Leserbrief: Aus dem Leben eines Puppenspielers (3/3)

Im Referententwurf für das „Gesetz zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder“ was ein Verbot von Puppen noch nicht vorgesehen. Der populistische Druck hat dazu geführt, dass das Verbot nun auf der Überholspur näher rückt. Im gestern beschlossenen Regierungsentwurf des Reformpakets ist das Verbot nun vorgesehen. Eine Verabschiedung durch den Bundestag scheint sicher.

Hier die geplante Regelung:

§ 184 l – Inverkehrbringen, Erwerb und Besitz von Sexpuppen mit kindlichem Erscheinungsbild

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer

1. eine körperliche Nachbildung eines Kindes oder eines Körperteiles eines Kindes, die nach ihrer Beschaffenheit zur Vornahme sexueller Handlungen bestimmt ist, herstellt, anbietet oder bewirbt oder

2. mit einer in Nummer 1 beschriebenen Nachbildung Handel treibt oder sie hierzu in oder durch den räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes verbringt oder

3. ohne Handel zu treiben, eine in Nummer 1 beschriebene Nachbildung veräußert, abgibt oder sonst in Verkehr bringt. Satz 1 gilt nicht, wenn die Tat nach § 184b mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer eine in Absatz 1 Nummer 1 beschriebene Nachbildung erwirbt, besitzt oder in oder durch den räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes verbringt. Absatz 1 Satz 2 gilt entsprechend.

(3) In den Fällen des Absatzes 1 Nummer 2 und 3 ist der Versuch strafbar.

(4) Absatz 1 Nummer 3 und Absatz 2 gelten nicht für Handlungen, die ausschließ-lich der rechtmäßigen Erfüllung staatlicher Aufgaben oder dienstlicher oder beruflicher Pflichten dienen.

(5) Gegenstände, auf die sich die Straftat bezieht, werden eingezogen. § 74a ist anzuwenden.

Jemandem, der eine Sexpuppe mit kindlichem Erscheinungsbild kauft, besitzt oder nach Deutschland bringt, drohen also bald bis zu 3 Jahre Haft. Wobei es keine ganze Puppe sein muss. Auch ein sehr kleiner Dildo, der vielleicht als „Anfängermodell“ gekauft wird, würde bereits reichen. Das Ticket ins Gefängnis ist aktuell auf amazon.de für 9.99 € zu haben.

§ 184l StGB gehört durch parallele Änderung des § 34 des Bundeszentralregistergesetzes zu den Straftaten, die künftig für 10 Jahre im erweiterten Führungszeugnis erscheinen werden.

Auch § 72a Achtes Buch Sozialgesetzbuch (Kinder- und Jugendhilfegesetz) wird geändert. Die dort geführte Liste der Straftaten, die einen „Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter Personen“ zur Konsequenz hat, wird um § 184l StGB erweitert.

(4) Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sollen durch Vereinbarungen mit den Trägern der freien Jugendhilfe sowie mit Vereinen im Sinne des § 54 sicherstellen, dass unter deren Verantwortung keine neben- oder ehrenamtlich tätige Person, die wegen einer Straftat nach Absatz 1 Satz 1 rechtskräftig verurteilt worden ist, in Wahrnehmung von Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe Kinder oder Jugendliche beaufsichtigt, betreut, erzieht oder ausbildet oder einen vergleichbaren Kontakt hat. Hierzu sollen die Träger der öffentlichen Jugendhilfe mit den Trägern der freien Jugendhilfe Vereinbarungen über die Tätigkeiten schließen, die von den in Satz 1 genannten Personen auf Grund von Art, Intensität und Dauer des Kontakts dieser Personen mit Kindern und Jugendlichen nur nach Einsichtnahme in das Führungszeugnis nach Absatz 1 Satz 2 wahrgenommen werden dürfen.

