Eine kleine Geschichte der Päderastie

Die heutige Stigmatisierung und Ächtung von Pädophilie im Allgemeinen und Päderastie im besonderen ist stark von einer öffentlichen Wahrnehmung des Pädophilen beeinflusst, die auf Personen beruht, die tatsächlich gar keine Pädophilen sind, sondern lediglich Ersatztäter, die sich bei Kindern holen, was sie von Erwachsenen nicht bekommen. Die 90% nicht-pädophiler Ersatztäter, die wegen sexuellem Kindesmissbrauch verurteilt werden, prägen das Bild vom Pädophilen an sich.

Die Ursache für die Stigmatisierung und Ächtung liegt aber woanders. Die Erklärung der Gegenwart ist nicht in der Gegenwart, sondern in der Vergangenheit zu suchen. Aufgrund meiner persönlichen Perspektive konzentriere ich mich dabei im folgenden auf die Liebe zu Jungen im besonderen.

Der Wert der Päderastie für die antike Gesellschaft

In der griechischen Antike war Päderastie ein wesentlicher Kulturbestandteil, der mit Sicherheit auch zur kulturellen Blüte der „Wiege der westlichen Zivilisation“ beigetragen hat. Die Ursache dafür liegt im Erziehungsauftrag, der fest mit der Päderastie verwoben war. Der ältere Beziehungspartner war Mentor des jüngeren.

In einer Gesellschaft, die ursprünglich noch keine Schulen oder gar eine Schulpflicht kannte, hat ein nicht von Autorität, sondern von liebevollem Umgang geprägtes Erziehungssystem mit einem „Betreuungsschlüssel“ von 1:1 einen enormen Vorteil bei der Weitergabe und Weiterentwicklung von Fähigkeiten und Wissen. Die institutionalisierte Päderastie schuf in der Frühzeit der griechischen Antike hervorragende Bedingungen für die kulturelle Blütezeit, die folgte.

Verfall der Legitimation und „Todesstoß“

Mit der Entwicklung eines Schulsystems ging auch die Bedeutung der Knabenliebe zurück. Die Neuerungen im Erziehungssystem haben sie schrittweise ihrer besonderen moralischen Legitimation beraubt. Päderastie wurde angreifbar, zumal der sexuelle Aspekt ohnehin teils kritisch gesehen wurde und Päderastie gerade ‚im Paket‘ mit dem pädagogischen Aspekt akzeptiert (und sogar gefördert) wurde.

Das Verhältnis zur Päderastie wurde also ambivalenter, sie war aber bereits so selbstverständlich, dass sie sich noch Jahrhunderte halten konnte und bis in die vor-christliche römische Kaiserzeit toleriert wurde.

Für den „Todesstoß“ sorgten dann die sexual-feindlichen Vorstellungen der Christen. Im Christentum ist Sexualität konzeptionell mit dem zentralen Element der Erbsünde verbunden. Das sexuelle Begehren führt den Menschen (angeblich) zur Sünde. Sexualität war lediglich durch den „gottgewollten“ Zweck der Fortpflanzung legitimiert. Jeder nicht „naturgemäße“ oder „vernunftgemäße“ Gebrauch (Ehebruch, Prostitution, Selbstbefriedigung, Coitus Interruptus, Homosexualität und natürlich auch Pädophilie und Päderastie) galt als Sünde.

Im Untergrund

So wirklich tot zu kriegen ist etwas, das eigentlich zum natürlichen Spektrum des Menschen gehört, aber nicht. Egal wie man sich um die Bekämpfung bemüht – es wachsen ja immer neue Pädophile und Päderasten nach. Aber Pädophilie und Päderastie waren dauerhaft in den Untergrund gedrängt.

Dort blieb sie, auch wenn es durchaus Moment gab, in denen sie wieder sichtbarer und weniger unterdrückt wurde. Zur Legitimation wurde dabei in aller Regel gerade die Kultur der alten Griechen herangezogen. Der Umbruch von Mttelater zur Neuzeit erfolgt im 15. und 16. Jahrhundert mit der Rückbesinnung und Wiederbelebung der kulturellen Leistungen der griechischen und römischen Antike, der Renaissance. Als Wiege der Renaissance gilt Florenz.

Schaut man in das Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm von 1854, dann findet man auch die folgenden beiden Einträge:

florenzen: sie (die Tartaren) seind auch daran, wie die Saracenen, nicht ersettigt, sie florenzen oder erkennen auch, das schendlich ist zu sagen, die knaben und allerlei vihe. Frank weltb. 96b und daraus in Seb. Münsters cosmogr. 1537 F 1b. vgl. Lessing 11, 323.

florenzer, m. paederast.

Eintrag im „Grimm“ von 1854

Sexuelle Revolution

Die Bedeutung der Religion und religiöser Moralvorstellungen hat durch die fortschreitende Säkularisierung kontinuierlich abgenommen und diese heute weitgehend in den Hintergrund gedrängt. Mit der Befreiung der Sexualität von vielen überkommenen Moralvorstellungen ab den später 60er Jahren gab es auch eine Chance, dass sich die Einstellung zur Pädophilie ändert.

