Gute Frage … (sichtbar sein – aber wo?)

Vorurteile überleben nicht immer die Begegnung mit der Wirklichkeit.

Einem Muslim, einem Asylanten, einem Homosexuellen oder einem Transsexuellen kann man im wirklichen Leben begegnen. Und dann stellt man vielleicht fest, dass die Person nicht oder jedenfalls nicht so ganz in das Bild passt, das man sich von ihr gemacht hat. Sie ist dann eben die Ausnahme. Das ändert nichts am Vorurteil, weicht es aber vielleicht doch ein wenig auf.

Wenn man dann der dritten, fünften oder zehnten Ausnahme begegnet ist, wird das eigene Erleben langsam wichtiger als das fremdvermittelte Bild an dem man sich bis dahin orientiert hat. Und wenn man genug Menschen kennenlernt hat, bestehen gute Chancen, dass sich die eigene Erfahrung der Wirklichkeit annähert.

Das vermittelte Bild vom Pädophilen ist der gewalttätige oder manipulative in jedem Fall aber egoistische, triebhafte und böse Kinderschänder. Pädophile und vermeintliche Pädophile „kennt“ man nur aus Nachrichten über Missbrauchstaten und die Massenmarkt-taugliche Verarbeitung in Krimisendungen. Das Bild speist sich also vor allem aus echten und erfundenen Verbrechen gegen Kinder, die nicht notwendigerweise von Pädophilen begangen wurden, ihnen in der Regel aber zugeschrieben werden. Die Mehrzahl der Täter sind in Wirklichkeit Ersatztäter.

Entkräftet werden kann dieses Bild nicht. Man begegnet ja keinen Pädophilen. Oder richtiger: man begegnet zwar Pädophilen, erkennt sie aber nicht als solche. Man kann schließlich niemandem die Pädophilie an der Nasenspitze ansehen und Pädophilie ist so stark geächtet, dass niemand sich freiwillig dem Risiko aussetzt, sich als Pädo zu erkennen zu geben.

Orte, wo man Pädophilen zumindest virtuell begegnen könnte, etwa auf Selbsthilfeforen wie dem Jungsforum, auf Seiten von Aktivisten wie K13 Online oder auf meinem Blog, ziehen Normsexuelle nicht an und die meisten, die zufällig darauf stoßen, wenden sich sofort wieder ab, ohne sich mit dem Vorgefundenen auseinander gesetzt zu haben.

Einerseits empfinden viele Normsexuelle diese sexuelle Orientierung als abstoßend, andererseits kann die Befürchtung aufkommen, dass man allein durch den zufälligen Besuch einer pädophilen bzw. pädofreundlichen Webseite selbst in den Verdacht geraten könnte, pädophil zu sein – und aufgrund dieses Verdachts geächtet zu werden oder Besuch von der Polizei zu bekommen.

Auch bei frei zugänglichen und inhaltlich völlig legalen Angeboten beschränkt sich die Leserschaft pädophiler Internetseiten daher im Wesentlichen auf Pädophile.

Wenn man als Pädophiler trotzdem ein wenig an den Vorurteilen rütteln will, bedeutet das meines Erachtens, dass man dahin muss, wo man vor allem Normsexuelle erreicht und wo man sich pseudonym als Pädo outen kann, ohne dass man deshalb rausgeschmissen oder geblockt wird.

Wohin könnte man da gehen? Gute Frage …

Die Antwort – jedenfalls eine mögliche Antwort – ist gutefrage.net.

gutefrage.net (Eigenschreibweise: gutefrage) ist eine digitale Frage-Antwort-Community, nach Zahlen die größte ihrer Art im deutschsprachigen Raum. Ziel der Plattform ist es, praktische Ratschläge, persönliche Erfahrungen, Wissen und Meinungen kostenfrei zwischen den Nutzern zu vermitteln. Der Austausch auf gutefrage.net ist, sofern gesetzeskonform, nicht themenlimitiert und kann entsprechend zu allen Bereichen des täglichen Lebens stattfinden. (…)

Die Internetplattform dient Fragestellern dazu, von anderen Nutzern Antworten auf individuelle Fragen zu erhalten. Diese können nach einem persönlichen Rat oder einer persönlichen Erfahrung fragen, Diskussionen anstoßen oder lexikalischen Charakter haben. Sowohl Fragen als auch Antworten lassen sich nach einer Registrierung unlimitiert einstellen.