Selbst wenn es lediglich zur Verurteilung zu einer Geldstrafe kommen sollte, folgt auf die Bewerbung für ein Ehrenamt dann dieses Gespräch:

Wie, sie haben damals nen‘ Dildo bei Amazon für 9,99 € gekauft und sind deshalb wegen Erwerb und Besitz von Sexpuppen mit kindlichem Erscheinungsbild verurteilt worden? Glaub‘ ich Ihnen nicht, sowas kann ja gar nicht sein! Leute wie sie wollen wir hier nicht – und wir dürfen sie übrigens auch gar nicht beschäftigen …

Aus meiner Sicht ist das geplante Verbot verfassungswidrig. Gesetze müssen geeignet, erforderlich und verhältnismäßig sein.

Schon an der Geeignetheit fehlt es.

Wenn man den Sexualtrieb befriedigt hat, ist er erst einmal „weg“ und nicht mehr handlungsleitend. Wenn man den Sexualtrieb unterdrückt, bleibt er wirkmächtig und kann ggf. auch dann das Handeln bestimmten, wenn es besonders auf Kontrolle ankommt.

Ein Verbot von Handlungen, die den Sexualtrieb befriedigen und bei denen kein Kind ausgenutzt, missbraucht oder sonstwie geschädigt wird, ist aus Sicht des Kinderschutzes daher nicht nützlich, sondern schädlich.

Ein Verbot ist aber auch nicht verhältnismässig.

Sexualität wird neben der Nahrungsaufnahme, Schlaf und dem Erhalt der körperlichen Unversehrtheit zu den psychologischen Grundbedürfnissen gezählt, deren Befriedigung das erste Ziel eines jeden Menschen ist. Sie ist also Teil der Menschenwürde.

Selbstverständlich darf niemand seine Sexualität auf Kosten eines anderen Ausleben. Die Grenze der eigenen Freiheit ist erreicht, wenn die Freiheit eines anderen verletzt wird. Wenn die Freiheit anderer nicht verletzt wird, sind Einschränkungen aber illegitim.

Bei der Verfassungsmäßigkeit geht es immer auch um die Frage der Verhältnismäßigkeit. Also, wie stark jemand eingeschränkt wird.

Ein Puppenverbot würde einen Pädophilen, der keinen legalen Sex mit einer für ihn attraktiven Person haben darf, fiel härter treffen als einen Heterosexuellen, der ja auch einen menschlichen Sexpartner „ausweichen“ kann.

Wenn die eigentlich angestrebten sexuellen Handlungen verboten sind und zugleich auch alle Ersatzhandlungen verboten werden, die einem pädophilen Menschen sexuelle Entlastung verschaffen können, dann kommt das einer Kriminalisierung der Neigung an sich gleich.

Man kann nur hoffen, dass das Verbot letztlich vom Verfassungsgericht mit einer deutlichen Rüge an die Politik gekippt wird.

Ansonsten hilft nur noch der Rat von Johann Wolfgang von Goethe:

Wer sich den Gesetzen nicht fügen lernt, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten.

aus: Wilhelm Meisters Wanderjahre

Hier nun der dritte und letzte Teil des Leserbriefes.


Ich stieg in dieses Doll-Thema auch immer stärker ein, lernte immer mehr andere Dollbesitzer kennen, die mir immer von den gleichen positiven Erfahrungen aus ihren Leben mit Doll berichteten. Schließlich lernte ich online sogar zwei Paare kennen, die solch eine Doll in ihr Leben mit einbauten, da einer der beiden bzw. sogar beide ebenfalls pädophil waren/ist.

Ich lernte Fotografen kennen, die sich Kinderdolls aus Silikon kauften, um damit die realistischsten Fotos zu machen, die man mit einer Doll nur machen kann.

Und ich lernte behinderte Menschen, kennen die teils im Rollstuhl sitzen und die heilfroh waren, dass es nun kleine Dolls mit weniger Gewicht aber dennoch realistischer Haptik gab.

Viele Kinderdollbesitzer entwickelten sich zu Sammlern und besitzen mehrere dieser Kinderdolls und stellten fast schon eine Familie nach. Sie erstellten sich eigene Homepages und stehen und standen mit Rede und Antwort auch werdende, Puppenbesitzer*Innen mit Rat und Tat zur Seite.