Die Schwulenbewegung hat sich – als sie selbst noch unterdrückt wurde – mit den Forderungen ihrer pädophilen Mitstreiter solidarisiert. Die Grünen haben sind in frühen Parteiprogrammen für die Abschaffung der Schutzaltersgrenzen eingesetzt. Auch Teile der FDP waren in den frühen 80ern diesem Gedanken gegenüber noch aufgeschlossen.

Im Grunde blieb Pädophilie und Päderastie aber bestenfalls ein Randthema. Ein starkes legitimierendes Element, wie in der frühen griechischen Antike gab es nicht mehr. Gesellschaftlich „interessant“ wird so ein Mentor eigentlich erst, wenn die neuen Institutionen versagen – also bei einem allgemeinen Zusammenbruch oder Staatsversagen (Krieg, große Depression mit weitgehendem Zusammenbruch der sozialen Sicherungssysteme, Slums etc.). Derartige Zustände kann aber ich mir persönlich aber auch nicht als mutmaßlicher „Profiteur“ herbeiwünschen.

Einen allgemeinen Bedarf an pädophilen bzw. päderastischen Mentoren gibt es heute schlicht nicht und wird es (hoffentlich) auch nicht mehr geben. Tatsächlich hat die allgemeine Schulpflicht und das moderne Erziehungssystem nämlich durchaus Vorzüge:

Da die Erziehung nicht nur in der Hand eines einzelnen Mentors liegt, sondern viele unterschiedliche Spezialisten (Betreuer, Lehrer, Ausbilder, Professoren) eingesetzt werden, können die Spezialisten pädagogisch besonders ausgebildet und qualifiziert werden und als Kollektiv ein viel breiteres Wissensspektrum abbilden als dies ein einzelner Mentor je könnte (soweit dieser nicht gerade zufällig ein Universalgelehrter ist).

Neuerliche Verdammung

Gab es zu Beginn der sexuellen Revolution noch eine offene und dabei durchaus auch Positives wahrnehmende Auseinandersetzung mit der Frage der Pädophilie, der Päderastie und ihren Folgen, wurde die Deutungshoheit zu Sexualkontakten mit Kindern in der Folge recht schnell und immer dominanter von Frauenrechtlerinnen geprägt, die Sex vor allem als Ausdruck von Macht, Machtmissbrauch und Unterdrückung interpretierten. Sexualkontakte mit Kindern wurden dementsprechend als Machtmissbrauch gedeutet und galten – unabhängig von den konkreten Umständen – prinzipiell als sexuelle Gewalt.

Mit der Thematisierung von Machtmissbrauch kann man gut mobilisieren und Kinder sind und waren zu allen Zeiten (zu recht) ein hochemotionales Thema. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sich die zunächst vor allem von Frauenrechtlerinnen propagierte Deutung gesamtgesellschaftlich durchgesetzt hat.

Bias einer weiblichen Perspektive?

Vermutlich hat die Tatsache, dass die herrschende Deutung vor allem von Frauen geprägt wurde, auch einen gewissen Bias verursacht (ohne dass die Frauen daran schuld wären). Die Studien, die ich kenne, legen jedenfalls nahe, dass sexuelle Erfahrungen von betroffenen Jungen mit Männern viel eher von den Betroffenen als positiv eingestuft werden, als sexuelle Erfahrungen von betroffenen Mädchen mit Männern (hierzu bei anderer Gelegenheit mehr).

Ich kann nur spekulieren, woran das liegt. Vielleicht gibt es einfach mehr heterosexuelle Ersatztäter, die die Mädchen dann schlechter behandeln, als dies bei Jungen der Fall ist. Vielleicht spielt ein patriarchalisches Element eine Rolle, also die erhöhte Wahrscheinlichkeit eines kulturell bedingtes Dominanzstrebens von Männer gegenüber Frauen und Mädchen, das ungesunde Züge annehmen kann.

Sexueller Missbrauch von Kindern wurde jedenfalls Anfangs insbesondere als sexueller Missbrauch von Mädchen wahrgenommen und thematisiert. Hinzu kommt, dass vor allem negative Erlebnisse bekannt werden. Über positiv erfahrene Begegnungen kann wegen der gesellschaftlichen Ächtung und Strafbarkeit nicht gesprochen werden. Positive Begegnungen werden verheimlicht und ggf. sogar toleriert, solange sie nicht allgemein bekannt werden.

Wie auch immer: die Deutung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Kindern wurde wesentlich von Frauen geprägt, die dabei Mädchen im Blick hatten, die tatsächlich sexuelle Gewalt erlebt hatten. Dies Erfahrungen wurden dann verallgemeinert, obwohl die zugrunde liegenden Fälle in erster Linie Ersatztäter und in erster Linie die eher negativen Erfahrungen von Mädchen betreffen.