Die Vergabe von Themen/Schlagworten (Social Tagging) erleichtert das Auffinden von Fragen und Antworten. Registrierte Nutzer können einzelne Themen abonnieren und somit Fragen zu diesen Themen per Mail sowie in ihrem persönlichen Fragen-Feed erhalten.

Als Content Farm besteht der Inhalt der Seite größtenteils aus User-Generated-Content. Beiträge der Nutzer werden dabei durch ein internes System der Punktevergabe (Gamification) belohnt, welches auf Bewertungen durch andere Nutzer beruht. (…)

Neben der Contentproduktion haben die Nutzer die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen, über private Nachrichten zu kommunizieren und Beiträge aller Art zu bewerten. Fragesteller haben zudem die Option, unter den Antworten auf ihre Frage die hilfreichste auszuzeichnen. (…)

Auf gutefrage.net wird nach formalen Richtlinien moderiert. Eine inhaltliche Moderation findet mit wenigen Ausnahmen nicht statt.

Aus dem Wikipedia-Artikel Gutefrage.net

Ich habe mich vor etwas über einem Jahr auf Gutefrage.net als Schneeprinz angemeldet (Schneeschnuppe war leider nicht verfügbar). Bisher habe ich 67 Antworten eingestellt, überwiegend zu den Themenbereichen Pädophile und Kindesmissbrauch. Zum Teil habe ich dabei auch Abschnitte aus Blogartikeln wiederverwendet oder auf Blogartikel verlinkt. Im Unterschied zum Blog sind meine Leser dort aber ganz überwiegend Normsexuelle.

Hier ein paar aktuelle Beispiele:

Frage von DasPferdechen:

Was sagst du zu dieser Aussage (Pädophilie)?

„Da es Kinder gibt, die durch sexuelle Handlungen mit Erwachsenen gar nicht schwer traumatisiert werden, sollte Sex mit Kindern grundsätzlich legalisiert werden. Sexueller Missbrauch soll aber trotzdem verboten bleiben.“

Ich persönlich bin absolut gegen diese Aussage aus verschiedenen Gründen und würde gerne eure Argumentation dazu hören.

Meine Antwort dazu (85 mal gelesen, von 5 Personen als „hilfreich“ markiert und 2 mal mit einem „Danke“ bedacht):

Für mich wäre das wesentliche, dass sexueller Missbrauch weiterhin strafbar bleibt.

Wenn es keinen sexuellen Missbrauch gab (also: willentliches Einverständnis, keine Gewalt, keine Nötigung, keine Drohungen, keine Ausnutzung eines Abhängigkeitsverhältnisses, kein Inzest) und keine Schädigung erkennbar ist (keine Traumatisierung) wäre der Resttatbestand aus meiner Sicht nicht strafwürdig.

Es stellt sich für mich dann die Frage, ob in Hinblick auf den Resttatbestand überhaupt noch ein legitimer Schutzzweck erfüllt wird. Moralvorstellungen haben im Sexualstrafrecht eigentlich nichts verloren. Es geht um den Schutz von Rechtsgütern vor einer Beeinträchtigung (sexuelle Selbstbestimmung) und vor einer Gefährdung (Ungestörte sexuelle Entwicklung).

Bei Fehlen von Missbrauchstatbeständen UND willentlichem Einverständnis UND Abwesenheit von Beeinträchtigungen / Schäden kann man von einem Verstoß gegen die sexuelle Selbstbestimmung nicht mehr reden. Allerdings kann man durch die Tat eine abstrakte Gefährdung der sexuellen Entwicklung annehmen, die dann strafbar sein kann, ohne dass sich die Gefährdung tatsächlich realisieren muss.

Dem steht entgegen, dass durch ein lediglich auf abstrakten Gefährungsüberlegungen beruhendes Verbot die sexuelle Selbstbestimmung des Kindes eingeschränkt wird. Wenn Kinder Rechte haben (was ja neuerdings durch Politiker aller Parteien überwiegend bejaht wird), dann muss man diese Rechte auch ernst nehmen und eine Ausübung der Rechte akzeptieren, die einem nicht in de kram passt und die man anstößig findet.

