidenzbasierte Ansätze zu öffnen.

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      2. Ein sexuelles Interesse an Kindern geht nicht notwendigerweise mit einem Interesse am Schutz dieser Kinder Hand in Hand. Nicht jeder, der sich zu Kindern sexuell hingezogen fühlt, liebt diese auch. Das ist das eine.

        Das andere ist, dass gewaltfreie sexuelle Handlungen Gewalt gleichgesetzt werden. Dazu kommt noch, dass Kinderschützer nicht notwendigerweise am Schutz von Kindern interessiert sind, sondern nur daran, möglichst moralisch dazustehen und so zu tun, als ob man Kinder effektiv schützen wolle, selbst wenn es in der Sache völlig unsinnig ist (deswegen z.B. auch die Sprachverwirrung um „sexualisierte Gewalt“). Zu guter Letzt geben viele Leute, die einfach nur Pädos als sexuelle Minderheit hassen, nur Lippenbekenntnisse für den Kinderschutz, obwohl sie durch ihr Verhalten in anderen Bereichen (Körperstrafen, Beschneidung usw.) klar zeigen, dass sie nicht wirklich stark bzw. manchmal auch gar nicht an der Verbesserung des Kindeswohls interessiert sind.

        Ich persönlich bin sexuell an Kindern interssiert. Ich will ihnen intrinsisch weder schaden noch nützen. Ich hasse sie weder, noch liebe ich sie. Ausnahmen bestätigen die Regel.

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      3. „Ein sexuelles Interesse an Kindern geht nicht notwendigerweise mit einem Interesse am Schutz dieser Kinder Hand in Hand. Nicht jeder, der sich zu Kindern sexuell hingezogen fühlt, liebt diese auch. Das ist das eine.“

        Das stimmt. Aber ich glaube die Quote von Menschen, die Kindern wohlgesonnen sind, relativ hoch ist. Und ich vermute, dass sie unter pädophilen Menschen noch höher ist als in der Allgemeinbevölkerung.

        Einerseits haben einige Pädos ein besonderes Einfühlungsvermögen gegenüber Kindern. Andererseits führt die allgemeine Verdammung zu einer Gegenreaktion. Es ist für die Aufrechterhaltung eines positiven Selbstbildes notwendig, dass man – gerade als Pädo – Kinder gut behandelt.

        „Dazu kommt noch, dass Kinderschützer nicht notwendigerweise am Schutz von Kindern interessiert sind, sondern nur daran, möglichst moralisch dazustehen“

        Diese Fraktion gibt es meiner Überzeugung nach tatsächlich. Wie verbreitet sie sind, kann ich nicht beurteilen. Ich glaube, dass es eine Minderheit ist, vermute aber dass es keine ganz kleine Minderheit ist.

        „Zu guter Letzt geben viele Leute, die einfach nur Pädos als sexuelle Minderheit hassen, nur Lippenbekenntnisse für den Kinderschutz, obwohl sie durch ihr Verhalten in anderen Bereichen (Körperstrafen, Beschneidung usw.) klar zeigen, dass sie nicht wirklich stark bzw. manchmal auch gar nicht an der Verbesserung des Kindeswohls interessiert sind.“

        Ich glaube diese Leute fallen auch in Kinderschutzorganisationen auf. Wenn es sich nicht um Menschen handelt, die aus anderem Grund wichtig sind (z.B. wegen Prominenz oder politischer Verbindungen, ökonomischer Macht) werden diese Leute dort vermutlich keine bedeutende Rolle spielen, weil ihr fehlendes Interesse an Kindern und dem Kindeswohl erkannt wird. Gefährlicher sind Leute, die sich erfolgreich als Kinderschützer tarnen, denen es aber eigentlich nur um das Vorzeigen der eigenen Tugendhaftigkeit geht.

        „Ich persönlich bin sexuell an Kindern interssiert. Ich will ihnen intrinsisch weder schaden noch nützen. Ich hasse sie weder, noch liebe ich sie. Ausnahmen bestätigen die Regel.“

        Das finde ich sehr selbstreflektiert und schätze die Ehrlichkeit, die darin zum Ausdruck kommt.

        Ich würde bei mir auch nicht sagen, dass ich Kinder liebe. Aber ich mag Kinder (durchaus auch Mädchen, mit denen ich sexuell nichts anfangen kann), begegne ihnen mit Wohlwollen und bin bereit mich für sie einzusetzen oder sie zu verteidigen.