Heutige Situation

Heute wird die Diskussion nicht mehr von Frauenrechtlerinnen dominiert, sondern eher von Kinderschutzorganisation und Opferverbänden (also Betroffenen, die sich tatsächlich missbraucht fühlen).

Argumentativ wird aber auf der von Frauenrechtlerinnen gelegten Basis weitergearbeitet – abweichende Meinungen gelten als skandalöse Grenzüberschreitung und Verharmlosung von Pädophilie und Kindesmissbrauch.

Die Skandalisierung und Kriminalisierung wurde in den letzten Jahrzehnten konsequent verstärkt. Kindesmissbrauch ist ein aufsehenerregendes Verbrechen – besonders aufsehenerregende Fälle erhalten besonders viel Aufmerksamkeit. Sie prägen einerseits das Bild des pädophilen Kinderschänders in der Öffentlichkeit. Zudem eigen sie sich politisch, um durch Härte um Zustimmung bei den Wählern zu werben und um den Bürgern sonst unpopuläre Gesetze schmackhaft zu machen (Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchung, Verschärfung von Polizeigesetzen etc.).

In neuester Zeit hat sich die Situation allerdings wenigstens insoweit verbessert, als Pädophile aufgrund der Strahlkraft von Projekten wie „Kein Täter werden“ zumindest von Teilen der Bevölkerung als unschuldig an Ihrer Orientierung wahrgenommen werden. Es gibt also eine gewisse Tendenz nicht mehr den Pädophilen an sich zu verachten und zu verfolgen, sondern tatsächliche Handlungen. Dies eröffnet möglicherweise auch die Chance auf eine neue Qualität in der Diskussion über Pädophilie an sich.

Evolutionärer und geschichtlicher Blinddarm?

Nach meinen bisherigen Ausführungen könnte man auf den Gedanken kommen, dass Päderastie vielleicht einmal evolutionär und kulturell sinnvoll war, aber inzwischen ein überflüssiges und lästiges Überbleibsel der menschlichen Entwicklung ist. Etwa so, wie der Blinddarm als überflüssiges und potentiell schädliches Überbleibsel der menschlichen Evolution gilt.

Nur: was man für Wahrheit hält, ist deshalb noch nicht wahr. Zum Blinddarm etwa gib es längst neue Erkenntnisse, die in der Allgemeinheit noch nicht ganz angekommen sind:

Die verbreitete Annahme, dass der Blinddarm beim Menschen keine Funktion erfülle, wurde durch Studien widerlegt. Der Blinddarm ist bei den meisten Spezies mit reichlich Lymphgewebe ausgestattet, vor allem bei jenen mit gering entwickelter Verdauungsfunktion. Daher kommt dem Blinddarm auch eine große Rolle bei der Vermittlung von Immunitätsvorgängen gegenüber durch den Verdauungstrakt aufgenommenen Antigenen zu. Er gilt damit als Teil des Immunsystems. Zudem gibt es die These, dass nach Durchfällen der „leergeräumte“ Darm vom Blinddarm ausgehend mit Darmbakterien wiederbesiedelt wird.

Wikipedia Artikel zum Blinddarm, dort Abschnitt „Funktion“

Auch wenn die Päderastie heute in Verruf geraten ist und ihr wohl auch in Zukunft nie wieder ein ähnlicher, legitimierender gesamtgesellschaftlicher Erziehungsauftrag zukommen wird, wie in der griechischen Antike, bedeutet das nicht, dass sie deswegen nutzlos wäre. Ein Päderast mag keine erziehungspolitische Notwendigkeit mehr sein, aber deshalb ist es nicht auf einmal schädlich, zusätzlich zu den Vorzügen eines modernen Bildungssystems auch einen hochmotivierten Mentor zu haben.

Päderastie ist aus evolutionärer Sicht ein zusätzlicher Mechanismus, mit dem die Natur Zuwendung und Aufmerksamkeit auf Personen lenkt, die Zuwendung und Aufmerksamkeit besonders gut gebrauchen können. Im Prinzip handelt es sich beim päderastischen Begehren also um eine heute (weitgehend) ungenutzte Ressource.

Der Leser Max hat in einem Kommentar zu meinem Artikel über die evolutionäre Bedeutung von Pädophilie darauf hingewiesen, dass Beziehungen zu Jungs immer auch auf der Basis von Gegenseitigkeit entstehen:

Man wird sich in einen superhübschen Jungen, der kein Entgegenkommen zeigt, möglicherweise verlieben, aber das Entgegenkommen des Jungen spielt natürlich eine große Rolle. Und das wird ein vernachlässigter oder verwaister Junge natürlich sehr viel mehr zeigen. Und daher wird er auch sehr viel eher in solch einer Beziehung landen.

Ich halte diese Einschätzung für im Kern zutreffend.

Für jemanden, der zu wenig Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit bekommt, ist der Zugewinn durch eine solche Beziehung relativ gesehen wesentlich größer als bei Abwesenheit einer entsprechenden Mangelsituation.