Dann wurde es etwas kurios, als ich eine Partnerin kennenlernte und mit ihr mehrere Monate zusammen war, was für mich einmalig war und blieb. In dieser Zeit musst meine kleine Silikonmaus natürlich in den Keller weichen und da ich absichtlich mit meiner Freundin nicht zusammen wohnen wollte, kam meine „Kleine“ dann wieder zum Vorschein wenn meine „Große“ weg war.

Ab 2015 dann sprangen auch immer mehr andere Dollverkäufer auf den Zug auf und hatten zumindest ein oder zwei Dolls im Angebot, die mehr oder weniger Kindern nachempfunden waren.

Zu dieser Zeit stiegen schließlich chinesische Puppenverkäufer und Hersteller in die Materie ein und von da an kam dann für die Kinderpuppen ein im Vergleich zur bisherigen Situation regelrechter Boom. Die Kinderpuppen drittelten sich im Preis und wurden direkt vor die Haustüre geliefert.

Auch die Haptik und die Detailtreue der Körper, vor allem der Gesichter, glichen mehr und mehr Bildhauermeisterwerken. Interessanterweise sind hier chinesische Firmen führend auf dem Weltmarkt.

Schließlich kamen 2018/19 auch „Silikonjungen“ dazu, was viele Boylover nur als gerecht empfinden.

Dann kam. was natürlich kommen musste und die Öffentlichkeit und Aktivistengruppen wurden auf dieses Thema aufmerksam. So machten schon 2016 Privatsender regelrechte Hetzreportagen gegen Kinderpuppenverkäufer und kriminalisierten Kinderpuppenbesitzer. Zunächst aber noch ohne den gewünschten Erfolg, Aufmerksamkeit und Hass zu schüren

Dann kam was sehr Eigenartiges. Es bildeten sich neue Puppenverkäufer, die nicht verifiziert werden konnten und wo Kunden, die versuchten dort zu bestellen, nie eine Ware erhalten hatten. Adressen, die angegeben waren, gab es nicht, wenn jemand dazu recherchierte.

Was aber sofort auffiel war die aggressive Art für diese Kinder“sex“puppen zu werben. Ja richtig, bisher hatte kein seriöser Kinderpuppenhersteller damit geworben Kinder“sex“puppen zu verkaufen. Diese seriösen Verkäufer bieten beim Bestellvorgang nur eine kleine Option an, ob diese Puppe anatomisch korrekt oder eben nicht anatomisch korrekt ausgeliefert werden soll. Bei seriösen Puppenherstellern finden sich auch keine Nacktaufnahmen einer anatomisch korrekten Doll auf der Webseite.

Anders bei diesen ominösen neuen Puppenverkäufern. Dort sind so gut wie nur Nacktaufnahmen in Großaufnahmen auf der Verkaufsplattform und noch viel schlimmer, dort werden Kinder gezeigt die ausgepeitscht werden, die gefesselt sind und Kinder, denen Leid ins Gesicht geschrieben ist.

Und jedes Mal wenn ein Hetzartikel über Puppenbesitzer in den Medien rauskommt wird auf eine dieser unseriösen Plattformen verwiesen und es werden diese grässlichen Beispielbilder als Regelfall angeführt. Das ärgert Puppenbesitzer und seriöse Puppenverkäufer und Hersteller maßlos, da wir alle damit in ein schlechtes Licht gerückt werden sollen.

Meiner Meinung nach werden diese Plattformen von militanten und aggressiven Kinderaktivisten ins Leben gerufen damit diese dann Futter haben, um Verbote zu fordern und um alle Pädos zu spalten, was Ihnen ja teils schon wieder gelingt.

Nun wäre es schön, wenn sich die Pädoszene, Politik, Gesellschaft und Selbsthilfeplattformen mit dieser Ungerechtigkeit befassen und ich hoffe dass ich mit meinem Bericht dazu was beitragen habe können.