        Das allgemeine Interesse an Kindern ist bei mir übrigens gestiegen als ich das erste mal Onkel geworden bin. Plötzlich waren Babys in Kinderwagen interessant, an denen ich zuvor achtlos vorbei gegangen wäre.

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  3. Danke für deinen Einsatz! Es ist schön zu sehen, dass es auch Parteien gibt, die ihren kühlen Kopf bei der Thematik noch bewahrt haben und sich für einen Kinderschutz einsetzen, der tatsächlich auch realen Kindern zugutekommt – und eben nicht aus Ekel und Abscheu heraus im Namen des Kinderschutzes Maßnahmen fordert, die womöglich hinterher noch viel mehr Kinder in Gefahr zu bringen (von den Grundrechtsverletzungen mal ganz abgesehen, aber da erwarte ich inzwischen gar nicht mehr, dass die Grundrechte von Pädophilen als etwas gesehen werden, was es wert ist verteidigt zu werden).

    Ich hoffe nur, dass diese Stimmen auch gehört werden. Die letzte Bundestagsdiskussion, in der ein Appell für eine evidenzbasierte Herangehensweise einfach mal in empörten Zwischenrufen aller anderen Parteien untergegangen ist, lässt mich da nicht wirklich hoffen. Ich fürchte fast wir haben uns zu spät gewehrt :/

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    1. „Ich fürchte fast wir haben uns zu spät gewehrt.“

      Ich glaube nicht an ein zu spät. Alles was man tut ist stets zu spät, um die Vergangenheit zu ändern. Aber an der Zukunft wird noch gebaut und dieses Bauen hört auch nie auf.

      Selbst wenn es zu einem Verbot kommt (wovon ich ausgehe), es könnte gekippt werden (was ich für möglich halte). Und auch wenn das Verbot Bestand haben sollte, heisst das nicht, dass es danach auf alle Zeiten unabänderbar ist.

      1957 wehrten sich Kläger dagegen, dass männliche Homosexualität unter Strafe stand, weibliche Homosexualität nicht. Sie strebten die nichtigerklärung der §§ 175 f. StGB an – und scheiterten vor dem Verfassungsgericht.

      Die damalige Gesetzgebung verletzte nicht nur das allgemeine Persönlichkeitsrecht, sondern auch das Gleichheitsgebot, da nur der gleichgeschlechtliche Verkehr von Männern unter Strafe gestellt war, nicht der von Frauen. Trotzdem hielt das Verfassungsgericht diese Gesetzgebung für verfassungskonform: der homosexuelle Mann neige eher als eine lesbische Frau dazu, einem hemmungslosen Sexualbedürfnis zu verfallen. Deswegen dürften Männer, anders als Frauen, für ihre Homosexualität bestraft werden.

      Das zeigt: letztlich entscheidet auch der Zeitgeist darüber, wie die Verfassung interpretiert wird. Man kann also durchaus auch bitter enttäuscht werden, wenn man seine Hoffnung in eine Entscheidung des Verfassungsgerichts setzt.

      Aber trotz der damaligen bitteren Enttäuschung und mehreren darauf folgenden Jahrzehnten der fortgesetzten Diskriminierung sind die diskriminierenden Gesetze inzwischen längst abgeschafft und es gibt sogar eine „Ehe für alle“. Heute gilt das Urteil von 1957 als skandalös. Die Verurteilten wurden rehabilitiert. Damals wäre eine Ehe für alle skandalös und völlig undenkbar gewesen.

      Dazwischen haben viele Leute engagiert gekämpft, obwohl es „zu spät“ war. Sie haben gewonnen.

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      1. „Sie haben gewonnen.“

        Bis auf die, die Jahre im Knast verbracht haben und später an Altersschwäche gestorben sind, bevor sie „rehabilitiert“ wurden. Es gibt auch so etwas wie Time-Discounting. Lieber eine marginale Liberalisierung heute als eine viel größere Liberalisierung erst viel später. Erstens werden wir älter und damit wird unsere Sexualität weniger biologisch belastbar. Ich brauche keine sexuelle Freiheit, wenn ich 90 bin und kurz vor dem Herzkasper stehe. Auf lange Sicht evaporieren sogar Schwarze Löcher in Hawking-Strahlung, Äonen nachdem alles Leben entropisch ausgelöscht wurde. Wenn die sexuelle Freiheit für pädophile Lust erst hinterher kommt, haben wir verloren. 🙂