Das macht Päderastie nicht zu einem geeigneten Ansatzpunkt zur gesamtgesellschaftlichen Lösung von Elend, Benachteiligung oder Verwahrlosung von Jugendlichen, denn das hieße Politik und Gesellschaft aus der Pflicht zu nehmen. Die Gesellschaft bleibt in der Pflicht andere Lösungen zu finden und zu fördern.

Bei einem nüchternen Blick auf die Wirklichkeit, muss man aber auch die Grenzen staatlichen Wirkens anerkennen: es ist vor allem auf der Makroebene wirksam.

Auf der zwischenmenschlichen Ebene hört die positive Leistungsfähigkeit des Staates auf. Staatliche Maßnahmen können zwar viel leisten, aber einen Mangel an Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit kann man nicht durch Geld heilen, die ein staatliches Programm zur Verfügung stellt.

Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit muss von Menschen kommen, die dazu (idealerweise aus eigenem Antrieb) motiviert sind. Je motivierter eine Person ist, um so besser ist dies für das Kindeswohl. Die beste Motivation überhaupt ist Liebe.

Wenn zu kurz Gekommene besonders von einer liebevollen Beziehung profitieren können, bedeutet das allerdings nicht, dass eine päderastische Beziehung nicht auch von einem sozial gut aufgestellten Jungen aus guten Verhältnissen und mit liebevollen Eltern geschätzt werden könnte.

Kinder mit liebevollen Eltern profitieren schließlich auch davon, zusätzlich auch noch liebevolle Großeltern zu haben. Eine zusätzliche im Wesenskern positive und von Liebe geprägte Beziehung ist immer wünschenswert und für die Entwicklung förderlich.

5 Kommentare zu „Eine kleine Geschichte der Päderastie

  1. „Die Studien, die ich kenne, legen jedenfalls nahe, dass sexuelle Erfahrungen von betroffenen Jungen mit Männern viel eher von den Betroffenen als positiv eingestuft werden, als sexuelle Erfahrungen von betroffenen Mädchen mit Männern“

    Ja, hängt aber anscheinend nicht mit dem Altersunterschied und/oder dem jungen Alter zusammen. Eine der ganz wenigen Studien mit Kontrollgruppen (zum Beispiel mit der Konstellation Erwachsener-Erwachsener) ist:

    Max Weiter und Bruce Rind „Das gesellschaftliche Konstrukt der sexuellen Selbstbestimmung im deutschen Recht – empirische Überlegungen“ In: „Sexualität und Strafe“, 11. Beiheft zum Kriminologischen Journal, Hrsg. Klimke/Lautmann, ISBN 978-3-7799-3511-7, 2016 Beltz Verlag, S. 207–222

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  2. Wie immer sehr interessant und sehr klug. Cool!

    „Die 90% nicht-pädophiler Ersatztäter, die wegen sexuellem Kindesmissbrauch verurteilt werden, prägen das Bild vom Pädophilen an sich.“

    Den Satz halte ich aus zwei Gründen für falsch. Erstens stellen die Massenmedien nahezu alle Fälle von „Kinder“-Erwachsenen-Sex als furchtbar/traumatisierend/schädigend dar, unabhängig von den Details der sexuellen Handlungen und der sexuellen Orientierungen der beteiligten Personen. Dadurch wird das „Pädophilie“-Bild der Gesellschaft geprägt.

    Zweitens würde ich zur Überprüfung der 90 %-Zahl dann a gerne mal die Definition von „Pädophilie“ wissen und b die Studie kennen, die das zeigen soll („90% nicht-pädophiler Ersatztäter“). Hinter dieser (im Kern pädophoben) „Ersatztäter“-Theorie steckt die Annahme, es gäbe einerseits die wenigen kranken „Pädophilen“, die seltsamerweise „Kinder“ begehren, und andererseits die Normalos, die das nicht tun und sich dann nur beispielsweise betrunken beim Fehlen von gleichaltrigen Sexpartnern an „Kindern“ vergehen. Das ist aber Othering. Das Begehren von Menschen unter 14 Jahren ist relativ weit verbreitet und normal (auch wenn die meisten Menschen typischerweise ältere Menschen stärker begehren als „Kinder“). Ähnlich abwegig wäre es von 1 % Sportlern zu sprechen und alle anderen sind nur „Ersatz“-Sportler, die betrunken ausversehen in den Trainingsanzug geraten sind. Studien der letzten Jahre zeigen ja auch mehrheitlich, dass das sexuelle Interesse an „Kindern“ dimensional und nicht kategorial ist. Das seit rund 130 Jahre existierende Konstrukt des „Pädophilen“ ist im Kern falsch.