Aus meiner Sicht wäre es wünschenswert, wenn es mehr Forschungen zu den Wirkung (auch Spätwirkungen) von sexuellen Kontakten gäbe. Dies ist bereits wichtig, um die bestmögliche Behandlung von Schäden bzw. Versorgung von Opfern zu gewährleisten, sollte aber auch Erkenntnisse in Hinblick auf die Haltbarkeit des abstrakten Gefährungstatbestandes liefern.

In anderen Bereichen haben sich vermutete (oder vorgeschobene) abstrakte Gefährdungen bereits als wissenschaftlich haltlos erwiesen (Verführungstheorie zur Homosexualität). Das bedeutet nicht, dass er sich an anderer Stelle zwangsläufig ebenfalls als haltlos erweisen muss. Wenn man hierzu wissenschaftliche Erkenntnisse hätte, wäre das aber durchaus bedeutsam, auch für die strafrechtliche Würdigung.

Wenn man die Existenz nicht oder weniger strafwürdiger Fälle bejaht, wäre es meines Erachtens sinnvoll, zur Vermeidung unbilliger Härte z.B. einen „minder schweren Fall“ einzuführen.

Wenn z.B. Staatsanwalt und Richter der Auffassung sind, dass es zwischen den Beteiligten ein Liebesverhältnis gab, macht die Bestrafung aus meiner Sicht keinen Sinn und ist sogar schädlich.

Wenn man meint, dass es solche Fälle ohnehin nicht gibt, kann man die Möglichkeit von einer Bestrafung in diesem Fall abzusehen, zulassen, da sie in der Praxis ohnehin nie greifen würde also auch niemandem den Schutz entzieht.

Wenn man es für möglich hält, dass es solche Fälle tatsächlich gibt, sollte man sich Gedanken darüber machen, wie man dieser Wirklichkeit besser gerecht werden kann als es mit dem heutigen Strafrecht möglich ist.

Disclaimer

Ich bin pädophil, bzw. päderastisch veranlagt und fühle mich zu Jungen im Alter von ca. 10 bis 14 Jahren hingezogen. Ich bin weder übergriffig geworden, noch sehe ich die Gefahr einmal übergriffig zu werden.

Wenn jemand meint, dass meine Gedanken bereits dadurch entwertet werden, dass man mir ein Eigeninteresse unterstellt, muss ich das in Kauf nehmen.

Ich hoffe, dass es trotzdem möglich ist, die Argumente zum Thema sachlich abzuwägen und zu diskutieren. Es kommt nicht darauf an, was ich mir vielleicht wünsche oder was ein anderer ekelig und unmoralisch findet, sondern darauf, wie man den Menschen am besten gerecht wird.

Als weiteres Beispiel eine Frage von Alien94:

Sexueller Missbrauch, Schutzalter und Psychologie?

TRIGGERWARNUNG: Wer selbst Erfahrungen mit sexueller Gewalt machen musste, muss damit rechnen, dass es in der Frage Trigger gibt.

Laut 176 StGB liegt das Schutzalter in Deutschland bei 14 Jahren. Jetzt kann man sich freilich fragen, ob dieses spezielle Alter auf einer wissenschaftlichen Basis fußt.

Gibt es psychologische Studien, die sich mit der Frage nach dem „richtigen“ Schutzalter befassen? Falls ja, bitte einen Link oder eine Buchquelle etc. posten, falls es sowas gibt 🙂

Vielleicht auch nur indirekt? Dass z.B. untersucht wird, wie schlimm die psychischen Folgen in Relation zum Alter sind. In Relation zum Verhältnis zum Täter. Zu Persönlichkeitseigenschaften des Opfers. Zum Umfeld des Opfers.

Denn ich als Laie kann mir nur schwer erklären, wieso die Unterschiede in den Folgen für die Opfer so unterschiedlich sind. Im Grenzbereich unseres Schutzalters (12-15) fällt es mir aus ethischer (nicht: rechtlicher) Sicht oft schwer zu sagen, ob das jetzt ein Missbrauch war oder nicht. Im Grenzbereich verschwimmt alles.