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      2. „Bis auf die, die Jahre im Knast verbracht haben und später an Altersschwäche gestorben sind, bevor sie „rehabilitiert“ wurden. Es gibt auch so etwas wie Time-Discounting. Lieber eine marginale Liberalisierung heute als eine viel größere Liberalisierung erst viel später.“

        Das stimmt. Deshalb verstehe ich nicht, warum du dich in einem anderen Kommentar auf diese Position stellst:

        „Wenn es eine Organisation gäbe, die sich für die Legalisierung von Lolicon und Co. sowie gegen die Strafbarkeit von Puppen einsetzt, ohne dabei im gleichen Atemzug Pädophilie, reale Kinderpornografie oder Sex mit realen Kindern moralisch zu verurteilen, würde ich diese unterstützen. Es würde reichen, wenn sie zu den strittigen Frage neutral wäre (kein Abschwören, kein Dämonisieren, kein Befürworten). (…) Es ist für mich ein Catch-22, dass meine Position so weit außerhalb des Overton-Fensters ist, dass eine Organistion, die sie teilt, politisch marginalisiert und damit nicht effektiv sein wird; und das Organisationen, die sich von ihr distanzieren, um politisch nicht marginalisiert zu sein, mein Geld und meine Unterstützung nicht wert sind. Ich meine das übrigens nicht moralisch, sondern es würde aus Sicht meiner persönlichen Präferenzen einfach am Sinn vorbeigehen.“

        Das Engagement einer Organisation wie der Protasia Foundation kann etwas bewirken. Sie ist gerade deshalb effektiv, weil sie sich glaubwürdig gegen reale Kinderpornografie und Sex mit realen Kindern engagiert.

        Die vollständige Liberalisierung von fiktiver Pornografie wäre aus meiner Sicht mehr als eine nur marginale Verbesserung.

        Schon aus pragmatischen Eigennutz sollte man das unterstützen.

        Ich sehe hier auch eine Chance auf eine Entkriminalisierung von Pädophilen als Gruppe. Die Besitzquote von kinderpornographischem Material scheint sehr hoch zu sein. Aus einer Pressemitteilung des Präventionsprojekts „Kein Täter werden“ geht hervor, dass rund 70 % der Teilnehmer am Berliner Standort von „Kein Täter werden“ bereits Missbrauchsabbildungen konsumiert hatten, davon fast 90 % im Dunkelfeld, also unentdeckt.

        Die hohe Besitzquote kann dazu herhalten, einen Generalverdacht zu begründen. Wer pädophil ist, steht dann im Verdacht ein Verbrecher zu sein (denn Pronographiebesitz ist aufgrund der neuen Mindeststrafe von 1 Jahr künftig ein Verbrechen). Wenn jemand meint, dass Pädophile nach „kriminalistischer Erfahrung“ Kinderpornographie besitzen, dann kann Pädophil-sein für die Anordnung einer Hausdurchsuchung ausreichen.
        https://paedoseite.home.blog/2019/05/10/leben-unter-verdacht/

        Das fehlen einer gut verfügbaren und akzeptierten legalen Alternative zu tatsächlicher Kinderpornographie erschwert jeden Aktivismus aber auch Selbsthilfegruppen erheblich. Wäre fiktive Pornographie eindeutig und umfassend legalisiert, dann wäre dieses Problem in den Griff zu bekommen.

        Für andere Verbesserungen kannst du dir andere Verbündete suchen oder den Kampf alleine führen.

        „Erstens werden wir älter und damit wird unsere Sexualität weniger biologisch belastbar. Ich brauche keine sexuelle Freiheit, wenn ich 90 bin und kurz vor dem Herzkasper stehe. Auf lange Sicht evaporieren sogar Schwarze Löcher in Hawking-Strahlung, Äonen nachdem alles Leben entropisch ausgelöscht wurde. Wenn die sexuelle Freiheit für pädophile Lust erst hinterher kommt, haben wir verloren.“

        Es gibt mehr als einen Kampf. Neben den Kampf gegen Diskriminierung und Stigmatisierung gibt es auch den Kampf um das persönliche Glück. Auch die Aktivisten vergangener Tage, haben beide Kämpfe geführt.

        Vielleicht haben sie den Kampf gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung zu Lebzeiten nicht gewonnen, sondern nur die Chancen der nächsten Generation verteidigt oder verbessert. Den zweiten Kampf, den Kampf um das persönliche Glück, kann auch der Diskriminierte gewinnen, der den Kampf gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung nicht zu gewinnen vermag.