    Nach dem Mittelwert der vorliegenden Dunkelfeld-Studien ist es so, dass 68 % der als „missbräuchlich“ angesehenen sexuellen Kontakte von „Kindern“ mit ungefähr Gleichaltrigen/“Minderjähigen“ stattfinden und dass beispielsweise für den sexuellen Missbrauch von Jungen am häufigsten weibliche Jugendliche (!) verantwortlich sind. Insofern ist diese verbreitete Fokussierung auf die „pädophilen“ Männer wahnhaft. Ungefähr 99 % der Fälle des wie auch immer definierten „sexuellen Missbrauchs von Kindern“ haben mit den „pädophilen“ Männern nichts zu tun („Pädophilie“ hier verstanden als Präferenz für Vorpubertierende). Aber der Begriff „Pädophilie“ zieht halt Aufmerksamkeit und wird deshalb gerne in dem Massenmedien (und auch hier) verwendet.

    „Ein starkes legitimierendes Element, wie in der frühen griechischen Antike gab es nicht mehr.“

    Doch, das Menschenrecht auf sexuelle Selbstbestimmung eines jeden Menschen.

    „Einen allgemeinen Bedarf an pädophilen bzw. päderastischen Mentoren gibt es heute schlicht nicht und wird es (hoffentlich) auch nicht mehr geben.“

    Es gibt einen riesigen Bedarf, nur werden die „Minderjährigen“ oft daran gehindert, entsprechende Freundschaften einzugehen. Angenommen, die Schulpflicht würde abgeschafft und die Schulen würden weiter bestehen. Dann würden sich sehr viele „Minderjährigen“ ihre Mentoren außerhalb der Schulen suchen.

    „Es gibt also eine gewisse Tendenz nicht mehr den Pädophilen an sich zu verachten und zu verfolgen, sondern tatsächliche Handlungen.“

    Wobei dann aber nicht nur die Handlungen, sondern auch der die Handlungen ausführende „Pädophile“ verachtet wird. Wobei es wie geschrieben in 99 % der Fälle eben gar nicht „die“ „pädophilen“ Männer sind, die die als „missbräuchlich“ angesehenen sexuellen Kontakte zu den „Kindern“ haben.

    PS: Die älteren Artikel dieses Blogs sind teilweise nur schwierig/umständlich zu finden, da muss irgendwie eine bessere Verlinkung/Anzeige her.

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    1. Danke für deine Gedanken. 🙂

      Ich sehe die Referenzierung „wegen sexuellem Kindesmissbrauch verurteilt“ als unproblematisch an. Es ist ja kein Werturteil meinerseits damit verbunden und ich stelle im Blog auch regelmäßig klar, dass für mich Missbrauch dann vorliegt, wenn ein Mensch einen andern Menschen schlecht behandelt. Wenn diese Bedingung nicht erfüllt ist, ist es auch kein Missbrauch. Es gibt aber auch eine juristische Definition, die nun mal davon abweicht. Durch das „verurteilt“ wird deutlich, dass die juristische Definition gemeint ist.

      Ich stimme dir zu, dass die Vorstellung der Gesellschaft komplett davon dominiert ist, Kinder“-Erwachsenen-Sex als furchtbar/traumatisierend/schädigend einzustufen. Von dieser (falschen) Einschätzung leitet sich alles ab.

      Am Beispiel Päderastie kann man eigentlich auch ohne sehr tiefen Hintergrund erkennen, dass das so nicht der Fall sein kann. Die Kulturleitungen der alten Griechen werden bewundert. Gleichzeitig war die Päderastie ein zentrales kulturelles Element. Das scheint nicht zusammen zu passen. Damit liegt eigentlich auf der Hand, dass die Prämisse, dass Sex Kinder grundsätzlich schädigt, falsch ist.

      „Zweitens würde ich zur Überprüfung der 90 %-Zahl dann a gerne mal die Definition von „Pädophilie“ wissen und b die Studie kennen, die das zeigen soll („90% nicht-pädophiler Ersatztäter“).“

      Die Zahl 90% habe ich mir natürlich nicht ausgedacht. Die Aussage verlinkt auf den Wikipedia-Artikel „Sexueller Missbrauch von Kindern,“ und wurde dort von [werner.stangl]s arbeitsblätter (Stangl, 2019) übernommen. Die zugrunde liegende Studie (wenn es überhaupt eine gibt) kenne ich nicht.

      Ich halte die Differenzierung zu Ersatztätern insofern für relevant, als ich eine andere Qualität des Kontaktes bei pädophilen und nicht-pädophilen Tätern vermute und zwar in dem Sinne, dass pädophile Erwachsene häufiger eine liebevolle und einvernehmliche Beziehung haben, bei der das Kind nicht geschädigt wird, als Ersatztäter.

      Die Unterscheidung pädophiler oder Ersatztäter scheint mir deshalb zum besseren Verständnis ähnlich relevant, wie die Frage, ob der Kontakt einvernehmlich und gewaltlos war oder mit Gewalt, Zwang und/oder Nötigung verbunden war. Ich kann mir zwar vorstellen, dass auch ein einvernehmlich und gewaltloser Kontakt mit einem Ersatztäter möglich ist und ein Kind dadurch keine Schäden davonträgt, würde aber erwarten, dass die Qualität der Beziehung von einem Pädo mit dem Kind in aller Regel deutlich besser ist, als bei Ersatztätern. Untersuchungen dazu sind mir nicht bekannt.