Da wäre halt die Psychologie am Zug, um auf wissenschaftlicher Basis festzustellen, unter welchen Konstellationen Traumata entstehen und unter welchen nicht.

Je nach Ergebnis sollte das Schutzalter erhöht, gesenkt oder flexibilisiert werden. Das gleiche gilt für das Strafmaß.

Ich hoffe, es wird deutlich was ich meine.

Danke für eure Antworten 🙂

Meine Antwort dazu (196 mal gelesen, 2 mal „hilfreich“, 1 mal „Danke“, 26 Kommentare):

Es gibt eine Reihe von Studien, die nahelegen, dass es sich bei sexuellen Kontakten mit Minderjährigen nicht immer um sexuelle Gewalt handelt. Einige Beispiele:

1) Studie „Sexualität, Gewalt und psychische Folgen“, erschienen in der Forschungsreihe des BKA, Band 15, aus dem Jahr 1983, von Michael Baurmann

Die Studie ist sehr umfangreich und umfasst 791 Seiten. Das Literaturverzeichnis umfasst 52 Seiten mit ca. 500 Autoren und Quellenangaben. Die eigentliche Studie besteht aus einer viktimologischen Untersuchung von 8.058 Opfern von Sexualdelikten. Ausgangspunkt der viktimologischen Untersuchung war eine vierjährige Fragebogenaktion (1969-1972) bei nahezu allen Sexualopfern, die im Bundesland Niedersachsen bei der Polizei bekannt wurden.

Ich habe diese Studie hier besprochen und umfangreich daraus zitiert.

2) Studie „The prevalence of unwanted and unlawful sexual experiences reported by Danish adolescents: Results from a national youth survey in 2002“ (= Die Prävalenz unerwünschter und ungesetzlicher sexueller Erfahrungen, die von dänischen Jugendlichen gemeldet werden: Ergebnisse einer nationalen Jugendstudie aus dem Jahr 2002).

Die Studie basiert auf multimedialen, computergestützten, selbstverwalteten Fragebögen, die von einer nationalen, repräsentativen Stichprobe von 15- bis 16-Jährigen ausgefüllt wurden (5.829 Teilnehmer).

Ich habe diese Studie hier besprochen.

Link zur Studie im Volltext.

3) „A meta‐analytic review of findings from national samples on psychological correlates of child sexual abuse“ von Rind, Tromovitch (1997)

Metaanalyse von 7 nationalen Studien mit insgesamt 8.500 Teilnehmern. Auf der Grundlage der Ergebnisse kamen die Autooren zu dem Schluss, dass der allgemeine Konsens, der Kindesmissbrauch mit intensivem, allgegenwärtigem Schaden und langfristiger Fehlanpassung in Verbindung bringt, falsch ist.

Link zur Studie im Volltext.

4) Meta-Analyse von Rind, Tromovitch, Bauserman „A Meta-Analytic Examination of Assumed Properties of Child Sexual Abuse Using College Samples“ (1998)

Metaanalyse von 59 Studien (36 veröffentlichte Studien, 21 unveröffentlichte Doktorarbeiten und 2 unveröffentlichte Masterarbeiten) mit einer Gesamtstichprobengröße von 35.703 Hochschulstudenten (13.704 Männer und 21.999 Frauen).

Die Ergebnisse der Meta-Analyse zeigten, dass Studenten, die Kindesmissbrauch erlebt hatten, im Vergleich zu anderen Studenten, die keinen Kindesmissbrauch erlebt hatten, etwas weniger gut angepasst waren, aber dass das familiäre Umfeld einen bedeutenden Störparameter (Confounder) darstellte, der für den Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und Schaden verantwortlich sein könnte. Intensive, allgegenwärtige Schäden und langfristige Fehlanpassung waren in den meisten Studien eher auf Störparameter (Confounder) als auf den sexuellen Missbrauch selbst zurückzuführen (obwohl Ausnahmen für Missbrauch mit Gewalt oder Inzest festgestellt wurden).

Link zur Studie im Voltext.