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      3. Schneeschnuppe, wenn es eine politische Partei im Bundestag gäbe, die zwar gegen eine Entkriminalisierung von Sex unter 14 und dessen Darstellung ist, aber Loli/Shotacon und Sexpuppen legal sehen will, würde ich diese wählen (wenn keine schwerwiegenden anderen Gründe dagegen sprächen, z.B. Haltung zur Selbstbestimmung in medizinischen Fragen wie Sterbehilfe). Wer gegen die größeren Übel wählen will, muss zwangsläufig ein geringeres Übel wählen. Geld gespendet habe ich in der Vergangenheit auch, aber dazu ist mir die Differenz derzeit zu gering. Bei einer „Advocacy“-Organisation liegt meine Hemmschwelle nochmal etwas höher als bei Parteien, weil Parteien um ein Machtvakuum kämpfen, das besetzt werden muss (im Prinzip kämpft sogar die CDU auf „meiner“ Seite gegen ISIS, Nazis und Taliban um die politische Macht). Eine Organisation jedoch, die lediglich dazu da ist, Positionen zu formulieren, Forderungen zu stellen und medial nach außen zu tragen bzw. juristisch zu repräsentieren, muss schon ziemlich nahe an meiner idealen Position sein, um eine aktive Unterstützung zu verdienen. Ansonsten sende ich unterm Strich das falsche Signal. Denn in dem Fall geht es nur um die Botschaft an sich, nicht um das Besetzen eines Machtvakuums. Als Alternative gibt es schließlich noch die direkte Botschaft, die ich per Mail und Internetkommunikaiton schreiben kann, ohne die für mich kontroversen Punkte überhaupt anzusprechen. Oder ich spreche sie ebenfalls an, so wie hier, aber halt ohne große Erwartung an eine positive Resonanz im Allgemeinen.

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  4. „Ich fürchte fast wir haben uns zu spät gewehrt“

    Nachdem der Puppenspieler seit Jahren schon versucht zu deeskalieren sowohl was das Verhältnis der Kinderschützer und der „Antis“ zu Pädos betrifft als aber auch was das Verhältnis von „Pädos zu Pädos“ anbelangt,, hat mir ein von mir geschätzer Pädoaktivist mit einem kleinen eigenen Projekt einst geschrieben, auf einen Beitrag von mir in dem ich ihn fragte warum man so auf der Vergangenheit einzelner Pädos oder Threads herumreitet. die schon längst niemand mehr kennt und die keinen Einfluss in der Öffentlichkeit haben wenn sie in geschlossenen Bereichen geschrieben wurden.

    Er hat mir sinngemäß geschrieben dass bevor er auch nur einen kleinen Kompromiss eingehe, er lieber für immer alleine bleibt und alleine weiter kämpft.

    Ähnlich wurde mir in einem Forum vor Jahren von der Admnistration geantwortet auf meine Befürwortung von fiktiver Kipo und von Kinderpuppen. Und vor allem dass Pädos eine legale Möglichkeit bräuchten ihre angeborene Sexualität schadfrei für alle ausleben zu können.

    Sinngemäß wurde da gesagt, dass die Admins fiktive Kipo und Kinderpuppen „zur Sicherheit“ ablehnen, zumindest solange keine eindeutigen Forschungsergebnisse vorliegen wo die Ungefährlichkeit bestätigt werden kann. Dass es diese Forschungen ohnehin niemals geben wird wenn kein Gegendruck gemacht wird, war damals mir bereits klar. Und ich denke den Admins des Forums auch.

    Ich denke dass genau wegen solcher Haltungen wir Pädos heute da sind wo wir eben sind.

    Zumindest bei dem Forum das damals öffentlich gegen fiktive Kipo und Kinderpuppen sich stellte, dürfte ein Meinungsumschwung stattgefunden haben da man damals eine Diskussion darüber per Admin und Mod „abwürgte“.

    Heute lässt dieses Forum mehrere Diskussionen zu dem Thema zu…….ja mehr noch die meisten Mods und Admins stehen heute hinter fiktiver Kipo und hinter Kinderpuppen.