      An anderer Stelle habe ich (ebenfalls ohne klar nachvollziehbaren Beleg) gelesen, dass 50% der Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern von Pädophilen verübt wird und 50% von Ersatztätern. Das hört sich auf Anhieb widersprüchlich an, muss es aber nicht sein. Ich halte es für naheliegend, dass ein Pädophiler eher Wiederholungstäter wird als ein Ersatztäter und daher die Anzahl der Taten pro straffälligem Pädo höher ist als die Anzahl der Taten pro Ersatztäter. Es könnte also durchaus sein, dass 90% der Täter Ersatztäter sind, aber nur 50% der Taten von einem Ersatztäter verübt werden.

      Allgemein sind Zahlen zur Tätertypologie mit Vorsicht zu genießen.

      Einerseits ist es für jemanden, der erwischt wurde, sinnvoll sich als Ersatztäter zu tarnen, weil damit nach juristischer Einschätzung eine geringer Rückfallgefahr verbunden ist und unter diesem Aspekt das Strafmaß geringer ausfällt.

      Andererseits ist Sexualität (wie du auch selbst deutlich machst) ein Kontinuum. Es ist nicht schwarz / weiß, sondern bunt. Die Kategorien, mit denen allgemein um sich geschmissen wird, taugen allenfalls als grobe Raster und fördern das, was du als Othering kritisierst. Ich denke trotzdem, dass die Raster teils hilfreich sein können, wenn man sie nicht verabsolutiert.

      Ich persönlich bezeichne mich auf dem Blog z.B. zwar als pädophil, bin es klinisch gesehen aber nicht, bzw. nur zu einem recht geringen Teil. Klinische gesehen müsste ich eigentlich als hebephil bezeichnet werden. Nur weiß kein Mensch (außer Experten), was das ist. Das macht die Bezeichnung im (allgemeinen, nicht streng wissenschafltichen) Diskurs aus meiner Sicht nutzlos, zumal die Abgrenzung hebephil und pädophil auch wieder zu Othering führt, bei dem der hebephile BL, der sich auf die Tradition der Päderastie berufen kann, möglicher auf den pädophilen BL oder GL herabschauen könnte. Das scheint mir ebenfalls wenig hilfreich.

      Du schreibst:
      „Nach dem Mittelwert der vorliegenden Dunkelfeld-Studien ist es so, dass 68 % der als „missbräuchlich“ angesehenen sexuellen Kontakte von „Kindern“ mit ungefähr Gleichaltrigen/“Minderjähigen“ stattfinden und dass beispielsweise für den sexuellen Missbrauch von Jungen am häufigsten weibliche Jugendliche (!) verantwortlich sind. Insofern ist diese verbreitete Fokussierung auf die „pädophilen“ Männer wahnhaft. Ungefähr 99 % der Fälle des wie auch immer definierten „sexuellen Missbrauchs von Kindern“ haben mit den „pädophilen“ Männern nichts zu tun („Pädophilie“ hier verstanden als Präferenz für Vorpubertierende). Aber der Begriff „Pädophilie“ zieht halt Aufmerksamkeit und wird deshalb gerne in dem Massenmedien (und auch hier) verwendet.“

      Das finde ich sehr interessant. Hast du nähere Infos, wo diese Studien zu finden sind?

      Auf mein „Ein starkes legitimierendes Element, wie in der frühen griechischen Antike gab es nicht mehr.“ schreibst du „Doch, das Menschenrecht auf sexuelle Selbstbestimmung eines jeden Menschen.“

      Im Moment wird gerade dies der Straffreiheit entgegengehalten.

      §176 („Sexueller Missbrauch von Kindern) steht im Abschnitt „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ des Strafgesetzbuches. Sexuelle Kontakte mit Kindern gelten als mögliche Gefährung des Kindes. Es handelt sich um ein abstraktes Gefährdungsdelikt. Das geschützte Rechtsgut ist die „ungestörte sexuelle Entwicklung“ von Kindern.

      Ich stimme dir zu, dass das Menschenrecht auf sexuelle Selbstbestimmung ein legitimierendes Element sein könnte. Es liegt aber für die Allgemeinheit nicht auf der Hand, dass es in unserem Sinne greifen könnte.

      Du schreibst:
      „PS: Die älteren Artikel dieses Blogs sind teilweise nur schwierig/umständlich zu finden, da muss irgendwie eine bessere Verlinkung/Anzeige her.“

      Hmmm. Guter Punkt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dafür eine gute Lösung finden kann. Eigentlich wollte ich ein schlankes, minimalistisches Design. Ich merke iinzwischen aber selbst, dass interessante Themen im Laufe der Zeit in die Untiefen des Blogs verschwinden würden, was eigentlich schade wäre. Ich mache mir Gedanken dazu und werde evtl. auch ein bischen mit dem Design herumexperimentieren (was aber in der kostenlos-Version von WordPress, die ich nutze nur eingeschränkt möglich ist).

