Leben unter Verdacht

Wer pädophil ist, hat sich das nicht ausgesucht. Er wäre ja auch schön blöd.

Mit der Eigenschaft Pädophil-Sein sind schwere Einschränkungen verbunden. Das betrifft etwa die extreme Einschränkung der Möglichkeit eines erfüllten Sexuallebens, die stark reduzierten Aussichten auf eine Lebenspartnerschaft, das ewige Verstecken, die Furcht vor der ständig drohenden sozialen Ächtung und die damit verbundene Paranoia.

Hinzu kommt ein Maß an Kriminalisierung, das Menschen mit pädophiler Neigung zu Menschen mit eingeschränkten Grundrechten macht. Denn wer pädophil ist, steht unter Verdacht ein Verbrecher zu sein. Der Grund dafür ist die Vermutung, dass Pädophile Kinderpornographie besitzen.

Strafbarkeit des Besitzes von Kinderpornographie

Dass der Besitz von Kinderpornographie (im Gegensatz zu Herstellung und Vertrieb) strafbar ist, ist keine völlige Selbstverständlichkeit. Tatsächlich ist der Besitz von Kinderpornographie erst seit 1993 strafbar. Die Strafandrohung war Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe. Betroffen waren pornographischen Schriften, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zum Gegenstand haben, wenn die Schriften ein tatsächliches Geschehen wiedergeben.

Im Grunde handelt es sich um die Definition, die auch heute noch mit dem Begriff Kinderpornografie landläufig in Verbindung gebracht wird. Tatsächlich hat sich die Gesetzgebung hiervon inzwischen aber entfernt.

Seit 1997 ist auch der Besitz von Kinderpornographie strafbar, die ein wirklichkeitsnahes Geschehen wiedergibt, also virtuelle Kinderpornographie, für die niemand ausgebeutet oder missbraucht wurde.

Aus meiner Sicht ist das Verbot virtueller Kinderpornographie krass ungerecht und ich habe erhebliche Zweifel, ob es verfassungskonform ist. Es gibt dazu eine Reihe Aspekte, die ich bei anderer Gelegenheit noch einmal ausleuchten werde. Ein Aspekt soll hier erstmal genügen:

Die sexuelle Selbstbestimmung ist ein wichtiges und schützenswertes Rechtsgut, das von Artikel 1 und 2 des Grundgesetzes geschützt ist. Das gilt auch für meine eigene sexuelle Selbstbestimmung, wenn die Ausübung nicht mit der sexuellen Selbstbestimmung anderer kollidiert. Da durch eine Zeichnung oder Computeranimation kein Kind in seiner sexuellen Selbstbestimmung verletzt wird, hat das Verbot keinen legitimen Schutzzweck. Die Wirkung beschränkt sich darauf, die sexuelle Selbstbestimmung von Pädophilen einzuschränken.

Es hat dem Gesetzgeber aber nicht gereicht, auch virtuelle Kinderpornographie zu verbieten. Die Definition, was eine kinderpornographische Schrift ist, wurde sukzessive immer wieder erweitert und das Strafmaß für den Besitz parallel dazu erhöht.

Seit 2008 müssen kinderpornographischen Schriften nicht mehr den sexuellen Missbrauch von Kindern zum Gegenstand haben, sondern sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern zum Gegenstand haben. Außerdem wurde die Strafandrohung für den Besitz auf bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe erhöht. Mit dem Umschwung auf „sexuelle Handlungen“ wurde in der praktischen Rechtsprechung auch bereits der Besitz von Posing-Bildern (im Sinne einer unnatürlich geschlechtsbetonten Körperhaltung) kriminalisiert, die vorher noch legal waren.

Außerdem wurde 2008 die neue Kategorie der jugendpornographischen Schriften eingeführt, die Personen von vierzehn bis achtzehn Jahren zum Gegenstand haben und vorher legal waren. Die Definition ist anlog zur kinderpornographischen Schrift, die Strafandrohung lag bei Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.