Liebe Grüße,

der Puppenspieler


Link zu Teil 1 | Link zu Teil 2

5 Kommentare zu „Leserbrief: Aus dem Leben eines Puppenspielers (3/3)

  1. Ganz ehrlich: JETZT ist eigentlich der Zeitpunkt, wegen der bevorstehenden Gesetzesänderungen auf die Straße zu gehen. Mich wundert, dass das nicht schon damals beim Verbot fiktiver Kinderpornografie passiert ist.

    Klar: viele Pädophile und/oder Puppenbesitzer sowie deren (potenzielle) Unterstützer sind irgendwo im sozialen Bereich als Erzieher o. ä. tätig – aber eben nicht alle! Somit braucht nicht jeder die Befürchtung haben, wegen etwas derart einschlägigem sofort entlassen zu werden. Auch ich als Nicht-Puppenbesitzer würde mich einem Protest sofort anschließen wollen. Ich kann diese Verbote eigentlich auch nicht ernstnehmen.

    In sämtlichen anderen, früher schon kontroversen Bereichen haben sich Proteste formiert. Warum also bei so etwas absurdem wie dem Verbot von virtueller Kinderpornografie und jetzt auch bei irgendwelchen Puppen nicht? Gerade der Autor des Leserbriefes hier hätte jetzt die einmalige Möglichkeit, durch seine langjährigen Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen!

    Gefällt mir

    1. Ich habe ebenfalls keine Puppe und hatte auch nie ein Interesse, mir eine zuzulegen. Dennoch ist für mich das Maß voll. Ich persönlich werde auf die Straße gehen und befinde mich aktuell in den Vorbereitungen dafür, da ich nicht Job, Familie und Lebensgrundlage verlieren möchte. Ich vermute, es fehlte in der Vergangenheit an Organisation und Zusammenhalt. Die Gesellschaft ist sehr gut darin, uns zu spalten. Und gleichzeitig ist bei den Betroffenen natürlich eine große Angst vorhanden. Aber das muss nicht so bleiben. Und wenn wir viele sind, brauchen wir auch keine Angst mehr zu haben. Gemeinsam sind wir stark.

      Gefällt mir

      1. Die Angst Job, Familie und Lebensgrundlage zu verlieren ist omnipräsent.

        Es wäre sehr viel möglich, wenn es einen Kläger geben würde. Und zwar möglichst jemanden, der juristisch ein unbeschriebenes Blatt und daher schwerer zu diffamieren ist.

        Dann wären z.B. Beschwerden beim Presserat und den Rundfunkanstalten möglich. Auch für vieles andere braucht man einen Kläger oder Beschwerdeführer. Dazu muss man aber natürliche Person oder z.B. rechtsfähiger Verein sein. Wenn man anonym bleiben muss, ist es auch schwer bis unmöglich, Geld für Aufklärungsarbeit auszugeben.

        Gefällt mir

  2. Da ich noch 16 bin, wird mich keiner ernst nehmen.

    Aber keine Angst, wenn ich älter bin, versuche ich etwas dagegen zu unternehmen, dass pädophilie vor Gesetze geschützt werden. (z.b mindeheitenschutz „niemand darf benachteiligt werden wegen seiner minderheitszugehörigkeit“.

    Es bleibt spannend.

    Und ich habe keine Angst freunde und ähnliches, denn ich habe mich für die Wahrheit, Wirklichkeit und Realität geopfert.

    Gefällt mir

  3. Ich bin jetzt zwar 16, aber man würde mich nicht ernst nehmen.

    Lieber Kameraden, ihr müsst euch noch gedulden, bis ich volljährig bin.

    Und dann werde ich mich politisch agieren, um Minderheiten zu schützen (niemand darf wegen seiner minderheitszugehörigkeit benachteiligt werden)

    Ich werde natürlich nicht nur dass fodern.

    Natürlich sind pädophilie darunter geschützt.

    Die Qualität eines Staates wird dadurch bestimmt, wie sie mit deren Minderheiten umgeht.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s