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  3. „Ich halte die Differenzierung zu Ersatztätern insofern für relevant, als ich eine andere Qualität des Kontaktes bei pädophilen und nicht-pädophilen Tätern vermute und zwar in dem Sinne, dass pädophile Erwachsene häufiger eine liebevolle und einvernehmliche Beziehung haben, bei der das Kind nicht geschädigt wird, als Ersatztäter.“

    Mir ist das viel zu grob, die Welt in „Pädophile“ und in „Ersatz-Täter“ einzuteilen. Man kann die Welt auch nicht in Köche und Nicht-Köche einteilen. Die Wirklichkeit ist sehr vielfältig.

    „Einerseits ist es für jemanden, der erwischt wurde, sinnvoll sich als Ersatztäter zu tarnen, weil damit nach juristischer Einschätzung eine geringer Rückfallgefahr verbunden ist und unter diesem Aspekt das Strafmaß geringer ausfällt.“

    Interessanterweise gibt es in Studien meist keinen Zusammenhang zwischen „DSM“/“ICD“-„Pädophilie“-Diagnosen und „Rückfälligkeit“. Was nichts an der relevanten juristischen Einschätzung ändert.

    „zumal die Abgrenzung hebephil und pädophil auch wieder zu Othering führt, bei dem der hebephile BL, der sich auf die Tradition der Päderastie berufen kann, möglicher auf den pädophilen BL oder GL hinschauen könnte. “

    Ja das ist wirklich weit verbreitet, auch in Wissenschaftskreisen, dass oft nur die Alterspräferenz akzeptiert wird, die man selber hat, und kein Begehren jüngerer Menschen.

    „Das finde ich sehr interessant. Hast du nähere Infos, wo diese Studien zu finden sind?“

    Deine Frage zielt auf sehr, sehr viele Studien, ich beschränke mich für heute mal auf zwei Themen, du kannst ja ggf. nachfragen:

    1) Einige Studien, die zeigen, dass für den größten Teil des „sexuellen Kindesmissbrauchs“ „Minderjährige“ verantwortlich sind:

    Allen, Brian; Alexandra Tellez; Amy Wevodau u. a. (2014): The Impact of Sexual Abuse Committed by a Child on Mental Health in Adulthood. Journal of Interpersonal Violence, 29 (12) 2257-2272.

    Larsson, Ingbeth und Carl-Göran Svedin (2002): Sexual Experiences in Childhood: Young Adults‘ Recollections. Archives of Sexual Behavior, 3 (3) 263-273.

    Hofherr, Stefan (2017): Wissen von Schülerinnen und Schülern über sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten. Kurzbericht über zentrale Ergebnisse. https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bibs2017/hofherr_schuelerwissen_sexuelle_gewalt.pdf (abgerufen am 24.2.2018).

    Miller, Jacqueline A.; Edward A. Smith; Linda L. Caldwell u. a. (2018): Boys Are Victims, Too: The Influence of Perpetrators’ Age and Gender in Sexual Coercion Against Boys. Journal of Interpersonal Violence, online veröffentlicht am 8.6.2018.

    2) Nachfolgend einige Studie, die zeigen, dass der für den größten Teil des „sexuellen Missbrauchs“ von Jungen weibliche Menschen verantwortlich sind. Da wir sicher wissen, dass die „Täter“ beim „sexuellen Missbrauch“ von Jungen mit großer Mehrheit „Minderjährige“ sind und keine Erwachsenen sind, ergibt sich daraus, dass Jungen am häufigsten von weiblichen Jugendlichen „sexuell missbraucht“ werden:

    Mohler-Kuo, Meichun; Markus A. Landolt; Thomas Maier u. a. (2014): Child sexual abuse revisited: a population-based cross-sectional study among Swiss adolescents. Journal of Adolescent Health, 54 (3) 304–311.

    Miller, Jacqueline A.; Edward A. Smith; Linda L. Caldwell u. a. (2018): Boys Are Victims, Too: The Influence of Perpetrators’ Age and Gender in Sexual Coercion Against Boys. Journal of Interpersonal Violence, online veröffentlicht am 8.6.2018.

    Hofherr, Stefan (2017): Wissen von Schülerinnen und Schülern über sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten. Kurzbericht über zentrale Ergebnisse. https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bibs2017/hofherr_schuelerwissen_sexuelle_gewalt.pdf (abgerufen am 24.2.2018).

    Karkoskova, Slavka und Ivan Ropovik (2018): The prevalence of child sexual abuse among Slovak late adolescents. https://osf.io/preprints/socarxiv/d8bg6/ (abgerufen am 31.3.2018).

    Ajduković, Marina; Nika Sušac und Miroslav Rajter (2013): Gender and age differences in prevalence and incidence of child sexual abuse in Croatia. Croatian Medical Journal, 54 (5) 469-479.

    „Im Moment wird gerade dies der Straffreiheit entgegengehalten.“

    Ja, aber das ändert ja nichts am Menschenrecht.