Im Jahr 2015 wurden Posing-Bilder dann ausdrücklich in die gesetzliche Definition von Kinderpornographie aufgenommen. Seitdem zählen zu Kinderpornographie auch die Wiedergabe eines „ganz oder teilweise unbekleideten Kindes in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung“ und die „sexuell aufreizende Wiedergabe der unbekleideten Genitalien oder des unbekleideten Gesäßes eines Kindes“. Zugleich wurde die Strafandrohung für den Besitz auf bis zu drei Jahren oder Geldstrafe erhöht. Der Strafrahmen für den Besitz jugendpornographischen Schriften (die begrifflich ebenfalls um Posing-Darstellungen erweitert wurde) wurde auf Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe erhöht.

Des weiteren wurde 2015 die umgangssprachlich auch „Lex Edathy“ genannte Regelung eingeführt nach der mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird, wer „eine Bildaufnahme, die die Nacktheit einer anderen Person unter achtzehn Jahren zum Gegenstand hat, herstellt oder anbietet, um sie einer dritten Person gegen Entgelt zu verschaffen, oder 2. sich oder einer dritten Person gegen Entgelt verschafft“ (§ 201a – Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen).

Immerhin sind ist hier bisher (!) nur der entgeltliche Erwerb verboten und die Strafbarkeit scheint sich auch auf Bildaufnahmen zu beschränken und etwa Zeichnungen nicht zu erfassen.

Ich werte das aber als Momentaufnahme. Die nächste Verschärfung scheint mir sicher. Das gesunde Volksempfinden ist bestimmt auch verletzt, wenn ich als Pädophiler die Zeichnung eines nackten Zwölfjährigen kaufen oder auch nur besitzen würde. Ein entsprechendes Verbot wird irgendwann kommen.

Überhaupt wird bereits an der nächsten Verschärfung geschraubt. Die CDU/CSU möchte das Strafmaß für Besitz kinderpornographischer Schriften auf 5 Jahren erhöhen und medial wird die Empörung darüber geschürt, dass Pädophile im Netz nach (völlig legalen) Kinderbildern suchen.

Vor kurzem lief mal wieder die Wiederholung einer WDR Reportage aus dem Jahre 2016: „Kinderfotos im Netz: gepostet, geklaut, missbraucht„. Offizielle Inhaltsbeschreibung:

Von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt werden im Internet massenweise Kinderfotos geklaut und von Pädophilen für sexuelle Zwecke missbraucht. Unbedarft gepostete Alltagsbilder bei Instagram landen in pädophilen Foto-Blogs und werden dort mit perversen Kommentaren versehen. Kinder und Jugendliche sind im Internet immer häufiger Opfer sexualisierter Gewalt, ohne das Politik und Industrie etwas dagegen unternehmen. Die Dokumentation durchleuchtet das perfide System des Foto-Diebstahls und zeigt, wie schutzlos Kinder im Netz Beute von Pädophilen werden.

Die breite Öffentlichkeit soll also darüber empört werden, dass es überhaupt noch Bilder gibt, die sich Pädophile straffrei anschauen können. Der Skandalisierung folgt dann, die Kriminalisierung. Erst wird eine Schutzlücke behauptet, dann breitgetreten und schließlich „geschlossen“. Das Volk will es ja so.

Schwere Straftat

Paragraph 100a der Strafprozessordnung definiert „schwere“ Straftaten, bei denen ohne Wissen der Betroffenen die Telekommunikation überwacht und aufgezeichnet werden darf, wenn bestimmte Tatsachen den Verdacht begründen, dass jemand als Täter oder Teilnehmer eine der genannten schweren Straftaten begangen hat. Oder in Fällen, in denen der Versuch strafbar ist, zu begehen versucht, oder durch eine Straftat vorbereitet hat.

Der Paragraph schränkt damit das Grundrecht der Unverletzlichkeit des Brief-, das Post- sowie das Fernmeldegeheimnis ein (Artikel 10 des Grundgesetzes).

Seit Oktober 2002 zählt zu diesen schweren Straftaten der schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und der sexuellen Missbrauch von Kindern mit Todesfolge. Das soll an dieser Stelle nur zeigen, dass der Paragraph eigentlich für Straftaten gedacht ist, bei denen der Staat selbst oder ein Menschenleben gefährdet ist. Ursprünglich fielen unter die schweren Straftaten etwa Friedensverrat, Hochverrat, Mord und Totschlag.