5) „Reactions to First Postpubertal Male Same-Sex Sexual Experience in the Kinsey Sample: A Comparison of Minors With Peers, Minors With Adults, and Adults With Adults“ von Rind und Welter (2016)

Link zur Studie im Volltext

Grundlage der Studie ist der Original-Datensatz mit allen befragten Jungen und Männern der Kinsey-Studie (ohne die Gefängnisinsassen, 6.621 Personen). Davon wurden all jene 1.094 Personen berücksichtigt, für die Daten zur ersten postpubertären gleichgeschlechtlichen sexuellen Erfahrung und dem Alter des Partners vorlagen.

Als postpubertär wurden jene Menschen angesehen, die bereits ihre erste Ejakulation hatten. Das Durchschnittsalter bei der Pubertät betrug 12.62 Jahre und reichte von 8 bis 18 Jahre.

Die Menschen wurden damals gefragt, ob sie ihre erste sexuelle Erfahrung genossen haben. Es gab diese Antwortmöglichkeiten: 1=nein, 2=ein bisschen, 3=etwas, 4=sehr („1=no; 2=little; 3=some; 4=much“).

Minderjährige unter 18 Jahren mit Erwachsenen (mittleres Alter: 14,0 bzw. 30,5 Jahre) reagierten häufig (70%) positiv (dh genossen die Erfahrung „sehr“) und selten (16%) emotional negativ (z. B. Angst, Ekel, Scham, Bedauern). Diese Quoten waren die gleichen wie bei Personen, die ihre erste gleichgeschlechtliche sexuelle Erfahrung als Erwachsene mit anderen Erwachsenen hatten (mittleres Alter: 21,2 bzw. 25,9): 68% positiv bzw. 16%. negativ.

Minderjährige mit Gleichaltrigen (mittleres Alter: 13,3 bzw. 13,8 Jahre) reagierten signifikant häufiger positiv (82%) und nominell weniger häufig negativ (9%).

Minderjährige mit Erwachsenen reagierten ebenso häufig (69%) positiv auf Geschlechtsverkehr (oral, anal) wie auf Outercourse (Körperkontakt, Masturbation, femoral) (72%) und reagierten emotional signifikant seltener negativ (9% gegenüber 25%).

Die Ergebnisse werden in Bezug auf den kulturellen Kontext diskutiert, der für Kinseys Zeit spezifisch ist.

6) Ich habe mich hier eingehend mit der Frage des „informed consent“ auseinandergesetzt.

Als letztes Beispiel eine Frage von Nico888235:

Pädophile oder zwangsgedanken??

Hallo, ich bin männlich 14 Jahre alt und habe seit 2 Monaten Angst Pädophile zu sein ich stand immer auf gleichaltrige oder ältere aber seit dem habe ich Angst das es nicht mehr so ist, wen ich ein Kind sehe ist es unangenehm ich finde es irgendwie ecklig, aber wen es mir gut geht sind die gedanken weg, ich habe mal ein porno angeschaut mit einer kleinen puppe kinder ähnlich um zu schauen ob mir das Gefällt und habe mich darauf befriedigt aber es war irgendwie unangenehm, und das hab ich nur einmal gemacht, bin ich jetzt Pädophile?

Meine Antwort (23 mal gelesen, 1 „hilfreich“, 1 Kommentar):

Da du bisher immer auf gleichaltrige oder ältere gestanden hast, halte ich es für extrem unwahrscheinlich, dass du pädophil bist. Normalerweise verschiebt sich die Alterspräferenz in der Pubertät nicht mehr nach unten. Sie bleibt wo sie ist oder wächst noch ein bischen mit.

So wie ich es verstehe hast du vor einiger Zeit eine sexuelle Erregung an dir bemerkt, die für dich nun auf eine pädophile Neigung hindeutet und dich in Angst und Schrecken versetzt.

Nur weil dich etwas erregt hat, sagt das nichts über deine primäre sexuelle Neigung aus. Vor allem ist Sexualität nicht binär. Man kann z.B. auch 90% heterosexuell sein und ganz selten (10%) doch einmal auf einen Mann / Jungen anspringen. Deswegen ist man dann nicht homosexuell. Man hat vielleicht eine homosexuelle Nebenader, aber das ändert dann nichts daran, dass man dann immer noch primär an weiblichen Wesen interessiert ist.