    Ich finde es so schön Sirius dass Du Dich hier zu Wort meldest. Das geht runter wie Öl. Wir müssen auch die Grenzen von BL und GL überwinden, ebenso der Pädophilie und der Hebephilie

    Es braucht eine Agenda die fähige Pädophile verfolgen und die mittels Grundsätzen jedes Mitglied an das Projekt kittet. Egal ob das nun ein „e.V. Verein“ ist oder nur ein zunächst lockerer Zusammenschluss. Das Wichtigste ist aber, dass diese Agenda nicht auf einer Konversionstherapie fußt. Es gibt so viele Pädos, die mit ihrer sexuellen Ausrichtung keine Probleme haben oder wie in meinen Fall sogar diese gerne haben.

    Diese Agenda sollte auch nicht auf einer Selbsthilfe beruhen – zumindest nicht was die sexuelle Ausrichtung per se betrifft. Sie sollte gezielt Botschaften nach aussen tragen auf verschiedene Ebenen.

    Gestützt von Sexualwissenschaftlern und Rechtswissenschaftlern. Und sie darf keine Konflikte juristischer Art scheuen. Das damit eine Deanonymisierung vielleicht von Nöten ist muss eventl. in Kauf genommen werden. Man muss das alles ausloten was machbar ist.

    Ich vergleiche das gerne mit einem Club der Biertrinker. Bei der Gründung müssen Statuten aufgestellt werden wo alle dahinter stehen. Ob bei den Mitgliederanwärter jemand dabei ist der vor Jahren betrunken einmal einen Unfall verursacht hat darf nicht dazu führen dass er für immer keine Zutrittsrechte zu diesen Club hat.

    Ebenso darf so jemand auch nicht zum Abschwören von irgendwas gezwungen werden wie es bei Gallileo Galliei vor Jahrhunderten gemacht wurde. Statuten zu denen sich jeder bekennt muss reichen.

    Ein einsamer Pädo der gerade einmal mit Mühe und Not das Geld hat einen drittklassigen Anwalt zu bezahlen ist verloren auf weiter Flur und braucht erst gar keine Anstrengungen zu unternehmen gegen den gesamten Mainstream seine Menschenrechte durchzusetzen.

    2 oder 3 fähige Pädos die sich mit Projekten auskennen und juristisch gebildet sind können zusammenlegen, einen guten Anwalt beauftragen der im Falle eines Falles auch zu höheren Gerichten geht. Sie haben eine viel höhere Erfolgsaussicht.

    Ganz viele Pädos die alle per Statuten zusammengekittet sind und die in ihren Reihen alleine schon Aufgrund der Menge mehrere Leute haben die fähig sind, die juristisch gebildet sind, die Geld haben und und und können sich zusammen tun ……….zusammenlegen und zu top Sexual und Rechtswissenschaftlern gehen und mehrere Topanwälte beauftragen die vielleicht auch international aufgestellt sind, Sie können bis zu den obersten Menschengerichtshöfen gehen und wer weiß wie viele Pädos in anderen Ländern auf genau so einen Zündfunken warten.

    Und ja ich denke Pädos lehnen alle „sexualisierte Gewalt gegen Kinder“ ab. So wie es seit Jahrtausenden war. Solange machen das Pädos nämlich schon. Nur der Begriff „sexualisierte Gewalt“ ist leider soeben per Gesetz zu einem Kampfbegriff gegen die Pädophilie gemacht worden und hat immer weniger mit Gewalt zu tun. Ganz so wie „Neusprech nach George Orwell“ es vor langer Zeit vorrausgesagt hat. Als Kinderpuppenbesitzer kann ich da ein Lied davon singen.

    Prostasia.org habe ich damals zufällig auf Twitter gefunden und soweit mir bekannt ist, ist das die einzige Kinderschutzorganisation die von Twitter zusammen mit Pädoaktivisten ganz schnell gelöscht wurde. Ganz nach dem Motto „es kann nicht sein, was nicht sein darf“.
    Ich persönlich habe immer schon den Kinderschutz, pädophil empfindende Menschen und die Menschenrechte von allen als gleich wichtig empfunden.

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    1. Wenn es eine Organisation gäbe, die sich für die Legalisierung von Lolicon und Co. sowie gegen die Strafbarkeit von Puppen einsetzt, ohne dabei im gleichen Atemzug Pädophilie, reale Kinderpornografie oder Sex mit realen Kindern moralisch zu verurteilen, würde ich diese unterstützen. Es würde reichen, wenn sie zu den strittigen Frage neutral wäre (kein Abschwören, kein Dämonisieren, kein Befürworten). Das Problem mit einer solchen Neutralität ist, dass dabei in der öffentlichen Diskussion sofort die „Gretchenfrage“ gestellt werden würde. Wie groß kann die politische Reichweite einer Organisation sein, die sich zu realen Kinderpornos oder Sex mit realen Kindern entweder neutral äußert oder sich in dieser Frage bedeckt hält? In der Praxis wird es entweder so laufen, dass es eine Organisation wie k13 ist, deren politischer Einfluss stark begrenzt ist, oder dass eben doch das Abschwören stattfindet wie bei Prostasia (und selbst die wurden noch wie du beschrieben hast auf Twitter gelöscht).