Seit März 2008 zählt zu den schweren Verbrechen auch der Besitz von Kinderpornografie (der bis 1993 noch legal war) und seit November 2008 auch der Besitz von Jugendpornografie (der bis 2008 noch legal war).

Anfangsverdacht

Es wird im Strafverfahren zwischen drei Verdachtsstufen unterschieden: Anfangsverdacht, hinreichender Tatverdacht und dringender Tatverdacht.

Dringender Tatverdacht liegt vor, wenn nach den Ermittlungsergebnissen ein hoher Wahrscheinlichkeitsgrad dafür besteht, dass der Beschuldigte eine Straftat begangen hat.

Hinreichender Tatverdacht liegt vor, wenn bei der vorläufigen Tatbewertung die Verurteilung des Beschuldigten wahrscheinlicher ist als ein Freispruch, die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung also bei mindestens 50% liegt.

Ein Anfangsverdacht liegt vor, wenn tatsächliche Anhaltspunkte (Indizien) für eine Straftat vorliegen. Nach kriminalistischer Erfahrung muss es möglich erscheinen, dass eine verfolgbare Tat vorliegt. Liegt ein Anfangsverdacht vor, so müssen die Strafverfolgungsorgane ein Ermittlungsverfahren einleiten. Etwas anderes gilt nur, wenn die Tat nicht verfolgbar ist, weil sie beispielsweise verjährt ist.

Ein Anfangsverdacht ermöglicht (nach einer unter richterlicher Kontrolle erwirkten Beschlusssituation) außerdem die Durchführung einiger Zwangsmaßnahmen, etwa:

  • Körperliche Untersuchung des Beschuldigten gem. § 81a StPO
  • Sicherstellung und Beschlagnahme von Gegenständen zu Beweiszwecken gem. § 94 StPO
  • Telekommunikationsüberwachung gem. § 100a StPO
  • Durchsuchung beim Beschuldigten gem. § 102 StPO

Es ist also ein Richter zwischengeschaltet, der die körperliche Untersuchung, die Telekommunikationsüberwachung oder auch die Durchsuchung zunächst genehmigen muss und dabei prüft, ob der Anfangsverdacht ausreicht und durch tatsächliche Anknüpfungspunkte belegt ist. Bei der Beschlagnahme erfolgt die richterliche Prüfung dagegen in der Regel erst nachträglich (unter der Voraussetzung dass man der Beschlagnahme widerspricht und die Überprüfung beantragt).

Kriminalistische Erfahrung

Kriminalistische Erfahrung ist ein dehnbarer Begriff und partiell der Willkür unterworfen. Was in einem Bundesland als oder einer Polizeibehörde einen Anfangsverdacht noch nicht begründet, reicht bei einer anderen Polizeibehörde bereits aus. Im Zusammenhang mit dem Fall Edathy berichtete die Frankfurter Rundschau wie folgt zur „kriminalistischen Erfahrung“:

Auch der ehemalige Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy hatte längere Zeit und über verdeckte Zahlungswege legale Posing-Fotos in Kanada geordert. Nach längerer Prüfung ermittelte die Staatsanwaltschaft Hannover dennoch gegen ihn. Sie begründet das mit der „kriminalistischen Erfahrung“, wonach bei solchen Fällen der Verdacht auf Besitz strafbarer Kinderpornos bestehe.

Nach Recherchen der Frankfurter Rundschau sind auch andere Staatsanwaltschaften so vorgegangen. Im Bereich der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart – sie ist zuständig für Württemberg – wurde „nach Prüfung der Gesamtumstände“ in Posing-Fällen ein Anfangsverdacht bejaht. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft der FR auf Anfrage mit.

(…)

Aber die Ermittler im Land sind gespalten. Andere Staatsanwaltschaften lehnen in Posing-Fällen ein Ermittlungsverfahren ab. Weil die Strafverfolgung in der Bundesrepublik nicht zentralisiert, sondern Ländersache ist, sind solche Unterschiede möglich. Vor allem in Grenzfragen gibt es schon immer eine unterschiedliche Verfolgungspraxis, der Fall Edathy macht dies aber einer breiten Öffentlichkeit bewusst. Die Länder-Zuständigkeit plus lokale Unterschiede machen eine genaue statistische Erfassung der Ermittlerpraxis übrigens unmöglich.