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  4. „Ich halte die Differenzierung zu Ersatztätern insofern für relevant, als ich eine andere Qualität des Kontaktes bei pädophilen und nicht-pädophilen Tätern vermute und zwar in dem Sinne, dass pädophile Erwachsene häufiger eine liebevolle und einvernehmliche Beziehung haben, bei der das Kind nicht geschädigt wird, als Ersatztäter.“

    Mir ist das viel zu grob, die Welt in „Pädophile“ und in „Ersatz-Täter“ einzuteilen. Man kann die Welt auch nicht in Köche und Nicht-Köche einteilen. Die Wirklichkeit ist sehr vielfältig.

    „Einerseits ist es für jemanden, der erwischt wurde, sinnvoll sich als Ersatztäter zu tarnen, weil damit nach juristischer Einschätzung eine geringer Rückfallgefahr verbunden ist und unter diesem Aspekt das Strafmaß geringer ausfällt.“

    Interessanterweise gibt es in Studien meist keinen Zusammenhang zwischen „DSM“/“ICD“-„Pädophilie“-Diagnosen und „Rückfälligkeit“. Was nichts an der relevanten juristischen Einschätzung ändert.

    „zumal die Abgrenzung hebephil und pädophil auch wieder zu Othering führt, bei dem der hebephile BL, der sich auf die Tradition der Päderastie berufen kann, möglicher auf den pädophilen BL oder GL hinschauen könnte. “

    Ja das ist wirklich weit verbreitet, auch in Wissenschaftskreisen, dass oft nur die Alterspräferenz akzeptiert wird, die man selber hat, und kein Begehren jüngerer Menschen.

    „Das finde ich sehr interessant. Hast du nähere Infos, wo diese Studien zu finden sind?“

    Deine Frage zielt auf sehr, sehr viele Studien, ich beschränke mich für heute mal auf zwei Themen, du kannst ja ggf. nachfragen:

    1) Einige Studien, die zeigen, dass für den größten Teil des „sexuellen Kindesmissbrauchs“ „Minderjährige“ verantwortlich sind:

    Allen, Brian; Alexandra Tellez; Amy Wevodau u. a. (2014): The Impact of Sexual Abuse Committed by a Child on Mental Health in Adulthood. Journal of Interpersonal Violence, 29 (12) 2257-2272.

    Larsson, Ingbeth und Carl-Göran Svedin (2002): Sexual Experiences in Childhood: Young Adults‘ Recollections. Archives of Sexual Behavior, 3 (3) 263-273.

    Hofherr, Stefan (2017): Wissen von Schülerinnen und Schülern über sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten. Kurzbericht über zentrale Ergebnisse. https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bibs2017/hofherr_schuelerwissen_sexuelle_gewalt.pdf (abgerufen am 24.2.2018).

    Miller, Jacqueline A.; Edward A. Smith; Linda L. Caldwell u. a. (2018): Boys Are Victims, Too: The Influence of Perpetrators’ Age and Gender in Sexual Coercion Against Boys. Journal of Interpersonal Violence, online veröffentlicht am 8.6.2018.

    2) Nachfolgend einige Studie, die zeigen, dass der für den größten Teil des „sexuellen Missbrauchs“ von Jungen weibliche Menschen verantwortlich sind. Da wir sicher wissen, dass die „Täter“ beim „sexuellen Missbrauch“ von Jungen mit großer Mehrheit „Minderjährige“ sind und keine Erwachsenen sind, ergibt sich daraus, dass Jungen am häufigsten von weiblichen Jugendlichen „sexuell missbraucht“ werden:

    Mohler-Kuo, Meichun; Markus A. Landolt; Thomas Maier u. a. (2014): Child sexual abuse revisited: a population-based cross-sectional study among Swiss adolescents. Journal of Adolescent Health, 54 (3) 304–311.

    Miller, Jacqueline A.; Edward A. Smith; Linda L. Caldwell u. a. (2018): Boys Are Victims, Too: The Influence of Perpetrators’ Age and Gender in Sexual Coercion Against Boys. Journal of Interpersonal Violence, online veröffentlicht am 8.6.2018.

    Hofherr, Stefan (2017): Wissen von Schülerinnen und Schülern über sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten. Kurzbericht über zentrale Ergebnisse. https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bibs2017/hofherr_schuelerwissen_sexuelle_gewalt.pdf (abgerufen am 24.2.2018).

    Karkoskova, Slavka und Ivan Ropovik (2018): The prevalence of child sexual abuse among Slovak late adolescents. https://osf.io/preprints/socarxiv/d8bg6/ (abgerufen am 31.3.2018).

    Ajduković, Marina; Nika Sušac und Miroslav Rajter (2013): Gender and age differences in prevalence and incidence of child sexual abuse in Croatia. Croatian Medical Journal, 54 (5) 469-479.

    „Im Moment wird gerade dies der Straffreiheit entgegengehalten.“

    Ja, aber das ändert ja nichts an dem Menschenrecht.

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