      Es ist für mich ein Catch-22, dass meine Position so weit außerhalb des Overton-Fensters ist, dass eine Organistion, die sie teilt, politisch marginalisiert und damit nicht effektiv sein wird; und das Organisationen, die sich von ihr distanzieren, um politisch nicht marginalisiert zu sein, mein Geld und meine Unterstützung nicht wert sind. Ich meine das übrigens nicht moralisch, sondern es würde aus Sicht meiner persönlichen Präferenzen einfach am Sinn vorbeigehen.

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    2. „Er hat mir sinngemäß geschrieben dass bevor er auch nur einen kleinen Kompromiss eingehe, er lieber für immer alleine bleibt und alleine weiter kämpft.“

      „Wir müssen auch die Grenzen von BL und GL überwinden, ebenso der Pädophilie und der Hebephilie“

      „Ebenso darf so jemand auch nicht zum Abschwören von irgendwas gezwungen werden wie es bei Gallileo Galliei vor Jahrhunderten gemacht wurde. Statuten zu denen sich jeder bekennt muss reichen.“

      „Ganz viele Pädos die alle per Statuten zusammengekittet sind und die in ihren Reihen alleine schon Aufgrund der Menge mehrere Leute haben die fähig sind, die juristisch gebildet sind, die Geld haben und und und können sich zusammen tun ……….zusammenlegen und zu top Sexual und Rechtswissenschaftlern gehen und mehrere Topanwälte beauftragen die vielleicht auch international aufgestellt sind, Sie können bis zu den obersten Menschengerichtshöfen gehen und wer weiß wie viele Pädos in anderen Ländern auf genau so einen Zündfunken warten.“

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      Es gibt einige Gräben im der „Community“. Die wichtigste betrifft meiner Einschätzung nach das Verständnis zum Thema „Einvernehmlichkeit“ und zur Schädlichkeit willentlich einvernehmlicher Kontakte. Andere sind BL und GL, Pädophilie und Hebephilie.

      Man wird sie nicht alle zuschütten können. Es hilft aus meiner Sicht schon, wenn man miteinander redet und ein echtes Verständnis dafür entwickelt, was der andere meint und will.

      Das muss nicht bedeuten, dass man dann auf einmal das gleiche für richtig hält und man wird sich auch weiterhin in erster Linie mit Leuten zusammentun, die das gleiche wollen und für richtig halten wie man selbst. Ich finde das OK. Schön ist es, wenn eine partielle Zusammenarbeit trotz der Gräben möglich wird.

      Für Pädos, die sich aus Überzeugung scharf von sexuelle Handlungen abgrenzen und diese verurteilen ist das aber (aus für mich nachvollziehbaren Gründen) schwierig. Auch wenn sie den Leuten auf der anderen Seite des „Einvernehmlichkeits-Grabens“ einen guten Willen unterstellen, gehen sie ja davon aus, dass das finale Ziel der anderen Gruppe für Kinder schädlich wäre. Darüber hinaus kann eine Nähe zu Menschen, die sich gerade nicht gegen Sexualität mit Kindern positionieren will, die Effektivität des eigenen Ringens um Toleranz und Anerkennung in der Allgemeinbevölkerung beeinträchtigen. Um den Schaden zu begrenzen wird auf Distanzierung gesetzt.