Legales Verhalten reicht also aus, um den Verdacht einer illegalen Handlung zu begründen.

Und in Hinblick auf den Besitz von Kinderpornografie stehen Pädophile unter Generalverdacht.

Wann durchsuchen Polizei und Staatsanwaltschaft Privatwohnungen?
Nötig für einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss ist ein Anfangsverdacht, sogenannte zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für eine Straftat. Was das bedeuten kann, erklärt ein Ermittler an einem Beispiel: Wer heimlich an einem FKK-Strand Fotos fremder Kinder macht, begeht zwar keine strafbare Handlung. Er setzt sich aber als offensichtlich Pädophiler einem Anfangsverdacht aus – und der kann Anlass für eine Wohnungsdurchsuchung oder das Abhören seines Telefons sein.

SPON: „Kinderpornografie – Schon Googeln ist strafbar

Der Verdacht ist wohl nicht einmal unbegründet. Aus einer Pressemitteilung des Präventionsprojekts „Kein Täter werden“ geht hervor, dass rund 70 % der Teilnehmer am Berliner Standort von „Kein Täter werden“ bereits Missbrauchsabbildungen konsumiert hatten, davon fast 90 % im Dunkelfeld, also unentdeckt.

Aus kriminalistischer Sicht ist die Tatsache, dass jemand pädophil ist, als Indiz für eine Straftat (Besitz von Kinderpornographie) also potentiell ausreichend, um einen Anfangsverdacht zu begründen.

Wenn ich mich als pädophil outen würde oder jemand herausfinden würde, dass ich pädophil bin, müsste ich allein wegen dieser Eigenschaft – mit der ich geboren wurde und für die ich nichts kann – potentiell mit einer heimlichen Telekommunikationsüberwachung, einer Hausdurchsuchung und der Beschlagnahme meines Rechners und meines Handys (zur „Beweissicherung“) rechnen.

Im Regelfall in der juristischen Praxis dürfte es meist so sein, dass noch ein anderes Verdachtselement hinzutreten muss. Darauf verlassen kann man sich aber nicht. Es hängt letztlich von der persönlichen Einschätzung der Ermittlungsbehörde und des Richters ab, der sie kontrollieren soll.

Es gibt Polizeibehörden, die bei einer Durchsuchung diskret vorgehen, weil Ihnen bewusst ist, dass der bloße Verdacht einer solchen Straftat katastrophale soziale Konsequenzen hat. Es gibt andere Polizeibehörden, die hierauf keine Rücksicht nehmen, mit Sondereinsatzkommando anrücken und statt zu klingen oder zu klopfen lieber gleich die Türe aufbrechen.

Für einen Anfangsverdacht reicht übrigens (normalerweise) nicht, wenn lediglich jemand behauptet, dass ein anderer pädophil sei. Wenn man aber legale Bilder von Jungs sammelt und dabei auffällt, ein pädophiles Selbsthilfeforum besucht, einen pädophilen Blog (wie meinen) schreibt oder dort regelmäßig liest, kann das bereits schon nahelegen, dass man pädophil ist und damit einen Anfangsverdacht begründen.

Selbst wenn unklar ist, ob ein Anfangsverdacht vorliegt, kann es immer noch zu Vorermittlungen kommen, die dazu dienen sollen, den Anfangsverdacht zu erhärten.

Ungerechte Gesetze

Der hohe Prozentsatz von geschätzt 70 Prozent Konsumenten von Kinderpornografie unter Pädophilen (lt. KTW-Umfrage) ist vermutlich teils der Sache an sich, teils aber auch den ständigen Erweiterungen des Tatbestandes geschuldet.