So ähnlich ist es auch mit dem Alter bzw. der sexuellen Alterspräferenz. Er gibt keine Männer, die sich erst punktgenau ab dem 18. Geburtstag für eine Frau interessieren. Die Augen sehen ja nicht zuerst den Pass.

Im Prinzip liegt unterliegt die altersmäßige Anziehung einer Normalverteilung. Wo der Höhepunkt der Kurve ist, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Er könnte Beispielsweise bei 20 Jahren liegen und 15 bis 25 wäre dann so etwas wie der Kernbereich der Alterspräferenz. Aber auch jüngere wären dann noch prinzipiell anziehend, selbst wenn sie nicht mehr im primären anziehenden Bereich liegen. Hinzu kommt: ältere machen sich jünger (auch 40jährige Frauen versuchen noch mit Kosmetiktricks als 25 durchzugehen) und jüngere machen sich älter (weil sie als erwachsen und reif gelten wollen) und ziehen sich erwachsen an, schminken sich etc.

Dass Männer duch 13jährige erregbar sind, ist vermutlich gar nicht so selten. Sehr viele Mädchen sind dann auch schon geschlechtsreif. Das Durchschnittsalter für die 1. Menstruation liegt bei 12.5 Jahren. Mit der Geschlechtsreife setzt naturbedingt auch das sexuelle Interesse der bereits geschlechtsreifen Exemplare der Spezies an. Das ist eben die Natur. Dass das in der Gesellschaft extrem verpönt ist, liegt an der kulturbedingten „künstlichen“ Verlängerung der Kindheit, die aber an den natürlichen Voraussetzungen nichts ändert.

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte:

Wenn du bisher typischerweise auf Gleichaltrige oder Ältere angesprungen bist, dann ist der Höhepunkt deiner sexuellen Alterspräferenz genau da, wo er auch kulturell geduldet ist und als „normal“ gilt.

Das schließt aber eben nicht aus, dass du ausnahmsweise auch mal von jemandem sexuell angesprochen wirst, der außerhalb des Kernbereichs liegt. Ich denke so verhält es sich hier. Dass dich das so brutal aus der Bahn wirft, zeigt vor allem wie stark kulturelle Tabus wirken.

Falls dich meine rationalen Erklärungen alleine nicht überzeugen: Ich bin selbst pädophil (bzw päderastisch) veranlagt. Es wird dich nicht überraschen, dass ich auch mal 14 und in der Pubertät war. Ich kann dir versichern, dass ich mich nie zu Gleichaltrigen oder Älteren hingezogen gefühlt habe. Also auch aus eigener Erfahrung: so wie du dich schilderst, bist du nicht pädophil.

Mach dir nicht zu viele Sorgen.

Und wenn ich einen Wunsch für die Zukunft äußern darf: sei ein wenig gnädig, wenn es darum geht über Menschen zu urteilen, die eine abweichende sexuelle Orientierung haben. Sie haben es sich nicht ausgesucht. Und wie hart das sein kann, merkst du ja gerade selbst. Auch wenn es bei dir ganz bestimmt ein Fehlalarm ist, vielleicht hilft dir der Schreck ein wenig nachzuvollziehen wie es anderen geht, die wirklich so eine Sexualpräferenz haben und trotzdem mit ihrem Leben klar kommen müssen.

Der schon erwähnte eine Kommentar zu dieser Antwort war „Dankesehr wirklich“ und kam vom Fragesteller.

Die Beispiele zeigen, dass man Normsexuelle tatsächlich erreichen und pseudonym mit real existierenden Pädophilen konfrontieren kann. Nicht in großer Masse, aber doch zumindest einige Hundert. Das ist zwar immer noch nicht viel, aber bedeutend mehr als die ein oder zwei Normalos, die sich auf eine „Pädoseite“ verirrt haben oder dorthin gefunden haben, weil sie sich aus persönlichen Gründen für das Thema interessieren.

Ich bin übrigens keineswegs der einzige Pädophile oder Pädophilen-freundlich gesinnte Mensch, der gutefrage.net nutzt, um das überkommene Bild von Pädophilen ein wenig zurecht zu rücken. Es ist auch durchaus Platz für weitere Pädos verhanden. Ich finde, ein Blick auf diese Möglichkeit lohnt sich.

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