      „Ich vergleiche das gerne mit einem Club der Biertrinker. Bei der Gründung müssen Statuten aufgestellt werden wo alle dahinter stehen. Ob bei den Mitgliederanwärter jemand dabei ist der vor Jahren betrunken einmal einen Unfall verursacht hat darf nicht dazu führen dass er für immer keine Zutrittsrechte zu diesen Club hat.“

      GSA zum Beispiel hat ja Statuten:
      „Grundlage aller Diskussionen bei GSA ist die Haltung, dass sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kinder unter keinen Umständen ethisch vertretbar sind. Bestehende Gesetze zu sexuellen Handlungen mit Kindern werden akzeptiert. Auf SuH, der Mutterseite unserer gesamten Plattform, kann mehr zu den grundlegenden Einstellungen des Teams nachgelesen werden. Aber die Haltung, es sei vor allem die Gesetzeslage oder Reaktionen der Gesellschaft, die den Schaden solcher Kontakte ausmachen, ist hier nicht willkommen.“

      Das Problem ist, dass die Statuten für einen Teil der Community nicht unterschreibbar sind, etwa weil sie eben doch Änderungen an den Gesetzen anstreben oder den droehenden Schaden vor allem bei der Gesetzeslage oder Reaktionen der Gesellschaft verorten. Für den Teil der Community, die GSA repräsentiert ist aber mindestens „die Haltung, dass sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kinder unter keinen Umständen ethisch vertretbar“ unverzichtbar.

      „Bei der Gründung müssen Statuten aufgestellt werden wo alle dahinter stehen.“

      Ich habe Zweifel ob das möglich ist. Wie könnten die Statuten deiner Meinung nach aussehen?

      „Ob bei den Mitgliederanwärter jemand dabei ist der vor Jahren betrunken einmal einen Unfall verursacht hat darf nicht dazu führen dass er für immer keine Zutrittsrechte zu diesen Club hat.“

      Ehemalige Taten sind bei GSA kein Aufnahmehindernis.

      Ähnlich hier:
      https://wir-sind-auch-menschen.de/unsere-haltung-zu-sex-mit-kindern

      „Haltung zu vergangenen Taten
      Nicht immer verläuft ein Leben ohne Straftaten. Entscheidend für uns ist vor allem die heutige Haltung zu eventuell begangenen Straftaten und die klare Überzeugung, dass diese nicht wieder passieren dürfen. Wir denken, dass nur dann, wenn Menschen auch die Möglichkeit gegeben wird, Fehler zu erkennen und an sich zu arbeiten weitere Taten verhindert werden können.“

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  5. @Schneeschnuppe
    ich finde es auf jeden Fall toll dass Du den Mehrwert einer Kinderpuppe jetzt erst richtig gesehen hast.

    Ist genau so bei einer Erwachsenenpuppe. Die Sexualität ist bei jedem total unterschiedlich gewichtet und so auch der Verwendungszweck einer Real Doll. Die Befriedung eines sexuellen Bedürfnisses mag eine Rolle spielen aber zu sagen das ist eine reine „Sexpuppe“ würde die meisten Puppenbesitzer von Erwachsenenpuppen auf die Barrikaden treiben. Es gibt genügend Puppenforen für Erwachsenenpuppenbesitzer wo man das nachsehen kann.

    So wie es Prostasia an die Regierung geschrieben hat ist es eigentlich Wahnsinn dass sich ein auf den Papier freiheitlicher Staat es sich herrausnimmt seinen Bürger zu sagen zu welchen Fantasien sie masturbieren dürfen und zu welchen nicht, nur weil eine Mehrheit das so haben will.

    Wegen der „Expertenliste“ die von mir angedacht war, habe ich das so gemeint dass man so eine Liste für sich selber oder für einschlägig Interressierte führt die natürlich nicht öffentlich einsehbar ist.

    Ich halte übrigens ein physisches Treffen von Menschen die eine Agenda vorran bringen wollen früher oder später für unabdingbar. Solche Treffen müssten nur 2 oder 3 Mal im Jahr stattfinden und sie sollten auch nicht den Charakter einer Selbsthilfegruppe haben. Eher einer Aktivistengruppe.

    Ich frage mich übrigens auch wer den Bericht in Deutsch so gut verfasst hat den Prostasia an die Regierung geschrieben hat. Das muss doch ein deutscher Muttersprachler gewesen sein.
    Genau diese Leute gilt es zu finden und an den Tisch von einschlägigen Aktivisten zu bringen.

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    1. „ich finde es auf jeden Fall toll dass Du den Mehrwert einer Kinderpuppe jetzt erst richtig gesehen hast.“

      Danke. Ich bemühe mich lernfähig zu bleiben. 😉

      „So wie es Prostasia an die Regierung geschrieben hat ist es eigentlich Wahnsinn dass sich ein auf den Papier freiheitlicher Staat es sich herrausnimmt seinen Bürger zu sagen zu welchen Fantasien sie masturbieren dürfen und zu welchen nicht, nur weil eine Mehrheit das so haben will.“

      Das fand ich auch einen der stärksten Teile der Stellungnahme.