Jemand der Erwachsenenpornographie konsumiert, kann auf realen Sex ausweichen. Pädophil veranlagte Menschen haben diese Möglichkeit nicht. Der Konsum von Kinderpornographie ist ja gerade das Ausweichen von realem Sex auf eine Alternative, die Dritte weniger beeinträchtigt (bei Kinderpornographie mit real existierenden Darstellern) oder sogar überhaupt nicht beeinträchtigt (bei virtueller Kinderpornographie).

Jemand, der 1992 legal Kinderpornographie konsumiert hat, konnte auf Zeichnungen und Posingbilder ausweichen, nachdem der Besitz von Kinderpornographie verboten wurde. Als auch kinderpornographische Zeichnungen verboten wurden, blieben ihm Posingbilder. Nachdem auch Posingbilder verboten wurden, könnte er vielleicht noch auf Nacktaufnahmen ausweichen. Auch die dürfen heute jedenfalls nicht mehr entgeltlich erworben werden. Es bleibt fast nichts. Und selbst das wenige, das theoretisch heute noch nicht unter Strafe steht (z.B. normale Kinderfotos aus dem Netz) wird aktuell skandalisiert, um es bald ebenfalls verbieten zu können.

Wenn aber ohnehin alles Kinderpornographie ist und man sich zwangsläufig strafbar macht, kann jemand, der ganz ohne „Ersatzdroge“ nicht klarkommt, auch gleich auf Darstellungen sexueller Handlungen real existierender Kinder zurückgreifen (soweit er das moralisch mit sich vereinbaren kann) und sich im Übrigen darauf konzentrieren nicht erwischt zu werden (z.B. durch Anonymisierungsdienste und Verschlüsselung).

Aus meiner Sicht kann das keine sinnvolle Lösung sein. Totalverbote haben letztlich eine negative Schutzwirkung und kriminalisieren gleichzeitig ohne Not Menschen, die sich eigentlich anständig verhalten wollen.

Ich halte es für ein deutliches Alarmsignal, wenn geschätzt 70% der primär Betroffenen (ansonsten völlig normalen und gut angepassten) Menschen es nicht schaffen, ein Gesetz einzuhalten, dessen Missachtung aktuell mit bis zu drei Jahren Gefängnis bedroht ist.

Nach meinem Gerechtigkeitsempfinden sollte es möglich und zumutbar sein, Gesetze einzuhalten. Wenn ein Gesetz trotz sehr hoher Strafandrohung von der Mehrheit der betroffenen Personen nicht eingehalten wird, deutet dies darauf hin, dass möglicherweise die Verhältnismäßigkeit nicht stimmt. Aus meiner Sicht ist vor allem das Verbot virtueller Kinderpornografie falsch und

Verfolgungsängste

Weil ich pädophil bin und weiß, dass das allein bereits genügt, um den Anfangsverdacht einer Straftat zu begründen, habe ich jahrelang jedes Mal einen Schreck bekommen, wenn jemand an meiner Haustür klingelte.

Das mag paranoid wirken. Aber Paranoia ist nur dann Paranoia, wenn die Verfolgungsängste wahnhaft eingebildet sind.

Als Pädophiler weiß ich, dass mir die Menschen in Hinblick auf mein Pädophil-Sein ganz überwiegend feindlich gegenüber stehen.

Außerdem weiß ich, dass mir im Grunde jederzeit nicht nur eine schwere Verletzung meines höchstpersönlichen Lebensbereichs in Form einer Hausdurchsuchung, sondern darüber hinaus auch ein Zwangsouting bei Nachbarn und Arbeitgeber droht.

Ich fühle mich durch das mir durch die Gesetzeslage aufgezwungene Leben unter Generalverdacht diskriminiert, verfolgt und bedroht. Gleichzeitig fühle ich mich durch die immer weitreichenderen Verbote und regelmäßig erhöhten Strafrahmen erstickt und jeder Luft zum Atmen beraubt.

6 Kommentare zu „Leben unter Verdacht

  1. „Aus einem Artikel des Präventionsprojekts „Kein Täter werden“ geht hervor, dass rund 70 % der Teilnehmer am Berliner Standort von „Kein Täter werden“ bereits Missbrauchsabbildungen …“

    Nach Studien sind rund drei Viertel der sexuellen Handlungen zwischen „Minderjährigen“ und Erwachsenen nach Angaben der früheren „Minderjährigen“ freiwillige und nicht von den Erwachsenen erzwungene sexuelle Handlungen. Die Gehirnwäscheorganisation „Kein Täter werden“ pathologisiert und kriminalisiert alle sexuellen Handlungen zwischen „Kindern“ und Erwachsenen (auch die freiwilligen) und produziert damit unendliches Leid. Dennoch wird hier in diesem Blog die Sprache der Unterdrücker übernommen und der von der Gehirnwäscheorganisation bewusst verwendete PR-Begriff „Präventionsprojekt“ übernommen. Auch der Begriff „Missbrauchsabbildungen“ wird übernommen. Sieht der Autor des Blogs die Liebe und die einvernehmliche Sexualität zwischen einem 10-Jährigen und einem 20-Jährigen realitätsgemäß als Liebe und einvernehmliche Sexualität – oder pädophob-wahnkrank als „Missbrauch“? Geschah die Internalisierung der Pädophobie unbewusst und ist die Verwendung dieser Begriffe hier „nur“ ein unabsichtlicher Fehler? Oder ist der Autor wie die Gehirnwäscheorganisation verrückt? Pädophobie ist Wahnsinn und dieser Wahnsinn wird von den Betroffenen leider typischerweise nicht bemerkt. Intelligenz und Wissen schaden dabei oft auch eher. Die Liebe hat kein Alter.

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    1. Wenn man jemanden zitiert, sollte man so zitieren, wie es gesagt wurde. Sonst gerät man in den Verdacht Zitate zu verfälschen. Ich habe den KTW Artikel, auf den ich Bezig genommen habe, in meinem Artikel verlinkt. Wörtlich heißt es dort: „Rund 70 % der knapp diagnostisch erfassten Teilnehmer am Berliner Standort des Netzwerks „Kein Täter werden“ hatten bereits Missbrauchsabbildungen konsumiert, davon fast 90 % im Dunkelfeld, also unentdeckt von den Ermittlungsbehörden, so Beier.“

      Selbstverständlich gibt es so etwas wie Mißbrauchsabbildungen tatsächlich, genauso, wie es so etwas wie sexuellen Kindesmissbrauch tatsächlich gibt. Ich finde dieses Wort „Mißbrauchsabbildungen“ auch nicht notwendig schädlich, sondern für einen sachlich geführten Diskurs vielleicht sogar günstig. Denn, dass bei einer Zeichnung kein Kind Mißbrauch wird, ist ja wohl offensichtlich. Es findet kein Mißbrauch statt, es handelt sich also auch nicht um eine Mißbrauchsabbildung.

      Früher einmal war Kinderpornographie als Darstellung definiert, die den sexuellen Mißbrauch eines Kindes darstellt, soweit es ein tatsächliches Geschehen darstellt. Später kamen dann wirklichkeitsnahe Darstellungen und sexuelle Handlungen (statt sexueller Mißbrauch) hinzu. Das Wort Mißbrauchsabbildungen kann potentiell helfen, wieder zur Ursprungsdefinition zurückzufinden.

      Selbstverständlich gibt es freiwillige sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern. Diese freiwilligen sexuellen Kontakte will das Projekt KTW ebenso wie unfreiwillige sexuelle Kontakte von Erwachsenen mit Kindern (Mißbrauch) verhindern. Diese Verhinderung (also Prävention) ist der Kern des KTW Projekts. Es geht KTW nicht primär um die Lebensqualität der Pädophilen, sondern um ihre Kontrolle. KTW hilft Pädophilen nur, weil und soweit das der Kontrolle und Verhinderung sexueller Kontakte nützlich ist. Es ist deshalb richtig, KTW als Präventionsprojekt zu bezeichnen.