      „Wegen der „Expertenliste“ die von mir angedacht war, habe ich das so gemeint dass man so eine Liste für sich selber oder für einschlägig Interressierte führt die natürlich nicht öffentlich einsehbar ist.“

      OK, dann denken wir da ähnlich.

      „Ich halte übrigens ein physisches Treffen von Menschen die eine Agenda vorran bringen wollen früher oder später für unabdingbar. Solche Treffen müssten nur 2 oder 3 Mal im Jahr stattfinden und sie sollten auch nicht den Charakter einer Selbsthilfegruppe haben. Eher einer Aktivistengruppe.“

      Eine Aktivistengruppe wie sie dir vorschwebt ist anfällig für eine Zerschlagung. Wir leben in einer Null-Toleranz Gesellschaft. Es wird mit viel Eifer versucht jeden legalen Raum für pädophile Menschen zu unterdrücken und zu vernichten. Ich denke eine Aktivistengruppe müsste sich deshalb zur eigenen Sicherheit auf den virtuellen Raum beschränken.

      Aktivistische Netzwerke sind generell eine schwierige Sache. Man sollte nicht vergessen, dass es durchaus sein kann, dass ein anderer Aktivst eine Straftat begeht oder begangen hat, von der man nichts weiß. Das kann eine Straftat sein, die zu Unrecht unter Strafe steht (wie künftig etwa der Besitz einer Real Doll), es kann aber auch etwas sein, dass völlig zu Recht verboten ist. Eine Straftat (fast egal welche) würde den Aktivismus der betreffenden Person n den Augen der Allgemeinheit diskreditieren. Wenn man mit dieser Person erkennbar verbunden ist, kann es auch den eigenen Aktivismus diskreditieren. Etwas Abstand ist also schon aus Selbschutzgründen und zum Schutz der eigenen aktivistischen Arbeit nötig.

      Ich denke, dass die Zeit für „richtige“ Netzwerke unter Aktivisten noch nicht reif ist. Das heisst nicht, dass man sich nicht austauschen, unterstützen oder aufeinander aufbauen kann. Sowas wie persönliche Treffen sind aus meiner Sicht aber schwierig.

      Allerdings braucht man für vieles eben auch unterschiedlichste Kenntnisse, Ressourcen und Talente, die nunmal nicht alle in einer Person vereint sind. Ich bin für jeden dankbar, der etwas einbringen kann indem er selbst aktivistisch tätig wird oder indem er Aktivisten unterstützt.

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  6. Hi Schneeschnuppe,
    sag mal, kann man den nicht irgendwie juristisch gegen die Pädo Hunters auf You Tube vorgehen? Die hetzen im Prinzip ausschließlich gegen pädophile Menschen und das ausschließlich mit Jugendliche als „Lockvögel“ die meiner Meinung nach aber nur Schauspieler sind.

    Man stelle sich vor ein You Tube Kanal würde gegen Homosexuelle hetzen und das mit Frauen die eine männliche Statur haben.
    Ich habe leider kein You Tube Account sonst könnte ich´s wenigstens melden.

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    1. Ich denke, dass die meisten in Frage kommenden Straftaten Offizialdelikte sind, also von Amts wegen verfolgt werden, wenn die Polizei Kenntnis von ihnen erhält. Man könnte also ein Video anschauen, prüfen, ob man dort Anhaltspunkte auf Straftaten erkennt und diese dann melden.

      Normalerweise geht das wohl nicht anonym, aber es gibt inzwischen die Möglichkeit online Strafanzeigen zu stellen. Dort kann man evtl. auch anonym oder pseudonym Strafanzeigen einstellen. Sicher bin ich mir nicht. Auch dürfte man, wenn es funktioniert, als anonym Anzeigender nicht erfahren, was bei der Anzeige herausgekommen ist.

      Die Gewalt ist zwar gegen Pädophile gemeint, trifft tatsächlich aber überwiegend heterosexuelle Männer. Es ist also irgendwo ein Thema, aber aus meiner Sicht eher ein Randthema. Ohne das Puppenthema wäre ich diesbezüglich vielleicht engagierter. So wie es ist, habe ich aber selbst keine Kapazitäten, um da ernsthaft etwas zu unternehmen.

      Disclaimer:
      Das obige ist lediglich eine Momentaufnahme meiner Haltung dazu. Es kann durchaus sein, dass ich letztlich zu einer anderen Wertung komme.

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