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      1. „Wenn man jemanden zitiert, sollte man so zitieren, wie es gesagt wurde. Sonst gerät man in den Verdacht Zitate zu verfälschen.“

        Als ich das las war ich baff und hoffte, nicht falsch zitiert zu haben, nichts übersehen zu haben, was wohl jedem oder fast jedem ab und an passiert. Habe mir dann die Stelle angeguckt und gesehen, dass ich dich zu 100 % richtig zitiert habe. Du hast ja die von mir kritisierten Sätze eben nicht in Anführungsstrichen gesetzt und zitiert, sondern du hast in eigenen Sätzen unkritisch die Wortwahl aus dem Artikel übernommen. Und dann bei dieser Sachlage mich in den Verdacht zu rücken, dass ich Zitate verfälschen würde – naja. Vielleicht entscheidest du dich irgendwann gegen die Hinterhältigkeit und gegen die Pädophobie und für die moralische Integrität und für die Liebe.

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      2. Es war für mich überraschend, dass du meine Antowrt so interpretiert hat, als hätte ich dir ein falsches Zitat unterstellt. So war das nicht gemeint. Ich habe darauf hingewiesen, dass ich die Wortwahl der Quelle übernommen habe. Du kannst mir also durchaus vorhalten, dass ich die Wortwahl konsequenterweise in Anführungszeichen hätte setzen sollen. Aus dem Vorhalt einen Vorwurf zu machen, halte ich aber für verfehlt. Ich bin schließlich kein Wissenschaftler, der sich an Zitierregeln halten muss. Ich bemühe mich lediglich darum Quellen unverfälscht wiederzugeben.

        Du unterstellst mir aufgrund der Verwendung der zwei Worte „Präventionsprojekt“ und „Missbrauchsabbildungen“ bzw. der fehlenden Anführungszeichen ein bestimmtes Motiv und fährst aufgrund dessen einen Angriff gegen mich, indem du es als Hinterhältigkeit und Pädophobie interpretierst. Muss das sein? Statt überall Böses zu wittern, kann man doch einfach mal nachfragen, ohne gleich Vorwürfe zu erheben. Ich zitiere nochmal aus deinem ursprünglichen Kommentar:

        „Sieht der Autor des Blogs die Liebe und die einvernehmliche Sexualität zwischen einem 10-Jährigen und einem 20-Jährigen realitätsgemäß als Liebe und einvernehmliche Sexualität – oder pädophob-wahnkrank als „Missbrauch“? Geschah die Internalisierung der Pädophobie unbewusst und ist die Verwendung dieser Begriffe hier „nur“ ein unabsichtlicher Fehler? Oder ist der Autor wie die Gehirnwäscheorganisation verrückt? Pädophobie ist Wahnsinn und dieser Wahnsinn wird von den Betroffenen leider typischerweise nicht bemerkt. Intelligenz und Wissen schaden dabei oft auch eher.“

        Du unterstellst mir also ich sei verrückt, pädophob, dem Wahnsinn verfallen. Das alles nur weil ich zwei Begriffe so verwendet habe, wie ich sie vorgefunden habe. In einem etwa sechseitigen Artikel mit fast 2300 Wörtern. Findest du das nicht ein wenig überzogen?

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  2. Ok, du meintest „Wenn man jemanden zitiert, sollte man so zitieren, wie es gesagt wurde.“ anders. Du hast aber eben nicht zitiert, sondern selber formuliert. Vermutlich habe ich deinen Satz deshalb zunächst missverstanden.
    Wenn rassistische Menschen das Wort „Nigger“ verwenden und man über diese rassistische Menschen berichtet, dann verwendet man nicht wie sie das Wort „Nigger“ einfach so, sondern setzt es ggf. in Anführungsstriche. Man übernimmt nicht geisteskranke Vokabeln in seinen eigenen Wortschatz.
    Pädophobie ist nicht weniger geisteskrank als Rassismus. Die Pathologisierung und Kriminalisierung der einvernehmlichen Sexualität etwa zwischen 12-Jährigen und 20-Jährigen ist keine Prävention, sondern ein furchtbares Verbrechen. Der Begriff „Präventionsprojekt“ ist deshalb ein Euphemismus. Das erkennt jeder Mensch, der nicht pädophob-gestört ist.

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    1. Die Kriminalisierung von einvernehmlichen Sex zwischen 13 und 14 jährige ist das grausamstes Verbrechen der Deutschen im 21. Jahrhundert.

      Diese menschlichkeitsverbrecher müssen vor Gericht

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